Konfessionswechsel - Erst war er Pastor, jetzt ist er katholischer Kaplan. Ralf Krause hat sich seine Entscheidung zu konvertieren nicht leicht gemacht. Was aber fehlte ihm in der evangelischen Kirche? Wie arrangiert sich ein ehemaliger Protestant mit dem Papst? Und was hat sich in seinem Leben geändert? Ein Porträt.
Es gluckst aus ihm heraus, kommt von tief unten, um seine Augen ein Kranz aus Falten – Ralf Krause wirft den Kopf zurück und lacht. Er lacht viel und gern – es ist ein frohes Lachen, ein fröhliches. Ja, es geht ihm gut. Ja, er ist angekommen – endlich. Und ja, er fühlt sich befreit.
Befreit von der Unsicherheit, dass die Religion, mit der er aufwuchs, ihm nicht alles bot, wonach er suchte. Befreit von Zweifeln und Sorgen, ob sein Weg der richtige ist, befreit von einem für ihn zu pietistischen Glauben – dem evangelischen.
Ralf Krause war 16 Jahre lang evangelischer Pastor in Ostwestfalen, kümmerte sich um seine Gemeinde, feierte Gottesdienst, predigte, begleitete Sterbende, arbeitete mit Jugendlichen. 2007 wurde er Katholik. Seit ein paar Wochen ist der 46-jährige Kaplan in Hagen im Teutoburger Wald.
Gott möge ihm die Gnade geben, am Sterbebett zu bereuen
So lange wie möglich hielt er zurück, dass er konvertieren wollte. Denn er wusste: Die Reaktionen der Kollegen, der Gemeinde und der Freunde würde nicht nur verständnisvoll sein. Und er behielt recht: Freunde wandten sich von ihm ab. Ein Gemeindemitglied sagte: Gott möge ihm die Gnade geben, am Sterbebett zu bereuen. "Das hat mich bis ins Mark getroffen", sagt Krause.
Nicht alle reagierten so. Es gab Kollegen, die – wenn sie den Wechsel auch nicht verstehen konnten – ihn doch akzeptierten. Und Freundschaften, die den Übertritt überstanden haben. Hier, in Hagen im Teutoburger Wald, ist er herzlich aufgenommen worden. "Keine Sekunde lang habe ich mich als Außenseiter gefühlt, keiner hat mich schräg angeschaut oder mir misstraut." Er weiß, unter Kollegen gelten Konvertiten als anstrengend, weil sie immer besondere Betonung auf das Katholische legen. Ob er das auch tut? "Ja", sagt er und lacht wieder dieses Lachen, tief aus dem Bauch. "Besonders bei der Liturgie."
Was aber hat ihm in der evangelischen Kirche gefehlt? "Haben Sie schon einmal ein katholische Osternacht miterlebt?", fragt Krause. Die Finsternis, das Entzünden der Kerze, die Schellen, die Glocken, die mit voller Wucht einsetzen und jubilieren. Es ist das Sinnliche; der Geruch, die farbenprächtigen Gewänder, der Gesang, die ganze Atmosphäre, das ihn gepackt hat. Das erste Mal erlebte er das zum Fronleichnamsfest 1994. Seitdem gärt der katholische Glaube in ihm – und lässt ihn nicht mehr los.
Es ist das Einheitliche, das er in der evangelischen Kirche vermisst
Aber natürlich geht es nicht nur um das Erleben des Glaubens mit den Sinnen, sagt Krause. Es ist das Objektive, das er in der evangelischen Kirche vermisst, das Einheitliche, die Vorgaben, die vom Heiligen Geist, von Gott kommen. "Katholiken gehören alle unter das Dach einer Kirche. Die Liturgie ist festgelegt." Das ist für ihn ein Pluspunkt: "Überall auf der Welt – in Sydney, New York oder Rom – kann ich in die Kirche gehen und werde zum selben Text eine Predigt hören." Die evangelische Kirche sei keine Einheit, zu zersplittert, sagt er, und sie sei angebotsorientierter, freier in der Gestaltung – zu frei, findet Krause. Für ihn ist das nichts.
Und der Papst? War es nicht schwer, ihn anzuerkennen? Krauses Gesicht legt sich um die Augen herum in Falten. Er gluckst. Dann wird er wieder ernst. Schwer? "Ich habe es mir nicht einfach gemacht", sagt er. Er setze sich exegetisch, dogmatisch und historisch mit der Aufgabe des Papstes auseinander. Für Krause ist der Papst nicht nur der Stellvertreter des Sohns Gottes auf Erden, sondern auch derjenige, der die Einheit der Kirche bewahrt und den Glaube bestätigt. Jene Einheit, die ihm so wichtig ist und die ihm in der evangelischen Kirche fehlt.
Nicht nur mit dem Papst und dem Lehramt musste sich Krause auseinandersetzen. Auch mit der Verehrung der Heiligen. Oder dem Abendmahl, für das die katholische Kirche Protestanten und Geschiedene nicht zulässt. Gerade hat Papst Benedikt XVI. auf seiner Deutschlandreise deutlich gemacht, dass es vorerst keine Annährung in diesem Thema zwischen katholischer und evangelischer Kirche geben wird. Was Krause darüber denkt? Ein bisschen enttäuscht ist er schon.
Das Zölibat ist für ihn keine Neuerung
Es waren anstrengende sechs Wochen für den Kaplan. Die Weihe, dann der Umzug, die neue Gemeinde, das neue Amt. Viel hat sich trotzdem nicht geändert. Jetzt sind seine Predigten zwar kürzer, dafür predigt er täglich und das gefällt ihm sehr. Verheiratet war er nie – er wollte auch als Protestant nicht heiraten – der Zölibat ist für ihn keine Neuerung, auch wenn er nicht glaubt, dass die Single-Lebensweise jedem gut tut.
Noch hat er den letzten Karton nicht ausgepackt, noch kennt er sich nicht aus in der Umgebung von Hagen im Teutoburger Wald. Aber er weiß: Er ist angekommen. In seinem Glauben. Ohne den Weg dorthin und den evangelischen Teil in ihm zu verleugnen.
