Chat - Die Fragen betrafen Themen wie Krieg und Frieden, Seelsorge, Ökumene oder das neue Buch des Papstes. Präses Nikolaus Schneider nahm sich am Mittwochabend eine Stunde Zeit, um auf evangelisch.de mit Menschen zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Am Ende meinte er: "Das Chatten ist schon eine ziemliche Hetzerei, aber ich nehme es sportlich."
Hier eine Auswahl aus dem Chat-Protokoll mit Nikolaus Schneider:
Thema: Atomkraft
ralpe: Eine Frage, die heute aus der Community kam: Hallo Herr Präses Schneider, eine Frage für heute Abend, die mich sehr interessieren würde. Sie haben den Atomausstieg ethisch-theologisch begründet. Haben Sie eine Antwort der Bundeskanzlerin darauf erhalten, die neulich auf dem CDU-Parteitag deutlich ihren christlichen Glauben bekannt hat, aber eine andere politische Ansicht hat. Wie konkret muss sich die Kirche bzw. der Ratsvorsitzender sein?
PraesesSchneider: Ich werde noch die Gelegenheit haben, mit der Kanzlerin ein direktes Gespräch zu führen. Grundsätzlich ist es so: Je konkreter die Äußerungen sind, desto stärker ist Zuspruch und Widerspruch. Im parteipolitischem Sinne werde ich mich allerdings nicht konkret äußern. Auf Sachfragen bezogen werde ich allerdings weiterhin möglichst konkret sprechen, und dabei bin ich an die biblischen Themen gebunden: Eintreten für Arme, Schwache und Fremdlinge.
Thema: Stuttgart 21
guest6134: Ich würde gerne wissen, was der Präses von den Demos zu Stuttgart21 hält. Da demonstrieren Pfarrer auf beiden Seiten, dafür und dagegen. Mit welcher stimme spricht denn die Kirche?
PraesesSchneider: Im Protestantismus spricht eben NICHT die Kirche. Es gehört zu uns, dass es verschiedene Stimmen in unserer Kirche gibt. Bei komplexen Fragen ist das sicher auch eine Hilfe für die öffentliche Debatte, wenn sachbezogen aus verschiedenen Perspektiven Argumente zusammengetragen werden.
guest6134: Dann würde ich nachfragen: wieweit kann Widerstand gehen. was sind die Grenzen?
PraesesSchneider: Es ist gutes demokratisches Recht, eine andere Meinung auch in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei ist es auch in Ordnung, sich in den Weg zu stellen bzw. in den Weg zu setzen. Die Grenze ist da erreicht, wo Gewalt ausgeübt wird und Menschen verletzt werden.
Thema: Papst-Äußerungen zu Kondomen
ralpe: Noch eine Frage aus der Community: Der Papst hat nun in Ausnahmefällen den Kondom-Gebrauch gestattet. Haben wir nicht wichtigere sexualethische Themen? Welche evangelische Position wird sich zur PID durchsetzen?
PraesesSchneider: Die Aussage des Papstes hört sich wie nur eine kleine oder nur unbedeutende Öffnung an, aber sie ist in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen: Wenn der Papst eine solche Öffnung für möglich hält, dann nimmt er in einer fundamentalen Fragen eine Veränderung der katholischen Position vor. Was daraus an weiteren Diskussionen sich ergibt, ist noch nicht absehbar. Allerdings ist die evangelische Position deutlich anders: Sexualität gehört zu den guten Gaben Gottes und der Gebrauch von Kondomen gehört zu einer verantwortlich gelebten Sexualität!
Zu PID: Die Diskussion in der Evangelischen Kirche hat gerade begonnen und deshalb kann ich noch nicht absehenm, welche Position sich am Ende durchsetzen wird.
Heyfisch: Was halten sie von dem neuen Buch des Papstes - insbesondere die Aussagen zur Frauenordination und dem Abendmahlverständnisses.
PraesesSchneider: Das neue Buch des Papstes konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich bin schon gespannt darauf ....
Thema: Was soll die Kirche bezahlen – was der Staat?
guest6869: Was sagen sie zu den Forderungen, dass der Staat die Leistungen an die Kirche reduzieren soll?
