Bundestagsrede - Die Hälfte aller 76 Abgeordneten der Linksfraktion wird nach Angaben der stellvertretenden Vorsitzenden Petra Sitte der Bundestagsrede von Papst Benedikt XVI. fernbleiben.
Man habe sich in der Fraktion außerdem darauf verständigt, auf Proteste im Plenarsaal zu verzichten, sagte Sitte der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Die eine Hälfte der Fraktion werde der Rede am 22. September folgen, darunter die Partei- und Fraktionsvorsitzenden Gesine Lötzsch, Klaus Ernst und Gregor Gysi. Die andere Hälfte werde vor die Tür gehen und gegen den Papst protestieren.
Auch bei SPD und Grünen will ein Teil der Abgeordneten nicht zu der Rede erscheinen. Wie viele Parlamentarier insgesamt den Plenarsaal verlassen werden, steht indes noch nicht fest.
Vogel weist Kritik an Rede zurück
Der ehemalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel wies Kritik an der Rede des aus Deutschland stammenden Kirchenoberhaupts zurück. "Er kommt ja nicht ungebeten, sondern alle Fraktionen haben dem zugestimmt", sagte Vogel der "Mitteldeutschen Zeitung". Im Übrigen sei es nicht das erste Mal, dass ein Papst vor einem Parlament spricht. "Nicht in der Bundesrepublik, aber in vielen vergleichbaren Ländern hat es solche Reden schon gegeben", sagte Vogel.
Der Katholik Vogel wurde als ehemaliger Abgeordneter von der SPD-Fraktion zu der Rede eingeladen. Zu seinem Bedauern habe er jedoch einen anderen, nicht aufschiebbaren Termin, sagte der 85-Jährige: "Ich hätte das gern miterlebt. Denn das ist ja wahrlich kein alltäglicher Vorgang."







Kommentare
Lächerlich
" ... wo im Kreis der Liberalen man den heil'gen Vater hasst." (W. Busch)
Wenn die Linke nichts Substanzielleres z. Z. für ihre Aufmerksamkeit benötigt, na, dann bitte.
Wie steht es mit der Meinungsfreiheit?
Die Hälfte der Linksfraktion wird der Papstrede fernbleiben. Der Papst ist Vertreter einer Glaubensgemeinschaft. Nach ART 3 GG (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Man könnte glauben, wer beim Papst fernbleibt macht sich als Protestler verdächtig. Nein er übt ein Recht aus. So wie der, der vor Gericht die Aussage verweigert. Es ist ein Recht.
Verdächtig machen sich die, die dem Papst Vorteile verschaffen möchten durch Diskriminierungen Andersdenkender. Walter Wasilewski
@ Herr Wasilewski
Werter Herr Wassilewski,
ich verstehe Ihr Begehr. Und doch nehmen Sie hier die falschen in Schutz.
Ich schreib Ihnen einmal etwas: Und zwar einen Songtext, den mir meine Tochter einmal auswendig in französisch rezitierte während wir uns stritten, er stammt von der hervorragenden jungen Künstlerin Zaz, hier zu sehen und zu hören: http://www.myvideo.de/watch/7957724/Zaz_Je_Veux
Ich gebe mal die deutsche Übersetzung http://www.magistrix.de/lyrics/Zaz/Je-Veux-Uebersetzung-1107928.html bekannt:
Gib mir eine Suite im "Ritz", ich will sie nicht!
Schmuck von Chanel, ich will ihn nicht.
Gib mir eine Limousine, was soll ich damit?
Stell Personal für mich ein, was soll ich damit?
Eine Villa in Neuchâtel ist nichts für mich.
Schenk mir den Eifelturm, was soll ich damit?
Refrain:
Ich will Liebe, Freude und gute Laune,es ist nicht dein Geld, das mich glücklich macht.
Ich, ich will mit der Hand auf meinem Herzen sterben.
Entdecken wir meine Freiheit gemeinsam,
vergiss also all deine Vorurteile,
Willkommen in meiner Wirklichkeit.
