Kirche - Katholische Laien sind nicht länger bereit, auf Erlaubnisse "von oben" zu warten. Sie wollen jetzt eine Ökumene, die zur Lebenswelt der Menschen passt. Das wurde auf der Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am 13. und 14. Mai in Erfurt deutlich. Aus evangelischer Perspektive sind die Ergebnisse nachvollziehbar und unterstützenswert.
"Wir brauchen Fortschritte in der Ökumene", ruft der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, den über 200 Mitgliedern der Frühjahrsvollversammlung 2011 des höchsten katholischen Laiengremiums in Erfurt zu. In jener Stadt, die eng mit dem Studenten, Mönch und Reformator Martin Luther verbunden ist und in der sich Papst Benedikt XVI. im September mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, treffen wird.
Der Aufruf von Alois Glück bleibt nicht ungehört, und nach einer leidenschaftlichen und ausführlichen Diskussion verabschiedet die Frühjahrsvollversammlung das Papier "Um der Menschen willen. Plädoyer für eine lebensnahe Ökumene." Ein Papier, das deutlich macht, dass die katholischen Laien immer weniger bereit sind, auf "offizielle ökumenische Ergebnisse" zu warten. Denn ihre Gemeinde- und gelebten Glaubenserfahrungen sind andere, wie es in dem verabschiedeten Papier heißt.
Aufruf an die Bischöfe: Mehr entscheiden!
Streckenweise fragt sich der evangelische Beobachter, ob er sich auf der Erfurter Vollversammlung der katholischen Laien oder auf einer evangelischen Kirchensynode befindet. Diskussion und Beschluss zeigen, wie nahe sich die Christen beider Kirchen bereits sind, die "mit zunehmender Frustration und Unwillen erleben, wie die Jahrzehnte dahingehen". Und so soll das Ökumene-Papier mit seinen zahlreichen Forderungen auch ein Bestandteil des Dialogprozesses werden, den der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, im vergangenen Herbst angestoßen hat.
Das wird nicht ohne Auseinandersetzungen zumindest mit einem Teil der 27 deutschen Diözesanbischöfe bleiben, der dem höchsten Laiengremium seit langem skeptisch gegenübersteht. ZdK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel findet, dass sich die Bischöfe die Sache zu leicht machen, wenn sie auch ökumenische Forderungen immer mit dem Hinweis auf die römische Zuständigkeit von sich weisen: "Die Bischöfe können selbst mehr entscheiden – wenn sie nur wollen."
Ehepaare wollen gemeinsam zur Kommunion
Die Forderungen der katholischen Laien kommen Protestanten bekannt vor und finden selbstverständlich sofort volle Unterstützung: Mehr gemeinsame Wortgottesdienste auch an Sonntagen ohne Zeitvorgaben (im Klartext also auch am Vormittag, was bislang nur ausnahmsweise möglich ist), Predigtaustausch zwischen evangelischen und katholischen Pfarrern. Außerdem verbindliche Regeln für die Zulassung konfessionsverschiedener Ehepaare zur Kommunion (was in der evangelischen Kirche selbstverständlich ist, weil aus ihrer Sicht nicht die Kirche zum Abendmahl einlädt, sondern Jesus Christus selbst).
Der Pfingstmontag soll als Tag der Einheit der Kirche gemeinsam gefeiert werden, und im September soll der "Tag der Schöpfung" ebenfalls ökumenisch begangen werden. Ferner fordert das ZdK die gegenseitige Anerkennung des Patenamtes in allen Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).
So bekannt die Forderungen aus evangelischer Sicht auch sind, so bedenkenswert sind die Begründungen des höchsten katholischen Laiengremiums für eine "Ökumene der Zukunft". Auch hier gibt es keine wesentlichen Unterschiede zur evangelischen Kirche, zumal längst auch viele katholische Christen (und Priester) bei ökumenischen Veranstaltungen gemeinsam mit den evangelischen Christen das Abendmahl feiern - nur nicht öffentlich. Das ZdK macht in seiner Erklärung deutlich, dass viele katholische Christen bewusst als mündige Christen in ökumenischer Eintracht leben – wenn es sein muss, auch im Widerspruch zu den offiziellen Regelungen.
Katholische Kirche soll sich mit Luther befassen
Nach Überzeugung des höchsten katholischen Laiengremiums darf eine "Ökumene der Zukunft" weder fragen, wer Recht hat, noch wer gewinnt. Schon gar nicht dürfe sie mit Machtfragen verquickt werden, denn zur Wahrheit bekenne sich der Mensch in Freiheit. Auch könne die ökumenische Suche nach dem wahren Kirchesein "nicht mit einer fertigen Antworten beginnen". Vielmehr müsse darum gerungen werden, aus der überlieferten Wahrheit zu neuen Einsichten zu kommen, "um unsere gemeinsame Zukunft im Auftrag des Herrn zu gestalten." Und so laute die eigentliche Frage: "Was ist nötig um der Menschen willen? Wo brauchen sie in den Nöten unserer Zeit die frohe Botschaft des Evangeliums?"
Im Blick auf das 500jährige Jubiläum der Reformation 2017 fordert das ZdK ferner von der katholischen Kirche "die ernsthafte und ehrliche Neubewertung der Reformation und der Person Martin Luthers mutig fortzuführen." Aber auch hier zeigt sich bereits ein Unterschied zum für die Ökumene in der Deutschen Bischofskonferenz zuständigen Regensburger Diözesanbischof Gebhard Müller, der sich vor allem mit der Person Luthers auseinandersetzen will, da dieser große Theologe ja nicht die Kirchenspaltung gewollt habe. Übrigens: ZdK-Präsident Alois Glück macht in Erfurt keinen Hehl daraus, dass er nach Berlin 2003 und München 2010 für einen 3. Ökumenischen Kirchentag ist.
Das ZdK-Papier über die Ökumene der Zukunft hat es verdient, in der evangelischen Kirche ausführlich diskutiert zu werden. Vor allem aber verdient es ihre volle Unterstützung.
K. Rüdiger Durth ist freier Autor und langjähriger Beobachter des politischen und kirchlichen Geschehens.







Kommentare
Fragt doch mal "Gott"!
Evangelische und katholische "Fußballvereine" stehen sich gegenüber und der
eigentliche Schiedsrichter "Gott" ist nie da. Auf den Rängen ein Pfeifen und
Johlen, manchmal blinde Gewalt.
Einem "Gott" muss es doch grausen, wenn er sieht, was aus seiner Schöpfung Mensch geworden ist.
Es gibt daher nur zwei Möglichkeiten, entweder, er kommt und macht diesem Treiben ein Ende oder er kommt nicht, weil es ihn einfach nicht gibt.
Ich bevorzuge das Letztere.
Sorgen habt ihr
Sorgen habt ihr,
während täglich tausende von Kindern verhungern,
tausende von Ehen in die Brüche gehen,
Mord, Totschlag, Krieg, Betrug die Medien zitieren,
tausende um ihr Erspartes gebracht werden,
Schürzenjäger, Vergewaltiger, Kinderschänder die Welt unsicher machen,
unmögliche Gesetze und Vorschriften den Menschen das Leben schwer machen,
juristische Fehler gemacht werden, Urteile fern jeglicher Vernunft gefällt werden und ihr diskutiert, warum ein gemeinsames Abendmahl nicht möglich ist.
Ach du lieber Gott!
?
Was hat das eine mit dem anderen zu tuen. Die heilige Eucharistie ist das wichtigste Sakrament der kath. Kirche.Da gibt es nichts zu ändern, relativieren und zu reformieren.Beten Sie zu Gott und er wird ihnen eine Antwort geben.
So nicht
Die kath.Laienorganisationen sind schlicht irrelevant.Da machen sich oft Politiker breit, die ansonsten auch geeignet wären, einen Taubenzuchtverein zu leiten.Da ist kaum noch von Gott,Beten und Jesus Christus die Rede.Alles schön demokratisch, vereinsmeierisch,zeitgeistgemäß und wichtig.Wer braucht so etwas?Auch Äußerungen von Schavan und Lammert sind überflüssig ohne Ende.
