Gebetswand im Internet: Pray for Japan

Beten für Japan

Die Atomkatastrophe in Japan rufen ein Gefühl von Bedrohung, Ohnmacht und Wut hervor. Online können nun Internetnutzer ihre Anliegen vor Gott bringen und miteinander teilen. Grafik: Linde Köhne

Religion - Die Meldungen über die Natur- und Atomkatastrophe in Fernost rufen ein Gefühl von Bedrohung, Ohnmacht und Wut hervor. Auf gebet.evangelisch.de können nun Internetnutzer gemeinsam ihre Anliegen vor Gott bringen und miteinander teilen.

"Wir glauben an die verändernde Kraft des Gebetes. Wir rufen zu Gott, er möge den Menschen in Japan beistehen," mit diesen Worten ruft Präses Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der EKD, die Christinnen und Christen in Deutschland zum Gebet auf.

Menschen beten daheim, sie gehen zum Gebet in die Kirche, und immer mehr Menschen nutzen das Internet zum Gebet. Daher hat evangelisch.de eine Gebetswand unter gebet.evangelisch.de eingerichtet, hier kann  jeder ohne Anmeldung seine Klage und Fürbitte als Gebet ins Internet stellen.

Dieses Angebot richtet sich an Glaubende und Zweifler, es ist auch möglich, seine Fragen und Klagen an Gott zu richten:

Glaube an Gott?

Wie kann man angesichts des furchtbaren Elends und des Leidens des japanischen Volkes noch glauben?
Ich habe jeglichen Glauben an einen Gott verloren!!!

Verfasst von Gast am 16. März 2011 - 18:21


Pray for Japan

Ich bin weder gläubig, noch gehe ich in die Kirche, jedoch in Zeiten der tiefsten Trauer und des größten Leids sollte dieser Umstand kein Grund für Entzweiung sein.
Wir alle beten für die Opfer des Tsunami, des Erdbebens und des Vulkans; außerdem das die Atomkraftwerke keine Tödliche Strahlung in die Luft stoßen.
Wir beten für das Land, das wir lieben, für die Menschen zu denen wir aufsehen und bitten um Barmherzigkeit und Güte.
Sorge dafür das Japan nicht noch mehr Leid ertragen muss und die Menschen weiterhin Gesund bleiben.

Amen

Verfasst von Gast am 16. März 2011 - 18:12

 

Pray for Japan - Entwurf einer Fürbittandacht

Download (78.3 KB, ACROBAT)
Liturgie einer Fürbittandacht aus dem Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau

Außerdem findet am Donnerstag, den 17. März um 21.30 Uhr eine Online-Fürbittandacht statt. Wer für Gemeinden und Gruppen eine Andacht plant, kann auf einen Liturgie-Entwurf des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau zurückgreifen.

Kommentare

Verfasst von Herbert Heller am 17. April 2011 - 3:18.

Katastrophe in Japan

Viele fragen in dieser Zeit: warum? und wo bist du Gott? Aber die Frage ist...

Viele fragen in dieser Zeit: warum? und wo bist du Gott?
Aber die Frage ist nicht: wo bist du Gott, sondern: Adam, wo bist du?
Verstehen wir das Geschehene in Japan als mahnenden Fingerzeig? Verstehen wir das Geschehene als Mahnung, in der Energiepolitik umzukehren von Atomenergie zu erneuerbaren Energien? Es scheint so zu sein. Ich wünsche es mir sehr. Und ich hoffe, daß diese Umkehr in der Politik konsequent verfolgt wird und nicht machtpolitischen Interessen zum Opfer fällt und zerstört wird. Gott gebe es. Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Das Wort der Jahreslosung 2011 gewinnt für mich eine neue Bedeutung und Aktualität durch das Geschehene in Japan. Auf diesem Hintergrund erhält die Jahreslosung für mich einen verheißungsvollen Charakter. Wäre es nicht etwas Gutes, wenn die Wende zu erneuerbaren Energien gelänge, weil wir dadurch wenigstens ein kleines Stück die Aufgabe erfüllen würden, die Erde zu bewahren?
Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen. Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

Verfasst von ralpe (cm) am 25. März 2011 - 10:44.

