Esoterik - Der Ex-Fernsehpfarrer ist noch immer ein Star. Doch inzwischen bewegt sich der 64-Jährige bevorzugt inmitten von Geistheilern und anderen dubiosen Gestalten - und bietet sogar für viel Geld per Internet ein von ihm persönlich "mit Gebeten und Handauflegen bereichertes" Wunderwasser an. Was ist in ihn gefahren?
"Begleiten Sie uns ins Land der Magie!", lädt die Webseite www.fliege.de ihre Leser zu einer Pilgerreise mit Jürgen Fliege nach Kappadokien (Türkei) ein - der beurlaubte Pastor und Talkmoderator hat sein Geschäftsfeld inzwischen erheblich erweitert. Als Menschenversteher setzte er von 1994 an in der nach ihm benannten Nachmittagsshow einen Gegenakzent zu den Privatsendern.
Menschen erzählten von ihrem Schicksal, ohne sich vorgeführt zu fühlen. Was manche Kritiker eine "Revue der Trauerklöße" nannten, nahm Anteil, wollte Denkanstöße und christliche Werte vermitteln und bot Lebenshilfe - "Glaubwürdigkeit, Sensibilität und Einfühlungsvermögen" bescheinigte der "Rheinische Merkur" dem Moderator. Der warb seinerseits mit seiner Popularität für Kirche und Gott.
Wie loyal ist der Pastor?
"Passen Sie gut auf sich auf!" Mit diesem Appell verabschiedete sich der Pastor der Rheinischen Landeskirche regelmäßig seine Millionen Fernsehzuschauer. Er selbst beherzigte den Tipp nicht unbedingt, denn ebenso wie Fliege für viele ein Sympathieträger war, provozierte er die Amtskirche stets aufs Neue. Für einen Skandal sorgte Flieges indirekter Vergleich der Kirche mit dem DDR-Regime: "Ich sage allen Leuten: Wenn ihr austreten wollt, tretet aus, völlig in Ordnung, wie in der DDR weiland." Das war flapsig dahingesagt, weckte aber erhebliche Zweifel an Flieges Loyalität.
Auch dass Fliege in Interviews mit der Klatschillustrierten "Bunten" und dem Erotikmagazin "Penthouse" Gott den "alten Gangster da oben" nannte, machte das Verhältnis nicht leichter. Am Ende reagierte die EKD zwar mit einer Missbilligung, doch der damalige Ratsvorsitzende Manfred Kock bestätigte dem TV-Star nach einem persönlichen Gespräch versöhnlich, dieser stehe "auf dem Boden des Bekenntnisses unserer Kirche".
"Willkommen in meiner Internet-Kirche!"
Genau das darf inzwischen bezweifelt werden. Es beginnt damit, dass Fliege die Besucher seiner Webseite akustisch "in meiner Internet-Kirche" willkommen heißt. Auf den Unter-Seiten von "Flieges Kirche" dreht sich folgerichtig alles um seine Person nebst einer reichhaltigen Produktpalette: Der nach eigenem Bekunden "bekannteste Pfarrer Deutschlands" gibt eine nach ihm benannte Zeitschrift heraus, produziert auch nach dem Aus seiner Sendung im Ersten nach ihm benannte Talkshows für TV-Regionalfenster, offeriert Reisen, Seminare, Coachings. Daneben bittet die "Stiftung Fliege" um Spenden. Die "Süddeutsche Zeitung" nannte das die "Über-Ich-AG Jürgen Fliege". Bei ihm komme "alles zusammen: der Glaube, die Medizin, das Geschäft".
Doch nicht der unverhohlene Kommerz ist es, den ihm Kritiker in erster Linie vorwerfen, sondern sein Abdriften in obskure Zirkel, verbunden mit kaum glaubbaren Heilsversprechen. "Pfarrer Fliege macht Reibach im Esoterik-Business", titelte das "Hamburger Abendblatt" in diesen Tagen.
