Bilanz - Der Besuch von Papst Benedikt XVI. hat im Jahr 2011 die Ökumene in Deutschland geprägt. Dabei bekräftigten Katholiken und Protestanten ihre alten Positionen. Fazit der Experten: Zurzeit sind keine großen Fortschritte in Sicht.
Für die einen war es ein Höhepunkt der Ökumene, für die anderen ein Zeichen für weitgehenden Stillstand im Dialog zwischen Katholiken und Protestanten: Der Besuch von Papst Benedikt XVI. im September in Deutschland erfuhr eine große Bandbreite an Deutungen. Als das Kirchenoberhaupt am 25. September vom Flughafen Lahr bei Freiburg in den Abendhimmel Richtung Rom abhob, ließ er zahlreiche ratlose katholische und protestantische Christen zurück.
Insgesamt war der Besuch tatsächlich ein positives Signal für die Ökumene - mehr allerdings nicht: Benedikt XVI. hatte nach eigenen Worten kein "ökumenisches Gastgeschenk" dabei, als er am 23. September die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Erfurter Augustinerkloster traf - sozusagen in der Keimzelle der Reformation. Dass das Oberhaupt einer Weltkirche mit weltweit rund 1,2 Milliarden Christen der Leitung einer Nationalkirche mit rund 24 Millionen Mitgliedern auf Augenhöhe begegnete, kann jedoch als Erfolg für die Protestanten gebucht werden.
"Kein Programm des Dialoges"
Benedikt habe durch die Begegnung mit Vertretern der EKD ein bedeutendes Zeichen für die Ökumene gesetzt, resümierte Bundespräsident Christian Wulff. Die innerkatholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" allerdings reagierte enttäuscht: Das Papstprogramm mit 17 Ansprachen und Predigten "war eine respektable Leistung", doch "leider kein Programm des Dialoges".
Die Messlatte lag hoch: Ökumenische Streitfragen wie das gemeinsame Abendmahl, das unterschiedliche Amtsverständnis in den Kirchen oder der Umgang mit evangelisch-katholisch gemischten Ehepaaren sollten in Erfurt zur Sprache kommen. Doch darauf ging Benedikt erst gar nicht ein. Man dürfe keine Sensationen erwarten, hieß es aus Rom.
Manche Erwartungen von evangelischer Seite waren vor dem Papstbesuch schlichtweg unrealistisch gewesen, räumt der lutherische Ökumene-Experte, der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber, ein. So hofften einige darauf, Benedikt werde eine Öffnung der Eucharistie für konfessionsverschiedene Paare verkünden. Doch dafür sind die deutschen Bischöfe zuständig und nicht Rom, erinnert Weber: "Das muss die Deutsche Bischofskonferenz auf ihre Agenda setzen."
Luther rehabilitiert?
Schließlich erfüllte der Papst den Protestanten einen Wunsch, auf den sie schon lange warten: Er würdigte Martin Luther (1483-1546), freilich an einem Ort, an dem der spätere Reformator noch als katholischer Mönch lebte. Dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider zufolge hat Luther damit bereits eine faktische Rehabilitation durch die katholische Kirche erfahren.
Das Thema Luther scheint die nächsten Jahre das ökumenische Schwerpunktthema zu werden. Viele Hoffnungen richten sich darauf, dass katholische Christen beim Jubiläum 2017 - dem 500. Jahrestag der Reformation - mitfeiern. Im Jahr 2017 wird es allerdings keinen Dritten Ökumenischen Kirchentag geben, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und der Deutsche Evangelische Kirchentag einigten sich jüngst auf das Jahr 2019 - der genaue Ort steht nach Berlin (2003) und München (2010) noch nicht fest.
Was die Ökumene insgesamt angeht, rechnet der ehemalige Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kasper, in unmittelbarer Zukunft nicht mit wesentlichen Entwicklungen. "Es gibt keine großen Fortschritte mehr", sagte Kasper, der 2010 als "Ökumene-Minister" des Vatikans in den Ruhestand trat, jüngst in Berlin.
Weltkirchenrat in Turbulenzen
Auch international klemmt es in der Ökumene: Der Weltkirchenrat hat nach Ansicht der früheren hannoverschen Bischöfin und ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann an Bedeutung verloren. Gründe hierfür seien neben Finanzproblemen auch interne Auseinandersetzungen zwischen orthodoxen und evangelischen Kirchen, sagte die Theologin im Mai bei der Friedenstagung des Weltkirchenrates in Kingston (Jamaika). Rund 1.000 Kirchenvertreter waren auf der karibischen Insel versammelt, um sich über Konzepte für einen gerechten Frieden auszutauschen.
Tatsächlich eint das Thema Frieden die Religionen zurzeit am meisten. So machte sich Papst Benedikt mit dem Ausruf "Nie wieder Krieg!" beim interreligiösen Treffen von Assisi im Oktober das Motto der Friedensbewegung zu eigen. Zum Abschluss der Begegnung in Italien mit 300 Religionsvertretern aus 50 Ländern fügte er hinzu: "Nie wieder Gewalt! Nie wieder Terrorismus!". Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, unterstrich, die aktuellen Herausforderungen seien so umfassend, dass keine Religion allein den Anspruch erheben könne, über die nötigen Mittel zu verfügen.







