Gemeinsam oder nicht? Streitfall Abendmahl

Abendmahl

Nicht nur Theologen beschäftigt die Frage, wie das christliche Abendmahl gefeiert werden soll. Foto: iStockphoto

Interview - Eines der wichtigen Themen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München ist die Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl von evangelischen und katholischen Christen. Zum Auftakt des Kirchentages sprachen wir über dieses Thema mit dem Münchner Theologieprofessor Gunther Wenz.

Die Fragen stellte Bernd Buchner

evangelisch.de: Vor gut zehn Jahren verständigten sich Lutheraner und Katholiken auf eine Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Ist die Zeit reif für eine Erklärung über das Abendmahl?

Wenz: Ja. In seiner berühmten Kampfschrift "De captivitate babylonica ecclesiae" von 1520 hat Luther der römischen Kirche vorgeworfen, sie halte das Altarsakrament in dreifacher Weise gefangen: durch den Kelchentzug, die Transsubstantiationstheorie und durch die Theorie und Praxis der Messe als eines Opfers. Den letzten Aspekt hat er als den schwerwiegendsten betrachtet. Viele ökumenische Theologen meinen, dass in diesen zentralen Fragen die abendmahlstheologische Kontroverse zwischen römisch-katholischer Kirche und Reformationskirchen so weit behoben ist, dass ein differenzierter Konsens erklärt werden kann - analog zur Rechtfertigungslehre.

evangelisch.de: Die Kelchkommunion ist wohl das kleinste Problem, denn das Zweite Vatikanische Konzil hat den Laienkelch wieder für zulässig erklärt.

Wenz: Richtig, das ist das dogmatisch am wenigsten gewichtige Problem. Es war immer gemeinsame Lehre beider Seiten, dass in jedem Element, ja in jedem Teil jeden Elements der ganze Christus gereicht wird. Die Frage war, wie weit die Kirche das Recht hat, den klaren Wortlaut der Schrift "Trinket alle daraus" zu modifizieren und abzuändern. Nach Maßgabe des Zweiten Vatikanums gehört auch die Weingestalt elementar zum stiftungsgemäßen Gebrauch des Altarsakraments.

"Der wahre Leib und das wahre Blut"

evangelisch.de: Strittiger ist die Frage der Präsenz Jesu Christi in Brot und Wein. Die lutherischen Kirchen sagen, Jesus sei während des Mahls "in, mit und unter" Brot und Wein leibhaftig gegenwärtig. Was heißt das?

Wenz: Die lutherische Lehre, jene der Wittenberger Reformation, ist im Kleinen Katechismus am bündigsten zusammengefasst: Der wahre Leib und das wahre Blut unseres Herrn Jesus Christus werden unter Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken gegeben, von Christus selbst eingesetzt. Innerhalb der Reformationskirchen war "mit" und "unter" unumstritten, nur das "in" nicht. Damit haben die Reformierten eine räumliche Einschließung assoziiert – das war nicht nur ihrer Meinung nach unstatthaft. In der Lehre von der Transsubstantiation ist "in" eine akzidenzielle Bestimmung, nach römisch-katholischer Auffassung kann also von einer räumlichen Einschließung nicht die Rede sein. Auch nach lutherischer sicherlich nicht! Was bedeutet dann die Präposition "in"? Dass im Zusammenhang der Mahlfeier Jesus Christus auf elementare Weise, nämlich in der Gestalt von Brot und Wein, wahrhaft zu unserem Heil präsent ist. Wenn diese Aussage gemeinsam getroffen werden kann, ist der Inbegriff dessen gewährleistet, was Realpräsenz heißt.

Gabencharakter des Abendmahls

evangelisch.de: Das dritte Problem ist das Messopfer. Es gibt die katholische Auffassung, dass die Eucharistie die unblutige Wiederholung des Kreuzestodes Jesu Christi sei.

Wenz: Der Wiederholungsbegriff ist irreführend. Denn von einer Wiederholung, Ersetzung oder Ergänzung des Kreuzesopfers Christi in der Messe kann nicht die Rede sein. Das Tridentinische Konzil spricht von "repraesentatio", von wirksamer Gegenwärtigsetzung. Jesus Christus selbst, der auferstandende Gekreuzigte, ist derjenige, der sein Versöhnungsopfer zu unserem Heil vergegenwärtigt. Wenn man auf dieser Linie argumentiert, sind zwar noch nicht alle Probleme behoben, aber es lässt sich doch sagen, dass auch die Meßopferfrage nicht notwendig zu Kontroversen führt, die kirchentrennende Bedeutung haben. Über die Opferthematik muss man dann natürlich gesondert sprechen. Es ging der Reformation vor allem darum, den Gabencharakter des Abendmahls zu verdeutlichen: Christus ist für uns gegeben, wir sind in die Selbsthingabe Christi aufgenommen. Den rechtfertigungstheologischen Ansatz der Abendmahlslehre einzuschärfen, war das wichtigste Anliegen der Reformatoren. Wenn das zur Geltung gebracht wird, lässt sich auch die leidige Frage des Messopfer einer einvernehmlichen Lösung zuführen.