Werbung für Wunderheiler und Numerologen
So verlinkt die Internetpräsenz des Bundesverdienstkreuz-Trägers in der Rubrik "Service" gegen Gebühr auf Webseiten für Astrologie, Energiearbeit, Heiler, Heilpraktiker, Lebensbegleitung und Numerologie. In der dicht gedrängten Anzeigenspalte tummeln sich daneben Geist- und Fernheiler sowie Versandangebote für Edelsteinwasser und Heilmagnete.
Als Krönung offeriert fliege.de gar die Flüssigkeit "Fliege-Essenz" (l.). In ihr seien "spirituelle Informationen vereint mit lebendigen biologischen Trägern". Die Essenz in Spray-Form mit Auszügen aus Nüssen und Obst soll der "Unterstützung biologischer Regulationsvorgänge" dienen. Fliege: "Ich habe über sie gebetet wie über Weihwasser. Ich habe immer wieder meine Hände aufgelegt, um den Trost und die Kraft in die Essenz zu senden." Eine 95-Milliliter-Flasche kostet 39,95 Euro plus Versand.
Die Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta warnt vor derlei Heilsversprechen. In ihrem soeben vorgestellten "Schwarzbuch Esoterik" will sie über Hintergründe und Methoden der Szene informieren. Jürgen Fliege wirft sie vor, "ohne Hemmungen vom evangelischen Pastor zum Esoteriker mutiert" zu sein. Er habe sich "als netter Mensch" in die Köpfe der Menschen eingeschlichen, und heute verkaufe er sein "komisches Weihwässerchen".
Fliege kontert die "vernichtenden Anschuldigungen", die "Essenz", über der die Worte "Heilen" und "Energie" prangen, sei bei ihm nicht teurer als beim Hersteller "Dr. Niedermaier Pharma", der in Hohenbrunn bei München residiert. Zudem unterscheide sich Weihwasser bei den Katholiken ebenfalls lediglich durch den Segen des Pfarrers von Leitungswasser.
"Dialog" oder Esoterik-Kongress?
Auch Flieges "3. Wörishöfener Herbst" Ende Oktober steht in der Kritik, weil neben Prominenten wie der Schriftstellerin Karen Duve, der Sängerin Katja Ebstein und der Schauspielerin Marianne Sägebrecht auch Dutzende Geistheiler, Besprecher und Schamanen auftreten. Preis einer Dauerkarte: gut 200 Euro. Dass es sich um eine Art Esoterik-Kongress handele, weist Veranstalter Fliege weit von sich: Er pflege lediglich den Dialog.
Eher handfesten wirtschaftlichen Interessen dient freilich sein Werbeauftritt für einen zweifelhaften Raumtrockner, der Kraftfelder aussenden soll, um Feuchtigkeitsmoleküle aus verschimmeltem Mauerwerk ins Erdreich zu verbannen. Der Apparat kostet 4.000 Euro, und der Chef der Herstellerfirma gehört der Psychosekte Scientology an, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Fliege beteuert, bei ihm wirke die seltsame Maschine. Es bereite ihm auch "keine Mühe, Scientologen gegenüber tolerant zu bleiben", ließ er per Pressemitteilung verbreiten. Und ergänzte: "In schwierigeren Zeiten hätte ich antworten müssen: 'Ich kaufe auch bei Juden!'"
An einem Kirchentag nahm Pastor Fliege zuletzt 2007 teil. Dort, so der 64-Jährige im Gespräch mit evangelisch.de, rede die Kirche sowieso "nur mit sich selber und irgendeinem eingeflogenen Bischof aus Namibia".
Thomas Östreicher ist freier Mitarbeiter bei evangelisch.de.







Kommentare
Einmal Aberglaube und zurück
"In schwierigeren Zeiten hätte ich antworten müssen: 'Ich kaufe auch bei Juden!'" Wie gnädig, Herr Fliege kauft auch bei uns - ich bin gerührt! Wenn nur dieser abartige Tonfall da nicht wäre, und die Verbindung zu offensichtlich zwielichtigen Personen, denen Mammon über alles geht!
