Streit über Ehrung für palästinensischen Pfarrer

Mitri Raheb

Mitri Raheb, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem. Foto: epd-bild/Friedrich Stark

Kontroverse - Über die Auszeichnung des palästinensischen Pfarrers Mitri Raheb mit dem Deutschen Medienpreis ist es zu einer Kontroverse gekommen. Bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie in christlich-jüdischen Organisationen stieß die Ehrung des lutherischen Pfarrers aus Bethlehem am Mittwoch auf Kritik. Hingegen nahm der Bischof der Pommerschen Kirche und Vorsitzende des evangelischen Jerusalemvereins, Hans-Jürgen Abromeit, den Theologen in Schutz.

Raheb ist lutherischer Pfarrer in Bethlehem. Am 24. Februar wird er in Baden-Baden mit dem Deutschen Medienpreis für seinen Einsatz zur Verständigung von Christen, Juden und Muslimen geehrt. Raheb schaffe in der biblischen Stadt Orte der Begegnung und des Dialogs, heißt es in der Begründung. Neben Raheb werden der ehemalige Oberleutnant der Sowjetarmee, Stanislaw Petrow, die afghanische Pädagogin Sakena Yacoobi und der kongolesische Arzt Denis Mukwege ausgezeichnet.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, erinnerte am Mittwoch daran, dass der evangelische Theologe Raheb "ganz wesentlich" verantwortlich sei für das umstrittene "Kairos-Papier" von palästinensischen Christen, in dem unter anderem ein Boykott israelischer Waren befürwortet wird. Der Dachverband der christlich-jüdischen Gesellschaften äußert in einem Schreiben "großes Befremden" darüber, dass der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog die Laudatio auf den palästinensischen Theologen Raheb halten werde. Als ehemaliger Schirmherr der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit habe Herzog sich "entschieden gegen alle Formen der Judenfeindschaft, religiösen Antijudaismus, rassistischen und politischen Antisemitismus sowie Antizionismus" eingesetzt.

Umso weniger sei verständlich, dass Herzog nun einen Theologen zu würdigen gedenke, der in seiner Theologie "jahrhundertealte judenfeindliche Stereotypen palästinensisch neu" belebe. Raheb vertrete die Überzeugung, "Israel sei in den biblischen Verheißungen Gottes durch Palästina" zu ersetzen und zudem sei "Jesus Palästinenser und kein Jude", schreibt der Dachverband. Gerade in Deutschland müsse das in fataler Weise an "Kirche und Theologie des Nationalsozialismus" erinnern, als "das Heil vom jüdischen auf das deutsche Volk übergehen" sollte und "Jesus als Arier galt". Vor diesem Hintergrund müsse Rahebs "palästinensische Befreiungstheologie ganz klar als antisemitisch" bezeichnet werden, heißt es in dem Schreiben.

Bischof verteidigt Preisträger

In einem epd vorliegenden Schreiben an Laudator Herzog hebt Bischof Abromeit hervor, Raheb habe niemals das Recht des jüdischen Volkes bestritten, in Israel präsent zu sein, "niemals hat er eine extremistische Agenda verfolgt, niemals hat er antisemitische Aussagen getätigt". Raheb habe den Deutschen Medienpreis verdient, schreibt Abromeit und bittet Herzog, sich nicht von den Diffamierungen des Pastors beeindrucken zu lassen. Der palästinensische Theologe wage es, Kritikwürdiges beim Namen zu nennen. Er trete für die Menschenwürde jedes Einzelnen ein und suche Lösungen für den Nahost-Konflikt "durch Dialog, auf friedlichem Wege und gewaltlos".

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Deutsche Initiative für den Nahen Osten die Preisvergabe an Raheb verteidigt. Vorwürfe gegen ihn seien unbegründet und verzerrend, sagte der Sprecher der Initiative, Manfred Erdenberger. Der Pfarrer, der schon 2008 mit dem Aachener Friedenspreis geehrt wurde, habe stets gewaltsame Auseinandersetzungen im Nahost-Konflikt abgelehnt und das Existenzrecht Israels nicht bestritten.

epd

Kommentare

Verfasst von Gast am 19. Februar 2012 - 23:58.