Online-Andacht am 31.3.2011 um 21.30 Uhr

Herzliche Einladung zur Fürbittandacht am Donnerstag (31.3.) um 21.30 Uhr...

Herzliche Einladung zur Fürbittandacht am Donnerstag (31.3.) um 21.30 Uhr. Die Andacht läuft als gemeinsamer Chat.

Einfach um halb zehn am Donnerstagabend zum Chat in der Community unterhttp://www.evangelisch.de/chat gehen.

Gebetwand unter: http://gebet.evangelisch.de

Verfasst von ralpe (cm) am 23. März 2011 - 13:20.

Online-Fürbittandacht wieder am 24.3. um 21.30 Uhr

Herzliche Einladung zur Fürbittandacht am Donnerstag (24.3.) um 21.30 Uhr...

Herzliche Einladung zur Fürbittandacht am Donnerstag (24.3.) um 21.30 Uhr. Die Andacht läuft als gemeinsamer Chat.

Einfach um halb zehn am Donnerstagabend zum Chat in der Community unter http://www.evangelisch.de/chat gehen.

Gerne könnt Ihr Gebete auch unter http://gebet.evangelisch.de posten.

Verfasst von Christiane Müller am 21. März 2011 - 12:37.

Lieber Herr Lehnert, ich

Lieber Herr Lehnert, ich respektiere Ihre Überzeugungen durchaus. Unschl...

Lieber Herr Lehnert, ich respektiere Ihre Überzeugungen durchaus. Unschlüssig bin ich mir was z.B. die PID betrifft. Und ob es hier eine für alle verbindliche Regelung geben soll oder nicht. Mal unabhängig von religiösen Argumenten oder von der PID: Ich denke, jeder Mensch hat Überzeugungen, die ihm/ ihr so wichtig sind, dass er / sie diese Überzeugungen auch für die Allgemeinheit als verbindlich ansieht und dafür eintritt, dass dementsprechend Gesetze veranlasst werden. Beispiel Menschenrechte. Die entspringen auch einer bestimmten ethisch/moralischen Grundhaltung (einer Mischung aus Humanismus und christlichen Werten würde ich sagen) und ich glaube, wir sind uns doch einig darin, dass diese Rechte doch bitte weltweit gelten sollten! Da sagen wir auch nicht: Nagut, das ist unsere humanistische und ethische Überzeugung, aber den Chinesen oder dem Saudiarabischen Staat wollen wir das nicht aufzwingen. Oder: Wir foltern nicht und kein humanistisch gesonnener Mensch wird einen anderen foltern. Daher können wir die Folter auch legalisieren, weil es ja jedem humanistisch gesonnenen Menschen sowieso ein Herzensanliegen ist, sie nicht anzuwenden...Das ist vielleicht ein drastisches Beispiel und ich will das auch nciht mit der PID gleichsetzen, mir gehts nur um die Argumentation: Darf ich aufgrund meiner Weltanschauung/ Religion dafür eintreten, dass deren Werte für alle verbindlich sein sollten? Und ich meine ja, das darf ich schon. Das tun Sie auch mit humanistischen Werten, oder? Und das ist auch gut so. Man muss sich halt fair streitend auseinandersetzen und möglichst einen Konsens finden, das ist wieder ein Allgemeinplatz, aber ganz ohne kommen wir wohl nicht aus.

Noch mal: Ich setze keineswegs PID mit Folter gleich. Meine aber: Auch die Ablehung der Folter entspringt doch einem bestimmten Welt- und Menschenbild, einer bestimmten ethisch-moralischen Grundhaltung. Und wir sind uns vermutlich einig, dass die weltweite Abschaffung der FOlter ein dringliches Anliegen ist. Nun teilt aber auch nicht jeder die ethisch-moralischen Grundüberzeugungen, die uns dazu führen, uns gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen stark zu machen...