Lieber Herr Fliege, kaufen Sie, bei wem Sie wollen - nur halt nicht bei uns, denn wir achten darauf, daß das von uns Angebotene in jeder Hinsicht koscher ist und den zweifelhaften Level irgendwelcher gesegneter Produkte nicht berührt! Sie können ja im Tanach nachlesen, auf welche Punkte sich der Begriff "koscher" bezieht - Ihre Ambitionen finden sich jedenfalls nicht darunter!
Schalom uwracha
Sam Mel
Der Gottesmann Fliege
Simon bot Petrus und Johannes Geld an und sagte:"Verleiht doch auch mir die Fähigkeiten, dass ich Menschen den Heiligen Geist durch Hände auflegen geben kann."
Petrus fuhr ihn an: "Zur Hölle mit dir und deinem Geld....".
In der Zeitschrift >>Viel Spaß zum kleinen Preis<< wird Fliege sogar als "Gottesmann" tituliert.
Ja Herr Fliege, Ihnen wird es sicherlich auch ergehehen, wie dem armen Lazarus bei dem reichen Mann.
Spätestens beim Herrn hört die Lügerei auf. Da wird es dann wohl Heulen - und Zähneklappern geben.
Passen Sie auf, dass Sie nicht den Heiligen Geist beleidigen, dann wird Ihnen nicht vergeben.
Absurdistan
Flieges esoterischer Basar hat mit Christentum nichts, aber auch gar nichts zu tuen.Absurd, dass die Kirche da zu schaut, statt klar Kante zu zeigen.
Der Mann macht sein Geschäft mit Gott,verwechselt Aberglauben mit Christentum
und versündigt sich schwer.Esoterik hat nichts in der Kirche zu suchen.Wer Weihwasser, also eine wirksame Waffe gegen das Böse, eine Gnade der katholischen Kirche mit Flieges Essenz verwechselt spinnt.Ist der wirklich in der evangelischen Kirche Pfarrer?Warum tritt auf einer von ihm organisierten Veranstaltung Anselm Grün auf?Was spielt sich da ab?
Es gibt sehr erfolgreiche Heiler, wie den Katholiken Rolf Drevermann.Bei ihm spürt man aber seine Nähe zu Christus, der Heiligen Mutter Maria und dem Heiligen Padre Pio.Fliege ist dagegen der Inbegriff von Humbug.
Entweder ist Herr Fliege
Entweder ist Herr Fliege anmaßend und unevangelisch weil er glaubt mit einer besonderen Weihevollmacht ausgestattet, heilige Kräfte in das Wasser zu senden oder er ist nur ein zwielichtiger Scharlatan, der unter dem pastoralen Deckmantel ordentlich Reibach machen will. Ich vermute zweites. Jeder andere Pfarrer würde zu Recht seine Ordinationsrechte verlieren. Doch ein Jürgen Fliege wird von unserer Kirche mit Samthandschuhen angefasst, weil sie esoterikaffine Christen nicht verprellen will. Als evangelischer Christ werde ich bei soviel feigem Opportunismus nur wütend ...
*MÖÖP* falsch. Einstein war
*MÖÖP* falsch. Einstein war eben kein Quantenphysiker. Er hat zwar grundlegende Erkenntnisse dazu beigetragen, aber der sich letztendlich durchsetzenden Quantenmechanik, wie sie von Heisenberg, Schrödinger, Born, usw. vorangetrieben wurden, wiedersprochen. Er hat lieber versucht eine göttlich inspirierte Weltformel zu schaffen, woran er kläglich gescheitert ist. Das zeigt nur, dass Glaubenskonstrukte auch den genialsten Geist einschränken.
