Papstbesuch: "Ohrfeige und Umarmung" aus dem Vatikan

Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschland-Besuch

Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Deutschland-Besuch keine Geschenke mitgebracht - dafür aber Ohrfeigen, und die wollte Präses Schneider nicht. Foto: dpa/Marijan Murat

Papstbesuch - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Aussagen von Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch zu Kirche und Ökumene nachträglich erneut kritisiert.

Der Papst habe den EKD-Vertretern im September in Erfurt erklärt, über den Glauben werde nicht verhandelt und ökumenische Gastgeschenke gebe es nicht, sagte Schneider in einem Interview der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgaben). "Ich fand beides unfreundlich, unpassend und völlig an uns Protestanten vorbei gesprochen."

Schneider fügte hinzu: "Denn wir wollen ja gar nicht verhandeln, wir brauchen auch keine Gastgeschenke." Für die Protestanten gibt es nach seinen Worten im Verhältnis zum Vatikan zugleich die Umarmung und die Ohrfeige. Schneider: "Ich für meinen Teil werde aber nicht sagen: Die Umarmung will ich nicht, solange du mich ohrfeigst. Sondern ich sage: Die Umarmung erlaubt es mir, auf dich zuzugehen. Und die Ohrfeigen will ich nicht - darüber müssen wir reden."

Dennoch sei das Treffen mit dem Papst besser gewesen als sein Ruf. "Und bei mir bleibt im Gedächtnis, wie sehr der Papst die Grundfrage der Reformation nach Gott gewürdigt hat", betonte Schneider, der 24 Millionen Protestanten in Deutschland repräsentiert und als Präses der rheinischen Kirche vorsteht.

Zollitsch: Luther hat die Spaltung nie gewollt

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, lädt die Katholiken ein, den Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) neu zu sehen. Das 500-jährige Jubiläum der Reformation 2017 biete auch für katholische Christen eine Gelegenheit, sich mit Luther zu beschäftigen und in ihm einen "zutiefst gläubigen Menschen zu entdecken", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Die von Luther nie gewollte Spaltung der Christen habe "zu viel Unglück in Deutschland geführt", fügte der Freiburger Erzbischof hinzu. Der Papst habe bei seinem Deutschlandbesuch keinen Zweifel daran gelassen, "dass es Martin Luther mit seiner immensen geistigen Kraft um den Glauben an Jesus Christus, um einen Gott der Gnade, Barmherzigkeit und Liebe zu tun war".

epd

Kommentare

Verfasst von pro ecclesia am 21. Dezember 2011 - 11:59.

una sancta

Es gibt kein Heil außerhalb der Kirche. Darum haben auch wir Evangelische die...

Es gibt kein Heil außerhalb der Kirche. Darum haben auch wir Evangelische die Kirche als einig, heilig, katholisch und apostolisch anzuerkennen. Durch immer weniger Bildung über das eigene Bekenntnis und die Selbstdefinition in negatorischer abgrenzung zu Rom hat dazu geführt, dass wir derartiges und die Bedeutung des mystischen Leibes Christi, der Kirche, nicht mehr begreifen können oder wollen.

Der Papst hat vollkommen Recht. Er führt keine deutsche Gruppe von Schismatikern, die nach wenigen hundert Jahren völlig gespalten und profanisiert ist, sondern ist von Petrus an oberster Bischof der Weltkirche.

Im Übrigen frage ich mich, wie Zollitsch dem Märchen auf den Leim gehen konnte, wLuther habe nicht spalten wollen. Wie kommt man zu solchen Schlüssen, wenn man die Schmalkaldischen Artikel liest? Die einzige unmittelbare Bekenntnisschrift aus Luthers Feder ist eindeutig. Luther wollte spalten.

Demütig sollten wir überlegen, wie wir wieder in den Schoß der Kirche heimkehren können. Als Lutheraner heißt das natürlich, sich von Reformierten Häresien abzuwenden und nicht ökumenefeindliche und bösartige Fakten wie die Leuenberger Konkordie zu schaffen. Die Hochkirchliche Bewegung, sofern sie das Amt wieder erlangt hat, bekommt vielleicht durch anglicanorum coetibus eine Möglichkeit. Hier hat sich Rom unglaublich weit geöffnet.

