Karfreitag in die Oper? Nicht zu Madame Butterfly

Die Aalto-Oper in Essen

Das Foyer der Aalto-Oper in Essen, in der am Karfreitag "Madame Butterfly" nach einem Verbot des Ordnungsamtes nicht gezeigt wird. Foto: Dorothea Schmid/Agentur laif

Interview - Feiertagsstreit im Ruhrgebiet: Die Stadt Essen hat Puccinis Oper "Madame Butterfly" am Karfreitag verboten. Damit folgt sie einer Weisung der Bezirksregierung Düsseldorf, die auf das NRW-Feiertagesgesetz verweist. Auch andere Städte in der Region verbieten jetzt Theateraufführungen. Der Essener Superintendent Irmenfried Mundt erklärt, warum Stille Feiertage für unsere Gesellschaft wichtig sind.

Die Fragen stelle Ralf Peter Reimann

Muss das Ordnungsamt die öffentliche Ruhe am Karfreitag durch Kontrollen sicherstellen?

Irmenfried Mundt: Zunächst: Die Evangelische und die Katholische Stadtkirche in Essen haben die vergleichsweise restriktive Durchsetzung des NRW-Feiertagsgesetzes in unserer Stadt nicht gefordert. Und natürlich setzen wir viel lieber auf die Einsicht der Kultur- und Unterhaltungsbranche, welche Formen von Veranstaltungen am Karfreitag angemessen sind - und welche eben nicht.

Die Neufassung des NRW-Feiertagsgesetzes stammt aus dem Jahre 1989. Ist es tatsächlich heute noch angebracht, an stillen Feiertagen wie Karfreitag, Allerheiligen und Ewigkeitssonntag bzw. Allerheiligen neben Märkten und Sportveranstaltungen auch "alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz von 5 Uhr bis 18 Uhr" zu verbieten?

Irmenfried Mundt: Dass das Wissen über christliche Gebräuche und Sitten in unserer Gesellschaft zurückgeht, bedeutet nicht, dass der respektvolle Umgang mit religiösen Grundüberzeugungen aufgegeben werden sollte. Ein Gesetz mag hilfreich sein, um Grenzen zu setzen, die nicht überschritten werden sollten, und um Verletzungen zu verhindern, die sehr weh tun können. Der Verzicht auf öffentliche Tanzveranstaltungen am Ewigkeitssonntag zeigt den Menschen, die sich an einen lieben Verstorbenen erinnern, ja vor allem: Wir respektieren deine Trauer, deine Fragen und deine Verzweiflung. Du musst dich mit deiner Traurigkeit nicht einsam in deinem Zimmer verstecken, sondern kannst, wenn du willst und es dir hilft, mitten unter uns sein.

Mit dem Karfreitag ist es ganz ähnlich: Stilles Gedenken an das Leben und Sterben Jesu, eine Andacht zur Erinnerung an die Todesstunde Jesu hinter der einen, munterer Gesang und Tanz hinter der anderen Tür oder sogar auf dem Platz davor - das passt für mich nicht zusammen. In diesem Sinne ist die Feiertagsruhe wie ein öffentliches Zeichen, dass wir einander respektieren und auch annehmen.

Man könnte ja auch argumentieren, solange der Gottesdienstbesuch nicht gestört ist, kann sich jeder vergnügen, wie er möchte. Eine Opernaufführung in geschlossenen Räumen stört doch keinen Gottesdienst. Geht es bei der Feiertagsfrage auch darum, wie christlich unsere Gesellschaft noch ist?

Irmenfried Mundt: Immerhin: Zwei Drittel der Menschen, die in Deutschland leben, gehören einer christlichen Kirche an. Und obwohl viele von ihnen vielleicht nur einmal im Jahr in die Kirche gehen, obwohl die Bindung an die Institution Kirche insgesamt nachlässt, prägt die christliche Tradition das Zusammenleben in unserer Gesellschaft auch heute noch in vielfältiger Hinsicht. Und wie für jede Gesellschaft, so ist es auch für die unsere wichtig, sich regelmäßig darüber zu verständigen, auf welche Traditionen, Wurzeln und fundamentale Einsichten unser gemeinschaftliches Leben gründet.