Und nochmal zur Klarstellung: 99% der Esoterik sind synkretistischer Müll den man bei Thalia im Grabbelregal kaufen kann. Jedes Jahr muss ich mit ansehen, wie diese Irren Wicca, Paganisten und Neuheiden die Externsteine belagern und zumüllen, da könnte ich einfach um mich schlagen.
Einmal Aberglaube und zurück?
Rudolf Steiner hat gesagt: "Ich habe meinen rechten Arm mit Jesus Christus verbunden und den anderen Arm mit dem Teufel". Was erwarten Sie in dem Fall noch von der Antroposophie?
Auch heutige Christen sind nicht weltfremt und haben ihre geistigen, geistlichen und biblischen Erkenntnisse und durchschauen und beurteilen von daher auch die Esoterik und u.a. Herrn Pfarrer Fliege sein Essenz-Wässerchen und Verkaufsstrategie.
mfg
Soll das ein Witz sein? Es
Soll das ein Witz sein? Es steht in ihrem Link-Text
Ich habe mal zwei amüsante, zeitgenössische Kommentare über ihren Rudolf Steiner ausgegraben:
„Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: ‚Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!‘ Und der Dreigegliederte redete und redete. Und [der bekannte Journalist Jules] Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen. […] Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langeweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie. Immer wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler […], Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -! […] Der Redner eilte zum Schluss und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht zu rufen: Danke – ich kaufe nichts.“
– Kurt Tucholsky
„Anthroposophische, Steinersche Quellen habe ich nie benützt, sie sind für mich ungenießbar, die Welt und Literatur ist reich an echten, sauberen, guten und authentischen Quellen, es bedarf für den, der Mut und Geduld hat, selber zu suchen, der ‚okkulten‘ und dabei meist elend getrübten Quellen nicht. Ich kenne sehr liebe Leute, die Steinerverehrer sind, aber für mich hat dieser krampfhafte Magier und überanstrengte Willensmensch nie einen Moment etwas vom Begnadeten gehabt, im Gegenteil.“
- Hermann Hesse
Der Mann ist nichts als ein weiterer Rasputin der mit Rhetorik und Zaubertricks die Einfältigen beeindruckt...
Die Wissenschaftlichkeit dieses Hirngespinstes "Antroposophie" wurde von der universitären Wissenschaft eindeutig zurückgewiesen.
Oni schrieb:Soll das ein Witz
Ich habe mal zwei amüsante, zeitgenössische Kommentare über ihren Rudolf Steiner ausgegraben:
„Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: ‚Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!‘ Und der Dreigegliederte redete und redete. Und [der bekannte Journalist Jules] Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen. […] Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langeweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie. Immer wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler […], Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -! […] Der Redner eilte zum Schluss und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht zu rufen: Danke – ich kaufe nichts.“
– Kurt Tucholsky
„Anthroposophische, Steinersche Quellen habe ich nie benützt, sie sind für mich ungenießbar, die Welt und Literatur ist reich an echten, sauberen, guten und authentischen Quellen, es bedarf für den, der Mut und Geduld hat, selber zu suchen, der ‚okkulten‘ und dabei meist elend getrübten Quellen nicht. Ich kenne sehr liebe Leute, die Steinerverehrer sind, aber für mich hat dieser krampfhafte Magier und überanstrengte Willensmensch nie einen Moment etwas vom Begnadeten gehabt, im Gegenteil.“
- Hermann Hesse
Der Mann ist nichts als ein weiterer Rasputin der mit Rhetorik und Zaubertricks die Einfältigen beeindruckt...
Die Wissenschaftlichkeit dieses Hirngespinstes "Antroposophie" wurde von der universitären Wissenschaft eindeutig zurückgewiesen.
Ein Witz ist eher, dass sie Zitate von Zeitgenossen gewählt haben, die aus irgendwelchen Gründen Steiner und seine Darstellung übersinnlicher Welten ablehnten. Sei es aus Atheismus, sei es aus anderen Gründen.
Ich könnte Ihnen dagegen viele anerkennende Beispiele bringen (auch von solchen Menschen, die nie Anthroposoph geworden sind, wie bsw. Albert Schweizer).