PraesesSchneider: Bei dieser Diskussion wird viel durcheinander gebracht: Es gibt "Staatsleistungen". Die gehen zurück auf Enteignungen von kirchlichem Vermögen und können auch durch den Staat abgelöst
werden. Dem werden sich die Kirchen nicht entziehen. Und dann gibt es Entgelte für Leistungen, die die Kirchen erbringen, z.B. im Bereich der Bildung. Dabei handelt es sich um die Bezahlung, wie sie andere
Leistungserbringer auch bekommen.
guest6134: Aber muss der Reli-Unterricht vom Staat bezahlt werden? Oder die Militärseelsorge? Oder wären das nicht besser rein kirchliche Aufgaben?
PraesesSchneider: Der Reliunterricht ist ordentliches Lehrfach des Staates. Es geht dabei um die Vermittlung notwendiger Kenntnisse zum Verständnis der gesellschaftlichen Realitäten in unserem Land. Das liegt auch im Interesse des Staates. Der Reliunterricht dient nicht der "Missionierung".
Deshalb ist er weiter gerechtfertigt.
guest8598: Aber warum gibt es dann evangelischen bzw. katholischen Reliunterricht?
PraesesSchneider: Das ist wirklich eine gute Frage. Ich meine JA. Denn Religion wird völlig diffus, wenn sie nicht auf eine konkrete kirchliche Gemeinschaft bezogen wird.
PraesesSchneider: Die Militärseelsorge ist ein Dienst, der allen Soldaten angeboten wird. So lange die Unabhängigkeit der Militärseelsorge garantiert ist, kann er in der jetzigen Weise fortbestehen.
guest6134: aber dann müssten wir auch jüdische, muslimische oder auch konfessionslose Militärseelsorger haben? Gerade in Ostdeutschland sind viele Soldaten nicht in der Kirche!
PraesesSchneider: Ich halte es für erwägenswert, dass der Staat auch mit der jüdischen Gemeinschaft oder auch mit der muslimischen Gemeinschaft entsprechende Verträge abschließt, wenn eine entsprechend große Anzahl von Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr Dienst tun.
PraesesSchneider: Konfessionslos ist allerdings nicht mit atheistisch zu identifizieren. Viele Konfessionslose nehmen die Angebote der Militärseelsorge gerne in Anspruch.
guest8844: Als betroffene Soldaten-Familie warten wir seit 8 Jahren vergeblich auf eine Antwort von der Ev. Militärseelsorge und von unserer Kirche.
Thema: Afghanistan
guest8844: In einem interessanten Interview sagten Sie kurze Zeit nach Ihrer Wahl zum EKD-Vorsitzenden, dass Sie Ihr Amt durch klare Worte prägen wollen. Nun bitte ich aus existentieller Betroffenheit um eine klare Antwort (ja oder nein), ob aus der Sicht der EKD der Bundeswehreinsatz in
Afghanistan einer Ethik Recht erhaltender Gewalt entspricht oder ob er es noch nie tat.
PraesesSchneider: Die Frage ist leider so einfach nicht zu beantworten. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Bundeswehr den Afghanistaneinsatz so schnell wie möglich beenden sollte, ohne allerdings
einen Scherbenhaufen zu hinterlassen.
guest8844: In der Friedensdenkschrift stehen Kriterien zur ethischen Beurteilung von Militäreinsätzen, aber die Militärseelsorge lässt Soldaten und ihre Familien mit der wichtigsten Frage allein, nämlich ob der Einsatz je den von der Friedensdenkschrift aufgestellten Kriterien entsprochen hat oder nicht. Nur hoffen, dass der Einsatz bald beendet wird, weicht der Frage aus, ob der Einsatz je den Kriterien entsprochen hat oder entspricht.
PraesesSchneider: Beim Afghanistaneinsatz werden Kriterien erfüllt. Schwerste Menschenrechtsverletzungen, der Zusammenbruch eines Rechtssystems. Andere Kriterien wurden offensichtlich nicht erfüllt: Beim Beginn des Einsatzes etwa ein klares Ausstiegszenario vor Augen zu haben.