Der Karfreitag, die Botschaft des Leidens und Sterbens Jesu, hat so viel mit unerschütterlicher Liebe, mit Menschlichkeit, mit der Fähigkeit zum Mitleiden und Mitfühlen, mit dem Umgang von Versagen, Schuld und Vergebung zu tun. Daraus erwachsen christliche, aber darüber hinaus auch allgemein menschliche Impulse und Gedanken, die unserer Gesellschaft insgesamt gut tun, die den Zusammenhalt, den Respekt der Menschen voreinander fördern - wir sollten sie bewahren!

Kirchliche Feiertage sind Ankerpunkte für die Gesellschaft

 

Weshalb braucht unsere Gesellschaft überhaupt eine allgemeine Feiertagsruhe?

Irmenfried Mundt: Bei Klärung dieser Frage kann die aktuelle Diskussion über die Karfreitagsruhe sogar sehr hilfreich sein. Denn: In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben? In einer Gesellschaft, in der alles an allen Tagen möglich - und damit dann auch nahezu beliebig ist? Dann verlieren gesetzlich geschützte Feier"tage" jeden Sinn, dann können wir den Karfreitag streichen und das Weihnachtsfest gleich mit - so, wie es mit dem Buß- und Bettag vor Jahren schon geschehen ist.

Auch in dieser Hinsicht gilt deshalb unser grundsätzlicher Appell: Nutzt die kirchlichen Feiertage, wie den Karfreitag oder auch den Totensonntag, als Ankerpunkte im Jahresablauf. Nutzt diese festen, regelmäßigen Zeiten, um Innen- und Gottesschau zu halten, um sich auf das zu konzentrieren, was uns im Leben trägt, auch dann, wenn uns der Boden unter den Füßen schwankt - ob dies nun durch ferne Naturkatastrophen hervorgerufen wird, durch Bürgerkriege oder durch die Gewalt um die Ecke. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass die Passionszeit, das Nachspüren des Leidensweges Christi, viele Menschen heute stark bewegt. Der Zulauf, den zum Beispiel unsere Fastengruppen schon seit Jahren verspüren, zeigt uns, wie wichtig und wohltuend das für viele Menschen ist. Wenn wir das nicht am Karfreitag in Erinnerung rufen - wann dann?

Wie werden Sie persönlich den Karfreitag begehen?

Irmenfried Mundt: Ich brauche am Karfreitag nicht selbst zu predigen, werde aber einen Gottesdienst in einer Kirche besuchen. Am Abend werde ich mir gemeinsam mit meiner Frau eine Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach anhören - ich freue mich schon lange auf dieses herausragende Konzert, das die tiefe Wirkung und die Bedeutung der Karfreitagsbotschaft in unvergleichlicher Art musikalisch widerspiegelt.


Irmenfried Mundt, Jahrgang 1949, ist Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Werden und Superintendent des Kirchenkreises Essen.

Kommentare

Verfasst von Gast am 24. April 2011 - 6:05.

Hristos voskresen, Hristos a

Hristos voskresen, Hristos a inviat, Christos anestesen. Christus ist...

Hristos voskresen, Hristos a inviat, Christos anestesen.
Christus ist wahrhaftig auferstanden!

Gelobt sei unser HERR, Jesus Christus!
Gelobt sei die heilige Dreifaltigkeit!

Frohe Ostern!

Verfasst von Gast am 22. April 2011 - 1:52.
Kommentar auf: Konsequenter Weise ...

Ja, so ist es: auch die

Ja, so ist es: auch die Fernseher müssen wir abschalten. So ist es.

Ja, so ist es: auch die Fernseher müssen wir abschalten. So ist es.

Verfasst von Gast am 20. April 2011 - 8:57.

Karfreitag Veranstaltungsverbote

Wie kann es sein, daß eine immer kleiner werdende Glaubensgemeinschaft sich zum...