Sie arbeiten also mit billigen Tricks.
Welche übersinnlichen Erkenntnisse haben [b]Sie[/b] denn? - Dann können wir ja sehen, ob Sie sich besser auskennen. Oder haben Sie gar keine Erkenntnisse?
Also, lernen Sie lieber von den großen, anstatt billig zu polemisieren.
Tut mir leid, aber ich krümme
Tut mir leid, aber ich krümme mich gerade vor lachen und nicht vor ehrerbietendem Schauder im Angesicht ihrer "übersinnlichen Erkenntnisse".
Ich habe ein Zitat von Tucholsky und Hesse angeführt, gerade weil beide Zeitgenossen von Steiner waren. Hesse war selbst ein Romantiker und Mystiker und hätte noch am ehesten Steiners Weltsicht teilen können, aber anscheinend hatte er gute Gründe dies nicht zu tun. Zudem halte ich beide für durchaus brauchbare Denker und Literaten mit einer akzeptablen intellektuellen Reputation, um ihrer Meinung und Kritik zumindest gehör zu schenken. Übrigens möchte ich wiederhohlen, dass beide, im Gegensatz zu mir, keine Atheisten waren.
Aber schwenken wir doch einmal von der Person Rasputins, verzeihung STEINERS, zur Anthroposophie. Hier hat Sven Ove Hansson eine, für nicht-Indoktrinierte, recht gut nachvollziehbare Arbeit vorgelegt.
http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_hansson.html
Nur so viel als Auszug
"Die Stoffler - so nennen wir sie einfach - stellen sich vor, die Welt bestände aus Atomen. Was zeigt uns Geisteswissenschaft? Gewiss, die Naturerscheinungen führen uns auf solche Atome zurück, aber was sind sie, diese Atome? ... Nach den Stofflern ist der Raum leer, und da drinnen, da wackeln die Atome herum. Also sie sind das allerfesteste. Aber so ist es nicht, das ganze beruht auf Täuschung. Die Atome sind nämlich Blasen vor der imaginativen Erkenntnis, und da, wo der leere Raum ist, da ist die Wirklichkeit; und die Atome bestehen gerade darin, dass sie zu Blasen aufgeblasen sind. Blasen sind das. Da ist gerade nichts, gegenüber ihrer Umgebung. Wissen Sie, wie in einer Selterswasserflasche die Perlen; es ist nichts im Wasser, wo die Perlen sind, aber man sieht dort die Perlen. So sind die Atome Blasen. Da ist der Raum hohl, da ist nichts drinnen."27
Nach Steiners Voraussage über die Beziehung zwischen der Anthroposophie und den Naturwissenschaften hätten sich die Naturwissenschaften seit 1917 wenigstens ein kleines Stück auf ein Atommodell zubewegen müssen, nach denen die Atome "absolut nichts" enthalten. Die Kernphysik ist jedoch in die genau entgegengesetzte Richtung gegangen. Vom Standpunkt der Naturwissenschaften ist es, gelinde gesagt, wohlbelegt, daß die Atome keine leeren Blasen sind.
