Gastbeitrag - Sollen homosexuelle Geistliche mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen? An dieser Frage hat sich in den vergangenen Wochen eine heftige ethische und theologische Diskussion entzündet. Auslöser war ein offener Brief von acht evangelischen Altbischöfen, die gleichgeschlechtliche Sexualität für bibelwidrig halten. Einer von ihnen ist der pensionierte nordelbische Bischof Ulrich Wilckens. Im folgenden Beitrag antwortet der Geistliche auf den Anfang Februar bei evangelisch.de veröffentlichten Artikel "Bibelauslegung: Homosexualität - ein Gräuel?" des emeritierten Bochumer Alttestamentlers Jürgen Ebach. Wilckens wirft ihm einen "Bruch mit dem biblischen Verbot gleichgeschlechtlicher Praxis" vor.
Ebachs Beitrag vom 2. Februar 2011 zur Debatte über den offenen Brief der acht Altbischöfe bedarf einer Antwort und einer Entgegnung.
Zunächst die Anwort.
Sie betrifft das Zitat aus meinem Kommentar zum Römerbrief, das Ebach mir am Schluss als Selbstwiderspruch vorhält. In der Tat habe ich mich in der Erstauflage von 1978 dagegen ausgesprochen, die scharf verurteilenden Sätze des Apostels Paulus in Röm 1,26f. "heute noch in dem Sinne zu übernehmen, daß Homosexualität ein sittlich verwerfbares Vergehen sei". Es ist Ebach jedoch entgangen, dass ich diesen Satz in der 3. durchgesehenen Auflage von 1997 getilgt habe. Erst im Zusammenhang meines Bischofsdienstes 1981-1991 nämlich bin ich genötigt worden, nicht nur über die jüdische Herkunft dieses Urteils des Apostels, sondern vor allem zugleich über die theologische Begründetheit seines großen Gewichts im Zusammenhang biblischer Theologie im ganzen neu verantwortlich nachzudenken. Überhaupt hat mein verantwortlicher Dienst in der kirchlichen Praxis meine wissenschaftliche Exegese theologisch vertieft, wie es meine "Theologie des Neuen Testaments", die ich danach in meinem Ruhestand erarbeitet habe, erweist. Ich wünschte Herrn Ebach in seinem Ruhestand eine entsprechend intensive Neubegegnung mit der Bibel als der Heiligen Schrift der Kirche - so würde ihm seine Art, über ernste Dinge so herablassend "spöttisch" zu denken und zu reden, ganz von selbst vergehen.
Nun aber die notwendige Entgegnung.
Gewiss haben zur Zeit des Alten und Neuen Testaments "auf Dauer angelegte Liebesbeziehungen zu Menschen gleichen Geschlechts", wie es sie heute gibt, noch nicht im Blick gestanden. Aber auch in solchen Partnerschaften heute wird doch in der sexuellen Praxis jedenfalls genau das getan, was im alttestamentlichen 3. Mosebuch (18,22; 20,13) und im neutestamentlichen Römerbrief (1,26f.) konkret benannt wird: Beischlaf von Männern mit Männern. Diese Sexualakte sind es, die als "Greuel" beziehungsweise als "Schande" verurteilt werden. Der Bibelwissenschaftler Ebach fragt aber nicht historisch-kritisch, was in dieser langen Zeit vom Alten bis ins Neue Testament die theologischen Gründe für diese Verurteilung waren, sondern er begnügt sich als moderner Zeitgenosse mit der polemischen Vermutung, wer in heutiger Auslegung dieser Verurteilung noch Gewicht beimesse, der wolle "ein ohnehin feststehendes (eigenes) Urteil unterfüttern". So nimmt man weder die biblischen Texte ernst noch auch seine Meinungsgegner der Gegenwart als deren Exegeten.
Immerhin steht am Schluss der Verbotsreihe in 3 Mose 18,30 der heilige Name Gottes selbst, mit dem alle diese Verbote nachdrücklich autorisiert werden: "Ich bin Jahwe, euer Gott!" Wer solches gegen den Willen des heiligen Gottes tut, versetzt sich selbst in einen Zustand der Unreinheit (20,24,26). (1) Entsprechend spricht Paulus in der Überschrift Röm 1,18 von Gottes "Zorngericht gegen alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit von Menschen", die der Gerechtigkeit Gottes als der Wahrheit seines Wesens zuwiderhandeln. Gott überlässt sie der sittlichen Verkommenheit - sagt Paulus - und der Herrschaft des Todes mitten in ihrem Leben, der sie sich selbst preisgegeben haben (1,24ff.) - im Gegensatz zu ihrer Selbsteinschätzung als "Weise" (1,22). Die gleichgeschlechtlichen Akte in 1,26f. sind nur herausragende Beispiele aus der langen Liste anderer Verstöße gegen die Zehn Gebote (1,28-32). Bei genauerem Hinsehen entdeckt man in 1,23 auch einen Hinweis auf die Herrlichkeit der Ebenbildlichkeit des von Gott geschaffenen Menschen, die mit solchem Tun ebenso preisgegeben wird wie mit der Anbetung (selbstgemachter) Götzen in Tiergestalten.
Jeder außereheliche Sex ist Verkehrung der Natur
Ist doch der Mensch nach dem Schöpfungsbericht in 1 Mose 1,27 als Mann und Frau geschaffen. Keiner gehört zuerst sich selbst und dann auch seinem Geschlechtspartner, sondern sie gehören zueinander. Und so ist auch für ihr sexuelles Zusammenleben allein die Ehe der angemessene Ort - nur so können und sollen sie Vater und Mutter von Kindern werden, wie Gott der Vater all seiner Menschen ist. In diesem Sinn ist jeglicher Sex außerhalb der Ehe Verkehrung der Natur - nämlich als der guten Ordnung der Schöpfung. Das lehrt der Zusammenhang und Hintergrund des Textes - ein flüchtiger Blick in das Lexikon unter "Natur" führt dagegen nur in lächerliche Irre.
Mit spöttischer Ironie spielt Ebach dann das Thema durch, dass viele Gebote des alttestamentlichen Ritualgesetzes im Neuen Testament ihre Geltung verloren haben: nicht etwa weil sich vom Alten zum Neuen Testament die Zeiten eben verändert hätten und damit natürlich auch das Denken und Verhalten der Menschen. Der Grund ist vielmehr das Heilshandeln Gottes in der Hingabe seines eigenen Sohnes in den Tod, um die Sünder der ganzen Welt aus der Herrschaft des Todes über ihr Leben zu erretten. Wo Gott in Christus sein Heil schaffendes Handeln über sein Volk Israel hinaus auf alle Völker ausgeweitet hat, müssen Heiden nicht mehr gesetzestreue Juden werden, um daran teilzuhaben (vgl. Gal 3,26-28). Der Beschluss der führenden Repräsentanten der werdenden Kirche in Apg 15,20, den Ebach anführt, diente in kirchenleitender Weisheit nur für Gemeinden (wie der im syrischen Antiochien), in denen Juden mit Heiden zusammenlebten. Dort sollten Judenchristen nicht gezwungen sein, um der Gemeinschaft mit den Heidenchristen willen, selbst der Tora untreu werden zu müssen. In den heidenchristlichen Gemeinden des Paulus galt dieser Beschluss verständlicherweise nicht (Gal 2,5ff.). Das ist also kein Beweis für die vielerlei Widersprüche innerhalb der Bibel, die zu kritischer Auswahl für uns heute geradezu nötigten, wie Ebach und zahlreiche andere liberale Theologen meinen. Bei gründlicher Auslegung im Gesamtzusammenhang der Bibel werden nicht wenige solcher Widersprüche als durchaus sinnvoll erkennbar. Die "bis zur Widersprüchlichkeit reichende Vielfalt" des biblischen Zeugnisses gibt uns keineswegs das Recht, das für uns Sinnvolle und Passende auszuwählen und das andere der Vergangenheit zu überlassen, sondern sie erzieht uns zu umso sorgsamerer Exegese der "Tiefenschicht" biblischer Theologie.
Falsch verstandene Nächstenliebe
Hier rückt Ebach nun mit dem eigentlichen Grund heraus, warum für ihn ein Bruch mit dem biblischen Verbot gleichgeschlechtlicher Praxis durch die Bibel selbst nicht nur gerechtfertigt, sondern geradezu geboten erscheint. Als das einzige Gebot, das heute noch wirklich vollauf Geltung hat, sei das der "Nächsten- und Fremdenliebe", das es ausschließe, "meine Mitmenschen und auch die, deren Lebensweise mir fremd ist, zu diskriminieren". Gewiss ist es Christen verboten, dem Gewissen anderer Gewalt anzutun (1 Kor 8,12) (2) und überhaupt irgendeinen Menschen persönlich zu "diskriminieren". Wo jedoch würde im Sinne der Heiligen Schrift ein Mensch seiner Ehre beraubt ("diskriminiert"), wenn ihm bezeugt wird, dass er in seinem Handeln und in seiner Lebensweise Gottes heiligem Willen widerstreitet? Wie könnte die von Gott gebotene Nächstenliebe auf solche seelsorgerische Hilfe verzichten sollen, durch die ein Bruder oder eine Schwester - selbstverständlich in sehr sorgsamer, persönlich-naher Zuwendung - von seinem Unrecht gegen Gottes Willen überzeugt und zum Empfang seiner Vergebung bereit wird?
Wo wäre es im Sinne der Schrift, das göttliche Gebot der Nächstenliebe bloß auf die Pflicht zu reduzieren, andere Menschen in ihrer autonomen Freiheit zu tolerieren, die ihr Leben so gestalten wollen, wie es ihnen angemessen oder wünschenswert erscheint? So denken in unserer heutigen Umwelt zwar viele - auch viele Kirchenmitglieder, die dies so selbstverständlich als wichtigstes Gebot in einer freien Gesellschaft empfinden, daß sie gar nicht mehr merken, wie das Gebot der Nächstenliebe seines christlichen Sinnes entleert wird, wenn es der unbedingten Anerkennung der Lebensweise jedes Mitmenschen nach seinem ureigenen Willen dient. Die Liebe zum Nächsten hat aber im Willen der Liebe Gottes ihren Grund und ihre Quelle. Und so muss ein Christ auch sein sexuelles Verhalten ganz nach dem Willen Gottes ausrichten und daher wissen, dass gleichgeschlechtliches Zusammenleben - wie alle außereheliche Sexualität - dem Gotteswillen widerspricht. Will er dagegen so leben oder meint er, er könne nicht anders als so zu leben, dann ist es ihm jedenfalls nicht erlaubt, dies durch die Schrift als gerechtfertigt zu erklären und für seine Lebensweise von seiner christlichen Kirche Anerkennung zu erwarten oder gar zu fordern.
Christliches Leben in einer säkularen Gesellschaft
Wer die Bibel als Dokument des heiligen Heilswillens Gottes ernst nimmt, wird gar nicht anders können, als in ruhiger Klarheit diesen Heilswillen in einer nicht mehr christlichen Gesellschaft persönlich zu bezeugen und die christliche Lebensweise als Alternative zu denen seiner säkularen Umwelt zu vertreten, die ihre Norm ganz im eigenen Lebenswillen eines jeden einzelnen Menschen weiß und wissen will. Nach dieser Norm besteht Freiheit in autonomer Willkür und deren Schutz in ausnahmsloser Toleranz für alle Mitmenschen. Wie weit dieser moderne "kategorische Imperativ" unserer gesellschaftlichen Lebenswelt wirklich hilft und wie es in einer solchen Gesellschaft auf Dauer überhaupt möglich sein wird, allgemeingültige Menschenrechte als Norm zu begründen, nach der zu leben und sich für sie einzusetzen, jedermanns absolute Pflicht ist, das möge im öffentlichen Diskurs zu klären oder irgendwann als nicht mehr zu klären oder gar durchzusetzen zu erfahren sein. Christen müssen es jedenfalls wagen, in diesen Diskurs die Stimme des Willens Gottes einzubringen, ohne den als transzendente oberste Norm und als allein wirklichen Schutz für jeden Menschen Menschenwürde und Menschenrechte nicht wirklich Bestand haben können.
Anmerkungen:
(1) Rituelle Unreinheit bemißt sich nach alttestamentlichem Verständnis an der Heiligkeit Gottes.
