Kirche - Eine Vikarin in Württemberg darf nicht Pfarrerin werden, weil sie einen Muslim geheiratet hat: Der Fall sorgt gegenwärtig für Schlagzeilen. Kritik am Verhalten der evangelischen Landeskirche kommt auch aus den eigenen Reihen. Vor allem bei Fachleuten für den interreligiösen Dialog stößt die Entscheidung auf Kritik. Der Autor des folgenden Beitrags ist Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll.
Der Apostel Paulus wusste noch, dass die Christen nicht allein auf der Welt sind, sondern diese mit anderen Menschen teilen. Und etliche verlieben und verheiraten sich über manche Grenze hinweg. Deswegen schrieb er den Korinthern. "Der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann." (1 Kor 7,14)
Nun war das lange für die Pfarrerschaft eine eher theoretische Angelegenheit. Seit Jahrhunderten heiratete man möglichst im gleichen Milieu. Deswegen störte es auch keinen, dass die Juristen Paragrafen ins Pfarrerdienstrecht schrieben, wo es in § 19 heißt: "Der Ehegatte eines Pfarrers muss der evangelischen Kirche angehören. Es wird von ihm erwartet, dass er den Dienst des Pfarrers bejaht. In Ausnahmefällen kann der Oberkirchenrat auf Antrag von dem Erfordernis nach Satz 1 befreien".
Menschen heiraten: Das sollte kein Problem sein
Doch in der Gegenwart ist manches anders, vielleicht eher wie es am Anfang in Korinth war: Menschen verschiedener Konfession und Religion leben miteinander, haben Kontakte und heiraten. Das sollte grundsätzlich kein Problem sein.
Es wird aber eines, wenn man 1. andere Religionen grundsätzlich für unwahr oder feindlich hält und 2. das Priestertum aller Gläubigen aufspaltet in Pfarrer und Laien und dann verschiedene Maßstäbe anlegt.
So haben wir nun den Fall, dass einer Vikarin mitten in der Ausbildung gekündigt wurde, weil sie einen Muslim aus Bangladesh geheiratet hat. Er hat sich positiv in die Gemeindearbeit eingebracht, ist bei den Jugendlichen beliebt. Wie man hört ist er von der Gemeindearbeit begeistert und wäre gern Pfarrmann geworden. Muslime haben oft eine sehr positive Sicht der Kirche. Traditionell kennen sie keine grundsätzlichen Widerstände, eine Christin zu heiraten. Der Kirchengemeinderat war zunächst wohl auch zur weiteren Zusammenarbeit bereit, schwenkte dann aber aus unbekannten Gründen um. Man würde gern wissen, welche Rolle Ausbildungspfarrer und Dekan dabei gespielt haben. Mit dem Abschluss des Vikariats nach dem 2. Examen wäre sowohl die Anstellung in einer liberaleren Landeskirche oder in der Schule denkbar. Auch eine internationale Tätigkeit wäre möglich. Das sollte alles nicht sein. So landet der Fall beim Gericht.
Öffentlicher Imageschaden beträchtlich
Und es ist skandalös, wenn der Oberkirchenrat mit dem andersgläubigen Ehemann gar nicht erst redet und die betroffene Vikarin in zwanzig Minuten abfertigt. Vollends dramatisch ist aber der Imageschaden in der Öffentlichkeit. Nicht nur Muslime fragen, wie ehrlich denn der christlich-islamische Dialog gemeint ist. Von Mission mag man schon gar nicht reden.
"Was hindert's, dass ich Christ werde?" fragte die 4. Tagung der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Vom 3. bis 9. November kamen 126 Synodale in Magdeburg zusammen, um "Überlegungen zu einer einladenden Mission" anzustellen.
Die Antwort ist klar: Die kalte Kirchenbürokratie hindert's. Leute, die immer noch nicht begriffen haben, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Theologen, die nur die eigene Religion für wahr halten. Synoden, die nichts ändern wollen. Juristen, die ihre Paragrafen exekutieren.
Wolfgang Wagner ist Pfarrer und Diplom-Psychoanalytiker. Er arbeitet seit 1998 als Studienleiter in Bad Boll. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören ökumenische Fragen sowie der interreligiöse Dialog. Der vorliegende Beitrag erschien auf der Internetseite der "Offenen Kirche", einer kirchenpolitischen Vereinigung innerhalb der Evangelischen Kirche in Württemberg. Dort finden sich auch weitere Informationen zu dem Fall. Die "Offene Kirche" wurde 1972 gegründet und hat rund 1.000 Mitglieder.







Kommentare
Verhalten der Vikarin ist nicht sehr emanzipatorisch!
Aus weltlicher Sicht finde ich das Verhalten der Vikarin schlichtweg nicht sehr emanzipatorisch!
Sicherlich, sie hat sich verliebt, aber die Liebe kann vergehen, die Notwendigkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, vergeht in der Regel nicht.
Und wenn Frau Häcker so wahnsinnig "aufgeschlossen" und "weltoffen" ist, wie sie sich gibt, dann weiß sie ja auch, dass man eine Liebe heute leben kann, ohne gleich zu heiraten.
Sie hätte genauso gut erstmal ihr Vikariat abschließen können, ohne zu heiraten. Gleichzeitig hätte sie den OKR informieren können, dass sie beabsichtige, einen Muslim zu heiraten.
Sie wäre dann gegenüber der Kirche ebenfalls offen gewesen, hätte aber eine abgeschlossene Ausbildung gehabt,falls sie nicht in den Pfarrdienst übernommen worden wäre.
andersrum wärs wohl kein Problem
hätte sich ein württembergscher Pfarrer eine Buddhistin aus Thailand geholt, wäre es sicher kein Problem gewesen.
Ach ja, jemand sollte dem Oki mal eine Bibel geben, dann kann ers nachlesen:
Korinther 7,14 Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann
Unverständnis
Wer der Liebe im Weg steht wird hinweggespült werden. Das scheinen die hohen Herren und DAMEN (mal in das Gremium schauen) vergessen zu haben.
Anmerkung: Gender Mainstream ist nicht nur dazu gedacht gewesen, um Frauen dem Manne gleichzustellen und gut dotierte Gremiumsposten an Frauen zu verteilen, sondern eben genau solche Entscheidungen zu überwinden. Aber das war unseren Kirchenfeministinnen schon immer zu kompliziert.
Anmerkung 2: Muslime haben oft eine sehr positive Sicht der Kirche. Traditionell kennen sie keine grundsätzlichen Widerstände, eine Christin zu heiraten.
Hören Sie auf uns anzuschwindeln. Das ist bei den Muslimen in Deutschland und anderswo ganz gewiß nicht der Fall. Sollten Sie da quantitative Datenerhebungen durchgeführt haben, die eine andere -also Ihre- qualitative Aussage ermöglichen, dann verlinken Sie das bitte. Auch unter der Maßgabe, dass "Christin heiraten" und "Ehefrau darf Christin bleiben" bitte ich diese Anmerkung zu reflektieren. Sonst sollten Sie bitte aufhören, hier Ihre "persönliche Meinung" als Maßgabe zu erheben.
Anmerkung 2 ändert nichts an der Tatsache, dass ich hinter der Vikarin stehe und ihr, sowie ihrem Mann, Gottes Segen wünschen und eine Dienststelle, auf der sie auch berufliches Glück empfinden kann.
Mutige Theologiestudierende widersprechen Landesbischof
Liebe Leserinnen und Leser,
in einem offenen Brief an den württembergischen Landesbischof in der Wochenzeitung "Christ und Welt" macht sich eine Gruppe mutiger evangelischer Theologiestudenten für Carmen Haecker stark. Ich zitiere die wichtigste Passage:
"Wer, wenn nicht die Kirche, soll in der Lage sein, sich mitten in die interkulturelle und interreligiöse Realität unserer Zeit zu stellen? Dorthin, wo die Menschen, die Sie erreichen wollen, längst stehen. Mitten in der Lebenswelt der Gemeindeglieder sollte das Pfarrhaus Vorbild sein. Unserer Meinung nach jedoch sicher nicht durch die Inszenierung der heilen, monokulturellen Welt mittels Kirchenleitung, vielmehr aber durch wahrhaften und ehrlichen Umgang mit Herausforderungen, vor die wir alle gestellt sind."