Demut und Streben zur Einheit ist der richtige Weg. Keine deutsche Arroganz gegenüber der ganzen Weltkirche. Wir wissen nicht alles besser als die große Mehrheit der Christenheit und 2000 Jahre Geschichte.

Verfasst von Gast am 21. Dezember 2011 - 15:48.
Kommentar auf: una sancta

Nix una santa!

Sie dürfen ja gerne katholisch werden! Dagegen hat niemand etwas. Jesus aber...

Sie dürfen ja gerne katholisch werden! Dagegen hat niemand etwas.
Jesus aber sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich". Die Frage ist hier nur wer in diesem Bibelvers als Vater gemeint ist?
Frohe Weihnachten!

Verfasst von Gast am 21. Dezember 2011 - 13:32.
Kommentar auf: una sancta

Beeindruckend

Eine unglaublich beeindruckende Stellungnahme, die viel Respekt verdient.

Eine unglaublich beeindruckende Stellungnahme, die viel Respekt verdient.

Verfasst von Gast am 20. Dezember 2011 - 12:02.

Mein Eindruck ist jedesmal

Mein Eindruck ist jedesmal wenn ich diese Seite besuche. Das sich die...

Mein Eindruck ist jedesmal wenn ich diese Seite besuche. Das sich die Protestanten in jeder Theologischen Frage immer sehr uneins sind und eher gegeneinander statt miteinander zu sein. Nur in einem Punkt gibt es unter den vielen kleinen Päpsten die keine Kirche zum Seelenheil brauen Einigkeit und das ist immer wenn es gegen die Kirche in Rom geht.

Verfasst von Nachtfalter am 20. Dezember 2011 - 11:13.

Weder noch

Schneider schrieb: Für die Protestanten gibt es nach seinen Worten im Verh...

Schneider schrieb:

Für die Protestanten gibt es nach seinen Worten im Verhältnis zum Vatikan zugleich die Umarmung und die Ohrfeige.

Auf die Backpfeifen habe ich keine Lust. Und eine Umarmung verhindert, dass man sich in die Augen sehen kann. Außerdem beinhaltet sie auch ein Stück Besitzergreifung - jedenfalls empfinde ich dies von B16-Seite.

Nachtfalter

Verfasst von Gast am 19. Dezember 2011 - 20:31.

„Grundfrage der Reformation nach Gott“

Grundsätzlich stellt jeder Mensch auf irgendeine Weise die Frage nach Gott,...

Grundsätzlich stellt jeder Mensch auf irgendeine Weise die Frage nach Gott, dies ist kaum ein Alleinstellungsmerkmal der „Reformatoren“. Die Einladung des EB Zollitsch an Katholiken sich mit Martin Luther als Glaubensvorbild zu beschäftigen mutet etwas befremdlich an. Vielleicht missversteht er aber den Aufruf des Papstes zur Neuevangelis(ch)ierung. Luther, ein Mönch und Priester wider Willen, der seinen Hader mit Gott in unzähligen Traktaten ausgelassen hat, als Glaubensvorbild wahrnehmen zu sollen, wenn es unzählige bedeutsame Heilige und Kirchenlehrer gibt, ist nun doch etwas viel verlangt, wo Luther den über 1500 Jahre tradierten Glauben weitgehend hinter sich gelassen hat.
Die Beschäftigung mit Luther, der nun ein bedeutender Deutscher war ist sicherlich sinnvoll, sind doch die Folgen auf die deutsche Geschichte immer noch eine klaffende und schwärende Wunde.
Sein Buch "Vom geknechteten Willen" das er als Antwort auf Erasmus von Rotterdams "vom freien Willen" schrieb und welches er als neben seinem Katechismus als einzig erhaltenswertes Werk bezeichnete, gibt beredtes Zeugnis von seinen persönlichen und seelischen Nöten.
Die Biographie von Luther erweckt in der Tat Mitleid, war er doch gequält von Gewissensbissen und einer namenlosen Angst und sein Gottesbild unsäglich: "Der übermächtige Gott schaltet über den willenlosen Menschen. Gott sündigt durch die Menschen. Gott tut durch uns das Gute und das Böse. In Gott ist das Gute und Böse. Der alleinige Sünder ist Gott. Gott ist ein Werdensprinzip, entwickelt sich durch das was er tut. Gott ist das Moment der Weltgeschichte, alles wird durch Ihn bewirkt Gott muß zuerst zum Teufel werden bevor er Gott werden kann."
Luther als Grundpfeiler für Ökumene zwischen Katholiken und Protestanten erscheint keine gute Wahl.