Auch hier gilt also: Leider ist die Frage nicht so klar zu beantworten. Allerdings würde ich meinem Enkelsohn davon abraten, sich für einen militärischen Einsatz in Afghanistan zur Verfügung zu stellen.
guest8844: Die Exitstrategie fehlt in der Friedensdenkschrift bei den Kriterien. Sie kommt zwar an anderer Stelle vor, aber nicht bei den Prüfkriterien!
guest8844: Menschenrechtsverletzungen gibt es an vielen Orten. In der Denkschrift steht aber, dass ALLE Kriterien erfüllt sein müssen. Nicht nur einzelne!
PraesesSchneider:Die Denkschrift zählt eine große Zahl von Kriterien auf - und das ist schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass es immer um Einschätzungs- und Abwägungsfragen geht. Deshalb sage ich zu Afghanistan: Die ethische Rechtfertigung ist durch den o.a. Mangel ernsthaft in Frage gestellt. Genau deshalb meine ich auch, den Einsatz so schnell wie möglich zu beenden. Aber es wäre verantwortungslos, sich Hals über Kopf zurückzuziehen, unabhängig von den möglichen Folgen für die
Menschen in Afghanistan
guest8844: Für einen Abzugstermin ist die Politik zuständig, für eine friedensethische Bewertung die Ev. Militärseelsorge und die Ev. Kirche – ich finde, das schuldet die Ev. Kirche ihren Mitgliedern.
Thema: Christenverfolgung
guest3474: Mich beschäftigt in letzter Zeit sehr die Situation der Christen im Irak, in Palästina, in der Türkei und in arabischen Ländern. Die Aufzählung könnte ich fortsetzen. Welche Unterstützung kann die evang. Kirche den Christen dort geben. Gibt es überhaupt ein problembewußtsein in der evang.
Kirche für diese Menschen, die wegen ihres Glaubens Repressionen ausgesetzt sind oder sogar ihr Leben gefährden?
PraesesSchneider: In meinem Ratsbericht hatte ich diese Situation angesprochen. Wir helfen durch öffentliche Solidarität, Gebete, konkrete materielle Hilfe und auch dadurch, dass wir der auswärtigen
Politik diese Probleme nahe bringen. Ferner hat die EKD einen Sonntag des Kirchenjahres - Reminicere - bestimmt, an dem der verfolgten Christinnen und Christen gedacht wird - und zwar EKD-weit.
guest3474: Verfolgte ChristInnen: Die Äußerungen in bezug auf verfolgte ChristInnen finde ich im ratsbericht (habe kurz nachgeschaut) sehr allgemein. Sie nehmen politischen Einfluß, was heißt das, wen sprechen Sie an, gibt es gemeinsames handeln mit anderen konfessionen, haben Sie Kontakt
zu den religiösen Institutionen dieser Länder? Sprechen Sie irgendwo Einzelfälle an?
PraesesSchneider: Wir sind im engen Austausch mit der Bischofskonferen; wir haben einen engen Kontakt zum Außenministerium und zum Kanzleramt und sind natürlich vernetzt mit unseren ökumenischen Partnerkirchen. Wir nehmen Stellung zur allgemeinen Lage, kümmern uns
aber auch um konkrete Einzelschicksale.
Thema: Ökumene
guest6869: Haben Sie Hoffnung, dass der Papstbesuch nächstes Jahr auch die Oikumene voranbringt? Oder zeigt der Papst den Protestanten die kalte Schulter? Die Einladung nach Wittenberg zu kommen, scheint er nicht angenommen zu haben. Was denken Sie?
PraesesSchneider: Der Papst wird in Berlin, vermutlich Erfurt und Freiburg Station machen. Ich gehe davon aus, dass es auch ökumenische Begegnungen gibt. Wesentliche Fortschritte erwarte ich
allerdings nicht.
Heyfisch: Also weiter ökumenische (zumindest bezüglich der Evangelischen Kirche) Eiszeit?
PraesesSchneider: Von ökumenischer Eiszeit würde ich nicht sprechen. Wir haben ein ganz hohes Niveau ökumenischer Gemeinsamkeiten und sind mittlerweile bei den theologisch schweren Fragen angelangt. Es wird Zeit brauchen, dabei weiterzukommen. Insofern entsteht der Eindruck
von Stagnation. Allerdings gilt auch: Es gibt einen ganz normalen und gut funktionieren Alltag in unseren Gemeinden.
