Die Last der rumänischen Vergangenheit

Hermannstadt in Siebenbürgen

Hermannstadt gilt als das Zentrum der Siebenbürgen in Rumänien. Foto: dpa

Kirchenkritik - Der Literaturnobelpreis für die rumäniendeutsche Schriftstellerin Herta Müller, die aus einem Dorf im Banat stammt, hat bei der deutschen Minderheit in Rumänien zunächst Freude ausgelöst. Pfarrer und Minderheitenvertreter äußerten sich sehr positiv zu dieser als internationale Aufwertung der eigenen Volksgruppe empfundenen Auszeichnung. Müllers Beschäftigung mit dem Kommunismus und der Verfolgung durch die Securitate wurde über Jahre mit Genugtuung wahrgenommen.

Von Jürgen Henkel

Nun hat sich die zierliche, aber wortscharfe Autorin mit einer Kritik an der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien an die deutsche Öffentlichkeit gewagt, mit der sie an ein bisheriges Tabu rührt: das Verhältnis der Evangelischen Kirche in Rumänien zum kommunistischen Staat und zum Geheimdienst Securitate bis 1989.

Ihr Vorwurf: die Kirchenleitung habe in einem Telefonat 1989 aus Ergebenheit gegenüber dem Staat ihre Ausladung vom Evangelischen Kirchentag in Deutschland erwirkt. Pikanterweise stützt sich der Vorwurf auf einen Telefonmitschnitt des ihr so verhassten Geheimdienstes Securitate, dessen bizarre Methoden Müller bisher so vehement kritisiert, gleichzeitig aber in diesem Falle selbst nutzt.

Zurückhaltende Äußerungen

Die Vergangenheitsbewältigung ist für die Siebenbürger Sachsen ein heißes Eisen: Ausgewanderte wie in Rumänien Verbliebene äußern sich zurückhaltend zu der Frage, inwieweit die eigene Volksgruppe im 20. Jahrhundert auch historische Schuld auf sich geladen hat. Denn zum Blick auf die Vergangenheit zählt auch die Frage nach der erkennbaren Begeisterung für das NS-Regime von 1933 bis 1944.

Das völkische Gedankengut der Nazis stieß bei der deutschen Minderheit in Rumänien auf offene Zustimmung. Sowohl die erste, als auch die größte SS-Auslandsrekrutierung fand bei den deutschen Gruppen in Rumänien statt. In der Evangelischen Kirchen wehrte sich Bischof Victor Glondys zunächst gegen die Nazis. So wurde er 1941 abgesetzt und durch den NS-freundlichen Bischof Wilhelm Staedel ersetzt, der 1944 abdanken musste.

Der junge rumänische Historiker Paul Milata untersucht in seinem Buch „Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS“ (Böhlau-Verlag 2007) genau diese Zusammenhänge zwischen der NS-Sympathie und der Implikation der Rumäniendeutschen in der Waffen-SS. Wie schwer sich die Siebenbürger Sachsen bis heute mit dem kritischen Blick auf diese Epoche tun, wird auch daran deutlich, dass eine Autorenlesung in Kronstadt abgesagt wurde. So wurde das Buch in Rumänien erstmals 2008 in der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Hermannstadt vorgestellt.

Erkennbare Nähe zum NS-Regime

Die Tendenz der siebenbürgisch-sächsischen Geschichtsschreibung geht dahin, die Nähe zum Nazi-Regime als Reaktion auf rumänischen Nationalismus zu interpretieren. Damit und unter Verweis auf die Deportation von Rumäniendeutschen nach Sibirien nach Kriegsende schafften es manche Historiker und Minderheitenfunktionäre, sich und der eigenen Volksgruppe eine Opferrolle zuzuschreiben.

Ausschließlich als Opfer sehen sich die Siebenbürger Sachsen und ihre Kirche auch nach 1945 im Kommunismus. Was die allgemeine politische Großwetterlage im Lande betrifft, ist das sicher zutreffend. Doch eine offene Beschäftigung mit Licht und Schatten der Vergangenheit steckt auch hier noch in den Anfängen.