Verfasst von womue am 19. Dezember 2011 - 18:51.

Ohrfeigen als Kontaktversuch

Es gab eine Zeit, die gar noch nicht so lange her ist, da wurden mit Ohrfeigen...

Es gab eine Zeit, die gar noch nicht so lange her ist, da wurden mit Ohrfeigen einfach Worte gespart bei der Erziehung des Nachwuchses. Den meisten von uns hat das nicht geschadet. Warum der Papst so und nicht anders kommuniziert hat, weiß er gewiß nur selber. Vielleicht ist es unfair, die knappe Unkollegialität als Ohrfeige aufzubauschen. Aus Sicht des Papstes gesehen, ist es richtig, dass eine demokratische Abstimmung unter allen Christen mit Mehrheit ergäbe, dass kein anderer als er der Cheforganisator und Sprecher aller Christen auf Erden ist. Eigentlich wäre es doch an Präses Schneider gewesen, hier ohne Zorn die andere Wange anzubieten.Fehlte ihm der Mut?

Verfasst von Nachtfalter am 21. Dezember 2011 - 23:01.

Schneider selber fragen

womue schrieb: Eigentlich wäre es doch an Präses Schneider gewesen,...

womue schrieb:

Eigentlich wäre es doch an Präses Schneider gewesen, hier ohne Zorn die andere Wange anzubieten.Fehlte ihm der Mut?

Aber wahrscheinlich hatte er nur Angst um seine Kaukeramik

Nachtfalter

Verfasst von Gast am 20. Dezember 2011 - 19:07.

Ohrfeigen als Kontaktversuch

Ja - die Ohrfeigen gab es früher. Allerdings nicht als Kontaktversuch, sondern...

Ja - die Ohrfeigen gab es früher. Allerdings nicht als Kontaktversuch, sondern als Erziehung zum Gehorsam. Ich erinnere mich! Vielleicht hat der Papst, da auch er ja schon einbisschen älter ist, sich plözlich, beim Besuch in Erfurt, auch daran erinnert. Wer weiß!? Ich bin allerdings froh, dass Präses Schneider nun nicht zu allen Vorschlägen des Papstes Ja und Amen sagt(e). Mir ist heute - nach meinem biblischem Verständnis - auch nicht so ganz klar, dass ein Christ immer die andere Wange hinhalten sollte. Ich weiß auch nicht, ob wir Christen überhaupt ein gemeinsames Lutherjahr und die Ökumene anstreben sollten.
So viel!

Verfasst von Gast am 19. Dezember 2011 - 17:42.

ad Gast 19.12. 11:20

An den Ausführungen von Herrn Schneider finde ich nichts auszusetzen. Niemand...

An den Ausführungen von Herrn Schneider finde ich nichts auszusetzen.

Niemand erwartet, dass sich die Katholiken „protestantischen Glaubensüberzeugungen „annähern. Wohl erwartet man zu Recht, auf gleicher Ebene behandelt und anerkannt zu werden, wie man andere auf gleicher Ebene behandelt. Die Aufspaltung des Christentums in Hundert Richtungen gibt es seit langem, und die katholische Kirche selber ist keineswegs homogen. Ich sehe nicht, was daran notwendigerweise schlecht sein soll, der Glaube ist vieldeutig und gedeiht auf je verschiedenem kulturellem Hintergrund. Und ihn bewahrt keineswegs nur die katholische Kirche. Die Zweideutigkeit Ihres Denkens äußert sich nicht zuletzt darin, dass Sie einerseits den Protestantismus „respektieren“, ihn andererseits zur „Sünde“ erklären. Welchen Sinn hat dann „respektieren“? Oder meinen Sie „tolerieren“? Auch werden gewisse Sakramente nicht von Protestanten „gering geschätzt“, sondern mit Gründen nicht als Sakramente gesehen – das ist ein kleiner Unterschied. Ihr Kommentar ist in wunderbarer Weise geeignet, katholische Überheblichkeit zu demonstrieren, die sich unter Anderem darin manifestiert, nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen.

