Evangelische Fastenbotschaft: Verzicht ist Freiheit

Nikolaus Schneider

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider ermutigt zum Verzicht auf Süßigkeiten oder Fernsehen. Außerdem appelliert er an reiche Länder, Flüchtlinge aufzunehmen - ganz nach dem diesjährigen evangelischen Fastenmotto "Ich war's! Sieben Wochen ohne Ausreden". Foto: Sandra Stein

Kirchenjahr - Zum Beginn der Fastenzeit an diesem Aschermittwoch ermutigt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, zum Überdenken des eigenen Lebensstils. Verzicht etwa auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fernsehkonsum sei Besinnung auf das Wesentliche, erklärte Schneider am Dienstag in Hannover. "So wird im Verzicht eine neue Freiheit erlebbar."

Das Motto der evangelischen Fastenaktion "7 Wochen Ohne" lautet in diesem Jahr "Ich war's! Sieben Wochen ohne Ausreden." Dazu erklärte Schneider: "Es lohnt sich, einmal bewusst auf Ausreden zu verzichten. Das fällt uns nicht leicht - weder im politischen noch im persönlichen Bereich." Es gebe eine Neigung zur "Unkultur der Ausrede", zum Beschwichtigen, Beschönigen oder auch zum Vertuschen. Das sei menschlich und verständlich. Aber es lohne sich, das System einmal für eine Zeit bewusst zu hinterfragen und zu durchbrechen.

Schneider erinnerte in diesem Zusammenhang an die Situation von Flüchtlingen in Nordafrika. "Es ist schwer zu begründen und schwer zu ertragen, wenn wir in unseren Wohlstandsländern immer neue Ausreden suchen, um Menschen, die an Leib und Leben bedroht sind, nötige Hilfe zu verweigern", beklagte der EKD-Ratsvorsitzende.

Alle Länder der Europäischen Union stehen nach Ansicht von Schneider gemeinsam in der Pflicht, die Aufnahme von Schutzsuchenden zu gewährleisten: "Es darf nicht sein, dass dieses Problem nur auf die Länder der Europäischen Union abgewälzt wird, die Außengrenzen haben." Hilfesuchende dürften nicht als Bedrohung gesehen werden.

"Ausreden helfen auf Dauer nicht weiter"

"Ausreden helfen auf Dauer nicht weiter", betonte Schneider. Irgendwann gehe die Fähigkeit verloren, ehrlich gegenüber sich selbst zu sein. "Sieben Wochen ohne Ausreden" könne daher auch dazu einladen, "sich einmal selbst zu prüfen und uns selbst, anderen Menschen und auch Gott gegenüber unsere Fehler und Schwächen einzugestehen." Gott liebe die Menschen mit ihren Stärken und Schwächen. Schneider: "Er nimmt uns in seiner Barmherzigkeit an, auch mit unserem Versagen. Vor Gott, der uns geschaffen hat und uns liebt, brauchen wir keine Ausreden. Gott sei Dank!"

epd

 

Kommentare

Verfasst von ernstwalter am 10. März 2011 - 18:15.

Verzicht ist Freiheit?

Sieben Wochen ohne Ausreden Verzicht ist Freiheit? Nein das ist eine Ausrede....

Sieben Wochen ohne Ausreden
Verzicht ist Freiheit? Nein das ist eine Ausrede. Mit solchen Ausreden wird das Gewissen vergewaltigt.
Ich muss doch nicht verzichten weil ich gefeiert habe oder fröhlich bin. Karneval aber hat mit Christ sein nichts zu tun. Nur die Kirchen möchten auch hier dabei sein, man ist ja modern- es wird wie immer öfter angepasst und zu recht geschneidert. Tonnenweise Süßigkeiten auf die Straße, da und hier werde ich bösartig gegen alle Schwätzer-wenn ich an meine Berufszeit denke, ich war in Dauernachtwache längere Zeit auf Intensiv-wenn Alkohol und Alkoholleichen in den Krankenhäusern massenhaft auf den Fluren waren und wir mit der Arbeit nicht fertig wurden wer kommt jetzt ran, dann stand ich mit dem Arzt da und wir mussten entscheiden wer, wer? Wir hatten ja noch zusätzlich  unser Patienten.
 Wer hat von den Notfällen Alkohol... Drogen wer Alkohol genossen…? Dann musste die Polizei ran-ausrücken-und suchte festzustellen wo hat der „Patient wann das zu sich genommen-also kamen diese in die Warteschlange bis zur Klärung……
Die Welt hungert und wir feiern „christliches“ Karneval und fasten-weil wir das Geld auf den Kopfgehauen haben?
Demnächst räumen wir Karfreitag den Altar ab und feiern tanzend in die Auferstehung. Die Kirche tanzt auf den falschen Tanzflächen deshalb ist sie meist leer. Ich habe die Freiheit zu verzichten und die Freiheit zu feiern, aber nach Karneval fasten ist nicht Freiheit, sondern der falsche Versuch sein Gewissen zu überlisten. Nein-geben sie das Geld was sie Karneval auf den Kopf gehauen haben nicht der Kirche sondern denen die menschenunwürdig leben müssen. Das ist besser als fasten.
Grüß Gott
Walter Wasilewski

 

 

Verfasst von Gast am 9. März 2011 - 13:14.

