EKD-Ratsvorsitzender verteidigt Karfreitagsruhe

Präses Nikolaus Schneider

Präses Nikolaus Schneider: Feiertage strukturieren das Leben des Menschen und der Gesellschaft. Dem Karfreitag und dem Ostersonntag kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Foto: dpa / Peter Steffen

Feiertagsruhe - "Über die Realität des Todes nachdenken": Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Karfreitagsruhe verteidigt.

Karfreitag und Ostern forderten die Menschen heraus, über die Realität des Todes nachzudenken und sich mit der Perspektive und Hoffnung des Lebens zu beschäftigen, sagte Schneider der in Essen erscheinenden "Neuen Ruhr Zeitung/ Neuen Rhein Zeitung" (NRZ, Donnerstagsausgabe). Dazu passten rein unterhaltende Vergnügungsveranstaltungen nicht, die den Sinn von Karfreitag überspielten.

Feiertage strukturierten das Leben der Menschen und der Gesellschaft, fügte der oberste Repräsentant von gut 25 Millionen Protestanten hinzu. Dabei kämen Karfreitag und Ostern besondere Bedeutung zu. Die Kirchen erinnern an Karfreitag an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. An Ostern wird der Tag gefeiert, an dem Christus dem Glauben nach von den Toten auferstanden ist und den Tod besiegt hat. Es ist das älteste und höchste Fest der Christenheit.

SPD und Grüne für die Aufhebung, Union für die Erhaltung

Der Sprecher des Arbeitskreises der Laizisten in der SPD, Michael Bauer, forderte unterdessen, den Karfreitag als stillen Feiertag abzuschaffen. Bei einem Rückgang der christlichen Gläubigkeit und der Zunahme muslimischer Mitbürger könnten die bisherigen Einschränkungen etwa für Diskotheken oder Theater nicht aufrecht erhalten werden, sagte Bauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Dies gelte auch für Ostern, Pfingsten, Allerheiligen oder Heiligabend. Es müsse sichergestellt, dass Christen "ungestört ihrer Religion nachgehen" könnten. Aber den Anderen dürfe nicht verboten werden, etwa zu Tanzpartys zu gehen. Es seien "Rücksichtsnahme und Toleranz geboten".

In mehreren Bundesländern - darunter Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bremen - war es in den vergangenen Wochen zu Diskussionen über geplante Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen an Karfreitag gekommen. Der Partei-Chef der Grünen in NRW, Sven Lehmann, hatte erklärt, jeder solle diesen Feiertag so verbringen können, wie er wolle. Unionspolitiker wiesen den Vorstoß zurück. In Essen wurde die geplante Aufführung der Aalto-Oper, die Premiere von Puccinis "Madame Butterfly", verboten. Auch andere Städte mussten die Feiertagsruhe mit Verboten durchsetzen.

epd

Kommentare

Verfasst von Marcus Heinrich Rohner am 21. April 2011 - 16:30.

Feiertagsruhe

Was sagt denn eigentlich die ansonsten schier omnipäsente Frau Göring-Eckhardt...

Was sagt denn eigentlich die ansonsten schier omnipäsente Frau Göring-Eckhardt zu den Vorschlägen ihrer Parteifreunde? Hier wäre es doch gerade wegen ihrer Doppelfunktion bei den Grünen und in der EKD angezeigt, eine klare Position zu beziehen!

Verfasst von Gast am 21. April 2011 - 11:06.

Versuchsballon

Da starten einige Politiker einen Versuchsballon um zu testen, wie die...

Da starten einige Politiker einen Versuchsballon um zu testen, wie die Reaktionen sind.
Die SPD wird sich keinen Gefallen tuen, wenn sie einen derartigen Affront gegen
Christen unterstützt.

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