Maike Freund ist Redakteurin bei evangelisch.de







Kommentare
Herr Krause ist da ja nicht
Herr Krause ist da ja nicht der Einzige, der so denkt. Was die Einen abstößt, zieht die Anderen an: Protz, Prunk, Pracht.....mit Ausnahme des Franziskanerordens.
Wer sich in kirchlichen Gemeinden wohlfühlt, sollte sich die aussuchen, die am besten zu ihm passt!
Sinnlich geht es auch in der evangelischen Kirche zu: Wenn meine Banknachbarin im Gottesdienst etwas zu viel Parfum erwischt, der Organist die Stücke nicht genügend geübt, oder der Wein für das Abendmahl schon etwas abgestanden war, sind unsere Sinne sofort auf Registrierung eingeschaltet.
Und mit Popstars, wie dem Papst können die Evangelen auch bald dienen. Zwar werden keine Heerscharen zu ihnen reisen, aber immerhin.....sie werden konsequent von der Presse zerrissen. Ist ja auch eine Form von Glorifizierung: Macht sie fertig, sie haben es verdient!
Anstatt sich endlich wieder zu vereinigen, eventuell offenen Armes aufeinander zuzugehen, wirbt einer dem anderen die Mitglieder ab! Man fragt sich.......!
Was soll das?
Ich frage mich oft, warum ev.Christen unter dem Mantel der Ökumene von Katholiken immer alles Mögliche und Unmögliche fordern.
Abschaffung Zölibat,Frauenpriestertum,Zulasssung zur Kommunion..........
Was soll das?
Als Handballspieler verlange ich auch nicht, dass Fussballer mit der Hand spielen sollen.
Ein theologischer Austausch, der die Unterschiede erläutert ist nötig.
Natürlich wird nicht gefordert, dass ev. Christen die kath. Lithurgie u.a. übernehmen sollen.
Ich glaube, dass viele ev. Christen spüren, wieweit sie sich von der einen Kirche,gegründet von Jesus Christus entfernt haben.Da erscheint es mir ein Reflex zu sein dies auch von Katholiken zu fordern.
Als Katholik möchte ich nicht ständig gedrängt werden, meinen Glauben in Frage zu stellen, oder zu verleugnen.
Jeder kann glauben was er will. Gegen subtiles Gerede wehre ich mich aber.
Wer die Konfession wechselt weiß i.d.R. genau warum.
Der eine lehnt den Papst ab, der andere erkennt die Kraft, die Sakramente und Gnaden.In der ev.Welt gibt es mittlerweile fast unendlich viele Strömungen, alles zerfasert,wird relativiert und unklar. Wer hat daran ein Interesse? Viele wollen heute Gott dienen, als sein Berater.
Wenn ich mir die vielen Irrlehrer anschaue, Theologen die nicht glauben u die Wahrheit verdrehen, dann wird mir ganz schlecht.Dass diese dann auch noch von den Medien hofiert werden, von kirchenfernen Journalisten, ist offensichtlich dem Zeitgeist geschuldet.Ich wünsche Herrn Krause auf seinem Weg alles Gute.
Was soll das?
"Als Katholik möchte ich nicht ständig gedrängt werden, meinen Glauben in Frage zu stellen, oder zu verleugnen."
Ich verstehe Sie sehr wohl. Doch ein reifer Glaube läßt sich auch infrage stellen. Heute diskutiere ich im Internet
selbst mit Atheisten und anders Gläubigen und weiß, was ich will oder nicht will, ohne meine Tradition und Herkunft zu verleugnen, wohl aber dankbar Korrektur annehme.
Ergänzung
Eine sehr interessante Ergänzung zu meinem Beitrag habe ich bei "evangelisch.de" vom 20.10.2011 gefunden.
http://www.evangelisch.de/themen/religion/abschied-von-der-erbs%C3%BCnde...
(Abschied von der Erbsünde - Glaube wird entrümpelt)
Paul Haverkamp, Lingen
Konvertit: Erst Pastor, dann Kaplan
Respekt und Dank an evangelisch.de, die diesen Artikel bringen. Das nenne ich Ökumene. Wir haben Religionsfreiheit und das sollte jeder respektieren. Gottes Segen für diesen Priester und auch für seine Gegner.
Gott sei Dank!
Die Freiheit, nach reiflicher Überlegung die Konfession zu wechseln, imponiert. Vor allem, dass diese evangelische Seite diesen Beitrag bringt.
Im umgekehrten Fall wäre Herr Krause eine hochherrliche Abfuhr im Namen Gottes sicher. In einem Beitrag des Salzburger Bischofs Laun auf "kath.net", 14.10.2011, zum Problem der Konversion, greift er barock-fröhlich zu einem volkstümlichen Vergleich zwischen Fußball spielenden Katholiken und Tennisspiel bevorzugenden anderen - unausgesprochen also die Evangelen.
O-Ton: „ … wenn jemand zur Überzeugung kommt, den Glauben der kath. Kirche wirklich nicht mehr teilen zu können, wäre es ehrlicher, wenn er seinem, wenn auch irrendem, Gewissen folgte und sich jener Glaubens-Gemeinschaft anschlösse, die am Glauben gemessen die Seine geworden ist. Über seine Schuld bei diesem Abfall von der Kirche Jesu urteilt Gott allein!“
Noch Fragen bitte?!
Die Verführungen einer Kuschel-Kirche
Kerzen, Weihrauch, Gregorianische Choräle, bunte Gewänder – ach, wie lieblich und hold ist das alles in der Liturgie einer kath. Kirche : Balsam für die Seele, die ich hier baumeln lassen kann, um anschließend wie neugeboren das Hauptportal wieder verlassen zu können. – Welch ein Kuschelglück ….!