Trotz aller Diskriminierung der Kirchen war die Evangelische Kirche wie die Orthodoxe Kirche staatlich als Körperschaft anerkannt, anders als etwa die Katholiken. Sie konnte ihr geistliches Leben zwar nicht frei, aber innerhalb der Kirchenmauern doch weitgehend ungehindert entfalten: auf Deutsch, mit eigenem Schrifttum, Gesangbüchern und auch einem eigenen deutschsprachigen Theologischen Institut in Hermannstadt. Die alltäglichen Schikanen bis hin zur Enteignung von Kirchengut betrafen die Siebenbürger Sachsen und die anderen Rumäniendeutschen wie alle Staatsbürger und Kirchen. Aktenstudien bei der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS zeigen, dass sich die Securitate für die Evangelische Kirche der deutschen Minderheit wohl verhältnismäßig wenig interessierte.

Mäßiges Interesse der Securitate

Dass der Geheimdienst jedoch auch die Evangelische Kirche zu unterwandern versuchte, wenn auch offenbar mit nur mäßigem Erfolg, gilt als offenes Geheimnis, wird aber bisher nicht offen thematisiert oder gar erforscht. Und auch die Bischöfe der Evangelischen Kirche schrieben nach den Regeln des politischen Rituals pflichtgemäß ihre Glückwunsch- und Ergebenheitstelegramme an die Staats- und Parteiführung, nicht nur der orthodoxe Patriarch, wobei diese Telegramme meist vom Staatssekretariat für Kultusangelegenheiten angeordnet oder sogar verfasst waren, das die Arbeit der Kirchen und Kulte zu überwachen hatte.

Die Evangelische Kirche hält sich bisher mit Vergangenheitsbewältigung zurück: sie pflegt im deutschsprachigen Raum ihren Nimbus als verfolgte Brückenkirche zwischen Ost und West und profitiert vom besonders kritischen Blick des Westens vor allem auf die orthodoxe Mehrheitskirche und ihre Rolle im Kommunismus.

Einen misslungenen Versuch zur Vergangenheitsbewältigung bietet die Broschüre „Kirche unter kommunistischer Diktatur“ einer mit dem Thema offenbar überforderten Hermannstädter Doktorandin aus dem Jahr 2005 („Kirche unter kommunistischer Diktatur“, 44 S.). Dort wird das systemkonforme Verhalten der Kirchenleitungen grundsätzlich als alternativlos beschrieben, denn „gegen das sich mit Gewalt durchsetzende kommunistische Regime aufzubegehren, war letztlich keine Alternative“, heißt es da. Außerdem wird zwischen Staat und Kirche eine „Gemeinsamkeit im Dienst an dem gleichen Volk“ festgehalten. In der Tat nahmen die Kirchen in Rumänien keine solche Oppositionshaltung ein wie etwa die Katholische Kirche in Polen.

Die Opferrolle kann und will der deutschen Minderheit und ihrer Kirche in Rumänien niemand bestreiten. Eine Beschäftigung mit Nationalismus und Kollaborateuren in den eigenen Reihen würde jedoch bestehende Geschichtsbilder vervollständigen und der historischen Objektivität dienen. Die Zeit dafür ist reif. Vielleicht hat Herta Müller auch hier einen Stein ins Rollen gebracht.
 


Über den Autor:

Jürgen Henkel, geboren 1970 in Bad Windsheim, ist Pfarrer, Journalist und Publizist. 1990-1997 Studium, 1998-2001 Promotionsstudium in Erlangen und Sibiu/Hermannstadt (Rumänien). 2003-2008 Akademieleiter der Ev. Akademie Siebenbürgen (EAS) in Sibiu, seit 2007 Lehrauftrag an der Orthodoxen Fakultät Sibiu für "Ökumenische Sozialethik". 2002 Förderpreis der Südosteuropa-Gesellschaft für besondere Leistungen im Bereich der Südosteuropa-Forschungen; Mitglied u.a. der Südosteuropa-Gesellschaft, Europa-Union, im Ev. Freundeskreis Siebenbürgen/EAS, im Ev. Arbeitskreis der CSU/EAK. Seit 2008 Gemeindepfarrer in Erkersreuth.

Kommentare

Verfasst von Gast am 10. November 2009 - 10:24.

RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Es fällt einem, der mit der sächsichen Gesellschaft nichts am Hut hat...

