Leben im Pfarrhaus - als Single, Homo-Paar oder Familie

Mann + Mann = Liebe

Für manche Christen nach ihrem Bibelverständnis undenkbar: Gleichgeschlechtliche Paare in Pfarrhäusern. Theologiestudenten in Münster sagen: Die Vater-Mutter-Kind-Vorstellung ist überholt. Foto: iStockphoto / Jonathan Downey

Lebensformen - Auf einem Studientag in Münster beschäftigten sich angehende Pfarrer mit dem Thema "Das Pfarrhaus an der Schwelle zum 21. Jahrhundert". Teil der Veranstaltung war auch die Auseinandersetzung mit dem offenen Brief der Altbischöfe, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften von Pfarrern ablehnen.

Von Maike Freund

Welche Ansprüche wird die Gemeinde an meinen Mann haben? Wie wird mein Partner mit dem Titel Pfarrfrau oder Pfarrmann umgehen? Und wie werden die Gemeindemitglieder mit mir und meinem homosexuellen Partner umgehen? Fragen, die sich viele der Pfarramtsanwärter vor Beginn ihres Studiums nicht gestellt haben. Für die das Studium keinen Raum vorsieht. Und die immer drängender werden, je näher der Berufseinstieg rückt.

Deshalb richtete der Studierendenrat Evangelischer Theologie (SETh) am Wochenende das Seminar zum Thema zum Thema "Single, same sex, Superfamilie. Das Pfarrhaus an der Schwelle zum 21. Jahrhundert" aus. Dass dieses gerade in eine Zeit fiel, in der die Altbischöfe mit einem offenen Brief gegen homosexuelle Pfarrerspaare plädieren, ist Zufall. Denn das Thema wurde schon im Herbst vergangenen Jahres festgelegt.

Ist nur die heterosexuelle Ehe christlich?

Aber gerade weil der offene Brief der Altbischöfe in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, war das gesetzte Thema umso aktueller. Der Brief stellt als Leitbild der Evangelischen Kirche die Ehe und die Familie heraus, und zwar allein die heterosexuelle Ehe. Die Altbischöfe lehnen gleichgeschlechtliche Partnerschaften bei Pfarrern ab. Auslöser für die Stellungnahme war die Einigung der EKD auf ein gemeinsames Pfarrdienstgesetzes für alle Landeskirchen.

Dass allein die heterosexuelle Ehe eine Partnerschaft im christlichen Sinne ist, ist den Studierenden jedoch zu eng gefasst. Eine Beziehung sei nicht dann glücklich, wenn sie eine bestimmte Geschlechterkonstellation erfülle, heißt es in den Forderungen des Studierendenrats an die EKD. Das Gelingen einer Partnerschaft "im christlichen Sinne sollte sich – wie vom Pfarrdienstgesetz gefordert – an den Kriterien Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitiger Verantwortung messen lassen."

Bericht eines schwulen Pfarrers: "Einfacher als gedacht"

Einer, der mit der Diskrepanz zwischen Homosexualität und Kirche lebt, ist Gunter Volz: "Zuerst war ich auch nicht sicher, ob ich das Pfarramt und meine Homosexualität unter einen Hut bekomme", sagte er. Aber dann war es doch einfacher als gedacht. Denn die Gemeinde wollte ihn. Und so war Volz einer der ersten, der als homosexueller Pfarrer mit seinem Partner in ein Pfarrhaus einzog. Natürlich gab es zu Anfang Gerede. Aber seine Erfahrungen im Pfarrhaus sind "durchweg positiv".

Damals, sagt er, war Homosexualität bei Pfarrern nicht im Bewusstsein der Menschen. Heute sei das anders. Die Gesellschaft und die Kirche seien ein gutes Stück vorangekommen. Dass die Kirche also wegen des Briefes der Altbischöfe wieder zurückrudere, kann er sich nicht vorstellen. Er sagt: "Niemand hat die Kirche umgeworfen, nicht die Frau und nicht die Schwulen." Seine Sorge ist, dass sich Schwule und Lesben von dem Brief der Altbischöfe abgelehnt fühlen, sich nicht mehr als Gleiche unter Gleichen empfinden, sondern als Außenseiter und sich deshalb von der Evangelischen Kirche abwenden.

Keine Vater-Mutter-Kind-Familie mehr

Wie sehr sich das Bild von Familie und Ehe verändert habe – nicht nur im Hinblick auf Homosexualität –, zeige sich am Beispiel Pfarrhaus, sagt Iilona Nord, Professorin für Praktische Theologie an der Universität Hamburg und Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Denn die ursprüngliche bürgerliche Pfarrfamilie aus Vater, Mutter und vier Kindern, die früher ein Pfarrhaus bezogen habe, sei so nicht mehr existent. Stattdessen gebe es immer mehr Singles oder Alleinerziehende, Partner seien in der Regel berufstätig und könnten so die Aufgabe der Pfarrersfrau oder des -mannes nicht mehr wahrnehmen, erklärte sie. Und somit würden sich auch die Anforderungen an den Beruf des Pfarrers ändern.

Egal ob es um die Frage der Homosexualität oder um Alleinerziehende im Pfarrberuf geht: Für die Theologiestudenten des Seminars in Münster bedeutet eine christliche Lebensführung den "vorurteilsfreien Umgang mit sexuellen Orientierungen und Lebensformen". Sie fordern eine neue Positionierung von Seiten der EDK.


Das Impulspapier des Studienrats Evangelischer Theologie (SETh) gibt es hier.

Maike Freund ist freie Journalistin in Dortmund.

Kommentare

Verfasst von HannoTerbuyken am 2. Februar 2011 - 10:32.

Schließung der Kommentare

Liebe Leser, Nutzer und Diskussionswillige, wir haben den klaren Eindruck, dass...

Liebe Leser, Nutzer und Diskussionswillige,

wir haben den klaren Eindruck, dass hier alle Argumente ausgetauscht sind. Wir schließen daher diesen Diskussionthread, laden sie aber ein, sich mit den theologischen Auseinandersetzungen zum Thema zu beschäftigen, die erste von Prof. Dr. Jürgen Ebach, hier zu finden.

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Hanno Terbuyken
evangelisch.de

Verfasst von Gast G.A. am 26. Januar 2011 - 20:07.

gleichgeschlechtliche Paare

Sollten homosexuelle PfarrerInen mit ihren Partner im Pfarrhaus wohnen dürfen?...

Sollten homosexuelle PfarrerInen mit ihren Partner im
Pfarrhaus wohnen dürfen?
Diese Frage ist meiner Ansicht nach mit "egal" zu beantworten,
denn es gibt Menschen für die existieren die Gebote Gottes nicht,
andere leben nach ihnen.
So wie es "lebendige" und "tote" Gemeinden gibt.
Gott ist HEILIG ! Ein Pfarrer sollte nicht nur vorbildlich leben,
sondern auch eine Berufung für diesen Dienst haben.
G.A.

Verfasst von Gast am 25. Januar 2011 - 15:09.

Flohzirkus

Es nervt zunehmend, daß hier bzw. in unserer Kirche nur noch über Randfragen...

Es nervt zunehmend, daß hier bzw. in unserer Kirche nur noch über Randfragen palavert wird. Diese ganze Diskussion ist doch nur ein Symptom dafür, daß sich die EKD in einem sich immer mehr beschleunigenden Prozeß des geistigen, geistlichen und theologischen Zerfalls befindet. Wenn sich schon Bischöfe öffentlich über die Grundlagen unseres Glaubens in die Haare kriegen, wie muß es dann erst unter Pfarrern oder in den Gemeinden zugehen? Die evangelische Kirche ist offenbar keine Kirche mehr, sondern bestenfalls ein theologischer Flohzirkus, wo jeder genau das "Evangelium" denken, glauben und predigen kann, das ihm gerade nützlich erscheint.

Verfasst von maleachi- am 26. Januar 2011 - 18:00.
Kommentar auf: Flohzirkus

Lieber Gast! Ich sehe es

Lieber Gast! Ich sehe es genau anders herum. Die Tatsache, dass noch voller...

Lieber Gast!

Ich sehe es genau anders herum. Die Tatsache, dass noch voller Inbrunst über Fragen des Glaubens diskutiert wird (keineswegs Randfragen, wie Sie meinen, denn was hinter dieser Frage ja auch steht, das wird immer deutlicher, ist eine grundsätzliche Bestimmung des Schriftverständnisses und Umgangs mit der Bibel), ist für mich vielmehr ein Indiz dafür, dass unsere Kirche gestärkt wird. Die große Stärke des Protestantismus ist seine Vielschichtigkeit, seine Tendenz zum Widerspruch, seine Konfliktfähigkeit in alle Lebensbereiche hinein.
Eine evangelische Kirche, die keinen Anstoß nimmt und an der kein Anstoß genommen wird, ist krank, schwach und weit entfernt von einer lebendigen Kirche. Das heißt nicht, dass es innerhalb der Kirche nicht auch Harmonie und Friede geben kann, aber immer nur im Wissen um die Glaubensvielfalt, in toleranter Annahme.
Dass diese Toleranz im Rahmen einer existenziellen Diskussion manchmal auf der Strecke bleibt ist ja auch klar.