Medienpreis 2012 an Dr. Mitri Raheb

Die Evangelische Kirchengemeinde Maichingen pflegt seit nunmehr 25 Jahren eine...

Die Evangelische Kirchengemeinde Maichingen pflegt seit nunmehr 25 Jahren eine Partnerschaft mit der Evangelisch - Lutherischen Gemeinde der Weihnachtskirche in Bethlehem, deren Pfarrer Dr. Mitri Raheb ist. Damals glaubte niemand so recht an die Visionen von Mitri Raheb - heute können wir nur darüber staunen, was in dieser Zeit alles entstanden ist! Damals, wie heute, war die Grundidee der Dialog, die Begegnung, der Austausch unter Christen, Juden und Muslimen. Dass dies gelingt, davon kann man sich vor Ort überzeugen. Sonst würde Dr. Mitri Raheb, Träger des Aachener Friedenspreises, nicht der Medienpreis 2012 verliehen!

Verfasst von Prof. Dr. Ulrike Bechmann am 18. Februar 2012 - 12:10.

Streit um Medienpreis an Dr. Mitri Raheb

Ich kenne Dr. Raheb inzwischen seit 1993 persönlich. seitdem habe ich die...

Ich kenne Dr. Raheb inzwischen seit 1993 persönlich. seitdem habe ich die
Aufbauarbeit begleitet, die Mitri Raheb in Bethlehem geleistet hat. Wer Zweifel hat, ob Dr. Raaheb den Preis verdient, demempfehle ich einen Besuch in Bethlehem. Ich war erst im November mit 41 Studierenden dort und die Begegnungen und das Zentrum gehörten mit zu den eindrucksvollsten Instituttionen, die wir gesehen haben. Im Kontext der Besatzung mit all den dazu gehörenden Problemen entsteht dort eine Arbeit, die jungen Menschen Perspektive, Hoffnung und einen gr´ßeren Horzont gibt, als die Mauer, die Menschen hoffnungslos macht. Aber: Gehen Sie nach Bethlehem und sehen Sie selbst.
Ulrike Bechmann, Prof. für Religionswissenschaft, Graz

Verfasst von Claus Becker am 18. Februar 2012 - 11:48.

Deutscher Medienpreis 2011 an Dr. Raheb

Ich kenne Dr. Raheb seit vielen Jahren und bewundere seine Ausdauer und sein...

Ich kenne Dr. Raheb seit vielen Jahren und bewundere seine Ausdauer und sein Gottvertrauen. "Und würde morgen die Welt untergehen, ich würde heute
noch einen Baum pflanzen" frei nach Luther gilt wohl auch für Dr. Raheb.

Verfasst von Ganu am 17. Februar 2012 - 11:49.

Genauer Text

Protest gegen `Deutschen Medienpreis´ für einen Israelfeind In einem Brief an...

Protest gegen `Deutschen Medienpreis´ für einen Israelfeind

In einem Brief an den ehemaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog hat der Deutsche Koordinierungsrat, Dachverband von über 80 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland, sein "großes Befremden" darüber zum Ausdruck gebracht, dass Herzog bereit sei, als Laudator für den umstrittenen palästinensischen Theologen Mitri Raheb zu wirken, der am 24. Februar 2012 in Baden-Baden mit dem "Deutschen Medienpreis" ausgezeichnet werden soll.

Als ehemaliger Schirmherr des Deutschen Koordinierungsrates habe Herzog sich stets "auch mit unseren Zielen verbunden" und sich "entschieden gegen alle Formen der Judenfeindschaft, religiösen Antijudaismus, rassistischen und politischen Antisemitismus sowie Antizionismus" eingesetzt. Umso weniger könne man verstehen, dass er nun einen Theologen zu würdigen gedenke, der in seiner Theologie "jahrhundertealte judenfeindliche Stereotypen palästinensisch neu" belebe und ausdrücklich die Überzeugung vertrete, "Israel sei in den biblischen Verheißungen Gottes durch Palästina" zu ersetzen und zudem sei "Jesus Palästinenser und kein Jude".