Ich habe genug von deinen guten Manieren,sie sind zu viel für mich.
Ich, ich esse mit den Händen und so bin ich.
Ich rede laut und ich bin offenherzig, tut mir leid.
Hör auf mit der Scheinheiligkeit, ich geh daran kaputt,
ich habe genug von den hohlen Phrasen,
Schau mich an, in jedem Fall gebe ich dir nicht die Schuld und so bin ich
Refain 3x
Ich will Liebe, Freude und gute Laune,
es ist nicht dein Geld, das mich glücklich macht.
Ich, ich will mit der Hand auf meinem Herzen sterben.
Entdecken wir meine Freiheit gemeinsam,
vergiss also all deine Vorurteile,
Willkommen in meiner Wirklichkeit.
2 Fragen: Haben Sie die linke Diktatur in meiner Heimat Ostdeutschland am eigenen Leib erlebt?
Haben Sie die, die heute noch für die LINKE im Parlament sitzen bzw. diejenigen die dort sitzen heute noch ideell beeinflussen je live in action erlebt?
Wenn ja: dann werden Sie leicht verstehen, dass ich mir von diesem Personenkreis nicht (mehr) vorschreiben lasse, wem ich "zuwinke", wen ich reden lasse!
Wenn nein: dann bitte ich Sie, Bitte denken Sie nach. Auch Hitler ist durch Wahlen an die Macht gekommen, auch die DDR hatte eine Vefassung in der Menschen- und Bürgerrechte aufgeführt waren. Seit dem Fall dieser deutschen Diktaturen aber sollte in Deutschland allen klar sein: Extremisten keine noch so legitimierte Chance zu geben.
Herr Wasilewski, nehmen wir den Ratschlag der jungen französischen Künstlerin an: Entdecken wir unsere Freiheit gemeinsam,...
P.s.: ...,die der Katholiken gehört dazu, die der linken Extremisten nicht.
Die Extremisten
Extremismus hat immer eine Ursache,dennoch lehne ich die Praktiken ab, aber nicht alle Linken sind Extremisten.
Walter Wasilewski
Was daran, dass "die Hälfte
Was daran, dass "die Hälfte der Linksfraktion" der Rede fernbleiben will, ist denn diesen Artikel wert?
Ich war, über einen längeren Zeitraum, als ehemaliges Mitglied der WASG auch Mitglied der Linkspartei. Während es, vor und auch nach der Fusion (WASG und PDS), Bemühungen gab, mit Christen im Gespräch zu bleiben, bei dem auch Respekt zu erkennen war, ist, nach der Etablierung in Parlamenten, die Rede davon, z.B. den Religionsunterricht abzuschaffen. Auch wenn dies so offen nicht formuliert wird, empfinde ich die Linke zwischenzeitlich als christenfeindliche Partei, die dies nur aus dem Grunde nicht deutlicher formuliert, weil sie linke Christen immer noch als mögliche Wähler erkennt.
Das Abgeordnete der Rede des heiligen Vaters fernbleibt, ist ein gutes Recht und m.E. auch nicht zu kritisieren.
Lieber Walter Wasilewski,
ich sehe nicht, dass jemand sich als "Protestler verdächtig" macht..., bzw. dass Protest (gegen wen auch immer) etwas "Negatives" wäre. Insofern verstehe ich dabei ebenso wenig, was Sie damit aussagen möchten wie mit der Feststellung, "Verdächtig machen sich die, die dem Papst Vorteile verschaffen möchten durch Diskriminierungen Andersdenkender. ". Jedenfalls sehe ich niemandem, der dem Heiligen Vater "Vorteile" verschaffen möchte.
pace e bene
Bruder Bernd
Guten Tag!
Mit Verlaub Herr Wasilewski,
wieso machen sich denn die der Diskriminierung "Anderdenkender" verdächtig, die den Papst reden lassen und lassen wollen?