Den ganzen Artikel unter: http://www.firsturl.de/UsOCZ34
Gast schrieb: in einem
in einem offenen Brief an den württembergischen Landesbischof in der Wochenzeitung "Christ und Welt" macht sich eine Gruppe mutiger evangelischer Theologiestudenten für Carmen Haecker stark.
Wow...wie mutig. Während der Unterzeichnung hätte bestimmt jeder von den Studenten eine Twitter-Nachricht verpassen können.
Wieviele von den Studenten stehen da wo sie die Kirche sehen wollen, also mitten in der "Lebenswelt" der Gemeindeglieder? Wieviele sind verheiratet?
Wahrscheinlich hält man in Baden-Württemberg aus guter Erfahrung an dem üblichen Leitbild fest und verlässt es nur bei Ausnahmen(also Unfällen).
Un im übrigen stehen die Menschen nicht sondern sie gehen weiter. Derzeit geschehen gewaltige Umwälzungen in der arabischen Welt wo radikale islamistische Kräfte, die vom Volk gewählt wurden, die Oberhand gewinnen und die ehemals "gemässigteren" Diktatoren ersetzen. Vielleicht wollen die das so. Vielleicht hat denen Mubarak zu wenig Krieg gegen Israel geführt, zu wenig die koptischen Christen verfolgt und/oder zu wenig die Rechte von Frauen beschnitten. Wer darüber noch nicht nachgedacht hat sollte doch nicht von "interkulturellem Dialog" reden wo er doch meint Kultur würde sich nur in Essen und Klamotten äussern.
Diese machen tatsächlich eine "Inszenierung der heilen, monokulturellen Welt".
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Wow...wie mutig. img,
Als Theologiestudent studiert man ein Fach, mit dem man nur bei einem einzigen Arbeitgeber unterkommen kann. Wenn man diesem dann direkt die Meinng sagt, und das noch kritisch, dann ist das mutig. Es geht um die eigene Zukunft, die ganze Lebensplanung.
Ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die im Nahen Osten für die Freiheit, ihre Regierung selbst zu wählen, ihr Leben gaben. In Deutschland wissen wir nicht, was das für ein Opfer ist, wir bekamen die Demokratie von den Westmächten geschenkt. Daß Sie die freie Wahl der Bürger dort so herabwürdigen und gleichzeitig den Terror der "gemäßigten Diktatoren" so rnterspielen, wirft kein gtes Licht auf Sie? Freilich, für die Touristen war nicht viel davon zu sehen, daß die Diktatoren Menschen (auch Christen!) verschleppten, folterten und irgendwo im Straßengraben "entsorgten". Man kann es aber trotzdem wissen, wenn man sich die Mühe macht, sich zu informieren und nicht nur reißerische Schlagzeilen von halbseidenen Presseprodukten reproduziert. Entschuldigen Sie bitte meine klaren Worte, aber bei so was platzt mir der Arsch.
Das hat keiner behauptet, aß das so wäre. Wieso unterstellen Sie das?
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bundesbedenkentraeger
Nun tu mal nicht so als wenn die Kirche in dieser Beziehung nicht ein ziemlich liberaler Arbeitgeber wäre. Es gehört nicht viel mut dazu als Theologie-Stduent bei uns kirchliche Entscheidungen öffentlich zu kritisieren. Und ich finde es ist gut so dass es so ist.
Ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die im Nahen Osten für die Freiheit, ihre Regierung selbst zu wählen, ihr Leben gaben.
Nicht ich bin es der den Leuten ins Gesicht schlägt. Ich schau doch nur hin und berichte darüber.
Daß Sie die freie Wahl der Bürger dort so herabwürdigen und gleichzeitig den Terror der "gemäßigten Diktatoren" so rnterspielen, wirft kein gtes Licht auf Sie? Freilich, für die Touristen war nicht viel davon zu sehen, daß die Diktatoren Menschen (auch Christen!) verschleppten, folterten und irgendwo im Straßengraben "entsorgten". [/quote]
Ja. Nur hat das Foltern und Morden ja nicht aufgehört, oder? Hinzu gekommen ist dass man den Freidensvertrag mit Israel aufgekündigt und die Sharia fest im Grundgesetz verankert hat. Das nenne ich eine Radikalisierung und deswegen schrieb ich in Anführungszeichen "gemässigteren".
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Es gehört nicht viel mut dazu
Ich studier Theologie und ich würd es mir 5 Mal überlegen.
Doch! Wenn Du die Diktatoren als "gemäßigt" beschreibst und die gewählten islamischen Parteien so darstellst, als seien sie schlimmer (vielleicht hat Mubarak zu wenig Frauen unterdrückt, zu wenig Krieg gegen Israel gemacht etc), dann ist das ein Schlag ins Gesicht derer, die die Revolution getragen haben. Das waren und sind nciht die Islamisten. Außerdem sollte man aufpassen mit den Vorurteilen. Denken wir daran, daß in Deutschland nach dem Krieg auch eine Partei mit religiösem Namen regierte, daß damals auch bei uns eine Frau gegen den Willen ihres Mannes keine Arbeit aufnehmen konnte etc. Wir sollten die Nase nicht zu hoch tragen. Die freien Wahlen sind jedenfalls ein Gewinn. Daß danach alles eitel Sonnenschein ist, kann man nicht erwarten. Aber die Voraussetzungen sind erst einmal geschaffen. Und was das Militär angeht: Wie lange hat denn die Türkei gebraucht, um die Macht des Militärs zurechtzustutzen bis zum heutigen Punkt? Und selbst heute ist das Militär dort stark. Aber die Entwicklung geht in eine gute Richtung.
Du schreibst Du schaust hin und berichtest darüber, aber Du tust mehr. Du bewertest, ohne daß schon Ergebnisse vorliegen würden. In Tunesien koaliert die islamische Partei, die die Wahl gewonnen hat, mit den Liberalen. In Ägypten wird dies auch erwartet. Und wie war es bei uns, damals, nach dem Krieg, als Frauen nicht ohne Zustimmung des Mannes eine Arbeit aufnehmen konnten und die Partei mit dem C im Namen regierte? Sie formte iene Koalition mit den Liberalen. Und trotzdem kam es zu Skandalen wie der SPIEGEL Affäre.
Wieso sollte die Entwicklung in Tnesien und Ägypten negativer verlaufen als hierzuland? Wieso die Moslembrüder verteufeln, bevor sie auch nur einen Tag Regierungsarbeit geleistet haben?
Nein, aber das liegt ja wohl nicht an den Islamisten, oder?
Wo haste den Unfug denn her? Die jetzt gewählte Versammlung soll doch die Verfassung erst ausarbeiten. Klar wird da auch von einigen gefordert, die Scharia aufzunehmen. Gibt es bei uns nicht ach Gesetze, die sich auf das Sittengesetz oder die "allgemeinen Sitten" berufen? Scharia kann alles und nichts bedeuten, man muß sehen, wie der Begriff mit Inhalt gefüllt wird. Im Übrigen gilt auch in Israel die Halacha. Es berufen sich also nicht nur islamische Staaten auf ihre religiösen Traditionen, wir tun das ebenso wie andere welstlich Staaten ach, und bei ns selbst nehmen wir es überhaupt nicht als Problem wahr.
Und was den Friedensvertrag mit Israel angeht: Davon hab ich noch gar nichts gehört, daß der aufgehoben wäre. Sicher besteht die Gefahr, weil die neue ägyptische Regierung nicht mehr so prowestlich sein wird wie es Mubarak war. Aber daß dort ein unbedingter Wille zum Krieg gegen Israel bestünde halt ich für Unsinn. Was hätte Ägypten davon?
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Auf die theologische
Auf die theologische Komponente will ich gar nicht eingehen.
Ich finde es einfach nur komisch, dass die gute Frau sich nicht vorher informiert hat und als Folge ggf. die Heirat verschoben hat - bis sie das Vikariat geschafft hat.
Jetzt sind die anderen die Bösen. Sehr einfältig irgendwie.
