Bibelauslegung: Homosexualität - ein Gräuel?

Aufgeschlagenes Buch mit Seiten zum Herz geformt

Zur Liebe gibt es vielfältige Stimmen in der Bibel. Foto: iStockphoto

Gastbeitrag - In den letzten Wochen wurde unter anderem durch den Brief von acht evangelischen Altbischöfen die Debatte über Homosexualität neu entfacht. Konkret geht es um die Frage, ob das Kirchenrecht die Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Pfarrhaus eröffnen dürfe. Wie soll man in dieser Frage theologisch urteilen?

Von Jürgen Ebach

Da sind auf der einen Seite diejenigen, die an der strikten Verbindlichkeit der "Schrift" festhalten, und auf der anderen Seite diejenigen, die auf kultur- und wissensgeschichtliche Differenzen zwischen biblischen und gegenwärtigen Lebenswelten verweisen. Gerade die Debatten um Homosexualität und Kirche zeigen beide Positionen in unüberbrückbarem Gegensatz.

Die Erklärung, das stehe nun einmal in der Bibel, überzeugt die einen nicht, und die Bekundung, man müsse das heute anders beurteilen, die anderen nicht. Ich möchte die Position derer, für die die "Schrift" verbindliche Lebensnorm ist, ganz ernst nehmen, ja ich teile sie. Dass ich dennoch und gerade darum jede Diskriminierung nicht nur der Veranlagung, sondern auch der gelebten Sexualität von Homosexuellen ablehne, will ich begründen.

Die Bibel kennt keine homosexuellen Partnerschaften

Die Gründe liegen auf mehreren Ebenen. Die eine hat mit meiner historisch-exegetischen Sicht als Bibelwissenschaftler zu tun. Weder im Alten noch im Neuen Testament ist in den negativen Aussagen über homosexuelle Praktiken eine auf Dauer angelegte Liebesbeziehung zwischen Menschen gleichen Geschlechts im Blick. Die beiden Stellen im 3. Mosebuch (18,22; 20,13), die es als Gräuel bezeichnen, wenn ein Mann bei einem Mann wie bei einer Frau liegt, haben keine homosexuelle Partnerschaft vor Augen, sondern einen bestimmten Sexualakt, der als für Männer entwürdigend gilt. Vollends die schlimme Geschichte in 1Mose 19 muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen. Wer Homosexualität auf eine Ebene mit Vergewaltigung und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche stellt, verharmlost die Gewalt und kann sie darum sogar befördern.

Paulus verurteilt (Römer 1,26f.) den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden? Ich vermute, dass es letztlich nicht diese und ähnliche Bibelstellen sind, die das Urteil begründen, sondern dass sie ein ohnehin feststehendes Urteil unterfüttern. Biblische Worte und Texte werden dann zur Norm, wenn sie das bestätigen, was man aus anderen und teilweise durchaus honorigen Gründen selbst meint. Tun sie das nicht, werden sie als Zeugnisse einer vergangenen Lebenswelt abgebucht.

Auch ein nicht ganz durchgebratenes Steak gilt in der Bibel als Gräuel

Damit bin ich bei einer zweiten Ebene. Warum nimmt wer, wie und wogegen welche Worte der "Schrift" in Anspruch und warum andere nicht? Einige Beispiele: In der Bibel erscheint ungeborenes Leben nicht als Leben – man lese dazu 2Mose 21,22-25. Niemand in der Kirche wird das als heute zureichende biblische Norm in der Abtreibungsfrage ansehen. Es gibt eine Fülle biblischer Gesetze, deren Einhaltung in einer evangelischen Kirche auch von Biblizisten nicht eingeklagt wird. Ich denke an die Reinheitsvorschriften etwa im 3. Mosebuch. Was beispielsweise darf man essen und was man nicht? Dieses Thema nimmt in der "Schrift" sehr viel mehr Raum ein als die Bemerkungen über homosexuelle Praktik. Mit derselben Begründung, es sei Gott ein Gräuel, wird dort vieles ins Unrecht gesetzt, was heute niemand einer Pfarrerin oder einem Pfarrer verübelte. Wären die entsprechenden Priestergesetze für sie verbindlich, dürften sie weder sich den Bart stutzen, noch Schweinefleisch essen, noch an Beerdigungen teilnehmen und körperbehindert dürften sie auch nicht sein. Denn all das ist ebenso ein Gräuel, wie wenn ein Mann bei einem Mann wie bei einer Frau liegt. Warum soll das eine gelten und das andere nicht?

Nun wird erklärt, nur diejenigen Bestimmungen des Alten Testaments, die auch im Neuen Testament in Geltung bleiben, seien für Christenmenschen verbindlich. Aber wie steht es dann mit dem "Blutgenuss", der in Apostelgeschichte 15,20 mit höchster Autorität, nämlich von den Repräsentanten der Jerusalemer Gemeinde, unter ihnen Petrus und Jakobus, und von Paulus gemeinsam formuliert, allen untersagt bleibt, die Jesus als den Messias anerkennen? Warum sagen die Altbischöfe nicht mit eben derselben Klarheit, Menschen, die ein nicht durchgebratenes Steak oder gar Blutwurst essen, dürfe es im Pfarrhaus ebenso wenig geben wie homosexuell Lebende? Und ist es nicht eigentümlich, dass ausgerechnet Paulus für die Begründung der Ehe in Anspruch genommen wird? Er hält es für besser, enthaltsam zu leben und sieht in der Ehe eine immerhin brauchbare Kanalisation der Sexualität (1Korinther 7,1f.). Immer noch besser die Ehe als ins Bordell zu gehen! Soll das so heute in der Kirche gelten?

Bis zur Widersprüchlichkeit reichende Vielfalt

Aber nun eine dritte Ebene: Es wäre unredlich, wenn ich diese Fragen nur an die richtete, die beim Homosexualitätsthema anders denken als ich. Denn ich muss mich selbst fragen, warum ich wann und wogegen biblische Worte und Texte in Anschlag bringe und wo nicht. Mir wäre es ja auch nicht Recht, wenn etwa ein Neoliberaler gegen die mir wichtigen biblischen Normen sozialer Gerechtigkeit einwendete, das seien ja ganz andere Zeiten gewesen und man könne die Bibel nicht für gegenwärtige Wirtschafts- und Sozialfragen in Anspruch nehmen. Warum erachte ich biblische Worte im Bereich der Sexualethik nicht als Norm für die Gegenwart und solche, die von den Armen und den Fremden handeln, sehr wohl? Ohne diese kritische Rückfrage an mich selbst blieben meine bald argumentativen, bald spöttischen Bemerkungen über diejenigen, die in der Homosexualitätsfrage biblisch und biblizistisch argumentieren, schal. Und wie gehe ich mit diesen Rückfragen an mich selbst um?

Spätestens an dieser Stelle geht es um die Frage, was es eigentlich heißt, die "Schrift" als letztgültige Norm zu verstehen. Die Bibel ist uns als Kanon biblischer Schriften vermittelt. Und in diesem Kanon gibt es Spannungen und Widersprüche. In vielen Fragen gibt es mehr als eine Antwort und manche dieser Antworten widersprechen einander. Und das ist nicht so, weil die Alten diese Widersprüche nicht bemerkt hätten – sie waren nicht dümmer als wir! –, sondern weil sie diese bis zur Widersprüchlichkeit reichende Vielfalt gewollt haben. Sie führt dazu, dass ich einem biblischen Wort zuweilen nur folgen kann, wenn ich einem anderen biblischen Wort widerspreche. Warum werden Frauen zu Pfarrerinnen ordiniert, wo es doch in 1Korinther 14,34 heißt, sie sollten in der Gemeinde schweigen? Weil dagegen die Schöpfungsgeschichte steht, in der der Mensch, männlich und weiblich, Bild Gottes ist! Warum ist es auch biblisch theologisch erlaubt, einzelne Sätze der Bibel über die Homosexualität heute nicht gelten zu lassen? Weil dagegen im Alten und im Neuen Testament das Gebot der Nächstenliebe und der Fremdenliebe steht, das es ausschließt, meine Mitmenschen und auch die, deren Lebensweise mir fremd ist, zu diskriminieren!

Unteilbare Menschenrechte, auch wo sie kirchlichen Traditionen entgegenlaufen

Mit der Bibel ins Gespräch zu kommen heißt darum auch, das innerbiblische Gespräch und seine verbindliche Vielfalt wahrzunehmen. Wenn Texte gegen Texte stehen, dann muss man diskutieren und alle sollen zu Wort kommen und letztlich muss man mehrheitlich entscheiden, was gelten soll. In Evangelischen Synoden ist es da nicht anders als in der Demokratie. Was die Wahrheit ist, lässt sich mit keiner Mehrheit entscheiden, wohl aber, was – wenigstens für eine Weile – gelten soll. Ich hoffe für die anstehenden Entscheidungen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sehr, dass sie in der Frage der Homosexualität die unteilbaren Menschenrechte auch da behaupten, wo sie kirchlichen Traditionen entgegenlaufen.

"Die Erkenntnisse über die Entstehungsbedingungen der Homosexualität in ihren sehr verschiedenen Arten schließen es jedenfalls aus, die Aussage des Paulus heute noch in dem Sinne zu übernehmen, daß Homosexualität ein sittlich verwerfbares Vergehen sei." Dieser Satz steht in einem Kommentar zum Römerbrief (EKK VI/1, 1978, 110f.) und sein Verfasser ist derselbe Ulrich Wilckens, der zu den Autoren jenes Briefes der Altbischöfe gehört. Der Neutestamentler Wilckens ist nicht gezwungen, frühere Einsichten beizubehalten, aber er muss sich dann auch fragen lassen, ob es biblisch theologische Gründe sind, die ihn zu einer Sinnesänderung bewegt haben. Christinnen und Christen steht es gut an, sich und andere daran zu erinnern, dass die Menschenrechte in der Geschichte weithin gegen die Kirchen erkämpft wurden. Gott sei Dank!


Prof. Dr. Jürgen Ebach, bis 2010 Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments und biblische Hermeneutik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Kommentare

Verfasst von its about Jesus am 19. Januar 2012 - 14:38.

..

Man kann versuchen sich die Bibel zurecht zu legen wie sie einem passt. Und...

Man kann versuchen sich die Bibel zurecht zu legen wie sie einem passt.
Und wenn man sündig Lebt ist es natürlich umso besser eine Ausrede dafür zu suchen (Bei mir mit z.B notlügen usw oft leider nicht anders).
Doch es steht klar in der Bibel das Gott dies nicht will "es ist ihm ein Greul" genauso wie Lügen, Betrügen usw total gegen Gottes Gesetzte verstoßen. Und da kann man Stundenlang diskutieren und umformen und versuchen die ganzen anderen Stellen in der Bibel anders zu interpretieren. Ist es nicht einfach nur eine Ausrede, etwas zurechtlegen damit man seinen Lebenstil verteidigen kann??