(2) Wenn ihr aber so sündigt an den Brüdern, und schlagt auf ihr schwaches Gewissen ein, so versündigt ihr euch an Christus.
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Professor Ulrich Wilckens (82) war von 1981 bis 1991 Bischof des damaligen Sprengels Holstein-Lübeck der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Zuvor war er als Professor für Neues Testament in Berlin und Hamburg tätig. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter eine kommentierte Übersetzung des Neuen Testaments.







Kommentare
Wir haben Gott anscheinend
Wir haben Gott anscheinend immer noch nicht verstanden, nicht mal durch das Opfer seines eigenen Sohnes. Und so streiten die Schriftgelehrten noch heute wer denn Gott besser versteht. Manch einer bildet sich sogar ein, der Pressesprecher Gottes zu sein. Ein Glück, dass dem kleinen Christen immer noch das Gebet beleibt.
Da bin ich ja immer wieder beruhigt, das genau der richtige über mich urteilt. Aber ich brauch mir da ja sowieso keine sorgen machen, schließlich habe ich eine Frau geheiratet. Sonst währe ich dazu verdammt gewesen mein Leben ohne Liebe zu verbringen, schon arm dran die Homos. (Sarkasmus)
Homosexualität
zitat>..... offener Brief von acht evangelischen Altbischöfen, die gleichgeschlechtliche Sexualität für bibelwidrig halten.... ende zitat.
"für bibelwidrig halten". Akzent liegt auf "halten". Mich wundert es nicht, dass Gott immer wieder völlig aussenstehende, oder vielleicht ist besser zu sagen, "nicht-studierte" erweckt und losschickt - dies sage ich im Hinblick auf die lesbische Pfarrerin, die hier auch einen abfälligen Kommentar verfasst hat. Obwohl ich selbst gegen so manche Ausuferung unserer entstandenden Hierarchien bin -gedrungen durch Gott selbst- mit den damit verbundenen und dadurch entstandenen Entfremdungen aller anderen Menschen, so ist es nicht nur Bibelwidrig, sondern Gott-widrig.
Natürlich gibt es AUCH SEIT DEM NEUEN TESTAMENT einige "Gesetze Gottes", die sozusagen aus dem AT herübergeschwappt sind, eben einfach weil sie souveräne Anordnungen sind, die sogar mit dem menschlichen, etwas angerotteten Verstand logisch nachvollziehbar sind. Schon die Natürtlichkeit der menschlichen Anlagen macht deutlich, dass zu zweien in einer innigen Verbindung, die Frucht tragen soll, die beiden gegensetzlichen Sexualitäten nun mal gehören. Dass es durchaus aus dem Kontext enthebelte kirchliche Dogmen gibt, die die Souveränität des "Mannes" in einem anderen Licht gegenüber der Frau sehen lassen wollten -und das ziemlich erfolgreich- wissen wir alle, hat aber gar nichts, absolut GAR NICHTS mit den Lehren Christi zu tun. Auch, dass gerade diese Maschen indirekt zu so mancher sich falsch auslesender software des menschlichen Gehirnes führte, ist bekannt. War auch schon immer so, sonst hätte Gott sich nicht mit Abscheu abgewandt und gerade dazu ein statement im AT verfassen lassen. Christus war ziemlich deutlich, als ER genau auf diesen Umstand hinwies.
Das aber Pfarrer -über deren beruflicher Ausübung bzw. deren Berechtigung dazu man unter der anleitung Christi erheblich entgegengesetzter Meinung sein kann- das nicht selbst erkennen bzw. sich eine "andere Auslegung ausdeuten" spottet ja wohl jeglichem menschlichen Verstand. Und so ist es wohl so, dass eine "Gemeinde", die das toleriert, bekommt, worum sie gebeten hat.
Mit zunehmendem Alter muss man nicht unbedingt auch senil werden. Es wird Zeit, dass das Richtige sich durchsetzt, allerdings gehören dazu schon ein paar alte kirchliche Dogmen abgeschnitten und in der säkularisierten Welt Erkenntnis
Nächstenliebe, oder Fremdenliebe haben weder was mit der Praxis von Honmosexualität oder Toleranz zu tun. Die Benamung ist keine Diskriminierung. Gott fügt 2 Menschen zusammen, die das dann bekunden. Dafür bedarf es nicht mal der steuertechnisch ausgereiften Zählmethode oder des Segens eines sogenannten Geistlichen. Wenn allerdings 2 zusammengefügt sind, die den Anspruch Gottes für diese Welt technisch nicht durchführen können, hat sie natürlich NICHT Gott zusammengefügt.
Miriam, berufen 1998 durch Christus Jesus
alt
Lassen Sie es mich so sagen (schreiben) Herr Wilckes: Sie sind alt geworden - da versteht man eben manches nicht mehr. Aber ich habe Nachsicht... vielleicht haben Sie das ja für mich als lesbische Pfarrerin mit einer wundervollen Partnerin auch irgendwann einmal.
Sehr schöner Beitrag! Nicht
Sehr schöner Beitrag! Nicht mit Schaum vor dem Mudn, sondern sehr sachlich und zugleich bibeltreu!
Hut ab!
Mann und Frau ?!?
Gott schuf ein Männliches und ein Weibliches, und da wird es schon einen Grund haben, warum es adjektivisch und nicht mit Isch/Yscha (Mann/Frau) ausgedrückt ist, was für ein Wesen da entstand!!!
Und: Ehe als von Gott sozusagen als Natur des Menschen gedachtes anzunehmen, ist ein totaler Hammer - bzw. dass ein Mensch nicht zuerst sich selbst gehört, sondern immer in eine andersgeschlechtliche Partnerschaft.
Aus diesem christlich-ideologischen Irrtum - ein Mensch gehört nämlich zu allererst seinem Schöpfer, dann sich selbst und dann in liebender Bindung dem Partner/der Partnerin - kommen die vielen komplett verkorsten Christen, gerade was Sexualität und Selbstwertgefühl angeht! Die Co-Abhängigen Chriestnfrauen und die Porno konsumierenden christlichen Saubermänner...
Und ich pfeife mittlerweile auf diese scheiß menschliche Zuwendung und Liebe, die mir meine Menschenwürde dadurch sichert, dass mir andauernd Gottes Heiligkeit und meine Verfehlung dagegen vorgehalten wird (mit dem Ziel, dass ich "heil" werden können soll... um den Preis von Dauerkrampf und/oder Schuldgefühlen) - egal ob in Punkto Sex oder Stolz (weil ich zuviel frage) oder Machtgier (weil ich als Frau lieber predigen als Kaffeekochen möchte) oder ... in evangelikalen Kreisen wird man im Zweifel auf alles "in Liebe" hingewiesen. Und ist im Zuwiderhandlungsfalle mit dem Etikett "notorischer Sünder" belastet.
Kotzkotzkotz. >Das ist kein Niveau, aber das braucht es auch nicht, in diesem Fall.
Wenn ich nicht wüßte, dass Jesus Christus zum Kuckuck noch mal anders umging und umgeht (oh ja, ich GLAUBE!) mit Menschen als unsere Kirchenleitungen, dann weiß ich nicht, was ich täte.
Ich habe keine Homo-Beziehung - aber lebe kinderlos, ohne Mann, also auch nicht "in Gottes guter Ordnung".
Tja. Laut Paulus ist das aber ein Charisma, eine Gnadengabe, single zu sein.
(1 kor 7,7)
Aber in evangelischen Kreisen gilt immer noch das Ideal von "Hausvater", treue Frau, Stall voll Kinder.
Und Homos bedrohen dieses Bild noch mehr als Singles.
Man kann die Bibel auch anders auslegen. Und geht damit nicht lächerlich in die Irre.
Ich wünsche Herrn Wilckens und Co. schwule und lesbische Lieblingsenkel. Das würde einen Denkprozess weiterführen, der leider erst spät einsetzte und noch nicht sehr weit gediehen ist.
leben wie ich gemacht bin
Psalm 139: Ich danke dir mein Gott, dass ich wunderbare gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.
kein christ will so leben "wie er will", sondern er "muss" so leben, wie er vom HERRN gemacht ist. Wenn ich leben würde, wie ich "will", dann auch mit Mann und Kindern. Weil ein solches Leben sowohl als Christ, als auch als Atheist bei weitem einfacher und selbstverständlicher ist. Sehr gern würde ich meine Eltern zu Großeltern machen und einem Kind ein glückliches Leben geben.
Aber eben das kann ich nicht. Denn ich fühle mich zu Frauen und nicht zu Männern hingezogen. Und dafür muss ich mich nicht rechtfertigen, denn ich bin ein wunderbares Geschöpf des Schöpfers und von ihm uneingeschränkt geliebt.
Ich empfehle allen Christen die Bibel zu lesen und auszulegen um sich selbst in ihrem Leben zu prüfen. Ich muss meinen Glauben und mein Leben an Texten wie Römer 1 prüfen. Aber ich vermag nicht zu beurteilen ob ein anderer Christ, sein Leben gut und richtig führt. Das steht allein Gott zu.
Christen, die Christus nicht kennen...
Mich erstaunt die Menge an Worten, die mach einer hier unten zu tippen vermag, ohne auch nur EIN Mal das Wort Gottes zu zitieren oder aber Jesus im Blick zu haben. Vor Jahren galt Homosexualität noch als psychische Störung, die sich behandeln ließe - einzig aufgrund des Drucks der Homosexuellen Lobby musste es aus dem DSM-IV gestrichen werden (ohne Belege dafür, dass es keine Krankheit sei). Die Bibel spricht sich mehr als deutlich gegen Homosexualität aus (sowohl gegen das Praktizieren, als auch gegen das sich-danach-Sehnens).
Vielen "Christen" ist dies jedoch egal - sie wollen so leben, wie sie wollen und sind gar nicht bereit sich Gottes Maßstäben anzupassen. Sie reduzieren Gott zu einem liebestrunkenen Opa, der nur will, dass es seinen Schäfchen gut geht. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht Gott. Die Bibel hat auch dafür einen Namen: Götzendiener. So wird der Mensch sich selbst zum Götzen und Gott rückt an zweite Stelle (wenn überhaupt).
Es ist grotesk zu sehen, wie Sünde schön-geredet wird. Tatsache ist, dass kein Mensch ohne Sünde ist (auch ich nicht). Egal ob "Krankheit" oder angeboren oder sonst was: Jeder hat seine Bürde zu tragen - der eine kämpft mit Stolz, der andere mit Hass, der andere mit Homosexualität, der andere mit Lust am anderen Geschlecht, ohne verheiratet zu sein. Fakt ist: Nur weil wir eine Neigung haben, entschuldigt und rechtfertigt dies unser Verhalten nicht. Die Homosexuellen Lobby möchte Sonderrechte, die sie jedoch von Gott niemals bekommen wird.
Wenn "Christen" wirklich Christen (also "Nachfolger Jesu Christi") wären, so würden sie nicht ständig versuchen ihr eigenes Handeln zu rechtfertigen und "irgendwie doch noch durchzukommen", sondern sich demütig vor Gott begeben, Ihn bitten sie zu verändern und SEINE Ehre zu suchen. Beim Christ-sein geht es um Gott, nicht um dich. Nicht "was darf ich?", sondern "was ehrt Gott?" ist die richtige Frage. Stattdessen wollen viele hier ihre Agenda durchbringen und Rechtfertigung für ihr (falsches) Handeln haben. Selbst WENN Theologen, Pastoren, Pfarrer und Bischöfe einlenken WÜRDEN (was größtenteils (GOTT sei Dank) nicht der Fall ist), so wäre es bei Gott noch lange nicht 'okay'. Und genau das sollten sich viele vermeintliche Christen mal durch den Kopf gehen lassen...
soli deo gloria - allein Gott gebührt die Ehre.. allein Er macht die Regeln. Hört auf euch selbst zum Gott zu erheben, indem ihr Sein Wort verdreht oder gar ignoriert...
Ich stimme daher Prof. Wilckens zu: Wenn wir als Christen keine Gegenkultur sind zu der nicht-christlichen Welt, in der wir leben, dann sind wir wohl eher "von der Welt" als nur "in der Welt", und somit gegen Jesu Gebote.
Johannes 14,21 "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren."
Darf man anderen das Christsein absprechen?