Ich bin weitgehend Ihrer
Ich bin weitgehend Ihrer Meinung. Ich denke jedoch, daß der Gang an die Öffentlichkeit überhapt erst zu der Prüfung führen kann, die Sie anmahnen. Sie hat eine wichtige Diskssion angestoßen, die sicher auch abseits von evangelisch.de Kreise ziehen wird. Das Problem ist ein echtes, und es bedarf einer echten Lösung. Dazu bedurfte es aber auch erst einmal dessen, daß es als Problem angesprochen wurde. Über die Motive, die dahinter stehen kann man sicher streiten. Ich kenne sie zu wenig, um mich daran zu beteiligen. Ich bin jedoch froh darum, daß wir die Diskussion haben, eben weil das Problem tatsächlich gegeben ist. Und deshalb bin ich auch froh darüber, daß Frau Häcker an die Presse gegangen ist.
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Wenn der gute Mann aus Bangla
Wenn der gute Mann aus Bangla Desh so begeistert von der Gemeindearbeit war, was hat ihn davon abgehalten den christlichen Glauben anzunehmen?
Solange diese Frage nicht klar beantwortet werden kann bleibt der Verdacht daß für ihn die Heirat primär unter dem Aspekt "Aufenthaltsgenehmigung" stand.
Unterstellung?
Solange diese Frage nicht klar beantwortet werden kann bleibt der Verdacht daß für ihn die Heirat primär unter dem Aspekt "Aufenthaltsgenehmigung" stand.
Das ist netürlich eine Unterstellung. Wer weiß, weshalb der Ehemann der Vikarin (noch) nicht die Taufe begehrte.
M.E. liegt das Problem v.a. bei der Frau, die doch wissen müßte, daß sie mit der Ordination ein lebens- und Dienstverhältnis eingeht.
Geschmacklos
Sowohl kurzsichtig als auch geschmacklos finde ich die Äußerung zu der Aufenthaltsgenehmigung. Ich selbst bin mit einer Afrikanerin verheiratet und erinnere mich mit Schrecken an die behördlichen Repressionen die wir Jahre erdulden mussten, bevor wir endlich heiraten konnten - Genau wegen solcher Ideen.
Es geht bei dem Fall der Vikarin aus Württemberg nicht um die Nationalität ihres Ehemannes, sondern um seine Rligionszugehörigkeit. Bitte mache keiner den Fehler das unter einen Hut zu stecken...
Wenn es nur um die
Wenn es nur um die Aufenthaltsgenehmigung gegangen sein sollte, dann wär doch eine Tafe DAS Argument, nicht nach Bangladesh abgeschoben zu werden, von wegen Christenverfolgung und so, oder nicht? Bzw der Mann hätte sich eine andere Frau angeln können, bei der die Sache nicht so kompliziert ist, wie bei einer württembergischen Vikarin.
Aus Ihrem Kommentar spricht ein wenig die Xenophobie, meinen Sie nicht? Vielleicht würde oder wird sich der Mann auch irgendwann einmal taufen lassen. Das ist eine große Entscheidung und ein tiefer Einschnitt. Die Lebenssituation war augenscheinlich so, daß die Heirat nötig wurde (ich denke mal daß man in Württemberg nich so begeistert ist von Pfarrerinnen, die in wilder Ehe leben). Daraus Druck aufbauen zu wollen in Richtung af eine überstürzte Taufe, kann jedoch nicht im Sinne der Kirche sein, oder haben wir die Zeiten der Zwangstaufen nicht schon lange hinter uns?
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Umgang mit Vikarin
"Eine kleine, fromme, reine Hausgemeinde mach aus allen;
dir nur soll sie wohlgefallen."
So heißt es im Lied EG 581 über den christlichen Ehestand. Christliche Familie ist Hausgemeinde: geeint im Glauben an den einen Gott, getragen von der in seinem Namen geschenkten Liebe; gemeinsam geben die Eltern den Glauben an die Kinder weiter, die sie taufen lassen, in der Heiligen Schrift unterweisen, mit denen sie beten, den Gottesdienst besuchen und denen sie Gottvertrauen vorleben.
Ein Ideal konträr zur heutigen Wirklichkeit, die weithin entchristlicht ist, in der Familienwerte nicht mehr zählen, in der fast jede zweite Ehe geschieden wird etc. - aber ein Ideal auf einem festen Grund, der Heiligen Schrift. Zugleich ein Ideal, dessen große Bedeutung erfasst, wer mit der Wirklichkeit der modernen "Beziehungen" tagtäglich konfrontiert ist.
Das Pfarrhaus ist der Ort, wo das christliche Ideal der Hausgemeinde mit Leben gefüllt werden muss, wie es die Heilige Schrift für die Übertragung des Amtes der Kirche vorschreibt: "wenn einer untadelig ist, Mann einer einzigen Frau, der gläubige Kinder hat, die nicht im Ruf stehen, liederlich oder ungehorsam zu sein."
Die Einheit im Glauben an den dreieinigen Gott ist Grundlage der familiären Hausgemeinde nach innen und des pastoralen Wirkens nach außen - es ist der Württembergischen Landeskirche hoch anzurechnen, dass sie (den vorhersehbaren Angriffen zum Trotz) dies immer noch betont.
Zunächst ein Hinweis: Wenn
Zunächst ein Hinweis: Wenn Sie aus dem EG ein Lied aus dem Regionalteil zitieren, nennen Sie doch bitte den Titel des Liedes oder wenigstens den Regionalteil, damit man das zu Hause nachschlagen kann.
Zu Ihrem Kommentar:
Daß die "christliche Hausgemeinde" ein Ideal ist, mag sein. Ob sie ein christliches Ideal ist, müßte geklärt werden. Mir scheint sie viel mehr ein bürgerliches Ideal zu sein (deshalb auch mein Interesse am Lied - es würde mich wundern, as welchem Jahr es stammt, also von welchem Zeitgeist es geprägt ist).
Zu Ihrem Schriftzitat: Die Vikarin hat ja keine Kinder. Sie ist auch nicht Mann einer Frau. Sind Sie folglich gegen Frauenordination allgemein? Dann liegt die Frage anders. Sind Sie der Meinung, daß (männliche) Pfarrer erst Frau und Kinder haben müssen, m ins Amt zu kommen, wie es Ihr Schriftzitat wohl nahezulegen meint? Dann sind jedoch auch gravierende Änderungen am Pfarrerdienstgesetz notwendig.
Ich kann Ihnen ja noch zstimmen, daß der gemeinsame Glaube an den dreieinen Gott Grundlage ist für die familiäre Hasgemeinde, wie Sie sie verstehen. Was ich nicht nachvollziehen kann ist, inwieweit der Glaube des Mannes Grundlage des pastoralen Wirkens der Fra sein sollte. Und in welcher Weise diese Grundlage sich aswirken würde, haben Sie gänzlich im Dunkeln gelassen.
Mir scheint, Sie haben den Wunsch, im Pfarrhaus eine Art Museum einzurichten, in dem man das bürgerlich-christliche Leben, wie es sein sollte / früher war sehen kann (auch wenn es historisch so nie oder selten gegeben war, es ist möglicherweise eine Projektion der eigenen Vorstellung von Familienidyll). Pfarrer und ihre Familien sind aber keine Museumsstücke, sondern lebende Menschen mit echten Gefühlen. Insofern ist die musealisierung des Pfarrhauses ein unchristliches unterfangen, weil die Pfarrerfamilie zum Objekt eigener Wünsche degradiert wird. Die haben zu spuren.
Freilich kann man von einem Pfarrer einiges verlangen. Ich habe auch grundsätzlich kein Problem damit, wenn der Ehepartner des Pfarrers Interesse bei der Kirchenleitng wekct und Ausschlag geben kann für eine Distanzierung. Aber dann bitte der Ehepartner, und nicht dessen Religion oder Haarfarbe. Natürlich wirkt sich die Religion aus, aber Generalisierungen sind hier fehl am Platz und verobjektivieren den Menschen wiederum.
Wenn der Pfarrer sich so nach den Wünschen der Gemeinde zu richten hat, wie soll er denn da bitte schön noch frei und later das Evangelium predigen? Wenn die Gemeinde an einem Punkt ihren (Zeit-)Geist durchsetzt, so ist das auch bei anderen Punkten zu befürchten.
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Zunächst der Liedtitel: Er
Zunächst der Liedtitel: Er lautet "Ich und mein Haus wir sind bereit" wurde geschrieben von Philipp Spitta und stammt aus dem Jahr 1833.