Trotzdem sollte man die Menschen nicht nach dem wie sie leben beurteilen (dazu haben wir kein recht da jeder Dreck am Stecken hat). Auch Schwule und Lesben sollen wir, Kinder Gottes, annehmen. Aber ihren Lebenstil akzeptieren? Nein. Genauso wenig wie die Lüge toleriert werden soll!

Verfasst von Gast am 23. Dezember 2011 - 13:43.

Gott liebt jeden

@Christkind Gott liebt jeden, aber er verzeiht nicht alles. Was für ein...

@Christkind
Gott liebt jeden, aber er verzeiht nicht alles.

Was für ein Armleuchter, dieser Gott. Von wegen gütig und liebevoll.

Verfasst von Gast am 22. September 2011 - 19:56.

Prof. Ebach

In der Bibel steht auch, dass jeder machen kann, was er will, aber "nicht alles...

In der Bibel steht auch, dass jeder machen kann, was er will, aber "nicht alles ist gut für ihn. Und zur Homosexualität besteht eine klare Aussage: Sie ist Gott ein Greuel.
Außerdem: 1.Korinther 1:19-20 wo Gott sagt
"Bei mir zählt nicht die Weisheit der Welt, nicht die Klugheit der Klugen. Ich werde sie verwerfen. Was aber haben sie dann noch zu sagen, all diese gescheiten Leute, die Gelehrten und Philosophen dieser Welt?"
Und weiter: 1. Kor.3:18-20 " Wenn sikch jemand einbildet, in dieser Welt besonders klug und weise zu sein, der muss den Mut aufbringen, als töricht zu gelten. Denn alle Weisheit dieser Welt ist in den Augen Gottes nichts als Torheit. Und in den Psalmen steht: "Der Herr durchschaut die menschlichen Gedanken in all ihrer Sinnlosigkeit"

Da hat sich seit damals scheinbar nichts geändert, lieber Herr Professor.

Verfasst von Gast am 7. Dezember 2011 - 19:09.
Kommentar auf: Prof. Ebach

richtig !

richtig !

richtig !

Verfasst von Springerlebaecker am 9. Juni 2011 - 3:12.

"Ich glaube, dass mich Gott

"Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Augen,...

"Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Augen, Ohren, Vernunft und ALLE SINNEN gegen hat und noch erhält..." (Martin Luther Kleiner Katechismus) Darf das ein homosexueller Pfarrer oder eine lesbische Pfarrerin auch bekennen ?

Verfasst von Gast am 12. April 2011 - 18:46.

Gefährlich

Ich halte es für sehr bedenklich und gefährich, die Bibel nach eigenem Gusto...

Ich halte es für sehr bedenklich und gefährich, die Bibel nach eigenem Gusto
auszulegen.Jesus Christus ist nicht gekommen um das alte Testament aufzuheben.
Hier sollte äußerst kritisch geprüft werden, ob menschliche Wunschvorstellungen tatsächlich auch Gottes Gebot sind. Ich glaube das nicht.

Verfasst von Differenzierte Wahrnehmung am 16. April 2011 - 14:40.
Kommentar auf: Gefährlich

Bibel in eigener Verantwortung vor Gott lesen

Wie soll man die Bibel sonst auslegen? Die Bibel ist kein Pfadfinderhandbuch...

Wie soll man die Bibel sonst auslegen?
Die Bibel ist kein Pfadfinderhandbuch wie bei Tick, Trick und Track, in dem man zu jeder möglichen Situation nachschlagen kann, was nun zu tun sei.
Im Gegenteil: Die Bibel ist ein Buch, das von Anfang an zu eigener Verantwortung anleitet - mit dem Maßstab von Gottes Liebe, dessen Gnade ewig währt und der die Sünden soweit entfernt sein lässt wie der Morgen vom Abend entfernt ist. Sein ist die Rache - nicht unser, aber seine "Rache" ist auch schon im AT immer wieder von seiner Gnade geprägt.
Auch der Homsexuelle ist Gottes Ebenbild, wie jeder andere Mensch auch, einschließlich Kain, der Mörder, der unter Gottes Schutz bleibt.

Nein, Jesus hebt das AT nicht auf, aber er rückt die Maßstäbe zurecht. Der Mensch ist nicht für den Sabbat, sondern der Sabbat ist für den Menschen.

Und da geht Jesus selbst - von Gottes Liebe geprägt - sehr souverän mit den Geboten um, so souverän, dass er Ärger mit den Frommen seiner Zeit bekam.

Ich finde es immer noch beeindruckend, wie ernst Jürgen Ebach mit der Bibel umgeht, wie genau er sie kennt, und wie er Zusammenhänge vermittelt, in denen die Bibel sich selbst auslegt.

Ist nicht die Isaak-Geschichte z.B. auch eine Mahnung, liebelvoll mit Schwulen und ihrer Partnerschaft umzugehen?
Als Abraham das Messer hebt, um Gottes Gebot zu erfüllen (Isaak zu opfern), fällt Gott selbst ihm in den Arm.
Für mich ist das ein Beispiel dafür, wie Gott selber zu einem liebevollen Umgang mit seinen Geboten aufruft.
Wenn radikaler Gottesgehorsam bedeutet, liebenden (schwulen) Menschen einen Schaden zuzufügen (ihnen die gelebte Liebe zu ihrem Partner zu verbieten und diese Liebe zu ächten), dann zeigt die Isaak-Geschichte, dass Gott selbst will, dass der Schaden abgewendet wird.
Und wenn Paulus in 1 Kor 13,13 sagt, dass im Zweifel die Liebe noch etwas wichtiger ist als der korrekteste Glaube, dann ist das der Maßstab, wie wir heute in Verantwortung vor Gott die Bibel lesen und uns von ihr leiten lassen sollen.

Verfasst von Lisa Simpson am 9. April 2011 - 17:55.

Neue Front?

Ich dachte, das Thema mit dem sehr kompetenten Wilkens-Statement sei in den...

Ich dachte, das Thema mit dem sehr kompetenten Wilkens-Statement sei in den geschlossenen Community-Bereich verbannt worden, oder wird hier zensiert??

Verfasst von HannoTerbuyken am 9. April 2011 - 21:39.
Kommentar auf: Neue Front?

Moin, wir haben die

Moin, wir haben die Diskussion zu den drei Sola-Scriptura-Texten in den Kreis...

Moin,
wir haben die Diskussion zu den drei Sola-Scriptura-Texten in den Kreis gelenkt, die älteren Texte zu der Homosexualitäts-Debatte dann aber nicht mit dem Hinweis versehen und die Diskussion nicht geschlossen, einfach weil hier eine ziemlich lange Weile niemand mehr kommentiert hat und wir das dann seinen natürlichen Gang haben nehmen lassen. Wenn hier noch eine größere Diskussion wieder anläuft, könnten wir hier durchaus schließen und auch auf den Kreis verweisen, wenn der Wunsch besteht.

Besten Gruß,
Hanno Terbuyken

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast am 7. April 2011 - 16:27.

Mehrheit???????????

Und letztlich muss man mehrheitlich entscheiden, was gelten soll?Allein schon...

Und letztlich muss man mehrheitlich entscheiden, was gelten soll?Allein schon diese Aussage belegt, dass der Argumentationsansatz völlig falsch ist.
Dann könnte man die Bibelauslegung auch durch Meinungsforschungsinstitute vornehmen lassen.
Hier zeigt sich, wie wichtig für das Christentum der Papst ist.
Es bedarf einer vom Heiligen Geist berührten Person, die für die Kirche verbindliche Glaubensdogmen festlegt.
Die ev. Kirche wandelt sich immer mehr zu einer Zeitgeist-Wellnessorganisation, fernab verbindlicher Glaubensstandarts, wie sie in der kath. Kirche Gott sei dank noch vorhanden sind.Eine solche Kirche, in der fast alles für möglich gehalten wird hat es sehr sehr schwer den wahren Glauben zu bewahren.
Man schaue sich nur einmal an, welche jahrhunderte alte Sakramente in der ev. Kirche heute keine Bedeutung mehr haben. Wie konnte das passieren?
Wenn erst einmal ungläubige Funktionäre das Ruder in die Hand genommen haben, was noch nicht der Fall ist in allen Bereichen, dann feiert der Teufel ein großes fest.Jesus Christus hat uns alles gesagt, er ist die Wahrheit und nicht die Mehrheit.Es bedarf eines radikalen Umdenkens in dsen Gemeinden aber vor allem auch bei vielen Theologen.Das Säurebad der Theologie hat schon viele Seelen ins Verderben geschickt.

Verfasst von Gast am 9. April 2011 - 17:03.
Kommentar auf: Mehrheit

Langsam

Die Beichte spielt in der ev. Kirche kaum eine Rolle.Das Abendmahl hat mit der...

Die Beichte spielt in der ev. Kirche kaum eine Rolle.Das Abendmahl hat mit der
überlieferten Eucharistie fast nichts gemein.Welch ein Verlust, was für eine
unvorstellbare Entleerung des Glaubens?Priesterweihe,Marienverehrung, Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen? Alles Begriffe ohne große Bedeutung
in der ev. Kirche.Allein aus Gnade?Obwohl an sehr vielen Stellen in der Bibel steht, dass der Mensch nach seinen Werken gerichtet wird?
Wieso hat der Heilige Geist 15 Jahrhunderte gewartet, bis zur Gründung der ersten ev. Kirchen?Würde es diese überhaupt geben, wenn sich Luther nicht über den Ablasshandel so aufgeregt hätte?Fragen über Fragen. Die Antworten muss jeder selber für sich finden.Wer den Heiligen Geist bittet zu ihm zu kommen wird aber nicht ohne Antwort bleiben.

Verfasst von Melani am 25. Februar 2011 - 19:11.

Umgang mit gleichgeschlechtlich veranlagten Menschen

"Homosexualität ist ein Identitätsmerkmal vieler Menschen, es macht ihr...

"Homosexualität ist ein Identitätsmerkmal vieler Menschen, es macht ihr Menschsein aus mit all seinen Facetten und Implikationen. Als solche Menschen haben wir sie in vollem Umfang, als von Gott geliebt und so geschaffen wie sie sind, anzunehmen."

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!

Verfasst von Thomas Baum am 18. Februar 2011 - 20:00.

sachkompetenz

Weder Herr Ebachs Artikel noch manche der Kommentare zeugen von besonderer...