Es fällt einem, der mit der sächsichen Gesellschaft nichts am Hut hat, sehr einfach, die Finger in deren Wunden zu stecken. Weder Herr Henkel noch Frau Müller gehören dieser Gesellschaft an. Der erste durch seine Abstammung und besondere Vorliebe für das orthodoxe, die zweite durch ihre Auswanderung (sie wird es bestimmt "Flucht von dem Regime" nennen). Und darum haben sie kein (moralisches) Recht, solche Kommentare abzugeben. Die Schwäche der deutschen Gesellschaft für solche Menschen erlaubt ihnen die eigene/fremde Gesellschaft zu beschmutzen. Es interessiert die meisten Leser solcher "Kritik" genau so sehr wie die Berichte in der Bild oder der Bunte. Sich im fremden Dreck zu wühlen gibt ihnen anscheinend eine bestimmte Befriedigung und ermöglicht den Blick von den eigenen Problemen auf die fremden zu ziehen.

Verfasst von Gast am 12. November 2009 - 14:39.

RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Wer bestimmt eigentlich, wer dazu gehört zur "sächsischen Gesellschaft"? Wer...

Wer bestimmt eigentlich, wer dazu gehört zur "sächsischen Gesellschaft"? Wer ist denn, bitteschön, diese überhaupt? Die in Rumänien Verbliebenen, die in Deutschland und anderswo Angekommenen und Ankommenden? Die von "gutem Blut" oder auch jene mit der einen oder anderen Beimischung? Diese tribalistische Attitüde gehört in den Orkus, zusammen mit allen Ahnenpässen, und muss zivilem Bewusstsein Platz machen.
Wie die Mauern der Kirchenburgen verschwanden, so grenzen sie als Mauern in den Köpfen weiterhin etwas von den andern ab, dass es nicht gibt.
Was Herta Müller (leider bei der Verleihung des Werfel-Preises) angesprochen hat, ist nur recht und billig. Offen bleibt, was es der "sächsischen Gesellschaft" noch bringt. J. Cotaru

Verfasst von Gast am 10. November 2009 - 14:11.

RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Hiesiger Text ist kein Kommentar, sondern ein Bericht. Blick von Außen erlaubt...

Hiesiger Text ist kein Kommentar, sondern ein Bericht. Blick von Außen erlaubt im Übrigen immer mehr Objektivität. Der Text wurde von intern Beteiligten als sehr differenziert und ausgewogen beurteilt. Warum fehlt der Mut zum namentlichen Kommentar?? Heckenschützen, bitte outen! Es ist noch viel zu tun in Sachen siebenbürgisch-sächsicher Vergangenheitsbewältigung. Der Kommentar zu diesem Bericht unterstreicht dies. Jürgen Henkel

Verfasst von Gast am 13. November 2009 - 8:54.

RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Herr Henkel kann sicherlich nicht von sich selbst sagen, daß er aufgrund seiner...

Herr Henkel kann sicherlich nicht von sich selbst sagen, daß er aufgrund seiner Tätigkeit in Sibiu 2003-2008 ein Experte für die Nazizeit ist.
Ein selbsternannter Experte, der dem Mainstream-Weg folgt, ist keiner.
Herr Henkel hat in Sibiu sehr schnell erkannt, wer die Mächtigen sind: er ist ein guter Freund der orthodoxen Kirche Rumäniens.
Er schreibt in seinem Bericht kein Wort davon, daß gerade diese Orthodoxe Kirche Rumäniens ihre eigene blutbefleckte Vergangenheit bisher auf keinste Weise aufgearbeitet hat: so haben die Orthodoxen mit den Kommunisten und Stalinisten in Rumänien immer zusammgengearbeitet, und 1948 davon profitiert: damals wurden alle griechische-katholischen /unierten Kirchen verstaatlicht, und die meisten Pfarrer ins Gefängnis gesteckt, gefoltert und getötet.
In der stalinistischen Periode Rumäniens wurden ca. 500.000 Menschen getötet, davon ca. 50% Bauern. Es fanden damals Säuberungen nach bolschewistischem Vorbild statt: die rumänische Vorkriegselite, unter der sich auch sehr viele Nicht-Nazis und Nicht-Nationalisten befanden, wurde beseitigt.
Von diesen Tatsachen schreibt Herr Henkel kein Wort.
Und auch davon nicht, daß die orthodoxe Kirche bis heute den 1948 begonnenen Kurs der Unterdrückung und Beseitigung Andersdenkender und der
Minderheiten weiterverfolgt.