Doch Religion hat nicht nur etwas mit Gefühlen, Emotionen und Glücksmomenten zu tun; doch wer seinen Verstand an der Kirchengarderobe abgibt und andere sehr kritische Bereiche einfach ausblendet oder negiert, der muss sich fragen lassen, ob diese „anderen Seiten“ bei ihm wirklich so irrelevant sind, dass er die bei der kath. Kirche durchaus auch nicht zu leugnenden „un-jesuanischen Verhaltensweisen als eine zu vernachlässigende Größe einstuft.
Wer sich von dieser Wohlfühl-Fassade der kath. Kirche blenden lässt, der sollte einmal seinen Telefonhörer in die Hand nehmen und bei den Herren Drewermann, Boff, Hasenhüttl, Küng ….anrufen, um das wirkliche Innenleben der kath. Amtskirche kennenzulernen. Zu empfehlen wären auch Anrufe bei den konfessionsverbundenen Ehepaaren, bei den wiederverheirat Geschiedenen, bei den Selbsthilfegruppen der Zölibatsgescheiterten, …..! Die Liste ließe sich beliebig verlängern. In seiner Bundestagsrede legte er den Abgeordneten nahe, sich wie König Salomo ein „hörendes Herz“ zu bewahren. Wie wäre es, wenn dieser Papst sich diesen Maßstab für seine eigene Person zu Eigen machte!?
Angeblich ist es das Hauptanliegen dieses Papstes, Glauben und Vernunft miteinander zu verbinden. Das Thema „Freiheit“ hätte für mich in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung.
Paulus schreibt, dass derjenige, wer meine, er könne auf der einen Seite die Erlösung in Christus beanspruchen und auf der anderen Seite seine Heilssicherheit in der Bindung an das Gesetz suchen, irre (Gal 5,1-10). Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1).
Dietrich Bonhoeffer interpretierte die paulinische Freiheit wie folgt: „Wer die Freiheit aufgibt, gibt sein Christsein auf. Der Christ steht frei ohne irgendwelche Rückendeckung vor Gott und vor der Welt, auf ihm allein ruht die ganze Verantwortung dafür, wie er mit dem Geschenk der Freiheit umgeht. Durch diese Freiheit aber wird der Christ im ethischen Handeln schöpferisch. Das Handeln nach Prinzipien ist unproduktiv, das Gesetz abbildend, kopistisch. Das Handeln aus der Freiheit ist schöpferisch. Der Christ greift gleichsam aus der Ewigkeit heraus die Gestalten seines ethischen Schaffens, setzt sie souverän in die Welt, als eine Tat, seine Schöpfung aus der Freiheit eines Kindes Gottes.“
Vor die Alternative gestellt, der im Zweiten Vatikanischen Konzil vollzogenen Öffnung der Kirche unter der Leitung des Heiligen Geistes weltweit Vertrauen zu schenken oder einer seit Jahrhunderten gepflegten Verrechtlichung der Kirche und damit auch einer sofortigen juristischen Zugriffsmöglichkeit sich bedienen zu können, hat sich die katholische Hierarchie in Rom seit den 80-iger Jahren des letzten Jahrhunderts eindeutig für die letzte Variante entschieden und somit dem Konzils - Enthusiasmus vieler Katholiken einen deutlichen Dämpfer versetzt. Die Worte aus dem Brief 1 Joh 2, 27 : „Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, also der Geist Christi, bleibt in euch, und ihr brauch euch von niemand belehren zu lassen; … bleibt in ihm“ galten vielen Katholiken, die sich auf das Wort von Johannes XXIII. gestützt hatten, der der katholischen Kirche eine „Fensteröffnung“ verordnet hatte, um den seit zwei Jahrtausend in der katholischen Kirche sich verfestigt habenden „Mief“ zu entsorgen durch ein „Aggiornamento“ als Mutzusprache nach dem 2. Vatikanum. Doch wie so häufig kam es ganz anders in der katholischen Kirche : Eine Fülle von Rechtsvorschriften und Eideinforderungen sollten das Kirchenvolk wieder an die Kandare der Kirchenhierarchie legen und sie als unterwürfige, devote Befehlsempfänger degradieren. Rom hat mehr Angst vor der Öffnung als Hoffnung auf einen auf der Höhe der Zeit notwendigen Reformkurs.
Ein erstes Signal bekamen die Bischöfe 1987 zu spüren
Der Treueid lautet: Amtseid der Diözesanbischöfe seit 1. Juli 1987
„Ich N.N. zum Bischofssitz von NN befördert, werde der Katholischen Kirche und dem römischen Bischof, ihrem obersten Hirten, dem Stellvertreter Christi und dem Nachfolger des Apostels Petrus im Primat sowie dem Haupt des Bischofskollegiums immer treu bleiben.
Der freien Ausübung der primatialen Gewalt des Papstes in der ganzen Kirche werde ich folgen, seine Rechte und Autorität werde ich mich bemühen zu fördern und zu verteidigen. Die Prärogativen und die Amtsführung der Gesandten der Päpste, die in Vertretung des Papstes auftreten, werde ich anerkennen und beachten. Die den Bischöfen übertragene apostolische Gewalt, nämlich das Volk Gottes zu lehren, zu heiligen und zu leiten, werde ich in hierarchischer Gemeinschaft mit dem Bischofskollegium, seinem Haupt und den Gliedern, mit größter Sorgfalt wahrnehmen. Die Einheit der ganzen Kirche werde ich fördern und daher mit Eifer dafür sorgen, dass die Glaubenshinterlage, die von den Aposteln überliefert ist, rein und vollständig bewahrt wird und dass die Wahrheiten beachtet und die Sitten befolgt werden, wie sie vom Lehramt der Kirche vorgelegt wurden, und allen gelehrt und erläutert werden. Die im Glauben Irrenden werde ich mit väterlichem Geist korrigieren und alle Mühe anwenden, dass sie zur Fülle der katholischen Wahrheit zurückkehren... Zu festgesetzten Zeiten oder bei gegebener Gelegenheit werde ich dem Apostolischen Stuhl Rechenschaft über meinen pastoralen Auftrag geben und dessen Mandate oder Ratschläge werde ich willfährig annehmen und mit Eifer ausführen."