Verfasst von Eberhard am 19. Dezember 2011 - 14:16.

Der Vatikan wird nicht davon

Der Vatikan wird nicht davon abgehen, eine einheitliche katholische Kirche zu...

Der Vatikan wird nicht davon abgehen, eine einheitliche katholische Kirche zu verkünden. Auch wenn es noch Jahre dauert.

Verfasst von Paul Haverkamp, Lingen am 19. Dezember 2011 - 13:38.

Benedikt: Die göttl. Wahrheiten gibt es nur bei der kath. Kirche

Eine lange Eiszeit steht bevor! Im obigen Artikel heißt es: „Der Papst habe den...

Eine lange Eiszeit steht bevor!

Im obigen Artikel heißt es:

„Der Papst habe den EKD-Vertretern im September in Erfurt erklärt, über den Glauben werde nicht verhandelt und ökumenische Gastgeschenke gebe es nicht, sagte Schneider in einem Interview der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgaben).“

Da ist er wieder und strahlt im hellsten Glanze – der in Worten unmissverständlich formulierte Monopolanspruch der kath. Kirche hinsichtlich des Besitzes an sog. „göttlichen Wahrheiten“, die zumindest bezüglich der Ämterstruktur der kath. Kirche ausschließlich einen im Verlauf von 2000-jähriger Kirchengeschichte von Menschhand formulierten und auf Sicherung von Macht und Herrschaft bedachten Hintergrund haben.

Hinsichtlich des Monopolanspruchs der kath. Kirche auf die einzig von Gott eingesetzte Kirche formuliert der evang. Theologe Schorlemer zu Recht:

„Diese römische Arroganz müsste als Erstes abgelegt werden, und dafür ist er leider mitverantwortlich, ein Mann, der ansonsten auch sehr bescheiden auftritt, ein eher schüchterner Mensch zu sein scheint, und doch den Menschen wie gestern im Stadion, doch den katholischen Menschen eine Glaubensstärkung gibt, aber auch gleichzeitig Treue einschwört zur Kirche, und dann gibt es nur eine Kirche, das ist die Kirche, die römische. Also dieser römische Alleinvertretungsanspruch muss eigentlich weg. Wir müssen zu einer Einheit in versöhnter Vielfalt kommen. Das ist auch das, was die Welt von uns erwartet, und ich glaube, das entspricht auch dem Geist Christi.“

Die von der katholischen Kirche stets betonte gottgewollte oder von Jesus gestiftete Über- und Unterordnung von geweihten und nicht geweihten Personen gibt es im Neuen Testament nicht. Die Ämter in der Kirche – also auch das Papstamt – wird sich immer messen lassen müssen an der Vorgabe Jesu : „Ihr aber, lasst euch nicht Meister nennen. Einer ist euer Meister, ihr alle seid Brüder, Geschwister. Auch Vater nennt keinen auf Erden, denn Einer ist euer Vater, der im Himmel. Noch Lehrer lasst euch nennen, denn Einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch sei euer Diener.“(Mt.23,8-11)

Katholische Christen werden verinnerlichen müssen, dass sie nicht Angehörige einer Papstkirche sind, sondern Mitglieder der Kirche Jesu Christi, zu der der Papst gehört, der darin den Dienst und das Amt des Petrus wahrnimmt. Die Zeiten, in denen der Papst wie im Mittelalter weltliche Macht und Herrschaft besaß, waren nicht Höhepunkte, sondern Tiefpunkte der Papst- und Kirchengeschichte.