Hätten Sie: einseitige Bevorteilung geschrieben, na ja, evtl. hätte ich Ihnen folgen können, so aber nicht.
Warum?
Weil das Fernbleiben als unnormal behandelt wird.Es ist in einem freien Staat doch normal, ich kann zu einer Veranstaltung gehen oder auch nicht.Wenn von der Linken 50% hingehen finde ich das toll,hätte ich nicht erwartet. Aber das abfällig ...nein Danke Walter Wasilewski
ernstwalter schrieb:Weil das
Tut mir leid, lieber Walter Wasilewski, aber ich weiß nicht wen, bzw. welche Gruppe sie meinen, der/die das Fernbleiben als "unnormal" bezeichnet.
pace e bene
Bruder Bernd
Antwort
Verdächtig machen sich die, die dem Papst Vorteile verschaffen möchten durch Diskriminierungen Andersdenkender. Walter Wasilewski
Gut, Herr Wasilewski, dann mache ich von meinem Recht Gebrauch und antworte Ihnen nicht auf Ihre Ansichten (denn lediglich das sind sie, wenngleich Sie absoluten Geltungsanspruch in Ihre Formulierung packen)...
...merken Sie was? Ich meine bezüglich einer demokratischen Debatte? Findet die nun statt?
Nun ja
Exakt.
Ebenfalls exakt, wenngleich vollkommen irrelevant in diesem Zusammenhang.
Noch eine Anmerkung zum Vogel-Interview: ER sagte dort, dass der Papst auch schon von der UNO-Generalversammlung als Redner "eingeladen" wurde. Richtig ist: er redete schon dort. Aber nicht als "Gast". Er hat dort das Recht zu reden als Vökerrechtssubjekt und UN-Mitglied.
Als jemand, der in der ehemaligen DDR groß geworden ist, möchte ich mal einige Protagonisten aufführen:
Nehmen wir doch mal Frau Sitte: 1995 als MdL Sachsen-Anhalts (!!!) verurteilt wegen Ladendiebstahlhttp://www.welt.de/print-welt/article662151/Sitte_gibt_Ladendiebstahl_zu.html , 1987 wurde sie an der Uni Halle-Wittemberg zum Dr. oec. promoviert mit der Arbeit: "Die Führungstätigkeit der SED-Bezirksorganisation Halle bei der Weiterentwicklung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der Industrie und der Herausbildung der Kombinate (sechziger und siebziger Jahre)" und war an dieser Uni auch Zweiter Sekretär der FDJ-Kreisleitung.
MdB Dr. Lötzsch -gleichzeitig Bundesvorsitzende- war sich nicht zu fein, neben dem verurteilten EX-RAF-Mitglied Inge Vieth beim letzten Rosa-Luxemburg-Forum, organisiert von der jungen welt (EX-FDJ newspaper und heute vom Verfassungsschutz beobachtet), zu sitzen und dort deren Ausführungen in denen sie Gewalt gegen Sachen (hier gegen die Bundeswehr) legitimieren zu versuchte.
MdB Ulla Jelpke, von 2003-2005 Ressortleiterin bei der jungen welt, ist sich nicht nur zu fein mit der üblichen westdeutschen Demokratiedekadenz (Sie hätte mal Gestapo-ob nun die braune bis 45 oder die rote ab 49 erleben sollen.), dass BKA mit der GeStaPo zu vergleichen http://www.welt.de/welt_print/article2129466/Nazi_Vergleich_der_Linken_s... , nein sie unterstützt auch lieber radikale Kräfte bei ETA und PKK statt gemäßigte, auf friedliche Lösungen setzende Organisationen:
http://www.focus.de/politik/deutschland/linkspartei-flirt-mit-terroriste... , ach ja: Australien verhaftete sie wegen des Besitzes von 7,8 Gramm Marihuana und 1,5 Gramm Amphetaminen 1996.
