Bischof Weber: Die Abendmahlsfrage nicht länger hinausschieben

Brot und Wein

Die Frage des gemeinsamen Abendmahls wird Jahr für Jahr hinausgeschoben, so Bischof Weber. Foto: iStockphoto

Interview - Nach wie vor gehen die Christen getrennt zum Tisch des Herrn - auch beim Ökumenischen Kirchentag nächste Woche in München. Doch es wird Zeit, die Abendmahlsfrage zu klären, findet der evangelische Bischof Friedrich Weber. Er setzt sich für Gespräche zwischen Lutheranern und Katholiken über das Thema ein. In einem Interview mit evangelisch.de spricht der Bischof, der zu den wichtigsten lutherischen Ökumenikern in Deutschland gehört, ferner über seine Hoffnungen für das bevorstehende Christentreffen, verteidigt selbstbewusst das evangelische Kirchenverständnis - und erläutert, warum die theologischen Fachdiskussionen auch für die "normalen" Christen von Bedeutung sind.

Die Fragen stellte Bernd Buchner

evangelisch.de: "Damit ihr Hoffnung habt" lautet das Motto des Ökumenischen Kirchentags. Welche Hoffnung haben Sie?

Weber: Ich fahre in der Hoffnung nach München, dass das, was wir ökumenisch erreicht haben, nicht vergessen, sondern neu belebt und gefeiert wird – und Gestalt bekommt auch in einer sich verändernden äußeren Form unserer Kirchen. Sie sollten näher zusammenkommen, sollten nicht das Trennende beschreien, sondern das Verbindende leben bis in die praktischen Vollzüge hinein.

evangelisch.de: Das Trennende ist zum Beispiel das Abendmahl.

Weber: Ja, das trennt uns ohne Frage, auch das Amt und das Verständnis von Papst, Bischof oder Priester, daraus abgeleitet bestimmte Ansichten über das Wesen der Kirche. Dass die evangelische Kirche immer noch als mit Defekten ausgestattet beschrieben wird, muss uns aber nicht kümmern. Denn wir kommen durch einen Blick in die Schrift, ins Neue Testament, zu einer anderen Selbstbeschreibung, und das macht uns selbstbewusst. Doch es ist schade, dass man nicht zu einem anderen Reden und Denken über den ökumenischen Partner kommt. Das ist betrüblich. Doch es beschädigt uns nicht in unserem Kirchesein – denn das bestimmen wir schon selbst.

evangelisch.de: Die wahre Kirche ist nach lutherischem Verständnis unsichtbar. Was wird die sichtbare Kirche sein, die in München zu sehen ist?

Weber: Sie wird bunt und lebendig sein, mit sehr vielen jungen Leuten. Wir werden sicherlich über empfindliche Fragen streiten – über gerechten Frieden etwa, Afghanistan spielt eine Rolle. Wir werden über Armut in Deutschland reden, über Teilhabemöglichkeiten auch im Bereich der Bildung. Aber auch ganz fromme Themen spielen eine Rolle, etwa die Frage, wie mein eigenes spirituelles Leben aussieht.

evangelisch.de: Sind Sie betrübt, dass es kein gemeinsames Abendmahl geben wird?

Weber: Ja, bin ich. Natürlich haben wir gewusst, dass sich die Verantwortlichen letztlich nicht anders verhalten können. Ich bin dennoch betrübt, weil das ein Thema ist, das Jahr für Jahr und Dekade für Dekade immer wieder hinausgeschoben wird. Wenn man sich bewusst macht, wie die ersten Christen täglich zusammenkamen, das Herrenmahl feierten und damit Gemeinschaft konstituierten, dann ist das ein großer Defekt, den wir heute haben.

Ein Impuls von Gunther Wenz

evangelisch.de: Sie wollen eine Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl.