In Erfurt ist genau das passiert, was „Ökumene-Realisten“ und Papst-Kenner vorausgesagt hatten: Vom Papst kommen wohlgesetzte Worte, die an Unverbindlichkeit kaum zu überbieten sind und ein gütiges brüderliches Lächeln, das die mangelnde Ökumenebereitschaft dieses Papstes zu überspielen versucht. Die Kirchen der Reformation bleiben eben Kirchen zweiter Klasse bzw. kirchliche Gemeinschaften – alles wie gehabt.

Dieser Auftritt hat den Papst in theologischer Hinsicht nichts gekostet; der Besuch diente ausschließlich dem Ziel, die laut gewordene Kritik hinsichtlich des Verhaltens Roms gegenüber den Kirchen der Reformation (Dominus Jesus) mit einem Sedativum zu beantworten. Mit Hilfe dieses den Vertretern der Kirchen der Reformation verabreichte Placebo-Medikament kann der Papst jetzt gegenüber seinen Kritikern in die Öffentlichkeit treten und verkünden, dass er doch „guten Willen“ bekundet hat und sich mit diesem Hinweis zugleich von jeder Schuld am Ökumene-Stillstand selbst exkulpieren. Das ist ein bemerkenswerter Schachzug!

Dieser Papst mag noch so „väterlich“ blicken und noch so „gutmütig“ lächeln; doch keiner sollte sich irgendwelchen Illusionen hingeben: Solange dieser Papst das maßgeblich von ihm miterfasste Schreiben Dominus Jesus, das unter Johannes Paul II. im Jahre 2000 veröffentlicht wurde und das während des Pontifikats des heutigen Papstes noch einmal erneuert wurde, nicht zurückgenommen wird und dieser nicht Papst erklärt, dass er bereit ist, mit den Kirchenvertretern ein Gespräch par cum pari zu führen, sind all diese Begegnungen nur Schau- bzw. Alibiveranstaltungen für die Medien.

In der Negativformulierung heißt „Auf Augenhöhe“ für mich also, dass es keinen fruchtbaren Dialog geben kann, wenn der Papst den Kirchen der Reformation nur den Status einer „kirchlichen Gemeinschaft“ zuerkennt und die kath. Kirche (selbstverständlich mit Monopolanspruch) zur einzig wahren göttlichen Kirche Jesu Christi erklärt.

Dem Papst ist ein toller Medien-Coup gelungen, die Kleidung des Papstes sorgt für Macht und Reichtum demonstrierende Bilder - ansonsten gilt jedoch: Die Karawane zieht weiter – die Not leidenden Menschen bleiben auf der Strecke.

In Interview mit dem Deutschlandfunk antwortete Herr Schorlemer auf die Frage des DLF-Redakteurs Breker u.a.:

Breker: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider - wir haben es eben gehört -, sieht schon einen Wandel innerhalb der Katholischen Kirche. Sehen Sie den auch?

Schorlemmer: Ja wenn man so bescheiden ist wie der Ratsvorsitzende, dann sieht man einen Wandel. So bescheiden bin ich nicht nach 500 Jahren. Was bilden wir auch für ein Bild gegenüber den Nichtchristen mit unserer Zerstrittenheit, oder damit, dass wir nicht in der Lage sind, einander zum heiligen Abendmahl, zur heiligen Eucharistie einfach nur einzuladen. Und dass der Papst darauf verzichtet, hat bisher, die Fragen der katholischen Christen, unserer beiden höchsten Repräsentanten, des Bundespräsidenten und des Bundestagspräsidenten, irgendwie zu beantworten, wenn er nicht mal das tut, wieso soll er dann auf evangelische zugehen.

Schorlemer nennt die Hoffnungen von Schneider „bescheiden“; er hätte vielleicht besser von „naiv“ gesprochen. In seiner Funktion als Ratsvorsitzender wollte vielleicht Schneider gegenüber dem Papst die Contenance wahren – doch dieser Papst hat dieses Wohlwollen gnadenlos mit Unbarmherzigkeit, Unversöhnlichkeit und Ungnädigkeit beantwortet.

Dieser Papst kennt nur Macht, Herrschaft und Reformunwilligkeit.

"Die Ökumene ist in ihrer bisherigen Gestalt an eine Grenze angelangt."