Kommentare
Rehabilitation Luthers
"Schließlich erfüllte der Papst den Protestanten einen Wunsch, auf den sie schon lange warten: Er würdigte Martin Luther (1483-1546), freilich an einem Ort, an dem der spätere Reformator noch als katholischer Mönch lebte. Dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider zufolge hat Luther damit bereits eine faktische Rehabilitation durch die katholische Kirche erfahren."
Tatsächlich gibt es einen vorprotestantischen Luther der als Mönch und katholischer Priester gewirkt hat und der zahlreiche Äußerungen getan hat, die ihn kurioserweise als Kritiker des protestantischen Luthers erscheinen lassen. So sagte er in seiner Römerbriefvorlesung 1515/16 "Die Häretiker wählen immer oder mehrere [Stücke] aus den Glaubensinhalten aus, gegen die sie in ihrem Hochmut ihre Ansichten statuieren (suum sensum sttuunt in superbia sua), als verstünden sie es besser als alle anderen..."
"So widersetzt sich jeder Hochmütige in seiner Ansicht entweder dem Gebot oder dem Rat dessen, der ihn in rechter Weise zu seinem Heil ermahnt."
"Daher muß unser Sinn immer demütig nachgeben, damit wir uns nicht stoßen an..der Wahrheit, die uns in niedriger Weise begegnet (humiliter nobis obviam) und die unserer Ansicht zuwiderläuft...Es ist immer sicherer, zu hören, was unserer Meinung widerspricht, als das, was unser[Denken] billigt und beifällig anerkennt, weil es mit uns übereinstimmt." (WA56,249,24ff;BG 1,214)
Diese unprotestantischen Äußerungen des katholischen Luthers liessen sich fortsetzen. Eine beachtenswerte Literaturquelle findet sich bei Paul Hacker, mit seiner Schrift über den Ursprung der anthopozentrischen Reiligion."Das ICH im Glauben bei Martin Luther" erschienen im Verlag nova&vetera.
Es ist kaum anzunehmen, daß eine Rehabiltiation des protestantischen Luthers erwartet werden kann. Eine Würdigung des Mönches, der sich in der Einheit mit der kirchlichen Lehre sah jedoch sehr wohl.
Papst Benedikt hat wiederholt, zumindest die Empfehlung gegeben, daß sich die Lutheraner ebenfalls mit den frühen Schriften des Martin Luthers beschäftigen. Dies wäre sicherlich ein Gewinn für die Ökumene mit den Katholiken.
Ein Sack Reis in China?
was bringt es mir als Protestanten, wenn sich das Lutherbild des römischen Bischofs ein wenig aus der totalen Ablehnung hervorwagt? Mag er ihn würdigen, vielleicht auch rehabilitieren, oder was auch sonst. Was jene Purpurröcke denken, tangiert mich äußerst periphär. Sie haben ja nicht über mein Seelenheil zu befinden.
... Dies wäre sicherlich ein Gewinn für die Ökumene mit den Katholiken.
Gemeinsame Sache mit diesem Panzerpapst ist nichts, was für mich erstrebenswert wäre. Bei allem, was da von ihm so verbreitet wird, lässt sich nichts erkennen, das auf ein Interesse an einer wirklichen Ökumene auf Augenhöhe hindeuten könnte.
Nachtfalter
„Das Thema Luther scheint die
„Das Thema Luther scheint die nächsten Jahre das ökumenische Schwerpunktthema zu werden. Viele Hoffnungen richten sich darauf, dass katholische Christen beim Jubiläum 2017 - dem 500. Jahrestag der Reformation – mitfeiern.“
So sieht also die Oekumene aus evangelischer Sicht aus. Die Mitglieder der Weltkirche sollen einen deutschen „Nationalhelden“ feiern, der die Kirchenspaltung und die Gründung einer deutschen Nationalkirche bewirkt hat und das Christentum in Deutschland "germanisiert" hat.
Ich persönlich würde mir vielmehr erhoffen, dass die deutsche evangelische Kirche sich mit Luther viel kritischer auseinandersetzt und auch seine dunklen Seiten aufarbeitet statt einem derartigen Personenkult zu betreiben.
Als ich als Kind noch Mitglied der evangelischen Kirche war, hatte ich manchmal den Eindruck, dass nicht Jesus sondern Luther die wichtigste Person der Kirche war.
Und jetzt möchte man diesen Personenkult auch auf die Katholiken übertragen. Das finde schon sehr bedenklich.
Wie schon am Anfang im Artikel erwähnt.Auf der einen Seite steht die Weltkirche mit 1,2 Milliarden Gläubigen und auf der anderen Seite eine Nationalkirche mit 24 Millionen Gläubigen.
Keine Eulen nach Athen
Und jetzt möchte man diesen Personenkult auch auf die Katholiken übertragen.
in Sachen Personenkult sind doch die Römer die Weltmeister.
Nachtfalter
"In Sachen Personenkult sind
"In Sachen Personenkult sind doch die Römer die Weltmeister"
Das sehe ich persönlich anders.
Der Papst ist das Oberhaupt der Weltkirche. Es handelt sich hier um ein Amt, das der Papst ausübt und nicht um einen Personenkult wie er um Luther seit 500 Jahren gemacht wird.
Mal die Kirche im Dorf lassen
Der Papst ist das Oberhaupt der Weltkirche. Es handelt sich hier um ein Amt, das der Papst ausübt und nicht um einen Personenkult wie er um Luther seit 500 Jahren gemacht wird.