Gerade in Deutschland müsse das in fataler Weise an "Kirche und Theologie des Nationalsozialismus" erinnern, als "das Heil vom jüdischen auf das deutsche Volk übergehen" sollte und "Jesus als Arier galt". Vor diesem Hintergrund müsse Rahebs "palästinensische Befreiungstheologie ganz klar als antisemitisch" bezeichnet werden. Der Brief schließt mit der besorgten Anfrage, wie Herzog Mitri Raheb würdigen könne, ohne dessen "Theologie zu verschweigen und seine Juden- wie Israelfeindschaft zu übergehen".

Bad Nauheim, 15. Februar 2012

Präsidium und Vorstand des Deutschen Koordinierungsrates

16.02.2012

Verfasst von Gast am 17. Februar 2012 - 9:55.

Propaganda mit entstellten Äußerungen

Um etwas Licht in die Nebelwerferei zu bringen: Raheb hatte sich auf einer...

Um etwas Licht in die Nebelwerferei zu bringen: Raheb hatte sich auf einer Tagung in Bad Boll darüber lustig gemacht, dass in manchen zionistischen Argumentationen, die Landansprüche in Palästina aus biblischen Abstammungen ableiten wollen, ein impliziter Rassismus steckt und gesagt „Ich bin sicher, wenn wir einen DNA-Abgleich von David, der aus Bethlehem war, und Jesus, der in Bethlehem geboren wurde, sowie Mitri machen, der gegenüber von dort geboren wurde, wo Jesus geboren wurde, dann bin ich sicher, dass die DNA zeigen wird, dass es eine Spur gibt. Aber wenn man König David, Jesus und Netanyahu abgleicht, wird man nichts finden, denn Netanyahu kommt aus einem osteuropäischen Stamm, der im Mittelalter zum Judentum übertrat.“
Vielleicht hätte er sich die Ironie verkneifen sollen - denn die Kampagnen der Israel-Lobby drehen Menschen gern das Wort im Munde um, damit ein Antisemit herauskommt. Raheb liegt jeder Antisemitismus fern. Es geht ihm um Gerechtigkeit und Menschenrechte, die den Palästinensern vorenthalten werden.

Verfasst von Gast am 17. Februar 2012 - 12:25.

Nicht lustig, sondern ernst gemeint

Genau dieselben Äusserungen über DNA-Verwandschaften hat Raheb auch bei einer...

Genau dieselben Äusserungen über DNA-Verwandschaften hat Raheb auch bei einer Tagung in Bethlehem März 2010 gemacht. Daraus folgerte er, dass Israel "dem Rom der Bibel" entspreche, d.h. Israel sei ein europäischer Fremdkörper, der keine Existenzrecht habe. Er macht sich also nicht lustig, sondern meint es ernst. Weiteres über Rahebs Ansichten kann man in Internet z.B. in den Artikeln "Ehemaliger deutscher Bundespräsident soll anti-israelischen Theologen loben" und "„Palästinensischer Theologe“ wirft „palästinensische Theologie“ in den Müll" lesen.

Verfasst von bundesbedenkent... am 17. Februar 2012 - 14:42.

Hat er das mit dem

Hat er das mit dem Existenzrecht wörtlich gesagt? Dann wäre ein Link...

Hat er das mit dem Existenzrecht wörtlich gesagt? Dann wäre ein Link zur Quelle sehr interessant. Oder leiten Sei es einfach davon ab, daß er Israel mit dem Rom der Bibel gleichgesetzt hat? Daß der Staat Israel einen Fremdkörper im Nahen Osten darstellt, ist evident. Das hat wenig damit zu tun, daß es ein jüdischer Staat ist (was immer das bedeuten soll), sondern damit, wie die Beziehungen zu den Nachbarstaaten aussehen, und daß die mehr als rosig sind, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen.