Dieses Fazit zieht der frühere Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper (78) in seinem dieser Tage im Herder-Verlag erschienenen, knapp 600 Seiten umfassenden Standardwerk "Katholische Kirche. Wesen-Wirklichkeit–Sendung".

Wir werden uns hinsichtlich der Ökumene mit den Kirchen der Reformation auf eine lange Eiszeit einstellen müssen.

Paul Haverkamp, Lingen

Verfasst von Gast am 21. Dezember 2011 - 12:13.

Warum?

Warum sollte die heilige katholische Kirche den gleichen Fehler machen wie die...

Warum sollte die heilige katholische Kirche den gleichen Fehler machen wie die evangelische und fundamentale Glaubenswahrheiten über Bord werfen? Nur um zu gefallen?Niemand hindert Sie daran evangelisch zu leben und zu glauben.
Warum diese ständigen Forderungen an Katholiken oder den Papst den Glauben zu ändern? Das wird von anderen Religionen doch auch nie gefordert.Als gläubiger Katholik sehe ich in der heiligen Eucharistie etwas völlig anderes als im ev.Abendmahl.Auch alle weiteren Sakramente sind mir heilig.Das können Sie völlig anders sehen;eine Verwässerung,Relativierung und fundamentale Änderung des Glaubens akzeptiere ich nicht.Der Papst kann und darf es auch gar nicht, da er den Glauben hüten und bewahren muß.Ich glaube daran, dass auf der katholischen Kirche trotz all ihrer menschlichen Fehler die Kraft von Jesus Christus liegt.Die Kirchenspaltung ist eine schwere Sünde, die aber nicht dadurch überwunden werden kann,dass Katholiken künftig ihren Glauben leugnen.

Verfasst von Gast am 19. Dezember 2011 - 12:20.

Nichts verstanden?

Ich befürchte, dass Herr Schneider nichts verstanden hat,oder verstehen will....

Ich befürchte, dass Herr Schneider nichts verstanden hat,oder verstehen will.
Auf der einen Seite wird von Ktholiken ständig erwartet, dass sie sich protestantischen Glaubensüberzeugungen annähern.Auf der anderen Seite werden die theologisch begründeten Unterschiede nicht herausgearbeitet,benannt und gewürdigt.
Abendmahl und Eucheristie sind nicht identisch!
Viele Sakramente und damit Gnaden der katholischen Kirche werden von Protestanten
gering geschätzt, wenn nicht ganz abgelehnt.
Als Katholik will ich keinen anderen Glauben.Ich respektiere den ev.Glauben,nehme
ihn für mich aber nie an.Die Abspaltung ist für mich Sünde.Der Papst muss Klartext sprechen.Er ist der Garant für die Bewahrung des Glaubens und verhindert eine Zersplitterung in hundert Richtungen.Gott sei Dank.

Verfasst von zilli-Gast am 20. Dezember 2011 - 7:49.
Kommentar auf: Nichts verstanden?

Gesichter

Warum gibt es hier überhaupt Streit ? Glaube ist Glaube, egal in welcher...

Warum gibt es hier überhaupt Streit ? Glaube ist Glaube, egal in welcher Konfession. Und für mich gibt es nur einen Gott, der viele Gesichter auf der Welt hat.

Verfasst von Gast am 20. Dezember 2011 - 7:22.
Kommentar auf: Nichts verstanden?

Nichts verstanden?

Zollitsch dürfte sogar richtig liegen mit seiner Aussage, aber er versteht...

Zollitsch dürfte sogar richtig liegen mit seiner Aussage, aber er versteht diese tatsächlich selbst nicht. Dass die von Luther nie gewollte Spaltung der Christen „zu viel Unglück in Deutschland geführt“ hat ist wahr. Es hätte nicht sein müssen, sondern weil die Katholiken bis heute an der grundsätzlichen Fehlentwicklung der RRK und des Papsttums festhalten. Der erste 'Gastkommentar' unterstreicht dies nur, darum bleibe ich lieber bei den 'solas', der eigentlichen Quintessenz und grundlegenden Garanten des Evangeliums.

Verfasst von Johannes Lehnert am 19. Dezember 2011 - 17:54.
Kommentar auf: Nichts verstanden?