Herr Henkel, ich hätte gerade von Ihnen mehr Fairness erwartet und bin enttäuscht.
Herr Cotaru ist aus Berlin ausgewandert, in Siebenbürgen untergekommen, und profitiert davon, daß die Sb. Sachsen mehrheitlich ausgewandert sind.
Er sollte sich vielleicht darum kümmern, seiner Verantwortung im Rahmen der Brukenthal-Stiftung gerecht zu werden, und das Sommerschloss nicht weiter verkommen lassen.
Auch er ist sicherlich kein Experte für die Belange der Sb. Sachsen.

Sicher muss die Vergangenheit Rumäniens aufgearbeitet werden.
Interessant ist nur, daß die nahe Vergangenheit des realkommunistischen Terrors aber für die "Experten" aus Deutschland uninteressant ist, und diese sich nur für die Nazizeit und ihre vernichtenden Wirkung auf die Sb. Sachsen interessieren, dabei aber den rumänischen Nationalismus ausblenden.

Ja, es ist sehr einfach, auf ein untergehendes Völkchen wie den Sb. Sachsen einzuprügeln und diese pauschal schlechtzumachen, um die Mächtigen aber herumzuscharwenzeln und diese anzuschleimen.
Opportunismus pur... ob sich das auch für gläubige Christen und vermeintliche Vorbilder ziemt ist eine andere Frage.

Verfasst von Gast am 13. November 2009 - 13:35.

RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Viele der Kritiker hier scheinen sich mit den Grundregeln des Journalismus...

Viele der Kritiker hier scheinen sich mit den Grundregeln des Journalismus schwer zu tun, d.h. mit einer unvoreingenommenen Sicht von außen, die Henkel als guter Journalist bietet. Leider zählt es immer noch zu den Abschottungsmechanismen der Siebenbürger Sachsen, sich gegen jede Kritik und Auseinandersetzung mit der Geschichte durch Kritikerbeschimpfung entziehen zu wollen und mit dem hoch erhobenen Zeigefinger lieber auf andere zu zeigen, meist natürlich Orthodoxe und Rumänen, statt sich mit den aufgeworfenen Themen und der eigenen Vergangenheit endlich einmal kritisch auseinanderzusetzen.
Dazu gehört das Apartheidsystem in Siebenbürgen bis 1918, bei dem die Orthodoxen und die Rumänen als Mehrheitsbevölkerung und –religion systematisch von Ungarn, Szeklern und Sachsen diskriminiert wurden, ebenso wie die große Begeisterung für die Nazis, die bei vielen Siebenbürger Sachsen bis heute zu spüren ist und in der eigenen völkischen Herrenmenschenmentalität begründet liegt, die dort über Jahrhunderte vorherrschte. Dazu zählen die Haltung zum Kommunismus wie auch die Frage der Motive der Auswanderung nach 1989. Wer meint, hier dürften nur Siebenbürger Sachsen mitreden, irrt und zeigt nur seine eigene Angst vor Kritik und Anfragen von außen. Denn wir zahlen als Deutsche alle die Renten und Sozialleistungen der nach Deutschland gewanderten Rumäniendeutschen.
Thema des differenzierten Beitrags von Henkel war eben die Auseinandersetzung mit der Vergangenheitsbewältigung der Siebenbürger Sachsen und die darüber von Herta Müller ausgelöste Diskussion - und eben nicht die Vergangenheitsbewältigung der Orthodoxen und der Rumänen, zu der er sich oft genug an anderer Stelle differenziert geäußert hat.
Wer sich selbst natürlich nur eine weiße Weste verpasst und gleichzeitig dümmliche Geschichtsfälschung betreibt, der outet sich selbst als großer Experte…
Fakt ist, dass auch die Orthodoxe Kirche rund 2000 Priester in Haft hatte und viele umgebracht wurden. Die Griechisch-Katholische Kirche entstand im Übrigen unter massiver Unterdrückung der Orthodoxen in Siebenbürgen auf politischen Druck aus Wien, der Jesuiten und Roms um 1700. Deren Entstehungsgeschichte ist kein Ruhmesblatt religiöser Diplomatie. Die Kollektivschuldthese gegenüber Orthodoxer Kirche bzgl. Zusammenarbeit mit Stalinisten und Kommunisten ist von seriösen Historikern aus dem In- und Ausland längst widerlegt und wird durch Nachplappern nicht wahrer. Das zählt zur klassischen antirumänischen und antiorthodoxen Propaganda aus gewissen Kreisen, denen gerade Henkel seit Jahren qualifizierte Darstellungen entgegensetzt.
Kritikerbeschimpfung ersetzt nicht die Vergangenheitsbewältigung. Auch die Siebenbürger Sachsen und die Ev. Kirche AB müssen sich diesen Fragen stellen.
Anton Heinrich

Verfasst von Gast am 13. November 2009 - 23:36.