In den für einen Bischof zu erfüllenden Eignungskriterien heißt es wörtlich im vatikanischen Text:
„Überzeugte und treue Anhänglichkeit an die Lehre und das Lehramt der Kirche. Insbesondere Einstellung des Kandidaten zu den Dokumenten des Heiligen Stuhles über das Priesteramt, die Priesterweihe der Frauen, die Ehe und Familie, die Sexualethik (insbesondere die Weitergabe des Lebens gemäß der Lehre der Enzyklika ‚Humanae Vitae‘ und des Apostolischen Schreibens‚Familiaris Consortio‘) und die soziale Gerechtigkeit. Treue zur wahren kirchlichen Überlieferung und Engagement für die vom II. Vatikanischen Konzil und von den darauffolgenden päpstlichen Unterweisungen eingeleitete echte Erneuerung."
….
Treue und Gehorsam gegenüber dem Heiligen Vater, dem Apostolischen Stuhl, der Hierarchie, Achtung und Annahme des priesterlichen Zölibats, wie er vom kirchlichen Lehramt vorgestellt wird; Beachtung und Befolgung der allgemeinen und besonderen Normen betreffend den Vollzug des Gottesdienstes sowie hinsichtlich der geistlichen Kleidung."
Mit Beginn der 90-iger Jahre setzt nun eine Flut von römischen Verlautbarungen ein, die den persönlichen Amts- bzw. Handlungsspielraum von Personen im Kirchendienst immer weiter einengen; betroffen sind nicht nur Bischöfe und Kardinäle, sondern auch Theologiedozenten, Priesterkandidaten und Diakone und verschiedene andere Personengruppen im Kirchendienst.
„In ihrer Rechtsgestalt, …. präsentiert sich die Kirche als ein Ort sakral begründeter Herrschaft, in der christliche Freiheit zu Gehorsam wird.“ ….. Der Sehnsucht nach Freiheit und Verantwortung wurde begegnet durch die Einforderung von Gehorsam, allein aufgrund formaler Autorität unabhängig von Einsicht. Die Laien bilden nach wie vor die "hörende" Kirche. So weit die Rechtsordnung mit ihrem Gehorsamsanspruch.“ Kurz gefasst, lautet die Formel: Christliche Freiheit erfüllt sich im Gehorsam.“ Was den Gläubigen in der real existierenden Kirche zugemutet wird, heißt, die "heilige Herrschaft" als die wahre Form christlicher Freiheit zu verstehen und zu akzeptieren. Freiheit gegen die Hierarchie, gegen das Lehramt kann es nach deren Selbstverständnis legitim nicht geben. (Prof. Werner Böckenförde)
Der Papst hat innerhalb der katholischen Kirche absolute diktatorische Vollmachten und ist letztlich nicht an Gesetze und Gremien (etwa Organe der Kurie) gebunden. Zu keinem historischen Zeitpunkt war der Papst mit einer solchen universalen Machtfülle und Durchsetzungskraft ausgestattet wie heute.
Es kann bezweifelt werden, dass sich Gott nur von einem autoritär, absolutistisch und männerbündisch regierenden Hierarchen gut vertreten sieht.
So hat der Vatikanstaat in moderner Weise das von Gregor VII. 1075 formulierte Prinzip bestätigt: „Der Papst wird von niemandem gerichtet", er ist keiner Staatsgewalt untergeben. Der Papst übt hingegen im Vatikanstaat absolute Staatsgewalt aus und ist damit (neben dem Fürsten von Monaco) der letzte absolute Herrscher in Europa, der selbst an keine Verfassung gebunden ist (sondern auch Verfassungsgesetzgeber ist).
Schon 1992 vermerkte der Bensberger Kreis in seinem Memorandum „Kirche - Macht – Sexualität“, dass die römische Kirche „keine demokratischen, dialogischen Formen für die Lösung von Konflikten (kennt), sie beendet vielmehr Konflikte zu ihren Bedingungen – oft auf Kosten der Betroffenen – wie ein autoritäres, absolutistisches System.“
Ob Herr Krause das alles wirklich bedacht bzw. gewusst hat, bevor er sich entschlossen hat, der kath. Kirche beizutreten?
Paul Haverkamp, Lingen
Erst evangelischer Theologe, dann katholischer Kaplan
"Ob Herr Krause das alles wirklich bedacht bzw. gewusst hat, bevor er sich entschlossen hat, der kath. Kirche beizutreten?"
Nein, wie sollte Herr Krause das!? Er muss ja erst einmal seine eigenen Erfahrungen mit und in der Katholischen Kirche, dem Vatikan und dem Papst machen.
Ich habe damals Frau Christa Mewes aus Ülsen auch nicht verstanden als sie zum katholischen Glauben übergetreten ist. Wie es ihr heute wohl gehen mag? Außerdem gibt es noch andere Persönlichkeiten die zur Kirche Roms konvertierten. Mein Fall wäre das nicht. Doch ich musste meine Unwissenheit, N....... und Erfahrungen in einer anderen Glaubensrichtung teuer bezahlen; es dauerte Jahrzehnte, bis ich mich von allem was mich prägte, lösen konnte...
Niemals
Kein gläubiger Katholik hat Veranlassung bei irgendwelchen Irrlehrern anzurufen.
Alles was Küng fordert ist in der ev. Kirche längst verwirklicht.
Die katholische Kirche will und darf aber keine bessere ev. Kirche sein.
Sie ist der Fels auf dem Jesus Christus seine Kirche gebaut hat.Kein Irrlehrer wird ihn erschüttern, auch wenn die Versuche zahlreich sind.
Natürlich müssen auch die Sinne angesprochen werden.Nur mit dem Verstand kann
man den Glauben nicht fassen.Die Kälte ev. Argumente und Lithurgie läßt mich
erschaudern.Da finde ich Gott nicht.Die kath. Kirche sollte die Grenzen nicht verwischen, da dann die Kraft der kath. Kirche vernebelt wird.
Ich halte die Kirchenspaltung für eine große Sünde.