Ich freue mich darüber, dass es Menschen gibt, die bereit sind für ihre Überzeugungen einzustehen und in Glaubensfragen nicht ignorant bleiben.
Wer diskutiert, kann überzeugt werden, oder zumindest die Argumente der Gegenseite kennen lernen und sich dazu positionieren.
Das ist mir alle mal lieber, als ein desinteressierte Wohlfühlkirche mit Wellnessmahl am Servicetischchen, vollkommen säkularisiert und auf Event ausgerichtet.
Lg m.

Οὐ γὰρ ἐπαισχύνομαι τὸ εὐαγγέλιον, δύναμις γὰρ θεοῦ ἐστιν εἰς σωτηρίαν παντὶ τῷ πιστεύοντι

Verfasst von Gast am 21. Januar 2011 - 17:23.

Sünde vs. Sünder

Ich habe ein Problem damit, dass man sagt, das Bild von Familie habe sich ver...

Ich habe ein Problem damit, dass man sagt, das Bild von Familie habe sich verändert und daher muss die Kirche zu anderen Antworten, zumindest mit einer anderen moralischen Bewertung hinterherkommen. Müssen wir wirklich ethische und moralische Masstäbe an die Realität anpassen? Für mich ist das kein Argument, was 80% der Gesellschaft denken. Entscheidend ist doch die christliche Lehre, das Fundament, das einem ja gerade in wechselnden Zeiten der Gesellschaftssysteme trägt. Richtig und falsch oder besser theologisch gesagt gut und böse lässt sich nicht nach Mehrheiten steuern, denn auch die Einwohner Sodoms und Gomorrhas haben ihre Wertvorstellungen angepasst. Darüber hinaus finde ich es interessant, dass zunehmend davon gesprochen wird, die klassiche Familie bestehend aus Vater, Mutter und Kind(ern) seien verstaubte oder überholte Familienbilder. Die klassische Familie ist weiterhin auch im Jahr 2011 die wesentliche Säule bzw das Ideal in der Gesellschaft. Selbst wenn die Zahl der Alleinerziehenden und sogenannter "Patchworkfamilien" zugenommen haben, sind es doch Notkonstrukte von gescheiterten Menschen, die sich nicht gegen die Familie als besseres Konzept entschieden haben, sondern die nach einem Scheitern nun eine Notlösung fahren. Niemand plant sein Leben so, dass er sein Ideal "Alleinerziehender" verfolgt, sondern die meisten möchten ja schon Familie sein. Oder mit einem anderen Bild, nur weil viele Menschen einen Kleinwagen fahren, heisst es nicht automatisch, dass sie nicht eigentlich lieber Porsche fahren würden. Die Kirche hat Maßtab zu sein für Ethik und Moral, an der sich die Menschen orientieren können und nicht umgekehrt. Was die homosexuellen Pfarrhäsuer angeht, so ist derzeit die Auffassung des EKD-Präses Schneider, ein Aneinanderreihen von Bibelzitaten sei hier nicht hilfreich. Was ich im Gegenzug vermisse, ist eine  fundierte theologische Analyse der Bibel, so wie Herr Schneider sie sieht. Ich habe den Eindruck, eine biblisch begründete Antwort ist in der evangelischen Kirche immer weniger gefragt, zumindest erscheint es mir dringend geboten, dass die Nachfahren Luthers ihr Verhältnis zum Schriftwort klären.

Verfasst von bundesbedenkent... am 24. Januar 2011 - 0:44.
Kommentar auf: Sünde vs. Sünder

Keine Angst, niemand richtet

Keine Angst, niemand richtet sich nach der Gesellschaft, lediglich nach der...

Keine Angst, niemand richtet sich nach der Gesellschaft, lediglich nach der Bibl. Es gibt keine Bibelstelle, die Homosexalität verbieten würde. Wieso dann noch eine Analyse von Schneider? Er ist ja auch nicht unfehlbar,also ist es recht irrelevant für uns, wie er die Bibel sieht.

Das Problem beim Aneinanderreihen der Bibelzitate ist ja nicht, daß es sich dort m Bibeltexte handelt. Das Problem ist auch nicht, daß man Bibelstellen falsch interpretieren würde (wobei das schon für viele Probleme mitgilt), das Problem ist, daß bei diesem Bibelzitateaneinanderreihen ein Götze geschaffen wird, der nun als unfehlbar bezeichnet und dem allein gefolgt wird, unabhängig von Gott. Dieser Götze ist der Bibeltext, der ohne den Heiligen Geist ist.

Bibeltext, der nicht vom Heiligen Geist aufgeschlossen ist, kann Anregungen geben, aber nie als letztes Argument gelten. Wäre dies so, so wäre uns Gott und Gottes Wille verfügbar, wir hätten all das in der Bibel nd bräuchten uns m eine Beziehung zu Gott selbst nicht mehr zu kümmern.

Auch Luther verstand unter Wort Gottes nicht den Text der Bibel, sondern das verkündigte Wort aus der Bibel, in dem der Geist mitschwingt. Den hat aber der Mensch nicht unter Kontrolle, denn Er ist unverfügbar, der Heilige Geist, eben weil Er Gott ist.

Der Bibeltext ist statisch, verändert sich nicht, ist tot. Gott aber ist lebendig und dynamisch, und kann auf jede Situation und jeden Menschen entsprechend reagieren. Das ist keine menschliche Beliebigkeit, denn Gott bleibt immer der Gleiche, aber es ist auch nicht in einen statischen, toten Text zu fassen. Dieser kann Gott und Seine Gebote nur ansatzweise beschreiben. nd dann kommt noch das Problem der Hermeneutik und Exegese dazu.

Für die Frage nach der Homosexualität reicht es aber tatsächlich, in den Bibeltext zu sehen, und man stellt fest, sie ist nicht verboten.

Verfasst von bundesbedenkent... am 24. Januar 2011 - 18:40.

Ich bin Pfälzer, wir haben

Ich bin Pfälzer, wir haben keine Bekenntnisschriften als allein die...

Ich bin Pfälzer, wir haben keine Bekenntnisschriften als allein die Heilige Schrift.

Verfasst von Gast auf Erden am 25. Januar 2011 - 12:20.

Hermeneutische Voraussetzungen

Wiederum Irrtum: Das Wort Gottes ist nicht etwas gestriges, oder von vor 2000...

Wiederum Irrtum:
Das Wort Gottes ist nicht etwas gestriges, oder von vor 2000 Jahren,
sondern unser Ausgangspunkt ist und muss sein, dass Gott h e u t e durch sein Wort zu uns redet. Und da der dreieinige, allmaechtige und barmherzige Gott immer derselbe ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit, gibt es auch keine Widersprueche in diesem Seinem Wort. Wer die Einheit der Aussagen der Heiligen Schrift nicht erkennen kann, hat nach Luther nicht lange genug mit den Propheten zusammengelebt. Die historisch-kritische Methode ist nicht die Loesung des hermeneutischen Problems. Denn mit dem Schmuecken der Graeber der Propheten haben wir gerade nichts gewonnen. Heute ist der Gehorsam gegenueber Gottes Wort gefordert.
Im uebrigen gelten fuer die Hermeneutik schon seit der Alten Kirche die regula fidei, die apostolische Sukzession und der Grundsatz, dass jede Aussage, die man exegetisch erhoben haben will, wenigstens einmal im Literalsinn nachgewiesen sein muss.

Schoene Gruesse

GaE

Verfasst von bundesbedenkent... am 26. Januar 2011 - 18:39.
Kommentar auf: Gast auf Erden

Die apostolische Sukkzession

Die apostolische Sukkzession ist nicht das Problem der Protestanten, sondern...

Die apostolische Sukkzession ist nicht das Problem der Protestanten, sondern der Katholiken, die meinen nämlich, so ein Konstrukt zu brauchen :D Aber stimmt, deshalb werden die Lutheraner nicht als Kirche anerkannt in Rom. Die Frage ist, ob das für einen Protestanten überhaupt von Belang ist...

Verfasst von maleachi- am 26. Januar 2011 - 18:27.
Kommentar auf: Gast auf Erden

Problem? Nö!

Wer sagt, dass es ein Problem ist? Das ist ja das Schöne an der Unabhängigkeit...

Wer sagt, dass es ein Problem ist?
Das ist ja das Schöne an der Unabhängigkeit von Rom.
Der Verzicht auf sinnlose Rückführungen, die theologisch irrelevant und kirchengeschichtlich problematisch sind.

Verfasst von Gast auf Erden am 26. Januar 2011 - 18:02.
Kommentar auf: Gast auf Erden

Sehr geehrter Herr

Sehr geehrter Herr Mair, leider muss ich sagen, dass ich den Eindruck habe, Sie...

Sehr geehrter Herr Mair,

leider muss ich sagen, dass ich den Eindruck habe, Sie sind im Liedgut der Evangelischen Kirche nicht allzu bewandert. Paul Gerhardt gehoert zu den bedeutendsten Lieddichtern unserer Kirche. Von ihm stammt das Lied "ich bin ein Gast auf Erden", EG 529.