Fastenzeit = ich fange an; etwas zu verändern

Auf den vorherigen Kommentar möchte ich antworten: Ich sehe die Fastenaktion...

Auf den vorherigen Kommentar möchte ich antworten: Ich sehe die Fastenaktion Sieben Wochen ohne - Ausreden als Anfang.
Es fällt uns Menschen sicher leichter mal für eine begrenzte Zeit etwas neues, etwas konsequentes auszuprobieren, und dann weiter zu machen, weil wir gemerkt haben, so gehts es uns allen besser.
Wenn ich eine Wanderung beginne, schaue ich auch auf die "überschaubare" Tagesetappe und habe keine Furcht vor der ganzen Strecke.
Warum soll ich mir vornehmen, direkt das ganze Leben ohne Ausreden zu leben ? So ein grosse Ziel schreit doch danach, bereits nach zwei oder drei Wochen aufgegeben zu werden. Also sieben Wochen ohne als Anfang und dann weitermachen. Mit ermunternden Grüssen Timm (42)

Verfasst von masaniello am 9. März 2011 - 13:06.

Welche Flüchtlinge ?

Welche Flüchtlinge , Herr Präses ? Die zahllosen jungen Männer aus Nordafrika,...

Welche Flüchtlinge , Herr Präses ? Die zahllosen jungen Männer aus Nordafrika, die in den Herkunftsländern dringend gebraucht werden ? Sind Sie wirklich davon überzeugt, daß diese " an Leib und Leben bedroht " sind ?
Oder ist das nur eine - für unsere beamteten "Sinnvermittler" typische - Mitleidfloskel ? Wenn Sie allerdings für die Aufnahme von Wohlstandsflüchtlingen sind, dann sagen Sie es bitte !

Und welche "Wohlstandsländer" ? Meinen Sie unseren - dank Sozialgesetzbuch und Euro-Schirm - hoffnungslos überschuldeten Staat ? Wieviel sollen wir
- damit meine ich die Nettosteuerzahler - denn noch bezahlen ?

Vorschlag : Wenn Sie schon Opfer fordern, dann reduzieren Sie erst einmal den Hebesatz der Kirchensteuer !

Verfasst von ernstwalter am 9. März 2011 - 12:46.

Die Fastenzeit-ich faste nicht.

Wie schön ist die Fastenzeit.Wir verzichten auf Ausreden-auf Feste und auf...

Wie schön ist die Fastenzeit.Wir verzichten auf Ausreden-auf Feste und auf Alkohol und fühlen uns so richtig wohl.Eigentlich sehe ich in diesem Verzicht nichts besonderes. Christ sein bedeutet als Christ zu leben.Allzeit bereit sagen die Pfadfinder.Geben ist besser als nehmen ist die Devise. Christ sein benötigt keine Sonderzeiten-man ist es oder nicht. Wir klopfen uns selbst auf die Schulter.wir fasten und alles ist gut.Nichts ist gut mit "Fastenzeiten".

Walter Wasilewski

Verfasst von BerndF am 10. März 2011 - 13:44.

Lieber Herr Wasilewski, und

Lieber Herr Wasilewski, und nichts ist gut mit Christsein - wenn man sich nicht...

Lieber Herr Wasilewski,

und nichts ist gut mit Christsein - wenn man sich nicht als solcher zu verhalten weiß. Mag sein, dass man es ist - oder nicht.

Ohne ein gewisses "Lernen" kommen wir nicht aus. In keinem Bereich des Lebens. Auch nicht im Christsein.

Sicher, es ist eine Gnade, Christ sein zu dürfen. Aber wie füllen wir das im Leben aus? Lesen wir beständig Psalmen in abgeschiedener Lebensweise oder leben wir dieses Christsein im Alltag. Mit aller sozialen und menschlichen Verantwortung für uns und unsere Umgebung. Was ist mit unserem eigenen Verhältnis zu Gott? Wie pflegen wir das? Oder muss ich mich selber fragen, ob ich da überhaupt ein Verhältnis habe?

Christsein will gestaltet werden. Das erfordert Klarheit darüber, was ich tun will und Übung darin, wie es mache. Zeiten besonderer Übung - und nichts anderes ist eine Fastenzeit - gehören für mich dazu. Sie schärfen die Aufmerksamkeit, stellen sich selbst in Frage und können zu einem vertiefteren Verhältnis zu Gott führen.

Viele Grüße

Bernd

 

Verfasst von ernstwalter am 13. März 2011 - 11:10.

Lieber Bernd bist Du Christ?

Ich bin ein schlechter Christ. Dennoch- ich lebe. Ich lebe von der Vergebung....

Ich bin ein schlechter Christ. Dennoch- ich lebe. Ich lebe von der Vergebung.Zusätzlich habe ich das Vergnügen meine 5 Kinder und 10 Enkel und 1 Urenkel zeigen mir gelegentlich eine rote Karte oder das Gegenteil. Aber wichtig ist doch nicht Christ oder nicht Christ- werden wir einemal Mensch-- aber auch das kann in Frage gestellt werden.Der Spruch:"Gott sprach zu den Steinen -werdet menschlicher-sie antworteten- so hart können wir nicht werden"  zeigt, nichts ist endgültig.Wir bilden uns Meinungen aber es gibt auch andere Meinungen und wenn dennoch Menschen miteinander leben,.dann lässt es sich gut leben. Walter Wasilewski

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