Dass Anbiedern an ev. Forderungen, ohne theologische Reflexion ist nur noch nervig.Es gibt fundamentale Unterschiede die niemals übersehen werden dürfen.
Nicht aus Unwissenheit,Dummheit,Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit.Die Heilige Eucharistie ist nur ein wesentliches Beispiel.
Die kath. Kirche vermittelt viele Gnaden, zum Heil der Seelen.Sie ist nicht eine Kirche von Heiligen, sondern von Sündern.Sie hat aber 2000 Jahre Bestand,weil Gott sie eingesetzt hat.Welch Überheblichkeit bei den sog.Kritikern?
Wenn die protestantische Glaubenslehre richtig ist, warum hat Gott erst 1500 Jahre nach Christi Tot diese den Menschen zugänglich gemacht?
Nein es bedarf keiner weiteren Protestantisierung der kath.Kirche, sondern die Erkenntnis aller Christen, dass die Trennung falsch ist und höchste Vorsicht angesagt ist bei selbsternannten Glaubensfachleuten.Gott schütze die Heilige Katholische Kirche.
Ökumene
Es will mir (als Protestant!) einfach nicht in den Kopf, warum das gemeinsame Abendmahl für die Ökumene so furchtbar wichtig sein soll, dass alles, die ganze Ökumene, die ganze Berichterstattung, darauf reduziert wird - als hätten wir dann die perfekt verwirklichte Ökumene!
Es gibt doch einen ganz einfachen Grund, warum ein gemeinsames Abendmahl nicht möglich ist: ES IST NICHT DASSELBE bzw. es wird etwas unterschiedliches darunter verstanden!!! Aber das wissen die Menschen nicht mehr, kaum jemand kennt noch die Spezifika der eigenen Konfession. Mal im Ernst: Welcher durchschnittliche Katholik/Protestant kann heutzutage den Unterschied im Abendmahlsverständnis zwischen katholisch (Messopfer, das von Luther abgelehnt wurde)/lutherisch/reformiert erklären? Weil sie es nicht mehr wissen, nicht mehr erklärt bekommmen. Aber bekanntlich kann man nur das lieben, was man kennt.
Ich habe als lutherischer Christ gar kein Bedürfnis und kein Verlangen nach der katholischen Eucharistie - eben weil sie nicht unser Abendmahlsverständnis ausdrückt. Deswegen habe ich aber trotzdem großen Respekt vor der katholischen Lehre, wenn ich sie auch für falsch halte. Daher finde ich es auch nicht richtig, am Beginn von evangelischen Abendmahlsfeiern (das geschieht oft) ausdrücklich ALLE einzuladen. Das zeugt von mangelndem Respekt der katholischen Lehre gegenüber und verführt die evtl. anwesenden Katholiken zum Ungehorsam.
Zu mir als Protestant passt das evangelische Abendmahl, und daher komme ich nicht auf die Idee, mit Gewalt die katholische Eucharistie (man beachte schon die unterschiedliche Begrifflichkeit - der Begriff "gemeinsames Abendmahl" stimmt per se schon nicht, weil es katholischerseits nicht Abendmahl heisst) einzufordern.
Ich bin Konvertit, kenne also beides. Und ich habe, nachdem die evangelische Kirche meine Heimat geworden ist, ein Verlangen nach dem Abendmahl und eine Zufriedenheit damit, die ich bei der kath. Eucharistie so nie hatte. Und einem Katholiken mag es andersrum genauso ergehen. Warum beides also mit Gewalt vermischen und nicht jedem das lassen, was ihm lieb und wichtig ist?
Und so schwierig eine konfessionsverschiedene Ehe bestimmt an mancher Stelle sein mag: Es ist doch ein Zeichen der Liebe für den Partner, wenn man dessen abweichendes Verständnis respektiert und akzeptiert, dass man eben nicht gemeinsam gehen kann.
Es gäbe viel dringlichere Gebiete, auf denen Ökumene erforderlich wäre, z.B. das GEMEINSAME Eintreten gegen die Säkularisierung und den aggressiven Atheismus. DAS wäre unsere gemeinsame Aufgabe. Denn vergessen wir nicht: Uns eint der Glaube an Jesus Christus. Und Jesus Christus ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern der größtmögliche!
Also: streiten wir nicht untereinander und gegeneinander, sondern miteinander gegen Schmidt-Salomon und Konsorten!
Und das katholische Laien-Gremiumwesen, das ja mittlerweile unseres fast schon übersteigen dürfte, ist mir etwas suspekt. Entweder ich bin katholisch, dann aber richtig, und dann stehe ich hinter dem Papst und der katholischen Lehre, oder eben nicht - dann werde ich altkatholisch oder protestantisch. Aber die ganze Zeit einen innerkirchlichen "Dialog" um die immergleichen Themen am Kochen zu halten, der die kath. Kirche in den deutschsprachigen Ländern lähmt, verstehe ich nicht.
Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein Verfechter der Ökumene, wo sie möglich ist und möglich
@ Beschlüsse des 2. Vatikanums
Leider sind die wirklich sehr guten Beschlüsse von Ihnen und den ZDK-Gremien sowie den Reformisten falsch aufgefasst worden. Kein Wunder, ständig wird im Vereinskatholizismus der HL. Geist ausgesperrt. Wie kann er da wirken. Mit Gebet kann viel erreicht werden - siehe Mauerfall im Jahre 1989.
Die Anhängerschaft der Gegenpäpste Küng und Geissler werden immer weniger, da man ja inzwischen diese polemiken Herren nicht mehr Ernst nehmen kann. Wie stellt Herr Matussek in seinem neuesten Buch "Das katholische Abenteuer" , S.49, über Heiner Geissler treffend fest, ich zitiere: "Erst er selbst also, dann Jesus, von dem er im Übrigen so genau weiss, was er tun und wie er denken würde, dass ich den starken Verdacht habe, Geissler hofft nach seinem phänomenalen Schlichter-Erfolg nun auf einen Platz in der Heiligen Dreifaltigkeit. Stünde natürlich die Frage im Raum, wer von den anderen drei Platz macht."
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.
In diesem Sinne darf ich mich als annonymer Gast von dieser Seite verabschieden.
Gottes Segen für Sie alle im besonderen für die evangelikalen Brüder und Schwestern, die bibeltreu leben, denn die haben einiges kapiert was bei vielen bequemen Christen noch erwachen muss.
Geissler,Küng und Co
Die Herren machen es sich seit Jahren auf dem Rücken der kath.Kirche wichtig.Das garantiert Ihnen Aufmerksamkeit,Talkshowauftritte und ein aufgeblähtes Ego.Von denen lasse ich mir die Bibel nicht erklären.Die Irrlehren des Herrn Küng werden von den Bischöfen leider nicht erläutert.
Ich rate jedem einmal zu lesen, was Küng z.B. zur Auferstehung zur Eucharistie und zu anderen zentralen Glaubenswahrheiten der kath. Kirche schreibt.Ob er seine Irrlehren noch widerruft?Ich wünsche es seiner Seele.Dass Mitglieder der ev. Kirche nicht protestieren, wenn Küng auch von Protestanten gegen die Heilige Katholische Kirche in Stellung gebracht wird werde ich nie verstehen.Ich bete für alle Christen.Mögen sie in Wahrheit zusammen finden.Jesus Christus ist der Weg,die Wahrheit und das Leben.
Wer hat was falsch verstanden?