Der Exklusivitätsanspruch der Pharisäer war ein wesentlicher Ansporn zur Entstehung der christlichen Religion. Wer Jesus für sich reservieren und andere ausschließen will, weil sie anders lieben, läuft Gefahr, sich von ihm und seinem Liebesgebot zu entfernen. Die eigentlich doch ein wenig blasphemische Wendung vom 'liebestrunkenen Opa' zeigt m. E., dass sich da jemand vielleicht vom Gebot der Nächstenliebe ein wenig überfordert fühlen könnte (es ist ja auch wirklich eine sehr anspruchsvolle Forderung, die der Herr da an uns richtet). Das 'Gutgehen' des Nächsten ist überdies schwerer und mühevoller zu erreichen, als es scheint, und dieses Ziel ist keineswegs unchristlich. Wenn zwei Menschen einander Beistand leisten und dann vielleicht noch alte Angehörige pflegen, auf dass es ihnen 'gut gehen' möge, dann ist schwer einzusehen, was daran so außerordentlich sündhaft und unchristlich ist. Vielleicht ist es moralisch ja viel problematischer, seine Umwelt vorschnell als unchristlich abzutun...
Bemerkenswert
Zum Thema will ich mich gar nicht äußern, es ist mir zu marginal. Aber ein wohltuend sprachlich gestalteter Beitrag ohne Polemik! Hach, das tut richtig gut, lieber Kuturprotestant.
Bürde? - Was sagen Sie jetzt?
Lieber Augustin!
Was sagen sie jetzt? Ich sage, dass sie auf dem Foto ganz schön müde aussehen und sind.
Außerdem sage ich, dass man(n)/frau auch die Sünde lieben kann - und Sünde gar nicht mehr als Sünde gesehen wird. Damit will ich mich jetzt mit Ihnen nicht über die biblische Sicht der Homosexualität streiten. -
Ich finde nur merkwürdig, dass allgemein die 1O Gebote und Gottes Wort heute nicht mehr gelten soll(en). Warum aber - so im Anfangstread gelesen - soll die Nächsten- und Fremdenliebe noch gelten und praktiziert werden? Dann kann man dieses Gebot doch auch fallen lassen, oder?
Grüße
Christen, die Christus bekennen
Es freut mich, dass wir einig sein können, dass kein Mensch vor Gott gerecht ist und wir alle der Ehre entbehren, die wir vor Gott haben sollten.
Nur die Schlussfolgerung daraus übersieht doch das Wesentliche, was Christen von den Gesetzesreligionen unterscheidet. Es ist nicht die Unterwerfung unter das Gesetz, das uns frei macht... es weist uns lediglich als Sünder aus.
Allein das fleischgewordene Wort Gottes, der menschgewordene Gott vermag uns aus der Verlorenheit retten, in unserer Sündhaftigkeit.
Nur gebe ich Gott nicht die Ehre dadurch, dass ich versuche kein Sünder zu sein, sondern dadurch dass ich bedingungslos und demütig anerkenne, dass ich aus meiner Schuldhaftigkeit gar nicht entkommen kann, egal wie gut ich es meine, plane oder umsetze. Wäre es anders, so gliche ich dem Pharisäer, der Gott seine Verdienste vorhält und nicht mit dem Sünder im Tempel zu stehen bereit ist.
Eine christliche Gegenkultur zur nichtchristlichen Umgebung, die sich wie im Beitrag definiert, bleibt mir ebenso schleierhaft. Ich glaube an den Gott, der die Welt mit sich versöhnt hat und zum Zeichen seiner Versöhnung Mensch geworden ist. Ich glaube an den Gott, der die Welt gut erschaffen hat, sie erlöst hat und vollenenden wird. Der neue Himmel und die Erde sind Transformationen, nicht Neuschöpfungen, welche die alten zerstören. Die Kirche als Leib Christi ist der Appetizer auf diese Zeit der Vollendung. D.h. aber auch der Vorgeschmack für die Versöhnung, die Annahme, die nicht den anderen in seinem Anderssein vergewaltigt, aber sicher doch verändert durch die Liebe. Dadurch unterscheidet sich christlicher Glaube von den Maßstäben der Welt. Die Welt liebt nur, was ihr selbst gleicht.
Daher bin ich durchaus theologisch überzeugt, dass ich anderen, seien sie homosexuell, behindert, fundamentalistisch, liberal, atheistisch oder götzendienerisch nur begegnen kann, wie Jesus römischen Götzendienern, fremdkonfessionellen Samaritern, selbstgerechten Pharisäern, Mächtigen und Schwachen begegnet ist.
Ich werde bestimmt aus keinem homosexuellen Menschen einen glücklichen heterosexuellen machen können. Die Frage ist für mich eher, wie kann ich einem solchen Menschen Zeuge sein, dass Gott ihn liebt und er gewollt in der Welt ist. Das ist das große Geheimnis Gottes, in dem verborgen sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.
Was Ordi schreibt...
... dem ist nichts hinzuzufügen. Wir haben die Tendenz, UNS auf den Thron zu setzen und nur danach zu fragen: was tut MIR gut? Mit diesem Wohlfühlchristentum werden wir es aber nicht in Gottes Ewigkeit bringen. In der Offenbarung sagt Jesus (und der hat bekanntlich das letzte Wort), dass nur die ÜBERWINDER mit ihm auf dem Thron sitzen werden. Das klingt nicht nach Hauptsache-sie-lieben-sich, oder? Wer als Christ Gottes Maßstäbe vertritt, an dem wird sich immmer stärkerer Widerstand entzünden - weil das der selbstbestimmte Mensch nicht erträgt. Ich zitiere den evangelischen Theologen Wilhelm Lütgert mit einem Satz, den er 1921 schrieb: "Die christliche Zucht wird als unnatürlich, widernatürlich und darum unmoralisch verworfen."
Vor einiger Zeit hörte ich den Vortrag der Frau eines anglikanischen Priesters, die als Seelsorgerin arbeitet. Sie hatte eine evangelische Kirche besucht, in der es üblich war, homosexuelle Beziehungen im Gottesdienst zu segnen. Dort hatte sie plötzlich eine Vision: Sie sah phallische Götzen um den Altar herumtanzen. Dieses Bild werde ich nie vergessen.
Man hüte sich vor Feindbildern - auch in Visionen...
"Vor einiger Zeit hörte ich den Vortrag der Frau eines anglikanischen Priesters, die als Seelsorgerin arbeitet. Sie hatte eine evangelische Kirche besucht, in der es üblich war, homosexuelle Beziehungen im Gottesdienst zu segnen. Dort hatte sie plötzlich eine Vision: Sie sah phallische Götzen um den Altar herumtanzen. Dieses Bild werde ich nie vergessen."
Das Bild ließ mich zunächst schmunzeln. Ich dachte sogleich an die ulkigen tanzenden Pilze in Walt Disneys Trickfilm 'Fantasia' (leicht verändert natürlich). Aber dann fiel mir das Verzerrende dieses Bildes auf. Der Priapus war nämlich in der Antike der Gott der heterosexuellen Fruchtbarkeit. Ja desweitern: auch christliche Ehen gibt es nicht Geschlechtlichkeit und ihre Organe. Aber auch nicht ohne Liebe und Aufopferung. Die anglikanische Pfarrfrau sollte sich vielleicht fragen, weshalb sie in ihrer Fantasiewelt anscheinend einerseits die heterosexuelle Ehe entsexualisiert und andererseits die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ausschließlich unter sexuellen Gesichtspunkten sieht und die liebende Hingabe ignoriert... Werden da Menschenbilder zu Feindbildern (mit Unterhaltungswert)?
Zu "Christen, die Christus nicht kennen" u."Was Ordi schreibt"
Ich denke, in den Stellungnahmen der früheren Kommentare zu Fragen des Bibel- und Gottesverständnisses ist schon viel gesagt worden. Ich möchte noch einmal auf den Auszug aus dem Bericht von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich vor der Landessynode im November 2003 hinweisen. Er sagt in seiner Einleitung:
„Der Auftrag, das Evangelium durch Wort und Tat zu verkündigen, bezieht sich auf ausnahmslos alle Menschen. Auf Kranke und Gesunde, auf Menschen mit und ohne Behinderungen, auf heterosexuell orientierte Menschen ebenso wie auf homosexuell orientierte. Gottes Liebe gilt bedingungslos. Sie werden jetzt vielleicht denken, dass das doch ohnehin selbstverständlich sei. Der Meinung bin ich auch. Aber die Diskussion, die in den
letzten Monaten um das Thema Homosexuelle und Kirche in unserer Kirche geführt wurde, hat mich manchmal daran zweifeln lassen, ob es wirklich selbstverständlich ist, von der bedingungslosen Liebe Gottes für alle Menschen auszugehen.“
Für manche ist das auch heute noch nicht selbstverständlich, trotzdem hat sich meiner Meinung nach hat sich seit 2003 viel geändert, wie man an den vielen positiven Zuschriften zu den Ausführungen von Professor Ebach sieht.
Unter Punkt 2 fährt Landesbischof Dr. Friedrich fort: „(2) Die Argumentation zur Diskriminierung von Homosexuellen in unserer Kirche steht und fällt mit der Behauptung, Homosexualität sei in der Praxis ein Willensakt und der homosexuelle Mensch könne auch heterosexuell lieben, wenn er nur wolle. Für diese Behauptung gibt es keinen seriösen wissenschaftlichen Beweis. Laut idea-Spektrum bezeugt auch der Leiter der immer wieder angeführten Organisation „Wüstenstrom“, dass er nach wie
vor homosexuell empfindet.“
Wenn Homosexualität widernatürlich wäre, dürfte sie in der Natur nicht vorkommen. Aber es gibt sie bei allen Völkern und sie ist auch im Tierreich weit verbreitet. Bei 1500 Tierarten wurde gleichgeschlechtliches Verhalten festgestellt, darunter 450 Säugetierarten. Glaubt denn wirklich jemand, dass ein Mann oder eine Frau freiwillig "gleichgeschlechtlich liebend" in einem Land wie z.Bsp. Uganda wird, obwohl Homosexuelle dort mit drakonischen Strafen und Verfolgungen zu rechnen haben.
Dr. Johannes Friedrich sagt weiter: „…….Wir sind Gott recht nicht aufgrund unserer Lebensweise, nicht aufgrund unserer Leistungen, sondern aus Gnade durch den Glauben um Christi willen. Bedingungslos.
(4) Mehrere der Ihnen vorliegenden Eingaben beziehen sich auf 3. Mose 18,22: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel“. Ja, das steht da. Aber mit diesem Satz steht und fällt die Kirche nicht. Auch für ihn gilt, dass er von der Grundbotschaft der Rechtfertigung aus Gnade, nicht durch Werke oder Lebensweise hier zu interpretieren ist.Martin Luther geht sogar noch einen Schritt weiter. In seiner „Unterrichtung, wie sich die Christen in Mosen sollen schicken“ aus dem Jahr 1526 befasst er sich dezidiert mit dem Heiligkeitsgesetz, in das 3. Mose 18,22 gehört, und schreibt:
„Mose geht uns nichts an. Wenn ich das mosaische Gesetz in einem Gebot annehme, muss ich den ganzen Mose annehmen. Also würde daraus folgen: Wenn ich Mose zum Meister und Gesetzgeber annehme, müsste ich mich beschneiden lassen, die Kleider nach jüdischer Weise waschen und so essen und trinken, mich kleiden und all das halten, was den Juden im Gesetz geboten war“.
Luther formuliert das sehr überlegt. Alle Bibelverse gleichwertig verstehen und sie als Glaubenslehren oder Lebenspflichten annehmen, lehnt Luther ab. Es ist nicht das Bibelverständnis der lutherischen Kirche. Wer 3. Mose 18,22 zur Bekenntnisfrage macht, der muss sich – ich folge Luther – auch beschneiden lassen, koscher essen und trinken und die Kleider nach jüdischer Weise waschen……..“
Am letzten Kirchentag in München las ich irgendwo den Spruch einer unbekannten Kirchentagsbesucherin von 1979: „ Wir ertragen es, wenn Menschen sich grausames zufügen, aber wir sind entsetzt, wenn sie sich lieben.“ Und zu Visionen möchte ich Folgendes sagen, ich denke, es kommt immer darauf an, wie man eine Sache sieht, ob mit Abscheu oder mit Liebe im Herzen.
Auszug vom Bericht von Landesbischof Dr. Friedrich auf Seite 38 der Dokumentation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften:
http://www.bayern-evangelisch.de/www/download/DokumentationHomosexualita...