Verfasst von Prof. Stegemann am 16. Februar 2012 - 22:16.

Bischof Abromeit

Man darf hoffen, dass Bischof Abromeit die Texte von Pfr. Raheb nicht gelesen...

Man darf hoffen, dass Bischof Abromeit die Texte von Pfr. Raheb nicht gelesen hat. Dann wird seine Einlassung zwar nicht entschuldbarer, aber verständlicher. Die Ungeheuerlichkeiten nehmen allerdings zu. Der Pfarrer aus Bethlehem möchte zum Stammbaum Jesu gehören und den Juden Jesus von seinem Judentum entfernen. Das hatten wir schon mal in Deutschland und nicht zuletzt von Bischöfen gehört. Damals waren es arische Christen, die Jesus zum Arier gemacht haben.
Vor Jahren war ich mit einer Schweizer Delegation in Bethlehem - beim Pfarrer Raheb. Der hat uns gesagt, dass die Israelis dem Kreankenhaus das Wasser gesperrt hätten. Wir haben dann sofort das Krankenhaus aufgesucht, das uns mitgeteilt hat, dass das Quatsch sei; es gebe keinerlei Probleme mit Wasser. Da ist mir klar geworden, was der Pfarrer Raheb, im Versuch, uns antiisraelisch zu instrumentalisieren, sogar als Wahrheit auszugeben bereit ist.

Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann, Basel

Verfasst von Gast am 16. Februar 2012 - 17:54.

Was wäre die Aufgabe der beiden Regierungen im heiligen Land?

Manchmal ist es ganz interessant, in alten Dokumenten zu stöbern und zu schauen...

Manchmal ist es ganz interessant, in alten Dokumenten zu stöbern und zu schauen, was die Kirche früher von der Aufgabe staatlicher Regierungen gedacht hat:

Aus der Barmer Theologischen Erklärung:
These V: „Fürchtet Gott. Ehret den König!“ (1. Petr. 2, 17).
1 Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.
2 Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnungen an.
3 Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.
4 Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.

Verfasst von Israelin am 16. Februar 2012 - 15:25.

Zu dem Bischof Abromeit

wäre nur noch zu sagen: Viele “evangelische” Kirchenführer in Deutschland haben...

wäre nur noch zu sagen: Viele “evangelische” Kirchenführer in Deutschland haben die erste “Gaza-Friedensflottille” offen oder klammheimlich befürwortet. Der pommersche “Bischof” Abromeit, zugleich Vorsitzender des “Jerusalemvereins”, war oder ist noch immer aktiver Unterstützer des türkischen Hilfsvereins IHH, der in Deutschland verboten wurde. “Präses” Buß (Westfälische Kirche) verurteilte Israel bereits einen Tag später wegen “unmenschlichen” Vorgehens gegen die islamischen Terroristen.

Ausserdem hat Abromeit schon 2010 in Dortmund verkündet, daß Israel keine heilsgeschichtliche Bedeutung mehr hätte, typische Ersatztheologie, die seit 200 Jahren die Juden verfolgt hat und dre Pfarrer Raheb hängt der gleichen Ideologie an, es ist traurig, was die Kirchen wieder imstande sind, zu verkünden, traurig und widerlich.

http://www.marktschwaben-evangelisch.de/download/partnerschaft/bethlehem...

Verfasst von bundesbedenkent... am 17. Februar 2012 - 22:46.
Kommentar auf: Zu dem Bischof Abromeit

Ausserdem hat Abromeit schon

Ausserdem hat Abromeit schon 2010 in Dortmund verkündet, daß Israel...

Ausserdem hat Abromeit schon 2010 in Dortmund verkündet, daß Israel keine heilsgeschichtliche Bedeutung mehr hätte

Ach wirklich? Wenn man sich die Texte, die Sie verlinkt haben, durchliest, dann steht da lediglich, Bischof Abromeit habe gesagt, Israel habe in der Verkündigung Jesu keine heilsgeschichtliche Bedeutung mehr gehabt. Das bedeutet noch keine Verwerfung Israels und Erwählng der Kirche an dessen statt. Auch darf man nicht den heutigen Staat Israel und das Israel der Bibel leichtfertig in eins setzen.