„Gast“ schreibt:
„Leider sind die wirklich sehr guten Beschlüsse von Ihnen und den ZDK-Gremien sowie den Reformisten falsch aufgefasst worden. Kein Wunder, ständig wird im Vereinskatholizismus der HL. Geist ausgesperrt.“
Dazu zwei Meinungen von kath. Theologen:
„Selten in der Kirchengeschichte ist eine nicht einmal qualifizierte Minderheit ... auf einem Konzil so pfleglich, geradezu zartfühlend ... behandelt worden unter Inkaufnahme widersprüchlicher, jedenfalls uneindeutiger Formulierungen der Konzilstexte. Und selten hat diese Minderheit anschließend ungenierter – um nicht zu sagen: schamloser und dreister – die von ihr erzwungenen Uneindeutigkeiten der Konzilstexte ausgenutzt, um sich an dem klaren Mehrheitswillen der Repräsentanten der Weltkirche vorbei auf den Bahnen des Hergebrachten durchzusetzen.“ (Hermann Otto Pesch - hatte von 1975 bis 1998 als römisch-katholischer Theologe eine Professur für systematische Theologie an der evangelisch-theologischen Fakultät Hamburg inne)
„Wir leben ... in einer Phase, die ich ... als die Zurücknahme der Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils bezeichnen muss. Stück um Stück wird das, was jenes Konzil uns geschenkt hat, abgebaut und zurückgenommen. Und eine Kirche, die das tut, die derartige Akte der Selbstbeschädigung setzt, die braucht keine Feinde mehr, denn sie arbeitet selbst auf ihren Ruin und auf ihre mangelnde Akzeptanz hin.“ (Religionsphilosoph Eugen Biser am 26. Juni 2000)
Paul Haverkamp, Lingen
Nachtrag: Mischt Euch nicht in fremde Händel
Wenn ein katholisches Thema auf einer evangelischen Seite abgedruckt wird, dann habe ich als Katholik schon das Recht, meinen Standpunkt zu vertreten.
Mit dem selben Recht könnte ich sagen: Seit wann mischt sich die ev. Religionsgemeinschaft in innerkatholische Angelegenheiten.
Übrigens, ich bin nicht der einzige annonyme Gast auf dieser Seite.
Meinungen von Laien und Einmischungen
Lieber Bruder Prager,
mir gefällt der Begriff "Einmischen" nicht. Besser, ich empfinde ihn als "fehl am Platz". Nichtkatholiken können Äußerungen/Meinungen von Gruppen innerhalb der Katholischen Kirche begrüßen, teilen oder ähnliches. Aber eben nicht etwas fordern, was sie selbst nicht betrifft. Das beziehe ich übrigens ebenso auf mich. Ich würde mich in Angelegenheiten der Evangelischen Kirchen auch nicht (fordernd, abweisend oder unterstützend) einmischen.
Vielleicht entstehen aber auch "Spannungen" durch die (gewollte?) Nachlässigkeit des Autors dieses Artikels, der nach meinen Informationen nicht nur "freier Autor und langjähriger Beobachter des politischen und kirchlichen Geschehens", sondern auch Evangelischer Pastor ist und Mitherausgeber eines Leitfadens über kirchliche Öffentlichkeitsarbeit, bzw. kirchliche Pressearbeit ist.
Der Autor hätte auch die Überschrift, "Zentralrat der Katholiken sind für mehr Ökumene" wählen können. Der Zentralrat der Katholiken ist schließlich nicht das Sprachrohr aller Katholischen Laien. Die hier gewählte Überschrift könnte etwas anders suggerieren wollen; nämlich dass sich dort die Laien, im Widerspruch (?) zum Heiligen Stuhl, äußern.
Du schreibst: ".......ich selber bin kein Freund der sogenannten Ökumene. Zumal ich immer wieder die leidige Erfahrung mache, dass sobald die Katholiken mit dabei sind es schwierig wird. Viele von Euch meinen doch, dass sie die Regeln vorgeben und alles nach ihrer Regie laufen muss."
Ich habe auch solche Erfahrungen (mit Evangelischen Christen) aber auch andere gemacht. Ich würde da auch sehr unterscheiden, zwischen den "öffentlichen" und oftmals plakativen Äußerungen/Forderungen und der Bereitschaft, zunächst einmal den Inhalt und auch den Stellenwert von Glaubensinhalten kennen zu lernen. Der Einschätzung von Matthias Moser (im z.Zt. 4. Kommentar), "Aber das wissen die Menschen nicht mehr, kaum jemand kennt noch die Spezifika der eigenen Konfession. Mal im Ernst: Welcher durchschnittliche Katholik/Protestant kann heutzutage den Unterschied im Abendmahlsverständnis zwischen katholisch (Messopfer, das von Luther abgelehnt wurde)/lutherisch/reformiert erklären? Weil sie es nicht mehr wissen, nicht mehr erklärt bekommmen.", stimme ich ausdrücklich zu.
pace e bene
Bernd
@Br. Prager EMB
Ja, ich denke schon, dass Luther noch an die Realpräsenz der HL. Hostie geglaubt hat. Das hat aber seine Nachkommenschaft zunichte gemacht. Und was ist daraus geworden aus der Mitbestimmung der ev. Religionsgemeinschaft. Viele spalten sich ab in kleine Vereine. Das kann nicht im Sinne von Jesus Christus sein. Jesus Christus selbst hat das hl. Altarsakrament eingesetzt und in Petrus seinen Nachfolger und Stellvertreter Chrisi auf Erden bestimmt. Das ist keine uralte Rom-Propaganda sondern die Wahrheit. Liebe Protestanten, wann wacht Ihr endlich auf?
Im übrigen empfehle ich Ihnen "Das Gottesbild von Martin Luther von Albrecht Brandenstein-Zeppelin 1-5" /
Vortrag von je 30 Minuten - 2 ½ Stunden die sich lohnen
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@Die Pädophilie-Verbrechen von Teilen des kath. Klerus .........
Sehr geehrter Herr Haverkamp,
auch ich verabscheue die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, ebenso bei den ev. Glaubengemeinschaften, die werden verständlicherweise nur nicht so hochgespielt, und in irgendwelchen Gruppierungen. Ich erinnere nur daran, dass vor Jahrzehnten bestimmte Kreise es für selbstverständlich hielten, Sex zwischen Kindern und Eltern. Haben Sie diese Zeiten vergessen?
Ich wiederhole, dass der ZDK ein abgedroschner Verein von verkappten 68-ern ist, die ein bequemes Christentum anstreben. In der Nachfolge Christi gibt es keine weiblichen Priesterinnen, auch nicht in der Orthodoxen Kirche. Ich erinnere an den offenen Brief von Bischof Hilarion aus Moskau an Frau Kässmann.
Ich halte auch deshalb nichts von Reformen in der katholischen Kirche, da diese nichts bringen werden. Die Menschen müssen wieder zum Gebet zurückfinden. Wir haben einen Gläubigermangel, der durch weibliche Priesterinnen oder gar verheiratete Priester nicht behoben wird. Zu mir hat kürzlich ein junger kath. Priester aus meinen Bistum gesagt:„Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen und christlich gelebte Ehe und Familie bereichern sich gegenseitig. In dem Maß, in dem die Akzeptanz für das eine abnimmt, leidet auch das andere. Unser Hauptproblem heute ist der Mangel an christlichen Familien“.
Es wäre an der Zeit, dass die ev. Kirche ihren Gläubigen mal den Spiegel vorhält, aber ob es um den Lebensschutz geht (PID), Homosexuelle Partnerschaften, die jetzigen ev. Bischöfe fallen immer um, wenn sie Gegenwind bekommen. Schlagen Sie doch mal die Bibel auf, was da steht. Da lobe ich mir einen Papst Benedikt, der sagt wo es lang geht, auch wenn es nicht jedem angenehm erscheint. Die Jugend der Welt - unsere Zukunft – wird in diesem Jahr Papst Benedikt – so Gott will – in Spanien treffen. Wie in vergangenen Weltjugendtagen werden alle Augen und Kameras auf ihn gerichtet sein: Jedoch stellt er nicht sich in die Mitte; er verkündet nie sich selbst, sondern verweist immer auf dieses Antlitz, auf Jesus Christus, den einzigen Erlöser der Welt. Das ist für mich Hinführung zu Jesus Christus und nicht was diese selbst ernannten "Möchtegernpriesterinnen" und Reformisten des ZDK möchten. Der Verwaltungskatholizismus der da praktiziert wird, wird auch noch von den kath. Bistümern bezahlt. Deshalb weg mit der Kirchensteuer, dann erledigt sich das Thema von selbst.