Das Ideal ist christlich, es ist, wie durch das Schriftzitat gezeigt, ganz ausdrücklich biblisch.
Dass sich Kandidaten der Kirche Jesu Christi zu einer verbindlichen Lebensführung bekennen, bevor sie ins geistliche Amt eintreten, ist bis ins 20. Jahrhundert auch in den evangelischen Kirchen selbstverständlich gewesen (Eheschließung vor der Ordination), selbstredend ist sie für die orthodoxen, orientalisch-orthodoxen (Eheschließung oder Mönchsgelübde) und die römisch-katholische Kirche (freiwilliges Zölibatsversprechen).
Dass in der Bibel gefordert wird, dass der Amtsträger sich im christlichen Leben bewährt haben muss, wozu das Familienleben gehört, ist eine Tatsache, die nicht bestritten werden kann (die Schriftzitate können beliebig ergänzt werden). Diese Bewährung entspricht den Anforderungen des Amtes bis heute - die Gemeinden schätzen ihre sog. "gestandenen Pfarrer", die sie nicht nur als Prediger, sondern auch als erfahrene Christen, Familienväter etc. kennen gelernt haben, mit Recht sehr hoch. Es würde der Achtung des Amtes unzweifelhaft zugute kommen, wenn die Ordination eine größere Lebenserfahrung - wie in der Heiligen Schrift verlangt - voraussetzen würde, als dies heute der Fall ist. Wir alle kennen den Typ des von der Gemeinde milde belächelten und mütterlich verhätschelten jungen Pfarrers, bzw. der jungen Pfarrerin, dessen / deren Wirken kaum als Gemeinde-LEITUNG zu bezeichnen ist.
Was das Ideal des Pfarrhauses betrifft, schreibt die gültige(!) Ordnung des geistlichen Amtes der bayerischen Landeskirche folgendes vor: "Bei der Wahl seiner Ehefrau wird der Träger des geistlichen Amtes dessen eingedenk sein, dass auch seine Ehe den Dienst der Gemeinde fördern und der Würde des Amtes gemäß sein soll. Das Pfarrhaus soll eine Stätte christlichen Familienlebens sein zur Freude und zur Erbauung der Gemeinde, ..."
Zuletzt: Wenn Sie aus den Worten der Heiligen Schrift ableiten, dass das geistliche Amt nach dem Willen Jesu und der Apostel an Männer zu übertragen ist, entspricht dies unzweifelhaft dem Wortlaut der Heiligen Schrift, der Auslegungstradition der Kirche (auch der reformatorischen) und der weltweiten Ökumene - unabhängig davon was irgend ein anderer Mensch dazu sagen mag.
Sie sind also mit mir einer
Sie sind also mit mir einer Meinung? Es sprechen lediglich Kirchengesetze gegen einen muslimischen Mann, Gesetze die einfach zu ändern sind und keinen Anhalt an der Schrift haben (sonst hätten Sie ja die Bibel zitiert und nciht die Ordnng für das geistliche Amt)?
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Ideal
Ich kenne das Ideal der Württembergischen Landeskirche und der lieben Predigerschulen. Dieses Ideal scheint soweit zu gehen, dass man den einzelnen jungen Menschen nicht mehr sieht und pastorale Seelsorge anscheinend für viele evangelische Verantwortliche dort ein Fremdwort ist. Obwohl ich zu der eigentlichen Thematik hier im Forum etwas anderes gepostet habe.
Richtige Entscheidung der Landeskirche
Hauptberufliche Dialogfunktionäre wie Herr Wagner tun sich gelegentlich etwas schwer, zwischen allen Multikultiseminaren und -konferenzen noch den Blick für das Wesentliche von Kirche und christlichem Glauben zu bewahren.
Tatsache und Glaubensüberzeugung ist es, dass niemand zum Vater kommt denn durch Jesus Christus. Wer den christlichen Glauben mit anderen Religionen gleichstellt wie Wagner in seinem Beitrag, der relativiert die christliche Wahrheit um eines tagesaktuellen angepassten Weichspülglaubens willen, der die theologische und religiöse Wahrheitsfrage umgeht und unseren Glauben auf zeitgeistige und tagespolitische ethische Attitüden reduziert. Das ist das eine Problem an Wagners Argumentation: die Gleichstellung des Christlichen Glaubens mit anderen Religionen. Was bedeutet für ihn Christus? Solus Christus scheint es für ihn nicht mehr zu geben.
Wagner fragt nach dem Imageschaden für den islamisch-religiösen Dialog. Das ist der absolute Gipfel. Auf unserer Seite schadet es offenbar dem Dialog, wenn einer Vikarin, also einer in Verkündigung und Sakrament beauftragten offiziellen Predigerin und Missionarin unseres Glaubens und unserer Kirche, das geistliche Amt zu Recht verweigert wird, weil sie einen Muslim heiraten will. Wie soll denn das geistliche Leben in diesem Pfarrhaus funktionieren? Breitet der Mann seinen Gebetsteppich wenigstens nicht im Pfarrbüro aus unter dem Kreuz? Hängt der Halbmond dann neben dem Kreuz im Wohnzimmer? Wenn beide ihren Glauben ernst nehmen, können sie nicht miteinander beten, denn Allah ist nicht der dreieinige Gott, an den wir glauben. Welche Ausstrahlung soll ein solches Pfarrhaus haben? Sie soll und kann heiraten, wen sie will, aber sich nicht einbilden, unter allen Umständen Pfarrerin werden zu können.
ANDERERSEITS schadet aber die weltweite Christenverfolgung in islamischen Ländern offenbar dem Image und dem Dialog nicht. Dazu ist nämlich von Hr. Wagner und anderen Dialogfunktionären nie etwas zu hören, und in unseren nach wie vor multikulti-geprägten Akademien schon gar nicht. Hier sind die Maßstäbe zwischen den interreligiösen Kuschelrunden in den Akademien und der harten und lebensbedrohlichen Wirklichkeit unserer Glaubensgeschwister in den arabischen Ländern bei Leuten wie Hr. Wagner offenbar völlig verloren gegangen. Das ist traurig.
Wenn es Hr. Wagner um den interreligiösen Dialog geht, müsste er vehement gegen die Zulassung von Homosexuellen zum Pfarrdienst eintreten. Homosexualität ist überzeugten Muslimen ein Gräuel. Da hört man auch wieder nix in diesen vor politischer Korrektheit nur so triefenden Zeilen oder auch sonst.
Die Landeskirche hat mit ihrer Entscheidung völlig Recht. Jede/r muss für sich entscheiden, was ihm/ihr wichtiger ist: die Berufung zum geistlichen Amt oder die völlig freie Eheentscheidung. Wie würde Herr Wagner und ähnliche Wortführer wohl argumentieren, wenn der anvisierte Ehepartner einer Sekte angehören würde?
Und wenn er Jude wäre?
wie wäre es dann - gehen würde es nach Ihren Aussagen auch nicht, aber ich habe den Verdacht, dass man es um der historisch gebotenen Sensibilität schon irgendwie hinbekommen hätte - oder was meinen Sie?
Ich glaube, Sie haben den
Ich glaube, Sie haben den Kern der biblischen Botschaft nicht verstanden...
azad schrieb: Das wird hier
Das wird hier niemand ernsthaft bestreiten wollen. Der guten Ordnung halber muß aber daran erinnert werden, daß Tatsache und Glaubensüberzeugung auch ist, daß Jesus hier nicht behauptet, daß nur die zum Vater kommen, die diese Überzeugung permanent im Munde führen oder daß diejenigen, deren Überzeugung das nicht ist, auch nicht zum Vater kommen.
Man kann Joh 14,6 aber nicht ohne die zahlreichen anderen Stellen lesen (z.B. in den Gleichnissen), an denen Jesus seinem Publikum klarmacht, daß es nicht auf irgendwelche Bekenntnishülsen ankommt, sondern darauf, den Willen des Vaters zu hören und zu tun.
Matthäus 10,32-35 "Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter."
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Gute Botschaft, aber Kirche ohne Existenzberechtigung
Mit dem Evangelium von Jesus Christus haben wir nach wie vor eine Super Botschaft und so lange es Menschen gibt, die sich von ihr begeistern lassen, mache ich mir um die Eine, Heilige, Umfassende, Apostolische Kirche Jesu Christi keine Sorgen.