Braucht es vollkommene Übereinstimmung?

evangelisch.de: Zu den ungelösten Problemen gehört die Amtsfrage. Die katholische Kirche sagt, das evangelische Abendmahl sei auch deswegen nicht gültig, weil die Amtsträger nicht gültig geweiht sind. Müsste nicht eine Gemeinsame Erklärung zur Amtsfrage einer Abendmahlserklärung vorausgehen?

Wenz: Vorausgehen nicht, aber jedenfalls mit ihr auf die eine oder andere Weise verbunden sein. Damit sprechen Sie den entscheidenden Punkt an. Eine Gemeinsame Erklärung zur Abendmahlslehre hätte durchaus einen Wert in sich – dadurch, dass dem kirchlichen und öffentlichen Bewusstsein mitgeteilt würde: In diesen zentralen Lehrstücken herrscht differenzierter Konsens. Trennen lässt sich die Amtstheologie von der Abendmahlslehre nicht - unterscheiden lassen sich beide sehr wohl. Wie begründet die katholische Kirche, dass ein katholischer Christ am evangelischen Abendmahl nicht teilnehmen darf? Weil die Vollgestalt des eucharistischen Mysteriums in den aus der Reformation hervorgegangenen kirchlichen Gemeinschaften nicht erhalten geblieben sei. Warum nicht? Wegen eines "defectus ordinis", also eines Mangels oder Fehlens des Weihesakraments. Über die apostolische Sukzession im Bischofsamt muss intensiv gesprochen werden. Aber ich denke nicht, dass nur eine vollkommene Übereinstimmung in der Amtstheologie Fortschritte in der Abendmahlspraxis erlaubt. Würde ein solches Junktim vorgesehen, wäre das Projekt einer Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl zum Scheitern verurteilt, bevor man es überhaupt begonnen hat.

"Die Gläubigen erwarten praktische Folgen"

evangelisch.de: Sie sprechen sich für eine Politik der kleinen Schritte aus.

Wenz: Ja, in der Tat. Damit sollen zum einen Resignationsanwandlungen, zum anderen illusionäre Vorstellungen vermieden werden, von denen ohnehin jeder weiß, dass sie sich nicht realisieren lassen. Wenn eine Abendmahlserklärung keine praktischen Folgen hat, wirkt sie kontraproduktiv und löst Frust aus. Im Kirchenvolk herrscht mit Recht die Erwartung vor, dass aus theoretischen Papieren praktische Folgerungen gezogen werden. Wenn diese notorisch ausbleiben, sind die Papiere nutzlos. Wenn man ein GEA-Projekt verfolgen will, muss man von vornherein praktische Fortschritte oder zumindest Teilfortschritte intendieren. Diese sollte man in der Abendmahlspraxis klar benennen.

evangelisch.de: Sie zielen zum Beispiel auf die konfessionsverbindenden Ehen. Die Ehepartner sollen gemeinsam zu Abendmahl und Eucharistie gehen können. Entsprechendes gälte für ihre Kinder.

Wenz: Das wäre ein Aspekt, bei dem die katholische Kirche dogmatisch keinerlei Abstriche machen müsste. Wenn die Ehe nach römisch-katholischer Auffassung eine sakramentale Verbindung ist, ist schwerlich einzusehen, warum hier nicht eine Ausnahme von der Regel möglich ist, die die Regel ja bestätigen kann. Das wäre ein denkbarer Teilfortschritt in der Abendmahlspraxis. Man müsste sich überlegen, welche weiteren Teilfortschritte erreichbar sind.

Mahlfeier nach orthodoxem Ritus als Kompromiss

evangelisch.de: Wie hängen Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft zusammen? Die katholische Kirche sagt, erst muss die volle Kirchengemeinschaft hergestellt sein.

Wenz: Man muss zunächst eine gewisse Asymmetrie im Verhältnis der beiden Kirchen in Rechnung stellen. Die evangelische Kirche übt eine Praxis, nach der in der Regel jeder getaufte Christ Zugang zum Abendmahl hat. Jeder Einzelfall der Exkommunikation ist begründungspflichtig. Die katholische Kirche handelt hier anders – aber beide agieren aus dogmatischen Gründen. Das muss man zur Kenntnis nehmen, ohne zu moralisieren. Der dogmatische Grund ist offenbar eine unterschiedliche Verhältnisbestimmung von Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft. Die Gefahr auf der katholischen Seite ist, dass Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft unmittelbar gleichgesetzt werden. Die Gefahr auf evangelischer Seite ist, dass dieser Zusammenhang aufgelöst wird. Wenn man sich darüber verständigen könnte, dass man das Verhältnis von Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft als differenzierten Zusammenhang zu bestimmen hat, der Unterscheidungen nötig macht, aber Trennungen nicht erlaubt, wäre schon einiges gewonnen.

evangelisch.de: Beim Ökumenischen Kirchentag wird es kein gemeinsames Abendmahl geben, das hat auch niemand erwartet. Stattdessen ist eine sogenannte Artoklasia vorgesehen, eine Mahlfeier nach orthodoxem Ritus. Ist das ein schwacher Ersatz?