Wie kann es sein, daß eine immer kleiner werdende Glaubensgemeinschaft sich zum Sprecher der Gesamtbevölkerung macht? Ist es nicht langsam Zeit, auch für die evangelische Kirche, sich der Zukunft zu stellen und dem tatsächlichen Gefüge der Gesellschaft zu entsprechen? Was heute wieder z.B. Nikolaus Schneider dem WDR im Interview mitteilte, zeugt von vollkommener Ignoranz der Tatsachen gegenüber und das der sicherlich größte Teil der Bevölkerung die kirchlichen Feiertage nutzen werden, wie es Ihnen passt (keine innere Einkehr, kein Verharren in Erfurcht und Glauben,...). Die Menschen werden die Sonne genießen, Musik hören (es gibt nämlich auch Tonträger!), Ausflüge machen, grillen (und nicht nur Fisch), mit Freunden treffen und lachen, u.v.a.m.
Ich werde mit meiner Frau eine Cabriotour machen und vielleicht im Bereich von Kirchen meine Rockmusik auf volle Pulle drehen!
Frohe Ostern

Verfasst von bundesbedenkent... am 26. April 2011 - 1:49.
Kommentar auf: Kein Problem

Und weiter? Führen wir dann

Und weiter? Führen wir dann der Gleichberechtigung wegen den Darwin-Tag f...

Und weiter? Führen wir dann der Gleichberechtigung wegen den Darwin-Tag für Schmidt-Salomon-Anhänger und das Opferfest für Muslime als Feiertag ein? Die festtägliche Vielfalt wird unüberschabar werden.

Verfasst von bundesbedenkent... am 20. April 2011 - 18:59.

Ich werde mit meiner Frau

Ich werde mit meiner Frau eine Cabriotour machen und vielleicht im Bereich von...

Ich werde mit meiner Frau eine Cabriotour machen und vielleicht im Bereich von Kirchen meine Rockmusik auf volle Pulle drehen!

Sehr erwachsen. Frohe Ostern ebenso.

Verfasst von Gast am 20. April 2011 - 18:49.

Kein Wunder, daß der

Kein Wunder, daß der Atheismus hier fröhliche Urstände feiert. HERR, erbarme...

Kein Wunder, daß der Atheismus hier fröhliche Urstände feiert.

HERR, erbarme dich!

Verfasst von bundesbedenkent... am 18. April 2011 - 21:10.

INteressante Argumentation.

INteressante Argumentation. Demnach würdest Du auch nie mehr in ein...

INteressante Argumentation. Demnach würdest Du auch nie mehr in ein Krankenhaus gehen. Weil: Krankenhäuser haben ja am Karfreitag auch auf, und wenn die Öffnung der Theater (die heute übrigens keinen Bezug mehr zu anderen Göttern haben) am Karfreitag bedeutet, daß diese "gegen die Nachfolge Christi" stehen, dann doch die Krankenhäuser erst recht, die es auch schon zu Zeiten taten, als Theater noch geschlossen waren zu Karfreitag.

Konsequenterweise dürftest Du also nichts mehr in Anspruch nehmen, was am Karfreitag funktioniert, inklsive Telefon, Internet und Straßenbahn.

Verfasst von bundesbedenkent... am 20. April 2011 - 19:06.

Gut, ich seh schon:

Gut, ich seh schon: Krankenhaus passt Ihnen nicht. Wie wär es mit dem...

Gut, ich seh schon: Krankenhaus passt Ihnen nicht. Wie wär es mit dem Beispiel der ÖPVN? Es geht doch nicht um das Beispiel, osndern das dahinterliegende Prinzip. Was stört sie denn, wenn andere, weit weg in der Disco tanzen? Sie können derweil ohne weiteres Ihren Karfreitag so begehen, wie es Ihnen entspricht. Wo ist das Problem? UNd wenn die Tänzer ins nahe Ausland gingen, könnten Sie sie auch nicht hindern.

Verfasst von Eberhard am 18. April 2011 - 6:11.

Karfreitag

Es ist verboten, am Karfreitag zu tanzen. Es ist verboten, öffentlich Musik zu...

Es ist verboten, am Karfreitag zu tanzen. Es ist verboten, öffentlich Musik zu verbreiten. Diese Doppelmoral gehört verboten: man lese nur einmal das Fernsehprogramm an diesem und an den Ostertagen! Ach du lieber Gott!

