Kritik - Ulrich Fischer, badischer Landesbischof der Evangelischen Kirche, zeigt sich irritiert von Aussagen in Papst Benedikts Regensburger Rede und wünscht sich für die Zukunft offenere Worte.
Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Ulrich Fischer, sieht das Wirken von Papst Benedikt XVI. kritisch. "Irritiert haben mich seine Annäherungen an die ultrakonservativen Piusbrüder sowie seine schroffen Worte gegen den Protestantismus in der Regensburger Rede", sagte Fischer dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag). "Für die Zukunft wünsche ich mir von ihm offenere Worte, gerade in der jetzigen Krise durch die Missbrauchsskandale." Benedikt XVI. ist am Montag, den 19. April, fünf Jahre im Amt.
Dagegen verteidigt Maria Böhmer (CDU), Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, den Papst. "Benedikt XVI. versteht es in faszinierender Weise, sowohl mit der Kraft seiner Worte als auch mit der Wärme seines Herzens die Menschen zu erreichen", lobte die Staatsministerin im Bundeskanzleramt. "Zugleich gibt Benedikt mit seinem Eintreten gegen religiöse Beliebigkeit der katholischen Kirche Kraft und Orientierung."







Kommentare
Vom Saulus zum Paulus? Oder umgekehrt?
ekiba aktuell (13.07.07)
Den Weg miteinander weitergehen
Zum dem am Dienstag bekannt gewordenen vatikanischen Dokument „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ äußert sich Landesbischof Dr. Ulrich Fischer wie folgt:
„In der Sache geht das Dokument nicht über die Erklärung ‚Dominus Iesus’ aus dem Jahr 2000 hinaus. Man muss die Offenheit würdigen, mit welcher Rom diese die Lehre der Kirche betreffende Sicht darlegt, wohl wissend, dass sie beim ökumenischen Partner schmerzhafte Reaktionen auslösen muss. Das vatikanische Dokument bekräftigt allerdings auch, dass nicht-katholische Kirchen Mittel des Heils sein können.
Unsere ökumenischen Beziehungen vor Ort wird das Dokument nicht belasten. Wir sehen uns weiterhin gemeinsam mit der Erzdiözese Freiburg und den anderen Kirchen in Baden-Württemberg auf dem Weg. Was wir zusammen tun können, wollen wir tun; was wir nicht gemeinsam machen, müssen wir erklären. Die Frage nach dem Amtsverständnis oder dem gemeinsamen Abendmahl darf dabei nicht alleiniger Gradmesser des ökumenischen Miteinanders sein. Es wird auch weiterhin Fragen geben, an denen wir theologisch gemeinsam noch weiterarbeiten müssen.
"Ökumene ist ein gemeinsamer Weg in der Nachfolge Jesu Christi."
Nach evangelischem Verständnis muss in der Tat ein ökumenischer Weg gefunden werden, der die Anerkennung des römischen Primats und die Bindung der Apostolizität der Kirche an die bischöfliche Amtssukzession nicht als unumgängliche Voraussetzungen ökumenischer Verständigung ansieht. Dabei müssen wir Evangelischen uns die Frage stellen lassen, wie wir den Primat des Papstes verstehen können. Ich könnte mir eine Annäherung an ein Verständnis des Papstamtes ausschließlich im Sinne eines Ehrenprimates vorstellen. Auch die Frage, inwieweit wir in den evangelischen Kirchen das Bischofsamt als das Amt, welches die Einheit der Kirche symbolisiert, stärker in der Ordination der Pfarrerinnen und Pfarrer einbinden können, verdient weitere Beachtung.
Ökumenisches Gespräch darf nicht bedeuten, dass wir alleine Kritik an der katholischen Kirche üben und umgekehrt. Ökumene ist ein gemeinsamer Weg in der Nachfolge Jesu Christi. Vor allem in der geistlichen Ökumene, im gemeinsamen Gebet und in gemeinsamen Gottesdiensten liegen noch viel mehr Chancen, als wir sie momentan nutzen.“
Landesbischof Dr. Ulrich Fischer
Milchmädchenrechnung
Was dieser Rückgriff eines evang. Landesbischofs auf alte Kamellen der ökumenischen Frostära soll, bleibt mir unerfindlich. Will Fischer die röm.-kath. Bischöfe in Deutschland von Rom loseisen? Dann müsste man von einer Milchmädchenrechnung sprechen.
Erwartungen
Und was kann der Papst von uns evangelischen Christen erwarten?
Im Glaubensbekenntnis sagen wir auch nichts anderes als dass es nur "die christliche Kirche" gibt. Nur eine Kirche Jesu Christi, nicht deren 5 10 oder 100. Das sagt der Papst auch. Und aus seiner Sicht ist das natürlich die römisch-katholische.
Irgenwie hab ich bei manchen das Gefühl, dass sie wie das schmollende Kind in der Ecke sitzen und beim Thema Ökumene nur brummeln, dass niemand mit ihnen spielen will und die anderen seien ja so doof.
Ökumene heitß nicht, wir bleiben alle so wie wir sind und das nebeneinanderher. Ökumene kann nur sinn manchen unter dem sehr langfristigen Ziel einer vollen Gemeinschaft ALLER Christen in der einen Kirche Jesu Christi.