"Denn all der glänzende Unsinn, den man heute z.B. als Realphilosophie verzapft, durch welchen Einstein ein grosser Mann geworden ist, der wird nur zurückgewiesen werden können, wenn man über diese Dinge klare Begriffe haben wird, die den Wirklichkeiten entsprechen. Wissen Sie, die Relativitätstheorie ist ja so einleuchtend. Nicht wahr, man braucht sich nur vorzustellen, dass - nun ja, wenn in einer Entfernung eine Kanone losgeschossen ist, so hört man es erst nach einer bestimmten Zeit. Nun, nehmen wir aber an, wir bewegen uns zur Kanone hin, nicht wahr, so hört man sie früher, weil man ja näher kommt. Nun schliesst der Relativitätstheoretiker: wenn man nun eben so schnell sich bewegt, wie der Schall geht, dann, dann geht man mit dem Schall, dann hört man ihn nicht. Und geht man gar schneller als der Schall, dann hört man etwas, was später abgeschossen wird, früher als das, was früher abgeschossen worden ist. Das ist ja heute eine allgemein angenommene Vorstellung, nur just steht sie nicht im geringsten Verhältnis zur Wirklichkeit. Denn wenn man sich ebenso schnell bewegt, wie der Schall, so kann man selber ein Schall sein, aber man kann keinen Schall hören. Diese ganzen ungesunden Vorstellungen leben aber heute als Relativitätstheorie und geniessen das allergrösste Ansehen."28
Nach Steiners Voraussage über die Beziehung zwischen der Anthroposophie und den Naturwissenschaften wäre zu erwarten, daß die spezielle Relativitätstheorie eine schwächere Position in der Naturwissenschaft hat als 1917. Das ist jedoch nicht der Fall. Ganz im Gegenteil hat sie durch wiederholte empirische Bestätigungen an wissenschaftlichem Gewicht gewonnen.
Zufälligerweise hat Steiners Aussage über die Relativitätstheorie eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Kenntnissen eines Menschen, dessen Vertrautheit mit der Relativitätstheorie sich auf die Lektüre (und das falsche Verständnis) eines populärwissenschaftlichen Textes bezieht, in dem der Dopplereffekt in Bezug auf das Licht durch einen Vergleich mit Schallwellen erklärt wird.
Steiners Behauptung, daß jemand der sich schallschnell bewegt "keinen Laut hören kann" muß in ihrem historischen Kontext betrachtet werden. Als er das sagte, wußten Wissenschaftler, daß es nicht richtig war, wohingegen das allgemeine Publikum davon überhaupt nicht sehr viel wußte. Heute, im Zeitalter des Überschallfluges, wird beinahe jeder diese Aussage für falsch halten. Es ist erstaunlich, daß jemand eine Aussage wie diese traf, der doch die Zukunft der Naturwissenschaften vorauszusehen in der Lage war.
"Und in Bezug auf eben diese Wirkung des Quecksilbers bei syphilitischen Erkrankungen muss man ja erwähnen, dass in der neueren Zeit vieles an die Stelle von Quecksilber gesetzt worden ist. Die berühmten neueren Mittel, die an die Stelle gesetzt worden sind, nicht wahr, sind aber schon heute durchaus erkannt in ihrer nicht ganz einwandfreien Wirksamkeit, und sehr bald wird die Medizin auch auf diesem Gebiete durchaus wiederum zu den Quecksilberkuren zurückgegangen sein."29
Beinahe siebzig Jahre später gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, daß sich die Medizin in der Syphilistherapie dem Quecksilber wieder zugewandt hat.
Die Liste der falschen Voraussagen ließe sich bis zum Überdruß verlängern. Aus einer Lektüre von Steiners eigenen Schriften geht klar hervor, daß er mit der Behauptung nicht recht hat, die Naturwissenschaften würden sich dahingehend entwickeln, mehr und mehr seiner Lehren zu bestätigen.
Es macht mich fast traurig, dass Sie von solchem Humbug überzeugt sind.
Wenn Steiner das war, fragen
Wenn Steiner das war, fragen Sie doch mal in einer 10. Klasse nach seiner Person... da er nach ihrer Aussage nicht behauptet hat unfehlbar zu sein, erkläre ich seine Theorien hiermit für großen Unsinn und im allgemeinen für gescheitert.
Zu Stevenson: Er geht von Anfang an davon aus das Reinkarnationen existieren und deutet jeden Hinweis als Beweis. Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Beobachtungen findet zudem nicht statt, zumal einige Methoden fragwürdig sind. Und eine ganze Weltsicht auf den paar Vermutungen aufzubauen erscheint mir einigermaßen überzogen.