La_Loupina: Herr Präses Schneider, waren sie auf dem Ökumenischen Kirchentag und war es für sie ein Schritt aufeinander zu und glauben/hoffen Sie, daß der nächste noch Enger werden wird, vllt sogar
mit gemeinsamen Abendmahl ?
miriam1998: Nochmal eine Frage, was ist der Grund, dass die evangelische Kirche dieses "ökumenische Konzept" so stark verfolgt? Martin Luther hat eine riesige Bewegung ausgelöst -. und zu Recht. Was ist der Hintergrund für diese ökumenische Anstrengung?
alexschnapper: Der nächste ökumenische Kirchentag soll ja 2017 stattfinden, im Lutherjahr ;) wie passend *g*
PraesesSchneider: @lalupina: Auf dem ÖKT wurde christliche Gemeinschaft über die Grenzen der Konfessionen hinweg gelebt. Auf dem Forum konnte man häufig nicht unterscheiden, ob sich eine katholische oder evangelische Initiative präsentierte. Das Gemeinsame unseres Glaubens stand im
Vordergrund. Der ÖKT hat dem Zusammenwachsen gedient und deshalb setze ich darauf, dass es einen weiteren ÖKT geben wird. Dazu gehört für mich auch ein gemeinsames Abendmahl - aber wie viel Zeit das brauchen wird, lässt sich nicht absehen.
Heyfisch: Den gut funktionierenden Alltag in den Gemeinden vor Ort sehe ich auch. Aber was der Vatikan verlautbaren lässt, wirkt auf mich sehr rückwärtsgewandt.
Thema: Kern des Evangeliums
atemhaus: Sehr geehrter Präses Schneider, wir leben in einer Zeit kurzer prägnanter Botschaften. Wie würden Sie den Kern des Evangeliums kurz umschreiben?
PraesesSchneider: Kurz und knapp: Du bist ein von Gott geliebter Mensch, musst Dir Deine Würde nicht erarbeiten und kannst sie auch nicht verlieren. Das gilt auch für das Himmelreich! Gott ist in allen
Höhen und Tiefen des Lebens an Deiner Seite.
kpuschmann: Das ist ja mal eine Prima Aussage präses Schneider. Wenn Sie nicht dagegen haben nehme ich selbige für die Nächste Sitzung im beschäftigungsfonds als Alternative zur Tageslosung
atemhaus: @Präses Schneider: Danke für diese wunderbare Formulierung. Ich glaube es lohnt sich, Menschen dazu zu ermutigen, das in und an ihrer eigenen Lebensgeschichte durchzubuchstabieren - und das natürlich auch selber zu tun.
Thema: Advent
guest6134: Wenn noch Zeit für eine Frage ist: Was sagen Sie dazu, dass Advent für viele Menschen nur noch shoppen ist - geht da nicht der Sinn von Weihnachten verloren?
PraesesSchneider: Mein Weihnachtsgeld ist schon fest verplant. Die Frauen in meiner Familie shoppen auch sehr gern. Aber nun ernsthaft: Wir müssen als Kirchen mit viel Phantasie darum werben, die
Bedeutung der Adventszeit und den Sinn des Weihnachtsfestes immer neu zu vermitteln. Kalender wie "der andere Advent" ist dafür ein gutes Hilfsmittel und noch mehr Kreativität wäre wirklich gut.








Kommentare
Wann ist der nächste Chat?
Wann ist der nächste Chat?
Autsch
Zunächst: vielen Dank an evangelisch.de und auch an Herrn Bischof Schneider für das posten dieser ja doch sehr spontanen Worte. Diese Größe, das unkorrigierte und nicht auf Political Correctness quergelesene Wort so frank und frei veröffentlichen zu lassen, haben nur wenige. Folglich gilt es als Leser die Worte nicht auf die berühmte Goldwaage zu legen. Zu einem möchte ich aber dennoch kurz etwas schreiben:
Thema Afghanistan
Auch hier gilt also: Leider ist die Frage nicht so klar zu beantworten. Allerdings würde ich meinem Enkelsohn davon abraten, sich für einen militärischen Einsatz in Afghanistan zur Verfügung zu stellen.
Bitte keine Eierei Herr Bischoff Schneider! Sind Sie gegen Militär in AFG, dann fühlen Sie sich bitte frei das genau so zu sagen. Sind Sie dafür, dann bitte auch konsequent sein, dann muss auch Ihr Enkel ran sollen-frei nach dem Prinzip: wenn er es nicht macht, dann macht es jemand anders und der macht es schlechter.
