Präses Schneider im Video zu Heimkindern und Weihnachten

Präses Nikolaus Schneider

Nikolaus Schneider, rheinischer Präses und Ratsvorsitzender der EKD. Foto: Sandra Stein

Video - Warum der Runde Tisch Heimkinder so wichtig war, und wie Weihnachten die Welt mit Licht erfüllt: In der neuen Videoreihe "Nikolaus Schneider - mich bewegt" spricht der rheinische Präses und neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) exklusiv auf evangelisch.de über Themen und Begriffe, die ihm wichtig sind.

Präses Schneider spricht in dieser Folge über den Runden Tisch Heimkinder und Weihnachten.

Nikolaus Schneider: Mich bewegt...

EKD-Ratsvorsitzender und rheinischer Präses Nikolaus Schneider in der Reihe "Mich bewegt..." über die Einigung beim Runden Tisch Heimkinder und Weihnachten. (c) evangelisch.de

Mit Blick auf die Opfer des Missbrauchs auch in evangelischen Einrichtungen und Heimen ist es Präses Schneider wichtig, dass ihre Lebensschicksale nicht einfach ad acta gelegt werden. Eine breite Öffentlichkeit soll daran Anteil nehmen, was da geschehen ist, fordert der Präses: Demütigungen, Schläge und auch sexuelle Übergriffe. Präses Schneider: "Es erfüllt mich mit tiefer Scham, dass das auch in kirchlichen Einrichtungen möglich war."

Weihnachten erfüllt die Welt mit Licht, sagt Präses Schneider. Schließlich waren schon vor 2000 Jahren die Liebe und das Leben stärker als der Tod. Und schon damals war Gott stärker als jede zynische Machtmaschinerie - und das soll auch heute noch so sein.

Die nächste Folge der Reihe "Nikolaus Schneider - mich bewegt" kommt im Januar.

Kommentare

Verfasst von Uve am 20. Dezember 2010 - 14:34.

"Mich bewegt..."

Als Betroffener macht mich diese Video-Botschaft, welche ganz sicherlich keine...

Als Betroffener macht mich diese Video-Botschaft, welche ganz sicherlich keine Weihnachtsbotschaft ist, mehr als betroffen.
Maria und Josef mussten mit Jesus vor Herodes fliehen und fanden Herberge in einem Stall. Die heiligen Drei-Könige brachten Gold,Weihrauch und Myhre
und beteten Jesus an. So ist mir die Weihnachtsbotschaft noch in Erinnerung.
So gesehen, ging es ihm ja nicht so schlecht.
Wir konnten damals nicht fliehen, waren auf Verdeih und Verderb den Machenschaften ausgeliefert und wer fliehen konnte (aber wohin), wurde aufgegriffen und kam in ein Heim für Schwererziehbare.
Viele hatten keine Eltern, welche mit uns geflohen wären, auch gab es keine warmen Betten (krippen) und angebetet hat uns schon gar niemand. Aber reichlich kalte Duschen und die einzige Wärme gab es nur, wenn wir ins Bett gemacht haben (eingeigelt in einer Empryostellung).
3 Betroffene wollten das Ergebnis Runder-Tisch nicht akzeptieren und der Pressekonferenz fernbleiben. Sie wurden gezwungen teilzunehmen, ansonsten hätten wir gar nichts bekommen, bzw. der Runde-Tisch hätte ohne ein Ergebnis ein Ende gefunden. Ein Betroffener sagte: "Lieber einen Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach", zu diesen 120 Millionen Euro Entschädigung. Ich sage: Vogel friss,oder stirb.
Herr Präses Schneider, sie haben auch schon mal anders gesprochen und angemessene Entschädigung sich durchaus vorstellen können. Benutzen Sie unser Schicksal bitte nicht für "salbungsvolle" Predigten, sondern tut Busse
und gebt uns wirklich das, was uns zusteht. Die Kirchen nehmen reichlich und nun tragen Sie Sorge dafür, dass wir Betroffenen auch reichlich erhalten.
Lassen Sie Ihren Worten in der "Rheinischen Post" Taten folgen und helfen Sie mit, dass wir auch einmal eine "Schöne Bescherung" haben.
p.s. Hoffe Sie finden den Mut, dies zu drucken

Verfasst von Röebe Harms am 20. Dezember 2010 - 3:11.

Pfui Teufel

Das hätte man 'ehrlicher' formulieren können? Welche Abstufungen verträgt '...

Das hätte man 'ehrlicher' formulieren können? Welche Abstufungen verträgt 'ehrlich' denn? Ehrlicher als unehrlich? Noch ehrlicher? Ganz, ganz ehrlich?