Allerdings hat sich der dreistufige Kirchenbegriff, der uns im Vikariat beigebracht wurde längst weiter ausdifferenziert. Gemeinde als Gemeinschaft und organisatorisch verfasste Kirche ist deutlich abzugrenzen von der organisatorisch verfassten Kirche auf regionaler Ebene - Dakanat bis Landeskirche, und dann noch die internationale Ökumene bis hin eben zur communio sanctorum.
Jene zweite Ebene steht nicht selten in ihrem Handeln diametral dem entgegen, was Vikarinnen und Vikare zu predigen beigebracht wird, Gläubige allgemein unter gelebtem christlichen Glauben verstehen und GLAUBEN, und auch durchdachter Theologie.
Hier regieren die Strukturen, die zum Selbstzweck geworden sind - meine Lieblingsgeschichte hierzu ist 'Ährenraufen am Sabbat' - gnadenlos dumm ausgeführt von Betonköpfen und Schmalspurdenkern, deren Horizont nicht weiter als bis zur Schreibtischkante reicht.
Wir - v.a. die Synoden - sollten uns mal fragen, wraum nicht wenige Pfarrpersonen mit ihrem Hauptquartier nur noch schriftlich verkehren, niemandem mehr zu vertrauen ist, ein Wort nichts gilt und gleichzeitig Eingriffe in die Lebensgestaltung erfolgen, die man in Dritte Welt Ländern als menschenrechtswidrig vor die UNO bringen würde?
Die eigentlich Kirchenleitenden, die Synoden, haben KEINE Ahnung, wie Strukturen und Betonköpfe mit ihrem 'Leitungspersonal' umgehen, Maulkörbe verpasst werden, erniedrigende Auswahlverfahren, aus denen niemand ohne massives Trauma hervorgeht. Und dann wird einem etwas vom 'DienstVERHÄLTNIS' erzählt. Andererseits bekommt man, wenn man das Verhältnis auf seine Gegenseitigkeit anspricht nur zu hören, 'das ist in einem Wirtschaftsunternehmen auch nicht anders.'
Das wir als Christinnen und Christen in der Perspektive des Reiches Gottes leben, und hier so handeln sollen und können 'als ob' spielt keine Rolle. Glaubt man das, gilt man als naiv, sagt man das auch noch laut, ist man ein Querulant. Wenn man ernst nimmt, was man glaubt, wenn man entsprechend dem, was man den Leuten erzählt, handeln will, wenn man einfache christliche Grundsätze ernst nehmen will, vielleicht sogar Kirchenhierarchen beim - ihrem - Wort nehmen will, eckt man an und lebt gefährdet.
Es ist völlig unerheblich, ob der muslimische Mann in der Gemeinde beliebt ist, oder ob die muslimische Pfarrfrau in Berlin die Seele der Gemeinde ist:
Reformatorisch ist doch: Indikativ VOR Imperativ, 'du bist angenommen, wie du bist, du musst nichts leisten oder erfüllen, um als geliebtes Geschöpf Gottes - egal welchen Glaubens - angenommen zu sein.'
Wenn wir das als Prinzip aufgeben und jeden Einzelfall prüfen, machen wir uns damit zur Vorinstanz zum Seelenheil. War es nicht auch so was, warum Luther seinen Mund aufgemacht hat - die Kirche nicht mehr als Mittlerin des Heils, mit der Macht den Zugang zu Gott zu verhindern?
Es ist auch völlig unerheblich, dass es zu der Zeit, als entsprechende Paragraphen in Pfarrerdienstgesetze aufgenommen wurden, praktisch nicht vorkam. Allein das Ansinnen solcher Paragraphen und vieler anderer Verhaltenszumutungen für Pfarrpersonen ist schlicht theologisch unverantwortlich und widerspricht protestantischer Theologie und Glauben.
4x solus, nicht ergänzt durch 'solus Oberkirchenrat.'
Eine Kirche in ihrer derart verfassten - selbstgerechten - Struktur entledigt sich selbst ihrer Existenzberechtigung. Vielleicht ist das nötig, damit in der einen Kirche Jesu Christi und in den Gemeinschaften von Gläubigen (und ihren andersgläubigen PartnerInnen) - lokal, regional, national, international - durchdachtes und in Glaubenseinsichten gegründetes Handeln wieder den Ton angibt und somit dem Missionsauftrag, das Evangelium, eine FROHE Botschadft, nicht eine intolerante, ängstigende, verbohrte und durch und durch unchtistliche gestzesmäßige Message, an die Welt geht, nicht nur in Worten, sonder auch in Taten. (Jak: Glaube ohne Taten ist tot)
Den Menschen, die Liebe Gottes, die Freiheit durch den Gauben in die Mitte zu stellen, Christus als Mitte der Schrift, und damit menschenverachtende Gesetzlichkeit, die in den Tod führt - dafür ist Jesus gestorben und hat Gott Christus auferweckt. Das sind Grundeinsichten der ganzen paulinischen Theologie, wieder entdeckt, aufgefrischt von Luther, dessen Jubiläum überall vorbereitet wird. Aber in unseren Landeskirchen würde der auch entlassen werden. Halt, ist er ja, nein ist selbst gegangen und hat seine Katharina geheiratet.
Hmm, ein desertierter Mönch, verheiratet mit einer desertierten Nonne - als Ausgangspunkt und bis heute scheinbar - Vorbild für den evangelischen Pfarrhaushalt????????? Doch nicht alle Hoffnung verloren!!!
Ich kann nur hoffen, dass die Vikarin Menschen an ihrer Seite hat, die sie tragen und mit ihr kämpfen, DENN: es ist unsere Kirche und die können wir nicht den Betonköpfen und Schmalspurdenkern überlassen, die sich und ihre Strukturen längst zum Selbstzweck und zum reinen Selbsterhalt gemacht haben und somit die befreite Verkündigung der guten Botschaft verhindern!
'Das werden sie nicht ändern' zählt nicht. Wer, wenn nicht wir kann und muss es ändern?
Liebe Vikarin, ich wünsche dir und deinem Mann alles Gute und Gottes Segen (der zum Glüch nicht von Gesetzen abhängig ist)
Danke für diesen klaren
Danke für diesen klaren Worte. Ich denke, daß in dem angesprochenen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein Großteil dessen liegt, warum die Kirche schrumpft.
Ursprünglich standen wir für die Menschen ein. Jetzt sehen wir erst einmal in die Ordnungen, damit auch alles seinen rechten Gang geht. Wenn dabei jemand auf der Strecke bleibt ist das zwar schade, aber in Sinne der Bewahrung der Ordnung notwendig und hinnehmbar.
Ich träume von einer Kirche, die weniger auf die Ordnung achtet und mehr auf die Menschen, die das "Jesus liebt Dich" mit Inhalt füllt, damit es verstanden werden kann. Wie sonst kann man Evangelium verkündigen?
Mein Blog: Ein feste Burg ist unser Gott
Slogan & Realität & Kirchenordnung
Und ich denke: Der Slogan "Jesus liebt Dich!" und die Kirchenordnung gehören zusammen. Das Eine ohne das Andere ist Schwärmerei oder das Evangelium, Kirche und Gemeinde wären ohne Sinn, Kraft und Disziplin - oder Kirche wäre ein Verein wie jeder andere Verein. (Das heißt: Auch im Fußballverein gibt es eine feste Struktur). - Allerdings gibt es außerhalb der Kirchenmauern auch Glaubensströmungen wo man an der Realität vorbeigeht. Letzteres nur nebenbei.
Gutmenschentum
Bei diesem Kommentar bin ich doppelt froh katholisch zu sein. ehrlich. Selten so viel Gutmenschen-Geschreibsel auf einmal gelesen.
In diesem Kommentar sind Statements, die einfach unwahr sind. Muslime haben weder eine grundsätzlich positive Einstellung zur Kirche, noch gibt es eine grundsätzliche Offenheit bei Fragen der interreligiösen Ehe, zumal muslimische Frauen untersagt ist Nicht-Muslime zu ehelichen. Diese Informationen dürfen beim Plädoyer für die Frau Vikarin nicht einfach so unter dem Teppeich gekehrt werden.