RE: RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Im ÜBrigen hat sich inzwischen klar objektiv bewiesen, daß die von Herta Müller...

Im ÜBrigen hat sich inzwischen klar objektiv bewiesen, daß die von Herta Müller "neue" Diskussion über die Rolle der Ev. Kirche AB Siebenbürgens bei der Ausladung von Müller von einer Veranstaltung der EKD nicht der Wahrheit entspricht.

Für mich selbst als jüngerem Menschen, der trotzdem die kommunistische Zeit in Rumänien miterlebt hat, stellt sich die Frage, wie Herta Müller Preise der Kommunisten in Rumänien annehmen konnte für ihre Schriften, wenn sie angeblich gegen das System war, oder das System sogar ihr Leben bedroht hat.

Es sind auch andere Fälle von selbsternannten intelektuellen "Dissidenten" bekannt, die im kommunistischen Rumänien sehr gut gelebt haben, und sich dann in Deutschland als "Dissidenten" gut verkauft haben bei den naiven und dummen deutschen Kaffehauskommunisten.

Verfasst von Gast am 13. November 2009 - 23:29.

RE: RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Anton Heinrich: Herr Henkel kann gar nicht die "Sicht von Außen...

Anton Heinrich: Herr Henkel kann gar nicht die "Sicht von Außen" haben, da er jahrelang in der EK der Sb. Sachsen tätig war. Niemand hat eine weiße Weste, das habe ich nicht behauptet. Sicherlich auch Sie nicht, Anton Heinrich. Warum gehen Sie nicht darauf ein, daß nach 1948 in Rumänien 500.000 Menschen durch das kommunistische System liquidiert wurden? Wahrscheinlich haben Sie keine Ahnung davon, oder wollen als Kaffehauskommunist diese totschweigen. Und finden Sie es OK, daß die Sb. Sachsen systematisch von den Deutschen unter Billigung der damaligen rumänischen Führung unter Antonescu etc. als Kanonenfutter missbraucht wurden, daß danach in 1948 die Frauen und Alten nach Sibierien deportiert wurden, und zuletzt allen Deutschen in Rumänien Hab und Gut weggenommen wurde, nur weil Sie als "Deutsche" vogelfrei waren?? Jeder, der nach 1990 nach Siebenbürgen gekommen ist, weiß nicht, was vorher war, und wie es vorher war. Deswegen kann so jemand auch kein Experte sein, geschweige denn ein objektiver Journalist. Warum gehen Sie nicht darauf ein, daß die BOR nach 1948 alle Kirchen der gr.-katholischen Kirche in Siebenbürgen und dem Banat sich angeeignet hat, und bis heute nicht herausgibt??? Da müssen Sie nicht das Jahr 1700 bemühen. Welches sind den Ihre seriösen Historiker aus dem In- und Ausland???? Was konnten die gr.-katholischen zivilen Rumänen 1948 dafür, daß sie nicht der BOR angehörten??? Nichts. Im übrigen ist der Gedanke der rumänischen Nation im "unterdrückten" Siebenbürgen von rumänischen Intelektuellen, die gr.-katholisch waren, entwickelt worden. Die orthodoxen Rumänen aus den anderen Landesteilen waren damals von ihren eigenen Landsleuten geknechtet und versklavt. Wie schon Panait Istrati sagte: niemand soll sagen, daß die Rumänen Siebenbürgens und des Banats unterdrückt sind, solange diese Rumänen im ungarischen Parlament durch 5 Abgeordnete vertreten sind, während in der Moldau und der Walachei es gar keine Vertreter des rumänischen Volkes in der Regierung gab, sondern nur rumänischen Feudalherren, welche die Leibeigenschaft ihres eigenen VOlkes dazu nutzten, sich selbst zu bereichern. Es geht Anton Heinrich, wie auch Pfr. Henkel gar nicht darum , korrekt zu sein. Es geht nur darum, die unkundigen deutschen Leser zu manipulieren. und was die Vergangenheitsbewältigung betrifft: wenn nicht die deutschen Nazis die im Einklang mit den Rumänen lebenden Sb. Sachsen unterdrückt und Missbraucht hätten, wäre es nicht zur Vernichtung der Sb. Sachsen gekommen. Es gab auch sehr viele Sb. SAchsen, die nicht mit der Nazipolitik der Deutschen einverstanden waren. Doch davon wollen weder Henkel noch Konsorten was wissen..... Es ist doch sehr einfach, auf jemanden, der schon am Boden liegt, oder tot ist, einzuschlagen. Gerade wegen des deutschen Opportunismus wurde das Völckchen der Sb. Sachsen dezimiert, und zur Auswanderung manipuliert. Die Deutschen nach 1933 bis heute haben die Sb. Sachsen gerne als billige Arbeitskräfte oder als Kanonenfutter ausgebeutet... Was die Renten der Sb. Sachsen aus Deutschland betrifft, wäre es sehr wohl vorteilhaft für die Sb. Sachsen, eine eigene separate REntenkasse zu haben. Dadurch würde es transparent werden, daß die arbeitenden Sb. Sachsen ihren eigenen Rentnern eine sehr viel höhere Rente zugestehen könnten als das, was nach den willkürlichen 40% Abschlägen vom deutschen Staat bezahlt wird. Die FRage ist, wer ist zuletzt der Dumme: wahrscheinlich Anton Heinrich. Wir sind nicht auf Ihre Almosen und Ihre Lügen und Geschichtsfälschungen angewiesen. Kehren Sie zuerst vor Ihrer eigenen... (Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde an dieser Stelle um ein Wort gekürzt).