Wenn kath. Laien nicht länger bereit sind auf Erlaubnisse von oben zu warten, dann sollen sie mal anfangen wieder beten zu lernen, am besten drei mal täglich den Rosenkranz. Der HL. Vater, einer großer Theologe, betet ihn täglich. Gott sei Dank fühlen sich nicht alle Laien, die in der Kirche ihren Dienst versehen, von einem ZDK vertreten.
Im übrigen, empfehle ich Ihnen die Bücher von Papst Benedikt zu lesen z.B. "Jesus von Nazareth" (Band I und II, III ist in Arbeit).Sicherlich finden auch Sie darin eine Antwort.
haverkamp
Zu diesem Kommentar braucht man nichts hinzufügen.
Da sehen wir in unserer Familie genau so.
DANKE!!!
Das war's ....
Sehr geehrter "Gast"!
Ihre und meine Vorstellungen hinsichtlich der Zukunft einer nach jesuanischen Grundsätzen ausgerichteten katholischen Kirche, die sich den Beschlüssen des 2. Vatikanums verbunden und verpflichtet weiß, sind inkompatibel.
Es gibt leider zwischen Ihnen und mir nichts mehr zu sagen.
Das war's ....
Paul Haverkamp, Lingen
@eine böse und zynische Frage an Dich.
Bei mir gehört zur Ökumene, meine Glaubensüberzeugung klar zu machen und warum nicht auf einer ev. Seite. Ich halte nichts von einer Kuschelökumene, wie sie teilweise in Deutschland praktiziert wird, nach dem Motto: "Tue mir nichts, dann tue ich Dir nichts!"
Ich bin der Auffassung, dass sich die ev. Kirche bewegen müsste und zwar hin zur Eucharistie (Realpräsenz Christi in der HL. Hosie). Solange da keine Bewegung stattfindet und nur ein symbolisches gemeinsames Abendmahl stattfinden solle, kann es in diesem Punkt keine Ökumene geben.
Im übrigen bin ich kein kreuz-net-Leser, da habe ich andere Quellen. Wenn die ev. Seite, ausgenommen Evangelikale, nicht mehr weiter weiss, schiebt sie die Kleriker in die kreuz-net-Ecke. Das ist böse und zynisch - eine Totsünde. Schon mal was davon gehört????
Ich weiss nicht, was sie so
Ich weiss nicht, was sie so bewegt: Die Realpräsenz war zwischen Lutheranern und Katholiken NIE strittig. Luther wurde zeitlebens nicht müde das hoc EST corpus meus zu betonen. Dass wir in Leuenberg gelernt haben, auch die reformiete Sicht als biblisch begründet anzunehmen, ist ein wichtiger ökumenischer Schritt gewesen, aber keine Absage an die Realpräsenz.
Was wir allerdings auch mit vielen katholischen Theologen ablehnen ist ein quasi magisches Verständnis einer Verwandlung der Hostie...
Im ökumenischen Gespräch ist das aber derart unwichtig, dass es keiner größeren Aufmerksamkeit bedarf.
Was wirklich strittig ist, ist die Frage nach dem Amt bzw. der Kirche. Und auf die Eucharistie gewandt heißt das: Kann ein evangelischer Pfarrer eine gültige Abendmahlsfeier leiten oder nicht. Und da stellt sich in der Tat die Frage, wer tatsächlich zum Tisch des Herren lädt. Ist es eine Heilsvermittlungsanstalt oder ist es der lebedige Christus, der ja - Realpräsenz!! - in Brot und Wein anwesend ist.
sog. Ökumene und Propagandistisches.....
Lieber Bruder Prager,
Du schreibst: "Ich persönlich brauche die sogenannte Ökumene auch nicht!"
Nun, die "Einheit der Kirche" ist ja auch keine "Aktion" für Dich oder andere Einzelne, sondern eine "Forderung" unseres Herrn und Bruders, der eine Kirche geschöpft hat.
Aber sicher kann und muss man darüber nachdenken und beraten, wie die eine Kirche aussehen soll und wieder hergestellt werden kann.
Ich würde es nur äußerst seltsam für mich selbst finden, wenn ich mich als Christ auf einer katholischen Seite herumtreiben würde.
Ich vermute, Du meintest "Evangelischer Christ"!? Allerdings frage ich mich, was daran "äußerst seltsam" sein soll, wenn wir uns auf den Internetpräsenzen unserer Geschwister im Glauben aufhalten und austauschen? Oder meinst Du, dass jeder unter sich bleiben sollte?
"......."noch nicht so ganz richtige" römische Interpretation....."
".......unsäglichen-, römischen-, Uraltpropaganda......."
Diese Formulierungen empfinde ich als respektlos!
Was ich, bei einigen Kommentaren zum Artikel, bedauerlich finde sind "betonartige" Abgrenzungsformulierungen. Ökumen ist nicht etwas, was wir uns wünschen könnten oder was wir wählen oder ablehnen können. Ökumene ist Aufgabe für die Christlichen Konfessionen. Der Weg dahin mag schwer und mühevoll sein/bleiben/werden aber sicherlich ist er leichter als Jesu Weg zur Vergebung unserer Sünden. Das christliche "Armutsideal" könnte man z.B. auch so auffassen, zunächst darüber nachzudenken ob "wir" im Besitz einer vermeintlichen alleinigen Wahrheit sein/beleiben wollen oder ob wir da bereit sind loszulassen.
Das bedeutet übrigens nicht vermeintliche "Kuschelökumene", sondern respektvolles Beieinander.
pace e bene
Bernd
Lustig
Schön unter "Euch" sein und über die katholische Kirche herziehen?Kath. Laienorganisationen als Deckmäntelchen für unsinnige Forderungen ohne theologische Begründung?
Uraltpropaganda?Lesen sie mal nach was Cyril von Jerusalem als Bischof im 4. Jahrhundert geschrieben und gelebt hat.Protestantische Auffassungen finde ich bei diesem großen Glaubensmann nicht.Auch empfehle ich einmal das Buch des Lebens der Heiligen Theresa von Avila genau zu lesen.Sie schreibt auch über Irrlehrer und Lutheraner.Erst mehr wissen, dann viel schreiben.
Ökumene heisst nicht, dass wir protestantisch werden!
Dieser Modernisten- und Sandalenverein ZDK vertritt mich nicht als römisch- katholische Katholikin. Dieser "Vereinskatholizismus" wird sich von selbst auflösen, wenn die Kirchensteuer abgeschafft würde. Eine Idee, die zum Nachdenken anregt. Ich empfehle das Buch von Matthias Matussek "Das katholische Abenteuer". Anstelle sich in innerkirchliche Angelegenheiten zu mischen, empfehle ich Herrn Glück sich in seiner Partei mit dem "C" für den Lebensschutz einzusetzen.
Papst Benedikt sprach bei den letzten Generalaudienzen weitestgehend über heilige Frauengestalten wie z.B. Theresia von Avila, Katharina von Siena u.a., die durch tiefen Glauben und auch das Erleiden des Martyriums Glaubenszeugnis abgegeben haben. Frauen wurden und werden in der Kirche hoch geschätzt. Nicht eine dieser heiligen Frauen hat je nach kirchlichen hohen Ämtern gestrebt. So was müßten sich die "Feministinnen" unter den Katholiken in ihre Köpfe reinziehen. Aber- leider wie so oft - redet unser wunderbarer Papst gegen Betonwände - zumindest im deutschsprachigen Raum! Ein "amtsgieriges" Verhalten widespricht dem Hl. Geist und dem Ämterverständnis der Kirche (auch Männer müssen hier Demut zeigen). So sollen die Frauen nicht in die Fußstapfen der "alten Eva" treten, sondern sich an der Gottesmutter orientieren. Wir allen müssen im Glauben von ihr lernen. Jeder kann in der Kirche wirken an jedem Platz an den er gestellt ist.