Euer Chef ist nicht unser Chef. Wenn ihr euch bedingungslos seinem Machtanspruch unterwerft, so sei euch dieses unbenommen. Unser Haupt ist Christus höchst persönlich.
In Sachen Personenkult sind doch die Römer die Weltmeister" Das sehe ich persönlich anders.
Und von wegen kein Personenkult. Wer ruft denn Verstorbene um Hilfe an? Besonders die, denen zuvor von irdischer Warte aus, eine himmlische Beförderung aufgedrängt wurde.
Nachtfalter
Gast schrieb: Der Papst ist
Gast schrieb:
Der Papst ist das Oberhaupt der Weltkirche. Es handelt sich hier um ein Amt, das der Papst ausübt und nicht um einen Personenkult wie er um Luther seit 500 Jahren gemacht wird.
Richtig.
Heute kennt jeder Katholike noch viele andere Millionen Menschen Benedikt XVI. in 100 Jahren wird in niemand mehr kennen sondern nur den aktuellen Papst. Anders wie bei Luther.
Personenkult um Luther der in seinen späteren Predigten auch mal dazu aufrief Jüdische Synagogen in Brandt zu stecken ( Das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.)ist sehr brefemdlich.
"Unser Haupt ist Christus
"Unser Haupt ist Christus höchst persönlich." Richtig ! Für alle Christen ! Und da sind wir wieder beim Ausgangsartikel. Warum sollte Luther das Schwerpunktthema der Ökumene sein ??
weiterer Link
habe hier eine weitere interessante Seite zu diesem Thema gefunden.
Und noch'n Tipp: "Papsttum" bei Youtube in die Suchzeile eingeben und dann die vielen kritischen Beiträge ansehen.
Nachtfalter
Was erwartest Du?
Sie sind doch geblendet von jenen, die sich zwischen Gott und die Gläubigen drängen, die sich über das Wort und über unser Haupt, über Christus stellen. Zuerst war es nur eine Ahnung, aber so langsam wird es mir immer deutlicher, Luther hatte doch recht.
Nachtfalter
Konsequenzen
dass dieser ältere Herr in seinem fahrbaren Schaukasten in den Stiefeln Cäsars unterwegs ist, war mit schon länger bekannt. Aber, dass die Geschichte mit den Fischerschuhen doch nur eine bewusste Finte ist, dämmert mir halt erst jetzt. Nun erhebt sich die Frage, wieweit dieses Geschwür nach unten durchgesickert ist. Einige Metastasen scheinen ja auch unter den Protestanten zu wuchern.
Es ist nicht meine Absicht, mit Fingern auf andere zu zeigen, oder ihnen gar am Zeug zu flicken (Luk. 6, 37). Doch bei 63 hört der Spaß auf.
Nachtfalter
Vor unserer eigenen Türe
... ja diese Tochtergeschwüre sind auch bei uns immer mehr zu erspüren. Und dazu müssen die Pfarr-Herren und -Damen nichtmal purpurne Gewänder und Schuhe anlegen,
Nicht nur diese. Was mich noch bedrückt, ist die bleierne Moral, die von den Römern verbreitet wird/verbreitet wurde. Ob sie bei den Protestanten die Reformation schadlos überstanden hat, oder neu in das Gedärm gekrochen ist, kann ich hier nicht beurteilen. Jedenfalls findet der unsägliche Sündenkatalog auch bei unseren Geschwistern immer wieder ein offenes Ohr. Dabei hat uns Jesus von der Last des Gesetzes befreit und durch Seine Erlösung ein sorgenfreies und fröhliches Leben bereitet.
Der Protestantismus hat nur eine Zukunft, wenn er das »allgemeine Priestertum aller Gläubigen« ernst nimmt und mit Fleisch füllt, wenn mündige Ortsgemeinden mit mündigen, erwachsenen Christinnen und Christen entstehen.
Wieso nur der Protestantismus? Geht es denn nicht um den ganzen Leib Christi? Da wird der Gemeinde erzählt, brav sein reicht, sowie ab und zu in die Kirche gehen. Aber kaum jemand weiß um die leidenschaftliche Liebe Jesu, erzählt von den grandiosen Abenteuern mit dem Herren Zebaoth. Sind wir denn nicht die geliebten Kinder unseres Heiligen Vaters? Haben wir denn nicht ständigen Zugang zum Herzen Gottes?
Die Tendenz, sich dem Katholizismus immer mehr anzupassen, das Bischofsamt aufzublähen oder darum zu buhlen, dass Rom die evangelische Ordination zum Pfarrer »anerkennt«, führt in die Irre. Als Evangelische müssten wir noch mehr als bisher das eigene Profil schärfen: die Freiheit des Einzelnen, die Allgenügsamkeit der Gnade, das allgemeine Priestertum (nicht nur auf dem Papier!).
Es ist wohl eine seltsame Eigenschaft unserer irdischen Hirten, dass sie immer wieder zu Kontrolletties mutieren. Christus ist das Haupt und wir Sein Leib. Weshalb versucht dann beispielsweise die Leber, den Magen zu reglementieren? Wie verhält es sich da mit Splitter und Balken?
Nachtfalter
Konkret
Was konkret wird von der ev.Kirche ökumenisch erwartet und was ist sie bereit zu geben.
Ständig nur von Ökumene zu reden langweilt.