„Es ist wahr, es könnte eine metaphysische Welt geben; die absolute Möglichkeit davon ist kaum zu bekämpfen. […] aber Alles, was […] bisher metaphysische Annahmen werthvoll, schreckenvoll, lustvoll gemacht, was sie erzeugt hat, ist Leidenschaft, Irrthum und Selbstbetrug; die allerschlechtesten Methoden der Erkenntniss, nicht die allerbesten, haben daran glauben lehren. Wenn man diese Methoden, als das Fundament aller vorhandenen Religionen und Metaphysiken, aufgedeckt hat, hat man sie widerlegt. Dann bleibt immer noch jene Möglichkeit übrig; aber mit ihr kann man gar Nichts anfangen, geschweige denn, dass man Glück, Heil und Leben von den Spinnenfäden einer solchen Möglichkeit abhängen lassen dürfte. – Denn man könnte von der metaphysischen Welt gar Nichts aussagen, als ein Anderssein, ein uns unzugängliches, unbegreifliches Anderssein; es wäre ein Ding mit negativen Eigenschaften. – Wäre die Existenz einer solchen Welt noch so gut bewiesen, so stünde doch fest, dass die gleichgültigste aller Erkenntnisse eben ihre Erkenntniss wäre […]“
– Menschliches, Allzumenschliches Friedrich Nietzsche
Dabei will ich es belassen
Die Geister, die man rief...
...fällt mir ein.
Als Jürgen Fliege einen medial offenen Pfarrer gab und Schwung in öffentlich erlebte Kirche brachte, wollten die Verstaubten ihm nicht nachahmen.
Als Gemeinden sich Profile oder Leitbilder gaben, nahm man es eher funktionell, aber ich erlebte nicht das Leitbild.
Die Esoteriker kamen Schritt für Schritt, als die Evangelischen sich immer mehr von der katholischen Ur-Kirche entfernten und zugleich die Katholiken sich nicht evangelisieren wollten.
Jetzt, nachdem der endlich in Gang kommende Aufklärungsprozess jahrzehntelanngen Missbrauchskandals so manchen völlig verzweifeln lässt und Mystik dem Alleingelassenen übrig bleibt, diskutiert man den Fliege und dessen Esoterik-Firmenkontakte.
Mir wäre lieber, die Evangelischen und die Katholiken würden sich mit den Orthodoxen darüber einigen, wie künftig die "eine heilige katholische und apostolische Kirche" wieder zusammen wachsen kann.
Aber das werde ich wohl nicht mehr erleben. Es sei denn: Ich erkläre die Einheit für beschlossen. Die Leitungen können sich gerne der These anschließen, den Papst anerkennen als gewähltes Oberhaupt und die Synoden als Leitungsgremien der Alltagskirche. Der Rest steht in der Bibel und in der Geschichte.
Kirche muss sich klar sein: Wäre Gott wirklich allmächtig, dann hätte es Auschwitz nicht gegeben. Gott ist allmächtig, aber die Kirche ließ es nicht zu, sie machte was sie wollte und entmachtete Gott, den Weg Jesu, den heiligen Geist. Das muss aufhören.
Noch ein Wort zu den fürchterlichen Scientologen: Deren Mentalitität der Effizienzgläubigkeit, des Materialismus, des systematischen Ausbeutens und der Abhängigmachung und Unfreiheit herrscht doch offenbar längst im real existierenden Kapitalismus. Jeden Tag sieht man es. Das Licht in der Finsternis aber, das Jesus uns als Weg zur allmächtigen Liebe Gottes lebte, wofür er von den Machthungrigen getötet wurde und weshalb er dennoch unter uns als lebendiges Wort erlebbar ist - als Brot und Wein, wenn man katholisch denkt und fühlt kommunzierbar - , dieses Licht in der Finsternis sieht, wer dem Sturm der Zeit einen Schutzmantel gibt. Der aber sieht weder eine PID-Vorsortierung noch Waffengewalt noch Krieg noch all die anderen heutigen Methoden vor. Lediglich eine Hand, die hält.