Wenz: Es ist kein Ersatz, und deshalb auch kein schwacher Ersatz. Die Artoklasia ist ein schönes Zeichen, sollte uns aber nicht hindern, am entscheidenden Problem konsequent weiterzuarbeiten.

"Revolutionäre Veränderungen" nicht in Sicht

evangelisch.de: Die Orthodoxen spielen beim Ökumenischen Kirchentag in München eine starke Rolle. In der Abendmahlsfrage sind die Ostkirchen streng – bei ihnen darf kein Katholik und kein Protestant zur Kommunion gehen. Warum?

Wenz: Dass die Orthodoxen auf dem ÖKT stark zum Zuge kommen und sich präsentieren, ist ein begrüßenswertes Faktum. Wir befinden uns gerade an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Hier in München sind wir in der vorteilhaften Situation, die drei großen kirchlichen Traditionen wissenschaftlich präsent zu haben. Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Ich will die Haltung der Orthodoxie jetzt nicht im Einzelnen kommentieren. Da wäre viel zu sagen. Sie stellt in der Frage der Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft ein noch höheres Maß an Identität heraus und identifiziert ihr eigenes Kirchenwesen noch stärker als der römische Katholizismus mit der Kirche Jesu Christi. Die Unterscheidung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche ist nicht unproblematisch, und Luther hat lieber von der verborgenen Kirche gesprochen. Doch wird man sagen müssen: Der Zusammenhang zwischen der Kirche Jesu Christi, zu der wir uns gemeinsam im Glaubensbekenntnis bekennen, und den Denominationen und Konfessionskirchen ist ein differenzierter Zusammenhang, der unmittelbare Gleichsetzungen meines Erachtens verbietet.

evangelisch.de: Hand aufs Herz – können Sie sich in der gegenwärtigen ökumenischen Situation vorstellen, dass es auf absehbare Zeit Abendmahlsgemeinschaft geben kann?

Wenz: Ich denke nicht, dass die römisch-katholische Kirche und die Orthodoxie erklären, dass sie mit den Reformationskirchen vorbehaltlos Abendmahlsgemeinschaft halten. Das würde revolutionäre Veränderungen zur Voraussetzung haben, die man wie alles Revolutionäre nicht prognostizieren kann. Doch es gab auch in der Kirchengeschichte oft Ereignisse nicht prognostizierbarer Art, die solche Umschwünge ermöglicht haben. Warum soll das grundsätzlich nicht möglich sein? Rechnen kann man damit allerdings nicht. Ich würde dafür plädieren, die Teilziele klar zu benennen, die man anstrebt. Nur der kann etwas verfehlen, der ein Ziel hat. Wer ziellos in der Gegend umherschweift, der kann zwar nichts verfehlen, wird aber auch nie etwas erreichen. Jetzt ist die Zeit der Konkretion, der Präzision dessen, was man gemeinsam anstrebt. Und je nüchterner man urteilt, desto höher wird man einen Erfolg zu schätzen wissen.


Prof. Dr. Gunther Wenz (60) ist Direktor des Instituts für Fundamentaltheologie und Ökumene sowie Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie I (mit Schwerpunkt Dogmatik) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er hat im Rahmen der Gespräche zwischen dem vatikanischen Einheitsrat und dem Lutherischen Weltbund (LWB) einen in deren Verlauf modifizierten Entwurf für eine Gemeinsame katholisch-lutherische Erklärung zur Abendmahlslehre vorgelegt.

 

Kommentare

Verfasst von Gast am 15. Mai 2010 - 12:59.

Man kann es drehen wie man will:

Eingeladender zum Abendmahl ist Jesus. Weder katholisch noch evangelisch,...

Eingeladender zum Abendmahl ist Jesus. Weder katholisch noch evangelisch, sondern Jude. Die, die er als erster eingeladen hat, waren weder katholisch noch evangelisch. Sein Auftrag war: Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Mehr ist nicht zu sagen.

Verfasst von Gast am 14. Mai 2010 - 10:07.

Gegenseitiger Respekt

Warum die evangelischen Christen in einer Hl. Messe nicht die Kommunion...

Warum die evangelischen Christen in einer Hl. Messe nicht die Kommunion empfangen dürfen, war mir immer schon klar und verständlich. Schließlich glauben sie nicht an die Realpräsenz. Sie würden also den Leib des Herrn nicht unterscheiden von einer gewöhnlichen Oblate, wie man sie in jedem Supermarkt kaufen kann. Warum aber wir Katholiken nicht am evangelischen Abendmahl teilnehmen sollen, wo es doch nur um ein Stück Brot geht, das zur Erinnerung an das letzte Abendmahl gegessen wird, war mir nicht einsichtig.

Ich fragte deshalb einen katholischen Priester. Seine Antwort: Das ist eine Frage des Respekts ! Die evangelischen Christen dürfen bei uns in der Hl. Messe nicht die Kommunion empfangen. Es wäre respektlos zu sagen: Euer Stück Brot kann ja jeder essen, aber wir haben etwas Größeres als ihr. davon bekommt ihr nichts, weil ihr dessen nicht würdig seid.