Verfasst von Marianne Henrici am 15. Februar 2012 - 19:18.

Yeshua

Yeshua/Jesus ist biologisch Jüdischer Abstammung,das ist unumstritten,dazu gilt...

Yeshua/Jesus ist biologisch Jüdischer Abstammung,das ist unumstritten,dazu gilt, das zu Seiner Zeit auf Erden, noch gar keine Sprache war von einem Land/Gebiet"Palästina".

Selig seien die Friedensstifter, Menschen die Brücken bauen, Menschen die Yeshua als Friedensfürst( Sar Shalom)die Welt bekanntgeben.

Verfasst von bundesbedenkent... am 15. Februar 2012 - 18:00.

Die Vorwürfe sind absurd. Das

Die Vorwürfe sind absurd. Das Kairos Papier ruft dazu auf, Boykott als...

Die Vorwürfe sind absurd. Das Kairos Papier ruft dazu auf, Boykott als Hilfsmaßnahme für die Palästinenser in Erwägung zu ziehen, ja. Gedacht ist dabei aber nicht an einen "Boykott israelischer Waren" sondern an den Boykott solcher Waren, die im Westjordanland hergestellt wurden. Der Effekt soll sein, die Motivation für neue Siedler und Siedlungen zu dämpfen, den Konflikt durch Zuzug ins Westjordanland zu verschärfen.

Was die jahrhundertealten Stereotypen angeht vermute ich aufgrud der ersten Verzerrung eie ähnliche verzerrende Darstellung. Mir ist jedenfalls keine derartige Aussage von Raheb bewußt, ich kann es mir auch schlecht vorstellen.

Interessant gefunden hätte ich hier einen tiefer grabenden Artikel von evangelisch.de, in dem die Vorwürfe überprüft und im Kontext dargestellt werden. Es ist ja auch möglich, zwei Artikel zu bringen, also pro und contra darzustellen, wie das ja schon früher gemacht wurde.

Leider habe ich im Moment den Eindruck gewonnen, als ob die Kritiker verhindern wollen, daß das Leid der Palästinenser durch den Preis verstärkt in die Medien kommt.

Verfasst von Hans_W. am 16. Februar 2012 - 20:38.

Kein Antisemit?

Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude, sondern Palästinenser gewesen...

Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude, sondern Palästinenser gewesen, verbreitet eindeutig antisemitisches Gedankengut. Und natürlich handelt es sich bei dem Boykott, den dieser palästinensische Pfarrer unterstützt hat, nicht bloß um einen Boykott von Waren aus dem Westjordanland - schließlich werden ja keine Produkte von Arabern aus diesem Gebiet (Hebron, Jericho etc.) boykottiert, sondern ausschließlich Produkte von jüdischen Erzeugern. Auch dies stellt eine in ihrem Kern klar antisemitische Haltung dar.

Verfasst von bundesbedenkent... am 17. Februar 2012 - 13:15.
Kommentar auf: Kein Antisemit?

Wer allen Ernstes behauptet,

Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude, sondern Palästinenser...

Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude, sondern Palästinenser gewesen, verbreitet eindeutig antisemitisches Gedankengut.

Und diese Assage von Raheb würde ich gerne einmal im Kontext lesen. Bis dahin ordne ich sie wie das andere ein: Als verzerrende Propaganda.

schließlich werden ja keine Produkte von Arabern aus diesem Gebiet (Hebron, Jericho etc.) boykottiert, sondern ausschließlich Produkte von jüdischen Erzeugern. Auch dies stellt eine in ihrem Kern klar antisemitische Haltung dar.

Nein, es stellt eine Anti-Siedler Haltung dar. Und die ist IMHO verständlich, wenn man bedenkt, daß dank der Siedlungen (die übrigens ach von der UN kritisiert werden) die Araber immer weniger von ihrem eigenen Land zur Verfügung haben.