MdB Sevim Dağdelen blieb, ebenso wie Sahra Wagenknecht und Christine Buchholz, nicht nur der Auschwitz-Gedenkfeier fern und blieb bei der Begrüßung des Gastes Shimon Peres im BT sitzen, nein sie trat 2007, und das als Tochter einer Familie, die vor den schlechten wirtschaftlichen und repressiven politischen Verhältnissen in der Türkei flüchten musste, auch in die Rote Hilfe, http://verfassungsschutz.de/download/SAVE/vsbericht_2010.pdf -S.181, ein.
MdB Katja Kipping ist ViSdP für die Zeitschrift "Prager Frühling", gegen die ich gar nicht das Wort führen will, und hat somit (mit)zu verantworten, dass im Untertitel des abgedruckten Titelblatts der Ausgabe Juni_2011 http://www.prager-fruehling-magazin.de/ steht: "Toleranzverbot-Gegen Sarrazin, den Papst, Hamas und andere Hassprediger"...damit wird der Papst als Haßprediger und die Angehörigen der RKK als Anhänger eines Haßpredigers bezeichnet, mehr noch: die HAMAS ist eine Terrororganisation, die auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt, auf diese Stufe wird jetzt die RKK gestellt.
MdB Michael Leutert musste zu einer Geldstrafe verurteilt werden, weil er -eigentlich nicht zu kritisieren-gegen die HARTZ-Gesetze demonstrierte: allerdings in der Bannmeile des Bundestags-soviel zum Thema Respekt vor dem Parlament.
Mir geht es hier nicht um Diffamierung -davon mal ab, dass ich ja nur Fakten aufzähle, die von den Protagonisten selbst geschaffen wurden-oder um die Diskussion, ob das nun "ehrenwerte" Volksvertreter sind bzw. ob diese "wählbar" sind. Das muss jeder mit seinem Kreuz selbst entscheiden.
Mir ging es lediglich um folgendes:
1. Ich habe eine "linke Regierung" in der DDR erlebt. Ich habe nun zwei Möglichkeiten: den Vertretern der LINKEN zu zuhören und mit ihnen argumentativ zu diskutieren. Oder aber mich so zu verhalten, wie es die LINKE tut-und eines sei erwähnt: ich hätte als gläubiger Christ, aufgewachsen in der ehemaligen DDR alles Recht der Welt dazu! Ich habe mich dennoch für ersteres entschieden. Es irritiert mich nicht, aber ich bedaure, dass die Linke dazu ihrerseits bzgl. des Papstes nicht in der Lage zu sein scheint.
2. Selbst habe ich von Linken, in den unterschiedlichsten Parlamenten unterschiedlichster Ebenen immer wieder folgendes gehört: Ja, das war alles nicht so gut, was wir damals in der ehemaligen DDR gemacht haben, aber wir haben aus den Fehlern gelernt und entwickeln uns. Ich will es Ihnen, Frau Sitte et al., gern zugestehen, doch warum, das frage ich mich, verweigert man diese Haltung gegenüber dem Papst-der religiöses Oberhaupt nicht weniger Demokraten ist?
3. Als Stasi, Mauer verteidigt wurden, Castro-übrigens gläubiger Katholik- eine Grußnote geschickt wurde, da hieß es: ja, aber wir sind doch nicht alle so, wir sind doch eigentlich anders-Demokraten eben. Nun Frau Sitte, et al., hat man sie dafür aus den Parlamenten geschmissen bzw. ist aufgestanden und rausgegangen als die Redner der LINKEN das Wort erhoben? Mir ist kein Fall in Ostdeutschland zumindest bekannt geworden. Denken Sie einfach einmal darüber nach!
4. Respekt vor dem Parlament und seiner Gäste sieht für mich anders aus, Frau Sitte. Und damit nochmal zum Bericht in der MZ:
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksAr...
Volker Beck, den ich an anderer Stelle kritisierte, will sich erst die Rede anhören und dann demonstrieren gehen bzw. mit Demonstranten über das gesprochene Wort diskutieren. So geht`s, so wahrt man Respekt, kann sich Demokrat nennen, dennoch kritisch bleiben. Wenngleich mir Herr MdB mit seiner Fraktion auch weiterhin am Allerwertesten vorbei gehen wird, obgrund der politischen Ausrichtung, aber darum geht es nicht.