Hinsichtlich der apostolischen Sukzession wurde uns auf der Hochschule gelehrt, dass es dabei um Treue gegenueber der apostolischen Lehre und Ueberlieferung geht. M.a.W., dass es unsere Aufgabe ist, den apostolischen Glauben weiterzugeben, und dies deshalb, weil der Schueler nicht ueber dem Meister steht.

MfG

GaE

Verfasst von Gast auf Erden am 1. Februar 2011 - 16:36.

Sehr geehrter Herr Mair, wenn

Sehr geehrter Herr Mair, wenn Sie mit dem evangelischen Liedgut nicht viel zu...

Sehr geehrter Herr Mair,

wenn Sie mit dem evangelischen Liedgut nicht viel zu tun haben,
so wuesste ich gern, was Sie veranlasst, hier mitzudiskutieren.
Auch den Hinweis auf die von Ihnen zuletzt genannte Glaubensgemeinschaft verstehe ich nicht ganz.

Mit freundlichen Gruessen

GaE

Verfasst von Rajati am 30. Januar 2011 - 13:21.
Kommentar auf: Sehr geehrter Herr

Sie wissen schon, dass es

Sie wissen schon, dass es sich bei der Apostolischen Sukzession um ein...

Sie wissen schon, dass es sich bei der Apostolischen Sukzession um ein greifbares Konstrukt handelt und nicht um eine "innere Treue" zu irgendeitwas, oder?

Denn wenn Sie wirklich auf einer Hochschule waren, haben sie sicherlich eine fachlich fundierte Diskussion und Lehreinheit darüber geführt und erfahren dürfen.

Andernfalls muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Sie einem Quacksalber aufgesessen sind, was - soweit ich Ihnen folgen konnte bisher - eine Ihrer Grundängste, auch in dieser Diskussion, darstellt.

Vielleicht habe ich Sie ja such nur falsch verstanden.

Liebe Grüße und Gottes Segen

Rajati

Verfasst von Gast auf Erden am 30. Januar 2011 - 20:22.
Kommentar auf: Sie wissen schon, dass es

Derartige Beschimpfungen

Derartige Beschimpfungen meiner Lehrer verbitte ich mir. Und Angst habe ich im...

Derartige Beschimpfungen meiner Lehrer verbitte ich mir.
Und Angst habe ich im uebrigen keine.

Freundliche Gruesse

GaE

Verfasst von bundesbedenkent... am 25. Januar 2011 - 22:09.

dass jede Aussage, die man

dass jede Aussage, die man exegetisch erhoben haben will, wenigstens einmal im...

dass jede Aussage, die man exegetisch erhoben haben will, wenigstens einmal im Literalsinn nachgewiesen sein muss.

Na da siehts bei der Homosexalität bzw deren Verbot ja schon echt mau aus ;)

Verfasst von Gast am 21. Januar 2011 - 18:53.
Kommentar auf: Sünde vs. Sünder

Gescheiterte Menschen und andere, denen sich Jesus zuwendet...

"Selbst wenn die Zahl der Alleinerziehenden und sogenannter "Patchworkfamilien...

"Selbst wenn die Zahl der Alleinerziehenden und sogenannter "Patchworkfamilien" zugenommen haben, sind es doch Notkonstrukte von gescheiterten Menschen, die sich nicht gegen die Familie als besseres Konzept entschieden haben, sondern die nach einem Scheitern nun eine Notlösung fahren."

Im Jahr 2001 starb ein Familienvater von 3 Kindern. Im Jahr 2002 starb die Ehefrau eines anderen. Die beiden, Witwe und Witwer, trafen sich in der Kirchengemeinde. Sie trauerten gemeinsam. Aus der gegenseitigen Begleitung wurde Liebe und der Wunsch, das Leben miteinander zuteilen. Die drei Kinder schlossen den neuen Mann in ihr Herz.

Soviel zu den "Notkonstrukten gescheiterter Menschen".
Ich bin entsetzt von Ihrem Kommentar.

Friede sei auch mit Ihnen.

Verfasst von Gast am 21. Januar 2011 - 23:54.

Entsetzt?

Es ging hier um Ehescheidung und nicht um Witwen und Witwer... Stand zwar nicht...

Es ging hier um Ehescheidung und nicht um Witwen und Witwer...
Stand zwar nicht explizit drin, aber die grosse Zahl von Patchwork-
familien in Deutschland und der Untergang der Familien ist sicherlich nicht durch eine besonders hohe Sterblichkeit hervorgegangen...

Verfasst von maleachi- am 20. Januar 2011 - 19:22.

Die, die harten Herzens sind werfen unberechtigt Steine.

Wer trockenes, geschriebenes Wort für wichtiger hält, als die befreiende,...

Wer trockenes, geschriebenes Wort für wichtiger hält, als die befreiende, lebendig machende Botschaft Christi, sollte seine Prioritäten eindeutig überdenken.

Da wird lang und breit über Homosexualität in der Bibel gestritten und diskutiert. Offensichtliche Bibellaien nehmen es sich heraus die exegetischen Erkenntnisse von Profis abzukanzeln, einfach nur, weil sie etwas anderes gelesen haben. Es ist meiner Meinung nach schon erstaunlich, dass solchen Leuten ein entscheidender Punkt nicht klar wird:
Auch die Profis haben die Bibel gelesen. Jeder von ihnen kennt die Textstellen, die von Biblizisten angeführt werden, um ihre irrationalen und verantwortungslosen Positionen zu legitimieren.
Dennoch kommen die wenigsten Theologen und Bibelwissenschaftler zu den Überzeugungen, die den Textlaien so einleuchtend erscheinen.

Die Frage nach dem "Warum?" stellen die meisten nicht mehr, es erscheint ihnen wohlmöglich realistischer, dass es sich beim Gros der Pastoren und Professoren um ausgemachte Schwachköpfe handelt, als in Erwägung zu ziehen, dass ihre eigene Herangehensweise oberflächlich, gefährlich und möglicherweise dumm ist.

Wieso aber kommen die Profis zu anderen Ergebnissen, wenn es um die Frage nach der Vereinbarkeit von Homosexualität und Christentum geht?

Zum einen deshalb, weil ein geschichtlich gewachsenes Buch wie die Bibel (eine relativ willkürliche Selektion von Texten, die Gotteserfahrungen von Menschen und Menschengruppen beschreiben, und in zahllosen redaktionellen Überarbeitungen, Interpretationen und Übersetzungen zur hiesig bekannten Lutherbibel wurden)ohne fundierte Erschließung nicht besonders ergiebig ist.
Zum Anderen, weil christliche Glaubensreflektion nicht mit dem erstellen eines Schriftenkanons und auch nicht mit der Reformation ihr Ende gefunden hat. Weil die Vereinbarkeit mit der Botschaft Christi bei jeder Grundsatzentscheidung gegeben sein sollte, wenn man ernsthaft meint, christlich zu leben.

Wer gerade den zweiten Punkt beherzigt wird feststellen, dass die Botschaft Christi mitnichten ist "Du bist schwul, du bist raus", sondern dass im Gegenteil der Aufruf zur vorbehaltlosen Nächstenliebe entscheidend ist.
Toleranz ist ein Ausdruck dieser Nächstenliebe. Toleranz bedeutet in diesem konkreten Fall eigene Ängste zu überwinden und schwachsinnige Hirnblockaden einzureißen. Es bedeutet sich nicht hinter totem Papier zu verstecken.
Denn das einzige, was ich von einem Homosexualitätsgegner noch nie gehört habe ist ein anständiges Argument.

Verbum dei manet in aeternum,
So long... m.

Verfasst von Rusi am 21. Januar 2011 - 15:45.

Danke maleachi

Sie sprechen mir aus der Seele. Doch wo sind die Befürworter der "Homo-Ehe im...

Sie sprechen mir aus der Seele. Doch wo sind die Befürworter der "Homo-Ehe im Pfarrhaus" in der Öffentlichkeit? Noch sind die Homosexualitätsgegner in den Medien in der Überzahl. Und die Äußerungen des Vizepräses der EKD-Synode Günther Beckstein können auch nur so gewertet werden, dass er zu den Gegnern zählt, obwohl er dafür gestimmt hat!? Wo bleibt ein "Initiativkreis der Befürworter der "Homo-Ehe" im Pfarrhaus"? Wo bleibt der offene Brief der Befürworter in Fernsehen, Radio und Tageszeitungen, sowie an die 22 evangelischen Landeskirchen, und das nicht nur im Internet?

Verfasst von Rajati am 30. Januar 2011 - 13:50.
Kommentar auf: Danke maleachi

Hallo Rusi, ich wollte nur

Hallo Rusi, ich wollte nur noch mal betonen, dass der SETh sein Impulspapier...

Hallo Rusi,

ich wollte nur noch mal betonen, dass der SETh sein Impulspapier tatsächlich an die EKD und alle Ihre Gliedkirchen geschickt hat. Wir (ich bin selbst SETh-Abgeordnete)(o, jetzt werden die Anfeindungen purzeln...) wollen, dass dieses Schreiben so populär wie möglich wird.
Leider stehen wir als Studierende noch etwas alleine damit da. Es gibt zwar viele einzelne Unterstützer an Hochschulen und in den Landeskirchen, aber wie Sie sagen, fehlen noch die Stellungnahmen weiterer zusammengeschlossener, starker Gruppen.