Weber: Ich habe mir einen Impuls des Münchner Theologen Gunther Wenz zu eigen gemacht. Es geht um die Frage, ob wir evangelische und katholische Christen nicht mittlerweile theologisch so weit sind, gemeinsam zu beschreiben, was wir über Abendmahl und Eucharistie denken – und das in einer Erklärung festhalten. Diese muss dann auch rezipiert und wahrgenommen werden. In der wissenschaftlichen Arbeit sind wir schon so weit, doch sehr wichtig ist die kirchenamtliche Rezeption solcher Ergebnisse. Eine Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl wäre ein wichtiger Schritt – gegenwärtig ist eine Erklärung zur Taufe in Arbeit, dann könnten solche zum Amt und letztlich zur Kirche und zum Kirchenbegriff folgen.

evangelisch.de: Wie weit wäre dann noch die Kircheneinheit?

Weber: Es wäre zunächst eine großer Schritt zu einer größeren sichtbaren Einheit in Lehrfragen. Die sichtbare Einheit muss gar nicht so aussehen, dass sich evangelische und katholische Kirche innerhalb von 15 Jahren organisatorisch verbinden. Es werden immer Unterschiede bleiben – in der Mentalität, in der Liturgie. Diese Unterschiede müssen wir gar nicht einebnen, denn das ist ja auch ein großer Reichtum. Aber wir müssen öffentlich bekunden können, dass wir uns in den Grundfragen nicht nur je und dann einig sind, sondern dass wir übereinstimmen.

"Um welche Sachen kümmert ihr euch eigentlich?"

evangelisch.de: Wie erklären Sie den "normalen" Christen diese theologischen Unterschiede?

Weber: Die sagen uns doch, um welche Sachen kümmert ihr euch eigentlich? Sorgt lieber dafür, dass die Kirchen wieder voll werden und dass die Predigten ordentlich sind! Viele unserer Gemeindemitglieder interessieren diese Fragen überhaupt nicht. Sie spüren aber an den Wirkungen, wie schädlich es ist, wenn die Fragen nicht geklärt sind – etwa bei den bekenntnisverschiedenen Ehen. Mir sagte neulich ein Katholik, er würde gerne zur Eucharistie gehen. Aber da er geschieden sei, darf er nicht und bleibt mit sehr trauriger Miene sitzen.

evangelisch.de: Zwischen dem ersten ÖKT 2003 in Berlin und dem nun folgenden Treffen in München lagen sieben Jahre – rein kalendarisch müsste der nächste ÖKT 2017 stattfinden. Ein Ökumenetreffen im Lutherjahr?

Weber: Das wäre eine große Sache, der Ökumenische Kirchentag als Abschluss der Reformationsdekade und zugleich als Beginn einer ökumenischen Dekade.


Prof. Dr. Friedrich Weber (61), seit 2002 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, ist Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sowie Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Weber lehrt als Honorarprofessor an der Technischen Universität Braunschweig. Beim Ökumenischen Kirchentag in München nimmt er unter anderem an der Podiumsdiskussion "Im Dienst des einen Herrn - das kirchliche Amt in der ökumenischen Diskussion" (Samstag, 15. Mai, 16 Uhr) teil. Der Münchner Theologieprofessor Gunther Wenz wird bei der Veranstaltung ein Kurzreferat halten.

Kommentare

Verfasst von Wilhelm Drühe am 8. Mai 2010 - 17:13.

Gemeinsame Erklärung zur Lehre vom Herrenmahl

Die Skizze des Entwurfs von dem Münchener Professor Gunther Wenz hat mich...