Weder Herr Ebachs Artikel noch manche der Kommentare zeugen von besonderer Fachkompetenz, weder im Blick auf die biblischen Texte, noch im Blick auf die Frage ihrer Anwendung in der heutigen Zeit, noch im Blick auf die Realität gelebter Homosexualität. Ich empfehle zum Thema: www.robgagnon.net. Da findet sich alles Nötige.

Verfasst von Gast am 19. Februar 2011 - 18:11.
Kommentar auf: sachkompetenz

@ Herr Baum

Ganz klar ist Robert Gagnon`s Hauptwerk geprägt von wissenschaftlicher Methodik...

Ganz klar ist Robert Gagnon`s Hauptwerk geprägt von wissenschaftlicher Methodik und Herangehensweise. Das müssen seine Kritiker, und die tun das auch, zugeben. Aber wie alles wissenschaftliche, heißt das nicht automatisch Übernahme. Im Gegenteil lädt es ein zum Diskurs.

Sie haben sich für reine Übernahme entschieden: eine vertane Chance.

Ich habe mich für Ablehnung der us-evangelikalen Auslegung der Bibel bezüglich Homosexuelität entschieden. Da können Sie verlinken und zitieren, was Sie wollen. Dies gebietet mir: 1 Joh 4, 16, „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm’’. Ich sehe Herrn Gagnon`s Werke in etwa so:

Solus Christus, nicht Solus Paulus...
Verfasst von Gast u. Kulturprotestant am 15. Februar 2011 - 20:20. http://www.evangelisch.de/themen/religion/bibel-und-homosexualit%C3%A4t-...

... wenn es nach Paulus ginge, wären die Juden aller Menschen Feind, ja Gottesmörder und das Weib müsste in der Gemeinde schweigen. Wer mithin das jesuanische Liebesgebot durch die paulinische Missionsrhetorik relativiert, läuft Gefahr, den Wesenskern des Christentums zu verkennen...

Und auch wenn Gagnons Methodik wissenschaftlich ist, so ist er eben doch nur ein Theologe, von Ihnen präferiert, von mir, und vielen, vielen anderen Theologen mit weit umfangreicherer Reputation, different widerlegt, meist antizipiert, von den derzeitigen Granden der Theologie hingegen nicht einmal das.

P.S.: Auf der verlinkten Seite findet sich kein Link zu einer Bibel. Somit findet sich nicht alles nötige. Nachzuplappern, was einer sagt bzw. auslegt ohne selbst in die Bibelexegese zu gehen, halte ich nicht für besonders protestantisch.

Verfasst von J.R. am 12. Februar 2011 - 14:13.

Exegese und Hermeneutik

Bibelauslegung, das Fachgebiet von Herrn Dr. Ebach, kann vernünftigerweise nur...

Bibelauslegung, das Fachgebiet von Herrn Dr. Ebach, kann vernünftigerweise nur vor dem Hintergrund der Zeit (und damit meine ich Vergangenheit und Zukunft) erfolgen.

Weiterhin wurde „Das Wort“ zunächst nur mündlich weitergegeben, mit allen daraus resultierenden „Verwischungen“.

Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn persönliche Standpunkte, Ansichten und Interessen mit interpretiert werden.

Knallhart formuliert sind allerdings die Zehn Gebote! Eine Art Grundgesetz, das auch sog. Atheisten größtenteils akzeptieren werden.

Dr. Ebach nannte als Beispiel für Widersprüchlichkeiten u.A. die Ablehnung des Schweinefleischverzehrs, was ja auch im Islam noch heute strikt gilt. Und wenn man bedenkt, dass die Fleischbeschau in vielen Ländern nicht existiert zu vollem Recht!

Nun, der Verzehr von Schweinefleisch war zu „biblischen Zeiten“ wegen der Trichinenverseuchung lebensgefährlich. Heute (man nennt das Aufklärung) wissen wir Bescheid, haben Mikroskope und beschauen das Fleisch bevor wir es essen. „Damals“ (und heute in vielen Gebieten der Erde immer noch) hätten die Menschen mit den heutigen medizinischen Formulierungen nicht das Geringste anfangen können: also Verbot ohne wenn und aber!

Aus gleichem Grund: „Auch ein nicht ganz durchgebratenes Steak gilt in der Bibel als Gräuel“

„Paulus verurteilt (Römer 1,26f.) den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur"“ -zitiert Dr. Ebach.

Klar ist das wider die Natur, sonst wäre die Menschheit und jedes Tier ausgestorben.

Als die Erde nur dünn von Menschen besiedelt war, waren diese Worte sehr sinnvoll. Heute im Zeitalter der Überbevölkerung wird die Menschheit ein paar Schwule und Lesben verkraften können.

Ich hätte nur vehement etwas gegen Quoten und gegen Seilschaften in der Politik!
(Hier muss ich etwas vorsichtig formulieren, sonst wird mein Beitrag von d.Red. zensiert. Vgl.
http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/40-prozent-frauenquote-in-... )

Zusammenfasend würde ich sagen: diese biblischen Worte waren absolut richtig und sind heute lediglich( in unserem Kulturraum) überholt.

Dafür haben wir heute andere Probleme mit unserer Nahrung: die Verbote und Gebote könnten heute so lauten:

Du sollst kein Industrieöl ins Tierfutter mischen!

Du sollst die Tiere von deren Fleisch du lebst nicht quälen!
u.s.w.

Dafür schaffen wir heute weltliche Gesetze. Nicht immer und nicht immer gut.

Ich glaube, dass Gott das gutheißen wird, was seinen Kindern – also uns - letztlich hilft und das ablehnt, was uns schadet. Falls es jemand noch nicht begriffen hat: er ist für uns und nicht gegen uns. Er hat uns seine wunderbare Schöpfung geschenkt: gehen wir dankbar, besonnen und verantwortungsvoll damit um!

Und wenn wir schon von Sexualität reden:
Für die Menschen, die nicht wissen was AIDS ist und bereits wieder alles verharmlosen, könnte mit donnernder Stimme gesprochen werden:
„Du sollst nicht ohne Condom ……, sonst werden Verderben und Siechtum dich ereilen!!“ --Klar, in der Form nicht mehr zeitgemäß, trotzdem richtig. Hier ist sogar der Papst zumindest nachdenklich geworden.

Anfangs war über AIDS übrigens lediglich bekannt, dass eine Seuche Homosexuelle befiel. Ohne die Kenntnis der epidemiologischen Zusammenhänge ….. was glaubt der Leser wohl, wäre zu biblischen Zeiten gepredigt worden? Ohne die heutige medizinische Forschung würde allein dieses Forum ganz anders aussehen.

J.R.

Verfasst von J.R. am 14. Februar 2011 - 0:26.

Erläuterung

Antwort an „Christopher am 12. Februar 2011 - 16:17“ Zunächst Dank für ihren...

Antwort an „Christopher am 12. Februar 2011 - 16:17“
Zunächst Dank für ihren Beitrag.

In der Natur sind alle Säugetiere zweigeschlechtlich angelegt. Also ist Eingeschlechtlichkeit wider die Natur. Das ist eine neutrale, nicht wertende und nicht moralisierende Feststellung.

Auf die Gefahr hin, dass ich stark vereinfache machen wir ein Gedankenexperiment:

nehmen wir an, auf einer Parallelerde ist ein Raumschiff mit 1000 Männern und 1000 Frauen notgelandet.
Die Menschen haben nur ihr nacktes Leben gerettet.

Nehmen wir weiter an, 100% dieser Menschen sind Gleichgeschlechtlich. Nun, nach wenigen Jahrzehnten ist niemand mehr da.
Ich meine, das ist evident.

Nächste Annahmen 90%, 80% 70% usw.
Irgendwo gibt es ein Verhältnis, wo die kleine Gesellschaft zahlenmäßig stagniert, und wenn der Anteil der „natürlichen Varianz“ klein genug ist, breitet sie sich sogar aus und macht sich den Planeten Untertan (hoffentlich..).

Sicherlich gab es vor 2000 Jahren schon viele Menschen, aber wie groß war die Christenheit? Diese Population war, glaube ich, noch nicht sehr zahlreich.
Insofern wäre das „Phänomen“ Gleichgeschlechtlichkeit gesellschaftlich (innerhalb der Christengemeinden) sehr wohl schwer zu verkraften gewesen.

Paulus musste keinesfalls Biologe sein, um das zu erkennen: Seid fruchtbar und mehret euch. Gleichgeschlechtlichkeit stand dem eindeutig entgegen.

Ich hoffe, ihre Fragen beantwortet zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

J.R.

Verfasst von Gast am 26. Februar 2011 - 19:40.
Kommentar auf: Erläuterung

Der Stärkere überlebt! Der

Der Stärkere überlebt! Der Stärkere ist heterosexuell oder bisexuell- oder er...

Der Stärkere überlebt! Der Stärkere ist heterosexuell oder bisexuell- oder er zeugt und lebt zwei Parrallelleben. Oder er lebt homosexuell und benutzt eine Leihmutter oder adoptiert ein Kind!

Es gab schon immer diverse Möglichkeiten, die mit Sicherheit auch unter Kirchenmitarbeitern, egal welchen Standes so ausgelebt worden! Es wurde allerdings nicht breit getreten...nicht bewertet, sondern stillschweigend akzeptiert.

Es war mit Sicherheit für die Betreffenden sehr belastend!
Gibt es nicht auch irgendwo in der Bibel den Satz: "Einer trage des anderen Last!"...? Vielleicht ist es denn so langsam mal an der Zeit...dem anderen die Last abzunehmen!

Verfasst von Stephanie Berler-Rosch am 18. Februar 2011 - 14:47.
Kommentar auf: Erläuterung

@ J.R.

Auf die Gefahr hin, dass ich stark vereinfache machen wir ein...

Auf die Gefahr hin, dass ich stark vereinfache machen wir ein Gedankenexperiment:

1. Entweder ist Ihr Gedankenexperiment streng naturwissenschaftlich anzulegen, ohne theologischen Bezug, dann nehmen Sie bitte die stochastische Verteilung innerhalb einer Art homosexuell/ heterosexuell zur Kenntnis.

Weiters nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass eine Art, die unter Druck gerät, grundsätzlich mehr Weibchen als Männchen hervorbringt, da ein Männchen viele Weibchen schwängern kann, aber umgekehrt kein Plus für die Arterhaltung herausspringt, weiters die Homosexuelität innerhalb der Population stark abnimmt (Limes 0).

Sollten Sie so argumentieren, dann rechnen Sie aber bitte auch das Bibelwort: keine uneheliche geschlechtliche Beziehung, keine Polygamie, heraus.