Ich möchte Sie daher ermutigen, das Impulspapier (oben verlinkt) und seinen Inhalt in Ihrem persönlichen Umfeld so bekannt wie möglich zu machen, was übrigens für alle hier gilt, egal, ob sie dem Inhalt zustimmen, oder nicht, denn uns, dem SETh ist es wichtig, dass die Kirchen Deutschlands (! Plural, meine Damen und Herren - das wird hier oft vergessen !) die Position Ihrer Studierenden kennen!

Das Impulspapier wurde übrigens einstimmig angenommen - wohlgemerkt von Studierenden aus ganz Deutschland und von den verschiedensten Universitäten mit den verschiedensten Schwerpunkten zwischen konservativ und innovativ.

Ich möchte Sie, Rusi und alle Anderen, hiermit herzlich ermutigen, Stellung zu nehmen und vielleicht in ihrem Umfeld selbst aktiv zu werden und offene Briefe zu verfassen.

Denn auch die offenen Briefe von der Kirchenbasis wiegen schwer. Das ist ja auch das Grundprinzip unserer Kirche: Die Stimme eines Bischofs, Kirchenpräsidenten, oder wessen auch immer in hoher Position, hat genauso (!) viel Gewicht, wie die Stimme desjenigen, den er öffentlich verstritt - des einzelnen Gemeindegliedes bzw. aller Brüder und Schwestern, die in Christus eins sind.

Also, nur Mut und weiter so: fragen, fordern, zusammen handeln!

Ganz Liebe Grüße
Rajati

Verfasst von Rusi am 1. Februar 2011 - 13:30.

Verbreitung Impulspapier

Hallo Rajati, sehr gute Idee, die ersten E-Mails mit den entsprechenden Links...

Hallo Rajati,
sehr gute Idee, die ersten E-Mails mit den entsprechenden Links sind schon unterwegs. Unsere Kirchen können stolz auf ihre Theologiestudenten sein. Ich denke, es ist sehr wichtig und richtig, dass sie als Studierende ihre Ideen und Fragen gemeinsam diskutieren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen. Weiterhin viel Erfolg.
Liebe Grüße
Rusi

Verfasst von maleachi- am 22. Januar 2011 - 19:40.

Terrester, Sie servieren kalten Kaffee...

Ein Satz ihrer "Argumente" gefällt mir im Übrigen äußerst gut: "Das Wort fasset...

Ein Satz ihrer "Argumente" gefällt mir im Übrigen äußerst gut:
"Das Wort fasset nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist"

Sie verlegen sich auf die Autorität Anderer, in der Hoffnung ein Name wie Wolfhard Pannenberg werde die Theologen schon abschrecken. Ach ja, und Sie zitieren wieder mehrfach gedankenlos die Schrift und bringen Textstellen, mit deren Hilfe Ihnen aber zumindest gezeigt werden kann, wie kleingeistig und oberflächlich Sie Texte lesen.

Die Matthäustextstelle, die Sie anführen, handelt nämlich mitnichten von Homosexualität, sondern von "verantwortungsvoller" Sexualität. Der Lebenswirklichkeit zu Lebzeiten Jesu entsprechend wird natürlich nicht von homosexuellen Partnerschaften gesprochen, da feste gleichgeschlechtliche Partnerschaften ein handfester Anachronismus wären. Kern der Textstelle ist die Aufforderung zu sexueller Verantwortung und Ausschließlichkeit innerhalb einer Partnerschaft, die der Zeit Jesu nur als Ehe von Mann und Frau bekannt war.
Dass aus moderner christlicher Perspektive heraus auch eine homosexuelle Partnerschaft an dieser Ausschließlichkeit gemessen werden muss, erscheint mir deshalb auch unzweifelhaft.

Auch die Paulustextstelle geht in die gleiche Richtung. Homosexualität ist für Paulus Ausdruck des griechischen Tempelkultes und nichts, was einer homosexuellen Partnerschaft in irgendeiner Weise gleichkäme... Wer daraus ein Homosexualitätsverbot ableiten will, hat zumindest Nachholbedarf im Bereich Kirchengeschichte.

Ja und dann ist da der Herr Pannenberg... Jahrgang 1928, ohne Zweifel ein wichtiger Ethiker, wenngleich recht konservativ.
Sie haben Recht, Pannenberg sieht Homosexualität als kirchlich illegitim an und sieht eine Kirche, die Homosexualität akzeptiert auf dem Holzweg.
Pannenberg sagt aber auch, dass JEDE Form von theologischer Erkenntnis stets nur eine Annahme im Sinne einer Hypothese sein kann, die sich immer und immer wieder an den gesellschaftlichen, geschichtlichen und philosophischen Erkenntnissen der Zeit messen lassen müsse.

Wenn Sie Pannenberg nicht nur als Schutzschild benutzen, dann sind Sie jetzt gefordert. Einfach zitieren bringt nichts. Denn mit dieser Form von "Argumenten" servieren Sie nichts als kalten Kaffee...

Gruß...m.

Verfasst von maleachi- am 22. Januar 2011 - 18:57.

Das Wort GOTTES bleibt in Ewigkeit

Entschuldigung, dass mein Latein nicht ausgereicht hat, um Sie NICHT lächerlich...

Entschuldigung, dass mein Latein nicht ausgereicht hat, um Sie NICHT lächerlich zu machen:
Wenn ich hätte sagen wollen: Das Wort des HERRN bleibt in Ewigkeit, hätte ich schon Domini verwendet, keine Sorge.
Da ich aber sagen wollte: Das Wort GOTTES bleibt in Ewigkeit, liege ich mit meinem Satz wohl richtig. Aber ein netter Versuch.

Genau das meine ich. Keine Ahnung, aber aufplustern geht.
Sie haben alles bewiesen, was ich vorher geschrieben habe, herzlichen Dank.

Verfasst von bundesbedenkent... am 21. Januar 2011 - 4:52.
Kommentar auf: Mir graust es

Amen!

Amen!
Verfasst von Rajati am 30. Januar 2011 - 14:07.
Kommentar auf: Amen!

Amen, amen, AMEN!

Amen, amen, AMEN!

Amen, amen, AMEN!

Verfasst von samiel am 20. Januar 2011 - 13:55.

Spirituelle Politikbegleitung

In der EKD gilt offenbar für die Ehe/Lebens/Lebensabschnittspartner ihrer...

In der EKD gilt offenbar für die Ehe/Lebens/Lebensabschnittspartner ihrer Geistlichen der Grundsatz "lieber lesbisch oder schwul als katholisch".

Damit zeigt sich wieder einmal, daß sie nur noch eine pseudo-spirituelle Politikbegleitung für rot-grüne Politik ist - natürlich finanziert aus Kirchensteuermitteln.

Verfasst von bundesbedenkent... am 21. Januar 2011 - 4:54.

Was sollte auch ein

Was sollte auch ein katholischer Pfarrer in der evangelischen Kirche? Das hat...

Was sollte auch ein katholischer Pfarrer in der evangelischen Kirche? Das hat nichts mit rot-grün zu tun, sondern einfach damit, daß Homosexelle ebenso Protestanten sind wie Hetero- oder Asexuelle.

Verfasst von Gast am 20. Januar 2011 - 0:08.

Nur mal so zum Nachdenken:

Warum muss sich die Anforderung auf den Pfarrer verändern, wenn die einst...

Warum muss sich die Anforderung auf den Pfarrer verändern, wenn die einst vorherrschende "Vater-Mutter-Kind-Familie" ausstirbt? Hat nicht ein Pfarrer immer noch die gleiche Aufgabe, wie er vor 50 Jahren hatte, als die Welt noch voller intakter "Vater-Mutter-Kind-Familien" war? Ist da nicht ein Denkfehler, wenn gesagt wird, dass sich die Berufsanforderungen verändern, weil sich die Familien verändern? Das Vorbild, das ein Pfarrer, auch hinsichtlich familiären Zusammenlebens und Sexualität hat, muss heute mehr denn je in Augenschein genommen werden, denn wirkliche Vorbilder (die Rolle die einst die Eltern inne hatten) sind für Jugendliche in Beziehung Familie kaum noch gegeben.

Verfasst von Rajati am 30. Januar 2011 - 14:58.

Nein, tut mir Leid, aber da

Nein, tut mir Leid, aber da liegt ein Denkfehler vor, wenn es heißt, die...

Nein, tut mir Leid, aber da liegt ein Denkfehler vor, wenn es heißt, die Berufsanforderungen an den Pfarrer würden sich verschieben. Tatsächlich geht es um die Verschiebung im privaten Leben der Amtsinhaber - jenseits ihrer "Arbeitszeiten".

Zum Beispiel darum, dass die Partner der Pfarramtsinhabenden ein Recht darauf haben, einem eigenen Beruf nachzugehen und eben nicht die Aufgaben einer "Frau Pfarrer" o.ä. nachzugehen, dass die Kinder eines Pfarrers Gott alleine finden müssen und es nicht sein kann, dass eine Pfarrerin dafür verurteilt wird, wenn sie es "nicht schafft" ihre Kinder von der Agnostik fernzuhalten. Es geht darum, dass ein christliches Leben nicht "Heile Welt" bedeutet, sondern dass es mit all seinen Schwierigkeiten angenommen werden muss und gelebt werden will.
Tatsächlich geht es im SETh Impulspapier um vielerlei Lebensmodelle im Pfarrhaus, auch wenn Homosexualität sicher eines davon darstellt.