Die Skizze des Entwurfs von dem Münchener Professor Gunther Wenz hat mich zum Weiterdenken gebracht - aber auch an einer Stelle Fragen aufgeworfen. Wie weit Evangelische sind, das wird deutlich gemacht - aber wie steht es denn mit der katholischen Seite? Da lese ich an einer Stelle: "... ist katholischer Ekklesiologie nicht unmöglich." Stimmt das denn? Ich habe häufig genickt, weil ich zustimme - dann taucht aber plötzlich der Begriff "Amtstheologie" auf und es wird von "verbleibenden amtstheologischen Differenzen" gesprochen, von der "amtstheologisch akzentuierten Betonung der Sichtbarkeit kirchlicher Einheit." Werden hiermit die bekannten und überkommenen Gegensätze, die zur Kirchentrennung geführt haben, hintenherum wieder hervorgeholt, nachdem man vorher getan hat, als seien sie überholt worden - durch die Entwicklung aufeinander zu? Was ist denn eigentlich "Amtstheologie"? Oder was soll sie, wozu ist sie gut?
Das Papier macht sich gut vor dem 2. Ökumenischen Kirchentag. Und Bischof Friedrich Weber hat sich "den Impuls" zu eigen gemacht. Wenn doch ein katholischer Bischof - es muss ja nicht der Vatikan oder ein Kurienkardinal sein! - etwas zu diesem Impuls sagen würde!! So lese ich: Die lutherische Praxis verdient katholischerseits Respekt und ein katholischer Christi steht nicht im Widerspruch zu seiner Kirche ... Aber mir bleiben Fragen!

Verfasst von Gast am 6. Mai 2010 - 7:52.

Das Besondere eines Ökumenischen Kirchentags

Das Besondere eines "Ökumenischen Kirchentags" ist, dass dort nicht erlaubt ist...

Das Besondere eines "Ökumenischen Kirchentags" ist, dass dort nicht erlaubt ist, was an der Basis längst praktiziert wird.

Verfasst von Wilhelm Drühe am 5. Mai 2010 - 12:03.

Abendmahlsfragen

"Natürlich haben wir gewusst, dass sich die Verantwortlichen...

"Natürlich haben wir gewusst, dass sich die Verantwortlichen letztlich nicht anders verhalten können," sagt Bischof Weber. Was soll dann das Gerede von "Ökumene", wenn man sich nicht anders verhalten kann? Hat Vordenker Schorlemmer nicht recht, wenn er von einem Münchener "Etikettenschwindel" redet, wo den Menschen etwas vorgemacht wird - und die Verantwortlichen haben sich längst - augenzwingernd! - verständigt?
Ökumenischer Denkweg müsste bedeuten, dass alles (!) auf dem ökumenischen Prüfungstand gestellt wird - unser Abendmahl und die römisch-katholische Eucharistie. Alles mit dem zu vergleichen, was die ersten Christinnen und Christen zusammenführte beim "Herrenmahl", ist ja wohl ein Witz - eines Theologen unwürdig. Aus dem "Herrenmahl" ist längst in den vielfältigen Formen ein "Kirchenmahl" geworden, bei dem die Kirchenleitungen die Regeln festgesetzt haben.
Sollte nicht in München ein ökumenischer Kirchentag gefeiert werden - aber die Herrenmahls-Frage sollte wegen der Ehrlichkeit und Redlichkeit ausgeklammert werden. Die Kirchenleitungen müssen sich entscheiden und sie sollten nicht so tun, als hätte das Kirchenvolk letztlich damit zu tun - ist an der Basis nicht schon längst die Entscheidung gefallen?

Verfasst von Gast am 5. Mai 2010 - 8:31.

Beeilung ihr Dogmatiker!

Wir haben am 1.Mai mit unserem Enkel das Fest der Konfirmation gefeiert. Eltern...

Wir haben am 1.Mai mit unserem Enkel das Fest der Konfirmation gefeiert. Eltern und Geschwister, Großeltern, Paten und Freunde des Konfirmanden waren beieinander. Es war eine Gesellschaft von 30 Personen.

Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurde das Abendmahl gefeiert. Neben mir stand im Kreis eine Katholikin, die ganz selbstverständlich teilnahm. Sie gehörte ja zu der versammelten Gemeinschaft. Sie nahm Brot und Wein. Wir reichten einander die Hände und fühlten uns gestärkt, hoffend auf den erteilten Segen.