Verbum Dei manet in aeternum!

Verfasst von Ingo1971 am 20. März 2011 - 23:49.

>>Die

>>Die Präimplantationsdiagnostik (PID) soll für alle Menschen,...

>>Die Präimplantationsdiagnostik (PID) soll für alle Menschen, Gläubige wie Nichtgläubige, verboten werden mit dem Argument, dass sie dem christlichen Menschenbild widerspräche. Ich frage: Mit welchem Recht maßen sich christlich eingestellte Politiker an, so für a l l e Menschen, die ja ein Recht auf Selbstbestimmung haben, zu entscheiden.<< 

Nun wir leben in einer parlamentarischen Demokratie. Die CDU/CSU-Fraktion begründet ihre Wurzeln auf christlich-sozialer, konservativer und liberaler Ebene. Darauf wird dann die Entscheidung getroffen wie in den jeweiligen Parlamenten abgestimmt wird. Wenn sie mit ihrer Abstimmung eine Mehrheit bekommen erst dann ist das für alle verbindlich. 

 

“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer

Verfasst von Christiane Müller am 19. März 2011 - 17:27.
Kommentar auf: Christiane Müller

Redlichkeit im Denken

Lieber Herr Lehnert, für mich schließen sich Glaube und Redlichkeit...

Lieber Herr Lehnert,

für mich schließen sich Glaube und Redlichkeit im Denken und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber nciht aus. Mein redliches Denken sagt mir, dass es durchaus sein kann, dass ich mich selbst täusche. Ja es kann sein, dass ich wenn ich bete nur Selbstgespräche führe oder dass mein Hirn mir etwas vorgaukelt, wenn ich meine, dass ich in meinen Gedanken Gott begegne. Nur ändert das nichts daran, dass ich dennoch gläubig bin. Es gibt Lebensbereiche, in denen einem Logik und Rationalität sehr viel weiterhelfen als der Glaube an etwas, was man nicht sieht und nicht beweisen kann.

Ich habe mich ziemlich viel mit Psychologie und auch mit Biologie und Astronomie beschäftigt und diese drei Disziplinen reichen logisch gesehen völlig aus, um den Menschen und die Welt zu "erklären". Also forsche man da ruhig brav weiter. Ich habe mich aber entschieden, dennoch zu glauben. Weil Gott für mich nicht der Lückenbüßer ist für ansonsten nicht erklärbare Phänomene, sondern derjenige, der in, mit, hinter und unter allem wirkt. Warum, oder besser wozu, es so sein muss, dass durch Plattentektonik Tsunamis entstehen, kann ich dadurch auch nicht erklären. Das werd ich ihn fragen, wenn wir uns dann mal Aug in Aug gegenüberstehen. Falls Gott Augen hat und es dann noch wichtig ist.

Die Welt ist absolut grauenhaft- und sie ist absolut toll und faszinierend. Wenn Gott derjenige ist, der für sie verantwortlich ist, dann gilt dasselbe wohl auch für ihn. Er ist kein Opa mit Bart und kein Schoßhündchen. Auch nicht unbedingt der, der alles so richtet wie es uns passt (wie in dem Lied "der Papa wirds schon richten"). Sondern er ist - wenn er ist - derjenige, der in allem, was uns begegnet, da ist. Auch in dem, was ich nicht begreife. Und das reicht mir persönlich vollkommen.

Verbum Dei manet in aeternum!

Verfasst von Christiane Müller am 19. März 2011 - 0:48.

Glauben an GOtt trotz Leid (?)

Ich glaube, dass die Frage ob man angesichts von Leid und Elend noch an Gott...