Wer also unbedingt darauf drängt, es müsse ein „gemeinsames Abendmahl“ geben, hat das Wesentliche nicht erkannt. Vor allem nicht, dass in der Katholischen Kirche überhaupt kein „Abendmahl“ gefeiert wird !

Verfasst von Gast am 14. Mai 2010 - 16:59.
Kommentar auf: Gegenseitiger Respekt

Realpräsenz

Was geschieht nach einer Abendmahlsfeier mit Brot und Wein ? Der konsekrierte...

Was geschieht nach einer Abendmahlsfeier mit Brot und Wein ?

Der konsekrierte Wein (=Blut Christi) muss gleich am Ende der Kommunion getrunken werden, damit kein Rest übrigbleibt. Die konsekrierten Hostien werden im abgeschlossenen Tabernakel aufbewahrt, vor dem deshalb auch immer ein "ewiges Licht" brennt zum Zeichen der Gegenwart Christi im Tabernakel.
Beim Vorbeigehen am Tabernakel machen gläubige Katholiken ( sprich: Katholiken, die an die Realpräsenz glauben , was NICHT alle tun !)eine Kniebeuge; ebenso machen Katholiken beim Betreten einer Kirche eine Kniebeuge in Richtung Tabernakel. Wegen der Realpräsenz werden auch konsekrierte Hostien in einer Monstranz zur eucharistischen Anbetung ausgesetzt. Bei der Fronleichnamsprozession wird eine konsekrierte Hostie in einer Monstranz durch die Straßen getragen.
Immer wieder werden in katholischen Kirchen die Tabernakel aufgebrochen und konsekrierte Hostien entwendet um diese in Schwarzen Messen zu schänden ! Auch versuchen immer wieder Personen - was aufgrund der Handkommunion erst möglich wurde - konsekrierte Hostien aus der Kirche hinauszuschmuggeln um sie an Satanisten zu verkaufen. Sogar bei Ebay wurden schon konsekrierte Hostien zum Verkauf angeboten !
Mit anderen Worten: Es muss schon ein Unterschied sein zwischen dem Brot beim evangelischen Abendmahl und den konsekrierten Hostien !

Verfasst von Ismael am 17. Mai 2010 - 9:19.
Kommentar auf: Realpräsenz

Fragwürdige "Zeugen"

""Immer wieder werden in katholischen Kirchen die Tabernakel...

""Immer wieder werden in katholischen Kirchen die Tabernakel aufgebrochen und konsekrierte Hostien entwendet um diese in Schwarzen Messen zu schänden ! Auch versuchen immer wieder Personen - was aufgrund der Handkommunion erst möglich wurde - konsekrierte Hostien aus der Kirche hinauszuschmuggeln um sie an Satanisten zu verkaufen. Sogar bei Ebay wurden schon konsekrierte Hostien zum Verkauf angeboten !
Mit anderen Worten: Es muss schon ein Unterschied sein zwischen dem Brot beim evangelischen Abendmahl und den konsekrierten Hostien !""

Ausgerechnet irgendwelche Spinner oder gar Okkultisten =:-o  zu Zeugen für die Richtigkeit der eigenen Theologie machen zu wollen, ist m. e. alles andere als überzeugend! ;-]

Verfasst von Ismael am 14. Mai 2010 - 11:16.
Kommentar auf: Gegenseitiger Respekt

Fehlinformation

""Schließlich glauben sie nicht an die Realpräsenz. Sie w...

""Schließlich glauben sie nicht an die Realpräsenz. Sie würden also den Leib des Herrn nicht unterscheiden von einer gewöhnlichen Oblate, wie man sie in jedem Supermarkt kaufen kann.""

Lieber Gast, wie diese ihre Worte offenbaren, sind sie einer Fehlinformation aufgesessen.

Ich erzähle gerne die Geschichte, die von Martin Luther und dem Marburger Religionsgespäch von 1529 überliefert wird. Man sagt, er habe zu Beginn der heftigen Debatte mit Huldrych Zwingli, der das Abendmahl nur als symbolische Erinnerungsfeier gelten lassen wollte, die Tischdecke weggeschoben und mit Kreide nachdrücklich "HOC EST ENIM CORPUS MEUM" auf die Tischplatte geschrieben. Dann deckte er das Tapet wieder darüber. Leider. Denn so konnte man das Bekenntnis zur Realpräsenz ja nicht mehr sehen. Und heute wird allenthalben behauptet, die Evangelischen verstünden das Abendmahl nur symbolisch. Dabei haben sogar die Reformierten den einseitigen Standpunkt Zwinglis verlassen.

Die filigranen theologischen Diskussionen um Transsubstantation und Konsubstantation halte ich für akademische Haarspaltereien. Ich mag das Heilsmysterium nicht auf dem Seziertisch der Dogmatiker sehen. Der Herrenleib in der Pathologie der Rechthaber - grausam! (aus: Forum Ad Gentes)
 

Verfasst von Gast am 14. Mai 2010 - 17:10.
Kommentar auf: Fehlinformation

@Ismael

Dann lassen Sie es mich anders ausdrücken: Ich glaube nur, dass ein geweihter...