Verfasst von MartinL am 17. Februar 2012 - 19:41.

Frieden und Kooperation

bundesbedenkentraeger schrieb: Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude...

bundesbedenkentraeger schrieb:

Wer allen Ernstes behauptet, Jesus sei kein Jude, sondern Palästinenser gewesen, verbreitet eindeutig antisemitisches Gedankengut.

Ich halte derartige Äußerungen für äußerst bedenklich. Auch im privaten Kreis. Für eine öffenliche Ehrung disqualifizieren sie. Wir wissen, dass mit pseudo-theologischen Aussagen und Behauptungen Hass und Entzweiung geschürt wurden. Dies wiederspricht dem Evangelium.

Versöhnung geht nicht ohne Dialog und Versöhnungsbereitschaft. Die stereotypische Schuldzuweisung an den jeweils anderen polarisiert und verhindert Versöhnung. Zusammenarbeit schaft dagegen die Basis für Frieden.

bundesbedenkentraeger schrieb:

Und diese Assage von Raheb würde ich gerne einmal im Kontext lesen. Bis dahin ordne ich sie wie das andere ein: Als verzerrende Propaganda.

Ich denke, es wurden hinreichend Belege vorgetragen, dass es hier um Polarisierung und nicht um Versöhnung geht.

bundesbedenkentraeger schrieb:

Nein, es stellt eine Anti-Siedler Haltung dar. Und die ist IMHO verständlich, wenn man bedenkt, daß dank der Siedlungen (die übrigens ach von der UN kritisiert werden) die Araber immer weniger von ihrem eigenen Land zur Verfügung haben.

Ich gehe nicht davon aus, dass wir den Konflikt zwischen Israel und Palestinensern hier lösen können. Vielmehr geht es um die Frage, ob hier ein Brückenbauer und Versöhner geehrt werden soll, oder ob man einem Spalter und Agitator eine Plattform bereit stellt, den Konflikt zu perpetuieren.

Wer allerdings glaubt, dass man den Konflikt befeuern muss, um Gerechtigkeit zu erwirken, der sollte sich nicht mit dem Schafspelz des Friedensstifters verkleiden.

Blut-und-Boden-Ideologien sind wenig geeignet, kooperativ zum Frieden beizutragen. Dagegen sind Kooperationen und gemeinsame Projekte das, was zur Normalisierung beiträgt. Es geht aber nich, wer den totalen Sieg, Kompromisslosigkeit und Boykaott will, zugleich eine Reputation als Versöhner zu bekommen. Und als Versöhner sollte man schon zeigen können, was man dafür getan hat.

Verfasst von herbert am 16. Februar 2012 - 20:20.

Arbeiter

Was würden wohl die Palis.(die meisten wollen eh in einem Israelischen Staat...

Was würden wohl die Palis.(die meisten wollen eh in einem Israelischen Staat leben und nicht in Terrorstan) von einem Boykott halten?

Wenn Koexistenz etwas Gutes ist, warum hören wir nie etwas darüber?

Im Industriegebiet Barkan bei Ariel, der größten jüdischen Stadt in der nördlichen Westbank, sagen palästinensische Arbeiter in einer Kunststofffabrik, sie ziehen es vor mit den Israelis zu arbeiten, weil sie das Doppelte von dem verdienen, was sie mit der Arbeit für palästinensische Arbeitgeber bekommen würden.

„Wir reden nicht von Politik. Ich komme hier zur Arbeit“, sagt Maschinenführer Ramadan Islim aus dem nahe gelegenen Salfit gegenüber The Media Line. „Wir arbeiten zusammen und in den fünf Jahren, die ich hier bin, hat es keinerlei Probleme gegeben. Was außerhalb der Fabrik passiert, ist Sache der Politiker. Wir sind hier um zu arbeiten. Wir haben ein Heim und eine Familie, die wir durchfüttern müssen.“

Fabrikmanager Yehuda Cohen sagt, er verlegte seine Fabrik aus dem nicht weit entfernten Tel Aviv hierher, weil er den Platz brauchte. Er fügt an, dass die Regierung ihm trotz Versprechungen keinerlei Anreiz bot.