Ich glaube, dass die Frage ob man angesichts von Leid und Elend noch an Gott glauben kann so falsch gestellt ist. Die Frage müsste eher lauten: Kann man überhaupt an Gott glauben? Es gibt zig plausible Gründe gegen den Glauben. Und es gibt die Erfahrungen der Glaubenden (durchaus auch unterschiedlicher Religionen). Letztlich ist Glaube die Entscheidung, sich darauf einzulassen, oder eben nicht. Der Glaube kann das Leid dieser Welt niemals erklären. Aber viele, die Glauben, erleben dass sich gerade im Leid der Glaube trotzdem bewährt, auch wenn das widersinnig erscheint. Allerdings: Das tut er in der Regel nur dann, wenn jemand auch ohne massive Leidenserfahrungen schon seinen Glauben "eingeübt" hat. Glaube trägt im Leid in dem Maße, wie ich ihn vorher in meinem Alltag integriert habe. Weil ich dann in leidvollen Erfahrungen auf etwas zurückgreifen kann, das mir Vertrauen gibt. Außerdem kann, wer den Glauben in seinem Alltag schon ohne große Leiderfahrungen praktiziert hat, zurückgreifen auf einen Schatz an Gebeten, Liedversen, etc. die ihm schon weitergeholfen haben. Das muss man sich mit den Jahren aneignen - es ist sehr unwahrscheinlich, wenn man es in gesunden Tagen nicht getan hat, dass man es dann auf einmal tun wird, wenn einem der Boden unter den Füßen weg gezogen wurde.

Ich merke das in der Seelsorge oft bei schwer kranken MEnschen. Wer vorher schon gläubig war, der hadert zwar in seiner Krankheit mit Gott, aber er "verliert" seinen Glauben in der Regel nicht. "Verlieren" tun ihn eher die, die ihn auch vorher nicht wirklich hatten und dann sagen: Hier ist der Beweis, ich leide, also existiert Gott nicht.

Und so ähnlich ist es auch mit anderen Erschütterungen im Glauben. Glaube ist Praxis, Erfahrung, Leben. Wer glauben will, der soll anfangen, so zu leben, als ob er glaubt. Und der Glaube wird sich einstellen und wachsen. Wer das nicht will, der soll es in aller Freiheit lassen, aber dann nicht erwarten, dass der Glaube sich plötzlich von irgendwoher einstellt, wenn das Wasser bis zum Halse steht..

Verbum Dei manet in aeternum!

Verfasst von Gast am 19. März 2011 - 22:03.

Vielleicht ist "Gott" in den

Vielleicht ist "Gott" in den Menschen, die in Fukuschima bleiben, um alles...

Vielleicht ist "Gott" in den Menschen, die in Fukuschima bleiben, um alles menschenmögliche zu tun, damit die Katastrophe nicht noch schlimmer wird. Vielleicht war er auch in Tschernobyl in den Menschen, die den Mantel bauten. Vielleicht ist er auch in den Menschen, die sich freiwillig in ein Feuer stürzen, um andere zu retten. Oder bei Mitgliedern der Bergwacht, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um irgendwelche Dussel zu retten, die sich nicht an die Wege gehalten haben. Allzuoft kommen die Retter um´s Leben. So wie Jesus Christus.
"Gott" ist doch wohl eher eine Lebenseinstellung!

Verfasst von Gast am 18. März 2011 - 14:39.

Hilft beten?

"Infolge des Erdbebens von Lissabon an Allerheiligen im Jahre 1755 und des...

"Infolge des Erdbebens von Lissabon an Allerheiligen im Jahre 1755 und des darauf folgenden Tsunami kamen zwischen 30000 und 60000 Menschen ums Leben, besonders viele während der Gottesdienste in den städtischen Kirchen und Kathedralen. Hört Gott die Gebete nicht oder beeindrucken sie ihn nicht oder will er sich in seinem Handeln nicht von menschlichen Motiven beeinflussen lassen oder gibt es ihn vielleicht gar nicht?