Verfasst von bundesbedenkent... am 15. April 2011 - 20:23.

Für Rheinland-Pfalz und

Für Rheinland-Pfalz und Wiesbaden gibt es jetzt Petitionen für die...

Für Rheinland-Pfalz und Wiesbaden gibt es jetzt Petitionen für die Abschaffung des Tanzverbots (aus mir unerfindlichen Gründen wird das nciht für alle Feiertage verlangt, aber sei's drum). Ich hab die Links auf meinem Blog gesammelt:

http://bundesbedenkentraeger.wordpress.com/2011/04...

@Pascal:

Niemand will Dir nehmen, wie Du den Karfreitag begehst. Aber stört es Dich wirklich, wenn andere Menschen an anderen Orten in Deutschland tanzen gehen? Mensche, die mit Jesus Christus und Seinem Tod in den meisten Fällen nichts anfangen können? Klar fühlst Du Dich da nicht verstanden, sie verstehen Dich auch nicht. Aber was bringt es, mit staatlichem Zwang ein Verhalten von ihnen zu erzwingen, als ob sie Dich verstünden?

Verfasst von Gast am 17. April 2011 - 3:13.
Kommentar auf: Für Rheinland-Pfalz und

alles zu seiner Zeit

Christus ist der Heiland der Welt. Und es ist vollkommen absurd, mit Christus...

Christus ist der Heiland der Welt.
Und es ist vollkommen absurd, mit Christus am Kreuz vor Augen zu tanzen.
Selbst die Volksmengen (oi ochloi), die bei der Kreuzigung Jesu anwesend waren und das Geschehen mit ansahen, senkten die Augen, schlugen sich wie der reumütige Zöllner im Tempel auf die Brust und gingen betroffen weg.
Was für steinerne Herzen müssen diejenigen haben, die - Christus am Kreuz vor Augen - fröhlich zu tanzen anfangen?
Ja, Christus besiegt durch Seinen Tod am Kreuz Tod, Teufel und Sünde, aber sichtbar wird das zu Seiner Zeit an Ostern.
Und diese Reihenfolge muß unbedingt auch eingehalten werden.
Andernfalls ist es schlicht und ergreifend taktlos.

Ich gebe ein vergleichbares Beispiel.
Beim Begräbnis einer Nachbarin waren sehr viele Menschen gekommen, ungefähr sechshundert. Da wurden dann auch sehr viele Reden gehalten, ungefähr sechs, sieben, acht.
Und da wurde dann auch darauf hingewiesen, wie schön es sei, daß die betreffende Nachbarin gestorben ist, weil nun bei diesem Anlaß die Möglichkeit gegeben sei, Euch das Evangelium zu sagen.

Freunde, natürlich soll das Evangelium gesagt und gepredigt werden. Doch muß das auf angemessene Weise geschehen. Da hat man zu respektieren, daß es hier zunächst um ein Sterben und um einen Toten geht.

Und selbstverständlich wollen wir dann am Tag der Auferstehung fröhlich sein. Aber eben alles zu seiner Zeit.
Es ist absurd, diese Selbstverständlichkeiten aufheben zu wollen.

Verfasst von Gast am 19. April 2011 - 14:18.

Der Punkt ist der, daß es

Der Punkt ist der, daß es angemessen bleibt, auch und besonders am Karfreitag...

Der Punkt ist der, daß es angemessen bleibt, auch und besonders am Karfreitag die eigenen Sünden zu beweinen.
Es mag ja sein, daß Sie, sehr geehrter Meinungsträger "Mühlstein", kein Bewusstsein hinsichtlich der eigenen Sünden besitzen. Darüber will und werde ich nicht urteilen. Es ist allerdings auch eine Tatsache, daß mit dem Grad der Frömmigkeit und Reife in der Regel vor allem auch das Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeit und Sündhaftigkeit wächst. Die ersten Beispiele sind da die heiligen Apostel Paulus und Petrus, und wir wissen, daß der Schüler niemals größer ist als der Lehrer. Wir gehören von Hause - im besten Fall - zu den Nachfolgern der heiligen Apostel. Wenn wir uns freilich von der Lehre der Apostel verabschieden und ihnen in Lehre und Leben nicht mehr nachzufolgen die Absicht haben sollten, dann ist uns ewige Verdammnis gewiß. Davor bewahre uns der HERR!
HERR, erbarme dich unser!