Aus streng naturwissenschaftlicher Sicht, ist Ihre Aussage also nicht evident, sondern falsifiziert.

2. Oder Sie argumentieren strang theologisch: Dann ist klar, dass Gott das Leben schafft. Und dann ist es Gott, der darüber bestimmt, ob homo- oder heterosexuell. Diese Entscheidung trifft er aber ohne Sie.

Auch hier ist Ihre Aussage nicht evident, sondern Gotteslästerung, weil Sie seine Schöpfung hinterfragen.

Verfasst von J.R. am 25. Februar 2011 - 2:52.
Kommentar auf: @ J.R.

@Stephanie Berler-Rosch am 18. Februar 2011

Danke für ihren Kommentar, Stephanie Berler-Rosch am 18. Februar 2011 - 13:47...

Danke für ihren Kommentar, Stephanie Berler-Rosch am 18. Februar 2011 - 13:47

Mein „Gedankenexperiment“ sollte nur veranschaulichen und nicht streng wissenschaftlich sein, auch nicht theologisch.

Bitte sehen sie es auch im Zusammenhang mit den davor eingestellten Kommentaren

>>Exegese und Hermeneutik Verfasst von J.R. am 12. Februar 2011 - 13:13.<< Als Kommentar zum Gastbeitrag von Dr. Jürgen Ebach von mir.

Danach Kommentar zu meinem Kommentar von
>>Klar ist das wider die Natur, Verfasst von Christopher am 12. Februar 2011 - 16:17. <<

Danach meine Erläuterung dazu
>>Erläuterung Verfasst von J.R. am 13. Februar 2011 - 23:26. <<

Leider verliert man hier schnell die Übersicht über die Reihenfolge, wer was kommentiert.

Ihr Vorwurf der Gotteslästerung macht mich allerdings sehr betroffen und leider auch etwas hilflos. Ich weiß nicht, ob ich Gott lästere, wenn ich einige Stellen in der Bibel versuche, im Lichte der früheren Zeit zu sehen.

J.R.

Verfasst von Differenzierte Wahrnehmung am 16. April 2011 - 14:56.

Unfehlbar?

Natürlich ist Ebach nicht unfehlbar. Aber warum sollte er hier daneben...

Natürlich ist Ebach nicht unfehlbar. Aber warum sollte er hier daneben gegriffen haben?
Ich finde seinen Text nach wie vor sehr überzeugend.

Es gibt keine "Unfehlbarkeit".
Ebach ist nicht unfehlbar, Sie sind es nicht, ich bin es nicht.

Vom Judentum kann man lernen, dass es sehr unterschiedliche, sogar konträre Ansichten überliefern konnte, damit man sich selbst eine eigene Meinung bilden kann. "Ich aber sage euch" ist genau Ausdruck dieser Argumentationskultur.

Erst das Christentum kam auf die Idee, man müsse alles über einen eindeutigen Kamm scheren, bei dem es keinerlei Abweichung von einer irgendwie als wahr behaupteten Lehre mehr geben dürfe.

Als sei es keine göttliche Absicht gewesen, dass wir vier unterschiedliche Evangelien haben. Sollte es nicht zum Nachdenken anregen, wie Petrus und Paulus miteinander gestritten haben und gar nicht einer Meinung waren?
Warum müssen Christen einer Meinung sein?
Aber sie sollen die Meinungsunterschiede von Gottes Liebe geprägt austragen und sich immer wieder fragen, ob ihre Entscheidungen/Auslegungen/ihre Verkündigung im Licht von Gottes Liebe Bestand haben können oder revidiert werden müssten...

Verfasst von ThomasPB1 am 8. Februar 2011 - 17:55.

Die Zitate nach dem 3.Buch Mose

In der Tat sehe ich es so, dass in den angeführten Stellen des 3.Buch Mose...

In der Tat sehe ich es so, dass in den angeführten Stellen des 3.Buch Mose ein Sexualakt beschrieben wird. Allerdings teile ich nicht das Verständnis des Autors, der darin einen entwürdigenden Akt sieht. Es wird ein Sexualakt beschrieben, wie er auch in homosexuellen Beziehungen vorkommt. Daher sehe ich schon darin ein eindeutiges Gebot, denn wir wissen, es gibt mehr als nur die 10 Gebote.

Gut, es gibt Gebote, die wir heute nicht mehr einhalten wie den Verzehr von Schweinefleisch, aber gemäß den Aussagen Jesu machen den Menschen die Dinge unrein, die aus ihm herauskommen, nicht die Dinge, die er zu sich nimmt.

Zurück zum Punkt: Das Gebot aus dem 3. Buch Mose ist eindeutig und es bezieht sich auch auf homosexuelle Partnerschaften.

Verfasst von Gast am 10. Februar 2011 - 19:08.

Nun stellen Sie sich einmal

Nun stellen Sie sich einmal vor, diese gewissen Dinge kommen nicht mehr heraus...

Nun stellen Sie sich einmal vor, diese gewissen Dinge kommen nicht mehr heraus! Das würde zwangsläufig zum Tode führen! Ob das Gotte Wille ist?

Man kann doch nicht im Jahre 2011 die Welt genauso betrachten, wie im Jahre 200 n. Chr., oder Hunderte von Jahren v. Chr. !

Verfasst von Gast am 11. Februar 2011 - 15:30.

die geschichtliche Stunde

"Man muss die geschichtliche Stunde beachten, die das deutsche Volk und die...

"Man muss die geschichtliche Stunde beachten, die das deutsche Volk und die Europäer jetzt erleben."

HERR, erbarme dich meiner!

Verfasst von Gast am 12. Februar 2011 - 0:25.

Hermeneutischer Schlüssel

Genau, es geht um Hermeneutik. Luthers Schlüssel war: "Was Christum treiben" -...

Genau, es geht um Hermeneutik. Luthers Schlüssel war: "Was Christum treiben" - damit kritisierte er auch den Jakobusbrief, da er das Evangelium nicht klar ausdrücke.

Wo kommt das Evanglium vor - ist das nicht ein Schlüssel zum Umgang mit den fraglichen Textstellen?

Verfasst von Gast am 10. Februar 2011 - 8:25.

HERR, sei mir Suender gnaedig!

Sehr geehrter Christopher! Weil Sie der Meinung sind, dass die vom...

Sehr geehrter Christopher!

Weil Sie der Meinung sind, dass die vom Apostelkonzil (Acta 15) beschlossenen Gebote nicht mehr einzuhalten sind, deshalb koennen wir uns davon verabschieden? Weil Sie sich von dem Gebot verabschieden, deshalb muessen wir einen hermeneutischen Schluessel suchen, um das Gebot als fuer uns ungueltig herauszustellen? Habe ich Sie da richtig verstanden? Meinen Sie etwa, dass der dreieinige Gott, der Allmaechtige und Barmherzige heute nicht mehr durch Gottes Wort und die Apostel zu uns spricht?

Ist es nicht vielmehr so, dass, wer Blutwurst isst, ein Gebot der Apostel und damit eben auch ein goettliches Gebot uebertritt? Jesus selber hat darauf hingewiesen, dass nicht ein Jota vom Gesetz ungueltig geworden ist. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Jesus das Gesetz auf seinen Ursprung bei Gott dem Vater zurueckfuehrt und daraus ergibt sich dann das, was Sie als ausser Kraft setzen, Uminterpretieren und Verschaerfen darstellen. Aber was Jesus tut, ist eben gerade nicht ein ausser Kraft setzen oder uminterpretieren, sondern ein Zurueckfuehren auf den urspruenglichen Willen des himmlischen Vaters, weil der Sohn nichts anderes tut als was der himmlische Vater ihm vorgibt.

Hinsichtlich des uns interessierenden Themas hat Jesus im uebrigen eindeutig und klar die Ehe von Mann und Frau als die urspruengliche Ordnung herausgestellt und die Ehescheidung strikt untersagt. Gerade hier finden wir aufgezeigt, wie Jesus prinzipiell mit dem Gesetz umgegangen ist. Auch die Ehebrecherin in Joh. 8 hat Jesus nicht aufgefordert, weiterhin die Ehe zu brechen. Die einzige von ihm zugelassene Ausnahme findet sich in dem Hinweis auf die wohl kleine Gruppe derer, die um des Himmelreiches willen (sic!!!) nicht heiraten. Der Hinweis auf geschehenen Ehebruch gehoert wohl am ehesten zum Thema "Herzenshaertigkeit".

Auf keinen Fall ist es unsre Aufgabe, dass wir einen hermeneutischen Schlussel suchen sollen, um Gottes Gebote ausser Kraft zu setzen.

Was mir in der Diskussion bisher deutlich zu kurz kommt, ist der Hinweis auf den Kern des Christentums, naemlich Busse, Beichte, Suendenbekenntnis und Suendenvergebung.

ein evangelischer Christ

Der HERR ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.

Verfasst von Gast am 14. Februar 2011 - 12:39.
Kommentar auf: Hinsichtlich des uns

Die heilige Schrift ist nicht

Die heilige Schrift ist nicht nur eine Sammlung antiker Schriften, sondern...

Die heilige Schrift ist nicht nur eine Sammlung antiker Schriften, sondern getrieben vom heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.
Zum zweiten sind die Aussagen der Bibel zum Thema Homosexualität durchaus eindeutig, sonst würde man ja nicht nach einem Verbot der Heiligen Schrift schreien und zum Mittel ihrer Fälschung schreiten.
Freilich hat es das schon immer gegeben, denken wir z.B. an Marcion, oder an den Ruf, der im 20. Jahrhundert selbst von prominenter protestantischer Seite nach einer Abschaffung des Alten Testaments als Teil der Heiligen Schrift der Christen laut geworden ist.
Solche Versuche hat die Kirche immer zurückgewiesen und muß es auch heute tun, wenn sie Kirche bleiben will.
Trotzdem beten wir nicht einen papierenen Gott an, sondern den dreieinigen und lebendigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. In Seine Hände legen wir diese Dikussion hier, ohne alle Pretentionen, denn allein ER ist unser Schutz.
HERR Jesus Christus, erbarme dich!

Verfasst von Gast am 19. Februar 2011 - 22:49.
Kommentar auf: "Die heilige Schrift ist

Gottes Wort und heiliger Geist

"getrieben vom heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet...

"getrieben vom heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet"
vgl. 2. Petr, 19-21

Nun, entweder Sie kennen die Bibel nicht, oder Sie haben Sie eben nicht die Lutherbibel als Ihre heilige Schrift und gehoeren sicher einer anderen Kirche an. Denn das Heil ist, wie Luther sagt, immer extra nos zu finden.
Ihre Theorien ueber Selbsterloesung ("in der Bibel ist immer das zu finden, was wir selber mitbringen") sind jedenfalls nicht evangelisch. Es waere dann wirklich vernuenftiger, einfach zu schweigen.