Darüber hinaus empfinde ich es für einen Pfarrer beschämend, dass man im Sinne des Zeitgeistes die klaren Worte Christi ("keiner kommt zum Vater denn durch mich") dadurch abschwächen will, indem man so tut, als stünden alle Religionen auf gleicher Ebene und hätten alle das gleiche Ziel.
Daumen runter!
Muslime haben weder eine
Stimmt. Ebensowenig wie Christen. Ebenso haben aber Christen wie Muslime eine grundsätzlich negative Einstellung zur Kirche. Man muß sich schon den einzelnen Menschen ansehen. Es sind auch nicht alle Deutschen Nazis. Aber man kann auch nicht sagen (leider), daß es hierzulande keine Nazis gäbe.
Wie man hier sieht ist es beim Christentum keinen Deut besser ;)
So wie es württembergischen Pfarrerinnen untersagt ist, Nichtchristen zu ehelichen?
Wenn es so wäre, könnte ich Ihnen ja vielleicht noch zustimmen. Aber ist dies der Fall? Inwieweit hat sich die Pfarrerin denn geäußert, daß alle Religionen gleich wären? Ich finde die Gegner viel Zeitgeistbezogener, da sie sich vor allem auf das Gesetz von 1977 berufen und keine theologischen Argumente bringen.
Wenn wir allerdings in die Bibel sehen, dann steht da nicht über ein Verbot von andersgläubigen Partnern bei Pfarrern. Ich möchte im Gegenteil dazu aufrufen, einmal das Estherbuch zu lesen, in dem die Ehe Esthers mit einem Nichtgläubigen sich als Segen erwies. Nun war Esther keine Pfarrerin, aber da es bei uns Protestanten keinen Unterschied zwischen Klerus und Laien gibt, sehe ich nicht, wieso unterschiedliche Regeln gelten sollten? Vor dem Hintergrund wäre es ach einmal spannend zu erfahren, wie die württembergische Kirche allgemein zu Mischehen steht, denn wenn es möglich ist eine kirchliche Trauung zwischen einem Christen und einem Muslim zu machen in Württemberg, scheint mir hier eine Diskrepanz zu bestehen.
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Danke für den Hinweis. img,
Danke für den Hinweis.
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Amen.
Ich empfinde bzw. sehe dich Sache genauso.
Ein weiterer Beleg dafür, dass sich konservative Evangelische und konservative Katholiken nicht selten näher stehen als ihre "liberalen" Geschwister innerhalb der eigenen Konfession. ;-)
Persönliche Stellungnahme aus dem Berliner Blickwinkel
Auf EKD-Ebene und in Berlin-Brandenburg wurde die dienstrechtliche Regelung, die in Württemberg zur Entlassung einer Vikarin führte, schon vor Jahren abgeschafft. Hier kann eine Pfarrerin oder ein Pfarrer mit mit einem Muslim oder einer Muslima verheiratet sein, ohne Nachteile oder gar die Entlassung fürchten zu müssen. Ein stadtbekanntes Beispiel sind zum Beispiel Mona und Andreas Fuhr aus Schöneberg (12-Apostel), er evangelischer Geistlicher, sie muslimische Pfarrfrau und Seele der Gemeinde, vor allem in der Kiezarbeit.
(vgl. http://www.tagesspiegel.de/berlin/der-kampf-um-die-seelen-der-junkies-vo...)
In der Württembergischen Schwesterkirche kann man das anders sehen, da ist jede Landeskirche autonom, und das ist gut so. Was ich aber nicht verstehe: Warum konnten die Württembergische Pfarrvertretung oder der Pfarrverein der Vikarin nicht helfen, wenigstens ihre Ausbildung zu beenden und das 2. Examen zu machen? Wenn sie sich sonst eignet, hätte Berlin sie danach vermutlich mit Kusshand genommen. Seit drei Jahren übernehmen wir hier immer wieder gern fertig ausgebildete junge Theologinnen oder Theologen aus anderen Landeskirchen, weil wir in Zukunft mehr theologischen Nachwuchs benötigen, als wir im Moment selbst ausbilden können.
Vielleicht war das nur ein Kommunikationsproblem, dann wäre darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das wäre meine erste und wichtigste Frage.
Wenn sich das noch regeln lässt, hätte die Härte, die der jungen Kollegin dann nur angetan worden wäre, am Ende mehr Gutes als Schlechtes bewirkt, denn dadurch wurde das Thema medienrelevant. Jetzt bekommt es auch der Berufsverband der ca. 24.0000 ev. Pfarrinnen und Pfarrer auf den Radarschirm, in dem deutschlandweit immerhin 21.000 Kolleginnen und Kollegen organisiert sind. Bei der in den meisten Gliedkirchen der EKD gerade abgeschlossenen Einführung des neuen Pfarrdienstgesetzes wurde hier der Reformbedarf glatt übersehen. Religionsverschiedene Ehen und Lebenspartnerschaften werden infolge von Migration und Integration tendenziell zunehmen und im Alltag der Gemeinden eine wachsende Rolle spielen. Auch Theologinnen und Theologen können nicht auf Dauer davon verschont bleiben, dass der Gott der Liebe auch über Religionsgrenzen hinweg segensreiche Verbindungen schafft.
Pastor Christian Johnsen, Berlin
(Der Autor bloggt auf freitag.de als ChristianBerlin und auf pfarrverein.com)
Danke
Danke für diese spannende Diskussion !
Falsche Landeskirche
In der reformierten Kirche, die ja neuerdings auch "Landeskirche" dem EKD-Sinne nach ist, ist ein solches Vorgehen des Kirchenamtes undenkbar. Die freie Wahl des Partners des Pfarrers/der Pastorin ist dort ausdrücklich verbrieft. Aus meiner konservativen protestantischen Sicht auch absolut zu Recht (was natürlich nicht bedeuten kann, dass ein zB muslimischer Pastorengatte mit seiner Religion quasi "aus dem Pfarrhaus heraus hausieren" geht; das dürfte selbstverständlich sein.)!
Wer hat hier Angst?!
Lieber Igel, "ängstlich" scheinen zunächst einmal Sie zu sein, weil Sie sich nicht trauen ihren Klarnamen zu nennen.
Als evangelischer Christ und Mitglied der Evangelischen Kirche in Württemberg habe ich keine Angst vor einer Pfarrerin, die einen Muslim heiratet. Mich stört jedoch die Botschaft, die sie damit indirekt aussendet, die da lautet: "Es ist gleichgültig ob du Christ oder Moslem bist. Vor Gott spielt das keine Rolle. Alle Religionen führen zu Gott - auch der Islam."
Diese Botschaft widerspricht jedoch dem gesamten Neuen Testament, wo das Heil eines Menschen stets an dessen Glauben an Jesus Christus gebunden ist. Das ist keine "biblizistische" Auslegung der neutestamentlichen Schriften, sondern lediglich eine, die ernst nimmt, was dort steht.
Ich fühle mich vom Absolutheitsanspruch Jesu nicht in meiner Freiheit eingeschränkt. Wenn es ihnen anders geht: Suchen Sie sich doch eine andere Religion. Von mir aus, dürfen Sie sich gerne diese Freiheit nehmen.
Was ist ihr Fundament?
Oh, jetzt kommt die Fundamentalismus-Keule! Wie originell!
Wenn sie Christ sein wollen, dann nehmen Sie bitte auch den Anspruch Jesu ernst und nicht nur seinen Zuspruch.
Nett, dass Sie auf Mt 28 anspielen. "Gehet hin und machet zu Jüngern ALLE Völker...". Stellen sie sich vor: Mit "alle Völker" sind doch glatt auch die Muslime gemeint. Die Lehre ganze Jesu ist mein Fundament. In diesem Sinne bin ich gerne "Fundamentalist". Was ist ihr Fundament? Lessings Ringparabel?
Was ist denn "die Sache Jesu"? Das, was ihnen im Neuen Testament gefällt?
eben nicht!
panta ta ethne schließt die Juden gerade nicht ein.
Hier wäre theologische oder altphilologische3 Kompetenz hilfreich gewesen ...
Wo ist ihr Argument?
Denken Sie Ihre Arroganz reicht als Begründung ihrer These aus? Wo ist ihr Argument?
Ablehnung der Judenmission "mit guten Gründen"? Wohl kaum!