>>dass nur Heterosexuelle
>>dass nur Heterosexuelle nach den Ordnungen Gottes leben können.<<
Das Partnerschaften einer Quotenregelung bedürfen. Anderes finden einige ungerecht.
>>Was heterosexuelle Menschen als Geschenk Gottes und als Bereicherung ihres Lebens erfahren<<
...können Homosexuelle gar nicht erfahren weil ihnen schlicht die dafür nötigen kompatiblen Organe & Hormone fehlen. Zu dem wäre da noch die Frage nach dem Empfinden gegenüber des anderen Geschlechts.
Ich sehe wenn ich in den Spiegel schaue nicht das Geschlecht dass ich erotisch anziehend finde.
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
@tostefanz
- dass eine Veränderung solcher Prägung in den allermeisten Fällen nicht möglich ist und von Menschen, die so empfinden, in den allermeisten Fällen auch gar nicht angestrebt wird.
Auch der Psychologe Gerlach stellt klar, dass er nur Orientierungshilfe geben kann, nicht aber eine "Neufestlegung" der sexuellen Neigung. Das ist derzeit auch Lehrmeinung, die nicht falsifiziert wurde und werden konnte bisher: Homosexuelität ist angeboren. Nebenbei: Das sieht auch die RKK offiziell so, auch wenn es lokal Umerziehungsbestrebungen gibt.
Leider kann ich es nicht verlinken, aber es gibt zwei umfangreiche Studien der LMU und der FU/ HU Berlin, zu der Frage, ob Kinder, die in homosexuellen Lebensgemeinschaften aufwachsen "Schaden nehmen" in ihrer Entwicklung oder selbst stärker zur Homosexualität neigen. Diese Studie wurde in Auftrag gegeben vom Bundesland Berlin, mit der Absicht, zu klären, ob homosexuelle Lebensgemeinschaften Pflegeltern sein können.
Das Ergebnis überraschte weder die Fachwelt noch häte sie Jesus verwundert: Bei diesen Kindern gab es keinerlei Verhaltensauffälligkeiten und kein mehr an homosexueller Erfahrung als bei Kindern aus heterosexuellen Beziehungen.
Denn dort wo Liebe ist, da wachsen Kinder nun einmal sehr gut auf und können sich frei ihrer Veranlagung gemäß entwickeln.
- dass die Bibel sich mit der Gegebenheit einer gleichgeschlechtlichen Prägung und des verantwortlichen Umgangs mit ihr nicht auseinandersetzt.
Doch das tut sie, und sie schreiben es ja selbst: Liebe auszuleben, wie es Jesus Christus befahl, ist IMMER verantwortungsvoll. Wie sie sich letztlich darstellt ist dabei von ihm nicht "definiert" wurden. Wohl weil es ihm nicht wichtig war, unangemessen anzunehmen, er hätte das "vergessen." Mehr noch: Gott gegebene Liebe nicht auszuleben, heißt ihn zu lästern.
Sie haben also eine hohe Verantwortung für sich und ihren Partner übernommen, sich zu ihr bekannt: ein höheres Bekenntnis zu Gott gibt es gemäß Jesus Christus nicht!
- dass eine Veränderung solcher Prägung in den allermeisten Fällen nicht möglich ist und von Menschen, die so empfinden, in den allermeisten Fällen auch gar nicht angestrebt wird.
Weil Herbert Preumer mit Bischof Tutu aus chrismon antwortete, bin ich mal auch so frei: Er fragte sinngemäß: Warum sollte sich ein Mensch freiwillig aussuchen, dass er verfolgt wird? (Nebenbei: Keiner der deutschen bischöflichen (Alt-)Granden hielt es für möglich und nötig, den theologischen Diskurs der anderen Christengemeinschaften zu beachten oder auch nur darauf theologisch und nicht nur kausal zu verweisen.!!!)
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Partner alles erdenklich gute und allzeit Gottes Segen. Und denken Sie bitte immer daran: Da wo Schatten (Homophobe) in unserer Kirche ist, da ist auch Licht (Jeusus Christus). Glaube, Liebe, Hoffnung (Franz von Assisi) lässt sich nicht trennen, weder voneinander noch innerhalb. Darum: Glauben Sie! Hoffen Sie! und: Lieben Sie!
Und sollten Sie in Ihrer Kirche einmal auf homophobe Hetzer stoßen, dann erinnern Sie sich: Dem, der anklopft, wird auch aufgemacht! Wenn Christoph Reiches 1933-Herleitung auch unangebracht war, ja Unsinn ist, wie kulturprotestant richtig stellte, so liegt darin doch eines: Viele haben gelernt. Viele verschließen ihre Tür nicht mehr, steht jemand aus Not vor ihr. Und das muss ja keine Verfolgung sein im körperlichen Sinne: Manchmal ist es "nur" notwendig zusammen eine Tasse Tee zu trinken und zusammen zu spüren, dass man Teil der Christengemeinschaft ist.
Da es hier ja jetzt üblich ist, mit Titel gegenzuzeichnen:
Dr. rer. nat. Stephanie Berler-Rosch, getauftes heterosexuelles ev. luth. Gemeindemitglied seit 1974, verheiratet mit einem Mann seit 1994, 3fache Mutter (erst verheiratet, dann Mutter)
P.S.: Um nochmal auf Herrn Reiche zurückzukommen: Mir erzählte mal ein 90jähriges Gemeindemitglied kichernd, dass es mal einen Pfarrer bei uns gab, der in den 30ern-60ern zwei Haushälterinnen beschäftigte-Freundinnen hießen sie offiziell, ja mussten sie heißen in dieser Zeit. Klar dass sie da zusammen wohnten...Sie verstehen?
Verhältnismäßigkeit
Liebe Frau Dr. rer.nat.,
da dachte ich immer Naturwissenschaftler könnten im Gegensatz zu uns Geisteswissenschaftlern rechnen.
Ich urteile nicht darüber, wer mit wem Sex hat und jeder Interessierte ist in meiner Gemeinde willkommen, aber McD und andere Fastfoodketten würden auch keine Veganer als Geschäftsleiter anstellen, einfach wegen der Interessenkonflikte.
Zählen Sie bitte mal die Anzahl der homosexueller Interessenvertreter in kirchlichen Zusammenhängen: richtig, sie liegen prozentual weit über dem Durchschnitt, dh. es existiert eher Homomanie als Homophobie.
Und klar Doppelmoral ist nicht im Sinne Jesu, also wir anderen Sünder, müssen auch bekennen und umkehren. :))
@Thomas Müntzer seinen Nemen benutzender
Vielleicht heißen Sie ja tatsächlich Thomas Müntzer. Vielleicht haben Sie sich seinen Namen gewählt.
In jedem Fall bedarf Ihr an Belanglosigkeit kaum zu überbietender Post keine tiefergehende Antwort...
...und dabei dachte ich in den Geisteswissenschaften wäre die Hermeneutik bekannt. Na ja, Ausnahmen bestätigen halt die Regel. Also lesen Sie bitte nocheinmal nach und antworten dann noch einmal. Besonders Ihre Beleidigung zum Ende des Posts: geschenkt.
P.S.: Vegan/ Vegetarier oder nicht ist bei McDonalds und deren Konkurrenten kein Einstellungskriterium. Fragen Sie nach,w enn Sie mir nicht glauben. Also nicht mal hier hat Ihr Post Substanz.
Herrschaftsfreier-Diskurs-Nostalgikerin
Doch,doch ich bin noch "Old School", alles durch von Dilthey bis Bloch, aber das Diskussionsniveau hier verlangt eher boulevardeske Statements.
Allein die undkundige Verwendung des Terminus "Liebe" in Ihrer Argumentation reicht bei Theologen nur noch zu müdem Lächeln.
Gerade mein sehr nostalgischer Hang zu Habermas Traum vom "herrschaftsfreien Diskurs" erregt meinen Widerstand.
Ich habe beunruhigt Homophobie bei Jugendlichen- häufig türkisch- oder russischstämmigen- und Gesprächspartnern aus dem afrikanischen, muslimischen oder osteuropäischen Raum festgestellt. Bei meinen weitverzweigten Kontakten zu Landes-, Freikirchlern und Evanglikalen nicht.
Es geht doch den Gender-Lobbyisten in diesem Diskurs nicht um sexuelle Präferenzen, sondern um Macht. Sie, liebe Frau Dr. rer.-nat sind auf sprachmanipulative Propaganda reingefallen.
Wer exakte historisch-kritische Exegese als Tabubruch diskreditiert, ist auf mindestens einem Auge blind.
By the way: Da dachte ich doch wir Links-Reformartoren wären mit unseren lutherischen Freunden eins im Selbstbild: simul peccator et iustus. :))
Zu: Verhältnismäßigkeit und Nostalgikerin
Ich denke , Naturwissenschaftler können nicht nur gut rechnen, sondern auch Zusammenhänge sehr gut erkennen. Ich weiß zwar nicht, wo hier „Gender-Lobbyisten auf dem Weg zur Macht“ sind, ich denke einfach, dass viele der Bibelauslegung von Professor Dr. Wilckens nicht zustimmen. Ich gebe Ihnen Recht, dass in der Diskussion nicht nur theologische Professoren, Pfarrerinnen und Pfarrer sich beteiligen, sondern vielleicht auch Kirchenvorstände, Eltern und Angehörige von Homosexuellen, sowie gleichgeschlechtlich liebende Männer und Frauen, die sich mit der Kirche noch verbunden fühlen. Kirchenvorstände sollen später mitentscheiden, ob ein „Homo-Paar“ im Pfarrhaus wohnen darf, Angehörige von Homosexuellen und Homosexuelle wollen sich ein Bild darüber machen, ob sie in ihrer Kirche noch angenommen und willkommen sind. Ich denke, sie haben ein Recht, ihre Gedanken einzubringen. Ich bezweifele, dass in Deutschland alle Freikirchen die Verpartnerung von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen anerkennen, homosexuelle Mitchristen in ihren Reihen, wie auch in der katholischen Kirche müssen meistens sexuell abstinent leben. In den evangelischen Landeskirchen werden Verpartnerungen anerkannt, hier ist teilweise auch die Segnung von homosexuellen Paaren möglich. Weltweit sieht das ganz anders aus. Hier führen leider auch geistige und geistliche Einstellung von fundamentalistisch-christlichen Kirchen weiterhin zu Diskriminierung und Verfolgung von homosexuell geprägten Menschen.
Wer sich mit den Lebenswirklichkeiten von Homosexuellen Menschen auseinandersetzen möchte, empfehle ich z.B. die Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung über „Homosexualität“.
Siehe Link
http://www.bpb.de/themen/1TFVML,0,0,Homosexualit%E4t.html
Was kaum einer zu sagen wagte: "Und sie bewegt sich doch!"
Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Michael Gerlach weiß aus Erfahrung um differenzierte Hilfestellung, und bietet diese - auch ohne religiösen background - an. Was kaum einer zu sagen wagte, das spricht er www.praxisgerlach.de aus:
>> Grundlage der therapeutischen Arbeit ist die Annahme, dass homosexuelles Erleben und Verhalten ein Lernprozess ist, also kein angeborenes Verhalten und deshalb verändert werden kann.
Die therapeutische Arbeit stützt sich u. a. auf die Annahme eines frühen Bindungsverlustes mit dem Vater, häufig hervorgerufen durch ein untypisches Temperament des Jungen. Dieser Bindungsverlust blockiert - sehr verkürzt ausgedrückt - den Kontakt zum Vater als Modell und verhindert darauf aufbauende heterosexuelle Lernprozesse
Ziel der therapeutischen Arbeit ist die Fähigkeit zu nichtsexueller Intimität mit Männern und zu sexueller und befriedigender Intimität mit Frauen. <<
ERGO => Was heute zu glauben verboten scheint, wird eines Tages laut und tabulos ausgesprochen werden: "Und sie bewegt sich doch!"
@terrester am 16. Februar 2011 - 20:37.
Schade nur, dass Sie seine Homepage nicht weiterlasen. Ein kurzes Zitat von http://www.praxisgerlach.de/psychotherapie/behandlungsauftrag_psychother..., und schon sind Sie entlarvt:
Ich teile nicht die biblisch-evangelikale Position, dass Homosexualität grundsätzlich sündhaftes Verhalten darstellt.
