Vulkanausbruch - Der Ausbruch des Eyjafjallajökull hat Europas Luftverkehr hart getroffen und den Menschen gezeigt, wie verletzlich ihre moderne Lebenswelt sein kann. Es ist ein Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung. Endzeitstimmung ist fehl am Platz.
Gemeinsam blicken wir in den Himmel. Röter als sonst müsste er sein, sagen die einen. Die anderen behaupten, das Blau des Himmels sähe jetzt etwas grauer aus – ich muss gestehen, eine Veränderung des Himmels kann ich nicht bemerken. Wahrnehmen kann ich jedoch, dass dem Himmel nun eine große Beachtung geschenkt wird, seit Flugasche des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull den Flugverkehr in großen Teilen Europas lahmlegt.
Feine Asche, nicht sichtbar für die meisten Beobachter, hat Auswirkungen, die sehr wohl sichtbar sind: Gestrandete Menschen auf den Flughäfen, Züge, die überfüllt sind, die ersten Wirtschaftsgüter, die nicht mehr verfügbar sind. Zugegeben, ich kann auf Frischblumen aus Kenia verzichten, aber es gibt andere Wirtschaftsgüter, die wichtiger sind, wie zum Beispiel Arzneimittel aus Fabriken im Ausland.
Wir sind abhängig von den Launen der Natur
Auch wenn es nun so scheint, dass die Flieger wieder abheben können, so bringt einen der viertätige Ausfall des Flugverkehrs ins Nachdenken – zumal lange nicht absehbar war, wie lange der Luftraum gesperrt bleiben würde.
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Oft verdrängen wir, wie sehr wir in unserer globalisierten und technisierten Welt doch von den Launen der Natur abhängig sind. Ein Vulkanausbruch in Island hat weitreichende Folgen, die in ganz Europa und sogar weltweit spürbar sind. Mit ein bisschen Phantasie lassen sich noch weit dramatischere Folgen ausdenken. Was wäre, wenn die Aschewolke dichter wäre und sie das Satelliten-Ortungssystem GPS zum Ausfall brächte? Oder der über Satelliten abgewickelte Internetverkehr bräche zusammen, und andere interkontinentale Leitungssysteme könnten nicht die zusätzlich benötigte Bandbreite bereitstellen? Kann man sich jetzt eventuell noch mit Video-Konferenzen behelfen, schiede dann auch diese Möglichkeit aus. Wie sähe unsere Welt aus ohne Flugverkehr und ohne Internet? Und was, wenn die Aschewolke eines richtigen Riesen-Ausbruchs eine neue Eiszeit hervorriefe?
Unsere moderne und globale Industrie- und Wissensgesellschaft wäre auf einmal in ein vorindustrielles Zeitalter zurückgeworfen. Der Ausbruch des isländischen Vulkanes Eyjafjallajökull zeigt sehr deutlich, wie verwundbar unsere Gesellschaft ist und wie sehr wir von der Natur abhängen.
Naturgewalten werden die Menschheit nicht zerstören können
Wie verstehen wir diese Abhängigkeit von den Naturgewalten? Wenn Erklärungsmuster versagen, ist es ein beliebtes Interpretationsschema, die Unbill der Natur als göttliches Strafgericht zu erklären. In Internetforen kann man bereits solche Beiträge finden, die den Ausbruch des Eyjafjallajökull mit dem Verfall der Moral in Europa erklären wollen oder das Nahen der Endzeit ausrufen.
Mit biblischer Sichtweise haben die Deutungsmuster nicht viel gemein. Jesus selbst schiebt allen Spekulationen über die Endzeit einen Riegel vor. Ein anderes Deutungsmuster lässt sich in der biblischen Geschichte der Sintflut erkennen. Angesichts der Naturkatastrophe gilt Gottes Versprechen an die Menschen, dass Gott Naturgewalten nicht (mehr) zu Bestrafung einsetzen will:
Gott spricht: "Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht" (1. Mose 8, 21b-22). Frost und Hitze wird es weiter geben, aber die Naturgewalten werden die Menschheit und die Schöpfung nicht mehr zerstören können – so die christliche Weltsicht.
Menschen können mit der Natur leben, sie können die Erde hegen und pflegen - "sie sich untertan machen", wie es in der Schöpfungsgeschichte heißt - aber nicht letztlich über sie verfügen. Naturereignisse wie der Ausbruch des Eyjafjallajökull oder die jüngsten Erdbeben in Haiti und China zeigen uns Menschen unsere Grenzen und unsere Freiräume auf – und machen deutlich, wie zerbrechlich und auch unverfügbar die Natur ist und wie sehr wir unseren Lebensraum benötigen, der sich schnell aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Diesen Gestaltungsspielraum sollten wir nutzen, wohlwissend um unsere Grenzen und Möglichkeiten.
Ralf Peter Reimann ist evangelischer Pfarrer und Mitarbeiter von evangelisch.de.







Kommentare
Unzerstörbar?
„Naturgewalten werden die Menschheit nicht zerstören können“
Was soll dieser Unsinn? Natürlich können Naturgewalten die Menschheit zerstören. Das weiß der Autor auch, und er mag sich einreden, daß das nicht passieren wird, oder Wahrscheinlichkeitsrechnungen anstellen, die zeigen, daß das wohl in der Zeit, die man der Menschheit noch geben mag, nicht eintreten wird. Aber glauben, daß das nicht geschehen kann, weil es Bibelzitate gibt, die das „versprechen“ (und das soll der Satz ja suggerieren), kann er nicht. So etwas zu glauben hat mit dem, was Christen ihren Glauben nennen, nichts zu tun, es ist Aberglaube. Das, was als das Unzerstörbare an der Menschheit geglaubt werden kann, ist nicht ihre physische Existenz.