Ich erzähle ihnen das, um darauf hinzuweisen, dass die Menschen weitaus klüger und fortgeschrittener sind, als die Fachleute Dogmatiker glauben. Gemeinschaft in Jesus ist das Verbindende – wozu bedarf zusätzlich noch eines amtlichen Sigels.

Die neue niedersächsische Ministerin Özkan hat es auf den Punkt gebracht, als sie ihren Amtseid unter Anrufung Gottes ablegte, sie sagte: der Gott aller drei monotheistischen Religionen ist doch der gleiche.

Die Theologen müssen sich beeilen mit ihren Deutungen, sonst hören die Menschen nicht mehr auf sie. Ich vermisse Frau Käßmann sehr!

Verfasst von chr am 5. Mai 2010 - 11:13.
Kommentar auf: Beeilung ihr Dogmatiker!

Teilnahme beim Abendmahl

Wir sollten nur aufpassen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen...

Wir sollten nur aufpassen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Dass katholische Christen selbstverständlich zu evangelischen Abendmahlsfeiern eingeladen sind, versteht sich von selbst, weil Jesu der Einladende ist. Viele Pastorinnen und Pastoren und Pfarrerinnen und Pfarrer sagen dies ausdrücklich zu Beginn einer Abendmahlsfeier. Aber das katholische Christen an einer evangelischen Abendmahlsfeier teilnehmen, macht diese noch nicht ökumenisch....

Chr

Verfasst von Wilhelm Drühe am 5. Mai 2010 - 14:38.
Kommentar auf: Teilnahme beim Abendmahl

Einladung

Ist denn wirklich Jesus der Einladende, nicht die jeweilige Kirche, die...

Ist denn wirklich Jesus der Einladende, nicht die jeweilige Kirche, die Zulassungsbestimmungen erlässt? Aus dem Herrenmahl ist doch längst ein Kirchenmahl geworden - man lese einmal die katholischen Kirchenrechts-Bestimmungen (Can.) über die Eucharistie, dann müsste das Reden über Jesus als Einladender verstummen ... Wir Evangelischen unterlaufen die Kirchentrennung, die sich auch auf das Kirchenmahl auswirkt, dadurch, dass alle Getauften kommen dürfen - das ist gut! Machen wir gemeinsam mit den Orthodoxen (nicht mit allen!) eine Mahlfeier/Abendmahl, dann darf von unserer Seite keine Pastorin teilnehmen (oder?). Jesus der Einladende - das müsste anders aussehen!
Eine Rückkehr zum Herrenmahl, bei dem Jesus der Einladende ist, könnte eine Agape-Feier mit Brot und Wein sein, die auf Priester und Transsubstantiation verzichtet - und sich dem nähert, was in der Jesus-Bewegung üblich war, da werden die Kirchen nicht mitmachen. Sie gehen von bestimmten Ansprüchen aus - auch unsere evangelische!

 

Verfasst von Gast am 5. Mai 2010 - 10:21.
Kommentar auf: Beeilung ihr Dogmatiker!

Was ist das in deiner Hand? Brot oder GOTT?

Frau Käßmann war auch nicht der Weisheit letzter Schluss, und beim Kirchentag...

Frau Käßmann war auch nicht der Weisheit letzter Schluss, und beim Kirchentag wird sie ja dabei sein.

Ein Katholik hat kein Problem mit dem Abendmal, denn das ist ja nur Brot und Wein, symbolisch halt.

Aber bei der Eucharistie verwandelt sich dieses Brot und dieser Wein in GOTT. Wer dies nicht annimmt, kann auch Gott nicht annehmen. Auch ein getaufter Katholik, der dies nicht versteht, ist nicht am Tisch des Herrn geladen. Hart gesprochen.