Bischöfe sind leider nur die Wasserträger des Papstes
Im obigen Artikel heißt es u.a.:
„Manche Erwartungen von evangelischer Seite waren vor dem Papstbesuch schlichtweg unrealistisch gewesen, räumt der lutherische Ökumene-Experte, der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber, ein. So hofften einige darauf, Benedikt werde eine Öffnung der Eucharistie für konfessionsverschiedene Paare verkünden. Doch dafür sind die deutschen Bischöfe zuständig und nicht Rom, erinnert Weber: "Das muss die Deutsche Bischofskonferenz auf ihre Agenda setzen."
In diesem Zusammenhang muss ich Bischof Weber ( ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er das nicht weiß!) daran erinnern, dass die deutschen Bischöfe nichts unternehmen, was nicht zuvor von Rom abgesegnet worden ist. Und dieser Papst hat in Erfurt (und nicht nur an diesem Ort) deutlich gemacht, dass ihm eine vom ökumenischen Geist geprägte Einigung mit den Kirchen der Reformation nicht am Herzen liegt. Zu schwer wiegt das von diesem Papst erneuerte Schreiben von „Dominus Jesus“.
Zudem gibt es innerhalb der deutschen Bischöfe eine starke romtreue Fraktion (Müller, Meisner, Woelke, Tebartz v. Elst, u.a.m.), die alle zaghaften Versuche von reformfreudigen Bischöfen im Keim ersticken.
Die hierarchisch-autokratisch regierte katholische Kirche duldet keine Abweichler und Querdenker. Zur Macht des Papstes sei an Folgendes erinnert:
Die Macht der Päpste
Über das Papstamt sagt der Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983, das Gesetzbuch der röm.- kath. Kirche, Folgendes :
Can. 331
Der Bischof der Kirche von Rom, in dem das vom Herrn einzig dem Petrus, dem Ersten der Apostel, übertragene und seinen Nachfolgern zu vermittelnde Amt fortdauert, ist Haupt des Bischofskollegiums, Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden; deshalb verfügt er kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann.
Can. 333
§ 2. Der Papst steht bei Ausübung seines Amtes als oberster Hirte der Kirche stets in Gemeinschaft mit den übrigen Bischöfen, ja sogar mit der ganzen Kirche; er hat aber das Recht, entsprechend den Erfordernissen der Kirche darüber zu bestimmen, ob er dieses Amt persönlich oder im kollegialen Verbund ausübt.
§ 3. Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.
Der Papst hat somit absolute diktatorische Vollmachten und ist letztlich nicht an Gesetze und Gremien (etwa Organe der Kurie) gebunden. Zu keinem historischen Zeitpunkt war der Papst mit einer solchen universalen Machtfülle und Durchsetzungskraft ausgestattet wie heute.
Es kann bezweifelt werden, dass sich Gott nur von einem autoritär, absolutistisch und männerbündisch regierenden Hierarchen gut vertreten sieht.
So hat der Vatikanstaat in moderner Weise das von Gregor VII. 1075 formulierte Prinzip bestätigt: „Der Papst wird von niemandem gerichtet", er ist keiner Staatsgewalt untergeben. Der Papst übt hingegen im Vatikanstaat absolute Staatsgewalt aus und ist damit (neben dem Fürsten von Monaco) der letzte absolute Herrscher in Europa, der selbst an keine Verfassung gebunden ist (sondern auch Verfassungsgesetzgeber ist).
Der Kotau der Bischöfe
Leider haben wir heute keine Bischöfe (geschweige Kardinäle) mehr, die dem Papst ins Angesicht widerstehen, um seine absolutistischen Machtansprüche in Frage zu stellen. Die heutige Bischofsgeneration neigt dazu, dem Papst auf Knien entgegenzugehen und ihm den Fischerring (anulus piscatoris) zu küssen. In einer Geste oboedienter Proskynese nähern sie sich ihrem Oberhaupt, erstarren in angemessener Distanz vor der Würde des Stellvertreters Gottes und lauschen mit offenem Mund den keinen Widerspruch duldenden Anweisungen des „Sonnenkönigs“, der von sich überzeugt ist, dass er in absolutistischer Herrschaftsgeste ( Kleiner als Gott, aber größer als der Erdkreis) die katholische Kirche regieren darf. (vgl. CIC 331, 333, u.a.m.) Gewiss ist die bewusst von mir gewählte Art der Formulierung eine Zuspitzung; sie soll aber den Geist widerspiegeln, mit dem heute die Bischöfe dem Papst gegenübertreten.