Man kann sich jetzt aussuchen: deshavouieren Sie Ihren Enkel oder die Bundeswehrsoldaten in AFG.
Vielleicht sollte ich es aber auch nicht so hochhängen und Sie hätten einfach Angst um Ihren Enkel. Das kann jeder gut und leicht nachvollziehen, ist aber, so hart so ehrlich: nicht wirklich eine konsequente evangelisch-lutherische Haltung. Mit anderen und für andere, mit demütigem Gottvertrauen ausgestattet und vorangehend, etwas zu leisten, gerade wenn es hart auf hart geht, sollte uns Lutheraner/ Protestanten auch weiterhin auszeichnen. Eine Aussage im Zusammenhang mit Einsatzgestellungen a la`: das sollen mal andere machen, die es finanziell nötig haben; oder auch: da sollen mal andere sich in Gefahr geben und für meine Ziele kämpfen; kann und darf nicht dazu gehören.
@Stephanie & Präses
@Stephanie & Präses Schneider:
Was werden Sie, Präses Schneider, den Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan sagen, wenn Sie die Reise, die Sie vor einigen Monaten angekündigt haben, nachholen werden? Dass es gut ist, dann sie anstelle Ihres Enkels dort sind, damit ihrem Enkel nichts passiert? War oder ist der Einsatz in Afghanistan nun aus der Sicht der EKD ethisch zu rechtfertigen? Das ist eine qualvolle existenzielle Frage. Ich glaube Stephanie hat diese Frage verstanden. Danke, Stephanie!
Ich bin Katholisch und hoffe
Ich bin Katholisch und hoffe sehr, dass die Kath. Kirche endlich mal reagiert und alles mit der EKD abbricht, denn mir kommt es rüber, als wäre die EKD eher ein Unternehmen anstatt eine Kirche, bzw. Gemeinde, die dem Wort und Licht Christi nachfolgt. Ökumene ist für mich etwas, was nur mit einer Kirche zustande kommen kann, die nicht mit den Sakramenten spielt wie mit einem Ball. Und außerdem funktioniert Ökumene auch nur mit einer Kirche, die voll und ganz dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift o. a. dem Licht Christi folgt. Meiner Ansicht nach tut das die EKD auf keinen Fall, denn ich zähl mal auf:
- Homosexualität ausleben ist völlig in Ordnung.
- Zwei verheiratete bzw. Ehen können geschieden werden.
- Sex vor der Ehe ist ebenfalls völlig in Ordnung.
Es gibt noch viel mehr, was NICHT mit der Bibel übereinstimmt. Auch das Abendmahlverständnis der EKD wird nur rein symbolisch gemeint. Eine Frage: Meinen Sie das der Tod Christi am Kreuz auch nur symbolisch ist?
Außerdem, lieber Präses Schneider, sie widersprechen sich ganz deutlich und das noch eine Person, die an den obersten Rängen der EKD ist. Wie können sie etwas zu der Kondom-Aussage des Papstes sagen, wenn Sie doch das Buch noch gar nicht gelesen haben?
Grüße & Gottes Segen,
Schneeregen
Tja
Zunächst: Bitte lesen Sie den, zugegeben recht umfänglichen, output Ihres religiösen Oberhauptes und Überdenken Sie bitte unter Beachttung dieses outputs Ihre verletzende Rhetorik.
Im einzelnen:
Ich bin Katholisch und hoffe sehr, dass die Kath. Kirche endlich mal reagiert und alles mit der EKD abbricht,
Das ist, ironisch bemerkt, natürlich ein sehr christlicher Ansatz...
Und außerdem funktioniert Ökumene auch nur mit einer Kirche, die voll und ganz dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift o. a. dem Licht Christi folgt.