Ein geschiedener Katholik kann übrigens durchaus zur Kommunion gehen. Wenn er die Ehe im Geiste aufrecht erhält. Wenn er seinem Partner, auch wenn der sich von ihm losgesagt hat, die Treue hält bis in den Tod. Eine weltliche Scheidung zählt hier nicht. Eine Scheidung durch das Standesamt zählt nun mal nicht für die Kirche. Aber auch für die katholische Kirche ist die Ehe nicht ewig, wenn sie unvollkommen geschlossen wurde. Wurde bei der kirchlichen Trauung ein Partner wissentlich getäuscht (Frage nach Kinderwunsch z.B.) kann die Ehe aufgelöst werden.

Waren die Partner nur standesamtlich verbunden, ist das keine Ehe im kirchlichen Sinn. Da liegt die Sünde eher in der "wilden" Ehe. Wird so eine staatliche Ehe geschieden, war und ist der jeweilige Partner für die katholische Kirche ledig. Denn diese Verbindung wurde nicht von/vor Gott geschlossen.

Der Allah Mohammeds und der Vater Jesu sind nicht wesensgleich. Die monotheistischen Religion sind sich ähnlich, weil sie eben nur einen Gott haben, aber nicht unbedingt ausschließlich. Allah z.B. "ist der Größte", aber wovon? Der Größte unter den Göttern? Nein, der Gott des Islams und der Gott der Bibel sind nicht einfach gleich zusetzen.

Verfasst von Gast am 6. Mai 2010 - 7:55.

Eindrucksvoll

Sehr eindrucksvoll, mit welchen Spitzfindigkeiten hier argumentiert werden darf...

Sehr eindrucksvoll, mit welchen Spitzfindigkeiten hier argumentiert werden darf und auch wird!

Verfasst von Gast am 5. Mai 2010 - 8:04.

Rückkehr zum Kreuz Christi

Nach CA VII ist Kirche die Versammlung der Heiligen, in welcher das Evangelium...