Dass Sie Widersprueche in der Heiligen Schrift finden, oder sage ich versoehnlicher, dass wir vielleicht nicht alles in der Heiligen Schrift verstehen, liegt wohl einfach an unserer mangelnden Erfahrung. Luthers letztes Wort lautete bekanntlich: "Wir sind Bettler, das ist wahr." Und er bezog sich dabei auf den Reichtum der Heiligen Schrift und darauf, dass es noetig sei,z.B. wenigstens 100 Jahre mit den Propheten gelebt zu haben, um ihre Aussagen zu verstehen. Und dann kommt vielleicht noch hinzu, dass man vielleicht nicht immer alles rational erklaeren koennen muss, obwohl mir in der Regel rationale Erklaerungen recht hilfreich erscheinen.

Trotzdem bleibt es dabei, dass die Aussagen der Heiligen Schrift letztendlich eindeutig und klar sind. Wenn wir nicht zu dieser Klarheit und Eindeutigkeit gelangen, dann ist das unser eigenes Problem.

Und mit den von Ihnen verwendeten Schimpfwoertern ziehen Sie sich selber zu, was Sie andern vorwerfen. Ich habe nicht den Eindruck, dass es sinnvoll ist, mit Ihnen ein Gespraech weiterzufuehren. Fuer die Wahrheit werde ich allerdings auch weiter einstehen.

Hinsichtlich des Punktes Bibelfaelschung ist auf die sog. "Bibel in gerechter Sprache" hinzuweisen. Mehr muss da gar nicht gesagt werden.

Der dreieinige, allmaechtige und barmherzige Gott zwingt niemanden.

HERR Jesus Christus, erbarme dich unser!

Verfasst von Gast am 23. Februar 2011 - 15:25.
Kommentar auf: Schriftverständnis

Das faende ich es auch sehr

Das faende ich es auch sehr lustig, wenn Sie tatsaechlich im Gottesdienst...

Das faende ich es auch sehr lustig, wenn Sie tatsaechlich im Gottesdienst jeweils den griechischen Urtext und mehrere Uebersetzungen verlesen wuerden, wie Sie das in Ihrem letzten Beitrag behaupten. Als studentischer Uebungsgottesgottesdienst sehr sympatisch, aber meinen Sie im Ernst, dass es eine Gemeinde gibt, die bei so etwas mitmacht?
Denn genau das macht die Heiligkeit der Heiligen Schrift aus, dass sie im Gottesdienst als verbindliches Gotteswort verlesen wird. Oder lesen Sie jeweils die Ergebnisse Ihrer Uebersetzungsarbeiten dort, wo im Gottesdienst die Lesungen vorgetragen werden? Wenn das so sein sollte, haben Sie ein enormes Selbstbewusstsein, dass Ihre jeweilige Uebersetzungsarbeit der Gemeinde ohne Moeglichkeit der Kritik als Gottes Wort verkaufen. M.W hat Luther seine Bibeluebersetzung geschaffen, gerade um der Gemeinde diese Moeglichkeit der Kritik zu geben. Die Lesungen im Gottesdienst stehen deshalb vor der Predigt, damit die Gottesdienstteilnehmer pruefen koennen, ob Sie zu der nachfolgenden Predigt "Ja" und "Amen" sagen koennen oder eben nicht. Aber wahrscheinlich haben wir ja schon laengst vergessen, wie wichtig genau dieses "Amen" z.B. nach der Predigt ist.
Was Ihr Beduerfnis nach der aeltesten Variante in der Ueberlieferung angeht, so stellt sich die Frage, woher Sie die Gewissheit nehmen, dass nun gerade diese aelteste verfuegbare Variante verbindlich sein soll?
Und was wollten Sie mit Ihren Ausfuehrungen ueber die sog. "Bibel in gerechter Sprache" sagen? Wie kann etwas gerecht sein, wenn es nicht wahr ist? Ich bringe meinen Kindern auch nicht zuerst bei, dass 3+4=38 ist, um ihnen dann hinterher zu erklaeren, dass es nicht so gemeint war und weiterhin gilt: 3+4=7, obwohl es doch so viel bequemer und praktischer waere, wenn gelten wuerde 3+4=38. Das gilt nun einmal aber eben gerade nicht. Ihre Ausfuehrungen betr. den nicht vorhandenen Anspruch des Projekts verstehe ich vor diesem Hintergrund nicht. Entweder ich bemuehe mich um Treue gegenueber dem ueberlieferten Text, oder ich begehe eine Faelschung. Denn wenn nicht der Anspruch erhoben wuerde, dass der neu erstellte Text eben "die Bibel" ist, warum heisst das Unternehmen dann "Bibel"???
Zuletzt noch einmal zurueck zum 2. Petrusbrief:
Die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche hat nun einmal befunden, dass auch der 2.Petrusbrief mit zum Kanon gehoert. Mag sein, dass Ihnen das nicht passt, und dass Sie deshalb alle Anstrengungen unternehmen, diesen Text aus der Heiligen Schrift auszuschliessen. Das aber sind Ihre privaten Bemuehungen.
Was Ihren Hinweis auf ein Filmzitat anlangt, so haben Sie dieses Zitat ja beigebracht, um selber eine Aussage zu treffen, ansonsten wuerde ich nicht verstehen, warum Sie das Zitat bringen, als eben deshalb, weil Sie selber etwas aussagen wollen.
Was die Klarheit der Schrift anlangt, so kann ich nur noch einmal auf Luthers Satz hinweisen, dass es noetig ist, wenigstens hundert Jahre mit den Propheten und den Aposteln gelebt zu haben, um sie wirklich zu verstehen. Wir muessen da in die Jahrhunderte oder sagen wir Jahrtausende alte und darum doch immer wieder neue und ueberraschende Erfahrung und das Glaubensleben der Kirche eintauchen, anders geht es nicht. Am Schreibtisch allein werden Sie da ganz sicher nicht zu einem realen Ergebnis kommen, so wie man das Schwimmen auch nicht an Trockenschwimmgeraeten erlernen kann. Dass Luther mit dem Jakobusbrief nicht zurecht kam, liegt daran, dass er an diesem Punkt eine Brille aufgesetzt hatte, die ihm das Verstehen unmoeglich gemacht hat. Das aendert aber nichts an der Tatsache, dass der Jakobusbrief genau wie die beiden Petrusbriefe zum Kanon gehoeren, so wie die Apostel Jakobus und Petrus zu den Saeulen unter den Aposteln der Urkirche gehoeren.
Und was Sie als Widersprueche zwischen einzelnen Schriften oder Passagen der Heiligen Schrift hinstellen, sehe ich eher als Ausdruck des Reichtums eben dieser unserer Heiligen Schrift. Es mag sein, dass wir da manches nicht unter einen Hut bringen, aber ich bin trotzdem fest ueberzeugt, dass wir das allein auf Grund unserer mangelnden Erfahrung nicht koennen. Der Punkt, an welchem sich unser Gespraech entscheidet, duerfte der sein, inwieweit wir davon ausgehen, dass wir es mit dem dreieinigen, allmaechtigen und barmherzigen Gott, Vater, Sohn und Heiligem Geist zu tun haben, der Himmel und Erde und den Menschen geschaffen hat, und der von sich sagt: Ich bin heilig, darum sollt ihr auch heilig sein.
Denn wenn wir von dieser Voraussetzung ausgehen, dass wir es bei der Exegese und allen unsern Bemuehungen mit dem dreieinigen Gott zu tun haben, dann moechte uns unser Gefasel ueber alle moeglichen Widersprueche und Ungereimtheiten recht schnell vergehen. Dann gehen wir auf die Knie und bitten den allmaechtigen und barmherzigen HERRN, dass ER uns gnaedig sein moege, weil uns dann aufgegangen ist, dass wir Suender sind und dass wir zu unsrer Erloesung Seine Gnade und Barmherzigkeit brauchen. Und dann werden wir uns unsre Bibel auch nicht mehr selber zurechtbasteln. Es koennte ja sein, und es ist ganz sicher so, dass der Gesichtskreis unsres HERRN Jesus Christus eben doch etwas weiter reicht als der unsre und unser in uns selbst verliebtes EGO. Luther redet da bekanntlich vom in sich selbst verkruemmten Ich (incurvatus in se), dem alten Adam.

HERR Jesus Christus, erbarme dich unser!

Verfasst von j. terrester am 9. Februar 2011 - 12:32.

Hatten Sie etwa gedacht, Gott sei zahm, zimperlich und senil?

Lieber Undichso würden Sie das Wort Gottes auch aus anderen Motiven lesen, als...

Lieber Undichso
würden Sie das Wort Gottes auch aus anderen Motiven lesen, als aus der Absicht, es lächerlich zu machen, dann wüssten Sie etwas davon, dass Gott eben kein zimperlicher Gott ist, kein schreckhafter ungerechter Souverän, den Sie nach Menschenrechtskriterien wegsperren könnten (Aslan ist eben ein wilder Löwe, würde C.S. Lewis sagen); und Sie wüssten wohl auch etwas vom therapeutischen Wert der Zornespsalmen: Wer seine Wut GOTT sagt und im Übrigen das Gericht IHM überlässt, der sündigt nicht. Sie wüssten vielleicht auch, dass das Neue Testament, genau wie auch das alte, mit einem radikalen schonungslosen Bruch mit der Sünde aufruft: "Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, reiß es aus". Das Menschgewordene Wort Gottes für Sie und mich trägt den Namen Jesus Christus. Lassen Sie uns die Schrift - weder in meiner Weise, noch in Ihrer, sondern - in SEINER Weise zu lesen und zu leben wagen.
Mit Gruß
jt

Verfasst von j. terrester am 5. Februar 2011 - 21:15.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als um das Himmelreich

  Die liberalen Schriftgelehrten meinen: wir sind gottlob nicht so...

 

Die liberalen Schriftgelehrten meinen: wir sind gottlob nicht so scheinfromm und heuchlerisch wie diese konservativen Pharisäer!
Die konservativen Frommen meinen: wir sind gottlob nicht so liberal und flapsig im Umgang mit der Bibel, wie diese liberalen Bibelinterpreten.
Unser Herr aber, der Herr der Kirche und der Welt, meint alledem gegenüber Mat 5:20: 

"Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen."