Von der religionsverschiedenen Ehe zur Judenmission. Mir soll's recht sein.
"Mit guten Gründen" hat sie die ElkWue von der Judenmission verabschiedet? :-) Sie meinen wohl "aus politisch korrekten Gründen", oder aus "historischen Gründen". Dass wir Deutsche aufgrund unserer unrühmlichen Geschichte bis auf weiteres nicht unter Juden missionieren sollten, leuchtet mir ein. Dass es überhaupt niemand aus der weltweiten Christenheit tun sollte, entbehrt jeglicher neutestamentlichen Grundlage.
Jesus ist zuerst der Messias der Juden (Röm 1,16). Er selbst sowie die Mehrzahl seiner Jünger/der ersten Christen haben vornehmlich unter Juden missioniert. Nirgendwo im NT wird Judenmission verboten. Angesichts dieses Befunds wirkt die Ächtung der Judenmission durch Theologen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart total abwegig.
Paulus lehrt keine Zwei-Bünde-Theorie. Auch gibt es keine für ihn Erlösung der Juden an Jesus Christus vorbei - wohl aber eine Allerlösung durch Christus am Ende der Zeiten (vgl. Röm 11,25f). Das heißt aber nicht, dass Christen bis dahin den Juden ihren eigenen Messias nicht lieb machen dürfen. Die von mir anvisierte Form der Judenmission hat sich selbstverständlich am "innerchristlichen Ethikkodex für Mission" (vgl. http://www.ekd.de/ezw/Publikationen_2541.php) auszurichten.
Die Ablehnung der Judenmission stellt eine Diskriminierung der heute lebenden Judenchristen bzw. messianischen Juden dar.
In keinem andern ist das Heil...
Wie kommen Sie darauf, daß unser Wort Mission den Sachverhalt trifft? Mission treiben wir sozusagen von außen, während Jesus selbst Jude gewesen ist, der unter seinen jüdischen Glaubensgeschwistern wirkte. Nennen Sie ihn von mir aus einen Reformer. Ein Missionar ist er nie gewesen.
Sie betreiben Wortklauberei. Ich verstehe unter "Mission", die Verbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen. Judenmission heißt in diesem Fall: die Bezeugung, dass Jesus von Nazareth des Messias ist gegenüber Juden, die das noch nicht glauben. Das Ziel von Judenmission besteht folglich darin, dass Juden an Jesus als ihren Messias glauben und sich in ihrem Glauben und Leben an seinen Lehren ausrichten, sowie es ein Petrus, ein Jakobus, ein Johannes, ein Paulus und all die anderen JÜDISCHEN Apostel taten, selbstverständlich auch all die jüdischen Frauen, die zum Jüngerkreis Jesu zählten.
Der sog. Missions- und Taufbefehl am Ende des Matthäusevangeliums gehört in ein judenchristliches Milieu, in dem man der Gemeinde erst einmal erklären mußte, daß Jesus der Messias für alle ist.
Eben. Sag ich doch. :-) Jesus ist der Messias für ALLE, auch für Juden. Und weil das aus christlicher Sicht so ist, darf man das auch als Heidenchrist gegenüber einem Juden sagen - als Judenchrist sowieso.
Jesus hat seine Volksgenossen dazu aufgerufen, ihm nachzufolgen, was den Glauben an ihn als den Messias impliziert. Sie kennen doch die zahlreichen Belege in den Evangelien, in denen Jesus JUDEN zur Nachfolge und zum Glauben an ihn aufruft. Exemplarisch genannt seien: Mk 1,17, Mt 8,22, 9,9; 19,12; Joh 14,1.
Die jüdischen Jünger Jesu haben wiederum unter Juden missioniert: Ein Petrus hat es getan, ebenso ein Philippus, ein Paulus und viele andere mehr (vgl. die zahlreichen Belege in der Apostelgeschichte: Act 2f; 8,4f, 13,14ff usw).
Paulus wünschte sich von ganzem Herzen, dass seine "verstockten" Landsleute (Röm 11,25) zum Glauben an Jesus kommen (Röm 9,3; 10,1).
Halten wir also fest: Jesus sowie alle Apostel haben unter Juden missioniert, in dem Sinne, dass sie Juden zur Nachfolge und zum Glauben an Jesus eingeladen haben. Wie kommen Sie darauf, dass Judenmission aus biblisch-theologischen Gründen unzulässig sei?
Sofern Jesus diese Worte überhaupt gesprochen hat, müssen sie in diesem Kontext gelesen werden, d.h. "alle Völker" bedeutet sehr wahrscheinlich "alle Heiden".
Sehr wahrscheinlich, aber keineswegs sicher. "panta th ethne" wird im Matthäusevangelium auch in dem Sinne gebraucht, dass zu "allen" auch das jüdische Volk zählt. Vgl. z. B. die von ihnen weiter unten angeführte Stelle: Mt 25,32. Oder Mt 24,7.9
Selbst wenn man diesen islamischen Anspruch nicht anerkennt (muß man ja schließlich nicht, schon gar nicht als Nichtmuslim), kommt man um die Feststellung nicht herum, daß der Islam von der Kirche lange Zeit als zwar häretische, immerhin jedoch christliche Glaubensrichtung verstanden wurde.
Der Islam ist eine anti-christliche Häresie. Muslime sind aus biblisch-theologischer Sicht Heiden, die - sollte es einen doppelten Ausgang geben - ebenso verdammt werden, wie alle anderen, die nicht an den dreieinigen Gott geglaubt haben. Denn nach dem Zeugnis des Neuen Testaments ist der Glaube an Jesus Christus heilsnotwendig. In soteriologischer Hinsicht kann man also sagen, dass das Christentum, die einzige wahre Religion ist.
Vgl. Acta 4,12, wo es aus dem Mund des Petrus heißt: "Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen."
Wer diese christliche Grundlehre gegenüber Muslimen verschweigt, macht sich schuldig.
Sooo eindeutig ist das nämlich gar nicht. Sonst müßten wir uns nicht mit Bibelstellen wie Matthäus 25,31-46 auseinandersetzen.
Dass aus wahrem Glauben Taten der Liebe folgen, ist richtig. Aber bitte keine Werkgerechtigkeit, wie sie die römisch-katholische Kirche zu früheren Zeiten vertreten hat.
Man muß aufpassen. Ich sehe
Man muß aufpassen. Ich sehe nichts falsches daran einen Juden zu taufen, der dies wünscht. Ich sehe auch nichts falsches daran, mit Juden über Christus zu sprechen.
Allerdings lief unter dem Schlagwort "Judenmission" historisch ganz anderes. Da wurde versucht, Juden "in das Volk" einzugliedern, indem amn ihnen sonst welche Vorwürfe machte, ihre Religion und ihren Glauben diffamierte, Druck ausübte. Das darf nicht sein. Weder bei Juden, noch bei Muslimen, noch bei sonst irgendwelchen Menschen.
Aber sieht es beim Fall Khan nicht ähnlich aus? "Deine Religion ist falsch", "Du kannst als Muslim den Beruf Deiner Frau gar nicht respektieren oder gar unterstützen", "Konvertier doch, dann ist alles im Lot".
So anders haben die Jdenmissionare des 19. Jhd. in Deutschland nicht gesprochen. Und das ist nchristlich, weil es keine Liebe zeigt, sondern Haß. Es ist diffamierend, weil es anderen Fehler unterstellt, ohne die Person zu kennen. Wer sagt denn, daß Herr Khan so Mulsim ist, wie wir uns das vorstellen? Wie viele verschiedenen Sorten Christen haben wir denn? Da gibt es die Krieger wie Bush und die Pazifisten wie die Quäker. Es gibt Kreationisten und Naturwissenschaftler. Es gibt alle möglichen Sorten. Und beim Islam sollte das anders sein?
Es konnte noch niemand einen Grund angeben, wieso eine Pfarrerin mit einem muslimischen Mann ihren Beruf nicht ausüben kann. Verlernt sie das Predigen? Leidet die Seelsorge? Oder ist sie einfach nur ein Ärgerniß für diejenigen, die die Muslime gerne in die Hölle verdammen würden, weil sie zeigt, daß man als Christ sogar einen Muslim lieben kann?