Selbst Priester und Bischöfe verlassen sich, wenn sie zum Beispiel krank werden, nicht mehr nur auf das Beten, sondern konsultieren den Arzt und lassen sich von modernster medizinischer Wissenschaft kurieren. Ja sogar PAPST JOHANNES PAUL II. und "Stellvertreter Gottes auf Erden", der im Frühjahr 2005 schwer erkrankte, nutzte bis zu seinem Ableben mehr medizinische Technik als ein normaler Sterblicher je zu sehen bekommt. Auf die weltweit und mit größter Inbrunst gesprochenen Gebete allein wollte man sich offenbar nicht verlassen.

Einem Gläubigen mögen diese letzten Zeilen gotteslästerlich und verletzend vorkommen. Aber es muss erlaubt sein, solche Feststellungen zu treffen. Ich frage mich ganz vorurteilsfrei und ohne jede kränkende Absicht: Wann ist je den Bedrängten durch Beten Hilfe von oben gekommen? Gebetet wurde und wird seit Menschengedenken in den Häusern mit Kranken und Sterbenden, auf den Schlachtfeldern der bis heute stattfindenden Kriege, in Luftschutzkellern mit zu Tode verängstigten Menschen, in den großen Vernichtungslagern der Nationalsozialisten und Kommunisten, unter den Trümmern der durch Erdbeben zerstörten Häuser. Wurden je die Schreie und Gebete in den Folterkellern der Inquisition und aus den brennenden Scheiterhaufen erhört?

Worauf gründen die Millionen Gläubigen ihre Hoffnung auf Erhören ihrer Gebete, wenn man doch weiß, dass trotz verzweifelten Hoffens und Flehens Millionen und Abermillionen Menschen durch Naturkatastrophen und Seuchen ein viel zu frühes Ende finden mussten. Welchen Grund sollte ich haben, mit der Hilfe Gottes zu rechnen, wenn er offenbar unbeteiligt zusah, wie Millionen Juden in einen elenden Gastod geschickt wurden. Auch sie richteten ihre von Todesängsten gezeichneten Blicke nach oben. Hat Gott dem Leiden der Menschen nur interessiert zugeschaut? In Anbetracht seiner ihm zugeschriebenen Allmächtigkeit müsste man ihn eigentlich wegen unterlassener Hilfeleistung anklagen." (Zitiert aus dem Buch "Warum ich kein Christ sein will")

Ist das nun nur billige Rechthaberei, noch dazu im Moment größten Entsetzens und größter Trauer? Ich kann aber solche Gedanken nicht unterdrücken. Beten mag in der Not vom Leid ablenken, aber es lähmt den Verstand, vertröstet und verhindert, das zu denken und zu tun, was jetzt und vor allem zukünftig möglich ist, um Leid und Not wenigstens zu mindern, wenn nicht zu verhindern.

Verfasst von StephanWolters am 19. März 2011 - 10:35.
Kommentar auf: Hilft beten?

RE: Hilft beten? - Die Macht des Gebetes

  Antwort auf den Beitrag »Hilft beten?«  ...

 
Antwort auf den Beitrag »Hilft beten?«



 

 
Die Macht des Gebetes
 

 

Lieber Gast,
 
vieles, was Du schreibst, ist beileibe nicht Rechthaberei: Es sind die ganz natürlichen Gedanken vieler Menschen, auch gläubiger Menschen.
 
Du selbst schreibst im letzten Absatz:

"Beten mag in der Not vom Leid ablenken … "

Da gebe ich Dir Recht: Beten lenkt nicht nur vom Leid ab, sondern erzeugt bei demjenigen, der nicht Worte herunterleiert, sondern mit voller Inbrunst, Emotionen und Überzeugung betet, unheimliche Kräfte, Mut und Zuversicht.
 