Im übrigen denke ich, dass unser HL. Vater sich ausreichend mit Martin Luther befasst hat. Sollen diese Modernisten doch übertreten zur ev. Kirche, wenn sie denken, da könnten sie sich verwirklichen. Jedenfalls was ich beobachte, sind dort die Kirchenbänke leerer als bei uns.
Mit nur einem "sozialem" Christentum, wie es z.B. Frau Käßmann predigt, wird das Heil nicht erreicht.
Eine Kirche, die auf der Welle des Zeitgeistes schwimmt, kann nicht die wahre Kirche von Jesus Christus sein.
Von Legenden und Defiziten
Sehr geehrter Herr/Frau „Gast“ und KatholikIn!
Bereits die Überschrift des Artikels macht mir deutlich, dass Sie zum Thema „Ökumene“ in einer defizitären Beziehung leben. Kein Mensch verlangt von Ihnen, dass Sie „protestantisch“ werden sollen.
Natürlich erwarte ich nicht, dass die Teilnehmer dieses Forums alle die eingestellten Artikel gelesen haben. So gehe ich auch nicht davon aus, dass Sie meinen Artikel gelesen haben; deshalb erlaube ich mir, Ihnen gegenüber noch einmal aus meinem eigenen Artikel zu zitieren:
„Vertreter beider Konfessionen sollten einsehen, dass es nicht darum geht, dass die Evangelischen katholischer und die Katholischen evangelischer werden müssen; Ökumene kann nicht auf eine totale Einheit in allen Einzelfragen hinauslaufen, aber notwendig ist, dass keine Kirche das, was eine andere Kirche amtlich offiziell verbindlich lehrt, als Widerspruch zum Evangelium betrachtet. Zum zukunftsweisenden Ökumene-Verständnis, nämlich einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ gibt es nach meiner tiefsten Überzeugung keine Alternative!
Ökumene will kein Verarmungsprozess sein, bei dem man sich auf den geringsten gemeinsamen Nenner einigt; Ökumene will und muss als ein Lern- und Mehrungsprozess verstanden werden, bei dem alle Beteiligten voneinander lernen. Keine Konfession darf und soll ihre Identität aufgeben müssen; zu der Vorstellung von einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ gibt es, wenn alle Beteiligten wahrhaftig und ernsthaft den Gedanken der Ökumene verwirklichen möchten, keine Alternative! Kardinal Walter Kasper hat das Ziel der Ökumene wie folgt formuliert : "Das Ziel der Ökumene ist die sichtbare Einheit, die keine uniformistische Einheitskirche ist, sondern Raum gibt für die legitime Vielfalt der Geistesgaben, Traditionen, Spiritualität und Kulturen.“
Im Übrigen kann ich der in diesem Forum von einigen Teilnehmern ausgeübten Schelte gegenüber der ZdK keinerlei Verständnis abgewinnen. Wahrscheinlich gehe ich nicht fehl in der Annahme, dass dieser Personenkreis sich gegen jede Art von Reform in der kath. Kirche sperrt und damit auch die Grundlinien des von Joh. XXIII. einberufenen 2. Vatikanums aufs strengste ablehnt. Dieser Personenkreis, der sich weniger dem Konzil und desto enger der Opus-Dei-Bewegung bzw. den Legionären Christi sich verbunden fühlen wird, möchte aus der kath. Kirche ein Mausoleum machen. Weil viele engagierte Katholiken sich dieser Zielsetzung, die vom Papst engagiert gefördert und von seiner ihm nahestehenden Entourage mit großem propagandistischen Aufwand vertreten wird, sind allein in Deutschland im Jahre 2010 ca. 200.000 Personen aus der kath. Kirche ausgetreten. Die Pädophilie-Verbrechen von Teilen des kath. Klerus sind nur das „Sahnehäubchen“ dieser Statistik.
Es geht in keiner Weise für das ZdK noch für mich darum, „auf der Welle des Zeitgeistes“ zu schwimmen. Der Personenkreis, der den Befürwortern von Reformen in der kath. Kirche empfiehlt, doch zur evang. Kirche überzutreten, sollte schlichtweg zur Kenntnis nehmen, dass die kath. Amtshierarchie ein akutes Kritikfähigkeitsdefizit aufweist und dieser Personenkreis sich dahingehend im Denken wandeln sollte, dass nicht jede Kritik an der Institution „Katholischer Kirche“ und ihren Strukturen als „Majestätsbeleidigung“ (Klaus Mertes, Jesuit und Rektor des Berliner Canisius-Kollegs) zu verstehen ist.
Noch einmal pointiert möchte ich allen Reformverweigerern zum Ausdruck bringen, dass es noch engagierte Katholiken gibt, die sich mit folgenden Aussagen identifizieren:
• Es soll noch kath. Christen geben, deren religiöse Sozialisation wesentlich durch das 2. Vatikanum beeinflusst worden ist
• Es soll noch kath. Christen geben, die an die Notwendigkeit eines von Johannes XXIII. geforderten Aggiornamentos und von der vom 2. Vatikanum gefundenen Definition einer „ecclesia semper reformanda“ überzeugt sind
• Es soll noch kath. Christen geben, die das Festhalten eines Kirchenverständnisses von Pius IX. und der Enzyklika „Pascendi dominici gregis“ von Pisus X. aus dem Jahre 1907 als einen Irrweg der kath. Kirche im 3. Jahrtausend ansehen
• Es soll noch kath. Christen geben, die nicht der evang. Kirche beitreten möchten, sondern „ihre“ kath. Kirche an den Vorgaben des Jesus von Nazareth und der Bibel reformieren möchten – und nicht anhand der von Menschen geschaffenen Macht- und Herrschaftsinstrumente in der 2000-jährigen Kirchengeschichte, die keinerlei biblische Legitimation haben.
• Es soll noch kath. Christen geben, die die Aussage aus dem Röm.12,2 ernst nehmen: „Wandelt euch durch ein neues Denken“
Paul Haverkamp, Lingen
Wer sind die Kritiker?
Lieber Herr Haverkamp,
sie vermuteten (Hervorhebung durch mich):"Im Übrigen kann ich der in diesem Forum von einigen Teilnehmern ausgeübten Schelte gegenüber der ZdK keinerlei Verständnis abgewinnen. Wahrscheinlich gehe ich nicht fehl in der Annahme, dass dieser Personenkreis sich gegen jede Art von Reform in der kath. Kirche sperrt und damit auch die Grundlinien des von Joh. XXIII. einberufenen 2. Vatikanums aufs strengste ablehnt. Dieser Personenkreis, der sich weniger dem Konzil und desto enger der Opus-Dei-Bewegung bzw. den Legionären Christi sich verbunden fühlen wird, möchte aus der kath. Kirche ein Mausoleum machen."
Sie gehen zumindest zum Teil fehl in der Annahme, dass Kritiker des ZDK nur aus dem Umfeld Opus Dei oder Legionäre Christi kämen! Als Franziskaner stimme ich mit vielem, was aus diesen Teilen der Kirche verlautbart wird, nicht überein. Und dennoch gehören auch diese Gruppierungen zu der, von Ihnen gewünschten, Vielfalt dazu. Ob mir das passt oder angenehm ist oder nicht.
Was mir an einigen Äußerungen des ZDK nicht behagt, ist die Plakativität von Forderungen. Ich kann mich da gelegentlich des Eindruckes nicht erwehren, dass dort auch einzelne Personen, dass Licht einer pupulären Öffentlichkeit suchen.