Kuschelkirche
Herr Haverkamp,
Sie haben in Ihrer Grundaussage recht, dass in Wirklichkeit
die evangelische Kirche die wahre Kuschelkirche ist.
Die Kirche hat die Aufgabe, den Glauben über die Jahrhunderte
zu wahren und nicht durch Theologen wie Küng, Hasenhüttel,
Drewermann etc verfälschen zu lassen.
Nichts gegen diese Leute, aber wo katholisch draufsteht sollte auch
katholisch drin sein, ansonsten muss man sich halt trennen.
Die holländischen evangelischen Bischöfe haben jüngst Massnahmen
gegen einen evangelischen Pfarrer abgelehnt, der in seiner Gemeinde
von der Kanzel predigt, es gebe keinen Gott. Das müsse der evangelische
Glaube aushalten.
Muss man sich da als Gemeindemitglied nicht veräppelt vorkommen?
Soll man mit seinen Kindern dann noch ruhigen Gewissens dort in die Kirche
gehen ud sich den Unglauben predigen zu lassen?
Selbst der betroffene Pastor konnte es nicht verstehen.
Sie werden einwenden, dies ist ein Extremfall. Stimmt, aber wo will man
die Grenze ziehen? Wieviel Verfälschung der Lehre ist statthaft?
Wie geht die evangelische Kirche insgesmt damit um?
Gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner? Früher war es das
Glaubensbekenntnis, heute soll ja bereits dieses ein Ärgernis sein,
wenn man die Diskussionen der Kirchentage richtig verfolgt.
Wie kann eine Kuschelkirche da noch Orientierung bieten?
In gemeinsamen Papieren zur Bürgerversicherung, wo nicht mal Konsens ist,
dass Jesus Christus wahrer Gott ist?
Präses Schneider hält es für durchaus evangelisch, daran zu glauben, dass der Mensch Jesus erst mit der Taufe im Jordan als Sohn Gottes quasi adoptiert wurde...
Auf die Nachfrage, diese Adoptionslehre hätten bereits die Kirchenväter zurückgewiesen, soll er angeblich lediglich mit "geschenkt" geantwortet haben.
Bei all dieser Glaubensverwirrung und Konsensaufkündigung erwartet man
ernsthaft vom Papst noch ökumenische Gastgeschenke, sozusagen von Kuschelkirche zu Kuschelkirche?
Bei allem Respekt, aber gerade in der heutigen Zeit brauchen wir mehr
Orientierung und Halt in einer festen Lehre und nicht noch mehr relativistische Tendenzen, alles wird dem Verkündigungsauftrag nicht gerecht...
Sehr richtig! Ist dieser Herr
Sehr richtig! Ist dieser Herr Haverkamp etwa das Sprachrohr von den abgefallenen Katholiken "Wir sind Kirche"?
Hunderprozentig richtig
Sie sprechen mir aus der Seele.
Immer wird von der katholischen Kirche dies und jenes gefordert.
Ich kann nur sagen stopp.Wer den katholischen Glauben nicht trägt soll
glauben was erfür richtig hält. Die katholische Kirche darf niemals Glaubenswahrheiten preisgeben um des lieben Frieden Willens. Was Herr Schneider da gesagt haben soll ist der Gipfel. Ich kann mir soviel Unglauben auch bei einem ev. Bischof gar nicht vorstellen.Irrlehrer jeder colour müssen zurück gewiesen werden.
Der kath. Glaube wird durch den Papst geschützt. Gott sei Dank.
Es gibt nur eine von Jesus Christus eingesetzte Kirche, die auch die Kräfte der Unterwelt nicht besiegen werden.Die kath. Kirche hat überhaupt keinen Grund sich anzubiedern. Sie bewahrt bei allen menschlichen Schwächen der Schafe und der Hirten der Glauben und schenkt alle Gnaden.Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Gnaden, Sakramente
Wir haben Religionfreiheit und das ist gut so.
Was die evangelische Kirche anbelangt, so habe aber auch ich ein großes Unbehagen.
Die Kirche folgt dem Zeitgeist, wie die Biene dem Honig.
Sakramnte wurden geschliffen, auch wenn sie auf das Urchristentum und Jesus Christus zurück verfolgt werden können.
Ökothemen sind oft wichtiger als Beichte,Buße,Umkehr,......
Heilige werden weitestgehend mißachtet, obwohl sie für alle Gläubigen ein Leuchtfeuer des Glaubens sind.Die Lithurgie ist oft beliebig.
Die Heilige Eucharistie wird negiert,auch wenn dadurch die größten Gnaden verloren gehn. Gleichwohl wird unter Mißachtung der fundamentalen Glaubensunterschiede gefordert, dass auch in der katholischen Kirche evangelische Christen zur Kommunion zu gelassen werden. Wie soll das gehn ohne den Glauben an die Eucharistie?An die Realpräsenz Jesu Christie.
Randthemen wie Homosexualität gewinnen eine Bedeutung, als wenn davon das Seelenheil abhängt.
Die evangelische Kirche erscheint mir auf dem falschen weg, zumal Jesus Christus nur eine Kirche eingesetzt hat und nicht mehrere."Auf diesen Fels.."
Von der Freiheit eines Christenmenschen
Zwischen Weihrauch und Amtsenthebung, zwischen Zuckerbrot und Peitsche!
Kerzen, Weihrauch, Gregorianische Choräle, bunte Gewänder – ach, wie lieblich und hold ist das alles in der Liturgie einer kath. Kirche : Balsam für die Seele, die ich hier baumeln lassen kann, um anschließend wie neugeboren das Hauptportal wieder verlassen zu können.
Wer sich von dieser Wohlfühl-Fassade der kath. Kirche blenden lässt, der sollte einmal seinen Telefonhörer in die Hand nehmen und bei den Herren Drewermann, Boff, Hasenhüttl, Küng ….anrufen, um das wirkliche Innenleben der kath. Amtskirche kennenzulernen. Zu empfehlen wären auch Anrufe bei den konfessionsverbundenen Ehepaaren, bei den wiederverheirat Geschiedenen, bei den Selbsthilfegruppen der Zölibatsgescheiterten, …..