Vielleicht kommst Du, lieber Gast, auch ohne Gebet an die Macht und Kraft, die manches Unmögliche hat doch möglich machen lassen. – Dann sei dankbar dafür.
 
Viele Menschen gelangen aber erst durch das Gebet, das sie auf ihre Wunschziele fokussiert, zu ihren inneren Kräften und Mächten.
 
Der Gläubige spricht von Gottes Werk, Du vielleicht von Mächten der Natur oder Zufall … (auch ein Glaube … ).
 
Wie auch immer, das Ziel, die Heilung, das Überleben in menschenwürdiger Form heiligt alle Mittel: Deine Ansicht wie auch meine Gebete, so hoffe ich.
 
Du schreibst weiter: … "aber es (das Gebet) lähmt den Verstand, vertröstet und verhindert, das zu denken und zu tun, was jetzt und vor allem zukünftig möglich ist, um Leid und Not wenigstens zu mindern, wenn nicht zu verhindern."
 
Warum unterstellst du betenden Menschen, dass sie verstandesmäßig gelähmt (oder gar verblödet?!) sind.
 
Ja, sie vertrösten sich und andere. – Wenn Du je in diese schreckliche Lage der Betroffenen kommen solltest, vielleicht bist Du stark genug, alleine damit fertig zu werden, vielleicht aber bist Du froh, wenn Dich einer vertröstet, für Dich betet: Es ist stärkend und ein wunderschönes Gefühl, zu wissen, dass jemand für einen betet, so schön, wie zu wissen, dass man geliebt wird.
 
Allein das Wissen um die Liebe, dass man geliebt wird, setzt unheimliche Kräfte frei, Kräfte, die sogar Krankheiten und Schicksalsschläge heilen können.
 
So auch das Gebet.
 
Wie kann ich Liebe einem Menschen erklären, der nie geliebt oder je Liebe erfahren hat?
 
Wie kann ich die Macht des Gebetes einem Menschen erklären, der nie wirklich mit Inbrunst gebetet oder je die Macht des Gebetes erfahren hat?
 
Wenn Du, lieber Gast, niemals von Not und Leid ablenken, Deinen Verstand nicht lähmen oder vertrösten musst und niemals verhindert bist, das zu denken und zu tun, was jetzt und vor allem zukünftig möglich ist, um Leid und Not wenigstens zu mindern, wenn nicht zu verhindern, dann mein lieber Gast, bist Du Gott schon sehr nahe, dann bräuchten wir vielleicht nicht mehr beten, um Erleuchtung bitten, weil Du ja alles weißt und richten könntest …

… merkst Du vielleicht,
in welches Licht Du Dich da
in Deinen letzten Sätzen stellst
und was Du Betenden unterstellst?!
 

 

Herzlich,
 
Stephan
---------

© 2011   Stephan Wolters,     Autor von:   ►»Gras in den Dünen«
 
Zum   I N H A L T S V E R Z E I C H N I S   des Autorenblogs   »Gras in den Dünen«
► T H E M A T I S C H   ODER   ► C H R O N O L O G I S C H

 

Verfasst von Christiane Müller am 19. März 2011 - 0:52.
Kommentar auf: Hilft beten?

Nur eine Frage als Antwort:

Nur eine Frage als Antwort: Worauf beruht die Einschätzung, dass Gebet...

Nur eine Frage als Antwort: Worauf beruht die Einschätzung, dass Gebet Handeln verhindert und den Verstand benebelt? Ich erlebe beim Beten das GEgenteil. Mein Blick für das Leid anderer wird geschärft und es bringt mich zum Handeln. Ist das was Sie schreiben Ihre eigene Erfahrung mit dem Gebet? Oder nur eine Mutmaßung?

Verbum Dei manet in aeternum!

Verfasst von StephanWolters am 18. März 2011 - 0:22.

