Gleichberechtigung - Pfarrerinnen gibt es im deutschen Protestantismus erst seit gut 50 Jahren. Seither hat sich viel getan. Aus Männervereinen wurden die Landeskirchen zu Orten der Gleichberechtigung. Immer mehr Frauen rücken in Spitzenämter und Leitungspositionen vor.
Bischöfin in Hamburg ist seit Dienstag Kirsten Fehrs. Am Mittwoch wählte die westfälische Landessynode Annette Kurschus zur leitenden Geistlichen mit dem Titel Präses. In der Evangelischen Kirche von Mitteldeutschland ist Ilse Junkermann seit 2009 Bischöfin. Rosemarie Wenner ist Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Mit Fehrs, Junkermann und ab März Kurschus gibt es auf der Leitungsebene in der evangelischen Kirche bald wieder die frühere Konstellation: Drei von 22 kirchenleitenden Persönlichkeiten sind Frauen. Die Rücktritte von Margot Käßmann und Maria Jepsen vom Bischofsamt im Jahr 2010 hatten in der Führungsriege des deutschen Protestantismus kurzzeitig zu Rückschlägen für die Präsenz von Frauen geführt.
Maria Jepsen war die erste Bischöfin
Helga Trösken war bei ihrer Wahl zur Pröpstin von Frankfurt 1987 die erste Frau, die in Deutschland ein Leitungsamt übernahm. Maria Jepsen wurde 1992 die erste lutherische Bischöfin weltweit. Doch nicht nur an der Spitze, auch in weiteren Führungspositionen rücken Frauen vor. In Bayern sind von sechs Regionalbischöfen drei weiblich, in Nürnberg teilen sich sogar eine Frau und ein Mann das bischöfliche Amt. Auch in der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau besetzen Frauen die Hälfte der sechs Propstämter, die zur Kirchenleitung gehören. In Württemberg gibt es eine Prälatin, neben drei männlichen Kollegen. In Baden herrscht Gleichstand, ein Mann ist Prälat in Nordbaden, der südbadischen Prälatur steht eine Frau vor.
Auch in den Leitungen der Landeskirchen sind Frauen prominent vertreten. In Berlin, Hessen-Nassau und im Rheinland nehmen sie die zweite Position nach den Bischof oder Kirchenpräsidenten ein. Die Landeskirchenämter von Baden, Bayern, Mitteldeutschland, Nordelbien und Württemberg werden von Kirchenjuristinnen geleitet. Auf EKD-Ebene steht Katrin Göring-Eckardt seit 2009 als Präses an der Spitze des Kirchenparlamentes. Von den 126 Mitgliedern der Synode sind 45 Prozent Frauen; unter den 15 Mitgliedern des Rates der EKD gibt es sieben Frauen. In den Synoden der 22 Landeskirchen liegt der Frauenanteil insgesamt höher als 50 Prozent.
Der zähe Kampf um den Zugang von Frauen zum Pfarramt begann vor rund 100 Jahren, als Frauen zum Studium der evangelischen Theologie zugelassen wurden. Doch vom Pfarramt blieben sie noch ein halbes Jahrhundert ausgeschlossen. Anfänglich wurden sie als "Vikarin" oder "Pfarrgehilfin" in "labilen Anstellungsverhältnissen" beschäftigt, heißt es im Evangelischen Staatslexikon. Die kleinen Landeskirchen Pfalz, Lübeck und Anhalt waren Vorreiter auf dem langen Weg zur Normalität und machten vor rund 50 Jahren den Weg für die Frauenordination frei. Die pfälzische Synode verabschiedete 1958 ein "Theologinnengesetz", das Frauen und Männer im geistlichen Amt gleichstellte.
"Zölibatsklausel" abgeschafft
Bundesweit erste Gemeindepfarrerinnen wurden Ende der 1950er Jahre Elisabeth Haseloff in Lübeck und Waltraud Hübner in Frankfurt. Gegen Widerstände wurde erst später die "Zölibatsklausel" abgeschafft, die nur unverheiratete Frauen zum Pfarrdienst zuließ. Als letzte Landeskirche öffnete Schaumburg-Lippe 1991 das Pfarramt für Frauen.
Für die Gleichstellung der Geschlechter in der evangelischen Kirche markiert die Synode in Bad Krozingen 1989 eine wichtige Etappe: Das Kirchenparlament beschloss, dass kirchliche Gremien paritätisch besetzt werden sollen, der Frauenanteil mindestens 40 Prozent betragen soll. Von dieser Zielvorgabe sei man trotz Gleichstellungsgesetzen noch entfernt, bilanziert Oberkirchenrätin Kristin Bergmann, die im EKD-Kirchenamt das Referat Chancengerechtigkeit leitet. Dass in den Pfarrhäusern und im Theologiestudium der Frauenanteil zunimmt, wertet Bergmann als "Normalisierung".
EKD-weit gab es 2009 mehr als 21.000 Pfarrer, darunter 7.000 Frauen. Vor 20 Jahren waren von 18.000 Theologen in der evangelischen Kirche rund 2.100 weiblich. Die Statistiken legen nahe, dass in Zukunft noch häufiger Frauen auf der Kanzel stehen. Bei den Theologiestudenten liegt der Frauenanteil über 50 Prozent. Ein höherer Frauenanteil in kirchlichen Leitungsämtern sei nur eine Frage der Zeit, so Bischöfin Junkermann.







Kommentare
Luegen haben kurze Beine!
Im Stile ideologischer Manipulation versucht dieser Artikel zu diffamieren. Der Artikel ist zudem sexistisch!