Verfasst von HenrikSchmitz am 14. November 2009 - 0:41.

RE: RE: RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

 Liebe Diskutanten! evangelisch.de freut sich sehr darüber, wenn wir...

 Liebe Diskutanten!

evangelisch.de freut sich sehr darüber, wenn wir Plattform für einen Meinungs- und Gedankenaustausch sein können. Auch wenn es sich hier um ein emotionales Thema handelt, möchte ich Sie doch bitten, Ihre Worte mit Bedacht zu wählen. Der gegenseitige Respekt sollte gewahrt werden, Worte sollten mir Bedacht gewählt werden. 

Vielen Dank für Ihr Verständnis,

Henrik Schmitz

Verfasst von Gast am 14. November 2009 - 20:41.

RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Sehr geehrter Herr Schmitz, danke für Ihre Schützenhilfe und Inschutznahme...

Sehr geehrter Herr Schmitz,

danke für Ihre Schützenhilfe und Inschutznahme Ihres Autors und von Hr. Anton Heinrich vor diesen anonymen Beleidigungen, die auch psychologisch sehr tief blicken lassen. Ich bin das freilich gewohnt aus gewissen Hetzkreisen. Es ist immer schwierig, Radikale und Berufsrechthaber, Nationalisten, Ewiggestrige und Hysteriker in Diskussionen zu beruhigen. Anonym Unflat und Beschimpfungen zu verbreiten, ist nun einmal einfacher als sich einer Sachdiskussion offen zu stellen. Dazu gehört auch nicht viel Mut.

Dass Herta Müller und überhaupt jeder, der kritische Anfragen stellt, sofort in Verriss gerät als Nestbeschmutzer, ist bekannt. Das eint diese Kreise mit Nationalisten vom Schlage eines Vaclav KLaus oder den beiden polnischen Polit-Zwillingen.

Die Vertreter obiger Positionen wie des Kommentators gegen Hr. Anton Heinrich und meinen Artikel vor allem würden sich übrigens sehr sehr wundern, welcher 150prozentige Sachse, Angehöriger der Elite des Völkchens, mir im persönlichen Gespräch zu meinem Artikel als ausgesprochen ausgewogen und objektiv gratuliert hat... Da käme Herr "Gast" nie drauf...

Allen ein schönes Wochenende
Jürgen Henkel

Verfasst von Gast am 18. November 2009 - 7:33.

RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Lieber Herr Henkel, sicherlich. Es gibt Intelektuelle, die Herta Müller schon...