5. Bischof Warnke sagte bzgl. der geplanten Demonstrationen in Erfurt, dass dies normal sei in einer Demokratie. Er hätte nur eine Bitte: friedlich zu bleiben und die religiösen Gefühle der Gottesdienstbesucher-sowie diesen selbst-zu respektieren. Ich bin gespannt, ob diese Bitte repektiert wird.
6. Frau MdB Sitte, Sie wollen Demokraten, Humanisten, Toleranz, Weltoffenheit und friedliche Menschen erleben, die Sie ohne Haß, Häme und Diffamierung mit einem Lächeln begrüßen würden? Dann kommen Sie einfach zu den öffentlichen Gottesdiensten des Papstes, gern mit T-Shirtaufdruck: DIE LINKE.
7. Ich werde als Protestant auch dabei sein, weil ich ein katholisches Altenheim unterstützen werde und somit als Begleitperson einer Gruppe alter Menschen im Rollstuhl auch da sein. Diese Menschen werden sich freuen und lachen. Allein dafür ist der Besuch schon etwas wert. Es wäre unangebracht anzunehmen, dass ich dabei zuschaute, wie diesen Menschen ihr Erlebnis kaputt gemacht wird. Dazu weiß ich mich seit 1989 viel zu gut zu wehren.
Guten Tag!
"... doch warum, das frage
"... doch warum, das frage ich mich, verweigert man diese Haltung gegenüber dem Papst-der religiöses Oberhaupt nicht weniger Demokraten ist?"
Wenn manche Parlamentarier der Rede des Papstes fernbleiben möchten, geht es nicht unbedingt darum, den Papst in seiner Eigenschaft als religiöses Oberhaupt nicht zu respektieren o.ä. Es ist schlechterdings ein fragwürdiger Vorgang, wenn im Parlament eines weltanschaulich neutralen Staates jemand als Vertreter einer Weltanschauungsgruppierung sprechen darf. Natürlich ist es in manchen Fällen nicht leicht zu entscheiden, ob etwas als Staatsbesuch mit Rede zu werten ist (Papst, Dalai Lama) oder ob es sich um subjektiv-weltanschauliche Deklamationen handelt. Ich möchte im Zweifelsfall den Bundestag nicht für solche Zwecke verwendet sehen. Man kann natürlich auch anders verfahren und nach dem Inhalt der Rede entscheiden, wie diese einzuordnen ist und ob sie dem Gebot weltanschaulicher Neutralität widerspricht. Man kann aber auch diese Situation selbst als problematisch empfinden, die Einladung für eine Fehlentscheidung halten und deshalb der Rede fernbleiben. Eine grundlegende Ablehnung öffentlicher Auftritte des Papstes muss damit nicht verbunden sein. Mir z.B. wäre es aber lieber gewesen, wenn sich der Papst nicht im Bundestag, sondern irgendwo anders in Berlin äußern würde (und zwar außerhalb der Bannmeile).
Warum?
Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt sind Zeichen einer Demokratie. Der Papst ist Oberhaupt der katholischen Kirche. Eine Kirche die auch nicht jeden empfängt. Wir haben die Freiheit zu einer Institution ja oder nein zu sagen. Ich habe die Freiheit zu sagen, die katholische Kirche ist nicht christlich. Sie dürfen das Gegenteil glauben. Wir leben nicht im Zeitalter der Hexenverbrennungen, der Teufelaustreibungen......Walter Wasilewski
@ Herr Wasilewski
Um so wichtiger ist es maßvoll mit Kritik vorzugehen. Ein Beipiel des englisch-iranischen Komikers Omid Djalili möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben: Für Djalili ist es «völlig in Ordnung, die Anhänger einer Religion von vorn bis hinten auf den Arm zu nehmen. Aber eben nicht das, woran sie glauben!» So sehe ich das auch.