Sie definieren die katholische Kirche als eine homogene Masse an Christen. Das ist aber nicht der Fall. Betrachten Sie sich allein die unterschiedlichen Bekenntnisse, die sich zum Papst als Oberhaupt bekennen-es gibt 22 unierte Kirchen eigenen Rechts innerhalb der RKK, dazu 8 katholisch-unierte Patriarchate (für beide Organisationsformen z.B.: Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche, Ruthenische griechisch-katholische Kirche, Bulgarisch-Katholische Kirche, Georgisch-Katholische Kirche, Rumänische griechisch-katholische Kirche, Unierte Katholiken in Russland, Alexandrinischer Ritus u.a. mit den katholischen Kopten, dazu die Syrischen Riten und nicht zuletzt die armenische katholische Kirche)-Diese kommen in Ihrer Betrachtung überhaupt nicht vor, zumindest ist Ihre Wortwahl entsprechend. Ich schreibe Ihnen das auch nur deshalb, weil Ökumene noch nie ein Fremdwort für die Katholische Kirche allgemein und für die RKK im Besonderen war. Sie gibt es schon fast ewig.
Und außerdem funktioniert Ökumene auch nur mit einer Kirche, die voll und ganz dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift o. a. dem Licht Christi folgt. Meiner Ansicht nach tut das die EKD auf keinen Fall, denn ich zähl mal auf:
Ja, dann zählen Sie mal auf...
- Homosexualität ausleben ist völlig in Ordnung.
Natürlich ist es das. Und wenn Sie jetzt mit der Bibel kommen: Das AT wird von Jesus Christus in den Evangelien für uns interpretiert bzw. korrekterweise: erfüllt. Die Briefe sind Interpretationen dessen-Interpretationen, die von der RKK fröhlich vor sich hin interpretiert wurden und werden. Fragen: Sitzen in Ihrer Kirche Mann und Frau getrennt? In unserem Gottesdienst ist das so, bei anderen Lutheranern/ Protestanten nicht, na und?-Tragen alle Frauen in den katholischen Hochämtern eine Kopfbedeckung? In unserem Gottedienst ist das so, bei anderen Lutheranern/ Protestanten nicht, na und?-Tragen alle Teilnehmer an einer Messe immer lange Kleidung, also auch im Hochsommer? In unserem Gottedienst ist das so, bei anderen Lutheranern/ Protestanten sind "nur" Schultern und Knie stets bedeckt, na und?-so kann ich Sie jetzt weiterfragen, könnte süffisant anmerken, dass Ihr Katholiken in Deutschland mir zu weit weg von Paulus`"Gutem Gottesdienst" seid, einfach Regeln neu auslegt und überhaupt viel zu liberal seid, lasse es aber, weil ich denke, Sie wissen worauf ich hinaus will.
Damit zur Homosexualität: Ihr Oberhaupt betrachtet Homosexuelle als Gottes Schöpfung. In seiner wunderschönen Enzyclika "Deus caritas est" leitet er Liebe her. Es mag abstrakt sein, aber wenn Liebe nur von Gott kommen kann und nur mit Gott im Herzen erlebt werden kann-und ganz unzweifelhaft hat der Papst hier Recht-woher soll dann die Liebe von Homosexuellen untereinander und zu Gott sonst herkommen, wenn nicht von Gott selbst.
Jesus warnt uns mehr als einmal davor hartherzig zu sein und Dinge, die wir nicht verstehen, gegenüber Gott anzuzweifeln oder gar Ihn bzw. Seine Schöpfung zu hinterfragen! Das tun Sie aber. Und weiter: Natürlich lässt sich in der Bibel etwas finden, was Homosexualität an der Auslebung hindern kann. Aber glauben Sie ernsthaft, dass Jesus Christus eine(n) Homosexuelle(n) ausgegrenzt hätte? Und ja, Homosexualität auszuleben ist vollkommen in Ordnung, und ja: Homosexuelle unter dem Christuskreuz zu verheiraten, zu ordinieren ist vollkommen in Ordnung, weil Liebe immer von Gott kommt, ja kommen muss!, und Christus dieses Gebot über alles stellt-über alles, Sie verstehen? Und weil Gott lenkt und macht, wir aber lediglich seinen Willen zu erfüllen haben.
Anmerkung: Sie hätten am ehemaligen EKD-Vorsitzenden Huber Ihre Freude gehabt, spätestens als der sich an die Evangelikalen anwanzte und im Bereich Homosexualität eher auf Ihre Linie einschwenkte.
- Zwei verheiratete bzw. Ehen können geschieden werden.