Reden wir mal vom Geld: 120 Millionen, die a) noch nicht in trockenen Tüchern sind, weil von Bund und Ländern noch nicht in die Haushalte eingestellt, weswegen b) auch der Anteil der Kirchen vorerst nur auf dem Papier steht, denn er ist gekoppelt an die Bedingung, daß Bund und Länder mitziehen. Ein Drittel der Gesamtsumme für die Kirchen, macht für die EKD 20 Millionen. Für sechsundzwanzig Jahre (1949-1975) Heimerziehung, macht das ca. 800 000 pro Jahr; bei ca. 800 000 Betroffenen etwa 1,- Euro pro Jahr.

Anders gerechnet: ungefähr 8 Pfarrstellen heutigen Gehalts. Wenn man wollte, könnte man für das Geld pro 100 000 Betroffene 1 Seelsorger bezahlen.

Polemisch? Natürlich. Die Rechnung ist polemisch, aber die Zahlen sind es nicht. Was also kann Schneider mit einer Videobotschaft von mir wollen, in der diese Zahlen weder eine Rolle spielen noch auch nur auftauchen?

Was immer man gegen Margot Käßmanns Rhetorik anführen kann (und das ist einiges), sie war bereit - und tat das auch - Dreck am Stecken der Kirche Dreck zu nennen. Schneider tut das nicht nur nicht, sondern fegt mit Gestik, Mimik und Wortwahl alle evidenten Interessengegensätze unter den Flokati generellen Wohlredens. Das Video hat alles, was einen vor Jahren aus der Kirche vertrieben hat: den salbadernden Tonfall, das gefaltete Gesicht und die fahrigen Handbewegungen dessen, der nur zwei Hände hat, aber eigentlich vier brauchen würde, um zu verhindern, daß ihm von irgendwoher unter dem Teppich die Wahrheit echappiert.

Da möchte man nicht dabei sein. Muß man auch nicht. Aber Thema und Umgang damit bewegen halt auch den Außenstehenden, nicht nur Herrn Schneider.

Daher der harrsche Betreff.

Verfasst von meistereckert am 17. Dezember 2010 - 0:04.

Find ich gut

Ich finde gut, dass Nikolaus Schneider in dem Videoblog den Menschen näher...

Ich finde gut, dass Nikolaus Schneider in dem Videoblog den Menschen näher gebracht wird. Aber ich muss mich Gast anschließen: Das hätte ehrlicher formuliert werden können.( Wobei man auch anders argumentieren können: Schon die MÖGLICHKEIT der sexuellen Übergriffe zu bedauern, könnte m.E. eine Art der Steigerung von Bedauern meinen.) Lieber zwei Clips draus machen, statt des Trenners, etc.

Und das mit der PID verstehe ich nicht.

Verfasst von Joy am 16. Dezember 2010 - 23:05.

Was mich bewegt...

es macht mich wütend, von Herrn Schneider hier Sätze über das Licht der...

es macht mich wütend, von Herrn Schneider hier Sätze über das Licht der Weihnacht zu lesen während der Ethikrat in Berlin über die PID berät.
Ich erwarte von der EKD eine klare und eindeutige Stellungnahme und lehne es ab, mich hier vom EKD-Ratsvorsitzenden einlullen zu lassen. Für das Licht der Weihnacht brauche ich den Ratsvorsitzenden nicht, eine Kerze kann ich auch allein entzünden. Ein Hoffnungslicht gegen die PID!

Verfasst von Gast am 16. Dezember 2010 - 19:46.

Es erfüllt mich mit tiefer Scham

Ich glaube es Nikolaus Schneider. Und doch sind die Formulierungen ungeschickt...

Ich glaube es Nikolaus Schneider. Und doch sind die Formulierungen ungeschickt und falsch.

"Gott sei Dank hat man sich einigen können. Denn das wär ganz schrecklich gewesen wenn..." Schade, dass er nichts dazu sagt, dass die Betroffenen nun gar nicht so glücklich sind mit dem Ergebnis. Mich hätte interessiert: Ist er zufrieden mit dem Ergebnis, reicht es aus.

"Es erfüllt mich mit tiefer Scham, dass das auch in kirchlichen Einrichtungen MÖGLICH war." Also die Möglichkeit erfüllt ihn mit Scham. Dabei müsste es doch das Schicksal der Kinder sein. Besser formuliert wäre: "Es erfüllt mich mit tiefer Scham, dass das auch in kirchlichen Einrichtungen geschehen ist." Und was fehlt ist eine glaubhafte Entschuldigung an die Kinder von damals.

Mal abgesehen davon, dass das Intro so überhaupt nicht zum Thema passt. Und der Zusammenschnitt von zwei unterschiedlichen Themen ein bisschen den Eindruck erweckt "Und nun zu einem erfreulicheren Thema"...

Liebe evangelisch.de-Redaktion, seid da etwas feinfühliger...!

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