Ich halte konservative religiöse Positionen für falsch, homosexuellenfeindlich und schädlich, wenn sie Homosexualität per se als Sünde betrachten.
Homosexualität ist keine Störung oder Krankheit, sondern beinhaltet für einige Männer und Frauen die Möglichkeit ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Jeder Mensch muss das Recht haben gemäß seiner subjektiv erlebten sexuellen Orientierung zu leben. Dafür darf niemand stigmatisiert oder einem subtilen 'Veränderungsdruck ausgesetzt werden.
Ziele seiner Behandlung beschreibt er unter: http://www.praxisgerlach.de/psychotherapie/behandlungsschwerpunkte_psych... , Tenor: Es geht darum den Menschen zu helfen ihre sexuelle Neigung zu erkennen bzw. damit leben zu lernen. Dem Erkennen sollte dann das Ausleben folgen oder auch "nur" die Akzeptanz.
Ergo: Ihr Zitat, welches Sie nicht als solches kennzeichneten, bezieht sich darauf, dass ein junger Mann sexuell orientierungslos "irgendwas" auslebt, weil er in einem Sozialisationsprozess darauf kam bzw. es sich "abschaute", und sich dabei unwohl fühlt. Mitnichten ist gemeint, dass ein/e Homosexueller/ Homosexuelle seine/ ihre Neigung aufgeben sollte. Im Gegenteil: Ist sie als solche erkannt, soll sie auch offensiv so ausgelebt werden. Mehr noch: lebte(e) man bisher (unglücklich) heterosexuell, erkennt aber stabil seine homosexuelle Neigung, so soll sie an der heterosexuellen Neigung statt ausgelebt werden.
In meiner ev.-luth. Kirche ist Platz für Homosexuelle. Ich gönne ihnen von Herzen, wenn sie die Liebe zu Gott, von Gott und zwischenmenschlich von Gott gegeben erleben und leben. Dazu gilt: "... Was Gott zusammengefügt hat, das darf der Mensch nicht trennen..."(Mk 10,9). Und so wie Luther diesen Passus etwas freier als die Katholiken auslegte, so lege ich Mk 10,7 eben so aus, dass Jeusus zur dort versammelten Menschengruppe sprach, die keine gleichgeschlechtliche Ehen kannte, folglich die Homosexuellen nicht explizit erwähnte, weil es ihm nicht notwendig erschien-ist`s doch Gottes Wille, wenn sie da ist. Und sagt doch Jeus höchstselbst (Markus 10,6): "...Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härtigkeit willen hat er euch solches Gebot geschrieben;..."-eben, Menschen mit Herz und Verstand, erkennen Liebe als von Gott gegeben und Gott gewollt an. Die sexuelle Neigung spielt da keine Rolle.
Eine Frage sei gestattet: Was haben Sie eigentlich mit Ihrem Post bezweckt, Herr Irdisch?
Wer spricht hier denn seit Jahrtausenden Verbote aus?
"ERGO => Was heute zu glauben verboten scheint, wird eines Tages laut und tabulos ausgesprochen werden: "Und sie bewegt sich doch!""
Das schon eine etwas eigene Sicht der Dinge, angesichts der Tatsache, dass tabuisierte und verbotene Homosexualität im Iran seit 1979 ca. 4000 Menschen den Tod bzw. die Todesstrafe einbrachte und sie in den USA noch bis 2003 in vielen Staaten mit bis zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe bedroht wurde.
Es ist ja beruhigend, dass Psychologen heute nicht mehr mit Elektroschocks gegen gleichgeschlechtliche Liebe vorgehen, sondern Bisexuelle mit Gesprächstherapien ehefähig machen wollen. Was sicher gelingen kann, sofern die Patienten denn bisexuell sind. Die Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Liebe Liebe ist und - wenn sie denn liebevoll gelebt wird - auch Achtung verdient, kann man damit aber leider nicht aus der Welt schaffen. Das sollte man auch lieber unterlassen, wenn man sich nicht in eine Auslöschungs- und Vernichtungstradition stellen will, in der man als rechtschaffener Christenmensch eigentlich nichts zu suchen hat...
Ob man wie Herr Gerlach, der mit öffentlichen Bekenntnissen ja nicht zurückhaltend ist, die eigenen Probleme bei der Therapie seiner Patienten mitbewältigen kann, steht auf einem anderen Blatt. Pychologische Professionalität ist ein ebenso schwieriges Feld wie pastorale...
@kulturprotestant
Die Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Liebe Liebe ist und - wenn sie denn liebevoll gelebt wird - auch Achtung verdient, kann man damit aber leider nicht aus der Welt schaffen.
Das möchte Gerlach auch nicht, wie seiner Homepage zu entnehmen ist. Und aufrechte Christenmenschen wollen das auch nicht.
Ob man wie Herr Gerlach, der mit öffentlichen Bekenntnissen ja nicht zurückhaltend ist, die eigenen Probleme bei der Therapie seiner Patienten mitbewältigen kann, steht auf einem anderen Blatt.
Nein, kann man nicht. Das wissen Sie Schelm aber auch.
Pychologische Professionalität ist ein ebenso schwieriges Feld wie pastorale...
Exakt.
"Und sie bewegt sich doch!" "Doch wohin?"
Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Michael Gerlach schreibt auf seiner Homepage aber auch: „Ich halte konservative religiöse Positionen für falsch, homosexuellenfeindlich und schädlich, wenn sie Homosexualität per se als Sünde betrachten. Homosexualität ist keine Störung oder Krankheit, sondern beinhaltet für einige Männer und Frauen die Möglichkeit ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Jeder Mensch muss das Recht haben gemäß seiner subjektiv erlebten sexuellen Orientierung zu leben. Dafür darf niemand stigmatisiert oder einem subtilen 'Veränderungsdruck ausgesetzt werden.“
In einem Brief an die „Mission: Aufklärung“ schreibt er u.a.:
„Ich bin kein Schwulenheiler. Was sie an Informationen über mich aufgeführt haben ist stark vereinfacht und verzerrend. Ich bin Psychologe und niedergelassener psychologischer Psychotherapeut und arbeite nach den Psychotherapierichtlinien. Ich arbeite nicht mit schwulen, sondern mit ambisexuellen Männern, die ihre Sexualität als konflikthaft erleben. Ich habe nicht das geringste Interesse daran irgend jemanden umzupolen, schon gar nicht jemanden, der mit sich, hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung im Reinen ist, sei er nun homo-, bi- oder heterosexuell….“
In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag
(Drucksache 16/7917 vom 12.02.2008) schreibt die deutsche Bundesregierung: „Die Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist. Homosexualität wird seit über 20 Jahren von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler aus Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie nicht als psychische Erkrankung angesehen……..“
„….Die vor allem in den 60er und 70er Jahren häufig angebotenen so genannten
„Konversions“- oder „Reparations“-Therapien, die auf eine Änderung von
gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder der homosexuellen Orientierung
abzielten, werden heute in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt. Dies gründet sich auf die Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Untersuchungen, nach denen bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z. B. Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Suizidalität)auftraten und die versprochenen Aussichten auf „Heilung“ enttäuscht wurden.Für therapeutische Hilfen aus dem Bereich der so genannten affirmativen Therapien konnte dagegen ein Nutzen im Sinne einer geringeren Anfälligkeit bezüglich psychischer Erkrankungen nachgewiesen werden. Bei diesem Ansatz geht es um die unterstützende therapeutische Begleitung der Entwicklung der sexuellen Identität, die Integration der sexuellen Orientierung in das Selbstbild und die Stärkung des Selbstwertgefühls des Klienten.
Wenn so genannte Konversionstherapien durch Organisationen oder Gruppierungen angeboten und beworben werden, so können hier unterschiedliche, meist religiöse oder weltanschauliche Motive eine Rolle spielen, die sich einem empirisch-wissenschaftlichen Ansatz entziehen.“
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Infoseite des Bundesverbandes der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen „Wie entsteht Homosexualität?“:
http://www.befah.de/infos/wie_entsteht_homosexualitaet/index.html
http://www.praxisgerlach.de/psychotherapie/behandlungsauftrag_psychother...
http://www.mission-aufklaerung.de/umpolungsproblematik/homoheiler-in-deu...
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/080/1608022.pdf
@ Professor Ulrich Wilckens und Christoph Richter
Wenn ich Sie so lese, erinnere ich mich an Literatur aus meinem Geschichtsstudium. Und bedenken Sie, jeder der das Wort führt, ist verantwortlich dafür, wie sein Wort interpretiert und angewendet werden kann (vgl.: Paul Feyerabend: "Die Torheit der Philosophen").
Der Rest des Kommentars wurde gelöscht. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und konstruktiv. Verzichten Sie bitte auch auf historisch unangebrachte Vergleiche. Danke. Die Redaktion
Falsche Propheten in der Kirche
„Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, dass wir nichts anders suchen mehr.“ (EG 246,7)
„Es gibt keine biblischen Aussagen, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil!“ (Aus: EKD – Denkschrift „Mit Spannungen leben“, EKD-Texte Nr. 57, S. 21, Abschnitt 3). Mit dieser Aussage ist der Befund der Hl. Schrift zur Sache exakt festgestellt. Wer diesen eindeutigen Schriftbefund unter Berufung auf sein privates Schriftverständnis als „in der Sache nicht zutreffend“ beiseite schiebt, mutiert damit zum falschen Propheten. Und solange ein „Schriftverständnis“ weder durch kirchliche Bekenntnisse noch durch irgendwelchen gesamtkirchlichen Beschluss autorisiert ist, muss es als „privat“ gelten.
Des Weiteren gibt es keinerlei naturwissenschaftlich exakt geführten Nachweis darüber, dass homosexuelle Prägung „genetisch bedingt“ und darum als „pränatal gegeben“ zu bewerten sei. Wer also von einer „dritten Schöpfungsvariante“ neben Mann und Frau spricht, vertritt damit eine Position, die – streng wissenschaftlich gesehen – keinen ernst zu nehmenden Grund und Boden hat.
Kirchenleitende Persönlichkeiten und kirchenleitende Gremien, die also den o.g. exakten Schriftbefund zum Problem der Homosexualität in Anwendung ihres privaten Schriftverständnisses und damit in selbstherrlicher Arroganz kurzerhand wegwischen und dann auch noch ihrer „Überzeugung“ von einer „dritten Schöpfungsvariante“ Ausdruck geben, müssen es sich künftig gefallen lassen, dass sie von der bibellesenden Gemeindebasis unter Hinweis auf das Wort Jesu in Matth. 24, 11 als falsche Propheten bewertet werden.
Ich rede hier nicht einem Kirchenaustritt das Wort, sondern dem Widerstand innerhalb der Kirche. Damit haben wir in den evangelischen Kirchen in Deutschland spätestens seit 1933 Erfahrungen gemacht. Es wird höchste Zeit, dass sich solcher Widerstand baldmöglichst sammelt und formiert und „Ross und Reiter“ öffentlich und deutlich beim Namen nennt.
Christoph Richter, Pfarrer i.R., Oberreichenbach
24 Jahre synodales Mitglied der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 4 Jahre Mitglied der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR
@Christoph Richter, Mitglied der Kirchenleitung etc.........
Das hätten Sie aber lassen sollen, sich auch noch als Mitglied der Sächsischen Kirchenleitung zu outen. Gerade diese Kirche gehört unverkennbar zu diesem Thema auch mehr auf die Rücksitzbank und was vor einiger Zeit der Bischof zu einer Segnung zweier homosexueller Menschen geraten hat, ist ein Skandal, aber wenn Sie meinen, dass Sie mit Ihren Ämtern besondere Autorität erworben hätten, dann irren Sie gewaltig. Sicher lassen Sie sich auch exat mit "Herr Pfarrer in Ruhe" anreden, damit man die Anhäufung von Weisheit und Respektabilität auch wahrnimmt. Wenn solche Blickweisen in kirchenleitender Funktion gefragt waren, dann wundert mich für die sächsische Landeskirche gar nichts mehr. Es ist einfach traurig und peinlich, zur Sache selber muß ich nichts ergänzen, da steht schon genug.
Punkt
Den Kommentar von Gast am 16. Februar 2011 - 20:57 empfinde ich als aboslut respektlos und unangebracht, abgesehen davon, dass er zum Thema nicht das Geringste beisteuert.
