Bischofskonferenz: Mixa soll Amt ruhen lassen

Walter Mixa

Der Augsburger Bischof Walter Mixa vor der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech. Foto: dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Gewalt - Spektakuläre Wendung im Fall Mixa: Die katholische Deutsche Bischofskonferenz legt dem Augsburger Oberhirten nahe, sein Amt vorübergehend ruhen zu lassen. Mixa sieht sich Vorwürfen zahlreicher Heimkinder ausgesetzt, er habe sie schwer körperlich gezüchtigt.

Ein Sprecher der Bischofskonferenz in Bonn bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Bischof Mixa steht wegen Prügelvorwürfen unter wachsendem Druck. Unter dem Eindruck der Vorwürfe hatten sowohl der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx in den vergangenen Tagen mehrfach mit Mixa gesprochen.

In einer außerordentlichen Versammlung des Priesterrats seiner Diözese hatte Mixa nach Angaben des Augsburger Ordinariats vom Dienstag erklärt, es tue ihm "im Herzen weh und leid", dass er vielen Menschen Kummer bereitet habe: "Ich bitte um Verzeihung." In der vergangenen Woche hatte Mixa erstmals Schläge gegen Kinder zugegeben. Als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer könne er "die eine oder andere Watsch'n" von vor zwanzig Jahren "natürlich nicht ausschließen". "Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch", sagte Mixa.

"Schaden von der Kirche abwenden"

Unterdessen forderte der Diözesanrat des Erzbistums Köln Bischof Mixa auf, "mit sofortiger Wirkung" die Leitung seiner Diözese niederzulegen, bis die gegen ihn erhobenen Vorwürfe geklärt sind. "Damit soll weiterer Schaden von der Kirche abgewendet werden", heißt es in einer Erklärung des Diözesanrats. Die Vertreter der Laienräte im Kölner Erzbistum hatten einen "dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust" der katholischen Kirche in Deutschland festgestellt. Nur mit seinem solchen Schritt könnten Zeichen gesetzt werden, "um zumindest zum Teil die Glaubwürdigkeit der Kirche wieder herzustellen".

Vorwürfe von ehemaligen Heimkindern, er habe schwere körperliche Züchtigungen begangen, weist Mixa bisher zurück. Lediglich gelegentliche Ohrfeigen hat er inzwischen indirekt zugegeben. Der Augsburger Bischof hat nach Angaben eines Sonderermittlers in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer von 1975 bis 1996 zudem Gelder einer Waisenhausstiftung satzungsfremd verwendet. Rücktrittsforderungen gegen Mixa kamen bisher von SPD, Grünen und FDP.

epd

Kommentare

Verfasst von Gast am 21. April 2010 - 17:12.

Bischoff Mixa

Ein Bischoff der lügt ist für die Kirche nicht mehr tragbar oder gelten die...

Ein Bischoff der lügt ist für die Kirche nicht mehr tragbar oder gelten die Gebote für diese Person nicht? Erst vollmundig Klagen ankündigen und dann eingestehen müssen, dass er doch geschlagen hat.

Er sollte sich ein Beispiel an Frau Käßmann nehmen, das hat Stil.

Verfasst von Gast am 21. April 2010 - 18:27.
Kommentar auf: Bischoff Mixa

Lüge? Nur in der sueddeutschen..

Auch wenn Zeitungen und Meinungsmacher es immer anders behaupten, hat Bischof...

Auch wenn Zeitungen und Meinungsmacher es immer anders behaupten, hat Bischof Mixa bisher noch keine Gewalt zugegeben.

Nachdem er nämlich gesagt hat, dass er die "Watschn nicht ausschließen könnte", sagte er weiter "Sollte dies vorgekommen sein..".

Nach seinem Wissen und seinem Gewissen hat er nicht geschlagen, aber kann sich vielleicht eben nicht mehr erinnern. Wenn er es also vergessen hat, und es doch geschehen ist, dann tut es ihm leid.

Wie soll man Leute verklagen, die sich nicht mal beim Sonderermittler melden? Die nicht helfen, die Vorwürfe aufzuklären?

Sollte er auch mit 1,54 Promille über ne rote Ampel rauschen? Komisch, ich erinnere mich, da ständig gelesen zu haben, dass das doch schon jeder mal gemacht hat, und dass die Gutmenschen sich nicht so haben sollen, das wär doch nur menschlich gewesen. Jeder ist doch schon mal ins Auto gestiegen ...bla bla bla...

Da wurds dann schon auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol geschoben.

Bisher ist das einzige Organ, dass wegen einer nachgewiesenen Falschmeldung eine gerichtliche Verfügung kassiert hat, die sueddeutsche und nicht Bischof Mixa

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