Böckenförde fordert die Bischöfe zum Widerspruchsdenken heraus
Prof. Dr. Dr. Werner Böckenförde, Domkapitular em., weist zunächst darauf hin, nach welchen Kriterien der Papst einen Bischof ernennt: „Die Bischöfe sind in ihren Ämtern, weil sie Rom nach den Auswahlkriterien und durch den Treueid einmal die Gewähr der "Linientreue" boten. Die Diskrepanz zwischen der theologisch erklärten Würde des Bischofsamtes und ihrer tatsächlichen Rechtsstellung bemerken sie nicht oder fügen sich in sie.“
und stellt kritische Fragen zum Verhalten der Bischöfe gegenüber dem Papst:
„Warum sollte den Bischöfen erspart werden, zu dieser Diskrepanz zu stehen oder sich von ihr abzusetzen, und zwar den Gläubigen ins Angesicht? Warum soll ihnen erspart werden zu zeigen, ob sie die Gläubigen nur für Hörerinnen und Hörer und Untergebene oder für ernstzunehmende Gesprächspartnerinnen bzw. -partner und Geschwister im Herrn halten? Dies beinhaltet keinerlei Aggression. Es geht vielmehr darum, das Bewusstsein für die Notwendigkeit und Möglichkeit von mehr Partizipation zu stärken, und dies nicht subversiv und an den Bischöfen vorbei, sondern sie fordernd und einbeziehend, damit sie ihre Berührungsängste abbauen können. Solche Ängste, aber auch Anzeichen für ihren teilweisen Abbau, waren zum Beispiel in so manchem "Diözesanforum" erfahrbar.“
Abschließend zeigt Böckenförde Grenzen aber auch Möglichkeiten des Agierens für Bischöfe auf:
„Was Rom verordnet und lehrt, bindet auch die Diözesanbischöfe. Insoweit sind sie Befehlsempfänger. Sie fungieren oft wie Generalvikare des Papstes; sie lassen sich von manchen Beamten der römischen Kurie gängeln. Als Diözesanbischöfe und Nachfolger der Apostel haben sie die Möglichkeit, im Rahmen des Rechts auch gegenüber dem Papst und dem Vatikan ihre Ansicht mit Nachdruck zu vertreten und zu begründen. Sie können warnen, wo dies angezeigt ist. Ein Bischof, dem der Kurs des Papstes und seiner Kurie für die Kirche als schädlich erscheint oder der einer nicht unfehlbaren römischen Lehrentscheidung nicht folgen kann, hat die Möglichkeit, aus Gewissensgründen um Entpflichtung von seinem Amt zu bitten.“
Kirchenrecht contra Konzil
Wenn Kardinal Kasper sich auf das 2. Vatikanum in seinen Äußerungen beruft, so bleibt andererseits jedoch festzuhalten, dass Beschlüsse des Konzils und katholisches Kirchenrecht (CIC von 1983) zwei sehr unterschiedliche Inhaltsbedeutungen erhalten haben. Hieß es in Lumen gentium 27 beispielsweise noch von den Bischöfen, sie seien Stellvertreter Christi : „Die Bischöfe leiten die ihnen anvertrauten Teilkirchen als Stellvertreter und Gesandte Christi.“, so vereinnahmt im CIC der Papst diese Bezeichnung ausschließlich für sich und stellt sich damit gegen den Konzilsbeschluss. Die Konzilsbeschlüsse sind nicht geltendes Recht, sondern Programm für die Gestaltung des Rechtes. Klaus Lüdicke formuliert : „…man (kann) das kirchliche Gesetzbuch nicht im verklärenden Licht des Konzils lesen, sondern sozusagen als den Rest dessen, was die päpstliche Gesetzgebung vom Konzil übriggelassen hat. Es ist sicher richtig, dass die Normen des CIC nicht adäquat wiedergeben, was das Konzil intendiert hat, selbst wenn man berücksichtigt, dass es nicht einen ekklesiologischen Ansatz in den Texten dieser Kirchenversammlung gibt. Und man kann nicht leugnen, dass im Leben der Kirche verbindliche Norm, wenn es um die Ebene des Rechtes geht, der Codex ist und nicht das Konzil.“ Leider ist die vom Konzil in den Mittelpunkt gestellte „Communio-Theologie“ im CIC somit nur noch in Spurenelementen enthalten – wenn überhaupt.
Wenn es noch eines Beweises bedurfte für die Richtigkeit des Münsteraner Kirchenrechtlers, so kann man die Besetzung des Münchener Bischofsstuhls aus dem Jahre 2007 heranziehen.
Bei der Besetzung des Münchener Bischofsstuhls ist weder einer der Dreierkandidaten des Domkapitels berücksichtigt worden noch hat Benedikt die obligatorisch einzuberufende Bischofskongregation in Rom als Entscheidungsträger berücksichtigt. „Aller mit leuchtenden Augen vorgetragenen Communio-Theologie oder –Ideologie zum Trotz dominiert im derzeitigen Kirchenrecht das alte Verständnis von der Kirche als einer societas inaequalis.“ (Prof. Dr. Dr. Werner Böckenförde, Domkapitular em.).
Paul Haverkamp, Lingen
Was wollen Sie?
Herr Haverkamp, dass Ihnen der Papst ein Dorn im Auge ist,hat jeder verstanden.
Sie müssen ihn doch auch gar nicht anerkennen.In der ev. Kirche gibt es ganz andere Strukturen.Warum wollen Sie den Katholiken vorschreiben, was sie zu tuen und lassen haben?Als Katholik bin ich davon überzeugt, dass die Kraft von Jesus Christus in der katholischen Kirche gefunden wird,die Kirchenspaltung Sünde ist
und die ev. Kirche dem Zeitgeist hinterher läuft zum Schaden vieler Seelen.
Was wollen Sie als ev.Christ an der ev.Kirche im Geist der Ökumene ändern?
Oder stellen auch Sie nur Forderungen an die kath.Kirche?
Papst ja - doch nur mit jesuanischem Vorbild!
Sehr verehrter „Gast“ – ich muss Sie leider korrigieren bzw. meine Aussagen präzisieren!
Nicht „der Papst“ ist mir „ein Dorn im Auge“, sondern vor allem dieser Papst und sein Vorgänger; und zwar deshalb, weil diese Päpste glauben, eine Kirche im anti-jesuanischen Sinne leiten zu müssen, nämlich autoritär und antidemokratisch. Diese Päpste weigerten bzw. weigern sich, die kath. Kirche in der Gegenwart ankommen zu lassen. Sie negieren bewusst die Konzilsaussagen einer „ecclesia semper reformanda“ und glauben ausschließlich mit Macht und Herrschaft das Schiff der Kirche leiten zu können.