Paulus schreibt, dass derjenige, wer meine, er könne auf der einen Seite die Erlösung in Christus beanspruchen und auf der anderen Seite seine Heilssicherheit in der Bindung an das Gesetz suchen, irre (Gal 5,1-10). Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1).
Dietrich Bonhoeffer interpretierte die paulinische Freiheit wie folgt: „Wer die Freiheit aufgibt, gibt sein Christsein auf. Der Christ steht frei ohne irgendwelche Rückendeckung vor Gott und vor der Welt, auf ihm allein ruht die ganze Verantwortung dafür, wie er mit dem Geschenk der Freiheit umgeht. Durch diese Freiheit aber wird der Christ im ethischen Handeln schöpferisch. Das Handeln nach Prinzipien ist unproduktiv, das Gesetz abbildend, kopistisch. Das Handeln aus der Freiheit ist schöpferisch. Der Christ greift gleichsam aus der Ewigkeit heraus die Gestalten seines ethischen Schaffens, setzt sie souverän in die Welt, als eine Tat, seine Schöpfung aus der Freiheit eines Kindes Gottes.“
Vor die Alternative gestellt, der im Zweiten Vatikanischen Konzil vollzogenen Öffnung der Kirche unter der Leitung des Heiligen Geistes weltweit Vertrauen zu schenken oder einer seit Jahrhunderten gepflegten Verrechtlichung der Kirche und damit auch einer sofortigen juristischen Zugriffsmöglichkeit sich bedienen zu können, hat sich die katholische Hierarchie in Rom seit den 80-iger Jahren des letzten Jahrhunderts eindeutig für die letzte Variante entschieden und somit dem Konzils - Enthusiasmus vieler Katholiken einen deutlichen Dämpfer versetzt. Die Worte aus dem Brief 1 Joh 2, 27 : „Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, also der Geist Christi, bleibt in euch, und ihr brauch euch von niemand belehren zu lassen; … bleibt in ihm“ galten vielen Katholiken, die sich auf das Wort von Johannes XXIII. gestützt hatten, der der katholischen Kirche eine „Fensteröffnung“ verordnet hatte, um den seit zwei Jahrtausend in der katholischen Kirche sich verfestigt habenden „Mief“ zu entsorgen durch ein „Aggiornamento“ als Mutzusprache nach dem 2. Vatikanum. Doch wie so häufig kam es ganz anders in der katholischen Kirche : Eine Fülle von Rechtsvorschriften und Eideinforderungen sollten das Kirchenvolk wieder an die Kandare der Kirchenhierarchie legen und sie als unterwürfige, devote Befehlsempfänger degradieren. Rom hat mehr Angst vor der Öffnung als Hoffnung auf einen auf der Höhe der Zeit notwendigen Reformkurs.
Ein erstes Signal bekamen die Bischöfe 1987 zu spüren
Der Treueid lautet: Amtseid der Diözesanbischöfe seit 1. Juli 1987
„Ich N.N. zum Bischofssitz von NN befördert, werde der Katholischen Kirche und dem römischen Bischof, ihrem obersten Hirten, dem Stellvertreter Christi und dem Nachfolger des Apostels Petrus im Primat sowie dem Haupt des Bischofskollegiums immer treu bleiben.
Der freien Ausübung der primatialen Gewalt des Papstes in der ganzen Kirche werde ich folgen, seine Rechte und Autorität werde ich mich bemühen zu fördern und zu verteidigen. Die Prärogativen und die Amtsführung der Gesandten der Päpste, die in Vertretung des Papstes auftreten, werde ich anerkennen und beachten. Die den Bischöfen übertragene apostolische Gewalt, nämlich das Volk Gottes zu lehren, zu heiligen und zu leiten, werde ich in hierarchischer Gemeinschaft mit dem Bischofskollegium, seinem Haupt und den Gliedern, mit größter Sorgfalt wahrnehmen. Die Einheit der ganzen Kirche werde ich fördern und daher mit Eifer dafür sorgen, dass die Glaubenshinterlage, die von den Aposteln überliefert ist, rein und vollständig bewahrt wird und dass die Wahrheiten beachtet und die Sitten befolgt werden, wie sie vom Lehramt der Kirche vorgelegt wurden, und allen gelehrt und erläutert werden. Die im Glauben Irrenden werde ich mit väterlichem Geist korrigieren und alle Mühe anwenden, dass sie zur Fülle der katholischen Wahrheit zurückkehren... Zu festgesetzten Zeiten oder bei gegebener Gelegenheit werde ich dem Apostolischen Stuhl Rechenschaft über meinen pastoralen Auftrag geben und dessen Mandate oder Ratschläge werde ich willfährig annehmen und mit Eifer ausführen."
In den für einen Bischof zu erfüllenden Eignungskriterien heißt es wörtlich im vatikanischen Text:
„Überzeugte und treue Anhänglichkeit an die Lehre und das Lehramt der Kirche. Insbesondere Einstellung des Kandidaten zu den Dokumenten des Heiligen Stuhles über das Priesteramt, die Priesterweihe der Frauen, die Ehe und Familie, die Sexualethik (insbesondere die Weitergabe des Lebens gemäß der Lehre der Enzyklika ‚Humanae Vitae‘ und des Apostolischen Schreibens‚Familiaris Consortio‘) und die soziale Gerechtigkeit. Treue zur wahren kirchlichen Überlieferung und Engagement für die vom II. Vatikanischen Konzil und von den darauffolgenden päpstlichen Unterweisungen eingeleitete echte Erneuerung."
….
Treue und Gehorsam gegenüber dem Heiligen Vater, dem Apostolischen Stuhl, der Hierarchie, Achtung und Annahme des priesterlichen Zölibats, wie er vom kirchlichen Lehramt vorgestellt wird; Beachtung und Befolgung der allgemeinen und besonderen Normen betreffend den Vollzug des Gottesdienstes sowie hinsichtlich der geistlichen Kleidung."