„Nachdem ich hierher kam, kann ich sagen, dass die palästinensischen Arbeiter die besten Arbeiter sind, die ich in Israel finden kann“, sagt Cohen The Media Line

Verfasst von bundesbedenkent... am 17. Februar 2012 - 13:26.
Kommentar auf: Arbeiter

Wenn ich Arbeiter in ner

Wenn ich Arbeiter in ner israelischen Fabrik wäre nd mein Überleben...

Wenn ich Arbeiter in ner israelischen Fabrik wäre nd mein Überleben davon abhinge, weil mein Land für weitere Siedlngen beschlagnahmt werden könnte, dann würde ich mir auch ganz genau überlegen, was ich auf solche Fragen antworte.

Wenn ich keiner der Glücklichen wär, die nen Posten in der Siedlung gekriegt haben, dann würden vielleicht die Angriffe der Siedler dazu führen, daß ich anders denke und das ach offen sage.

http://www.youtube.com/watch?v=2EUUrE8Lm14&feature...

Einfach mal auf youtube suchen. Da gibt es massenweise Videos.

er verlegte seine Fabrik aus dem nicht weit entfernten Tel Aviv hierher, weil er den Platz brauchte

Der Negev ist fast komplett leer. Platz wär da auch gewesen.

Verfasst von WeißeWucherblume am 16. Februar 2012 - 9:49.

Darstellungen

Dem kann ich mich anschließen. Ganz informativ dazu in der neuen deutschen...

Dem kann ich mich anschließen. Ganz informativ dazu in der neuen deutschen Asugabe von "Le Monde Diplomatique" über die Situation der Palästinenser, wie "in Kafkas Schloss", sowie Berichte, dass die Solar-Strom-Versorgung, die mit deutscher Hilfe u.A. für Beduinen eingerichtet wurde, wieder abgebaut werden soll, weil gegen das Baurecht verstoßend.

Verfasst von Gast333 am 16. Februar 2012 - 15:57.
Kommentar auf: Darstellungen

Was Beduinen angeht die

Was Beduinen angeht die dienen seit Anfang an in der IDF,die sogenannten...

Was Beduinen angeht die dienen seit Anfang an in der IDF,die sogenannten Palästinenser halten nicht viel von ihnen.

Und dieser komische Pfarrer ist der Erfinder einer neuen Sekte.

Verfasst von Sengal am 20. Februar 2012 - 13:42.
Kommentar auf: Was Beduinen angeht die

Mitri Raheb ist eine Gefahr

Mitri Raheb ist eine Gefahr: "Im letzten Jahr hielt Raheb dann auf einer...

Mitri Raheb ist eine Gefahr:

"Im letzten Jahr hielt Raheb dann auf einer Konferenz in Bethlehem einen konfusen Vortrag, in dem er postulierte, dass nicht etwa die Juden das Volk des „Alten Testaments" seien, sondern die arabischen Palästinenser. Er, Mitri Raheb, sei der rechtmäßigere Nachkomme König Davids als z.B. der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Netanjahu und seine Vorfah­ren seien Raheb zufolge eine dem Land historisch fremde Macht, vergleichbar mit der Rolle Roms in der Antike. Soll der Protagonist einer derart absurden Abstammungs­lehre tatsächlich den Deutschen Medienpreis erhalten? (Sie finden diesen Vortrag unter: http://www.christatthecheckpoint.com/lectures/Mitri_Raheb.pdf. Eine umfas­sende Beurtei­lung die­ses Vortrags des britischen Religionswissenschaftlers Malcom Lowe finden Sie über­setzt hier: http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4Lowe111110.htm)."

aus:
http://spme.net/articles/8512/2/6/Proteste-gegen-die-geplante-Ehrung-f%C...

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