Dann lassen Sie es mich anders ausdrücken: Ich glaube nur, dass ein geweihter Priester eine Konsekration bewirken kann, jedoch kein Laie.

Ist Ihnen bekannt, dass auch nicht alle Katholiken die Kommunion empfangen dürfen ?
Von der Kommunion ausgeschlossen sind alle Katholiken, die in schwerer Sünde leben, z.b. die wiederverheirateten Geschiedenen, die nicht enthaltsam leben, da diese sich in einem dauernden Ehebruch befinden.
Jeder Katholik sollte mindestens einmal im Jahr die sakramentale Beichte empfangen. Wer aus eigenem Verschulden an den gebotenen Sonn- und Feiertagsmessen nicht teilnimmt, begeht ebenfalls eine schwere Sünde. Ebenso Frauen, welche Verhütungsmittel verwenden oder Paare, die außerhalb der Ehe den Geschlechtsakt ausüben. Sie alle dürften eigentlich nicht den Leib des Herrn empfangen. Das Problem ist nur: die wenigsten Katholiken kümmern sich darum, weshalb es ihnen auch egal ist, wenn Nicht-Katholiken zur Kommunion gehen.

Verfasst von Ismael am 15. Mai 2010 - 14:36.
Kommentar auf: @Ismael

Ich spreche gut genug

Ich spreche gut genug katholisch, um das zu wissen. Aber das ist hier jetzt...

Ich spreche gut genug katholisch, um das zu wissen. Aber das ist hier jetzt gerade nicht das Thema. 

Verfasst von Gast am 14. Mai 2010 - 9:51.

Konversion jederzeit möglich !

Was ich nicht verstehe: Warum legen gerade die reformierten, protestantischen...

Was ich nicht verstehe: Warum legen gerade die reformierten, protestantischen Christen so viel Wert auf „Einheit“, wo doch aufgrund der Reformation erst die große Trennung kam ?
Warum nimmt man es nicht als „Fortschritt“ an, dass es so viele verschiedene „Angebote“ von christlichen Konfessionen gibt, wo doch jeder das finden müsste, was er sich wünscht ?
Wer aus tiefstem Herzen davon überzeugt ist, dass nur seine Konfession die „richtige“ ist, der will doch nicht das „Falsche“ einer anderen Konfession mitfeiern ?
In der Hl. Messe der Kath. Kirche wird NICHT das Abendmahl nachgestellt, sondern der Opfertod Christi gegenwärtig gesetzt. Der Opfergedanke wird doch von den reformierten Gemeinschaften abgelehnt !
Die Realpräsenz Christi in der konsekrierten Hostie wird doch von evangelischen UND von vielen katholischen (!) Christen nicht geglaubt ! DAS ist das eigentliche Problem. Wenn Katholiken selbst nicht wissen oder nicht glauben, worum es in der Eucharistie geht ! Selbstverständlich sagen diese dann: „Wir glauben doch alle an den gleichen Gott !“ Aber das ist überhaupt nicht der Punkt, auf den es ankommt. Es geht vielmehr darum, den Leib des Herrn von einem normalen „Stück Brot“ zu unterscheiden: „Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“(1 Kor 11,29)
Wenn man in der Katholischen Kirche die ehrfurchtsvolle knieende Mundkommunion beibehalten hätte, würden sicherlich weniger Leute die Kommunion empfangen wollen ! Aufgrund der Einführung der stehenden Handkommunion wurde der wesentliche Unterschied zum evangelischen Abendmahl verwischt.
Das Problem der gemischt-konfessionallen Ehe ist mir sehr gut bekannt aus meiner nahen Verwandschaft (Eltern, Onkel).
Jedem evangelischen Christen, der davon überzeugt ist, dass nur ein geweihter Priester die Konsekration vollziehen kann, wird deshalb dorthin konvertieren, wo es das Weihepriestertum noch gibt ! Alles andere zeugt eher von Nichtwissen oder Respektlosigkeit gegenüber dem Andersartigen .

Verfasst von Ismael am 14. Mai 2010 - 11:44.

Problem Amtsverständnis

...""dass nur ein geweihter Priester die Konsekration vollziehen kann...

...""dass nur ein geweihter Priester die Konsekration vollziehen kann""...

Dieses, lieber Gast, ist der eigentliche Knackpunkt, und eben nicht die Frage der Realpräsenz. Die evangelische Kirche kennt kein Sakrament der Priesterweihe. Nach katholischer Lehre ist eine Priesterweihe für den Zelebranten der Eucharistie notwendig, damit diese "gültig" gefeiert werden kann. Nach evangelischer Lehre kann im Prinzip jeder getaufte Christ der Eucharistiefeier (= Abendmahl) vorstehen.

Der Zusammenhang von Petrusamt (Papst) - apostolischer Zukzession - Priesterweihe - Eucharistie begründet sehr viel vom katholischen Selbstverständnis. Daran zu sägen, würde das Kirchenverständnis und damit die katholische Identität beschädigen. Deshalb -  und nur deshalb! - geht es im Ökumenischen Gespräch auf Leitungsebene nicht weiter.