Fassungslos, traurig, deprimiert: Der Super-GAU

Fassungslos, bewegungslos, wortlos, traurig, deprimiert …   Nach...

Fassungslos, bewegungslos, wortlos, traurig, deprimiert …
 
Nach diesem fast größten Erdbeben aller Zeiten in Japan, diesem schrecklichen Tsunami mit all seiner Zerstörungswut und seinem Elend, diesem Super-GAU, diesem Alptraum, der keiner ist sondern Wirklichkeit geworden ist.
 
Gelähmt, immer noch mehr besorgt und vor allem: traurig, maßlos traurig.
 

 

 
Fassungslos, traurig, deprimiert: Ein Gebet



 

 

 
Herr,

nach diesem fürchterlichen Erdbeben,
Tsunami und Reaktorunglück
sind wir ängstlich, zornig
und vor allem ratlos.
 
lass die Betroffenen
nicht allein:

Auch wir wollen zu ihnen stehen,
helfen und ihnen zurufen:

Ihr seid nicht allein!
 

lass nicht zu,

dass bei diesem Krieg
zwischen Natur und Menschenwerk
der Mensch verliert:

Stärke und schütze uns
und unsere Natur
vor allem vor uneinsichtigen Menschen
und verheerenden Naturgewalten.
 

Verhelfe uns Menschen
zu der Einsicht:
 

dass wir als Menschen
nicht alles händeln können,
 
dass wir uns nicht
von zerstörerischen Technologien
abhängig machen,
die wir nicht beherrschen.
 
dass wir von der Natur
abhängig sind,
und nicht die Natur von uns.
 
dass alles,
was sich gegen die Natur richtet,
wie z.B. Kernreaktoren,
bitterlich gerächt wird.
 
dass das Vertrauen auf Atomkraft
kurzsichtig ist,
gerade jetzt,
da wieder kostbares Land
für Jahrzehnte
verloren zu gehen droht.
 

Herr,

Du bist und bleibst
unsere Zuversicht
und Stärke!
 
Wir bitten Dich,
erhöre uns.

 

 
 

 

Herzlich,
 
Stephan
---------

© 2011   Stephan Wolters,     Autor von:   ►»Gras in den Dünen«
 
LINK zum   I N H A L T S V E R Z E I C H N I S   des Autorenblogs   »Gras in den Dünen«
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Verfasst von Gast am 17. März 2011 - 20:48.

Warum lässt er so etwas zu?

Ich bin nicht gläubig und glaube auch nicht an Gott. Und gerade in solchen...

Ich bin nicht gläubig und glaube auch nicht an Gott. Und gerade in solchen Momenten, wie diese schreckliche Katastrophe in Japan werde ich nur in meinem denken bestärkt. Ich bin für Glaubensfreiheit und respektiere und akzetiere jeden anderen Gedanken, trotzdem frage ich mich besonders jetzt wo denn Gott ist wenn man ihn wirklich braucht. Warum lässt er so etwas zu? Warum hilft er nicht? Ich denke niemand kann diese Fragen beantworten oder es kommen wieder diese standart Antworten wie "Wir sind selbst Schuld" oder "Er bestraft uns für etwas". Ja toll und ich dachte immer Gott sei gutherzig und vergebend! Naja ich möchte wirklich niemanden mit meiner Aussage angreifen, das ist wirklich nicht meine Absicht. Ich möchte nur Antworten!

Verfasst von Coriander am 19. März 2011 - 10:42.

Lieber Gast, du sagst selbst,

Lieber Gast, du sagst selbst, dass du nicht an Gott glaubst. Und nun fragst du...

Lieber Gast,

du sagst selbst, dass du nicht an Gott glaubst. Und nun fragst du, wo Gott sei, wenn man ihn mal wirklich braucht. Das verstehe ich nicht ganz; denn wenn du nicht an Gott glaubst, dann brauchst du ihn überhaupt nicht, weder in guten noch in schlechten Tagen, oder? "Nicht an Gott glauben" - was bedeutet das für dich? Denkst du, dass es ihn gibt, aber du ihm nicht vertrauen magst - oder denkst du, dass da einfach nichts ist?