Verfasst von Gast am 20. April 2011 - 18:48.
Kommentar auf: unter die Gürtellinie

der Ostersonntag kein untergeordneter Feiertag

Sehr geehrter Diskussionsteilnehmer "Mühlstein"! Hinsichtlich Ihrer Anmerkungen...

Sehr geehrter Diskussionsteilnehmer "Mühlstein"!

Hinsichtlich Ihrer Anmerkungen betr. die untergeordneten Sonntage im Kirchenjahr ist hier festzustellen, daß die zitierten Aussagen sich z.B. in der Epistelesung zum Ostersonntag aus 1. Korinther 15 (Vers 11) finden: "Zuletzt ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der gerinsgte unter den Apostel, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe."
Der Ostersonntag freilich ist ganz gewiß kein sog. "untergeordneter Sonn- oder Feiertag."

MfG,
fröhliche Ostern,

ein Christ.

"Und sie schrien aus einem Munde Bibelkunde, Bibelkunde."

Verfasst von Gast am 20. April 2011 - 6:13.
Kommentar auf: unter die Gürtellinie

Die Dinge aufrichtig betrachten

Was Sie nun schreiben, ist nach meinem Eindruck tatsächlich Unsinn. Eine Sünde...

Was Sie nun schreiben, ist nach meinem Eindruck tatsächlich Unsinn. Eine Sünde ist eine Sünde, auch unabhängig von der dann später geschehenden oder nicht geschehenden Vergebung.
Wenn jemand gestohlen hat, dann ist das eine Sünde. Punkt. Und wenn jemand Hurerei betreibt oder die Ehe bricht, dann ist das eine Sünde, Punkt. Und so ist es mit allen Sünden.
Da kann man nicht kommen, daß mir diese Sünden erst zu Bewusstsein kommen, wenn sie mir vergeben werden. Nein, und nochmals nein. Und dann bleibt noch etwas festzuhalten:
Wenn mir dann die Sünden vergeben werden, nachdem ich tatsächlich davon gelassen habe, denn das ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dann bin ich immer noch der, dem diese Sünden vergeben wurden, d.h. es muß ein Bewusstsein in mir entstanden sein darüber, wie groß die Gnade ist, die mir durch die Sündenvergebung zuteil geworden ist. Was an diesen Überlegungen "unter der Gürtellinie" sein soll, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.
Ebenso wenig verstehe ich Ihre Ausführungen über die heiligen Apostel und "untergeordnete Tage im Kirchenjahr". Der Punkt, auf den ich mich in meinen Ausführungen bezogen haben, ist der Lebenslauf bzw. die Lebenserfahrung der beiden Säulenapostel. Bei Petrus gilt das von A bis Z, von seiner Berufung bis zur Wiederbeauftragung nach Ostern, bei Paulus ist es eine der wesentlichen Grunderfahrungen.
D.h. allerdings gerade nicht, daß wir einen ungnädigen Gott verkündigen. Aber wir müssen dabei schon ehrlich und aufrichtig sein. Deshalb können wir nicht Freudentänze aufführen, weil wir Sünder sind. Dieser Aspekt muß schon mitbedacht werden.

Verfasst von Gast am 20. April 2011 - 10:49.
Kommentar auf: Unter der Gürtellinie

Abschluss der Diskussion

Hinsichtlich des Begriffs Meinungstraeger: Der Begriff ist nicht ironisch...