Lieber Herr Henkel,

sicherlich.
Es gibt Intelektuelle, die Herta Müller schon seit 30 Jahren kennen.
Sie gehören sicherlich nicht dazu.
Nun ist es sehr einfach, jemanden wie Herta Müller für seine eigenen Ziele zu vereinnahmen.
Überhaupt stelle ich mir die Frage, was Sie wollen, welche Ziele Sie haben?
Nach dem, was Sie in Hermannstadt tun und getan haben, scheint es Ihnen mehrheitlich darum zu gehen, persönlich weiterzukommen.

Und dafür ist Ihnen jedes Mittel Recht: Verbrüderung mit orthodoxen Nationalisten und Faschisten auf Kosten der evangelischen Kirche.

Kein Wunder, daß man Sie deswegen aus Hermannstadt entfernt hat.
Nun grollen Sie und finden alle Sb. Sachsen schlecht.

Es ist natürlich einfach, ein untergehendes Völkchen wie die Sb. Sachsen öffentlich schlechtzumachen.
Die meisten Sb. Sachsen können sich ja fast nicht mehr wehren, haben keine Lobby und sind viel zu untalentiert in der Öffentlichkeitsarbeit, um mit Dr. Henkel mitzuhalten.
Vielleicht wollen sie es auch gar nicht.

Was Sie Hr. Dr. Henkel schreiben, passt 100% in das mainstreamhafte undifferenzierte Bild welches die westdeutschen Intelektuelle meistens von den Sb. Sachsen haben wollen.

Deswegen stört mich auch Ihr gewolltes Anbiedern.
Gerade von Ihnen, der davon profitiert hat, daß er in Hermannstadt mit einem dicken Gehalt und einem guten Budget der Kirch leben und frei handeln durfte, OHNE von der Armut und den Problemen vor Ort persönlich betroffen zu sein, hätte ich mehr erwartet.

Aber nein, Sie tun alles, um sich persönlich zu profilieren.
Das ist weder christlich noch moralisch annehmbar.

Verfasst von berndbuchner am 19. November 2009 - 13:54.

RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Sehr geehrter Gast, Ihr Beitrag steht leider in keiner Weise auf dem Niveau,...

Sehr geehrter Gast,

Ihr Beitrag steht leider in keiner Weise auf dem Niveau, das wir für Diskussionen auf evangelisch.de anstreben. Ihren Stil und Ihre Vorwürfe müssen wir aufs Schärfste zurückweisen, zumal Sie für Ihre Behauptungen keinerlei Belege vorlegen.

Pfarrer Dr. Jürgen Henkel hat sich nicht mit orthodoxen Nationalisten und Faschisten auf Kosten der evangelischen Kirche verbrüdert, und man hat ihn schon gar nicht deshalb aus Hermannstadt entfernt. Er biedert sich auch nicht an irgendjemanden an. Und vor allem hat er in Hermannstadt mit seiner Familie nicht "mit einem dicken Gehalt" gelebt, ohne von der Armut und den Problemen vor Ort betroffen zu sein.

Künftig werden wir Kommentare dieser Art, die in verächtlichem Ton verfasst sind und dem christlichen Geist widersprechen, nicht mehr veröffentlichen - und zugleich in der Redaktion darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, Beiträge von "Gästen" überhaupt noch zu publizieren. Denn evangelisch.de sollte sich nicht dazu hergeben, Menschen, die sich hinter ihrer Anonymität verschanzen, die Gelegenheit zu bieten, andere Menschen herabzuwürdigen und zu beleidigen.

Unabhängig davon bleibt die Frage aktuell, die Pfarrer Henkel in seinem Beitrag aufgeworfen hat, nämlich wie sich die Siebenbürger Sachsen ihrer Vergangenheit stellen. Nur eine sachliche Diskussion bringt uns hier weiter, nicht aber niveaulose Beleidigungen.

 

Bernd Buchner - evangelisch.de

Verfasst von Gast am 23. November 2009 - 12:42.

RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Aber Pauschverurteilungen sind OK, Herr Buchner?? Es betrifft ja nicht Sie,...

Aber Pauschverurteilungen sind OK, Herr Buchner??
Es betrifft ja nicht Sie, Ihre Familie oder die Deutschen??