Denken Sie mal darüber nach, und darüber, warum unser Grundgesetz Grenzen der freien Meinungsäußerung kennt.
Ja, richtig. Er ist das religiöse Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und deren Anhänge. Es gibt aber nicht DIE katholische Kirche -und auch nicht alle haben den Papst als religiöses Oberhaupt- bedauerlich, dass Sie das nicht zu wissen scheinen.
Jetzt wird es bitter, ganz, ganz bitter. Sie bewegen sich in den Bereich der üblen Nachrede hinein und immer weiter weg vom Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten. Ich habe bisher beruflich 40 Staaten dieser Erde bereist, betreue seit meiner Pensionierung Migranten aus aller Welt in Deutschland, aber noch nie gehört, dass jemand der an die Kirchentür einer RKK-Kirche schlug abgewiesen wurde, wenn er
aufrichtig
um Einlass und Hilfe bat. Ich habe noch nie ein Nein von der Caritas gehört, wenn wir sie um Hilfe baten, wenngleich auch sie Grenzen hat zu helfen, wie alles Menschen Geschaffene.
Ja, aber...werden Sie einwenden wollen, gleich dazu: Was war, Herr Wasilewski: das war. Was ist, das ist.
Und wenn ich mal das "war", so wie Sie das tun, alleining zur Maßgabe machen würde, dann würde keiner, nicht ein einziger Abgeordneter der Linken in irgend einem deutschen Parlament auch nur noch Staub saugen dürfen!
Das ist richtig. Aber wir haben nicht die Freiheit wider besseren Wissens Haß, Häme und die Unwahrheit über eine Institution zu reden. Weder als Staatsbürger noch als Anhänger einer Glaubensgemeinschaft haben wir dieses Recht.
Und wir haben zwar die Freiheit uns selbst einzureden unsere Meinung wäre das alleinig richtig gesprochene Wort, aber wir haben weder das moralische noch das juristische Recht dazu, unsere Ansicht als die einzig maßgebliche anzusehen bzw. Geltungsrang zu verschaffen, ohne sie vorher einem demokratischen Diskurs und einer Abstimmung zu unterwerfen.
Die Freiheit haben Sie, nach weltlichem Recht zumindest. Nur müss(t)en Sie dann auch mit dem Echo leben, welches nicht einmal von katholischer Seite erschallen würde. Das können Sie mit Sicherheit nicht ertragen, was ich Ihnen als Protestant hier selbstverständlich mit aller gebotenen Fairness und Sachlichkeit schreiben würde, zerlegte ich Ihre Worte einmal nach allen Regeln der Hermeneutik.
Aber offensichtlich im Zeitalter, welches Albert Einsteins berühmte These „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ determinieren, statt falsifizieren soll.
Wo sind sie hin: die Toleranz, das sachliche Denken, die Freundlichkeit, das Lächeln, das "Man muss auch jönne könne", das Mitfreuen mit anderen, der Versuch der Umsetzung der göttlichen Gebote, des Gebots unseres Propheten Jesus? Weg.
Guten Tag!
@Garfield
Doch, genau darum geht es diesen Damen und Herren. Damit Sie gleich klar sehen, mit wem Sie es da zu tun haben: heute soll der Papst nicht mehr sprechen dürfen, morgen der EKD Vorsitzende und übermorgen alle, die einen Eintrag auf der Lohnsteuerkarte unter Religionszugehörigkeit haben. Ich weiß es, ich habe es erlebt (auch ohne Eintrag).
Das ist kein fragwürdiger Vorgang. Sprechen kann, wer von der Verfassung und/ oder von der Geschäftsordnung dazu berechtigt wird bzw. der/ die zum Reden eingeladen wird-auch letzterer Vorgang ist transparent in der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages niedergeschrieben.