Das bedeutet doch
zum Einen: egal, wie gut und gewandt und schlüssig die Theologen und Schriftgelehrten in ihrem Bibelstudium sind, und
zum Anderen: egal wie fromm sich die Konservativen Pharisäer geben inihrem Bemühen, Gottes Willen im Alltag zu verwirklichen und Ihr Leben in jedem Detail zu heiligen -

es gilt, nach Jesu Wort und Willen, besser, ernster, eifriger, frommer, heiliger zu sein als beide sich abgrenzende Seiten!

Denn die "Gerechtigkeit" - das ist der ganze christliche Lebenswandel, der heilige Ernst im Bibelstudium und der Heilige Ernst in der Frömmigkeit: Jesu Jünger müssen besser sein als  Schriftgelehrte und Pharisäer zusammengenommen. Nicht allein die Lehre sondenr auch das Leben; nicht allein das Wissen, sondern auch das Handeln, nicht allein der eigene Wille sondern der Wille Gottes müssen sich entsprechen.

Hier gibt es keine homo- oder heterosexuelle Überheblichkeit, keine Selbstgefälligkeit und keine Selbstgerechtigkeit mehr. Es gilt, Buße zu tun, seinen Geist, seine Seele und seinen Leib zu heiligen und dem Herrn zu sagen: "Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe." Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als um das Himmelreich. 

Zuletzt: Hand aufs Herz - kann sich jemand einen homosexuellen Schriftgelehrten oder einen homosexuellen Pharisäer vorstellen? Versäume keiner das Himmelreich!
 

 

 

Verfasst von "Differenzieren bitte" am 6. Februar 2011 - 2:31.

Die Bibel richtig lesen!

Hallo terrester, du zitierst mt 5,22. Ich glaube nicht, dass der Sinn darin...

Hallo terrester,

du zitierst mt 5,22. Ich glaube nicht, dass der Sinn darin besteht, sich den Himmel mit besserer Gerechtigkeit zu erkaufen. Jesu Grundbotschaft ist immer: Den Himmel bekommt ihr von Gott geschenkt. Den Himmel kann man sich nur schenken lassen.
Und trotzdem geht es nicht darum, dass nun die Gebote nicht mehr gelten. Aber der Sabbat ist für den Menschen und nicht der Mensch für den Sabbat.
Wenn sich aber jemand darauf einlässt, genau die Gebote alle einhalten zu wollen, dann muss er eifriger sein als Schriftgelehrte und Pharisäer.

Aber genau darum geht es wiederum Prof. Ebach: Wer sich auf die Gebote derart einlässt, der muss sich auf _alle_ Gebote einlassen. Genau das machen aber "unsere Frommen" heute nicht. Sie lassen sich nicht beschneiden, essen Blutwurst und Schweinefleisch und trennen nicht Milchiges vom Fleischigen. Aber sie halten Menschen, die homosexuell empfinden vor, dass sie in entsprechenden Partnerschaften auch ihre Sexualität praktizieren.
(Was haben Christen diesen Menschen angetan, indem sie Schwule in Heimlichkeit getrieben haben, indem sie verhindert haben, zu diesen Partnerschaften zu stehen, und Christen tun es noch heute. Ich kenne solche Menschen im Bekanntenkreis, und sie leiden unter den Christen, sie fühlen sich aus frommen Gemeinschaften ausgeschlossen: Wie wäre das für Dich, wenn Du gezwungen wärst, über Jahrzehnte den allerliebsten Partner in der Öffentlichkeit zu verleugnen? Mir fallen momentan nur Priesterfrauen und Priesterkinder ein, die ähnlich leiden an der durch (kath.) Kirche erzwungenen Heimlichtuerei...)

Man begeht m.E. einen riesengroßen Fehler, wenn man einzelne Bibelworte aus dem Zusammenhang reißt und für sich wörtlich nimmt. Viele von Jesu Worten versteht man nur aus der Situation heraus, in der Jesus sie (vermutlich) gesprochen hat. Aus dem NT wissen wir, wie oft er "zwischen den Stühlen" saß. Die einen wollten ihn gegen die anderen vereinnahmen, die anderen gegen die einen. Und dann wollten wieder beide gemeinsam ihn hereinlegen, wollten beide ihn zu einer Äußerung zwingen, damit die anderen ihm daraus einen Strick drehen konnten. Und Jesus musste versuchen, sich so zu äußern, dass er seine Wahrheit nicht verriet, und dass trotzdem keiner von beiden ihn vereinnahmen oder einen Strick draus drehen konnte.

Wie soll jemand predigen, der den Sünden den Himmel verkündigen will???
Das erste Problem besteht darin, dass er sich diesen Sündern so sehr nähern muss, dass es den Frommen bereits ein Dorn im Auge ist.
Und dann erdreistet er sich tatsächlich, diesen stadtbekannten Sündern den Himmel zu verkündigen!
Was denken da die Frommen? "Dann gelten doch (für uns auch) gar keine Gesetze mehr!"
Nein, muss Jesus ihnen sagen, natürlich gelten die Gesetze! Aber anders, vom Himmel her müsst ihr denken!
Und dann gibt es jene, die meinen, über die Frommen herziehen zu können. Die meinen, wenn Jesus ihnen den Himmel verspricht, dann könnten sie auf diese "scheinheiligen" Frommen herab blicken.
Nein, sagt Jesus, den Himmel bekommt ihr nicht geschenkt, damit ihr die Pharisäer verachtet. Wenn ihr _so_ an die Sache heran geht, dann sage ich: Eure Gerechtigkeit reicht bei weitem nicht für den Himmel. Wenn ihr meint, auf sie herab blicken zu können, dann drehe ich den Spieß um. Dann solltet ihr euch Gedanken um _Eure_ Gerechtigkeit machen... -

Nein, einen offen schwul lebenden Pharisäer oder Schriftgelehrten kann ich mir nicht vorstellen. Weil Schwule damals ebenso geächtet waren, wie sie es bis vor kurzem hier in Deutschland noch waren und auf dem Schulhof auch hier immer noch sind. Ja, schwule Pharisäer oder Schriftgelehrte kann ich mir vorstellen, weil es das entsprechende Empfinden bei Menschen damals wie heute bei einem bestimmten Prozentsatz der Menschen gab. Die erzwungene Heimlichtuerei kann ich mir vorstellen - und Jesu Zorn gegenüber Menschen, deren Glaube zwar Berge versetzen kann, die Schwulen gegenüber aber so lieblos sind wie auch heute noch viele Gläubige. Und genau das ist das Problem: Die Gläubigen damals wie heute stellen zu oft ihren Glauben über die Liebe. Obwohl Paulus sagt: Im Zweifel steht die Liebe über dem Glauben. Nie umgekehrt.

Verfasst von Gast am 22. September 2011 - 18:22.
Kommentar auf: Die Bibel richtig lesen!

Blutgenuss im NT - Apostelgeschichte 15,20

Wie so oft, ist auch dieser Abschnitt aus dem Zusammenhang gerissen...

Wie so oft, ist auch dieser Abschnitt aus dem Zusammenhang gerissen interpretiert und deshalb falsch. Es fehlt das Verständnis oder, wie die Bibel sagt, die Decke ist nicht weggenommen oder das Herz verhärtet.
Dieser Passus ist genauso zu verstehen, wie unter 16.3 beschrieben, nämlich aus Rücksicht auf die Juden, weshalb er Timotheus , obwohl Grieche, beschneiden ließ.
Im übrigen sagt Paulus auch: Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist gut für euch!! Gleichgeschlechtliche Liebe ist Gott ein Gräuel und Sünde. Das lässt sich auch in der heutigen aufgeschlossenen Zeit nicht wegdiskutieren. Man muss nur lesen.
Jeder Mensch (Kinde Adams) hat Schwächen und sündige Neigungen. Die Sünde besteht nicht darin, dass man versucht wird, sondern dass man der Versuchung nachgibt.
Christen sollen Homosexuelle als Menschen annehmen, ohne ihren Lebensstil zu akzeptieren.

Verfasst von Rusi am 5. Februar 2011 - 18:30.

Menschenrecht

Ich danke Herrn Professor Ebach für den wunderbaren Artikel. Ich bin in der...

Ich danke Herrn Professor Ebach für den wunderbaren Artikel.
Ich bin in der Evangelisch – Lutherischen Kirche Bayern und möchte darauf
hinweisen, dass in unserer Landeskirche schon viele gleichgeschlechtlich orientierte Pfarrer und Pfarrerinnen im Gemeindedienst tätig und in den
Gemeinden auch anerkannt und beliebt sind. Nun haben die Mitglieder der Synoden ziemlich einstimmig beschlossen, dass unter bestimmten Voraussetzungen homosexuelle Pfarrerinnen mit ihren Partnerinnen und homosexuelle Pfarrer mit ihren Partnern im Pfarrhaus zusammen leben können. Ich finde es war höchste Zeit, diese Regelung so zu treffen. Wenn im „offenen Brief der Alfbischöfe“ der Satz steht:“ Wenn die Ordnung der Kirche eine Ordination gleichgeschlechtlich Lebender und ihre Aufnahme in den pfarramtlichen Dienst ausschließt, so bedeutet das keineswegs, dass diesen damit ihre Menschenwürde abgesprochen würde“, so finde ich gerade diesen Satz für alle unsere homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrer, als auch für alle homosexuellen Christen und Christinnen und ihren Familien sehr verletzend. Warum sollten gleichgeschlechtlich orientierte Menschen kein Recht auf eine auf Dauer angelegte Liebesbeziehung haben? Für mich ist das ein „Menschenrecht“.

Verfasst von "Differenzieren bitte" am 5. Februar 2011 - 10:48.

@ Christkind

Liebes "Christkind", machen Sie sich einmal die Mühe, allein nach den...

Liebes "Christkind",

machen Sie sich einmal die Mühe, allein nach den Bibelarbeiten bei den Kirchentagen der letzten 35 von Jürgen Ebach zu googlen oder sie in Büchereien nachzuschlagen.
Mach Sie sich einmal die Mühe, seine Veröffentlichungen durchzuschauen: Wie argumentiert er? Wie geht er mi der Auslegung der Bibel um? Wie sorgfältig ist er dabei, auch winzige Einzelheiten zu beachten? Wie ernst ist es ihm dabei, die Bibel beim Wort zu nehmen und heute als verbindliche Richtschnur wahrzunehmen?

Ich hatte das Glück, dies mit mehr oder weniger Intensität wahrnehmen zu dürfen, ihn auf vielen Kirchentagen direkt zu erleben, ihn im Hörsaal zu hören und immer wieder mal eine kurze oder längere Veröffentlichung zu lesen, immer mit großem Gewinn.

Sie können sich kein Urteil über ihn erlauben, und was Sie da geäußert haben, ist oberflächlich und daneben und tut einfach weh.