Mir geht es anders als dir, ich glaube an Gott. Ich brauche ihn wirklich, auch wenn es mir gut geht. Wenn es mir mal schlecht geht, ist er da, wo er immer war: nahe bei mir. So erlebe ich das, und das hat mich schon sehr getragen.

Das ist auch eine Frage, was man gern für einen "Gott" hätte. Soll er eine Wunscherfüllungsmaschine sein, die alles richtet, was ich nicht hinkriege? Ein Notnagel, wenn alles schiefgeht? Der Sündenbock, der schuld ist, weil er nicht eingreift?

Du möchtest niemanden angreifen; das möchte ich auch nicht. Aber wenn du nicht an Gott glaubst, was ist dann eigentlich deine Frage?

Möchtest du mit deiner Frage denen, die beten, irgendwie beweisen, dass da kein Gott ist? Aber warum möchtest du das? Wer betet und glaubt, der deutet die Welt anders als du. Aber das tut dir doch nicht weh, oder? Es sei denn, du empfindest deine Ohnmacht, etwas zu ändern, und möchtest nun gern den Betern klarmachen, dass sie genau so ohnmächtig seien wie du.

Gebet ist eine große Kraft. Deswegen muss Gott noch lange nicht alles tun, was Leute gern hätten, die sonst nie mit ihm reden ... und auch nicht alles, was Leute sich wünschen, die viel mit ihm reden. Das läuft irgendwie anders.

Wahrscheinlich ist das für dich keine zufriedenstellende Antwort. Ich finde ja trotzdem, dass es sich lohnt, viel zu fragen. Am besten Gott selbst. Auch wer "an Gott glaubt", ist nicht in jedem Augenblick sicher, dass er hört ...

Gruß,

Coriander

 

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von Gast am 17. März 2011 - 22:44.

Genau so denke ich auch!

Genau so denke ich auch! Hände falten und beten!? Ich würde es machen, wenn...

Genau so denke ich auch! Hände falten und beten!? Ich würde es machen, wenn davon die 1000den Vermissten und Toten wiederkehren würden.
Aber das werden sie wohlkaum!

Verfasst von Gast am 17. März 2011 - 11:57.

"jeglichen Glauben verloren"

Das ist sehr schade, lieber Gast, dass du "jeglichen Glaubenan einen Gott...

Das ist sehr schade, lieber Gast, dass du "jeglichen Glaubenan einen Gott verloren hast". Ich finde, gerade wegen des Leides und des Elends ist der Glaube an Gott so wichtig.
Mein Vorschlag: Ersetze in deinem Satz das Wort "Gott" durch das Wort "Leben" und das Wort "Glauben" durch das Wort "Vertrauen". Wie klingt dein Satz dann?

Die Menschen in Japan brauchen unsere Unterstützung, unsere Hoffnung, unseren Glauben, nicht unsere Resignation. Und ich bitte Gott für sie, dass er ihnen beisteht, den Toten und den Lebenden und ganz besonders den Schwachen und Kranken.

Verfasst von Smaryll am 18. März 2011 - 4:05.

Japan

Diskussionen über Gott und die Welt sind in diesem Moment fehl am Platz....

Diskussionen über Gott und die Welt sind in diesem Moment fehl am Platz.
Luftbrücken aufbauen,
Menschen aus ihren Notquartieren rausholen, bevor sie erfrieren, verhungern oder ...
Reden hilft nur uns - in unserer Ohnmacht.
Handeln - JETZT und SOFORT -
Verantwortungsbewusste Politiker aller Welt...hört auf zu reden...handelt...baut Luftbrücken...solange es die Bestrahlung noch zulässt!!!

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