Gedanken am heutigen Tag. Fehlerhaft, unvollkommen. Aber aus der Tiefe des Herzens.
Übrigens: Wir alle sind Kirche
Gehen muss man aber im Leben oft sehr allein.
Nur mal so, zum Nachdenken
Unsere größte Angst ist es nicht, dass wir unfähig sind,
unsere größte Angst ist die, dass wir unvorstellbare Kraft haben.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
die uns am meisten ängstigt.
Wir fragen uns, wer bin ich, um talentiert,
großartig und wunderbar zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Wenn Du Dich klein machst, dienst Du nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich klein zu machen,
damit sich andere nicht unsicher in Deiner Nähe fühlen.
Wir wurden geboren, um Gottes Glanz,
der in uns ist, zu verkörpern.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in uns allen.
Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
dann geben wir anderen Menschen
unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien,
dann wird unsere Gegenwart automatisch andere befreien.
Nelson Mandela
Emotionale Logik
Ich glaube, Herr Fliege hat mit seiner Tätigkeit den einzigen plausiblen Schluss aus seiner Lebenserfahrung im Umgang mit den vielen Menschen gezogen. Warum sollte er nicht?
Bravo!
So ist es wohl. Tja, der Herr Pastor weiß, wo der Frosch die Locken hat! Würde ich das Gleiche tun, ich fiele auf die Schnauze,
Definition von Aberglaube
Definition von Aberglaube nach Judd Marmor (1956; Vyse 1997): ,,Glaubensansätze oder Praktiken, die eigentlich unbegründet sind und dem Kenntnisstand nicht entsprechen, den die Gesellschaft, zu der man gehört, erreicht hat“.
Jetzt die Aufgabe für jeden Gläubigen des westlichen Kulturkreises: Definieren Sie ihren eigenen Glaubensansatz im Hinblick auf Marmors Definition von Aberglaube so, dass er sich klar von jener Definition abgrenzt. Viel Glück.
Oni schrieb:,Glaubensansätze
Ich denke dies trifft auf Astro- und Quanten-Physiker zu die gerade an verschieden Thesen arbeiten.
“Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.” - Dietrich Bonhoeffer
Herzlichen Glückwunsch zu
Herzlichen Glückwunsch zu diesem vollkommen überflüssigen Kommentar. In der WWW (wunderbaren Welt der Wissenschaft) arbeitet man mit sogenannten THESEN. Selbst im Orakel hätten Sie fündig werden können, dass diese
ein klares und genau definiertes Urteil sein,
falsifizierbar sein,
während ihrer Darstellung identisch bleiben,
keiner anderen akzeptierten These widersprechen,
keine andere akzeptierte These einschränken,
keinen logischen Widerspruch enthalten,
durch nachprüfbare Tatsachen belegt sein,
kein evidentes Urteil sein
müssen
Damit stellt die Wissenschaft und gerade das von ihnen erwähnte Grenzgebiet der Physik immer den aktuellen Kenntnisstand der Gesellschaft dar und impliziert, im Gegensatz zu dogmatischen Religionen(das könnte Sie betreffen), bereits dass die akutelle These nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sein muss.
Flieges Ego/Eso - Trip
Toller Kommentar, vielen Dank!
Flieges eso-ego-trip
Sehr guter Kommentar, vielen Dank!
Scientologen heute damit zu
Scientologen heute damit zu vergleichen, dass man bei Juden auch in schwierigen Zeiten gekauft hätte, was ja nicht nachweisbar ist, ist harter Tobak, absolut nicht mehr nachvollziehbar.
Herr Fliege erinnert an Uriella, die in ihrer Badewanne rührte und das Wasser dann teuer verkaufte bis sie schließlich strafrechtlich verfolgt wurde.
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz an.
1. Samuel 16,7
Wenn das alles so stimmt ...
... wieso bietet ihr dann dieser Gestalt hier noch so eine breite Plattform?
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