Schimpfkanonaden gegen Kirchenleitungen oder deren Mitglieder, diese als rückständig usw zu beschimpfen, weil sie Gottes Wort treu bleiben, ist mehr als fragwürdig und unpassend. Punkt.
@ Gast am 16. Februar 2011 - 20:57
Na ja, Sie bleiben ja eben nicht bibeltreu.
Die Stellungnahmen von kulturprotestant erklären Ihnen das warum recht kompetent (einfach ein wenig scrollen):
Paulus ist nicht Jesus
Verfasst von Gast u. Kulturprotestant am 11. Februar 2011 - 10:43.
und
Solus Christus, nicht Solus Paulus...
Verfasst von Gast u. Kulturprotestant am 15. Februar 2011 - 20:20.
Dazu ist Herr "immer einfach Gemeindemitglied unter Gleichen gewesener und seiender" Christoph Reiche in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich. Darum darf man sich über gleichgeartete Gegenrede nicht wundern. Punkt.
@Christoph Richter, Pfarrer i.R., Oberreichenbach
Sie schreiben: „Es gibt keine biblischen Aussagen, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil!“ (Aus: EKD – Denkschrift „Mit Spannungen leben“, EKD-Texte Nr. 57, S. 21, Abschnitt 3). Mit dieser Aussage ist der Befund der Hl. Schrift zur Sache exakt festgestellt. "
Ich antworte: Selbstverständlich gibt es das, selbstverständlich weiß auch hier die Bibel Rat und hat Antworten! Für Sie mag Liebe nur aus Eros bestehen, so geht es aus Ihrem Text hervor (BTW: Ihre Phantasien bezüglich Homosexueller sind unagebracht und Ihre ganz persönlichen, also bitte nicht verallgemeinern nach dem Motto: ja, ja das ist schon so).
Das ist nun schon ein erster Kardinalsfehler. Denn auch Agape ist`s worauf die Bibel Liebe determiniert.
Und damit zu Jesus Christus: Er brachte das Gebot der Liebe. Er stellte es sogar voran. Sie sollten das bitte in der Bibel nachlesen. Oder auch in der Enzyclika des Papstes: "Deus caritas est".
Liebe, und das auch in der Verbindung von Eros und Agape, ist also so etwas reines und schönes: Es kann nur von Gott höchstselbst kommen, zumindest aber nie gegen ihn stehen. Alles andere ist wider dem Bibelwort, alles andere ist wider Jesus Christus.
Nur weil Sie es sich nicht vorstellen wollen oder können und ein bischen Theologie studierten, heißt das nicht, dass Gott Homosexuellen keine Liebe schenkt. Unstrittig auch für Sie dürfte dabei sein, dass er Ihnen die Liebe zu Ihm und von Ihm gibt. Dass er ihnen auch zwischenmenschliche Liebe schenkt, eben weil Er es kann und will, das müssen Sie jetzt noch lernen. Das geht ganz einfach, in dem Sie auf Homosexuelle zugehen. So habe ich das in den 80ern auch gelernt, als sich eine homosexuelle Pfarrerin vorstellte, die in unserer Gemeinde Aufnahme erbat.
Ich fordere Sie auf aufzuhören Gott zu lästern, in dem Sie Homosexuellen ihre von Ihm gegeben Rechte und Pflichten als Christenmenschen absprechen. Nur weil Sie Gott nicht en detail verstehen, heißt das nicht, dass Er irrt oder, dass Sie Ihn auslegen dürfen, wie es Ihnen gerade Recht ist. Außerdem hat Jesus dazu alles geklärt, in dem er lebte und für uns am Kreuze starb.
Heute Abend werde ich für Sie und Ihresgleichen beten, dass Er Ihnen helfen möge.
Grüße,
Herbert Preumer
P.S.: Sie schreiben: "Ich rede hier nicht einem Kirchenaustritt das Wort, sondern dem Widerstand innerhalb der Kirche."
Ich antworte: Auszutreten, dafür gibt es für mich keinen Grund, Leute wie Sie sind i.R. inzwischen.
Sie schreiben: "Damit haben wir in den evangelischen Kirchen in Deutschland spätestens seit 1933 Erfahrungen gemacht."
Ich antworte: Was wissen Sie denn von 33? Was wissen Sie davon, wie wir damals Juden, Homosexuelle und Sinti/ Roma gesehen haben, die in einer gottlosen Welt verschleppt, mißbraucht und getötet wurden und ALLE, außer wenige Protestanten, dabei zusahen, ja dem Teufel das Wort gereichten? Wissen Sie, wie danach alle schweigsam nach unten blickten, als es thematisiert wurde-viel zu spät thematisiert wurde? Wissen Sie, wie in den ersten fetten Jahren der End50er und 60er anstatt mit Demut vor Gott und dem eigenen Versagen zu büßen, sich wieder der Wortgewalt gegen neuerliche erklärte Minderheiten hingegeben wurde?
Gar nichts wissen Sie! Darum: Wenn Sie irgendeine Basis mobilisieren und den Mob gen Homosexuelle in unserer Kirche treiben wollen, werde ich Sie und Ihresgleichen mit dem Kreuz in der Rechten und der Bibel in der Linken in Empfang nehmen.
Seien Sie sich gewiss: Gott ist groß, und Sie machen ihn nicht kleiner. Bischof Tutu hat Recht, wenn er sagt: "[...] Wir sind im Netzwerk der wechselseitigen Abhängigkeit gefangen. Wir können nur gemeinsam frei sein. Wir können nur gemeinsam sicher sein. Wir können nur gemeinsam wohlhabend sein. Wir können nur gemeinsam menschlich sein.[...]" Darum abschließend die Frage: Sind Sie dabei, wenn wir Christenmenschen sind, oder nicht?
Naturwissenschaft und Geschichte als Maßstäbe...
... setzen Sie hier selbst an. Deshalb müssen Sie sich an diesen Maßstäben auch messen lassen. Vergleiche mit der Zeit nach 1933 sind in Bezug auf Homosexualität moralisch höchst problematisch. Siehe u. a.: 'Günter Grau - Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945 - Institutionen - Kompetenzen - Betätigungsfelder. Berlin 2011.'
Können Sie sich vorstellen, was ein Mensch wie der wg. Par. 175 inhaftierte Tscheche Rudolf Brazda, einer der letzten Überlebenden der Todeslager, angesichts solcher eigenartigen Vergleiche empfindet?
Zur naturwissenschaftlichen Faktenlage kann man auf die international breit rezipierte Studie von Bruce Bagemihl verweisen: Biological Exuberance. New York 1999. Es gibt zudem viele Einzelstudien, die Homosexualität als weit verbreitetes Schöpfungsphänomen nachweisen. Inwieweit das theologisch relevant ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt...
@kulturprotestant
Ich danke Ihnen sehr für Ihren sehr durchdachten und sachlichen Post. Ich empfinde ihn als sehr gut!
Leider lassen Sie sich zur Frage, inwiefern die naturwissenschaftlichen Studien bzw. die dferzeitige Lehrmeinung relevant für die Theologie relevant sei. Das ist deshalb schade, weil ich denke, dass Sie wirklich substanzielles beizutragen hätten. Vielleicht darf ich vorlegen und Sie ziehen mit einem Kommentar nach? Ich würde mich freuen!
Also dann, ich lege vor:
Selbst der Papst erkennt Homosexuelle als von Gott gewollte Schöpfung an (Dies tat er schon als Kardinal Ratzinger umfänglich.), wenngleich er keine "Rechte", das Sakrament der Ehe zu empfangen, daraus ableitet. Mehr noch legt er sich fest, Homosexualität rühre von einem Gendefekt her, was Lehrmeinung ist, wenngleich das Wort "Defekt" hier und auch in der Lehrmeinung streng biologisch gemeint ist und nicht philosophisch bewertet sei.
Dies ist deshalb wichtig, weil er damit der "Umerziehungslehre", wie sie immer noch weit verbreitet ist, klar wider das Wort führt.
Ich sehe die naturwissenschaftliche Erkenntnis in der Praxis als wichtig an. In der theoretischen Exegese nicht. Deshalb nicht, weil es egal ist. Zwei sich liebende Menschen lästern Gott nicht, im Gegenteil.
Zu: „Bibel verbalinspiriert - aber so, wie wir sie haben....."
Herzlichen Dank für Ihren sehr guten Artikel vom 14.02.2011. Er steht zwar am Ende der Kommentarreihe, ist aber auf jeden Fall lesenswert. Die Diskussion um die Artikel von Professor Dr. Ebach und Professor Dr. Wilckens erinnern mich an den Film „Prayers for Bobby“, ein Film nach einer wahren Begebenheit. Eine streng religiöse Mutter ist der festen Überzeugung, dass die Homosexualität ihres Sohnes „Sünde“ und heilbar ist. Der Sohn merkt, dass er sich trotz vieler Therapieversuche nicht ändern kann, wird depressiv und nimmt sich das Leben. Leider ist es zu spät, als die Mutter entdeckt, dass es „unterschiedliche Bibelauslegungen“ gibt. Wenn man Homosexualität als Sünde bezeichnet und gleichgeschlechtlich orientierte Menschen, die in einer Partnerschaft leben als „Sünder“ verurteilt, sollte man bedenken, welchen Einfluss Bibelauslegungen auf Schicksale von Menschen haben können.
Sola Willkür?
Selbstverständlich hat die Diskussion neben der exegetischen eine zutiefst seelsorgerliche Dimension. Das entbindet mich als Theologe aber nicht von der Pflicht, sauber zu exegesieren.
In dem Kommentar, auf den sie sich beziehen, werden die Grundsätze des sola scriptura und solus christus ersetzt durch eine allein der eigenen Wahrnehmung und dem subjektiven Werturteil verpflichteten Auslegung.
Kann ich tun, aber das ist eine bewußte Abkehr von den Grundlagen der reformatorischen Kirche und der der Väter von Barmen.
Niemand hindert mich, eine eigene Religion auf dieser Grundlage zu erfinden. Hat aber mit evangelischer Kirche nichts mehr zu tun. Die Frage, wie weit Exegeten im 21. Jahrhundert den Weg für eine neue Religion vorbereiten, wäre im Reformationsjubiläumsjahr durchaus spannend.
Solus Christus, nicht Solus Paulus...
... wenn es nach Paulus ginge, wären die Juden aller Menschen Feind, ja Gottesmörder und das Weib müsste in der Gemeinde schweigen. Wer mithin das jesuanische Liebesgebot durch die paulinische Missionsrhetorik relativiert, läuft Gefahr, den Wesenskern des Christentums zu verkennen...
Genau, das Wort Jesu gilt allen: nämlich, dass wir alle
Buße tun und uns bekehren von unseren Wegen und in Gottes Geboten wandeln.
Das ist nicht nur nötig sondern auch möglich! So sagt es auch der Apostel Paulus, Epheser 5, dass die Lebenshaltung von Christen sich unterscheidet von den eignen abzulegenden Lebenskonzepten:
5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.
6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.
7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.
8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts;
9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist,
11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
Dazu helfe uns unser himmlischer Vater!
jt
Zu Eph 5
Die Argumentation mithilfe von Eph 5,5ff. halte ich für problematisch, denn Unzüchtiger, Unreiner und Habsüchtiger definieren zunächst selbst einmal anteilig, was einen Götzendiener ausmacht.
Was der Begriff Unzüchtiger, Unreiner und Habsüchtiger selbst meint, erschließt sich im Kontext nicht von selbst, auch wenn Terrester anscheinend meint - so wie die weiteren Posts schließen lassen -, es sei hier sicherlich von Homosexualität die Rede. Wenn man mit Stichwortexegese arbeiten möchte, dann lässt sich für [Unreiner] auch einsetzen [Mann, der mit Frau in Periode schläft], [Mensch, der mit Totem in Berührung kommt], [wer Hasen ißt]... hoffentlich zählt 'Falscher Hase' nicht auch dazu.
Es ist doch viel spannender, dass diese 3 Begriffe auch schon in Eph 4,19 fallen und damit einen großen Rahmen spannen um Eph 4,25-5,2, ein Abschnitt, der in einem Gesamtzusammenhang von 4,17-6,9 steht und das Leben der Christen vor der Negativfolie der Heiden schildert.