Fragwürdig ist höchstens daran, dass einige nicht zuhören wollen. Nun frage ich Sie, wo doch in diesem Zusammenhang so viel von Anstand und Moral und GG geredet wird: Soll das jetzt jedesmal so ablaufen, wenn jemand spricht, der nicht "auf Linie" ist? Sind Sie sich da wirklich bewusst bzw. sicher, ob Sie das "Richtige" fragwürdig und merkwürdig finden?
Das ist Ihre Meinung, die ist Ihnen unbenommen. Ich bin anderer Meinung, ist mir auch unbenommen, jetzt stünde es 1:1, wenn wir beide relevant wären. Sind wir aber nicht; die dafür relevant sind, haben ihn eingeladen, er spricht. Und wenn die Linke nicht zuhören will, zeigt sie einmal mehr, was die Stunde (auch für uns Christen) schlüge, wären sie an der Macht.
Papstbesuch Bundestag Dialogverweigerung
Das Recht auf freie Rede, auf freie Meinungsäußerung ist in unserer Demokratie unumstritten ein hohes, sogar im Grundgesetz verankertes Gut. Sogar Rosa Luxemburg, Kommunistin und erklärter Liebling der Linken, meinte zum “Prinzip Redefreiheit”: „Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden, sich zu äußern.“
Voltaire, bekennender Atheist, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen, dass Ihr Euch ausdrücken könnt.“
Ein weiteres hohes Gut ist in nahezu jeder Zivilisation die Gastfreundschaft. In vielen Kulturen zählt sie zu den wichtigsten Pflichten. Im Judentum und im Islam ist das Gastrecht heilig, für Katholiken zählt Gastfreundschaft als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit. Heute noch wird in wertegeprägten Kulturen die Gastfreundschaft als so hohes Gut geachtet, dass Verletzungen des Gastrechtes und der Pflichten dem Gast gegenüber den Verlust der Ehre bedeuten. Zur Gastfreundschaft selbst zählt, das der Gastgeber den Gast aufnimmt, ihn versorgt, und ihn im Notfall sogar mit vollem Einsatz verteidigt, falls er als Gast angegriffen wird.
Redefreiheit und Gastfreundschaft sind jedoch offensichtlich Werte, die für ca 100 von 600 Bundestagsabgeordneten, die der Rede von Papst Benedikt dem XVI. fern bleiben wollen, wenn es um andere geht, keine Bedeutung haben. Ihr Fernbleiben ist eine eklatante Mißachtung des Gastrechts und des Rederechts des Gastes.
In diesem Verhalten von gewählten Repräsentanten unseres Staates manifestiert sich der progressiv schleichende ethische Werteverlust, der in unserer Gesellschaft schon längst eingetreten ist und vor nichts Halt macht. Verantwortung von anderen einfordern, sich selbst aber seiner Verantwortung nicht stellen, Toleranz von anderen verlangen und selber Intoleranz vorleben, Rosen auf Luxemburgs Grab legen, aber ihr Vermächtnis missachten, das sind die Auswirkungen dieser Entwicklung, in der die eigene egozentrierte Bedürfnisbefriedigung im Vordergrund steht.
Dieses Verhalten ist allerdings weder ein Zeichen von positiver Streitkultur, noch von persönlicher Reife und schon gar nicht der Ausdruck hoher persönlicher Intellektualität. Es ist auch kein Beispiel dafür, dass gewählte Repräsentanten unseres kultivierten Volkes Beispiele geben die Grundwerte dieses Kulturvolkes zu achten und zu respektieren. Letztendlich ist es auch kein Beispiel dafür als Repräsentant des deutschen Volkes Verantwortung aus der Funktion heraus dafür zu tragen, dass das Ansehen Deutschlands in der Welt nicht beschädigt wird.
Man kann dieses Verhalten wie das Trotzverhalten eines Kleinkindes bewerten oder als Praxisbeispiel für eine schon peinliche Engstirnigkeit und Kleinkariertheit nehmen. Für viele gewählte Volksvertreter scheint der Tellerrand einer Untertasse zu groß zu sein um darüber hinaus zu blicken.
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