Wie anders hat Jesus gedacht und gehandelt!!!
„Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Mt 10, 42-45)
Ich versuche meine Meinung mit Zitaten von Yves Congar und Romano Guardini zu untermauern:
„Wo immer die Kirche herrscht, wie die Welt herrscht, dort zeige sie schmerzlich, so Congar, wie unvollendet die Kirche noch ist: „Es gibt noch Sakramente, steinerne Riten, Vollmachten, ein zwingendes Gesetz und so weiter, aber all das ist zweitrangig und untergeordnet im Verhältnis zur Hauptsache: den Menschen und der Gnade des Heiligen Geistes in ihnen. Der entscheidende Wert dessen, was in der Kirche existiert, liegt … in den lebendigen Menschen, die seit Christus und im Hinblick auf seine Fülle den Leib Christi oder den Tempel Gottes durch den Glauben und die Liebe aufbauen.“
In einem flammenden Plädoyer gibt Congar zu bedenken, dass die katholische Kirche sich oft nicht genügend von der Welt, ihrer Sprache, ihren Bräuchen, ihrem ‚Flitter’ und ihren Strukturen der Macht unterscheide, obwohl die Kirche doch die ‚neue Welt’ repräsentiert.
Romano Gurardini unterscheidet in seinen „Meditationen über Wesen und Auftrag der Kirche“ zunächst die Autorität der Kirche von der Herrschaft: „Diese Autorität (der Kirche) ist keine solche der Herrschaft, so das der Einzelne ihr Untertan wäre, sondern die Kirche ist die große Dienerin der Einzelnen, die sich in diesem Dienst als das auswirkt, was ist ist.“
Guardini verweist darauf, dass die Kirche als Kirche gerade dann erkannt werden kann, dass Autoritität und mithin Gehorsam völlig anders versteht als die Welt und so diese Figuren der Macht nicht dem Begriff, sohl aber der Sache nach überwindet: „In unserer pluralistischen Zeit wird die immer gestellte Frage, woran Kirche als Kirche des Herrn erkannt werden könne, besonders dringlich. „Die Antwort müsse lauten: „…dass sie die Autorität in Dienst, die Macht in Liebe umwandelt.“
Alle Insignien der Macht, alle umständlichen Titel kirchlicher Würdenträger, die Christus ohnehin streng verboten hat (Mt, 23,8), alle Gesten der Autorität und Überheblichkeit kirchlicher Amtsträger – zumal bei säkularer Gegenfront und dem atheistischen Lebensgefühl der Menschen – distanzieren und entfremden von der knienden, sich erniedrigenden und Füße waschenden Liebe Jesu.
Angesichts dieser knappen Erinnerung an Guardinis und Congars kirchliche Courage kommt einem die Frage nach dem Leitungs- und Machtfaible eines Bischofs ebenso nebensächlich wie lächerlich vor. Wenn man aber Guardinis Warnung beherzigt, aufgrund des Evangeliums Leitung nicht so zu verstehen, wie es die Welt tut; und wenn man weiter das hochkarätige Congar-Wort für richtig hält, dass die Kirche in ihrer Sprache, in ihren Gesten, ihrem Purpurrot und Prälatenpink, in ihren bischöflichen Palästen, in ihren Dienstlimousinen, in ihrem gesamten Habitus den ‚Flitter’ der Welt anzieht, dann kann ein Bischof nur ungehemmt von Leitung sprechen – ohne zu sagen, dass er Lieben, Dienen und Brudersein meint -,wenn er dabei vor Scham errötet.
Hans Küng formuliert:
„Sie (die Kirche) kann sich in dieser Endzeit nie und nimmer als eine religiös-politische Theokratie aufführen. Ihre Bestimmung ist die geistliche Diakonie. Statt ein Imperium geistlich-ungeistlicher Macht aufzurichten, ist ihr die Gnade gegeben, Ministerium in Knechtsgestalt zu sein : Gottesdienst als Menschendienst und Menschendienst als Gottesdienst.“ (Küng)
Verehrter Gast:
Dass die Leitung der Kirche auch ganz anders funktionieren könnte, kann man an dem leider nur 33 Tage währenden Pontifikat von Papst Johannes Paul I. in Ansätzen deutlich machen. In seiner ersten Ansprache in der Lateranbasilika formulierte Papst Luciani 1978:
„…Ich kann euch versichern, dass ich euch liebe, dass ich nur einen Wunsch habe, euch zu dienen, und meine bescheidenen Kräfte, das wenige, was ich habe und bin, in den Dienst aller zu stellen…Ich weiß wohl, dass ich nicht in der Lage sein werde, jahrhundertealte Regeln auf einmal zu ändern. Doch die Kirche muss nicht Macht und Reichtümer besitzen. Ich will Vater, Freund, Bruder sein, der als Pilger und Missionar auf alle zugeht, der kommt, um den Frieden zu bringen, die Brüder im Glauben zu stärken, Gerechtigkeit einzufordern, die Schwachen zu verteidigen, die Armen und Verfolgten zu umarmen … Ich bin der ältere Bruder der Bischöfe; ihnen schulde ich Ehrfurcht. Ich muss und will mit ihnen in Gemeinschaft der Liebe stehen. Die Kollegialität zwischen Papste und Bischöfen wird, wenn sie lebensvoll und wirksam wird, zum Prüfstein und Gütezeichen der Katholizität.“
Sehr schätze ich Papst Johannes XXIII. ; als dieser im Jahre 1953 Kardinal Roncalli und Patriarch von Venedig wurde, fand er über seine eigene Person folgende Worte :
Ihr erwartet mich mit Beklommenheit. Man hat euch Dinge von mir erzählt, die mein Verdienst bei weitem übertreffen. Voller Demut darf ich mich vorstellen : Ich bin ein Mensch wie jeder andere hier auf dieser Erde. Mit ist die Gnade einer guten körperlichen Gesundheit verliehen, ein bisschen gesunder Menschenverstand, der mich die Dinge rasch und deutlich erkennen lässt, und eine Neigung zur Menschenliebe, die mich dem Gesetz des Evangeliums treu sein lässt. Ich respektiere mein eigens Recht und das der anderen, war mich darin hindert, wem auch immer es gälte, Böses zu tun. Es ermutigt mich, allen Gutes zu tun.