Inhaltlich kann ich jedem Satz von Jürgen Ebach zustimmen. Danke für die präzise Stellungnahme.

Verfasst von j. terrester am 4. Februar 2011 - 19:24.

Das Beste, was ich zu diesem Thema gelesen habe:

  "Wenn Kirchen und Gottesgelehrte den Plan Gottes durchkreuzen /...

 

"Wenn Kirchen und Gottesgelehrte den Plan Gottes durchkreuzen / Die Top-Down-Revolution"
von Gabriele Kuby  ... lesen Sie mehr...  

 

Übrigens, Professor Ebach irrt - "Homo-Ehe" ist kein Menschenrecht:
"THE EUROPEAN CONVENTION OF HUMAN RIGHTS DOES NOT OBLIGE STATES TO ENSURE THE RIGHT TO MARRY TO HOMOSEXUAL COUPLES" (Die Europäische Menschenrechtskonvention verpflichtet die Staaten nicht, ein Recht auf Eheschließung für homosexuelle Paare zu gewährleisten).

 

Verfasst von "Differenzieren bitte" am 7. Februar 2011 - 12:29.

Was verzeiht Christus nicht?

Ich würde Ihnen sogar zustimmen: Christus verzeiht nicht alles. Wenn ich das NT...

Ich würde Ihnen sogar zustimmen: Christus verzeiht nicht alles.

Wenn ich das NT richtig lese, hat er immer gerade mit den Frommen die größten Probleme, die sich anmaßen, anderen Menschen zu erklären, was Gott nicht vergeben könnte.

Dann bringt er m.E. Mühlsteine in Stellung, die den betreffenden Frommen um den Hals gehängt werden müssten. Allerdings verstehe ich auch das in einem übertragenen Sinn, denn Gottes "Rache" sieht anders aus als menschliche Rache. (Jesus konnte drastisch zuspitzen, um Menschen wachzurütteln. Aber nicht, um die Betonindustrie in Hinrichtungsmethoden zu unterstützen und den Mühlsteinhandel anzukurbeln.) Wenn er schon so einfühlsam auf offensichtliche Sünder reagiert, dann wird er auch auf übertrieben Fromme hilfreich reagieren können...

Auch wenn diese (Frommen) vergessen haben, dass sie nicht richten sollen, auf dass sie nicht gerichtet werden. Oder wenn sie vergessen haben, wieviel ihnen vergeben wurde, und wie hart das Gericht mit jenen ist, die anschließend unbarmherzig mit anderen sind, denen im Grunde viel weniger zu vergeben wäre.

Noch was (um meine "Denke" verständlich zu machen: Als Ordinierter sehe ich mich mit der Schlüsselgewalt des Petrus durchaus angesprochen (Mt 16,19). Aber ich wäre doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich nun irgendwem den Himmel zuschließen würde. Lukas 16,9 ist da der Schlüssel: Wer gemerkt hat, dass Gott ihm den Himmel aufgeschlossen hat, hat die Aufgabe, auch anderen den Himmel auf- und nicht zuzuschließen. Wie sagt Jesus an dieser Stelle: Die Frommen stellen sich bei dieser Frage oft ausgesprochen blöde an.

Das heißt nicht, dass nun alles erlaubt oder gut ist. Schwule wie Heteros können z.B. durch ihr Verhalten ihre Partnerschaften an die Wand fahren - und das darf man ihnen auch sagen: Tut Buße, damit Eure Liebe deutlich machen kann, wieviel größer Gottes Liebe ist. Kehrt um, dann hat Eure Partnerschaft (wieder) eine Chance. Aber dieser Bußruf kommt nicht von oben herab, sondern aus der Solidarität der von Gott geliebten und gerecht gemachten Sünder, die alle wissen, dass sie nur aus Gottes Gnade heraus leben und lieben können.

Oder noch anders ausgedrückt: Was ist wirklich wichtig am Evangelium?
Das ausgerechnet praktizierende Schwule nicht gerettet werden können?
Oder vielmehr doch, dass Gottes Gnade allen Menschen gilt, und dass die Frommen aufpassen müssen, dass sie selber Gottes Gnade dadurch verspielen, dass sie diese Gnade anderen vorenthalten?
Von diesen Gedanken her sollte man noch einmal ganz neu darüber nachdenken, was mit "der Sünde gegen den Heiligen Geist" in Wirklichkeit gemeint sein könnte und warum besonders die ganz frommen Christen besonders auf der Hut sein sollten...

Verfasst von Arcadio am 4. Februar 2011 - 11:19.

Oh mein Gott

Oh mein Gott, wenn ich diese Kommentare hier lese wird mir ehrlich gesagt übel...

Oh mein Gott,

wenn ich diese Kommentare hier lese wird mir ehrlich gesagt übel. Tut mir leid. Aber wo führt das denn hin? Diese Diskussion ob man schwule nun anerkennen soll oder nicht. Daran führ doch kein Weg vorbei. Es ist längst überfällig. Hat jemand mal darüber nachgedacht wo das ganze herkommt zu welchem Elend der Hass geführt hat und das wir uns glücklich schätzen können in der heutigen Zeit zu leben. Eur Selbstgefälligen Kommentare lassen mich an der Kirche noch mehr Zweifeln als ich es ohnehin schon tue. Ihr solltet euch wirklich schämen und einfach mal die Augen auf machen und aus euren Wohnzimmern herauskommen. Die Welt hat sich weitergedreht und ihr seid alle nicht mehr dabei mit eurem rückwärtsgerichteten Ansichten. Das hat nichts mit Glauben zu tun. Ich spüre hier nur Selbstgefälligkeit, Hass und Minderwertigkeitsgefühle der schlimmsten Art. Das hat nichts mit Christentum zu tun. Das ist einfach nur Menschenverachtendes Gerede. In 20 Jahren wenn man solche Kommentare liest wird man nur mit dem Kopf schütteln und sich fragen wie die Leute nur so etwas denken konnten in der modernen Welt. Das ist wir zu Zeiten der Emanizpation der Afro-Amerikaner in Amerika. Da gab es so viele schlimme Kommentare der weissen Mittelkschicht die sich genauso unglaublich anhören wie diese hier in diesem Forum. Pfui. Schämt euch. Ich hoffe und bete nur dafür das es wirklich einen Gott gibt der das alles einmal richten wird.

Verfasst von Gast am 3. Februar 2011 - 23:07.

Eine deutsche Erscheinung

Allein die Diskussion um Homosexualität in Kirche und Amt kann doch nur eine...

Allein die Diskussion um Homosexualität in Kirche und Amt kann doch nur eine Begleiterscheinung sein. Deutschland ist geistlich total verarmt. In Ländern Südamerikas und in Fernost erleben wir Erweckungen mit tausenden von Gemeindegründungen. Zeichen, dass Gott dort wirkt. Wo aber wirkt Er hier? Das Klugreden von Gelehrten und Kirchenführern vertuscht mehr als es erhellt. Die Finsternis unserer Gesellschaft zeigt sich allerorts: Eltern, die ihre Kinder nicht nach dem Glauben erziehen und so zu einem sinnlosen Leben erziehen. Junge Paare einer Wohlstandsgesellschaft, die durch Abtreibung Gottes Lebenspläne durchkreuzen. Eine Lebensmittelindustrie, die in vielen Bereichen unsere Nahrung vergiftet und die Schöpfung missbraucht. Eine Mediengesellschaft die die Grundlage unserer christlichen Herkunft auf den Kopf stellt und dem Götzendienst hinterher hechelt. U.v.m. Angesichts dieser Glaubensleere, ist die Frage um Homosexualität, wie die Diskussion, ob die Schlagseite eines Schiffes konstruktionsbedingt ist oder auf den nahen Untergang hinweist.

Verfasst von Äthiopier am 3. Februar 2011 - 20:50.

Ernsthafte Bedenken

Sehr geehrte Brüder und Schwestern, ich schreibe als Praktikant aus Äthiopien...

Sehr geehrte Brüder und Schwestern,

ich schreibe als Praktikant aus Äthiopien. Nachdem eben erst Frauen zum Priesterdienst in der lutherischen Mekane Yesus Kirche zugelassen wurden, wurde nun einer jungen Frau ihr Stipendium von einer deutschen Organisation entzogen. Warum? Betreffende Organisation konnte die Stellung der MY Kirche zur Homosexualität nicht mehr tragen. Sprich: Sie wollte in Deutschland nicht durch die Unterstützung von "Homo-Feinden" unbeliebt werden. Dabei übersieht sie, dass durch solche Erinnerungen ein Hass gegen Homosexuelle nicht gelöscht, sondern geschürt wird. Außerdem hindern sie diese junge Frauen von Äthiopien daran, den Priesterdienst auszuüben - also jene, die sich gerade erst ihr Recht erkämpft haben.

Wie bereits richtig bemerkt wurde, ist die Frage der Ablehnund oder Akzeptanz von Homosexualität vor allem ein exegetisches Problem. Wer sich ein ausführliches und unparteiisches Bild machen möchte, der sehe hier nach: http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quel...

Dabei handelt es sich um das wissenschaftliche Bibellexikon der deutschen Bibelgesellschaft, also keine extrem liberale aber, weiß Gott, auch keine evangelikale Quelle. Tatsache ist: Homosexualität ist undenkbar, zumindest für das AT. Und das lässt sich so nicht mit Blutwurst vergleichen: Hier geht es um etwas, das den ganzen Menschen betrifft. Nun hat man zwei Optionen:

1. Man geht davon aus, dass dies alles historisch bedingt ist und eine Ablehnung von Homosexualität lange überholt ist.

2. Man geht davon aus, dass dies immer noch gilt und für Christen verbindlich ist.

Und es wird kaum eine Vermittlung geben zwischen diesen zwei Standpunkten, sie sind von der ganzen Denke her viel zu verschieden. Ich bevorzuge persönlich den zweiten.

Meiner Meinung nach gibt es Modelle, Sexualität zu leben, die wir als Kirche ablehnen sollten. Das heißt nicht Menschen auszuschließen, aber das heißt, dass es Ideale und Grenzen gibt: Z.B. lehne ich auch einen häufigen Partnerwechsel und Polygamie ab etc. Ich lehne es auch ab, wenn Menschen in einer losen Beziehung ohne Aussicht auf Bindung zusammen leben. Es gibt für mich ein Ideal der Sexualität.

Dazu ein anderes Beispiel aus Äthiopien:

Während der Norden des Landes eine lange christliche Tradition hat (siehe Apostelgeschichte 8, 26-39), wurde der Süden erst am Anfang des letzten Jahrhunderts christianisiert. Polygamie war bis dorthin üblich und ist auch heute nich von vielen praktizierte Lebensform.