Mit Beginn der 90-iger Jahre setzt nun eine Flut von römischen Verlautbarungen ein, die den persönlichen Amts- bzw. Handlungsspielraum von Personen im Kirchendienst immer weiter einengen; betroffen sind nicht nur Bischöfe und Kardinäle, sondern auch Theologiedozenten, Priesterkandidaten und Diakone und verschiedene andere Personengruppen im Kirchendienst.
„In ihrer Rechtsgestalt, …. präsentiert sich die Kirche als ein Ort sakral begründeter Herrschaft, in der christliche Freiheit zu Gehorsam wird.“ ….. Der Sehnsucht nach Freiheit und Verantwortung wurde begegnet durch die Einforderung von Gehorsam, allein aufgrund formaler Autorität unabhängig von Einsicht. Die Laien bilden nach wie vor die "hörende" Kirche. So weit die Rechtsordnung mit ihrem Gehorsamsanspruch.“ Kurz gefasst, lautet die Formel: Christliche Freiheit erfüllt sich im Gehorsam.“ Was den Gläubigen in der real existierenden Kirche zugemutet wird, heißt, die "heilige Herrschaft" als die wahre Form christlicher Freiheit zu verstehen und zu akzeptieren. Freiheit gegen die Hierarchie, gegen das Lehramt kann es nach deren Selbstverständnis legitim nicht geben. (Prof. Werner Böckenförde)
Der Papst hat innerhalb der katholischen Kirche absolute diktatorische Vollmachten und ist letztlich nicht an Gesetze und Gremien (etwa Organe der Kurie) gebunden. Zu keinem historischen Zeitpunkt war der Papst mit einer solchen universalen Machtfülle und Durchsetzungskraft ausgestattet wie heute.
Es kann bezweifelt werden, dass sich Gott nur von einem autoritär, absolutistisch und männerbündisch regierenden Hierarchen gut vertreten sieht.
So hat der Vatikanstaat in moderner Weise das von Gregor VII. 1075 formulierte Prinzip bestätigt: „Der Papst wird von niemandem gerichtet", er ist keiner Staatsgewalt untergeben. Der Papst übt hingegen im Vatikanstaat absolute Staatsgewalt aus und ist damit (neben dem Fürsten von Monaco) der letzte absolute Herrscher in Europa, der selbst an keine Verfassung gebunden ist (sondern auch Verfassungsgesetzgeber ist).
Schon 1992 vermerkte der Bensberger Kreis in seinem Memorandum „Kirche - Macht – Sexualität“, dass die römische Kirche „keine demokratischen, dialogischen Formen für die Lösung von Konflikten (kennt), sie beendet vielmehr Konflikte zu ihren Bedingungen – oft auf Kosten der Betroffenen – wie ein autoritäres, absolutistisches System.“
Ob Herr Krause das alles wirklich bedacht bzw. gewusst hat, bevor er sich entschlossen hat, der kath. Kirche beizutreten?
Paul Haverkamp, Lingen
Anstatt hier immer Romane und
Anstatt hier immer Romane und Hasspredigen gegen die Kath. Kirche zu schreiben sollten Sie sich mal lieber Fragen ob die Evang. Kirche so viel besser ist. Bei der Evang. Kirche geht es für mich nur um Wellness ohne Konturen. Die Personen die Sie hier aufführen wie Hasenhüttel und Küng habe ganz bewusst schwer gegen die Lehr der Kath. Kirche verstoßen. Die Kirche hat diese Leute noch zu gut behandelt. Da Sie ja durch Ihren erkennbaren Hass wohl kaum Katholisch sind würde ich sagen am besten lassen Sie die Kath. Kirche und ihre gläubigen mal in Ruhe.
Können wir das nicht auch?
Ja, das kann ich schon nachvollziehen, so ein Osternachtserlebnis hatte ich auch!
Und ich kenne viele Konvertiten (von evangelisch nach katholisch) , die ähnliches berichten: Die evangelische Kirche sei zu verkopft, die Gottesdienste zu wortlastig, die Liturgie zu beliebig. Wer sich nach Kontemplation sehnt, besucht ein katholisches Kloster, - fast alle Konvertiten, die ich kenne, wurden dort "angesteckt"! Und wie gut kann ich sie verstehen!
Meine Frage ist: Warum können wir Evangelischen das nicht? Oder: Stimmt es überhaupt, das Evangelische das nicht können? Schließlich habe ich meine erste Osternacht in einer evangelischen Waldkapelle erlebt.
Mein dringender Wunsch an meine evangelischen Glaubensgeschwister: Befasst euch mit hochkirchlicher Liturgie, entdeckt die seit der Aufklärung (eigentlich erst seit 200 Jahren!) verschütteten Schätze wieder neu! Begreift, dass ein Gottesdienst mehr ist als ein Vortrag mit Musik oder eine religiöse do it yourself Animation. Lernt, die Sakramente wertzuschätzen!
Ich bin überzeugt, dass das geht, ohne die Anliegen der Reformation zu verraten.
Was die von Kaplan Krause und vielen anderen Katholiken so hochgehaltene Einheit der katholischen Kirche betrifft, so bin ich skeptisch. Oft ist es nur eine formale Einheit, die gerade noch durch die apostolische Sukzession im Priesteramt aufrecht erhalten wird, in der Praxis kann der Papst seine Herde kaum noch beieinaderhalten. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es sicher genau so viele Splittergruppen wie im Protestantismus, und oft sien sie einander spinnefeind. Das geht so weit, dass traditionalistische Katholiken ihren reformorientierten "Geschwistern" den Übertritt zur evangelischen Kirche nahelegen! Und während Papst Benedikt versuchte, die ultrakonservativen Piusbrüder wieder an Bord zu holen, sind hinter seinem Rücken Hunderte der liberalen Schäflein ausgetreten.
Diese Kritik änder jedoch nichts daran, dass auch evangelische Christen mehr über ihre Rolle in der Weltchristenheit und auch in der Welt schlechthin nachdenken sollten. Manche Gemeinde wirkt doch immer noch wie irgendein örtlicher Verein. Und das ist zu wenig.