Martin Luther King schrieb einmal, daß er die Demonstartionen durchführte, um den Haß, der schon immer existiert, für alle sichtbar zu machen. Die sgeschah durch die gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen. Mir scheint, die Heirat der Vikarin mit dem Muslim macht auch etwas sichtbar in der Kirche. Ich würde es nicht Haß nennen. Aber Liebe ist es nicht, die hier offenbar wird. Und als Glied der Kirche (nciht dieser Landeskirche im Speziellen, aber trotzdem Mitchrist) gefällt mir das nicht. Und ich wundere mich über jeden, dem es gefällt.
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Amen.
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Kündigung wegen Heirat mit Muslim
Herzlichen Dank für diesen wohltuenden, von echtem christlichen Verständnis geprägten Kommentar zu dem völlig unzeitgemäßen Verhalten einiger Kirchenmenschen. Was haben manche in der Kirche doch für ein gnadenloses Menschenbild.
Ich bin absolut entsetzt über diese Kündigung und sehe mich in meiner Entscheidung, aus der evangelischen Kirche ausgetreten zu sein, bestätigt. Der Grund meines Austritts: Einen Verein, der gewissermaßen Wasser predigt, aber Wein trinkt bzw. seinen eigenen Werten nicht gerecht wird, z.B. dem Aspekt der Nächstenliebe, möchte ich nicht unterstützen.
Im NT steht sinngemäß: Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan. Offenbar ist Jesus seiner Zeit um mehr als 2.000 Jahr voraus gewesen.
Deswegen schrieb er den
Was denn nun? "Un-" oder "andersgläubig"?
Absolut dramatisch.
Image ist nicht alles. 
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Ehe der Vikarin mit einem muslimischen Mann
Als Niederlaendischer katholischer Theologe finde ich den Fall sehr interessant, und zwar nicht nur aus interreligioesem Sicht, sondern vor allem aus rechtsfilosofischen, sozial-ethischen und moraltheologischen Sicht.
Das Recht zum Partnerwahl und zur Ehe ist ja als Freiheitsrecht ein Menschenrecht, so wie die Religionsfreiheit es auch ist. Die beide werden bejaht von den grossen christlichen Konfessionen. Die beide sind aktuell in dieser interreligioesen Ehe. In beiden Faellen ist auch die Rolle des Staates und der Kirchen relevant erneut dieser Fall den Frage nach dem Verhaeltnis zwischen staatlich anerkanntem Ehe und Kirchlichen Ehe.
Sollte diese beide so eng verknuepft bleiben wies es jetzt noch der Fall ist, oder impliziert eine Trennung von Kirche und Staat dass moeglicherweise eine zivile Ehe anerkannt wird (und das Ehepaar gratuliert mit ihrem persoenlichen Glueck), waehrend die selbe Ehe zur gleichen Zeit nicht von der Kirche anerkannt wird und dann noch mal, als weiteren Schritt, zu Konsequenzen fuehrt fur Amtstraeger?
Fuer Kirchen wie die Evangelische, die die Ehe nicht als Sakrament ansehen und zugleich und vielleicht daher die zivile Ehe, so wie sie jetzt ist, ein groesseren Gewicht zumuten als die Katholische, ist dieee Frage vielleicht besonders relevant, weil eine radikalisierte, erweiterte Trennung zwischen Kirche und Staat und zwischen kirchlichen Ehe und staatlichen Ehe die kirchliche Ehe auf Dauer ueberfluessig zu machen scheint, indem sie die Entwicklung einer 'Zivil-religion' um die buergerliche Ehe stimulieren koennte so wie dies momentan in den Niederlaenden der Fall ist. Hier zu lande wird, in einem aehnlichen Kontext (naemlich 'gay marriage') von manchen Theologen plaedoyiert fuer die Abschaffung der burgerlichen Ehe.
Die Frage ist also: was ist eine Ehe, wer hat Befuegnis diese zu definieren, und welche Rollenverteilung gibt es hier zwischen Kirchen und Staat,und welches relatives Gewicht bekommt das Individuum mit seinen Rechten in dieser gewichtigen Konstellation? Erst wenn diese Frage beantwortet ist, kann man fruchtbar feststellen wie der religioese Status einer interreligioesen Ehe aussieht, und wie sich diese zur Kirchlichem Recht und Amtstheologie verhaelt. Aber auch dann sind die Kirchen wie die Staaten daran gehalten die Menschenrechte zu anerkennen und zum Masstab eigenes Handelns zu machen- wobei sie ausserdem bedenken muessen das die beide Rechte einander voraussetzen und verstaerken, und gleichermassen und zugleich verwirklicht werden muessen.
Da fällt mir auf...
...der Gesprächskreis "Offene Kirche" ist nicht ausschlaggebend für das, was in Württemberg geschieht. Warum wurde an dieser Stelle nicht ein Vertreter der größten Fraktion in der württ. Landessynode zitiert, der "Lebendigen Gemeinde"? Ist evangelisch.de denn parteiisch?
Johannes Brenz schrieb:...der
Lieber Herr Brenz, wir haben den Studienleiter der Akademie Bad Boll angefragt, nicht einen Vertreter einer bestimmten württembergischen Synodal-Fraktion. Hat mit Parteinahme nichts zu tun.
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Hanno Terbuyken
evangelisch.de
HannoTerbuyken
Lieber Herr Brenz, wir haben den Studienleiter der Akademie Bad Boll angefragt, nicht einen Vertreter einer bestimmten württembergischen Synodal-Fraktion.
Was ist das denn für ein Geschwafel? Da steht doch noch ganz dick drunter....
Hier wird doch offen und schamlos link-grüne Politik betrieben.
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Richtige Entscheidung
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
der heilige Apostel Paulus wird völlig aus seinem Kontext gerissen. In dem Zitat aus dem 1. Korintherbrief 7,14 heißt es ja: "Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig."
Sehen wir uns aber mal den Kontext an: "Wenn eine Frau einen ungläubigen Mann hat und es gefällt ihm, bei ihr zu wohnen, so soll sie sich nicht von ihm scheiden." (1. Kor. 7,13)
Es geht hier um folgende Situation: Ein Ehepartner wird gläubig, der andere ist es noch nicht. Das ist eine ganz typische Situation für das junge, missionarisch ausgerichtete Christentum. Es geht also nicht darum: Heiratet wen ihr wollt! Es geht vielmehr darum, dass ein BEREITS VERHEIRATETES PAAR nicht an einer Bekehrung in der Familie zerbricht, sondern daran gesundet.
WENN ES ABER darum geht dass, wie z.B. im Fall einer jungen Wiwte, ERST NOCH GEHEIRATET werden muss, dann sagt der Heilige Paulus: "...sie ist frei, zu heiraten, wen sie will; NUR DASS ES IN DEM HERRN GESCHEHE." (1. Korinther 7,39)
AUS dem guten alten Lutherdeutsch jetzt auch für alle, die es nicht verstehen wollen: "Nur darf die neue Bindung ihre Verbundenheit mit dem Herrn nicht beeinträchtigen." (GNB)
Man bedenke auch, dass der Heilige Paulus für sich als APOSTEL, also als Amtsträger der Kirche Jesu Christi, das Recht in Anspruch nimmt: "Haben wir nicht auch das Recht, EINE SCHWESTER als Ehefrau mit uns zu führen wie die andern Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?"(1. Korinther 9,5)
Es heißt ja auch: "Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? (2.Kor. 6, 14-15).
Ich selbst bin Theologiestudierender der württembergischen Landeskirche und ich kann diese Regelung nur voll unterstützen. Was für den Apostel Paulus gilt, gilt auch für jede Amtsträgerin der Kirche Jesu Christi: "Hat sie nicht auch das Recht, EINEN BRUDER als Ehemann mit sich zu führen...?"
Der Herr Jesu helfe seiner armen Kirche und bewahre sie in ihrer Treue und führe sie zum ewigen Leben. Amen.
Ende des Dialogs ?
Oh wie peinlich. Jetzt noch von interreligiösem Dialog zu reden fällt schwer - und ist sehr unglaubwürdig geworden.
Sollte dann nicht auch Frau Käßmann aus der Kirche ausgesondert werden ? Sie hat doch auch "gesündigt"...
Oh weh...
www.theolounge.de
Sollte dann nicht auch Frau
Wieso "auch"? Wer ist denn aus der Kirche ausgesondert worden?
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
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