Religionen - Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag. Die Gläubigen bitten zum Abschluss der zehn Bußtage, die auf das Neujahrsfest folgen, um die Vergebung ihrer Sünden.
Weltweit feiern die Juden am Dienstag Jom Kippur ("Tag der Versöhnung"). Am wichtigsten jüdischen Festtag stehen Reue, Buße und Umkehr im Mittelpunkt, die Gläubigen erhoffen sich die Vergebung ihrer Sünden. Jom Kippur bilden den Höhepunkt und Abschluss der zehn Bußtage, die auf das Neujahrsfest Rosch Haschana folgen. Nach dem jüdischen Kalender begann mit Rosch Haschana ("Kopf des Jahres") am 1. Tischri (19. September) das Jahr 5770.
Jom Kippur wird als Fasttag mit großem Ernst begangen. Der Gottesdienst dauert den ganzen Tag. Viele Juden tragen dabei weiße Sterbegewänder. Vom Vorabend bis zum Sonnenuntergang des folgenden Tages soll auf Essen, Trinken und Baden verzichtet werden. Die erste Mahlzeit nach dem Fasten hat festlichen Charakter, und man wünscht sich ein gutes Jahr. Im Christentum gibt es keine direkte Entsprechung zum Versöhnungstag; am nächsten kommt ihm der evangelische Buß- und Bettag im November.
Der sprichwörtliche Sündenbock
Die Ursprünge von Jom Kippur werden im 3. Buch Mose (Kapitel 16) beschrieben. In biblischer Zeit war der Versöhnungstag der einzige, an dem der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels betrat, um es mit Opferblut zu besprengen. Zudem lud man die Sünden des Volkes symbolisch auf einen Bock, der dann in die Wüste geschickt wurde. Darauf geht der sprichwörtliche Sündenbock zurück. Seit der Zerstörung des Tempels sind diese Handlungen nicht mehr möglich. Dennoch blieb der Gedanke des Tages erhalten.
In Israel wird am Jom Kippur auch an die Opfer des Krieges von 1973 erinnert, als das Land am Versöhnungstag von Ägypten und Syrien angegriffen wurde. Der Termin war bewusst gewählt worden, um die am Feiertag vermeintlich eingeschränkte Einsatzbereitschaft der israelischen Armee zu nutzen. Der Jom-Kippur-Krieg dauerte vom 6. bis 24. Oktober 1973. Israel ging nach Anfangserfolgen der arabischen Gegner als Sieger hervor. Bei den Gefechten starben mehr als 2.500 israelische Soldaten.







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