Eph 4,25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; laßt die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Laßt kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Eph 5,1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder 2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
Die dreifache Reihung "Unzüchtiger, Unreiner und Habsüchtiger" bekommt ihren Sinngehalt wesentlich dadurch, dass sie ein nicht näher bestimmtes Gegenbild zu dem konstatiert, was der Verfasser den Christen ausführlich schreibt, wie sie in der Gemeinde leben sollen.
Recht viel mehr würde ich einer Exegese nicht zutrauen tragfähig herauszuholen. Allenfalls wäre es m.E. noch bemerkenswert, dass besonders im 4. Teil des oben definierten Großabschnitts, das wäre dann Eph 5,15-6,9, das Leben bzw. die Beziehungen innerhalb der Familia (also der gesamte Hausstand samt Sklaven) der Christen ausführlich geschildert wird. Dann könnte man "unzüchtig, unrein und habsüchtig" noch als Gegenbild zur wechselseitigen (!) ehelichen, eltern-kindlichen, hausherrlichen-angestellten Treue und Fürsorge füllen. D.h. unzüchtig, unrein und habgierig ist, wer ehebrüchig ist, im Zorn und Widerwillen gegen Familienangehörige tätig ist und diesen Wohlergehen (seelisch, körperlich, versorgungstechnisch) vorenthält.
Da ich als evangelischer Christ dem Wort verpflichtet bin, nach Maßgabe der Offenbarung des Evangeliums in Christo, hoffe ich dargelegt zu haben, dass Eph 5 keinesfalls in die Richtung weist, wie der Beitrag von terrester gerne reklamieren würde.
religöse Grundlagen
Weder Moses noch andere Patriarchen der Bibel waren reale Menschen, sondern Märchenfiguren wie etwa Hänsel und Gretel
Pharao Ramses IV nennt die Seevölker Shardana der phönizischen Küste, Herodotus (484 – 425 v.C.) nennt sie Barbaren und berichtet über Phönizier und Sardonier (Sardinien). Die Hapiru (Apiru) werden in >100 Texten in der Zeit bis 1200 v.C. aus Sumer, Ägyptern, Akkadien, Hattus, Mitanni und Ugarit erwähnt. Das Akkadische Wort Habattu für Hapiru meint „Straßenräuber“ oder „Wegelagerer“. Die Räuber haben nichts selber geschrieben, ihre Raubzüge werden in Phönizien (Fenkeu) aus Sumur, Batrun, Byblos, Upe/Damascus und südlich bis nach Jerusalem beklagt. Für ein historisch reales Volk der Hebräer etwa erwähnt auf der Merentaph-Stele um 1208 v.C., das nicht mit den Hapiru identisch ist, gibt es in den historischen Texten keinen Platz. Die Hapiru sind als Hyksos-Nachfolger ein wilder Haufen von Seeräubern unter den Ethnien in Palästina als Teil von Ägypten.
Im Amarna Archiv befinden sich 6 Hilfsgesuche von König Biridiya, der um 1350 v.C. als Vasallenkönig von Megiddo die Bedrohung durch die Shechem unter dem Hapiru Labayu beklagt. Die Texte geben Hinweise auf die Königreiche Mitanni unter König Tushratta, auf Babylon, Assyrien und das Hethiterreich unter König Schuppiluliuma I, die Kriege um die Vorherrschaft über Palästina führen. Mehr als 60 Hilfsgesuche des Rib-Addi aus Byblos liegen vor, alle waren vergeblich. Ein Staat, der 180.000 Mann einsetzt die Hyksos zu vertreiben, soll unfähig sein seine Nordgrenze gegen Ziegenhirten schützen - absurd.
In den Amarna Texten beklagen ägyptische Vasallenkönige wie Biridija von Megiddo, Abdi Heba von Jerusalem; Tagi, Milkili, Lapahi und Addudani von Gezer die laufenden Überfälle der Hapiru und Prinz Pabi von Lachish schickt sogar einen Boten. Pharao Amenophis II (1425-1397 v.C.) erwähnt beim Retjena Feldzug die Schasu-Beduinen aus Edom, das Wort meint „Plünderer“. Palästina besteht nur aus Stadtstaaten, die Häuser und Siedlungen haben Grundrisse typisch für Ägypten. Jerusalem bewohnt von <250 Akkadisch sprechender Bevölkerung wird von den Hapiru und Schasu laufend geplündert, sie leben nicht dort, haben dort weder Könige noch Tempel. Hapiru ist keine Ethnie, es bedeutet „Räuberbande“ welche nach 1000 v.C. die Schrift, Sprache und Götzen der Phönizier kopieren und so eine erste Identität schaffen. Die bewiesenen Existenz vieler Königreiche in den größeren Orten Palästinas als Teil von Ägypten widerlegt ein jüdisches Reich. Israeliten=Hapiru bedeutet die biblischen Patriarchen wie Moses, Isaak, David, Salomon, Abraham usw. haben nie existiert, es sind Machtphantasien kranker Gehirne.
Sich trotz historischer Fakten seit Jahrzehenten auf längs widerlegte Fakten der Geschichte zu berufen, das ist wie ein Ertrinkender der sich an einen schwimmdender Anker klammert. Er weiß er ist jeden Moment tot, aber den will er noch ausgiebig genießen
Sind Sie Ägyptologe? Lori?
Sind Sie Ägyptologe? Lori?
Nun, wir stehen unmittelbar
Nun, wir stehen unmittelbar vor der Fastenzeit.
Die orthodoxe Kirche begeht das mit dem Sonntag des Pharisäers und des Zöllners.
Wir haben den Sohn Gottes, unsern HERRN Jesus Christus mit unsern Sünden ans Kreuz gebracht. Der himmlische Vater hat seinen eingeborenen Sohn für uns dahingegeben.
Jesus ist für uns ans Kreuz gegangen, ER, dessen Verklärung wir als evangelische Christen heute feiern.
Mose, Elias und Jesus sprechen auf dem heiligen Berge miteinander. Gesetz und Propheten werden heute versöhnt. Jesus wird verklärt, sein Angesicht leuchtet wie die Sonne und seine Kleider werden weiß.
Die Jünger aber, die des Ereignisses gewürdigt werden, erschrecken.
Sie erschrecken ob der Liebe des himmlischen Vaters, die uns der Sohn sichtbar gemacht hat.
Mag sein, daß Ihr uns erklärt, daß diese Liebe ein Märchen ist wie Hänsel und Gretel. Mag sein, daß diese Liebe im Geschwätz der Häretiker und Häretikerinnen schon überdröhnt wird. Aber sie ist da.
Wir haben das wahre Licht gesehen, so singen und bekennen wir im Gottesdienst. Wir haben es gesehen, gefühlt und geschmeckt und verstanden.
Mag sein, daß Ihr Euch auf Papier oder elektronische Texte zurückzieht. Aber Schwimmen kann man nicht an Trockenschwimmgeräten lernen, da müssen wir schon ins Wasser hinein und am Leben der einen, heiligen, christlichen und apostolischen Kirche teilnehmen.
Sie ist der irdische Leib unsres HERRN Jesus Christus.
Denn Christus lebt. ER ist kein Märchen und kein Hirngespinst, auch wenn Ihr uns das weismachen wollt.
ER sagt: Kehrt um und tut Buße, denn das Himmelrech ist nahe herbeigekommen.
Mag sein, daß wir vergessen haben, worum es eigentlich geht.
Aber wir verehren nicht einen papierenen Papst und Geschwätz ist nicht unsere Sache.
Der dreieinige Gott, der allmächtige und barmherzige erbarme sich unser!
Bibel und Homosexualität
Nun - wenn man diese schwierige Frage, sowohl theologisch als auch seelsorgerlich, so abhandelt wie es eine ganze Reihe von Kommentatoren tut, dann gute(?) NAcht!
Da wird im Indikativ allerlei modisches und selbstgefälliges Geschwatze herausposaunt, anstatt die grundsätzliche und hermeneutische Herausforderung anzunehmen: was Bischof em. Wilckens ausführt, in Bausch und Bogen als überholt zu diffamieren, ist ja auch die leichteste der Übungen und enthebt einen damit einer sachbezogenen, inhaltlichen Auseinandersetzung.
Das ändert aber nichts: Im Gegensatz zu den forschen Befürwortern/-innen einer gleich-gültigen postmodernen Haltung gegenüber der ´Homosexualität´ hat Wilckens hier eine gewichtige Stellungnahme vorgelegt, und da hätte ich von seinen Antipoden gern mehr erfahren als das leichtfertige (Vor)Urteil, hier sei jemand unterwegs, der eben hoffnungslos veraltet argumentiere,- weil er nicht das nachplappert, was der mainstream derzeit vorgibt! Offensichtlich kommt es heute (zu)vielen darauf an, Beifall zu erheischen - und das in einer Kirche, die sich auf Luther beruft und bei genügend Anlässen davon spricht, dass man "Sand" im Getriebe der Welt sein solle...
Es will mir scheinen, als gebe es mächtige neue Tabus - und Bischof Wilckens hat eins davon verletzt!
"Es will mir scheinen, als
"Es will mir scheinen, als gebe es mächtige neue Tabus - und Bischof Wilckens hat eins davon verletzt!"
Tabus sind immer schlecht...
Falls es ein neues Tabu sein sollte, Menschen in ihrer Liebe herabzuwürdigen, die - v.a. aus religiösen Gründen - jahrtausendelanger, oft blutiger Verfolgung ausgesetzt waren, dann gibt es schlimmere Tabus..
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Homosexualität, Ehebruch, wörtliches Bibel und Gottesverständnis
Professor Wilckens, nein Danke!
Die Bibel ist kein Wort Gottes, sondern ein Werk darüber, wie Leute vor ca. 2700- 1700 Jahren über Gott gedacht haben, welche Vorstellungen von Gott sie hatten. Niemals hat ein menschliches Wesen direkt Gottes Stimme gehört. Punkt, Aus, Schluß. (Noch nicht einmal Bush, als er in den Irakkrieg spaziert ist).
Leider ist die Bibel nie fortgeschrieben worden mit weiteren Gotteserfahrungen aus späteren und anderen Zeiten. Dies ist Stillstand der Theologie seit 1700 Jahren.
Ich habe auch noch nie einen Theologen gelesen, der einerseits wörtliche zu lesende, verstehende, bis heute gültige Stellen der Bibel zitiert und anderseits dies nicht äußerst selektiv tut.
Dem Bild nach schert sich Wilckens den Bart, trotz anders lautendem biblischen Gebot. Das übrigens an keiner anderen Stelle der Bibel je aufgehoben wurde. Hier könnte er durch einfaches persönliches handeln seine Bibeltreue direkt offenbaren, was er aber offensichtlich nicht tut.
Und alle Christen heiligen den Sonntag, nicht den Sabat, wie es wohl mehr als eindeutig den hebräischen Texten der Bibel, den 10 Geboten, zu entnehmen ist. Hier haben Christen nicht die Aussagen eines Propheten oder Apostels verdreht, sondern direkt eines von Gottes Geboten - und sich den Sonnentag des Gottes Sol der Römer zu eigen gemacht.
Wer so direkt gegen die Gebote Gottes verstösst, sollte bei kleineren "Vergehen" wie Homosexualität oder ausserehelichem Sex, der nun wirklich niemand und kein Gemeindeleben beeinträchtigt, schweigen.
Meine Buchempfehlung an den Herrn Professor: Jesus im Zerrspiegel, Prof. Bart Ehrmann, Fachmann für Neues Testament, oder John Shelby Spong, Die Sünden der heiligen Schrift.
Grüßle
Der Bart des Bischofs als hermeneutischer Schlüssel
Sehr geehrter Diskussionsteilnehmer Klauswerner!
Hinsichtlich Ihrer Kritik betr. den Bart von S.E. Herrn Bischof Wilckens möchte ich wie folgt Stellung nehmen:
Tatsächlich steht u.a. im Heiligkeitsgesetz Lev. 19, 27 u.a. das Gebot, daß wir uns nicht den Bart stutzen sollen.
Ich halte mich aus diesem Grunde daran.
Aber es gibt andere Gebote, die ich - unbewusst oder bewusst nicht halte. Die Sache mit dem Bart ist mir auch nur spät aufgegangen. Und tatsächlich ist es mit den Geboten und Ordnungen Gottes wie mit einer Gebirgswiese:
die Blumen darauf gehen zu jeweils ihrer Zeit auf und blühen, und trotzdem sind sie stets vorhanden.