Es geht also schlicht darum, dass eine Person, die das Pfarramt ausübt, ein Christ wie jeder Andere auch ist, gerade weil (!) diese Person ein wahrhaft christliches Leben vorleben soll. Dazu gehört vor allem viel Liebe und die Bereitschaft, für den Herrn alles hinter sich zu lassen: was dich an die Welt fesselt, wie zum Beispiel alte Familienkonventionen (was Jesus mehrfach von seinen Jüngern fordert).
Es geht also um eine Nachfolge, die gerade die Frage nach der Konvention hinter sich lässt und sich an den Glaubensaussagen Jesu orientiert:

Glaube, Liebe, Hoffnung, Vergebung und Buße, wo diese keinen Einlass bekamen in die Seele und das Herz (im hebräischen der Ausdruck für Verstand übrigens).

Im Übrigen - das geht jetzt nicht an Sie, sondern an andere, hat Jesus zwar gesagt, das kein iota (i-Tüpfelchen) vom Gesetz verschwinden soll, an das Sabbatgesetz hält er sich aber auch nur, so lange es sinnvoll ist, d.h. solange es nicht plumpe Konvention darstellt, sondern behilflich ist, die oben genannten Werte (Beim Sabbat wäre das wohl Gottesliebe/ Gottesdienst) zu erfüllen (also auch Arbeit, wo sie mein Leben erhält, oder das Anderer, womit ich Gott nun tatsächlich dienlich bin, möchte ich behaupten).

Ich stelle hiermit die These auf - und viele werden mich dafür verurteilen - dass die Frage nach der Homosexualität, gerade bezogen auf Jesu Auslegung der alten Gesetze, die Nachfolge Jesu blockiert!
Darüber zu diskutieren hindert an wahrer Nachfolge, da sie das erreichen der Kernbotschaft Jesu verhindert. Genauso wie die Frage nach Scheidung der Ehe, oder Kinderlosigkeit etc. usw. usf.
Beispiel: Ein verheirateter Pfarrer, der es nicht schafft, seine Frau zu lieben und über die privaten Probleme zu Hause schier verzweifelt, wird nicht in der Lage sein, seiner Gemeinde hundertprozentigen Rückhalt zu geben, dass kann nicht im Interesse der Nachfolge Jesu sein.
Das kann ein geschiedener Pfarrer, der die Fehler seinem Ehepartner vergibt und seine eigenen einsieht und büßt (Vergebung und Buße) viel besser, als einer, der über seine vertrakte Situation in sich verkrümmt ist und Gott in seinem Herzen nicht mehr annehmen kann. Genauso eine lesbische Pfarrerin, die Ihre Partnerin lieben darf, ein alleinlebender Pfarrer, der seine Verbindlichkeit lieber für seine Gemeinde aufopfert, als für eine Person, mit der er sein Privatleben teilen würde, oder ein bewusst kinderloses Paar im Pfarrhaus, die für sich entschieden haben, dass sie einem Kind nicht genug Liebe schenken könnten vor lauter Hingebung für den Beruf, was eine wirklich arme kleine Seele hervorbringen würde, die wahrscheinlich auch an Gott verzweifeln würde, weil sie an elterliche Liebe nicht glauben kann.

Das mag vielen unreflektiert, mager und unausgegoren erscheinen, rosarot-regenbogenfarben und vielleicht wird mir auch unterstellt, dass ich nicht wahrhaft glaube und nur wegen des Mammons Theologie studiere. Ich bitte meine Widerstreiter nur um eines:

Ich mag vielleicht irren, aber sehen Sie nicht hinter jeder anderen Meinung den Teufel, ich bitte Sie, ich tue das nämlich auch nicht bei Ihnen. Sie mögen Argumente haben, von denen Sie glauben, Sie seien Ihnen vom heiligen Geist gegeben, aber sie müssen mir und anderen zugestehen, dass wir der selben Überzeugung sind - nicht alle haben eine andere Meinung, weil sie dem Mammon hinterherrennen, oder was Sie sich sonst noch so als Erklärung denken mögen.

Ich bitte Sie inständig, auch, wenn das in anderer Hinsicht wörtlich Ihr eigenes Argument sein wird:
Üben Sie nicht nur Glaube, Liebe, Hoffnung, sondern vorallem auch Vergebung und Buße an sich selbst und anderen aus,
vielleicht auch mal im Sinne einer Nachfolge, die nicht von Konvention gedrängt ist, sondern die zulässt, alles hinter sich zu lassen, das Leben als beiläufig zu erkennen und somit Jesus nachzufolgen.

Rajati

Verfasst von Gast am 19. Januar 2011 - 4:27.

Aus Ihrem Kommentar, lieber

Aus Ihrem Kommentar, lieber Herr Terbuyken, spricht mir eine große Portion...

Aus Ihrem Kommentar, lieber Herr Terbuyken, spricht mir eine große Portion Angst, daß die Bischöfe doch Recht haben könnten.

Pass lieber auf, was du Anderen bei einem kurzen Kommentar wie
Na, großherzig ist der Brief ja nun wirklich nicht...
in den Mund legst, wenn du selbst sogar mit Beschwörungsformeln um dich wirfst.

Das wirft kein gutes Licht auf dich...

Verfasst von Gast auf Erden am 19. Januar 2011 - 16:26.

Wenn es tatsaechlich ein so

Wenn es tatsaechlich ein so wenig gutes Licht gaebe, wenn einer meint, in Bezug...

Wenn es tatsaechlich ein so wenig gutes Licht gaebe, wenn einer meint, in Bezug auf einen andern zu sagen, dieser habe Angst wegen etwas, so muessten sich auf dieser Kommentarseite sehr viele angesprochen wissen.

Freundliche Gruesse

Verfasst von Gast auf Erden am 19. Januar 2011 - 15:15.

Frage

Was fuer Beschwoerungsformeln?

Was fuer Beschwoerungsformeln?

Verfasst von Gast auf Erden am 20. Januar 2011 - 9:24.

Und "unterwerfe in biblischer

Und "unterwerfe in biblischer Weise seine Frau und lasse die Welt einfach...

Und "unterwerfe in biblischer Weise seine Frau und lasse die Welt einfach untergehen, ist ja vorgesehen."

An der letzte Formulierung bin ich hängengeblieben, weil sie kundgibt, daß die entscheidenden Aussagen des heiligen Apostels Paulus hier nicht verstanden worden sind.

Betrachten wir also die grundlegenden Passagen aus dem Epheserbrief:

1. der Unterordnung der Frau Eph 5, 22 geht die gegenseitige Unterordnung in der Furcht Christi V. 21 voraus, und diese Reihenfolge ist sachlich von Gewicht.
Sie entspricht auch der hebr. Formulierung: eser kenegdo:
eine Hilfe ihm gegenüber (Genesis 2, 18).
2. das Hauptsein des Mannes gegenüber seiner Frau orientiert sich aussschließlich an der Stellung Christi gegenüber der Gemeinde, und das heißt konkret an der Hingabe Christi für die Gemeinde, d.h. an Seinem Tod am Kreuz. Die von Gott bestimmte Aufgabe des Mannes gegenüber seiner Frau ist es, sie bis zur Selbsthingabe zu lieben.
Diese Hingabe einzuüben, darauf muß alle christliche Seelsorge ausgerichtet sein. Mit irgendwelcher Absicherung vor dem richtenden Gott hat das überhaupt nichts zu tun, sehr wohl aber mit der dem Mann anvertrauten Verantwortung für seine Frau.
3. Aufgabe der Frau für ihren Mann ist es, ihm ein hilfreiches Gegenüber zu sein und ihn respektieren zu lernen. Es mag sein, daß dieses schwer fällt, aber es ist die von Gott gesetzte Aufgabe der Frau hinsichtlich ihres Mannes. Wichtig dabei ist zu beachten, daß der Frau damit göttliche Attribute beigemessen werden. Biblisch gesehen ist nämlich Gott selber derjenige, der zu Hilfe kommen will, wenn wir ihn anrufen. Auch das hat mit Selbstrechtfertigung nichts zu tun.
Im übrigen sind wir Menschen keine Tiere, die, wenn es nötig ist, nicht Enthaltung üben könnten. Auch das hat mit unserer Verantwortung zu tun.
Wenn wir das erkannt haben, müssen wir freilich anfangen, der pornographischen Prägung unserer Gesellschaft zu widerstehen und die Wahrheit aussprechen.
Danke!

Verfasst von Bruder Tack am 19. Januar 2011 - 0:22.

Danke

@ostachse: Danke für diese schön zu lebenden und inhaltlich absolut...