Wenn Ökumene z.B. auf das gemeinsame Abendmahl oder eine Interkommunion reduziert, bzw. fokusiert wird, könnte dies auch einer Entpolitisierung der Ökumene dienen. Ökumene könnte auch sein, gemeinsam, nebeneinander und verbunden, die Umsetzung/Verwirklichung christlicher Ethik in Politik und Wirtschaft (Gesellschaft) einzufordern. Und meinetwegen dann, immer auch wieder, nebeneinander und verbunden Abendmahl und Eucharistie zu feiern (siehe Taize).
pace e bene
Bernd
von legenden und defiziten....
Herr Haverkamp, eigenartig,wenn man den Modernisten nicht folgt, ist man gleich Fundeamentalist.
Haben Sie schon mal nachgelesen wieviele Katholiken die Pro Ecclesa Petition unterzeichnet habe?
Alles Fundamentalisten?????
Lieber Klaus-K.! Ein
Lieber Klaus-K.!
Ein Zahlenwettstreit kann hier nun wirklich nicht weiterhelfen.
Vielleicht sind Sie mit mir einer Meinung, dass nur eine inhaltliche Diskussion um das Ziel, die kath. Kirche endlich im 3. Jahrtausend ankommen zu lassen, hier weiterführt.
Diesen Diskurs habe ich in Ansätzen (!) in diesem Forum zu führen versucht.
Wie rigide allerdings in Teilen die von Ihnen so bezeichneten „Fundamentalisten“ den Kurs der kath. Kirche bestimmen, möchte ich Ihnen abschließend noch anhand einer Pressemitteilung aus den letzten Tagen verdeutlichen:
„Regensburg. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat eine Veranstaltung des früheren Präsidenten des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Hans Maier, wegen dessen Haltung zur Abtreibung untersagt. Maier wollte am kommenden Montag seine Memoiren im kircheneigenen Diözesanzentrum vorstellen. Das Bistum sei nicht generell gegen einen Auftritt Maiers, sagte Bistumssprecher Clemens Neck. „Es geht speziell um die Memoiren, in denen Maier für eine Schwangerenberatung eintritt, die die Option für die Tötung des Kindes beinhaltet.“ Diese Haltung stimme nicht mit den Positionen der Kirche überein.“
Aus: Passauer Neue Presse – 14.5.2011
Die Süddeutsche Zeitung kommentierte das Leseverbot mit dem Satz:
„Wer soll eigentlich noch Platz in der katholischen Kirche haben, wenn sie schon einem wie Hans Maier die Tür vor der Nase zuschlägt?“
Paul Haverkamp, Lingen
Ach Herr Haverkamp,die
Ach Herr Haverkamp,die Süddeutsche Zeitung.....
Für Gast K
Wo bleiben Ihre Argumente?
Gefühlsduseleien und Diskríminierung einer weltweit angesehenen Zeitung mit großer Reputatuion ob ihrer Fachkompetenz und ihres investivativen Journalismus sind keine angemessene Grundlage für einen kritischen Dialog.
Paul Haverkamp, Lingen
Der Kommentar von Gast hat
Der Kommentar von Gast hat vollkommen recht. Er ist weder böse noch zynisch. Er ist ehrlich.
Nur das wollt ihr nicht lesen. Wehe, jemand hat eine andere Meinung wie Ihr bzw. das ewigvorgestrig-überflüssige Zd"K".
Nein, nicht böse und
Nein, nicht böse und zynisch...
Ihre Antwort sagt alles......
Null Legitimation
Wenn ich den Namen schon höre "Zentralkommite".
Diese Organisation hat für mich keinerlei Autorität für die kath. Kirche und deren Milliarden Gläubige zu sprechen.
Dass hier ex-Politiker sich breit und wichtig machen nervt total.
Der Papst und die Bischöfe haben eine theologisch begründete Legitimation.
Dass die evangelische Kirche sich angesprochen fühlt wundert dagegen nicht.
Eucharistie,Zölibat, Beichte und viele andere Sakramente sind heilig und dürfen durch keinen Verein geschliffen werden.Der Heilige Geist schütze uns vor diesen "Aposteln".
Braue Hilfe
Hallo,
ich brauche mal Hilfe,
ich würde gerne wissen wie und wann sich die ev. Kirche im Ökomenischem Sinne mal auf die Katholiken in den lezten 60 Jahren zubewegt hat. Mir fällt da nichts ein. Ich weiß nur das die Kath. Kirche mit dem II Vaticanum und der Liturgiereform von Paul VI sich auf die ev. zubewegt hat.
Leider weiß ich von der ev. Kirche im Ökonmenischen Sinne nur neagtives wie z.B. das Frau Käßmann in München auf die Einladung der Katholiken in der Frauenkirche zu sprechen die Pille gelobt hat und damit bewusst die Gastgeber vor den Kopf gestoßen hat.
Von einer Katholischen Freundin weiß ich auch das sie in einer evangelischen Gegend den ev. Religionsunterricht besucht hat und das der Lehrer dort immer sehr auf die Katholiken schimpfte und lächerlich machte.
Bitte, könnt Ihr mir helfen und sagen was die ev. Kirche für die Ökomene getan hat ?
Ich meine diese Frage nicht ironisch, würde wirklich gerne wissen ob es da was gibt.
Da kann dir gern geholfen
Da kann dir gern geholfen werden: Es sind die dauernden Einladungen und Impulse zu mehr ökumenischer Zusammenarbeit, die evangelische Kirchen seit mehr als 100 Jahren immer wieder gegeben haben, die Ökumene überhaupt erst in Gang gesetzt haben. Die Kirchen im Ökumenischen Rat der Kirchen, den die RKK bisher immer noch lediglich als Gast besucht, leben seit 1948 Ökumene vor und zeigen damit auch der RKK, dass Ökumenische Zusammenarbeit möglich ist, ohne an Identität zu verlieren. Nur den Exklusivanspruch kann man natürlich nur noch sehr schwer aufrecht erhalten, wenn man andere Kirchen als solche wahrnimmt und anerkennt.
Ich bin evangelischer Pfarrer, wir feiern hier alle unsere Gottesdienste ökumenisch, wir laden ein ohne ansehen der Konfession und gehen damit weite Schritte auf die katholischen Christen zu. Katholiken sind bei uns schon lange selbstverständlich als Paten zugelassen und einem gemeinsamen Abendmahl in konfessionsverschiedenen Ehen steht nichts entgegen.
Ich beschäftige mich intensiv mit katholischer Theologie und den Texten des jüngsten Konzils zur Ökumene und weiss, dass es viele Kollegen ähnlich halten:
Was wir evangelischen an Schritten auf die RKK zugehen? - Sagen wirs kurz: wir halten seit langem die Türen offen und tun dies weiter, wir bleiben gern mit unseren Geschwistern im Gespräch und suchen gern weiter gemeinsam nach Wegen aufeinander zu.
Berichte von Freunden, die mal was gehört haben, gibt es immer... und über alles und jeden. Sollen wir uns darum entmutigen lassen?? Ich glaube nicht!
Ich bin sicher jeder hier wüßte Beispiele zu nennen, wo mal ein Katholik oder ein Baptist oder ein Evangelischer oder ... schlecht über einen (setz ein, was Du magst) geredet hat... Was bringt es, das nun alles gegeneinander aufzuwiegen???
Laßt uns weiter für die Ökumene beten und lasst und weiter Schritt für Schritt aufeinander zu gehen und gemeinsam unseren Herrn bekennen!
Einheit in versöhnter Verschiedenheit
Das Ziel der Ökumene lautet nicht Gleichheit - sondern Einheit!