Herr "Gast" unterstellt Herrn

Herr "Gast" unterstellt Herrn Schneider Dummheit oder Ignoranz - das halte ich...

Herr "Gast" unterstellt Herrn Schneider Dummheit oder Ignoranz - das halte ich nicht für friedensstiftend.
Im Übrigen: Abendmahl und Eucharistie (mit a geschrieben!) gehen auf dieselbe biblische Aussage zurück und sind von der Kirche des Altertums und des MAs in die zur Frühneuzeit geltenden Auffassung gedeutet worden.
Wenn Huss, Luther, Calvin, Zwingli und Co. das anders gedeutet und gefeiert haben, war das ihr gutes Recht. Heutzutagige theologische Aussagen der katholischen Kirche stehen auch (den Wörtern nach) im Widerspruch zu Kirchenväter-(Irr?-)Lehren des Altertums. Wenn man an denselben Vater Jesu Christi glaubt, muss man über Wortunterschiede reden können. Wenn der Stellvertreter Christi das ablehnt, muss er mitverantworten, wenn die Kirche(n) in der Welt als wenig einladend dastehen. Und für mich gibt es keinen GARANT des christlichen Glaubens. Gott erhält ihn, nicht wir! "Erhalt uns, HERR, bei deinem Wort", Amen!

Verfasst von Gast am 21. Dezember 2011 - 15:21.

eventuel selbst falsch?l

Stellen Sie sich doch einmal vor,das katholische Eucharistieverständnis ist...

Stellen Sie sich doch einmal vor,das katholische Eucharistieverständnis ist richtig.Dann können Sie erahnen,warum Katholiken so beharrlich sind.Die Wahrheit ist nicht teilbar.Was verspricht sich ein ev.Christ davon,wenn Katholiken ihren Glauben leugnen?Das Glaubensdrama ergibt sich daraus, dass Menschen wegen menschlicher Schwächen der kath.Kirche glaubten die Substanz
des Glaubens ändern zu müssen.Was für ein Trugschluss.Wer führte da Regie?
Wir müssen über den Glauben reden,wenn wir eine Lösung wünschen.Einfach Forderungen zu stellen,natürlich einseitig an Katholiken,greift zu kurz.

Verfasst von Nachtfalter am 21. Dezember 2011 - 22:55.

Vorderungen stellen nur die Protestanten

ist ja alles klar. Da stellen sich die Protestanten hin und erwarten von der...

ist ja alles klar. Da stellen sich die Protestanten hin und erwarten von der allein seeligmachenden und einzigen Kirche, dass sie zu Gesprächen zur Ökumene bereit sei. Welch ein Sakrileg!

Nachtfalter

Verfasst von Gast am 22. Dezember 2011 - 10:55.

Ökumene

Was ist für Sie Ökumene?Sind das Vergleichsgespräche,um den kleinsten...

Was ist für Sie Ökumene?Sind das Vergleichsgespräche,um den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden?Sind nur Katholiken aufgefordert ihren Glauben zu ändern und wenn ja warum?Was wollen Protetanten beitragen?Lassen Sie uns nicht einfach immer wieder Ökumene schreiben, sondern auch klar ausdrücken, worum es geht.Natürlich soll man sich auf Gemeideebene begegnen und austauschen.Eingriffe in die Lithurgie,Abschaffung von Sakramenten oder Relativierung von Glaubensüberzeugungen kann es aber nicht geben.Jeder ist heute für Ökumene,genauso wie für Frieden,Gleichberechtigung.....Darum geht es aber nicht.Nur wenn Fakten besprochen werden wird es interessant.Hier sind die Bischöfe seit Jahren gefordert.Sonntagsreden vernebeln nur alles.

Verfasst von Nachtfalter am 23. Dezember 2011 - 15:29.
Kommentar auf: Ökumene

Ökumene zwecklos

Gast schrieb: Eingriffe in die Lithurgie,Abschaffung von Sakramenten oder...

Gast schrieb:

Eingriffe in die Lithurgie,Abschaffung von Sakramenten oder Relativierung von Glaubensüberzeugungen kann es aber nicht geben.

Nachtfalter

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