Die Vorsehung hat mich aus dem Dorf meiner Geburt herausgeholt und mich über die Straßen der Welt in Orient und Okzident wandern lassen. Sie hat mich mit Menschen anderer Religionen und Ideologien zusammengeführt, hat mich mit den akuten und drohenden sozialen Problemen in Berührung gebracht und mir die Ruhe und das Gleichgewicht für ihre Erforschung und ihr Würdigung bewahrt. Unbeschadet der Unerschütterlichkeit des katholischen Credo und der Moral habe ich immer mehr umd das Einende als um das Trennende und Gegensätzliche gekümmert.“
Sehr geehrter „Gast“ – wie Sie sehen, habe ich nichts gegen Päpste, sondern lehne nur Päpste ab, die so handeln wie Papst Pius IX., der 1862 an den Erzbischof von München-Freysing schrieb:
„Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern."
(bis heute gültiger Glaubenssatz der römisch-katholischen Kirche, Neuner-Roos, Nr. 382)
Genau dieser Geist ist es jedoch, von dem auch der heutige Papst beseelt ist – wie meilenweit ist dieser Geist von dem Geist des Mannes aus Nazareth und vom Geist der Konzilsväter entfernt, die am 7. Dezember 1965 folgenden Text verabschiedeten:
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände. Ist doch ihre eigene Gemeinschaft aus Menschen gebildet, die, in Christus geeint, vom Heiligen Geist auf ihrer Pilgerschaft zum Reich des Vaters geleitet werden und eine Heilsbotschaft empfangen haben, die allen auszurichten ist. Darum erfährt diese Gemeinschaft sich mit der Menschheit und ihrer Geschichte wirklich engstens verbunden.“
(Die pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute „Gaudium et spes“ 1)
Paul Haverkamp, Lingen
Gott sei Dank
Habe ich verstanden.Sie lehnen nicht den Papst als solchen ab, sondern vor allem die letzten zwei.
Dem widerspreche ich entschieden.Gott sei Dank haben wir einen glaubensstarken Papst,der keine theologischen Gastgeschenke verteilt,sondern den Glauben der katholischen Kirche mit viel Kraft verteidigt.Über die Wahrheit kann man nicht abstimmen.Sind Ihnen Bischof Schneider,oder Frau Käßmann lieber?Schauen Sie sich doch mal an,was alles in der ev.Kirche geglaubt und nicht mehr geglaubt wird.
Der Papst ist vor allem ein Diener.Verpflichtet dem katholischen Glauben,dem Wort Gottes und den Lehren der Kirche.Dem Zeitgeist schuldet er nichts.
Nennen Sie mir einen ev.Hirten der mehr für den Glauben getan hat als der Papst?
Wer war glaubensstärker als Papst Paul II?
Was Herr Haverkamp gefällt ihnen eigentlich an der kath. Kirche?Seien Sie evangelisch.Ich kann es nicht ändern.Aber schlagen Sie nicht auf die Kirche ein,auf der die Kraft von Jesus Christus liegt.
P.S. dass Sie sich auf Hans Küng beziehen überrascht nicht.Kennen Sie Aussagen des Credo, die Küng nicht bezweifelt,relativiert?Der Mann ist Liebling aller Gegner der kath. Kirche.Er verkündet sich selbst und erkennt nicht an, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.Was wäre das für ein klasse Protestant.Mir fällt gerade nicht ein, welche Forderung des Kirchenkritikers in der ev.Kirche nicht längst erfüllt sind.Als Protestant wäre er völlig uninteressant,seine Eitelkeit auf eine schwere Probe gestellt.Für Küng sollten wir alle beten,beten,beten.
Kontrolle, Gehorsam, Unterwerfung - a never ending story!
Schade, Herr "Gast", dass Sie den päpstlichen Vorgaben zur Macht- und Herrschaftssicherung mehr vertrauen als den im Neuen Testament überlieferten "jesuanischen" Vorgaben.
Jesus hätte heute wohl die größten Chancen, vom heutigen Papst mit einem Bußschweigen mundtot gemacht zu werden.
Wie Jesus haben es heute all diejenigen schwer, die der von Menschen gelebten und von Gott empfangenen Liebe mehr vertrauen als der Kontrolle durch eine autoritäre Organisation.