Das müssen Sie mit Luther klären und Heinrich IV von England. Ich bin Ihnen hier wesentlich näher, als Sie denken. Für mich sind Verheiratete Eins für den Rest aller Tage und keinesfalls ein irdisch Ding a la` Luther. Viele sehen das aber so wie Luther.
- Sex vor der Ehe ist ebenfalls völlig in Ordnung.
So bunt die Lutheraner, so unterschiedlich die Ansichten dazu. Für mich ist das nämlich keinesfalls "in Ordnung". Im übrigen können Protestanten/ Lutheraner, auch in Deutschland, wesentlich konservativer sein, als Sie hier zu suggerieren gedenken. Aber man muss hier das betonen, was der Papst betonte in seinem "Kondom-Statement": Lieber ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität mit Abstrichen, als gar kein verantwortungsvoller Umgang.
Es gibt noch viel mehr, was NICHT mit der Bibel übereinstimmt. Auch das Abendmahlverständnis der EKD wird nur rein symbolisch gemeint. Eine Frage: Meinen Sie das der Tod Christi am Kreuz auch nur symbolisch ist?
Ihre Frage ist unverschämt. Ich habe aber auch eine an Sie, und zwar aus eben meiner Erfahrung, dass die Kirchen in den unterschiedlichsten Gegenden unterschiedlichste Auffassungen haben: Meinen Sie nicht, dass die Lesung des Evangeliums deshalb im Mittelpunkt steht, weil wir eben genau darüber nachzudenken haben und uns selbst hinterfragen müssen in Bezug auf das gesprochene Christuswort? Tun Sie das, immer?
Vielleicht kommen Menschen deshalb zu unterschiedlichen Ansichten zum Bibelwort, weil sie ihren Verstand benutzen und schlichtweg nachdenken. Aber ist das sooo wichtig? Ist das wichtig, dass katholische Belgier in der Heiligen Messe stets komplett sitzen bleiben oder ist nicht das wichtig, dass der Predigttext in der selben Messe meist so langweilig ist, dass die Gemeinde aufatmet, wenn die Predigt vorbei ist und die Feierlichkeit so wenig vorhanden ist, dass sich selbst Lutheraner und Protestanten verwundert fragen, ob das jetzt eine Messe katholischen Ritus` ist?
Außerdem, lieber Präses Schneider, sie widersprechen sich ganz deutlich und das noch eine Person, die an den obersten Rängen der EKD ist. Wie können sie etwas zu der Kondom-Aussage des Papstes sagen, wenn Sie doch das Buch noch gar nicht gelesen haben?
Vielleicht, weil es der Papst in einem Interview, allerdings in italienisch, bereits sagte bzw. thematisierte; weil Auszüge dazu bereits zu lesen waren; weil der Observatore Romano darüber berichtete?
Grüße & Gottes Segen,
Ebenfalls: Grüße und allzeit Gottes Segen.
Ich bin Katholisch und hoffe
Hallo Schneeregen, das ist aber ein "Ansatz"?!... Und was die "Nachfolge Christi" angeht, kann man die in der kath.Kirche nicht wirklich sehen. Dort wird einiges getan, was Gott expliziet VERBOTEN hat. Anbetung anderer außer der Hlg.Trinität, Homosexualität ist bereits in den 5 Bücher Mose verdammt und geahndet worden. Christus sagte ausdrücklich "das Haus Seines Vaters nicht zu einer Kaufhalle oder Wechselstube zu machen".
Was Deine Aufzählung angeht, so ist die völlig in Ordnung und glaube mal, dass die "Evangelischen" auch nicht der Meinung sind, dass "sowas" Zustimmung findet. Es findet immer nur "in Gremien" statt, die meist nicht repräsentativ für die Allgemeinheit sind. Dennoch hat die katholische Kirche in einen "gesetzes-Status erhoben, was Gott NUR ALS Richtlinien gemeint hat = die 10 Gebote z.B." Die Sakramente (Ehe) sind in der Form nicht durch IHN, sondern durch eben die kath.Kirche geschaffen worden. Bei Gott gilt : das Paar und ER. Das Paar macht dies öffentlich - ob es feiern will oder nicht, ist allein seine Sache. Bei PAAR handelt es sich natürlich immer NUR um Mann+Frau.