Nach CA VII ist Kirche die Versammlung der Heiligen, in welcher das Evangelium rein gelehrt und die Sakramente lauts des Evangelii gereicht werden. Das ist unser Ausgangspunkt. Natürlich tut es weh und muß es uns weh tun, daß wir kein gemeinsames Heiliges Abendmahl und keine gemeinsame Eucharistiefeier haben, und es ista uch wichtig, daß wir unsern christlichen Glauben gemeinsam bezeugen. Dazu gehört aber auch, daß wir mit der Verachtung des heiligen und unveränderlichen Wortes Gottes aufhören und vielmehr gemeinsam genau auf dieses eine Wort hören, das uns ja zum Heil gesagt ist.
Und weil das Beispiel gebracht wurde, so sei dies auch einmal gesagt: Unser HERR Jesus Christus Christus hat an die Unauflöslichkeit der Ehe zwischen Mann und Frau (etwas anderes ist nach christlichem Verständnis keine Ehe!) erinnert: "Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden!" (Matth. 19). Es muß leider beklagt werden, daß wir Evangelische in dieser Hinsicht ziemlich verantwortungslos handeln. Wir tun alles, damit die Ehe nach christlichem Verständnis aufgelöst werde und keine Geltung mehr habe. Im Gegenteil, wir nennen gut, was böse ist, und führen damit die Menschen in die Irre, und wir bekräftigen das, indem wir selbst auf Leitungsebene keine anderen Massstäbe mehr kennen als die einer säkularisierten Welt, die von Gottes Wort nichts wissen will.
Ich sage damit nicht, daß wir hochnäsig mit tragischen Situationen umgehen sollen. Das sollen wir nicht. Aber wir sollen sie nehmen als das, was sie sind. Und wo Sünde ist, soll sie nicht gutgeredet werden. Vergebung ist etwas anderes als die Sünde gutheißen.
Und was unser kirchliches Selbstbewußtsein anlangt, das der hochwürdige Herr Bischof S.E. Prof. Dr. Friedrich Weber ja so betont anspricht, so sei hier gesagt, daß unsere Stärke allein in Gott liegt. Wir Evangelische haben unsere Kraft niemals aus irgendwelchen "Errungenschaften" der Evangelischen Kirche, menschlichen Erfindungen oder Verdiensten, sondern immer nur aus dem Gehorsam gegenüber Gottes Wort gewonnen, an erster Stelle muß also die Rückkehr zur reinen Lehre des Evangeliums stehen. Verfälschungen des Wortes Gottes wie die sog. "Bibel in gerechter Sprache" sind Instrumente zur Verführung des Volkes Gottes, die uns auf elende Abwege bringen. Wir haben eine Verpflichtung zur Wahrheit, weil unser HERR Jesus Christus selber der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und deshalb sollen wir alles vermeiden, was auch nur den Geringsten unter unseren Brüdern und Schwestern zum Abfall verführt. Deshalb ist es wichtig, daß wir zusammenstehen, daß wir uns an das Wort Gottes und seiner Propheten und Apostel halten, und nicht etwa über den Apostel Paulus lehren, das heute nicht mehr Geltung habe, was er gesagt hat, weil wir heute in einer anderen Zeit leben.
Nein, Freunde, Gott läßt nicht mit sich spotten. Aber was wir treiben, geht unter keine Kuhhaut. Wir sind hochmütig, rechthaberisch und laufen hierhin und dorthin, um nicht hören zu müssen, was Gottes Wort uns sagt. Wenn Orthodoxe oder Katholiken uns sagen, daß wir in dem oder dem Punkt unsere Position überdenken sollen, trumpfen wir mit der Forderung nach Respekt auf, ohne dabei zu bedenken, daß sie uns all das aus Liebe sagen. Sie bitten uns, daß wir die Prinzipien des Evangeliums beachten, und wir stampfen trotzig mit dem Fuß auf und fordern, daß die Ökumene unverbindlich bleibe: jeder soll machen können, was er will, ohne dabei zu beachten, was Gott von uns will.
Im Gegenteil, selbst die bedächtigeren und moderateren Stimmen werden alsbald mit der Guillotine des Fundamentalismus bedroht, und die andere Variante ist, daß man überhaupt jede ökumenische Bemühung ablehnt. Mensch, Freunde, habt Ihr vergessen, daß wir einen lebendigen HERRN im Himmel haben, der allmächtig und barmherzig ist???
Wir aber tun so als würden wir irgendein Geschäft verrichten, das völlig gleichgültig ist. Nein, es geht um das Seelenheil eines jeden von uns, und es geht letztendlich um die Ehre Gottes, die wir stets und ständig mit den Füßen treten. Unsere Vorfahren haben Kirchen und Gotteshäuser gebaut, und wir diskutieren über ihre "Umnutzung". Wir sorgen dafür, daß das Volk Gottes dezimiert werde und an Zahl abnehme. Mit ganzer Kraft tuten wir in das Horn des Zeitgeistes und wundern uns dann, daß an vielen Stellen nur noch über Abbau und Schrumpfen die Rede ist. Die Sprache, die wir Kirchenleute sprechen, ist über weite Strecken das reinste Funktionärs- und Ideologendeutsch geworden, so daß sich Luther im Grabe herumdrehen würde. Deshalb sage ich noch einmal: Das, was jetzt im deutschen Protestantismus ansteht, ist eine mit ganzem Herzen vollzogene Rückkehr zur Fülle der Wahrheit, wie wir sie nur in und bei unserm HERRN Jesus Christus finden können. Unser Heil finden wir allein im Kreuz Christi! In diesem Kreuz allein haben wir das Evangelium.

Verfasst von Gast am 5. Mai 2010 - 13:28.

Es geht ja keinesfalls darum,

Es geht ja keinesfalls darum, dass man die unterschiedlichen Interpretationen...