Paul Haverkamp, Lingen
oberflächlich
Leider schreiben Sie nur allgemeine Vorurteile nieder, statt konkret Stellung zu nehmen.So kann man auch leichter Vorurteile konservieren.
römische Sprachregelung
Jesus hätte heute wohl die größten Chancen, vom heutigen Papst mit einem Bußschweigen mundtot gemacht zu werden. Wie Jesus haben es heute all diejenigen schwer, die der von Menschen gelebten und von Gott empfangenen Liebe mehr vertrauen als der Kontrolle durch eine autoritäre Organisation.
die (rk.) Kirche = Leib
Christus = Haupt
Papst = Oberhaupt???
Nachtfalter
Ökumene
Die evangelischen Kirchen sollen aufhören zu jammern.Sie werden von der r-k Kirche nicht genügend gewürdigt und theologisch ernst genommen?
Sind sie nicht selbst daran schuld?
Es fängt schon bei der EKD selbst an: sie ist keine Kirche sondern ein Bund selbstständiger Landeskirchen.Diese Landeskirchen haben unterschiedliche Bekenntnisstände.Lutherisch,refomiert und uniert. Aber, es gibt lutherische Landeskirchen die sind Mitglied der VELKD andere nicht. In manchen luth. Landeslkrchen gilt das ganze Konkordienbuch von 1580, andere erkennen die Konkordeinformel von 1577 nicht an.Die unierten Landeskirchen zerfallen vereinfacht gesprochen in Konsens-oder lehrunionen oder Verwaltungsunionen.Neben der VELKD gibts noch die UEK innerhalb der EKD.
Da ist es für Rom sehr schwer den richtigen ,kompetenten Ansprechpartner zu finden.
Und was lehren die Landeskirchen der EKD? Auch das ist sehr schwer zu sagen. Die verbindliche Lehre verblasst bzw. wird verwässert- die EKD will ja in der Gegenwart ankommen.Die Kirche hat den Auftrag den Gläubigen die reine Lehre des Evangeliums zu verkünden. Das war ein Hauptanliegen der Reformation.Die Landeskirchen bleiben aber gerne im unverbindlichen.Sie wollen nicht anecken, haben Angst altmodisch zu wirken oder gar Widerspruch zu erzeugen.
Die armen prot. Gläubigen bleiben ratlos zurück.
Am 14.11.11 schrieb Prof. Dr. Thomas Kaufmann einen lesenswerten Beitrag in der FAZ mit dem Titel:Das schwierige Erbe der Reformation.
Sein Fazit lautet: "Luther ist nicht die Reformation, und die Berufung auf die Bibel brachte mehr Spaltung als Einheit hervor. Die wesentlichen Elemente der protestantischen Identität sind seit je nur zwei: Antipapalismus und Antiromanismus."
Und da wundert sich die EKD von Rom nicht genügend gewürdigt zu werden?
neue Ökumene?
Ich kann dem nur zustimmen.Teile und herrsche,wem nützt das wirklich?Wer führt da Regie?Jesus Christus hat nicht 2 oder mehr Kirchen eingesetzt.Luther
hat interessante theologische Gedanken gefasst und seine Bibelübersetzung war von großer Bedeutung.War er aber berufen,die Heilige Katholische Kirche zu schwächen?Ich glaube das nicht.Wo ist er aber über das Ziel hinaus geschossen?Welche Schuld laden wir auf uns,wenn die Heilige Katholische Kirche ebenfalls Irrwege beschreitet,wie von zahlreichen Irrlehrern vehemment gefordert?Würde die katholische kirche allen Forderungen seiner Kritiker nachgeben,wäre sie längst am Ende,zerstört,ohne Kraft.Dazu wird es nicht kommen.da vertraue ich auf das Versprechen von Jesus Christus.
Können Fehlentwicklungen in der kath.Kirche klar benannt und geändert werden, ohne den wahren Glauben zu gefährden?Sündhaftes Verhalten gibt es überall,ganz gleich ob katholisch oder evangelisch.Das gehört benannt,verbannt und bestraft.Aber der Kern des Glaubens muß erhalten bleiben.Was ich meine wird deutlich, wenn man sich einmal die unterschiedliche Sicht von Abendmahl und Eucharistie anschaut.Da darf nichts verwischt relativiert und verändert werden, wenn man den gleichen Glauben vertritt.wenn nicht,soll man es genauso offen sagen und akzeptieren,wenn es nicht anders geht.Das allgemeine Wischi-Waschi führt zu gar nichts.Wer ständig Ökumene fordert,soll auch klar sagen, was er genau will.Ich bin katholisch,werde es bleiben und hoffe, dass der Papst und alle Bischöfe sich nicht Lockruf in die Irre leiten lassen.Mein Vertrauen ist da sehr groß,auch wenn die Rufe der Irrleher nicht verstummen
Protestantische Vielfalt
es ist schon eine Plage. So einfach "Hau den Lukas" spielen geht halt mit uns Protestanten nicht. Da trifft man immer nur ein paar, oder man klopft gleich total daneben . Aber die Retourkutschen finden immer ihre Adresse.
Nachtfalter
Nichtssagend
Was sollen diese Stellungnahmen ohne Inhalt und Substanz?Dann besser schweigen.
Jaja,
Protestantenbashing betreiben wollen, aber beim selbständig Denken kommen die Probleme.
Es ist einfach nicht wahr, dass von Jesus die RK gegründet wurde. Da steht nirgends ein Manifest in der Bibel, das als Legitimation vatikanischer Überheblichkeit gelten kann.
Nachtfalter
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