Hinsichtlich des Begriffs Meinungstraeger:
Der Begriff ist nicht ironisch gemeint, sondern bezeichnet, was er sagt, naemlich, dass Sie hier eine Meinung haben, die Sie aeussern. Ein anderer Begriff war mir beim Verfassen dieser Zeilen nicht eingefallen. Wenn Sie dieser Begriff tatsaechlich stoeren sollte, so bitte ich um Verzeihung und suche nach einer andern Bezeichnung, die besser geeignet ist.
Zum zweiten: Ich habe Ihnen rein gar nichts hinsichtlich eventueller Suenden gesagt und auch ausdruecklich erklaert, dass ich mich mit diesem Thema weder befassen will noch kann.
Auf Ihren dritten Punkt muss ich nicht eingehen, weil Sie das nicht gemeint haben koennen. Mit Wahrsagern will ich mich nicht abgeben.
Und schliesslich, dass unklar sein soll, was Unzucht und Hurerei ist, halte ich fuer ein Maerchen. Eine solche Diskussion halte ich fuer unfruchtbar und werde sie darum hier abbrechen.

Verfasst von Gast am 21. April 2011 - 14:13.
Kommentar auf: letzter Beitrag

Das "Wahrsagen" bezieht sich

Das "Wahrsagen" bezieht sich auf den Umstand, daß etwas als "unter der...

Das "Wahrsagen" bezieht sich auf den Umstand, daß etwas als "unter der Gürtellinie" brandmarken und dem andern in den Mund schieben, bevor es überhaupt gesagt ist. Das zeigt nämlich, daß Sie Ihre Argumentation in kräftigen Vorurteilen gefangen führen, und genau dieser Umstand muß mich kräftig in meiner Bereitschaft, mit Ihnen ein Gespräch zu führen, bremsen.
Hinsichtlich Ihres Argumentationsstranges hinsichtlich Unzucht und Hurerei ist so viel anzumerken:
Es mag sein, daß beim Einzelnen oder gar in einzelnen Kulturen die Sicht diesbezüglich verdunkelt ist. Dennoch ist die Sache an und für sich sehr klar, weil nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. Jesus hat dies Mtth 19 dann ausdrücklich bestätigt und bekräftigt. Alle Abweichungen von dieser göttlichen Ordnung ergeben sich aus der Tatsache, daß wir in einer gefallenen Welt leben, also vom Egoismus, Individualismus usw. getrieben sind.
Im übrigen ist es tatsächlich so, daß Unzucht und Hurerei immer auch mit der Verehrung falscher Gottheiten zu tun hat, und sei es auch einfach der Mammon.
Leider habe ich jetzt keine Zeit mehr und setze nunmehr einen Punkt.

Verfasst von Viatorin am 13. April 2011 - 19:16.

Karfreitag

Das Kirchenjahr spielt im Leben vieler Menschen kaum noch eine Rolle. Da hängen...

Das Kirchenjahr spielt im Leben vieler Menschen kaum noch eine Rolle. Da hängen in der Passionszeit schon die Ostereier an den Sträuchern und kaum ist der Ostermontag vorbei, werden sie abgehängt, obwohl doch dann erst die Osterzeit ist. Das die christlichen Rituale immer mehr verloren gehen, liegt auch an der Kirche selbst, die sich mehr darum bemüht, mit den moslemischen Mitbürgern das Zuckerfest zu feiern, als ihre eigenen Feste einzuhalten und zu lehren. Evangelische Kindergärten, wo am Karfreitag schon lustig die Ostereier im Wind schaukeln, tun ihr Übriges dazu. Dass es oben beschriebene Gesetze gibt, zeigt doch, dass eigentlich die christliche Tradition eine hohe Stellenwert in der Gesellschaft haben könnte. Aber die Kirche selbst schludert mit ihren Schätzen.

Ich werde mir in diesem Jahr erlauben am Karfreitag ins Theater zu gehen, zu Goethes Faust, denn es gibt keine bessere Frage an uns selbst, wie weit wir bereit sind unsere Seele zu verkaufen... und am Karfreitag ist es auch angebracht darüber nachzudenken, was die Welt im innersten zusammenhält...
Gesegnete Passionszeit!

Verfasst von bundesbedenkent... am 13. April 2011 - 17:00.

Mir fällt auf, daß der

Mir fällt auf, daß der Superintendent die Frage nach dem Warum des...

Mir fällt auf, daß der Superintendent die Frage nach dem Warum des Feiertagsschutzes nicht direkt beantwortet. Statt dessen weicht er aus in Reden über gegenseitiges Respektieren. Gegen Respekt ist nichts zu sagen, aber er kann nicht per Gesetz durchgesetzt werden.