@ostachse: Danke für diese schön zu lebenden und inhaltlich absolut zutreffenden Kommentar! Trotzdem möchte ich die Debatte nicht einfach auf sich beruhen lassen, denn auch wenn Sie sich eines Tages von allein ergeben wird, weil was heute.unvorstellbar erscheint Realität ist: heute gibt es Menschen unter uns, die unter der Diskriminierung der ewig gestrigen leiden und die gilt es zu unterstützen und sich solidarisch zu zeigen!

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 23:41.

Homos die Menschenwürde absprechen

Wenn es nach menschlichem Ermessen gehen würde, wäre die Hölle leer. Denn der...

Wenn es nach menschlichem Ermessen gehen würde, wäre die Hölle leer. Denn der Sünder wird hier vom Sünder frei gesprochen. Mein lieber Ostsachse, wie spricht Gott mit Dir, dass Paulus´ Reden unverständlich ist: Römer 1/27: "Sie gaben den natürlichen Verkehr mit den Frauen auf und wurden von wildem Verlangen zueinander gepackt. Männer trieben es schamlos mit Männern. So empfingen sie den gebührenden Lohn für ihre Verirrung an sich selbst." Gibt es da für irgend einen Menschen Unklarheit?

Verfasst von Bruder Tack am 19. Januar 2011 - 13:55.

Röm 1,27

Zunächst einmal zu meinem letzten Kommentar: Ich halte den Kommentar von...

Zunächst einmal zu meinem letzten Kommentar: Ich halte den Kommentar von ostachse vor allem für gut zu LESEN... der gut zu lebende Kommentar war ein Tippfehler, wenn auch scheinbar ein freudscher...

Aber zu der Eindeutigkeit der paulinischen Worte in Röm 1,27: So eindeutig erscheint mir das ganze nicht. Gut, wenn man den Vers aus dem Zusammenhang reißt klingt das ganz schrecklich. Aber mir wird z.B. nicht klar, wen genau Paulus in seinen Ausführungen Röm 1,18-32 meint. In jedem Fall sind die "schändlichen Leidenschaften" hier Folge von sündhaftem Verhalten und Gottlosigkeit, als Strafe für ihre Gottlosigkeit würden die Menschen den Begierden ihrer Herzen überlassen. Aber über den Punkt, dass wir Homosexualität als Strafe für frühere Sünden der Betroffenen (wobei das Wort "betroffen" hier eigentlich völlig unpassend ist) ansehen sind wir ja hoffentlich hinweg, es behauptet ja auch kein klar denkender Mensch mehr ernsthaft, dass Gott mit Aids den Neger für seine Ungläubigkeit bestraft und dass man schon keinen Krebs kriegen wird, wenn man nur ordentlich glaubt. Diese Vorstellung eines strikten Tun-Ergehen-Zusammenhangs ist weder empirisch zu belegen, noch biblisch: Der Gott, der mit Sündern speist, der am Sabbat Kranke heilt und Ähren rauft, der den Glauben zum Maßstab der Gerechtigkeit erhebt und nicht die Tat, dieser Gott urteilt nicht nach einfachen Schwarz-Weiß-Kategorien und wir sind erst Recht nicht in der Lage seine Maßstäbe zu beurteilen. Und darauf weist übrigens auch Paulus im Zusammenhang mit der von Ihnen, Gast (und von mir oben), erwähnten Textstelle hin: In Röm 2,1 schreibt er: "Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe."

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 14:56.

Wie kann man als Protestant

Wie kann man als Protestant bitte auch nur denken, dass Gott Homosexuelle nicht...

Wie kann man als Protestant bitte auch nur denken, dass Gott Homosexuelle nicht genauso lieben würde wie uns heterosexuelle? Das ist ehrlich gesagt eine Schande und Diskriminierung pur. Solche Leute sollten schnell mal die Religion wechseln! Einfach nur peinlich.

Ihr könnt ja gerne mal Nahtodbücher lesen, dort berichten viele Menschen, dass alle Menschen gleich vor Gott sind. Es gibt nicht DIE Religion / Kirche (schon gar nicht die scheinheilige katholische Kirche, auch wenn sie es wohl gern hätte). Und kommt mir nicht mit irgendwelchen Bibelauszügen. Das sind nur mündliche Überlieferung und die Kirche ist von Menschen gemacht, nicht von Gott.

Also alle, die meinen Homosexuelle oder Atheisten zu diskriminieren, die sollten sich einfach nur schämen. Übrigens macht es auch laut Nahtodberichten keinen Unterschied, ob man an Gott glaubt oder nicht. Jeder Mensch wird geliebt. Wer was anderes denkt, der sagt schon genug über sich aus.

Und gerade die Lutheranische Kirche (aber auch andere evangelische Kirchen) in Deutschland zeigt, dass sie nicht nur modern wird, sondern menschlich ist. Toll, ich freu mich ein Protestant zu sein - auch wenn ich weiß, dass man keine Kirche braucht. Es ist toll, wenn man mit ansieht, dass es doch noch eine Religion gibt, die offen ist und nicht im mittelalter lebt, wie z.b. die katholische Kirche, falls man diesen Verein als Kirche bezeichnen kann.

Jeder kann glauben, an was er will, solange man bedenkt, dass wir alle Menschen sind.

Verfasst von Gast am 19. Januar 2011 - 23:31.

Mir scheint dass dein

Mir scheint dass dein Fundament nicht die Bibel oder das fleischgewordene Wort...

Mir scheint dass dein Fundament nicht die Bibel oder das fleischgewordene Wort Gottes, Jesus Christus ist, sondern Berichte aus Nahtodbüchern. Wenn du also solche Berichte, an die Stelle stellst, an die Luther seiner Zeit das Neue Testament gestellt hat, als er gegen die Verweltlichung der Kirche protestiert hat, habe ich Schwierigkeiten damit, dich "protestantisch" zu nennen - denn weder bleibst du in Luthers protestierender Tradition, noch in der Schrift. Es wäre also selbst angebracht die "Religion zu wechseln".

Jeder Mensch ist von Gott geliebt - da hast du recht - aber nicht jede menschliche Tat sieht Gott gern. Ich halte es für schwierig, wenn Pfarrer, die für die Gemeinde eine Vorbildfunktion besitzen im wichtigen Bereich der Sexualität/Familie, welches eine Grundsäule menschlichen Zusammenlebens ist, ihre Vorbildfunktion aufgeben. Das hat nichts mit Diskriminierung, Homophobie und Gottes Hass gegen spezielle Menschen zu tun - es ist einzig eine Angst um die Vorbildfunktion des Hirtenamtes, um die es hier geht. Ein Pfarrer ist Mensch und macht Fehler, und muss in gleichem Maße seine Fehler bekennen, wie jeder andere Christ ebenso. Aber er sollte nicht durch sein Vorbild zu solchem Handeln einladen, welches sich dem Willen Gottes widersetzt.

Gottes Segen, in brüderlicher Liebe

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 6:11.

Bin nicht auch ich ein Kind

Bin nicht auch ich ein Kind Gottes? Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott...

Bin nicht auch ich ein Kind Gottes?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott mich genauso will, wie ich bin.
Ich bin sicher nicht so bibelfest, wie manche meiner "Vorredner" und doch ist mir klar, dass der Herr sehr viel Freude an mir hat. Und Er hat auch Freude an meiner Partnerschaft, an den kleinen Dingen, an dem Vertrauen, dass meine Frau und ich uns entgegenbringen, an dem Respekt den wir uns bezeugen, an der Aufmerksamkeit, die wir uns schenken, an der LIEBE die wir uns geben. Denn "die Liebe ist die Größte unter ihnen."
Ich glaube an Gott und ich weiß, ER glaubt an mich!
Claudia

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 11:36.

Worauf bezieht sich eine Überzeugung?

Woher nehmen Sie den Gedanken, daß Gott mit Ihnen und Ihrem Leben einverstanden...

Woher nehmen Sie den Gedanken, daß Gott mit Ihnen und Ihrem Leben einverstanden ist?

Vielleicht sollten Sie doch mal in der Bibel lesen, dort steht nämlich einiges zum Thema. Ich empfehle die Lektüre von Römer 1 ganz, besonders aber folgende Verse:

24 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren,
25 sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen!
26 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; (und damit sind eindeutig zwei Frauen gemeint)...

Denken Sie mal darüber nach, was für ein Herr es ist, der Freude an Ihnen hat - denn Jesus Christus ist es bestimmt nicht!

Verfasst von Coriander am 19. Januar 2011 - 2:34.

Wieso eindeutig?

(und damit sind eindeutig zwei Frauen gemeint)... Das ist eine Interpretation,...

(und damit sind eindeutig zwei Frauen gemeint)...

Das ist eine Interpretation, und die müssen Sie begründen. Ich habe bereits an anderer Stelle ausgeführt, dass "Verkehr" im antiken Denken ein männliches Geschlechtsorgan voraussetzte. Wo das nicht beteiligt war, hätte kein Mensch von "Verkehr" gesprochen. Die beiden Deutungsmöglichkeiten sind a) Verkehr mit Tieren, der im mosaischen Gesetz verurteilt wird, auf das Paulus sich stets beruft; und b) die geläufige Praxis des Analverkehrs zum Zwecke der Empfängnisverhütung.

Und nun begründen Sie mal, warum Sie das besser wissen.