Das braucht die katholische Kirche jedoch nicht daran zu hindern, zumindest in bestimmten Situationen eucharistische Gastfreundschaft zu gewähren. In der Praxis ist das ja auch schon Gang und Gebe.

Beispielsweise von einem evangelischen Familienmitglied die Konversion zu verlangen, damit die Familie gemeinsam zum Tisch des Herrn treten kann, ist schlichtweg Erpressung und deshalb unlauter.

Verfasst von Gast am 14. Mai 2010 - 19:16.
Kommentar auf: Problem Amtsverständnis

@Ismael: Konversion

Sie haben mich sicherlich falsch verstanden: Ich habe nicht gesagt, dass...

Sie haben mich sicherlich falsch verstanden: Ich habe nicht gesagt, dass irgendjemand zur Konversion erpresst werden soll, sondern: "Jedem evangelischen Christen, der davon überzeugt ist, dass nur ein geweihter Priester die Konsekration vollziehen kann, wird deshalb dorthin konvertieren, wo es das Weihepriestertum noch gibt !" Es geht also nicht um Erpressung, sondern um die persönliche Überzeugung.
Eine gute Bekannte von mir (ehemals evangelisch ) hat diesen Schritt getan. Ihr Ehemann und beide Kinder sind katholisch. Durch ihre Familie hat diese Frau den katholischen Glauben kennengelernt und wollte aus Überzeugung (!) konvertieren. Bis dahin blieb sie immer, wie es sich gehört, bei der Kommunion am Platz sitzen. Die katholische Heilige Messe ist nicht in erster Linie ein Gemeinschaftserlebnis; im Mittelpunkt steht vielmehr unser Herr Jesus Christus, dessen Tod und Auferstehung wir feiern und dessen Kreuzesopfer bei der Wandlung in unblutiger Weise gegenwärtig gesetzt wird.

Verfasst von Ismael am 15. Mai 2010 - 14:39.
Kommentar auf: @Ismael: Konversion

eucharistisch Gastfreundschaft

Ich meine jedoch, das die RKK den nichtkatholischen Familienmitgliedern, die...

Ich meine jedoch, das die RKK den nichtkatholischen Familienmitgliedern, die diesen Schritt nicht gehen wollen, eucharistische Gastfreundschaft gewähren sollte. Das ist ja auch vielerorts Praxis.

Verfasst von Gast am 15. Mai 2010 - 22:23.

Gastfreundschaft gewähren

Es geht bei der Teilnahme an der Kommunion nicht um das Gewähren von...

Es geht bei der Teilnahme an der Kommunion nicht um das Gewähren von Gastfreundschaft. Niemand hat ein "Recht" auf den Empfang der Kommunion. Bei den Zulassungsbedingungen geht es um den Schutz des Allerheiligsten, weshalb auch für Katholiken strenge Regeln für den Kommunionempfang gelten. Die Tatsache, dass es sehr viele Katholiken gibt, die sich an diese Regeln nicht halten, bedeutet nicht, dass deshalb die Bestimmungen abgeschafft werden müssen.
Nur weil viele Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, würde auch niemand auf die Idee kommen, die Tempolimits abzuschaffen. Schließlich geht es um die Sicherheit jener, die sich an die Regeln halten.
So geht es auch bei den Zulassungsbestimmungen zur Kommunion um das Seelenheil jener, welche die Kommunion empfangen. Wer sich über diese Bestimmungen im Ungehorsam hinwegsetzt, muss das vor Gott rechtfertigen.
Kein Priester lässt sich von den Kommunizierenden den Taufschein zeigen oder prüft nach, ob alle Voraussetzungen für einen würdigen Kommunionempfang erfüllt sind.
Dass es "vielerorts Praxis" ist, sich über die Vorgaben der Katholischen Kirche hinwegzusetzen, dass es viele katholische Priester gibt, die im Ungehorsam handeln, ist kein Geheimnis. Auch wenn ein Regelverstoß noch so häufig vorkommen mag, ist dies kein Grund zur Aufhebung der Regel.

... womit sich der Kreis schließt und wir wieder beim Respekt gegenüber dem Andersartigen wären !

Ihnen und allen Lesern Gottes reichen Segen !

Verfasst von Ismael am 17. Mai 2010 - 9:12.

Gastfreundschaft ist möglich!

Weihbischof Dr. Jaschke (Erzbistum Hamburg), der übrigens bei Ratzinger...

Weihbischof Dr. Jaschke (Erzbistum Hamburg), der übrigens bei Ratzinger promovierte, ist da ein großes Stück weiter: 

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke meint: Nicht-katholische Christen sind zur katholischen Eucharistiefeier eingeladen, wenn es ihr Gewissen zulässt.