Was sind wir bereit dazu beizutragen, diese Gemeinschaft herbeizuführen?
S.R.
Wege zu Gott
Wieviele Wege gibt es zu Gott?
Soviele Wege wie es Menschen gibt, jeder von uns hat seinen eigenen persönlichen Weg zu Gott.
Diese Frage war nicht an irgendjemanden gerichtet, sondern an den Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Kardinal Ratzinger.
Die Anwort ist doch ziemlich ähnlich dem, was sie, jettchen, schreiben.
Sehr gut die römisch-katholische Kirche von innen zu kennen, ist eine nicht haltbare Aussage. diese Kirche besteht aus über einer Milliarde Menschen überall auf der Welt. Und diese kennen sie so gut?
Ein Leib viele Glieder. Und dieser eine Leib ist auf Erden die eine Kirche Jesu Christi.
Und darum kann es nicht mehrere Kirchen geben!
Und das genau ist die Position des Papstes.
Im vorherigen Beitrag wurde ja geschrieben, dass er Papst die evangelische Kirche nicht mal für Kirche im eigentlichen Sinne hält. Und da hab ich den Grund genannt warum er das nicht tuen kann.
Glaubensgemeinschaften haben nur mal etwas "exclusives" an sich, also etwas ausschließendes.
Sie tun übringens genau das gleiche, jettchen, was sie dem Papst vorwerfen. Die anderen schlecht machen.
Protestantisches Unverständnis
Wann endlich verstehen die Protestanten, dass es eine weiterführende Ökumene mit ihnen nur dann geben kann, wenn sie die Bibel wieder so ernst nehmen wie ihre reformatorischen Urgestalten. Bis dahin wird es wohl so bleiben, dass Staatsministerinnen mehr begreifen als Landesbischöfe.
Worauf es ankommt!
Ein wenig scheinen die Begriffe durcheinander zu gehen, wenn hier das Ernstnehmen der Heiligen Schrift und die Rückkehr zu den "reformatorischen Urgestalten" der evangelischen Kirche als "Reise zurück ins Mittelalter" bezeichnet werden. Luther und die andern Reformatoren kritisierten verschiedene Mißbräuche (abusus) in der ihnen zeitgenössischen römisch-katholischen Kirche, wollten aber keineswegs eine neue Kirche gründen. Ihr Aufbruch weg von den Pfützen hin zu der einen und gesunden Quelle des Heils ist schwerlich mit der Kategorie "mittelalterlich" in Verbindung zu bringen. Entscheidend dürfte sein, daß auch wir uns allein an dieser Quelle und mithin an unserm HERRN Jesus Christus selber orientieren, und das gilt im übrigen auch im Verhältnis zu der uns zeitgenössischen römisch-katholischen Kirche und dem Papst.
Reformatorische Erfahrung
Soweit ich sehe, haben Sie Recht. Ernstnehmen der Heiligen Schrift und Rückkehr zu den "reformatorischen Urgestalten" schließt Bekenntnistreue mit ein. Ich sagte, daß die Reformatoren keine neue Kirche gründen wollten. Nicht umsonst sind der Augsburgischen Konfession die drei altkirchlichen Bekentnisse vorangestellt. Die Kirche ist der mystische Leib Christi, und die Reformatoren haben genau aus dieser Erfahrung heraus agiert. Zum andern müsssen wir - eben auch als evangelische Christen und als evangelische Kirche - sehr ernstnehmen, was uns die andern Christen und christlichen Kirchen zu sagen haben. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso es uns nicht schmerzen soll, daß wir mit Katholiken und Orthodoxen nicht gemeinsam zum Tisch des Herrn gehen können. Natürlich tut uns das weh. Paulus sprach davon, daß uns das Amt der Versöhnung aufgetragen ist. Andererseits ist es nun gar nicht angebracht, mit dem Fuß aufzustampfen und von den andern zu verlangen, daß sie diese Dinge bei uns anerkennen, wenn sie dabei Argumente haben. Wir müssen doch sehen, wie sich z.B. die Römisch-katholische Kirche, nicht zuletzt auch unter Federführung von J.R., in Sachen Rechtfertigungslehre bewegt hat. Das war der Punkt, der in der Reformationszeit unsere Kirchen auseinandergetrieben hat, und jetzt haben wir in diesem "articulo stantis et cadentis ecclesiae" Einigkeit. Es ist sehr unfair und auch nicht redlich, diesen Punkt einfach zu verschweigen, wenn man über B.XVI spricht. Das heißt ja absolut noch lange nicht, daß wir deshalb römisch-katholisch werden, aber ökumenisch könnte sich wohl doch einiges in Richtung auf die eine, heilige, apostolische und katholische (i.S. von allumfassende) Kirche bewegen. Immerhin hat ja Christus selbst dafür gebetet (Joh. XVII). Wichtig ist hier, daß wir wirklich Seinem Wort treu bleiben und in Lehre und Leben wieder dahin zurückkehren. Aber noch einmal: das hat rein gar nichts mit irgendeinem Mittelalter zu tun, sehr wohl aber mit einer Rückkehr zur Fülle der Wahrheit, die wir allein in, mit und bei Christo finden.
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