Aber wie gesagt, leider gibt es in der kath.Kirche eben auch SEHR VIEL, was nicht in der Bibel steht. Darüberhinaus ist es die kath.K., die unser gesellschaftl. und pol.System geprägt hat, ohne, dass die meisten Menschen wissen, was die Einzelheiten sind. Die Behandlung der Frau z.b. ist so, wie die K. es weitergeben, einfach falsch- das Fazit in der Gesellschaft ist bis heute deutlich sichtbar. Ja, es erzeugt in sich und durch sich viele Beschränkungen der Frau. Dabei ist es Adam, der verflucht wurde, nicht Eva - sie wurde gemaßregelt. Als eine Berufene Gottes -und zwar aus der ausufernden Notwendigkeit heraus- kann ich all das und mehr sagen.
Es ist -wie so oft- ein "Bruderkampf", der nicht anders geartet ist, als der zwischen Christentum und Islam oder Judentum. Auch Christus meinte das ABendmahl als Symbol, denn ER sagte eindeutig: "Tut dies zu Meinem Gedenken".
Nur ein "Tipp"
Also, Gott meinte das Alles gar nicht so ernst. Quasi nur so als "Tipp". Ist schon irgendwie anmaßend, dass die Kirche das viel ernster auffasste als Gott selbst. Aber, wann und wo hat Ihnen Gott gesagt, wie ernst es ihm mit seinen Regeln war? Und wo beten Katholiken jemand Anderen an als Gott?
Und: Welche "Behandlung" der "Frau" in der Gesellschaft ist jetzt genau "falsch"? Z.B., dass Männer 11,5 Mal häufiger tödlich bei der Arbeit verunglücken, weil diese die weitaus gefährlicheren Jobs machen? Dass Menschen, welche bei dem Versuch, anderen Menschen das Leben zu retten tödlich verunglücken, fast durch die Bank Männer sind? Dass Frauen nicht zum Bund müssen? Dass den Frauen in Scheidungsprozessen fast immer die Kinder zugesprochen werden? Dass sie nachweislich bei gleichen Leistungen in der Schule die besseren Noten bekommen? Oder meinten Sie, dass Frauen im Schnitt die milderen Strafen im Strafverfahren bei gleichen Straftaten bekommen? Sind wirklich übel diskriminiert, die armen Frauen. Und natürlich ist die kath. Kirche schuld - wer auch sonst!
Nein
Es ist allgemein bekannt, dass die RKK die Frauen als Frauen achtet und respektiert, das stellt auch Ihr Vorschreiber nicht in Abrede, auch wenn Sie das gern so darstellen wollen. Aber es ist etwas, was man von Ihnen -als Katholik?-nicht behaupten kann: Mittels Ihrer Beispiele auf die Stellung der Frau in der Deutschen Gesellschaft zu schließen, ist wenig sinnbehaftet. Zum Glück tun das obgrund ihrer Stellung relevante theologische Denker in der RKK nicht.
An einer Stelle haben Sie -
An einer Stelle haben Sie - wohl versehentlich - bei Ihrer nachträglichen Zuordnung eine Antwort/ einen Beitrag aus dem Zusammenhang gerissen und einer falschen Äußerung zugeordnet, wohin sie nicht gehörte.
evangelium kurz und knapp
"Du bist ein von Gott geliebter Mensch, musst Dir Deine Würde nicht erarbeiten und kannst sie auch nicht verlieren. Das gilt auch für das Himmelreich! Gott ist in allen Höhen und Tiefen des Lebens an Deiner Seite."
Nanu!? Und ich dachte immer, Evangelium hat mit Jesus, dem Herrn, etwas zu tun!? Neuer Präses - neues Evangelium!? Oder gar New-Age?
Eine Antwort, die Präses
Eine Antwort, die Präses Schneider auf eine Frage gestern Abend gab, vermisse ich in der Zusammenfassung. Warum wurde sie heraus gekürzt? Sie war doch total ehrlich!
Kleines Stichwort, worum es
Kleines Stichwort, worum es sich handelt? Ich kann gerne nochmal ins Protokoll schauen. Kann durchaus sein, dass das in der unübersichtlichen Chat-Darstellung untergegangen ist.
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Hanno Terbuyken
evangelisch.de
Es ist schön, dass Sie
Es ist schön, dass Sie inzwischen wenigstens teilweise die Originalformulierungen abdrucken, allerdings leider wieder nicht den ganzen Chat.
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