- Streite dich nicht mit einem Dummkopf. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. (Quelle unbekannt)-

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 12:32.

Selbstherrlichkeit

Worauf bezieht sich die Überzeugung des Zitierenden (Römer 1)?: Auf...

Worauf bezieht sich die Überzeugung des Zitierenden (Römer 1)?:
Auf Engherzigkeit und Besitz der alleinseligmachenden Sebstgewissheit.
Die Buchstaben als Waffe um damit einem anderen Christen die Liebe Christi streitig zu machen. Das ist nicht unsere Tradition.
Luthers Theologie ist biblisch, weil sie aus dem Bibelstudium herkommt und zu ihm hinführt. Und zwar nicht zum Buchstaben der Bibel sondern zu Jesus Christus, ihrem Zentrum.

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 2:27.

Wo führt sie hin? Die

Wo führt sie hin? Die Diskussion! Für einige OK, für manche eben nicht. Nach...

Wo führt sie hin? Die Diskussion! Für einige OK, für manche eben nicht. Nach ein paar Schrammen und Anpassungsprozessen werden wir wohl einen neuen Zustand haben. Die Testballons sind gestartet worden. Und einer wird schon durchkommen. Wie das Amen in der Kirche. Und sie dreht sich doch. Die Bibel nicht. Ich frage mich gerade in welcher kindlichen Phase wir stecken? Verleugnung bzw. Ablehnung oder gar schon Widerstand?

Warum die Aufregung? Die auf dem vermeintlich richtigen Pfad sind, haben nichts zu fürchten. Gottes Reich ist ihnen sicher. Die auf dem falschem, dürfen auf Gottes Gnade hoffen.

Welche Ängste stehen die AntiHomos aus? Ein neues Sodom?

Ich habe einen schwulen Coiffeur, Bürgermeister usw. Sie stören nicht. Und was hinter verschlossenen Türen passiert geht keinen Menschen was an. Friseur super, Bürgermeister auch. Wo ist dann das Problem bei Pastoren/Diakone/Pfarrer usw. - abgesehen von der in Stein gemeiselten, überlieferten und von Menschen erstellten und übersetzten Bibel?

Ich merke schon; als Hetero muss ich echt noch lernen was Toleranz ist. Und nochmal im Buch Mormon lesen.

Verfasst von Bruder Tack am 18. Januar 2011 - 1:08.

Was wäre wenn...

Was wäre eigentlich, wenn Jesus selbst schwul gewesen wäre? Ich meine, immerhin...

Was wäre eigentlich, wenn Jesus selbst schwul gewesen wäre? Ich meine, immerhin steht in der Bibel von engen Freundschaften zu vielen Männern und wenigen Frauen. Warum schockiert diese immer wieder gerne in Karikaturen herangezogene Vorstellung eigentlich so viele fanatisch-konservative Geister?
Herzlichen Dank für den guten Artikel über einen guten Thementag! Ich bin nur schockiert von vielen der hier veröffentlichten Kommentare. Wie schon öfters hier erwähnt: die Bibel ernst nehmen heißt nicht die Bibel wörtlich nehmen und selbst wenn: Wer von den hier als Retter der biblischen Sitten auftretenden Kommentatoren hat schon einmal die Bibel gelesen - und zwar im Original, nicht in der Luther-Übersetzung? Ich würde behaupten, gerade die Theologiestudierenden sind noch relativ fit im Lesen des Urtexts. Und wer von denen, die sich auf die jahrhundertelange Rezeptionsgeschichte berufen, kann belegen, dass man vor 100,200,500,1000 Jahren so und nicht anders über diese Stellen gedacht hat? Wenn wir biblizistisch urteilen wollen, dann lasst uns bitte die Bibel als Ganzes betrachten und da steckt mehr drin über zwischenmenschliche Beziehungen als 2-3 Verse, die scheinbar homosexuellen Verkehr verbieten. Und ob Paulus immer die beste Quelle für das ist, was allgemeine christliche Lehre, also Lehre Jesu Christi, ist, kann auch getrost bezweifelt werden. Die paulinischen Briefe sind in erster Linie Reaktionen auf akute Streitigkeiten in paulinischen Gemeinden und hatten wohl nie den Anspruch kanonische Bücher zu werden, die auf Jahrhunderte die Ordnung christlicher Gemeinden regeln - trotzdem ist und bleibt Paulus der christliche "Urtheologe".
Was meine Einstiegsfrage anbelangt: Es würde nichts ändern, wenn Jesus schwul gewesen wäre, oder verheiratet, oder keusch und ledig, oder in wechselnden Sexualbeziehungen zu Männern und Frauen gelebt hätte: Seine Botschaft hätte das nicht verändert. Und so bleibt er der Erlöser, der Botschafter der Nächstenliebe, für Schwule, Lesben, Heteros... nur leider sind manche so in ihrem konservativen Gedankenkäfig gefangen, dass diese Botschaft sie nicht erreichen kann.

Verfasst von Gast am 17. Januar 2011 - 20:38.

Wenn der Trend zur

Wenn der Trend zur Verzeitgeistlichung der evangelischen Kirche so weiter geht...

Wenn der Trend zur Verzeitgeistlichung der evangelischen Kirche so weiter geht, kann man immer noch den Wechsel in die katholische Kirche ins Auge fassen.

Verfasst von Gast am 18. Januar 2011 - 2:44.
Kommentar auf: Wenn der Trend zur

Ja ja, Zeitgeist ist schon

Ja ja, Zeitgeist ist schon eine schlimme Sache - interessanterweise aber nur,...

Ja ja, Zeitgeist ist schon eine schlimme Sache - interessanterweise aber nur, wenn es um Themen geht, gegen die einzelne subjektiv etwas empfinden.

Oder würden Sie sich etwa weigern im Internet engstirnige und völlig lächerlich fundierte Kommentare zu posten? Immerhin ist diese Angewohnheit ja auch dem Zeitgeist zu verdanken - Denken Sie mal drüber nach!

Verfasst von Gast am 19. Januar 2011 - 12:32.

Die Löschung ist der Erweis,

Die Löschung ist der Erweis, dass in der Redaktion von evangelisch.de...

Die Löschung ist der Erweis, dass in der Redaktion von evangelisch.de intelligente Menschen sitzen, die kritische Kommentare von Volksverhetzung unterscheiden können. Eine vermeintliche "regenbogenfarbene Diktatur" mit dem Dritten Reich und der UdSSR vergleichen zu wollen, zeugt in der Tat von ideologischer Verblendung. Aus Ihren Worten, lieber jt, spricht so viel Hass und Frustration, dass ich Zweifel daran hege, ob Sie in der Lage sind, ihre eigenen Ansichten kritisch und vernünftig zu reflektieren - sowohl was Ihre Weise der Bibelauslegung angeht als auch was Ihre starrsinnige Haltung zur menschlichen, natürlichen (ja, auch Homosexualität ist natürlich!) Sexualität angeht.

Verfasst von bundesbedenkent... am 18. Januar 2011 - 4:26.

Die Gefahr einer schwarzen

Die Gefahr einer schwarzen Diktatur macht mir mehr Sorgen als die einer...

Die Gefahr einer schwarzen Diktatur macht mir mehr Sorgen als die einer regenbogenbunten, wenn ich mir einige Kommentare so durchlese. Die Bibel wird nicht mehr gelesen, man weiß ja, daß da drin steht, was alles Sünde ist. Daß Gottes Wort nicht in einem Buch steht, sondern sich beim Lesen ereignet - vergessen, um des zeitgeistigen Fundamentalismus Willen: Aus Angst, den Glauben zu verlieren, hat man sich menschliche Fundamente geschaffen, af die man sich nun stützt, und heißt sie biblisch und gottgefällig, wo man doch Gott gar nicht mehr hören kann, wollte Er sprechen. Zu sicher ist man sich seiner Sache, denn man hat Gott in der Tasche - in Form der Bibel.

Wo ist mehr Abgötterei als da, wo man Gott mit Geschöpflichem verwechselt (Röm 1 wäre hier ne interessante Lektüre zu).

Verfasst von Gast auf Erden am 18. Januar 2011 - 9:37.

Lieber Bundesbedenkent! Nun,

Lieber Bundesbedenkent! Nun, daß wir denken, wir hätten Gott in der Tasche, ist...

Lieber Bundesbedenkent!