Der ökumenische Dialog hat sich an zwei entscheidenden Punkten festgefahren:
• Gegenseitige Anerkennung der Kirchen Jesu Christi
• Einladung zum und Anerkennung des eucharistischen Gastmahles
Für konfessionsverbundene Paare ist es ein unerträglicher Zustand, dass zwar massenhaft Ehepartner verschiedener Konfessionen wechselseitig zu den Gottesdiensten gehen und im Allgemeinen auch am Mahl teilnehmen, aber die kath. Kirche dieses Selbstverständliche nach wie vor nicht erlaubt. In seinem öffentlichen Brief zum 5. Jahrestag des Benedikt-Pontifikats mahnt H. Küng zu Recht die Bischöfe, sich nicht immer nur zu kritiklosen Claqueuren vom Papst degradieren zu lassen, sondern sich auch – wie es zunächst in den Konzilspapieren verankert war und im CIC vom Papst wieder gestrichen wurden – auch als Stellvertreter Gottes zu empfinden und mutig – dem Beispiel des Paulus beim Jerusalemer Konzil nachahmende – dem heutigen Petrus unmissverständlich zu widersprechen. Denn die Bischöfe und die unzähligen Christen, die auf ein gemeinsames Herrenmahl warten, können den Papst und seine das ökumenische Mahl verhindernde Entourage auf nichts „Heiligeres“ hinweisen, als auf das Neue Testament; denn dort finden sich:
• Berichte von der Einsetzung und der frühen Praxis des Heiligen Abendmahls in Anknüpfung an Pesach mit dem „Brot der Freiheit“ (Mk 14,12-25)
• in der Apostelgeschichte 3, 42-47
• und im ersten Korintherbrief des Apostels Paulus (11, 17-34)
Notwendig ist es, alle Texte im Zusammenhang zu lesen, und zwar auch in Verbindung mit der Fußwaschung, dem Brotbrechen und dem Liebesgebot sowie dem Weinstock-Reben-Vergleich (Joh 12, 33-35 ; 15, 1-17)
All diese Texte machen uns Menschen im 21. Jahrhundert sehr deutlich, dass zwischen der kath. Kirche und den Kirchen der Reformation das einander Verbindende deutlich überwiegt und das noch Trennende keine Spaltung mehr rechtfertigt. Eine solche von vielen Theologen konfessionsübergreifend vertretene Meinung setzt allerdings voraus, dass das fatale Schreiben des Papstes (Dominus Jesus) aus dem Jahre 2000 zurückgezogen wird und die anmaßende Bezeichnung der Kirchen der Reformation als „kirchliche Gemeinschaften“ auf dem Müllhaufen der Kirchengeschichte entsorgt wird. Der Leitsatz für jedes ökumenische Gespräch der christlichen Kirchen untereinander kann nur noch lauten : Extra christum, nulla salus! Die katholische Kirche muss endlich auf jede Depotenzierung der Reformationskirchen verzichten und sich von ihrem Grundsatz : Extra ecclesiam, nulla salus und sich zugleich damit einhergehend von ihrer Verweigerungshaltung eines auf Augenhöhe erforderlichen Dialogs verabschieden. Wer sich von nicht mehr von der Bibel zu legitimierenden Blockade-, Macht- und Überlegenheitsdenken verabschieden kann, der muss sich ernsthaft fragen lassen, ob er ein „Warten auf Godot“ zur Gesprächsleitlinie werden lassen möchte.
In einem Thesenpapier aus dem Jahre 2003 stellten die Theologen des „Instituts für Ökumenische Forschung“ an der Universität Tübingen fest:
„Die Kirchen stimmen darin überein, dass Jesus Christus selbst als Geber und Gabe zum Abendmahl / zur Eucharistie einlädt. In seinem Geiste versammeln wir uns. Alles kirchliche Handeln - wie die Glaubensgemeinschaft die Feier des Herrenmahles gestaltet, wer ihr in Christi Auftrag vorsteht, wie seine Botschaft verkündigt und verständlich gemacht wird - hat seinen Sinn und seine Berechtigung darin, der Selbstvergegenwärtigung Jesu Christi zu dienen. Die Kirche steht nicht über dem eucharistischen Gastmahl, sondern in seinem Dienst. Sie „verfügt“ nicht über das Herrenmahl. Vielmehr ist sie und bleibt sie stets Empfangende, auch wenn sie es ist, die die Einladung zum Tisch des Herrn in seinem Namen ausspricht… Eucharistische Gastfreundschaft ist möglich, ohne dass zuvor eine vollständige Übereinstimmung im Eucharistie- sowie Amts- und Kirchenverständnis erreicht sein muss.“
Wenn also durch die Taufe auch alle evangelische Christen zum „Leib Christi“ gehören, so bleibt dann doch daraus zu folgern, dass die katholische Kirche nicht für sich das Recht in Anspruch nehmen darf, dass „die Kirche als Sakrament des Heils in Christus geschichtlich (allein) voll verwirklicht (ist) in der katholischen Kirche“ (Bischof Müller). Gewiss bewegt sich Müller hier auf der Argumentationsebene von Papst Johannes Paul II., der in gleich skandalöser Argumentation die evangelischen Glaubensbrüder im Jahre 2000 in der Erklärung „Dominus Jesus“ ausgrenzte mit der Aussage, dass die Kirche Jesu Christi im vollen Sinne nur in der katholischen Kirche subsistiere und die Kirchen der Reformation nicht Kirchen im eigentlichen Sinne seien.
Im Übrigen empfehle ich den Skeptikern bzw. Ablehnern einer gemeinsamen ökumenischen Eucharistiefeier den Rat von Jörg Zink: „Wie wäre es, wenn wir, ehe wir diskutierten, das Abendmahl erst einmal miteinander feiern würden? Wir wären dann seinem Geheimnis und gewiss auch einander näher."
Den Papst und alle, die eine gemeinsame Mahlfeier glauben verhindern zu müssen, sollten immer wieder mit folgenden Selbstverständlichkeit konfrontiert werden:
• „Jesu Tisch kannte keine Zulassungsprobleme außer der Frage, ob einer sich treffen ließ von der Liebe Jesu.“(Ernst Lange) Die von der kath. Kirche vorgenommenen Sanktionen gegen die kath. Theologen Gotthold Hasenhüttl und Bernhard Kroll bedürfen einer sofortigen Rücknahme; denn sie haben nur das getan, was für Jesus als selbstverständlich und Gemeinschaft mit Gott stiftend immer wider praktiziert hat. Die kath. Kirche steht nicht über dem eucharistischen Gastmahl, sondern in seinem Dienst. Sie „verfügt“ nicht über das Herrenmahl. Vielmehr ist sie und bleibt sie stets Empfangende, auch wenn sie es ist, die die Einladung zum Tisch des Herrn in seinem Namen ausspricht.
• Im Gegensatz zur Dominus-Jesus-Aussage von Johannes Paul II. bleibt jedoch festzustellen, dass durch die Taufe alle Christen Anteil an der „einen“ Kirche Christi haben und dass durch die gegenseitige Anerkennung der Taufe alle Christen zu der einzigen Kirche Jesu Christi gehören. Nach 1. Korinther 12,13 ist die Taufe Eingliederung in den Leib Christi und nicht nur in eine Konfessionskirche. Nach dem Ökumenismusdekret des 2. Vatikanischen Konzils begründet die Taufe „ein sakramentales Band der Einheit“ zwischen den getrennten Christen (Nr. 22). Die katholische Kirche muss sich daran erinnern lassen, dass die Grenzen des Leibes Christi weiter sind als die Grenzen der eigenen Kirche!
Es ist theologisch unzulässig und pastoral problematisch, wenn sich die katholische Kirche auf den Willen Jesu oder die ungebrochene Tradition der Kirche beruft, um ökumenisches Miteinander bei der Abendmahls- und Eucharistiefeier zu unterbinden. Entscheidend dagegen ist für die Nachfolger Jesu, dass Menschen sich seiner erinnern, seine Gegenwart in Wort und Sakrament feiern und versuchen, seine Botschaft in der Welt erfahrbar werden zu lassen.
Der Braunschweiger Landesbischof Weber schilderte im letzten Jahr aus evangelischer Perspektive nach meiner Ansicht zutreffend, wie weite Kreise der kath. Kirche sich Ökumene vorstellen:
„Die katholische Kirche ist bereit, ihre Tür zu vergrößern, damit auch der evangelische Schrank in ihr Haus passt.