Die Rumänen haben sich NIEMALS in demokratischen Zeiten dazu versteift, den Sb. Sachsen einen KOllektivschuld zuzuweisen.
Sie als Deutscher mit ihrer deutschen Vergangenheit tun das aber.
Die Rumänen haben sich 2002 für die an den Sb. Sachsen begangengen Verbrechen entschuldigt.
Die Deutschen haben sich nie entschuldigt bei uns.
Wir sind in Deutschland immer noch inexistent-- nur gut, um ausgebeutet und bestraft zu werden.
Das ist der Gipfel der Arroganz, Ignoranz, das ist Unmenschlichkeit und NICHT-Lernen aus der Vergangenheit.
Vielleicht ist das leider ein Charakterzug zu vieler Deutscher, der alle
"Ausländer" die nach Deutschland kommen, schmerzlich stört.
Denn ich fühle mich seit langem einem Ausländer näher, egal ob er aus
Afrika, Asien oder Südamerika kommt, näher, als dem Deutschen.

Und Sie verlangen von uns Sb. Sachsen, daß wir unsere Vergangenheit und Schuld aufarbeiten--- wo es doch normal ist, daß jeder Mensch "Licht und Schatten" in seiner Vita hat???
Was wollen Sie aufarbeiten??
Ich bin erst 40 Jahre alt, womit soll ich beginnen??
Bei dem, daß niemand aus meiner Anverwandschaft, der bei der Waffen- SS war, den Krieg überlebt hat??
Daß meine Großväter- die nicht im Krieg waren- bei meiner Geburt beide schon tot waren?

Oder soll ich unseren Ahnenpass verfolgen bis 1700 und danach suchen, ob wir nicht schon damals Naziverseucht waren?

Sie verlangen hier eine "sachliche" Diskussion.
Das erinnert mich irgendwie an alle deutschen Befehlsempfänger, die sich nach dem Krieg und bis heute darauf beriefen und berufen, daß sie nur ihren Dienst bzw. ihre Sache getan haben, ansonsten sich bar jeder Schuld fühlten und fühlen.

Das waren und sind meine Eindrücke, die ich hier in Deutschland habe.
In Rumänien, da habe ich Licht und Schatten, da habe ich Menschliches und Unmenschliches. Da gibt es sehr wohl viel Armut, in den deutschen Medien nur als "Kriminalität und Rumänen" bekannt.
Da gibt es sehr viel Korruption. Doch da gibt es noch Zwischenmenschlichkeit, Interesse füreinander, Feingefühl, auch des Straßénfegers und auch des Fabrikdirektors... oft mehr, als ich hier von einem Lehrer oder Intellektuellen jemals erfahren habe.

Nach 20 Jahren Deutschland mit vielen Aufenthalten in Rumänien fühle ich mich den Rumänen verwandter als den Deutschen.

Hier in Deutschland muss alles immer sachlich sein....und erledigt werden...
Gefühle sind nicht zugelassen, Menschlichkeit ist selten.
Vielleicht, wenn es um anonyme Geldspenden im Fernsehen etc. geht?

Menschen sind keine Nummern.
Zum Glück muss niemand mehr hier in Deutschland oder anderswo, wo er nicht zu Hause ist, leben, und es gibt Reisefreiheit.

Sorry für meine unsachlichen Gefühlsausbrüche...

Verfasst von berndbuchner am 23. November 2009 - 14:05.

RE: RE: RE: RE: RE: Die Last der rumänischen Vergangenheit

Sehr geehrte Gesprächsteilnehmer, hier noch einmal der Hinweis auf die...

Sehr geehrte Gesprächsteilnehmer,

hier noch einmal der Hinweis auf die Diskussionsrichtlinien bei evangelisch.de:

http://www.evangelisch.de/community/hilfe/community-richtlinien-0

Darin heißt es unter anderem: "Wir bitten alle Mitglieder, einander stets mit der gebotenen Toleranz und mit Respekt zu begegnen. Dies bedeutet auch, dass keine abwertenden Beiträge zu einzelnen Mitgliedern gepostet werden dürfen."

Kommentare, die dem nicht entsprechen, veröffentlichen wir nicht. Im Übrigen beginnt jede faire Diskussion damit, dass sich die Gesprächspartner einander vorstellen. Anonymität ist Feigheit.

 

 

Bernd Buchner - evangelisch.de

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