Göring-Eckardt: Luther 2017 groß feiern

Katrin Göring-Eckardt in Magdeburg

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, bei der Eröffnung der EKD-Synode in Magdeburg. Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Synode - Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, hat dafür geworben, das Reformationsjubiläum 2017 zu einem unvergesslichen Jahr zu machen. "Wir wollen groß feiern", sagte die Präses in ihrem Bericht vor dem Kirchenparlament am Sonntag in Magdeburg.

Es gehe darum zu zeigen, was es heißt, "mit Lust und Leidenschaft heute evangelisch zu glauben", sagte Göring-Eckardt. Die EKD erinnert 2017 an den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther (1483-1546) an der Schlosskirche in Wittenberg. Luthers kirchenkritische Thesen gelten als Ausgangspunkt der Reformation und Gründungsdatum der evangelischen Kirche.

Wer die Planungen für 2017 als "pures Event" diffamiere, der übersehe, dass Größe und Vielzahl keine Gegensätze zu Ernsthaftigkeit und Gottessehnsucht seien, sagte die Synodenpräses. Göring-Eckardt schlug vor, dass sich die EKD-Synode im nächsten Jahr mit dem Reformationsjubiläum befassen sollte. Gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag gebe es Überlegungen, wie Kräfte für einen großen Gottesdienst in Wittenberg im Frühjahr 2017 gebündelt werden könnten. Als Veranstaltungsorte für das Protestantentreffen 2017 im Jahr des 500. Reformationsjubiläums sind Berlin und Wittenberg, aber auch Dortmund und Hannover im Gespräch.

"Reformen bleiben nötig, trotz mancher Reformmüdigkeit"

Sie hoffe, dass Protestanten und Katholiken gemeinsam auf das Reformationsjubiläum 2017 zugingen, um gemeinsam theologisch über die Reformation und deren Bedeutung für alle Kirchen nachzudenken, sagte die Präses: "Denn wir feiern nicht die Trennungen der Kirche, sondern die Wiederentdeckung des Evangeliums, die den Menschen die Angst nahm, wir feiern die Einkehr bei Gott, der in Christus Mensch wurde."

In ihrem Bericht ging die Synodenpräses auch auf den Reformprozess in der evangelischen Kirche ein: "Reformen bleiben nötig und wir sind überzeugt, trotz mancher Reformmüdigkeit und auch einmal Verdruss, sie werden uns stärker und freier machen." Die Reformzentren zur Qualität im Gottesdienst, zur Mission in der Region und zur evangelischen Predigtkultur entfalteten Wirkung.

Die in diesem Jahr erstmals veranstaltete Landkirchen-Konferenz bezeichnete die Präses als "Kleinod des Reformprozesses". Dabei habe sich gezeigt, dass man sich von manchem Liebgewonnenen werden verabschieden müssen, damit die Kirche wirklich im Dorf bleiben könne. Es brauche langen Atem bei allen Reformanstrengungen: "Strukturveränderungen, Zusammenlegungen, Kürzungen, Leuchttürme. All das ist notwendig, unverkennbar, unumgehbar. Aber: Wir sind eben nicht irgendeine Organisation, wir sind Kirche, evangelisch."

epd

Kommentare

Verfasst von Ernst Lehmann am 9. November 2011 - 15:31.

Luther gross feiern...

Ich hoffe man kehrt dabei nicht seine negativen Seiten unter den Teppich. Z.B....