Nun, daß wir denken, wir hätten Gott in der Tasche, ist Quatsch. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen das begreiflich machen kann. Deshalb erzähle ich Ihnen etwas aus meinem Leben: mich hat sehr stark beeindruckt, wie sich meine - von mir innig geliebte - Großmutter am Ende ihres irdischen Lebens Rechenschaft über dieses ihr Leben gegeben hat, eigentlich über alles, was da vorgekommen war, über ihr Lassen und Tun. Diese seriöse Rechenschaftslegung hat mich beeindruckt.
Später hörte ich davon, wie ein Hierarch einer sterbenden Frau eine gute Antwort beim jüngsten Gericht wünschte.
In jedem orthodoxen Gottesdienst gehen wir auf die Knie und bitten um unser Heil. Wir halten uns nicht für besser als andere. Auch Sie kennen sicher die Geschichte vom Zöllner und vom Pharisäer, wie sie Lukas 18 erzählt wird. Dort ist von zwei konkreten Menschen die Rede, nicht von Pharsiäern und Zöllnern im allgemeinen. Das Problem des Pharisäers in dieser Geschichte ist, daß er sich vor Gott für besser hält als der andere. Der Zöllner aber betet: "HERR, sei mir Sünder gnädig!" Das ist auch unser Gebet. Was wir jedoch nicht tun ist, daß wir dem HERRN Vorschriften darüber machen, was Sünde ist und was nicht, sondern wir bekennen angesichts von Gottes Wort: "Weh mir, ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen." Genauso wie der heilige Apostel Petrus auch bekannt hat: "Geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch!"
Das Paradoxe ist dann, daß wir die Erfahrung machen, daß Gott uns trotzdem liebt. Aber das heißt ja nicht, daß wir nun gerufen wären, unsre Sünden weiter zu praktizieren, sondern Jesus sagt zu der Ehebrecherin, Johannes 8: Geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
Wenn Sie freilich der Meinung sind, daß die Befreiung aus der Gewalt der Sünde und des Todes bedeutet, daß wir in eine Diktatur geraten, dann weiß ich nicht mehr, was ich noch sagen soll. Denn diese Vollmacht hat Jesus nun einmal seiner Kirche gegeben. Kirche aber ist - nach reformatorischem Verständnis - Confessio Augustana, Kap. 8 - die Versammlung der Heiligen, in welcher Gottes Wort rein und unverfälscht gelehrt und die Sakramente ihrer Einsetzung gemäß verwaltet werden. Jetzt zu behaupten, daß diejenigen, die am Wortlaut der Heiligen Schrift festhalten, sich dem Zeitgeist unterworfen hätten, halte ich allerdings tatsächlich für verfehlt. Luther hat in seiner Bibelauslegung grundsätzlich und zunehmend auf dem senus literalis bestanden, und bei aller Wertschätzung der Subjektivität des einzelnen Menschen: die Kirche ist mehr und vor allem etwas anderes als eine punktuelle Gemeinschaft, die sich den punktuellen und wechselnden Interessen des Individuums zu unterwerfen hätte. Ihre Aufgaben sind vielmehr, 1. Fürbitte (vgl. Joh. 2, sie haben keinen Wein mehr), 2. die Einübung des Gehorsams gegenüber dem HERRN (vgl. Johannes 2, was Er euch sagt, das tut), und 3. die wechselseitige Sorge für- und umeinander (vgl. Johannes 19, 26f). Das kann jedoch nicht in Abstraktion vom Wort des HERRN selber geschehen. Denn wir haben nicht die Vollmacht und den Auftrag, dieses Wort zu verändern oder gar zu verfälschen. Jesus selbst hat uns nichts anderes überbracht als das, was ER von seinem und unserm himmlischen Vater vernommen hat. Kein Schüler aber ist größer als sein Meister. Jesus Christus ist unser HERR!
Und IHM allein wollen wir folgen.

Verfasst von bundesbedenkent... am 18. Januar 2011 - 21:15.

Lieber Gast auf Erden, ich

Lieber Gast auf Erden, ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck gemacht, die...

Lieber Gast auf Erden,

ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck gemacht, die orthodoxe Kirche abzulehnen. Das tue ich nicht. Seit ich zwei Vorlesungen bei Prof. Marzelos as Thessalonich hörte, bin ich der festen Überzeugung, daß die Orthodoxe Kirche den Protestanten viel näher steht als die Römische, nd wo ich mich schon mit den römischen Geschwistern verbunden fühle, wie viel mehr mit den Orthodoxen!

Ich verstehe durchaus, was Sie meinen, daß es beim Zöllner und Pharisäer um einzelne Personen geht, daß Gott uns trotz unseres Tuns liebt, wir aber trotzdem nicht vorsätzlich schlecht handeln sollen. Wer wollte das tun? Wie kann ich vorsätzlich gegen Gottes Willen handeln, wenn ich Seine Liebe erfahren habe? Niemand hat den Wunsch, einen Menschen, den er liebt, zu schädigen. So auch bei Gott. Weil Gott mich zuerst geliebt hat und mir die Gnade erweist, Ihn zurückzulieben, kann ich gar nicht anders als zu versuchen, Seinen Willen zu tun. Würde ich dies nicht versuchen, wäre die Liebe zu Gott nicht echt, ein Lippenbekenntnis. Ich denke hier sind wir uns einig nd voll af der gleichen Linie.

Die Diktatur fürchte ich dort, wo Gesetze aufgestellt werden sollen: Tu erst dies und das, dann wird Gott Dich - vielleicht - lieben. Wo die Werkgerechtigkeit Einzg hält, kommt es zur Diktatur, unabhängig vom äußeren politischen System. Eine äußere Diktatur kann viele Freiheiten beschneiden, aber nicht die, meine Mutter "Mutter" zu nennen, und nicht "direkte Vorfahin weiblichen Geschlechts", auch wenn die Gendermainstreamer das irgendwann durchsetzen sollten. Wenn ich aber dazu gebracht werde, in eine innere Diktatur des Gesetzes (welches Gesetzes auch immer!) zu gehen, weil man mir einredet, dies sei nötig um Gottes Vergebung zu erlangen, weil mir sonst die Hölle droht, dann hilft mir auch alle äußere Freiheit nichts, dann bin ich gefangen von der Sünde (meiner eigenen Sünde, die sich am Gesetz erweist), dann ist das Evangelium zum Schweigen gebracht worden.

Ich befürchte, daß diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, sich an den Wortlaut der Bibel zu halten, nicht dies tun, sondern sich an einen Text halten, den sie kontrollieren können. Nimmt man die Bibel allein, meinetwegen gerne im sensus literalis, dann hat man erst einmal nur das: Einen Text. Und jeder Text wird interpretiert, auch der wörtlich genommene. Gottes Wort ereignet sich durch den Geist im Lesen der Schrift, die Schrift als statische Größe ist noch nicht Gottes Wort, obwohl inspiriert.

Meine Befürchtung ist, daß konservative Gegner der Homosexualität der Pfarrer aus Prinzip die Homosexualität ablehnen, weil sie aus der Schrift eine Ablehnung der Homosexualität durch Gott zu erkennen meinen. Leider erkenne ich dabei viel Prinzipienreiterei und wenig Liebe bei der Sache, wobei ich (oft, nicht immer) auf der "Pro-Homo" Seite häufig eine tiefe innere Betroffenheit erkennen kann, wenn sie sich zum Thema äußern. Leider fehlt dann oft auch die Auseinandersetzung mit der Bibel.

Wenn ich dann in die Bibel schaue und mir die fraglichen Textstellen ansehe, dann bin ich mindestens verwirrt. Denn ich kann nirgends erkennen, daß es sich dort um homosexuelle Beziehungen handelt. Ich erkenne homosexelle Prostitution bei 1. Kor. und 1. Tim, ich erkenne in Röm 1 sexuelle Handlungen aus reiner Begierde, aber ohne Liebe (und möglicherweise mit der wartenden Frau/Mann zu Hause), und selbst bei Lev bin ich mir nicht sicher, wie es gemeint ist.

In dieser Frage kann ich auch nicht sagen, die Bibelübersetzer werden schon wissen, was sie gemacht haben. Ich habe die Sprachen gelernt und habe die Verantwortng, mir selbst eine Meinng zu bilden. Doch bisher hat mir Gottes Geist die fraglichen Bibelstellen nicht so aufgeschlossen, daß ich eine Ablehnung der Homosexalität erkennen könnte, so wie mir Gott vor Jahren die Kreuzigung aufschloß. Viel mehr bin ich immer mehr bestärkt in dem Gefühl, daß es darum gerade nicht geht bei den fraglichen Stellen, aber wie gesagt, der Geist ist ruhig. So kann ich auf Äußerungen zum Text nur erwidern, was ich im Text erkenne.

Falls Gott Ihnen die fraglichen Stellen aufgeschlossen hat, so sind Sie hier weiter als ich. Aber solange ich es nicht verstehe, kann ich es vor Gott nicht verantworten, anderes zu bezeugen als das, was ich jetzt sehe. Falls Sie dies als Zeitgeistverehrung ansehen, muß ich damit leben, ich halte es jedoch für wenig zeitgeistig, meinem Gewissen zu folgen.

Ich stimme Ihnen zu, was die Aufgaben der Kirche betrifft. Auch ich bin ein Glied am Körper Christi, aber als Protestant bin ich ein selbstverantwortliches Glied. Ich folge keinem Papst, sei er aus Fleisch und Blt oder aus Papier, sondern dem Haupt des Leibes, nämlich dem lebendigen Christus. Der mag sich der Bibel bedienen, um mir den Weg zu zeigen, aber Er ist nicht mit ihr identisch und nicht von ihr abhängig.

Verändere oder verfälsche ich damit Christi Botschaft? Ich meine nicht, denn ich bezeuge wie alle anderen Christen auch, daß Jesus Christus kam und am Krez starb, um uns von Sünde, Tod und Teufel zu erlösen. Ich erkenne in Ihm meinen Herrn, dem ich folgen will, was immer die Welt davon hält.