Es geht ja keinesfalls darum, dass man die unterschiedlichen Interpretationen des Abendmahls gleichmache.Diese Unterschiede sind jedenfalls menschengemacht. Es ist doch nicht zuviel verlangt, dass es nciht zur Sünde hochstilisiert werde, wenn Brüder und Schwestern das Mahl teilen. Gemeinsam teilnehmen heisst ja nicht, sich zur Sichtweise des Anderen umkehren, aber ich fordere, dass man uns Kirchenfolk nicht länger mit theologischen Spitzfindigkeiten gängelt und trennt sondern, da uns ja "mehr verbindet als trennt" unsrer Gemeinsamkeit durch gemeinsame Teilnahme an diesem Mahl Ausdruck verleiht.
Daran sollt Ihr erkennen, dass Ihr Jesu Jünger seid, dass Ihr einander liebet!!!

Verfasst von Gast am 5. Mai 2010 - 15:13.

Richtiger Einwurf zum Thema

Richtig: "Daran sollt ihr erkennen, dass ihr Jesu Jünger seid, dass ihr...

Richtig: "Daran sollt ihr erkennen, dass ihr Jesu Jünger seid, dass ihr einander liebet!!!" So ist es, Amen. Und weiter schreibt derselbe Johannes: "Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, ueberwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt ueberwunden hat."
Genau da muessen wir wirklich einsetzen, naemlich, indem wir aufhoeren, dem Geist der Zeit hinterherzulaufen und Gottes Wort und seine Gebote zu verachten. Wir duerfen nicht laenger von "Errungenschaften" der Evangelischen oder Katholischen Kirche sprechen, sondern muessen demuetig zum Gehorsam unter Gottes heiliges und unveraenderliches Wort zurueckkehren. Genau das ist der Punkt. Wir muessen aufhoeren, das gut zu nennen, was Gottes Wort Suende heisst. Wir muessen dafuer kaempfen, dass kranke Ehen geheilt werden, dass Mann und Frau wieder zu der ihnen jeweils eigenen und vom Schoepfer zugedachten Bestimmung zurueckfinden, und wir muessen aufhoeren mit dem ganzen ideologischen Geschwaetz! Die Dinge muessen wieder beim Namen genannt werden duerfen. Denn Christus, unser HERR, will uns in alle Wahrheit fuehren, und daran duerfen uns keine ideologischen Scheuklappen hindern. Die Kirche war selbst im Kommunismus ein Hort der Freiheit, und deshalb muessen wir auch heute fuer die Freiheit streiten, zu der uns Christus befreit hat. Und dazu gehoert auch, dass wir nuechtern unsere Geschichte anschauen und aufhoeren, uns selber auf die Schulter zu klopfen, um zu sagen, wie toll und hervorragend wir sind.
Nein, wir sind Suender, durch und durch Suender, und wir sollen uns nicht anmassen, was uns nicht zusteht, und wir sollen auch nicht durch irgendwelche kirchlichen Akte absegnen lassen, was von Gottes heiligem und unveraenderlichen Wort her gesehen nicht gut zu heissen ist.
Wenn wir das gemeinsame heilige Abendmahl und die gemeinsame Eucharistiefeier haben wollen, dann muessen wir das tun, was jedem Christen allemal gut ansteht, naemlich umkehren vom Weg der Suende und des Hochmuts, und Busse tun. Und ich wiederhole noch einmal: Luther sagte in der ersten These vom 31. Oktober 1517, dass das ganze Leben eines Christenmenschen eine taegliche Busse zu sein hat. Machen wir uns also frei von unseren sog. "Errungenschaften" und "Verdiensten" und sonstigen menschlichen "Erfindungen" des Zeitgeistes und kehren demuetig zurueck unter den Gehorsam des lebendigen und heilsamen Wortes Gottes und fangen wir an, Seine guten Ordnungen wieder zu respektieren.

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