Aber die Struktur des Hauses ist nach ihrer Überzeugung von Gott vorgegeben in der Gemeinschaft der Bischöfe als Nachfolger des Apostelkollegiums mit dem Papst als seinem Haupt. Und erst wenn über die Struktur des Hauses, also über das Verständnis von Kirche, Einheit herrscht, dann ist auch die gemeinsame Feier des Abendmahles als Ausdruck dieser Gemeinschaft möglich. Die Abendmahlsgemeinschaft ist hier also Endpunkt einer ökumenischen Entwicklung.“
Festzuhalten bleibt, dass die wesentlichen Merkmale der Kirche die Wortverkündigung und die Sakrament sind. So heißt es auch in der Confessio Augustana:
„Est autem ecclesia congregatio sanctorum, in qua evangelium pure docetur et recte administrantur sacramenta."
Die Kirche ist also die Versammlung der Gläubigen, in der das Evangelium rein gelehrt und die Sakramente richtig verwaltet werden. Auf dieser Grundlage ist eine Vielfalt von Kirchenverständnis möglich.
Kardinal Walter Kasper hat das Ziel der Ökumene wie folgt formuliert : "Das Ziel der Ökumene ist die sichtbare Einheit, die keine uniformistische Einheitskirche ist, sondern Raum gibt für die legitime Vielfalt der Geistesgaben, Traditionen, Spiritualität und Kulturen.“ Einer solchen Formulierung kann man nur zustimmen , zumal sie sich von der Formulierung einer „Wischiwaschi-Ökumene“ des Regensburger Bischofs Müllers wohltuend und zugleich zukunftsweisend abhebt.
Keine Kirche einfach das Erbe ihrer Väter und Mütter im Glauben aufgeben. Im Bereich der Ökumene geht es nicht um einen Weg aus der Wahrheit heraus, sondern um einen Weg tiefer in sie hinein. Die von so vielen Christen herbeigesehnte Ökumene kann nur bedeuten, dass die angestrebte Einheit eben nicht darin besteht, dass eine Kirche ihre Eigenheiten aufgibt, dass Ökumene keine „Gleichmacherei“ anstrebt, sondern dass beide Kirchen, beide Traditionen sich gegenseitig bereichern können, dass beide sich in ihrer Verschiedenheit akzeptieren und schätzen und als „vollgültig“ anerkennen, dass beide darauf verzichten, sich als Besitzer der alleinigen Wahrheit zu wähnen und sich stattdessen als Suchende, als auf dem Weg Seiende verstehen.
Vertreter beider Konfessionen sollten einsehen, dass es nicht darum geht, dass die Evangelischen katholischer und die Katholischen evangelischer werden müssen; Ökumene kann nicht auf eine totale Einheit in allen Einzelfragen hinauslaufen, aber notwendig ist, dass keine Kirche das, was eine andere Kirche amtlich offiziell verbindlich lehrt, als Widerspruch zum Evangelium betrachtet. Zum zukunftsweisenden Ökumene-Verständnis, nämlich einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ gibt es nach meiner tiefsten Überzeugung keine Alternative!
Ökumene will kein Verarmungsprozess sein, bei dem man sich auf den geringsten gemeinsamen Nenner einigt; Ökumene will und muss als ein Lern- und Mehrungsprozess verstanden werden, bei dem alle Beteiligten voneinander lernen. Keine Konfession darf und soll ihre Identität aufgeben müssen; zu der Vorstellung von einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ gibt es, wenn alle Beteiligten wahrhaftig und ernsthaft den Gedanken der Ökumene verwirklichen möchten, keine Alternative!
Dass katholische Laien in Erfurt das Thema „Ökumene“ zu einem zentralen Diskussionsthema erhoben haben, begrüße ich sehr. Viel wichtiger als das für den „normalen“ Christen kaum noch nachvollziehbare Gezänk der Theologen ist das Leiden der betroffenen Menschen, die sich als Opfer theologischer Macht- und Ränkespiele fühlen und nichts sehnlicher wünschen, als das „alle eins sind“ (Joh 17,21).
Paul Haverkamp, Lingen
Danke!!
Kann im wesentlichen gern zustimmen!!! (Dominus Iesus lese ich allerdings etwas anders, ich lese es lieber in seiner Gänze als Schreiben gegen die gegenwärige allgemeine Gleich-Gültigkeit und als vehementes Votum für eine Wahrheit... und der monierte Satz ist ja nun wahrlich sooo neu auch nicht... aber als Evangelischer Pfarrer und Theologe darf ich da vielleicht auch anders lesen)
Ich lese mit größter Freude die Texte und Bücher zu Theologie und Kirche von Peter Neuner und auch von Peter Knauer SJ. Beider Entwürfe zeigen auf, wie Ökumene möglich werden kann!!
Einheit.....
Herr Haverkamp sollte als katholischer Christ schon auf den Unterschied
von Eucharistie und Abendmal hinweisen.
Oder ist er schon so protestantisch, dass er nicht mehr weiss was er schreibt?
Wenn Argumente fehlen, kommt nur Kleinkariertes
Selbstverständlich kenne ich die unterschiedliche Nomenklatur in der kath. und evang. Kirche. Herr k.m. braucht sich deshalb keine Sorgen zu machen.
Doch mit der Bezeichnung identifiziere ich mich mit dem letzten Mahl Jesu am Vorabend seines Todes (Mk 14,22ff, Lk 22, 19, Mt 26,26, 1. Kor 11,23, u.a.)
Mir großer Wahrscheinlichkeit gehe ich nicht fehl in der Annahme, dass auch k.m. als katholischer Christ in einer katholischen Kirche aus voller Kehle das Kirchenlied mitsingt:
„Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod…“ (Gl Nr. 537)
oder singt er tatsächlich:
„Bei der letzten Eucharistiefeier, die Nacht vor seinem Tode…“?
Paul Haverkamp, Lingen
Katholische laien...
Was heisst katholische Laien??
Wir wollen auch die Ökumene, aber keine Verwässerung!
Wir sind und bleiben römisch katholisch!
Wir sind dankbar in dieser katholischen Kirche sein zu dürfen.
Beten wir füreinander.
recht so, Geschwister, bleibt
recht so, Geschwister, bleibt bei aller Ökumene unbedingt katholisch!!! Aber schaut ruhig mal, wie wir Evangelischen trotz Ökumene evangelisch bleiben und wie die orthodoxen trotz Mitgliedschaft im ÖRK orthodox bleiben etc. Das Eine soll und muss das Andere gar nicht ausschließen!!
Kann ich nur zustimmen
Kann ich nur zustimmen
Lieber Heyfisch, eigentlich
Lieber Heyfisch,
eigentlich heißt es nicht "richtiges Verständnis", sondern es geht darum "in rechter Weise disponiert" zu sein (siehe auch CIC, Buch 4: Heiligungsdienst der Kirche, Sakramente (Can. 840 ff.)), d.h., welche Vorraussetzungen müssen zum Empfang der Eucharistie gegeben sein.
pace e bene
Bernd
Der ZdK repräsentiert auf
Der ZdK repräsentiert auf keinem Fall die katholischen Laien! Ihm fehlt schlichtweg die demokratische Legitimierung. Es handelt sich hier mehr um ein handverlesenes ideologisch festgelegtes Grüppchen, welches innerhalb der kath. Kirche stark kritisiert wird.
Bin selbst kath. Laie und kenne zum Beispiel in meiner Pfarrei nicht einen der sich mit dem ZdK und seinen kruden Forderungen identifiziert.
Frei entscheiden
Auch ich lehne die Forderungen des ZdK vollkommen ab.Das ist für mich Vereinsmeierei ohne große theologische Substanz.Ich entscheide mich in Freiheit für die römisch katholische Kirche.Mehr Gnaden und Glück kann ein Mensch nicht geschenkt bekommen.Wers nicht glaubt sollte sich einmal in Ruhe in eine katholische Kirche begeben. Selbst wenn er nur da sitzt ohne Beten und Glauben kann er Gott erfahren, sofern er bei ihm anklopft.
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