München (kath.net/idea) Nicht-katholische Christen sind zur katholischen Eucharistiefeier eingeladen, wenn es ihr Gewissen zulässt. Für die Kirchen als Ganzes sei die Einheit und damit die gemeinsame Mahlfeier jedoch noch nicht möglich. Das meinte der katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) bei einem Podium zu Eucharistie und Abendmahl auf dem Ökumenischen Kirchentag am 14. Mai in München. Die Eucharistie sei für Katholiken das Allerheiligste, das man zwar ohne Angst, aber mit Furcht und Zittern feiere, so Jaschke. Ein Nicht-Katholik, der ehrfürchtig, in guter Haltung und nicht provozierend hinzutrete, werde von einem katholischen Priester nicht abgewiesen.


 
http://www.kath.net/detail.php?id=26733

Verfasst von Gast am 12. Mai 2010 - 21:39.

2. Ökumenischer Kirchentag

Der Stillstand muss aufgebrochen werden – Nicht Gleichheit ist das Ziel,...

Der Stillstand muss aufgebrochen werden –

Nicht Gleichheit ist das Ziel, sondern Einheit!

Der ökumenische Dialog hat sich an zwei entscheidenden Punkten festgefahren:

• Gegenseitige Anerkennung der Kirchen Jesu Christi
• Einladung zum und Anerkennung des eucharistischen Gastmahles

Für konfessionsverschiedene Paare ist es ein unerträglicher Zustand, dass zwar massenhaft Ehepartner verschiedener Konfessionen wechselseitig zu den Gottesdiensten gehen und im Allgemeinen auch am Mahl teilnehmen, aber die kath. Kirche dieses Selbstverständliche nach wie vor nicht erlaubt. In seinem öffentlichen Brief zum 5. Jahrestag des Benedikt-Pontifikats mahnt H. Küng zu Recht die Bischöfe, sich nicht immer nur zu kritiklosen Claqueuren vom Papst degradieren zu lassen, sondern sich auch – wie es zunächst in den Konzilspapieren verankert war und im CIC vom Papst wieder gestrichen wurden – auch als Stellvertreter Gottes zu empfinden und mutig – dem Beispiel des Paulus beim Jerusalemer Konzil nachahmende – dem heutigen Petrus unmissverständlich zu widersprechen. Denn die Bischöfe und die unzähligen Christen, die auf ein gemeinsames Herrenmahl warten, können den Papst und seine das ökumenische Mahl verhindernde Entourage auf nichts „Heiligeres“ hinweisen, als auf das Neue Testament; denn dort finden sich:

• Berichte von der Einsetzung und der frühen Praxis des Heiligen Abendmahls in Anknüpfung an Pesach mit dem „Brot der Freiheit“ (Mk 14,12-25)

• in der Apostelgeschichte 3, 42-47

• und im ersten Korintherbrief des Apostels Paulus (11, 17-34)

Notwendig ist es, alle Texte im Zusammenhang zu lesen, und zwar auch in Verbindung mit der Fußwaschung, dem Brotbrechen und dem Liebesgebot sowie dem Weinstock-Reben-Vergleich (Joh 12, 33-35 ; 15, 1-17)

All diese Texte machen uns Menschen im 21. Jahrhundert sehr deutlich, dass zwischen der kath. Kirche und den Kirchen der Reformation das einander Verbindende deutlich überwiegt und das noch Trennende keine Spaltung mehr rechtfertigt. Eine solche von vielen Theologen konfessionsübergreifend vertretene Meinung setzt allerdings voraus, dass das fatale Schreiben des Papstes (Dominus Jesus) aus dem Jahre 2000 zurückgezogen wird und die anmaßende Bezeichnung der Kirchen der Reformation als „kirchliche Gemeinschaften“ auf dem Müllhaufen der Kirchengeschichte entsorgt wird. Der Leitsatz für jedes ökumenische Gespräch der christlichen Kirchen untereinander kann nur noch lauten : Extra christum, nulla salus! Die katholische Kirche muss endlich auf jede Depotenzierung der Reformationskirchen verzichten und sich von ihrem Grundsatz : Extra ecclesiam, nulla salus und sich zugleich damit einhergehend von ihrer Verweigerungshaltung eines auf Augenhöhe erforderlichen Dialogs verabschieden. Wer sich von nicht mehr von der Bibel zu legitimierenden Blockade-, Macht- und Überlegenheitsdenken verabschieden kann, der muss sich ernsthaft fragen lassen, ob er ein „Warten auf Godot“ zur Gesprächsleitlinie werden lassen möchte.

Den Papst und alle, die eine gemeinsame Mahlfeier glauben verhindern zu müssen, sollten immer wieder mit folgenden Selbstverständlichkeit konfrontiert werden:

• „Jesu Tisch kannte keine Zulassungsprobleme außer der Frage, ob einer sich treffen ließ von der Liebe Jesu.“(Ernst Lange) Die von der kath. Kirche vorgenommenen Sanktionen gegen die kath. Theologen Gotthold Hasenhüttl und Bernhard Kroll bedürfen einer sofortigen Rücknahme; denn sie haben nur das getan, was für Jesus als selbstverständlich und Gemeinschaft mit Gott stiftend immer wider praktiziert hat. Die kath. Kirche steht nicht über dem eucharistischen Gastmahl, sondern in seinem Dienst. Sie „verfügt“ nicht über das Herrenmahl. Vielmehr ist sie und bleibt sie stets Empfangende, auch wenn sie es ist, die die Einladung zum Tisch des Herrn in seinem Namen ausspricht.