Frage an Neubekehrte, die mehrere Frauen haben: Was nun? Einerseits lehnen wir als Christen Polygamie ab. Nun waren auch hier welche, die etwas davon sprachen, dass das AT positive Bilder der Vielehe kenne und dass wir im kulturellen Kontext denken müssen. Andere sagten, jede weitere Frau nach der ersten müsse samt Kindern verstoßen werden. Am Ende setzte sich diese grausame Form durch.

Meine Meinung ist aber die: Wir können gut gleichzeitig sagen, Polygamie sei kein christliches Lebensmodell und doch solche, die polygam zu Christus kommen akzeptieren. Dann müssen sie wissen, das es nicht das Ideal ist, aber es ist eben so. Jetzt sind sie schon verheiratet, also darf keine der Frauen verstoßen werden.

Ich denke es ist möglich gleichzeitig christliche Ideale der Sexualität zu wahren und trotzdem in der Seelsorge mit dem einzelnen Fall aus Nächstenliebe zu handeln. Den genannten Fall der Polygamie gab es unter den ersten Christen auch: Sie durften ihre Frauen behalten, konnten aber kein kirchliches Amt übernehmen (daher spricht die Bibel immer vom Zahlenwort "eine," wenn sie von den Frauen der Bischöfe und Diakone spricht).

Das wäre auch meine Antwort in der Frage der Homosexualität. Meine aber eben nur. Der Herr bewahre seine Kirche und zeige ihr was recht ist.

Verfasst von Gast am 16. April 2011 - 8:07.
Kommentar auf: Ernsthafte Bedenken

Herkules am Scheideweg?

Vom unfreiem Willen! Auch Luthers Römerbriefauslegung. Wäre für den Einen oder...

Vom unfreiem Willen! Auch Luthers Römerbriefauslegung. Wäre für den Einen oder Anderen noch mal recht lesenswert. Für Luther von fundamentaler Wichtigkeit. Ein großes Stück Wahrheit liegt denke ich darin.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich Gottes Liebe habe, obwohl ich nicht immer seinen Willen tue, die Menschen lieben kann so wie sie sind, sind sie von Ihm gewollt. Alles geht an ihm vorbei, er lässt es zu, oder eben nicht. Ich hab dich lieb ob schwul oder nicht. Gott allein kennt dich und versteht dich, kein Mensch hat hier das Recht zu urteilen, nur Gott allein. Ich vertraue darauf, das er alles in der Hand hat. Schwul sein ist nicht Fingernägelkauen, das man evtl. unterdrücken, sich mit bitterer Tinktur abgewöhnen kann! Versuch doch mal als Hetero, schwul zu werden. Wir leben nicht im Paradies (noch nicht) und unser Wissen ist Stückwerk. Vergesst die Liebe nicht. Wenn ich einen Menschen ansehe versuche ich immer ihn durch die Augen des Vaters, der Mutter zu sehen. Wer Vater oder Mutter ist spürt einen Hauch von dem was Gott für seine Kinder fühlt.

Verfasst von Gast am 14. Februar 2011 - 10:41.
Kommentar auf: Ernsthafte Bedenken

Versteh ich Sie recht:

Versteh ich Sie recht: Polygamie ist akzeptabel, Homosexualität nicht? Ich...

Versteh ich Sie recht: Polygamie ist akzeptabel, Homosexualität nicht?
Ich brech zusammen...

Verfasst von Coriander am 4. Februar 2011 - 22:27.
Kommentar auf: Austritt?

@ Undichsoyeah

Bleib drin. Wir brauchen dich. Und Kirche ist ja nicht nur das.

Bleib drin. Wir brauchen dich. Und Kirche ist ja nicht nur das.

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von thaubaer am 3. Februar 2011 - 13:21.

Bitte bleiben Sie

Bitte bleiben Sie! Gegen die Sperrung des Beitrags von Nutzer terrester, durch...

Bitte bleiben Sie!

Gegen die Sperrung des Beitrags von Nutzer terrester, durch die Redaktion, möchte ich hiermit protestieren!

Die Redaktion hätte auch Möglichkeit gehabt eine Stellungnahme zu formulieren. Den Beitrag eines gemeldeten Nutzers zu löschen, hat doch ein arges Geschmäckle!

Verfasst von HannoTerbuyken am 3. Februar 2011 - 15:18.
Kommentar auf: Bitte bleiben Sie

Es hat überhaupt kein

Es hat überhaupt kein Geschmäckle. Wir haben unsere Community-...

Es hat überhaupt kein Geschmäckle. Wir haben unsere Community-Richtlinien und bemühen uns, inbesondere Beleidigungen von großen Menschengruppen nicht zuzulassen. Nur weil sich ein User anmeldet, hat er noch lange nicht das Recht, die Richtlinien außer Kraft zu setzen. Unsere Stellungnahme steht im gelöschten Kommentar, ihr gibt es nichts mehr hinzuzufügen - außer dass es auch im Ermessen der Redaktion liegt, welches Gesamtbild die Seite nach außen hin abgibt. Wir lassen sehr viel zu, aber da wo die Ideen unserer Leser ins Abstruse wandern (z.B. Homosexualität sei wähl- oder heilbar, oder bei der Aussage: Wer Christ ist, kann nicht homosexuell sein), lassen wir das nicht stehen.

****************************
Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast am 10. Februar 2011 - 19:26.
Kommentar auf: Es hat überhaupt kein

Ja, da kann man wohl nur

Ja, da kann man wohl nur entschieden hinter der "Guten Redaktion" stehen!Ich...

Ja, da kann man wohl nur entschieden hinter der "Guten Redaktion" stehen!Ich bin zwar nicht homosexuell, finde aber derlei merkwürdige Aussagen "irgendwie absolut nicht mehr zeitgemäß" und halte sie für eine Degradierung und Fehlinterpretation von Homosexualität!

Verfasst von thaubaer am 3. Februar 2011 - 16:04.
Kommentar auf: Es hat überhaupt kein

_Denkverbote_

Das heisst also hier existieren Denkverbote? Ein Beispiel, öffentlich hier...

Das heisst also hier existieren Denkverbote?

Ein Beispiel, öffentlich hier zu sagen ich hielte Homosexualität für heil oder wählbar, würde mir die Löschung meiner These einbringen. Ist dem so?

Verfasst von thaubaer am 4. Februar 2011 - 9:28.
Kommentar auf: beileibe nicht

Von A bis Z

Lieber Mühlstein, ich wehre mich gegen diese Volkserziehung. Es hat...

Lieber Mühlstein,
ich wehre mich gegen diese Volkserziehung. Es hat Tradition in Deutschland, für die Massen zu entscheiden was geschmacklos und unerträglich ist. Wie in diesem Fall meint man es dem werten Publikum nicht zumuten zu können wenn eine Meinung der eigenen konträr entgegensteht.

Es ist aber so, dass wenn wir es mit der Meinungsfreiheit ernst meinen, wir alle Meinungen von A bis Z brauchen! So unerträglich und widerlich sie auch sein mögen. Am Ende steht der mündige Bürger der sich aus allem seinen Konsens bildet.

Da man aber in weiten Teilen eben diesem Bürger misstraut, wird für ihn entschieden, um ihn vor diesem und jenem "Gedankengut" zu schützen. In der DDR nannte man das Agitation!

Es wäre wert das hier zur Diskussion zu stellen!
 

Beste Grüße
thaubaer

 

Verfasst von thaubaer am 4. Februar 2011 - 11:39.
Kommentar auf: Von A bis Z

Voltaire

In diesem Zusammenhang. Ich weiss ist schon ziemlich abgedroschen aber passt....

In diesem Zusammenhang. Ich weiss ist schon ziemlich abgedroschen aber passt.

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Voltaire

Verfasst von thaubaer am 4. Februar 2011 - 11:35.
Kommentar auf: Volkserziehung

Lieber Mühlstein, Hand aufs

Lieber Mühlstein, Hand aufs Herz, wenn ich es mit der Etikette ernst meine...

Lieber Mühlstein,

Hand aufs Herz, wenn ich es mit der Etikette ernst meine, dann verbiete ich nicht den Mund.

Im Reallife kann ich ein Gemeindemitglied auch nicht Stummschalten in einer Diskussion.

Was ich nach der Etikette erwarten kann ist heftiger Widerspruch! Dieses wichtige Element, in einer Diskussion, wird mir als Teilnehmer genommen. Man meint mich vor etwas schützen zu müssen, aber man nimmt mir das Recht mich uneingeschränkt zu informieren.

Beste Grüße

thaubaer

 

Verfasst von Timm Stefan am 3. Februar 2011 - 11:22.

Einheitliches Pfarrdienstrecht

Es ist gut und richtig, dass endlich in allen 21 Landeskirchen der EKD ein...

Es ist gut und richtig, dass endlich in allen 21 Landeskirchen der EKD ein einheitliches Pfarrdienstrecht herrscht. Pfarrer, die innerhalb Deutschlands den Wohnsitz wechseln, müssen sich auf einheitliche Regeln hier verlassen können. Daher schön, das die EKD dies einstimmig auf ihrer Synode verabschiedet hat.

Ausserdem finde ich es gut, das nunmehr auch kirchenrechtlich in allen Landeskirchen der EKD verpartnerte homosexuelle Pfarrer Ihren Dienst im Pfarrhaus ausüben können und offen als homosexuelle Paare leben dürfen.

Übrigens ist dies auch in anderen christlichen Kirchen bei den Anglikanern (in England, USA, Kanada), bei den reformierten Kantonskirchen in der Schweiz, bei der Protestantischen Kirche der Niederlande, bei den lutherischen Kirchen Skandinaviens, bei der United Church in den USA, usw. erlaubt.

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Und das der Zölibat, hinter dem sich viele homosexuelle, katholische Priester über Jahrhunderte "versteckt" haben, der falsche Weg ist, zeigt der extreme Priestermangel bei den Katholiken in westlichen Industriestaaten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Homosexuelle Studenten in Industriestaaten sind nicht mehr bereit, sich ein Leben lang als Single zu verstecken und das ist "gut so", würde Berlins katholischer Bürgermeister Wowereit hier sagen. Hierzu gibt es das aktuelle gute Buch "Heiliger Schein" vom katholischen Theologen David Berger, der aufzeigt, wie die Katholische Kirche im 21. Jahrhundert den gesellschaftlichen Entwicklungen hinterherläuft und keine studierte Priesteramtskandidaten in Industriestaaten mehr finden wird.

Gut fande ich auch den Offenen Brief der acht evangelischen, deutschen Theologieprofessoren zu diesem Thema, der sehr gut die Argumente zum neuen Pfarrdienstrecht darlegte.

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