Frauen machen aus der Kirche fuer alle, eine politische Veranstaltung, die ausgrenzt und christliche Werte mit Fuessen tritt.
Gottes Wort spielt bei diesen Frauen keine Rolle mehr, nur noch das eigene Ego.
Frauen, die zu hauf vereinsamt sind und die Praxen der Psychtherapeuten zum überlaufen bringen.
Arme Hascherl halt!
Gott sei dank bin ich schon ausgetreten!
Erwache, der du schläfst!
Manche Menschenkinder kommen ihr Leben lang nicht los vom Sandkasten. Ihretwegen müssen sich dann mütterliche Erzieherinnen als Pfarrer oder Bischof verkleiden, und dann wird Kirche gebastelt.
Lassen wir diese guten Seelen unter sich; wer erwachsen und ein Mann ist, der höre Christi Stimme und folge ihr.
Wie sagt der heilige Apostel des Herrn so schön: "Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindisch war."
Kind sein
... wer erwachsen und ein Mann ist, der höre Christi Stimme und folge ihr.
die, die sich erwachsen geben und so männlich tun, kennen doch oft nur noch ihren eigenen Verstand, zum Schaden der Welt.
Wie sagt der heilige Apostel des Herrn so schön: "Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindisch war."
Und wenn Du schon 1. Kor. 13,11 zitierst, dann bitte richtig. Daneben möchte lieber auf Mt. 18,3 verweisen, bewahrt vor frommer Überheblichkeit.
Nachtfalter
In der EKD bleiben Frauen unter sich.
Männer sind Wegbereiter, Frauen gehen hinterher. Wenn ein Bereich ganz durchorganisiert ist und es gar keine Risiken oder Überraschungen mehr geben kann, dann übernehmen die Frauen. In der Evangelischen Kirche scheint es so weit zu sein: Pfarrer ist zum Frauenberuf geworden und in den Bänken sitzen eh schon seit langem nur noch Frauen. Also, Männer. langsam müssen wir uns nach einer anderen Kirche umsehen.
Ottokar der Deutsche
Des Menschen Wille
Mann (!) kann sich seine Welt auch zurechtl(u)egen.
Mädchen sind schon seit Sandkastentagen mutiger und "forscher" gegenüber dem, was Jungs so zu Stande bringen.
"Die evangelische Kirche" gibt es sowieso nicht, aber wenn Ottokar sich eine bessere weiss: Nur zu!
-> John Wesley (Mitbegründer der methodistischen Bewegung):
Erwirb so viel du kannst. Spare soviel du kannst. Gib so viel du kannst. <-
Die bessere Kirche
In der Methodistischen Kirche heisst es: Geld erwerben, Geld sparen, Geld geben. Auch bei seinen edelsten Regungen bleibt der Methodist am Geld hängen - über den Mammonsdienst kommt da keiner hinaus.
In der Evangelischen Kirche, von deren nicht leicht bemerkbaren Existenz wir dennoch aus sicheren Quellen zuverlässige Informationen haben, heisst es: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Selbst wenn Gott sagt, die Frau schweige in der Gemeinde. und: Geschlechtsverkehr unter gleichgeschlechtlichen Menschen ist ein Greuel., werden in der evangelischen Kirche Frauen zum Predigen ordiniert, werden homosexuelle Beziehungen gesegnet; um des Gewissens willen. Evangelische können eben nicht anders, als ihr Gewissen es ihnen vorschreibt, da muss auch Gott machtlos beiseite treten.
Ottokar weiss tatsächlich eine bessere Kirche: die nämlich, deren Gründer gesagt hat: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe. Da kommt es nicht auf Geld und Gewissen an, sondern auf Demut und Gehorsam. Wer aus der Wahrheit ist, der hört Seine Stimme.
Freundlichst Ottokar der Deutsche
O Herr, schmeiss Hirn runter!
oder: Vater, vergibt Ottokar, denn er meint, er wüsste, was er sagt!
-> John Wesley (Mitbegründer der methodistischen Bewegung):
Erwirb so viel du kannst. Spare soviel du kannst. Gib so viel du kannst. <-
Doch der Herr hielt Hirn hoch.
oder: Schaut selber zu, wie ihr da unten zurecht kommt, wenn ihr meinem Sohn nicht folgt.
kurz: Ein unerhörtes Gebet.
Höchste Zeit
Die Mehrheit der Kirchenbesuchenden (Gottesdienstteilnehmenden) sind Frauen.
Da ist es nicht mehr als richtig, dass in Folge angemessener Auslegung der Bibel auch der Zugang zu verantwortlicher Mitarbeit in den Kirchen für Frauen frei gemacht wird.
Noch hängen die Kirchen in dieser Hinsicht gegenüber der wahrlich nicht gerade fortschrittlichen bürgerlichen Gesellschaft in unseren Breiten hinterher.
Es ist ein Zeichen fehlender Normalität, dass wir über die Wahl von Frauen in Spitzenaufgaben noch viel Aufhebens machen müssen.
-> John Wesley (Mitbegründer der methodistischen Bewegung):
Erwirb so viel du kannst. Spare soviel du kannst. Gib so viel du kannst. <-
Anscheinend hat die Redaktion
Anscheinend hat die Redaktion von Evangelisch.de die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Das ist sehr erstaunlich, den in Chrismon konnte man vor einiger Zeit folgendes lesen:
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/die-maenner-und-die-gretchen...
So kann's gehen
Und das alles ohne Quote!
Jetzt muss nur noch beim Fußvolk der Männeranteil aus dem Promillebereich gehoben werden.
Nachtfalter
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