• Im Gegensatz zur Dominus-Jesus-Aussage von Johannes Paul II. bleibt jedoch festzustellen, dass durch die Taufe alle Christen Anteil an der „einen“ Kirche Christi haben und dass durch die gegenseitige Anerkennung der Taufe alle Christen zu der einzigen Kirche Jesu Christi gehören. Nach 1. Korinther 12,13 ist die Taufe Eingliederung in den Leib Christi und nicht nur in eine Konfessionskirche. Nach dem Ökumenismusdekret des 2. Vatikanischen Konzils begründet die Taufe „ein sakramentales Band der Einheit“ zwischen den getrennten Christen (Nr. 22). Die katholische Kirche muss sich daran erinnern lassen, dass die Grenzen des Leibes Christi weiter sind als die Grenzen der eigenen Kirche!

Es ist theologisch unzulässig und pastoral problematisch, wenn sich die katholische Kirche auf den Willen Jesu oder die ungebrochene Tradition der Kirche beruft, um ökumenisches Miteinander bei der Abendmahls- und Eucharistiefeier zu unterbinden. Entscheidend dagegen ist für die Nachfolger Jesu, dass Menschen sich seiner erinnern, seine Gegenwart in Wort und Sakrament feiern und versuchen, seine Botschaft in der Welt erfahrbar werden zu lassen.

Der Braunschweiger Landesbischof Weber schildert aus evangelischer Perspektive nach meiner Ansicht zutreffend, wie weite Kreise der kath. Kirche sich Ökumene vorstellen:

„Die katholische Kirche ist bereit, ihre Tür zu vergrößern, damit auch der evangelische Schrank in ihr Haus passt.
Aber die Struktur des Hauses ist nach ihrer Überzeugung von Gott vorgegeben in der Gemeinschaft der Bischöfe als Nachfolger des Apostelkollegiums mit dem Papst als seinem Haupt. Und erst wenn über die Struktur des Hauses, also über das Verständnis von Kirche, Einheit herrscht, dann ist auch die gemeinsame Feier des Abendmahles als Ausdruck dieser Gemeinschaft möglich. Die Abendmahlsgemeinschaft ist hier also Endpunkt einer ökumenischen Entwicklung.“

Festzuhalten bleibt, dass die wesentlichen Merkmale der Kirche die Wortverkündigung und die Sakrament sind. So heißt es auch in der Confessio Augustana:

„Est autem ecclesia congregatio sanctorum, in qua evangelium pure docetur et recte administrantur sacramenta."

Die Kirche ist also die Versammlung der Gläubigen, in der das Evangelium rein gelehrt und die Sakramente richtig verwaltet werden. Auf dieser Grundlage ist eine Vielfalt von Kirchenverständnis möglich.

Kardinal Walter Kasper hat das Ziel der Ökumene wie folgt formuliert : "Das Ziel der Ökumene ist die sichtbare Einheit, die keine uniformistische Einheitskirche ist, sondern Raum gibt für die legitime Vielfalt der Geistesgaben, Traditionen, Spiritualität und Kulturen.“ Einer solchen Formulierung kann man nur zustimmen , zumal sie sich von der Formulierung einer „Wischiwaschi-Ökumene“ des Regensburger Bischofs Müllers wohltuend und zugleich zukunftsweisend abhebt.

Keine Kirche einfach das Erbe ihrer Väter und Mütter im Glauben aufgeben. Im Bereich der Ökumene geht es nicht um einen Weg aus der Wahrheit heraus, sondern um einen Weg tiefer in sie hinein. Die von so vielen Christen herbeigesehnte Ökumene kann nur bedeuten, dass die angestrebte Einheit eben nicht darin besteht, dass eine Kirche ihre Eigenheiten aufgibt, dass Ökumene keine „Gleichmacherei“ anstrebt, sondern dass beide Kirchen, beide Traditionen sich gegenseitig bereichern können, dass beide sich in ihrer Verschiedenheit akzeptieren und schätzen und als „vollgültig“ anerkennen, dass beide darauf verzichten, sich als Besitzer der alleinigen Wahrheit zu wähnen und sich stattdessen als Suchende, als auf dem Weg Seiende verstehen.

Ökumene will kein Verarmungsprozess sein, bei dem man sich auf den geringsten gemeinsamen Nenner einigt; Ökumene will und muss als ein Lern- und Mehrungsprozess verstanden werden, bei dem alle Beteiligten voneinander lernen. Keine Konfession darf und soll ihre Identität aufgeben müssen; zu der Vorstellung von einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ gibt es, wenn alle Beteiligten wahrhaftig und ernsthaft den Gedanken der Ökumene verwirklichen möchten, keine Alternative!

Paul Haverkamp, Lingen

Verfasst von Ismael am 12. Mai 2010 - 16:02.

Eucharistische Gastfreundschaft

Ich habe in diesem Forum mal einen vorsichtigen Vorschlag zu einem m. E....

Ich habe in diesem Forum mal einen vorsichtigen Vorschlag zu einem m. E. gangbaren Weg für zumindest eine gewisse Öffnung gemacht.

 

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