Wittenberg - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre frühere Ratsvorsitzende Margot Käßmann mit einer neuen Aufgabe betraut. Die 53-jährige Theologin wird Botschafterin für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017, sagte ein EKD-Sprecher dem epd am Dienstag in Hannover.
Margot Käßmann solle die neue Tätigkeit im Auftrag des Rates der EKD im kommenden Frühjahr antreten. Am Freitag wollen der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und seine Vorgängerin bei einer Pressekonferenz in Berlin über Einzelheiten informieren.
Die langjährige Bischöfin der hannoverschen Kirche war 2009 zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt worden und hatte im 24. Februar 2010 alle kirchlichen Ämter niedergelegt, nachdem sie mit dem Auto unter Alkoholeinfluss eine rote Ampel überfahren hatte. Käßmann lehrt derzeit als Professorin an der Ruhr-Universität Bochum. Am vergangenen Wochenende hatte der Rat der EKD die Berufung Käßmanns beschlossen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland ordnet derzeit die Zuständigkeiten für das Reformationsjubiläum 2017, bei dem der 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther in Wittenberg gefeiert wird. Der bisherige Vertreter der EKD in Wittenberg, Prälat Stephan Dorgerloh, war vor wenigen Wochen als Kultusminister in die Landesregierung von Sachsen-Anhalt gewechselt.








Kommentare
Da will bei mir...
...keine rechte Begeisterung aufkommen. Ich habe Frau Käßmann immer sehr geschätzt, als sie noch Bischöfin meiner Landeskirche gewesen ist. Und ja, auch die Alkoholfahrt kann und sollte man als Christ einem Menschen irgendwann verzeihen - auch wenn es natürlich nicht gerade ein Aushängeschild ist. Was mir nicht so richtig gefallen will, ist dieser Hauch von Populismus, der in ihren Reden neuerdings immer mitschwingt. Das erste "Nichts ist gut in Afghanistan" war gut und richtig. Aber irgendwann und irgendwie muss es auch weitergehen. Ich kann doch nicht allen Ernstes den Abzug des Westens aus Afghanistan fordern, wohl wissend, dass ich damit das Todesurteil für jeden Afghanen unterschreibe, der am Aufbau demokratischer Strukturen oder an der Öffnung des Bildungswesens für Frauen mitgewirkt hat. Ich kann etwas falsch finden, muss aber auch Alternativen bieten können. Das "Beten mit den Taliban", wie auf dem Kirchentag vorgeschlagen, ist augenscheinlich keine. So einfach geht es im Leben nicht - das wusste auch Luther (man denke nur an seine Rolle im Bauernkrieg).
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Tut mir leid
Tut mir leid, lieber Ostsachse, mein Kommentar war an die falsche Stelle gerutscht. Ich finde es auch wohltuend sachlich, wie Sie von Frau Käßmann sprechen ohne zu beschönigen. Also, ich bin ganz Ihrer Meinung und finde, die Schnabelwetzer sollten sich mal die Schnäbel woanders wetzen.
Kommentare
Also, diese Kommentare finde ich nur noch peinlich. Wie war das mit dem ersten Stein?
Das Foto ist selbst
Das Foto ist selbst entlarvend.
Zwei "Große" und der kleine (zu tätschelnde) Luther.
So ein Foto passiert einem nicht.
So eine "Kunstinstallation" auch nicht.
Das ist die Tragödie.
Der EKD ist nicht mehr zu
Der EKD ist nicht mehr zu helfen.
Vielleicht sollte man dort mal anfangen, vernünftige Personalpolitik zu machen. Es gibt sehr wohl gute Theologen, die obendrein auch öffentlichkeitswirksam sind / sein könnten. Dafür müsste man aber mal aufhören im im Club der Hochgeschwemmten zu schwimmen, sich gegenseitig mit Posten zu versorgen.
eine außerordentlich
eine außerordentlich bedauerliche Entscheidung
Martin Luther und Philipp
Martin Luther und Philipp Melanchthon wären mit dieser Wahl ganz sicher nicht einverstanden.
Schade, wirklich schade!
Schade, wirklich schade!
Reformationsjubeldekade
Ich meine, diese Personalie war für die EKD nahezu "alternativlos" (auch wenn das im Grunde als ein christliches "Unwort" gilt, wohl zu Recht).
Nur Margot Käßmann ist sowohl innerhalb des dt. Protestantismus wie auch außerhalb aller kirchlichen Kreise bekannt und enorm populär; wenn die Ev. Kirche dies nun gezielt für das m.E. sehr wichtige Refprmationsjubiläum nutzen will, halte ich dies für eine gute Sache!
Ich hoffe nur, dass die derzeitige Honorarprofessorin und öffentlich selbsterklärte Gutmenschin nicht dem - von mir böswillig konstatierten - Selbstdarstellungsfieber erliegt, wie man es bei Ihr seit Ihrer Wahl zur Ratsvorsitzenden 2009, und auch nach Ihrem Rücktritt im Folgejahr feststellen durfte.
Die Lutherdekade hat aber wohl dank Frau Käßmann nun deutlich bessere Chancen, ein großer & medienwirksam begleiteter Event für alle (auch nichtreligiösen) Deutschen zu werden; die Reformation gilt mir als eine wahre kulturelle Errungenschaft, die nicht in Vergessenheit geraten darf! Von der internationalen Bedeutung ganz zu schweigen, in USA z.B. wird lutherische Theologie traditionell hoch geschätzt.
Eine Schande für die EKD und
Eine Schande für die EKD und die Kirchen der Reformation
Es ist einfach peinlich.
Es ist einfach peinlich.
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