Ich hoffe man kehrt dabei nicht seine negativen Seiten unter den Teppich.
Z.B. dass er gefordert hat, den Juden ihre Mützen vom Kopf zu reissen, ihre Synagogen zu verbrennen und sie bei wenig Essen in Arbeitslager einzusperren. All das liest sich als schreckliche Blaupause zu den nationalsozialistischen Verbrechen.
Nun mag man in Versuchung sein, Luther in dieser Beziehung als Kind seiner (katholischen) Zeit zu sehen, doch wenn man sich genauer mit der Materie beschäftigt, so wird man herausfinden, dass Luther ursprünglich den Juden sehr positiv gegenüber gestimmt war und sie ebenfalls als eine Art Opfer der Kirche gesehen hat.
Erst nachdem er mit Rabbinern in Kontakt gekommen war und sie wider Erwarten nicht seiner Bekerhungsversuche erlagen, sind diese Traktate über die Juden entstanden.
Hier kommt wieder Luthers cholerische Persönlichkeit zum Ausdruck, die neben den Juden und dem Papst auch die Bauern zu spüren bekommen haben,
deren rücksichtslose Bestrafung und Unterdrückung er gefordert hatte.
Vielleicht sollte nach Luthers Lektüre bei dem ein oder anderen das Feiern doch etwas leiser ausfallen...

Verfasst von Gast am 8. November 2011 - 2:28.

Ganz sicher ist 2017 kein

Ganz sicher ist 2017 kein Grund und kein Anlass, gross zu feiern. Die...

Ganz sicher ist 2017 kein Grund und kein Anlass, gross zu feiern. Die Kirchenspaltung kann kein Grund zum Feiern sein, das ist absolut absurd.
Luthers Thesen zum Ablass vom 31.10. 2017 beginnen voellig zu Recht mit dem Hinweis auf die NOtwendigkeit der Busse und Umkehr, und das ist auch heute die Aufgabe. Niemand kann sich ueber die Kirchenspaltung freuen. Deshalb muessen wir auf die Knie gehen und um Gnade und Vergebung bei dem HERRN des Lebens bitten. Da gibt es kein sich selber auf die Schulter Klopfen. Da gibt es nur die Traenen der Reue ueber den Mangel an Liebe, Glaube und Hoffnung, die Untreue gegenueber dem heiligen und unveraenderlichen Wort Gottes und der heiligen Kirche. Und ganz sicher ist diese Busse und Umkehr sowohl der evangelischen als auch auch der katholischen Kirche angemessen und notwendig. Denn es ist evident, in welch unvorstellbaren Mass wir uns von Jesus Christus als dem HERRN des Lebens entfernt haben. Sich selbst zu feiern ist vor diesem Hintergrund wirklich absurd.

Verfasst von Gast Gerhard Niemeyer am 7. November 2011 - 12:44.

Göring-Eckardt: Luther 2017 groß feiern

Zitat: "Aber: Wir sind eben nicht irgendeine Organisation, wir sind Kirche,...

Zitat: "Aber: Wir sind eben nicht irgendeine Organisation, wir sind Kirche, evangelisch." Zitatende

Und diese evangelische Kirche beginnt eben nicht bei Martin Luther, sondern sie beginnt bei Jesus Christus, der am Kreuz gestorben und vom Tod auferstanden ist. Da mag der Papst noch so oft der evangelischen Kirche seine Anerkennung verweigern: Bis 2017 sollte die evangelische anstreben, im Glaubensbekenntnis die Kirche Jesu Christi auch "christliche" Kirche und nicht "katholische" Kirche zu nennen. Allen spitzfindigen Erklärungen zum Trotz. Das, und nur das, würde das Jahr 2017 im Sinne Martin Luthers zu einem Jubiläumsjahr machen.

Verfasst von Gast am 7. November 2011 - 16:10.

katholische Kirche

Jesus Christus hat eine und nicht zwei Kirchen eingesetzt. Auf diesen Fels...

Jesus Christus hat eine und nicht zwei Kirchen eingesetzt.
Auf diesen Fels......
Die ev. Kirche sollte bis zum Jubeljahr theologisch sich besinnen,erkennen auf welche Sakramente sie verzichtet und damit auf welche Gnaden.Ist das der richtige Weg für die Seelen?Gibt es nicht Glaubenswahrheiten,die in der katholischen kirche
besser bewahrt wurden.Gibt es die Gefahr der Beliebigkeit in der ev.Kirche?
All diese Fragen wären wichtig.

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