Nur wir Menschen können ihre Schönheit nicht zu jeder Zeit begreifen. Manchmal meinen wir sogar, nur einen Dornbusch zu sehen, der stachelt und sticht und wir erkennen nicht die brennende und nicht auszulöschende Liebe Gottes darin.
Und doch ist es so und soll es so sein, daß die vielen bewussten und unbewussten Übertretungen und Gesetzesverletzungen uns zu der unerfindlichen Gnade Gottes treiben wollen, und es ist uns gesagt, daß wir mit dieser Gnade nicht Spott treiben dürfen. Meine Erfahrung ist, daß wir mit allen unsren Sorgen und Problemen im Gebet und auf den Knien zu unserm HERRN Jesus Christus kommen dürfen und dass ER uns hilft. Nur sollen wir uns da nicht allzu sicher sein, sondern vielmehr die Demut bewahren. Das ist jedenfalls der Sinn der Unterscheidung von Sicherheit und Glaubensgewißheit (securitas und certitudo) bei Luther.
Deshalb wird es auch S.E. Bischof Wilckens kaum einfallen, das Gebot mit dem Bart oder gar wichtigeres aus dem Gesetz aufheben zu wollen. Der Punkt ist, daß wir Sünder sind und deshalb auf die Gnade und Barmherzigkeit unsres HERRN angewiesen sind und bleiben. Und zugleich ist unbedingt festzuhalten, dass das neue Leben in Christus, von dem Paulus und die anderen heiligen Apostel berichten, keine leere Floskel, sondern die Erfahrung ist, aus der das Leben der einen, heiligen, christlichen und apostolischen Kirche kommt. Allein dieser Kirche ist das Amt der Versöhnung anvertraut.
DANKE
Danke, Herr Wilckens, für das klare biblische Wort. Der auferstandene Herr segne Sie!
Lassen wir Christen uns von der Bibel noch etwas sagen?
Der Beitrag von Prof. Wilkens ist die theologisch sauberste Argumentation, die ich seit Wochen zu dem Thema gelesen haben. Denn leider ist diese Auseinandersetzung derart emotional aufgeladen, dass biblisch-theologische Argumente kaum in Ruhe gehört werden. Beide Seiten(!) ventilieren häufig nur noch ihre bereits vorgefassten und festgefahrenen Meinungen.
Ich selbst bin völlig ohne Vorurteile in die Beschäftigung mit der Materie hineingegangen. Mir liegt nicht, aber auch gar nichts daran, homosexuelle Menschen zu beleidigen, auszugrenzen oder gar zu hassen. Im Gegenteil: Ich kenne ausgesprochen liebenswerte Schwule und Lesben. Es waren bei mir also bestimmt keine Vorurteile, die mich haben erkennen lassen, dass Homosexualität jedenfalls nicht der guten Schöpfungsordnung Gottes entspricht und also ein Symptom unserer gefallenen, sündigen Existenz in dieser Welt ist.
Ich selbst habe mir das bestimmt nicht ausgedacht. Von mir aus habe ich absolut nichts gegen Homosexualität einzuwenden. Und ich habe an dieser Meinung auch kein ideologisches (Vor-)Interesse gehabt. Aber die Bibel hat mich überzeugt.
Gerade als Theologen sind wir aufgefordert, uns selbst und unsere Meinung von Gottes Wort korrigieren zu lassen. Auch wenn es manchmal gegen den Zeitgeist und darum unbequem ist. Wo sind noch solche Theologen, die bereit sind, Gottes Wort über ihre eigene, vorgefertigte Meinung zu stellen? Wer lässt sich von der Bibel noch korrigieren?
Ich bin jedenfalls Prof. Wilkens dafür dankbar, dass er so gründlich exegetisch arbeitet und dem biblischen Text mit Respekt, statt mit allwissender Überheblichkeit gegenübertritt.
nicht "noch", sondern "schon"
Sehr geehrter Diskussionsteilnehmer Ostsachse!
Sie haben Recht: Das "noch" ist wohl tatsächlich die falsche Perspektive. Es ist vielmehr erfreulich, daß sich moderne Exegeten wie S.E. Herr Altbischof Wilckens der Wahrheit des Wortes Gottes zugewandt haben. Angebrachter wäre also die Verwendung des Wörtchens "schon" gewesen.
Das ist nun aber auch wieder nicht ganz das Richtige.
Luther und Melanchthon z.B. betrachteten die Kirchenväter als Wegweiser zu Christus. Darüber hinaus lehrte man uns auf der Hochschule, daß eine Exegese ohne Beachtung der Tradition wie eine Suppe ohne Salz sei.
Unser HERR Jesus Christus sagt in der Bergpredigt:
"Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten."
Ebenso wenig dürfen in unserem Zusammenhang die folgenden Sätze übergangen werden, vom Licht und der Stadt auf dem Berge und von Jesu Stellung zum Gesetz, usw. Aber ich nehme an, daß Ihnen diese Sätze wohl bekannt sind. In jedem Fall verdienen sie es, gründlich meditiert und zu Herzen genommen zu werden. Die Bergpredigt und insbesondere die Seligpreisungen sind es wert, im evangelischen Gottesdienst nicht nur am Reformationssonntag zu Gehör gebracht zu werden. Denn Armut im Geiste, Sanftmut, Leidensfähigkeit, Friedfertigkeit usw. sind ja die Dinge, die wir vor allem einüben müssen und wollen, wenn wir unserm HERRN treu bleiben wollen.
Und noch etwas: Mein Eindruck betr. Ihren Beitrag vom 12. Februar 2011 - 14:17 bezüglich der Äußerung des "jungen Theologen" ist der, dass Sie unseren jungen Kollegen ziemlich zurecht stutzen wollen. Ich lese in meiner Bibel, daß wir die "Jungen" nicht verachten sollen. Wir müssen es aushalten, daß sie auch einmal eine andere Meinung als wir selber haben. In diesem Fall kommt noch hinzu, daß sich dieser "junge Theologe" über die Arbeit eines "alten" und erfahrenen Theologen freut. Und wir sollten auch zur Kenntnis nehmen, daß "alt" und "jung" bisweilen sehr relative Begriffe sind.
Sie, sehr geehrter Diskussionsteilnehmer Ostsachse, haben allerdings damit Recht, und das ist gut biblisch, daß wir gerufen sind, die Diener am Wort zu ehren und für sie zu beten, weil sie mit für das Heil der ihnen anvertrauten Seelen verantwortlich sind.
Schöne Grüße
Ein anderer Christ, der an der Diskussion teilnimmt
;-) Danke.
Einfach wunderbar! Toll formuliert!
Hallo! Ich finde Ihren
Hallo!
Ich finde Ihren Beitrag sehr gut und ausgewogen: Ich lese keinen Haß und keine subtil versteckten Angriffe, aber dennoch ein klares Wort.
Ich werde da wirklich nicht müde, vielleicht ein wenig naiv zu behaupten, daß viele Diskussionen unter uns Christen weitaus geschwisterlicher verlaufen würden, säßen wir von Gesicht zu Gesicht bei einem "Kaffee" voreinander.
Im Internet ist man in Foren und Kommentarmöglichkeiten zu diversen Artikeln darauf angewiesen, das, was man glaubt und wovon man überzeugt ist, komprimiert wiederzugeben, wenn man keinen "Roman", den dann sowieso niemand ganz lesen will, schreiben möchte. Insofern beschneidet man oft viele, wichtige Dinge, bei denen man sich in einem persönlichen Gespräch Zeit nehmen und vor allem "Freiheit" lassen darf. Freiheit deswegen: Wie schnell ist ein Wort geschrieben, das bei vielen Nutzern falsch ankommt, eben weil es nur geschrieben ist. Es fehlt der Klang der Stimme, der Ausdruck des Körpers, des Gesichts. Sprache ist nichts Beliebiges, denn mit jedem (wichtigen) Wort werden regelrecht viele Vorstellungs- und Bedeutungsäste verbunden, so daß ein einfaches Wort, das man nicht noch einmal überdenken kann, sollte man es fälschlich gebraucht haben, mißverstanden wird. Ein Wort gibt das andere - am Ende ist man dann mitten drin im "Tohuwabohu" von Mißverständnis und daraus folgender Feindseligkeit ...
Es wäre, glaube ich, gar nicht so schlecht, wenn wir uns einfach mal wieder ein wenig Zeit nehmen würden für unsere Begegnungen, die sich in der heutigen Zeit eben auch teilweise ins Internet, wo alles so rasend schnell ist, verlagern. Früher hat man (mitunter über Tage) einen Brief geschrieben, mußte dann eventuell noch zur Post, um Briefmarken zu kaufen, um ihn abschicken zu können. Es dauerte einige Zeit, bis der Brief den Empfänger erreicht hat, und es war doch "damals" sehr unwahrscheinlich, das gleich am nächsten Tag eine Antwort erfolgte, nein, es dauerte vielleicht zwei, drei Tage oder ein, zwei Wochen. Man konnte sich Zeit nehmen für seine Worte.
Beiträge wie diesen schreibe ich auch mitunter eine ganze halbe Stunde, weil ich dabei nachdenke, mal nach draußen gehe, am Kaffee nippe und "eine rauche". Manches sollte man einfach nicht im Fünf-Minuten-Takt schreiben, finde ich jedenfalls ...
Zum Thema: Nicht jeder bibeltreue Christ ist hartherzig und unbarmherzig. Die Messlatte, die heterosexuelle Christen bei homosexuellen Christen anlegen, legen sie, das will ich mal behaupten, sehr wohl auch bei sich selbst an; sie machen es sich nicht so einfach in dem Sinne, daß sie sich bequem zurücklehnen und in Selbstgefälligkeit über andere, in deren Lage sie sich so oder so nie befinden werden, knallhart urteilen.
Und da wäre ich dann bei einem Gedanken: Man liest in der Bibel so oft von Erbauungen, Ermunterungen und Ermutigungen. Das ist aber doch nicht dafür gedacht, sich all das nur dann geistlich zuzuführen, wenn man mal krank oder in einer schweren Lage ist, wo man ansonsten Gott so "macht", wie man ihn haben will, sondern gilt grundsätzlich für das ganze Leben, das man an Gottes Wort meiner Meinung nach ausrichten sollte. Und eben weil vieles so schwer und eben kein "Ich gehe mit dem lieben Gott mal spazieren" ist, werden wir mit den Dingen, die uns unbequem sind und schwerfallen, eben nicht alleine gelassen - das ist ein Gott, der liebt, und kein Gott, der alles "liebtüddelig" durchgehen läßt ... Aber wer will schon mit Gott einen "unbequemen" Weg gehen und darum wissen, daß der Weg unbequem ist, weil Gottes Wort kein Spaziergang bei all unseren Widrigkeiten und Unzulänglichkeiten ist, wenn man ihn sich doch zum "netten und lieben Greis" machen kann, auf dessen Ermahnungen und Gebote man verzichtet, aber dessen Erbauungen und Ermutigungen man gerne annimmt?
Achtung: Ich weiß, daß es nicht so einfach und plump ist, wie ich es geschrieben habe. Ich möchte niemanden verletzen, sondern sehr überspitzt meine Eindrücke dazu schreiben, damit wir alle mal über unseren Tellerrand blicken.
Natürlich weiß ich auch, daß es bibeltreue Christen gibt, die Gottes Wort nur vorschieben, um ihren eigenen Ekel vor und ihren eigenen Haß auf Homosexuelle zu verstecken - das muß mich aber nicht mehr verzweifeln lassen, denn der Vater, der im Verborgenen ist, sieht das Verborgene! (Ich kann den Menschen nur bis vor die Stirn schauen.)
Ich fühle mich jedenfalls bei Geschwistern, die bibeltreu leben, sehr wohl, da ich mich auch am Wort Gottes ausrichten möchte. Das ist oft sehr schwer auf Grund meiner Neigung und auch wegen vieler anderer Dinge, weil wir Menschen eben "unvollkommen" sind - aber ich war letztlich nie so frei, habe mich nie so von Gott und Mitchristen geliebt gefühlt und durch unseren Herrn erlöst gewußt!
Das ist für mich die Hauptsache, weil ich glaube, daß uns durch Gott letztlich alles zum Guten gerät und wir ihm nicht nachhelfen müssen, indem wir uns manche Dinge etwas bequemer und angenehmer stricken ...
(Ich hoffe, das wurde jetzt kein "Roman".) :-)