Grenzen der Machbarkeit
Auch auf "evangelisch.de" wurden schon Beiträge gepostet, die den Vulkanausbruch zum einen auf seine physikalischen Ursachen zurückführten, zugleich aber auch darauf aufmerksam machten, daß hier auch eine geistliche Dimension existiert, und zwar tatsächlich dergestalt, daß hier eine Antwort Gottes auf unseren Umgang mit seinem Wort und seinen Geboten hingewiesen wurde. Von der Endzeit war in diesem Zusammenhang nicht die Rede, das bitte ich freundlich zur Kenntnis zu nehmen. Als Elia Feuer vom Himmel auf die Erde kommen ließ, war das auch noch nicht die Endzeit, aber es hatte sehr wohl mit der Entscheidung zwischen falschen Göttern und dem allmächtigen und barmherzigen Gott zu tun, den wir durch unsern HERRN Jesus Christus kennen gelernt haben. Insgesamt wurden nach meinem Eindruck die entsprechenden Beiträge immer recht schnell irgendwo ins Archiv geräumt, vielleicht weil die dort vorgetragenen Überlegungen nicht allzu sehr Verbreitung finden sollen. Aber natürlich will ich niemandem etwas unterstellen.
Grundsätzlich freilich fällt schon auf, daß die Kampagnen in den säkularisierten und zum Teil atheistischen gegen die Kirche und das Wort Gottes, das darauf aufbauende christliche Denken und die christliche Moral eben gerade jetzt stattfinden, und das eben gerade jetzt auch diese Phänomene mit dem Vulkan auf Island stattfinden. Immerhin dürften wir uns denn doch darin wieder einig sein, daß auf diese Weise auch unserer hochtechnisierten Welt einfach Grenzen der Machbarkeit aufgezeigt werden.
Nachfrage und Vorschlag
Vermutlich ist der Kommentar von Ihnen, sehr geehrter Gast HGF am 20.04. 2010 22:21 eine Antwort auf die vom Artikel selber bekämpfte Theologie. Ich will deshalb nochmal nachfragen, was Sie nun genau meinen, da sich meine Überlegungen weder mit denen des Verfassers des Artikels noch mit der darin bekämpften Theologie decken. Ausgangspunkt war und ist vielmehr der Anfang des Römerbriefes, wo sich bald im zweiten Kapitel der Satz findet: "Weißt du nicht, o Mensch, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?" Ausgangspunkt meiner Überlegungen war und ist also Gottes Güte, und nicht irgendein kleingeistiges Denken von unserm Schöpfer. Zum zweiten habe ich bisher nicht ein einziges Mal darauf verzichtet, auch auf die physikalischen Ursachen des Vulkanausbruches hinzuweisen, die ich für wichtig halte und in keiner Weise abstreite. Das wäre im übrigen auch nonsens. Zum dritten habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen, daß ich hier keinen Zusammenhang mit einem jetzt beginnenden "Straf- bzw. Endgericht Gottes" sehe, sondern lediglich einen Hinweis darauf, daß es uns tatsächlich gut täte, Buße zu tun und zu dem heiligen und unveränderlichen Wort Gottes um- und zurückzukehren. Das bedeutet gerade nicht, daß ich irgendwie klein vom HERRN des Lebens denke. Der Hinweis auf den Propheten Elia war in diesem Zusammenhang keineswegs zufällig. Denn als der, auf Grund seines Eifers für den lebendigen Gott, verfolgt und müde, im Eingang einer Höhle in der Nähe des Berges Sinai einer unmittelbaren Gotteserfahrung gewürdigt wurde, da war Gott weder im Sturmwind, noch im Erdbeben noch im Feuer(vgl. 1. Könige 19), und doch begleiteten all diese Dinge auch das Vorübergehen des HERRN. Elia hatte für Gottes Wort geeifert, Isebel ließ ihn verfolgen, und Elia ging zurück bis an den Berg Sinai, wo Mose die zehn Gebote empfangen hatte. Genau dieses Zurückgehenmüssen an den Anfang unserer Erfahrungen mit dem allmächtige und lebendigen HERRN trifft auch unsere Situation, die wir Seinem Wort und Seinen Geboten ungehorsam geworden sind, indem wir unsere eigenen Ideen und Wünsche an die Stelle dessen setzen, was tatsächlich heilig ist. Mein Vorschlag: Werden wir still und lauschen mit ganzem Herzen auf Gottes heiligen Willen und sein Wort und lassen wir uns von seiner Güte zur Buße leiten. Denn Gott freut sich über einen Sünder mehr, der umkehrt und Buße tut als über tausend Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
Die Leute werden sagen: "Was kommt als Nächstes?"
Grundsätzlich: Jesus sagt, es wird alles Mögliche in dieser Zeit auf uns zukommen, dass ist erst der Anfang vom Ende. Erdbeben, Stürme ... u.a.. Man wird es daran erkennen, dass die Leute sagen: "Was kommt als Nächstes!"
Nicole
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