Und so ist es ach kein Zeichen von Respekt und Rücksichtnahme, wenn Mme Butterfly nicht aufgeführt werden, sondern ein Zeichen von Durchsetzung der Staatsmacht.

Ich denke die Kirche(n) sollten, anstatt sich auf diese Gesetze zu berufen, lieber die Abschaffung der Gesetze fordern, und dann in einem zweiten Schritt bei den entsprechenden Feiertagen m Rücksichtnahme bitten. Dann ist es auch wirkliche Rücksichtnahme, wenn Mme Butterfly nicht aufgeführt wird oder man nciht zu einer Tanzveranstaltung geht. Solange man dem Drittel in Deutschland, das sich nicht mit dem Christentum identifiziert, keine Chance läßt, wirklich Rücksicht zu üben, sondern diesen rücksichtslos protestantische (oder katholische) Kultur aufzwängt, bzw durch die Staatsmacht aufzwängen läßt, wird man sich immer wieder mit der Frage konfrontiert sehen, wozu der Staat eigentlich die Freiheit der nichtchristlichen Musicalfreunde einschränkt.

Mit dem allgemeinen Nutzen der Feiertage hat dies übrigens wenig zu tun. Nur weil jemand Karfreitag in die Disco will, heißt das nicht, daß derjenige dem freien Tag nichts abgewinnen kann. Er will sich in der Gestaltung des Tages nur nicht gängeln lassen. Für mich ist das nachvollziehbar.

Verfasst von Gast am 21. April 2011 - 11:54.
Kommentar auf: Mir fällt auf, daß der

Natürlich ist es

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass sich ein Nicht-Christ bei der Gestaltung...

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass sich ein Nicht-Christ bei der Gestaltung dieses Feiertages nicht gängeln lassen will.
Aber er nimmt den Feiertag gern in Kauf, nicht wahr?

Will ich den Sinn des Feiertages nicht würdigen, dann wäre es korrekt, diesen Feiertag abzuschaffen. Die Gläubigen könnten, genau wie am Buß- und Bettag abends Gottesdienste feiern. Das will aber natürlich auch niemand, denn frei haben ist ja schön.

Ich selbst bin Christin, mir sind diese Feiertage wichtig. Mir ist es auch wichtig den Tag auf eine besondere Art zu gestalten, so wie den Weihnachts-, Oster- und Pfingsttag auch.

Karfreitag, Ostern, WEihnachten und Pfingsten ist es auch ohne staatliche Regelungen - aber nicht für alle. Ich brauche keine staatlichen Regelungen. Sie sind hilfreich, aber sie sind mir nicht notwendend. Wenn jemand tanzen will - bitte schön. Wenn jemand ins Theater will - soll die Person das tun.

Ich selbst lebe lieber nach den Gedanken des Predigers:

Alles hat seine Zeit

Verfasst von bundesbedenkent... am 26. April 2011 - 1:46.
Kommentar auf: Natürlich ist es

Wir sind da beieinander...

... auch ich will die Feiertage als christliche Feiertage begehen. Allerdings...

... auch ich will die Feiertage als christliche Feiertage begehen. Allerdings kann ich es nachvollziehen, wenn der Atheist oder Muslim das nicht will. Wieso sollte er? Als freier Mensch sollte er das Recht haben, seine Tagesplanung frei zu gestalten. Gleich zu sagen, er könnte dann aj arbeiten, ist deshalb Quatsch, weil er ja einen säkularen oder muslimischen Feiertag als arbeitsfrei fordern könnte. Es geht alleien um die Freiheit, die Sie denjenigen, die tanzen wollen, ja auch zugestehen. Leider tut dies der Staat aber nicht, denn der hat Gesetze, die Tanzveranstaltungen nd Msicalvorführungen an den besagten Tagen verbieten, und zwar für Christen nd Nichtchristen gleichermaßen, und zwar unabhängig davon, ob auch nur der Hauch einer Chance besteht, daß sich irgend ein Christ gestört fühlen könnte.

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