Ismael schrieb:Ja, das kann
Lieber Ismael,
Du beschriebst einige wichtige Aspekte, die auch bei mir zur Konvertierung beigetragen haben. Es sollte aber nicht der Eindruck entstehen, dass nur als eine Art "Show" zu sehen. Thomas M. 1498 spricht ja gar, in seinem Beitrag, von ""erzkatholische Hokuspokus-Show".
Allein eine "Show" würde m.E. nicht lange genug "tragen" können.
Sirituelle und kontemplative Angebote können, aus meiner Sicht, schon eher zu einer dauerhaften Tragfähigkeit beitragen.
Wichtig fände ich es, wenn wir uns für jeden Konvertiten freuen würden, wenn er einen Weg gefunden hat, der ihn in seinem Glauben und seiner Ausrichtung auf unseren Bruder und Herrn näherbringt und bestärkt. Ich halte nicht viel von den "Enttäuschungen", die m.E. auch aus einer Art "Konkurrenz"denken"" resultieren.
Letzteres kann passieren. Andererseits erlebe ich Katholische Kirche nicht gar so zersplittert, wie vielleicht Du. es gibt, sicher ähnlich wie in den Kirchen der Reformation, unterschiedliche Gruppierungen, die bestimmte Schwerpunkte haben. Das dazu auch Organisationen gehören, die von der Öffentlichkeit und den Medien "deutlicher" wahrgenommen werden, täuscht aber ggf. eine "Größe" (zahlenmäßig) vor, die in der Realität nicht gegeben ist.
"In der Mitte" sehe ich (nicht nur bei den Katholiken) die Vielen, die eventuell kaum genau wissen, was die konkrten Glaubenssätze (Bekenntnisse) der jeweiligen Kirche sind. Da kann es schon mal passieren, dass etwas "für christlich richtig" gehalten wird, was aus einer ganz anderen Quelle kommt (was auch nicht per se schlecht sein muss). Ich kenne etliche "Lutheraner", die die Realpräsenz beim Abendmahl für etwas "Katholisches" halten und daher ablehnen.
Schade, dass Du auf solche Beispiele zurückgreifst, lieber Isamel! Es würde heir sicher zu weit führen, alle Hintergründe aufzuführen aber bitte bedenke dabei auch, dass der Papst den Auftrag hat die Katholische Kirche "zusammen zu halten". Er kann gar nicht anders, als versuchen auch die Piusbrüder zu beachten. Und wenn ihm signalisiert wird, dass diese von den Gründen, die zu den Exkommunikationen geführt haben, abrücken wollen, muss er die Exkommunikation aufheben! Kirchenrechtlich hat er gar keine Wahl! Und wenn einzelne Vertreter der Piusbrüder noch so oft hetzerischen Unsinn über den Holocaust verbreiten, dann hat das für den Bereich der Exkommunikation überhaupt keine Relevanz!
Übrigens ist "von außen" oftmals nicht zu sehen, wie intensiv der Dialog in der Katholischen Kirche ist. Übrigens ebenso wenig, wie dies für mich, bezogen auf die Kirchen der Reformation, der Fall ist.
Lieber Pascal,
machst Du Dir eigentlich auch Gedanken darüber, wie das, was Du schreibst verstanden werden könnte?
Konversion ist ein persönlicher (subjektiver) Weg zum Heil. Aber nicht nur in die eine Richtung, die Du benennst.
Ich bezweifle durchaus, dass eines der wichtigsten Ergebnisse in unserer (ich gehe davon aus, dass Du auch Katholisch bist) Kirchengeschichte, dem 2. Vatikanischen Konzil, so zustande gekommen wäre, wenn es die Reformation nicht gegeben hätte. Und ob die Katholische Kirche, insbesondere des Mittelalters, mit der Einflussnahme des Adels, ihrer Sucht nach Macht und Prunk, so nah "an der Fülle der göttlichen Gnadenmittel" war, bezweifle ich ebenfalls.
Ich würde es, um unseres (gemeinsamen) Glaubens willen, für angebrachter halten, uns in Demut zu üben, statt mit Überheblichkeit immer wieder die entsprechenden Schubladen anzubieten.
pace e bene
Bruder Bernd
Unterschiedliche Persönlichkeiten
Leider ist das (der Weg oder eine Möglichkeit) was für eine Person attraktiv ist, für eine andere Person (stink-)langweilig. Wir Menschen sind total unterschiedlich und da es verschiedene Persönlichkeitstypen gibt, hat Herr Krause seinen Weg gewählt und gefunden. Ob er allerdings für ewig glücklich damit ist/wird, wird die Zukunft zeigen. Für jedermann/-frau wäre dieser Weg, wie Sie ihn beschreiben, eben nicht attraktiv.
"Sich-immer-wieder-selbst-hinterfragen-müssen." "Das scheint natürlich attraktiv." Oder auch nicht - jedenfalls nicht für jeden Menschentypen.
Außerdem: "Sich-immer-wieder-selbst-hinterfragen" tut man, wenn Zweifel aufkommen. Aber zunächst sieht der junge Herr Kaplan Krause an seiner Kirchentür ja erst einmal ganz gelassen und zuversichtlich aus.
Grüße
*schmunzel* Tja ja, so oder
*schmunzel*
Tja ja, so oder so ähnlich hab ich das schon oft gelesen. Aber allein der Tonfall, in dem sie schreiben, lieber Pascal, würde mich davon abhalten, katholisch zu werden. Das nur mal so als Tip! ;-)
nicht heiraten
Wenn er nicht die Absicht hat zu heiraten, dann ist er in der katholischen Kirche ja genau richtig. Dort ist für alle Platz und dort wird er nicht, wie in der evangelischen Kirche, von seinen Gemeindemitgliedern gefragt, ob er denn noch nicht die richtige Frau gefunden hat.....
Och,
das kann Ihnen in der katholischen Welt aber auch passieren!
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