Integration - Vom Islamstudium an deutschen Unis versprechen sich Politiker eine bessere Integration der Muslime. Ein Schritt auf diesem Weg ist das bundesweit erste Zentrum für Islamische Theologie in Tübingen, das am Montag offiziell eröffnet wird.
"Salam Aleikum, Schwester", grüßt Omar Hamdan eine Studentin, die im Seminarraum sitzt. Seit Oktober lehrt der Koranexperte in Deutschlands erstem "Zentrum für Islamische Theologie" den islamischen Glauben. Am Montag wird Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) das Tübinger Zentrum offiziell eröffnen.
Insgesamt 23 Frauen und 13 Männer haben mit dem achtsemestrigen Bachelorstudiengang begonnen. Die meisten von ihnen warten darauf, dass das Fach "Islamische Theologie" um ein Lehramtsangebot erweitert wird, damit sie an deutschen Schulen Islamische Religion unterrichten können. Einige studieren, um später als Imam zu arbeiten.
Während in Tübingen schon unterrichtet wird, steht anderenorts die Eröffnung weiterer Zentren nahe bevor: In diesem Jahr sollen drei weitere Zentren an den Doppelstandorten Osnabrück/Münster, Erlangen/Nürnberg und Frankfurt/Gießen eröffnet werden. An den Hochschulen finanziert der Bund für die nächsten fünf Jahre Professuren und Mitarbeiterstellen. Insgesamt sollen fast 20 Millionen Euro in die Zentren fließen.
Vom "Zentrum" zur "Fakultät"
Drei Monate nach Start des Zentrums in Tübingen ist vieles noch im Aufbau: Es gibt noch keinen Gebetsraum, die Bibliothek ist klein. "Wir sind eine bescheidene akademische Familie", sagt Professor Hamdan. Alle Vorlesungen und Seminare werden bisher von ihm und seinem Assistenten bestritten. Im Laufe des Jahres sollen zwei weitere Professoren sowie zwei Juniorprofessoren hinzukommen. In den nächsten Jahren wird das Islamische Zentrum einen eigenen Bau erhalten und zur "Islamischen Fakultät" ausgeweitet werden - so der Plan.
Im kleinen Seminarraum sitzen unterdessen dicht gedrängt die Studenten. Die Vorlesung "Islamische Geschichte und Zivilisation" beginnt. Monoton rezitiert eine Frau mit schwarzem Kopftuch auf Arabisch einen Koranvers. Hamdan erklärt, dass die Verse, die sich an Männer wenden, immer auch die Frauen mit einbeziehen. Man solle darauf achten, in welcher Situation und zu welchem Anlass ein Koranabschnitt "herabgesandt" wurde, sagt der Koranwissenschaftler.
Eine der Studentinnen ist Zuhal Simsek. Sie will später an Gymnasien islamische Religion lehren. "Zum ersten Mal ist es mir möglich, meinen Glauben zu vertiefen und gleichzeitig eine berufliche Kompetenz zu erwerben", sagt die junge Muslimin, die ein Kopftuch in erdfarbenen Tönen trägt. Simsek freut sich, dass sie auf Deutsch studieren kann. Doch auch Simsek kommt nicht am Arabisch-Lernen vorbei. 16 Stunden pro Woche pauken die Studierenden die Sprache des Korans.
EZW: Gefahr von unkritischer islamischer Theologie
Über die fachliche Kompetenz der Dozenten entscheidet die Berufungskommission der Universität. Ob ein Professor ein guter Muslim ist und tatsächlich den Islam praktiziert, prüft ein siebenköpfiger Beirat, dessen Vorsitzender Suleyman Tenger, Religionsbeauftragter der Türkisch Islamischen Union (DITIB), ist. Die sieben Vertreter des Beirates können die Berufung von Professoren, die ihnen nicht gläubig genug sind, ablehnen.
Das sieht Friedmann Eißler von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin kritisch: Diese Konstruktion berge die Gefahr, dass dadurch eine "weithin unkritische islamische Theologie" an deutschen Universitäten etabliert werde, sagt Eißler. Es sei zudem ein "falsches Signal", wenn die türkische Religionsbehörde den Vorsitzenden des Beirates stelle.
Für Professor Hamdan leistet das Zentrum einen großen Beitrag zur Integration der Muslime in Deutschland. Doch frühestens in fünf bis acht Jahren, wenn es die ersten Absolventen gäbe, könne man die ersten Integrationserfolge sehen, sagt der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie.







Kommentare
Theologie - Religionswissenschaft
[quote=HGF]
Was nun die Theologie bzw. das Thema "Theologie vs. Religionswissenschaft" betrifft: Auch hier wird ein wissenschaftliches Arbeiten unter der Voraussetzung einer strikten Objektivität sehr, sehr schwierig – wenn nicht gar unmö
Richtig. Wer an (nicht beweisbare) Glaubensbekenntnisse einer Religion gebunden ist, kann diese nicht "von außen" beurteilen, so wie es der Religionswissenschaft möglich ist.
- Gewiß: die konfessionelle Bindung hat an einer staatlichen Hochschule so wenig zu suchen wie die Kontrolle durch eine Atatürk-Behörde. Da wäre es weit sinnvoller, die jeweilige Religion/Konfession würde Absolventen dieses Hochschulstudiums eine Zusatzausbildung zum Pfarrer, Priester, Imam usw. anbieten &ndash
Diese Zusatzausbildung sollen dann aber die Religion/ Konfessionen selber bezahlen. Ich als konfessionsloser Bürger sehe nämlich nicht ein, wieso ich die Ausbildung religiösen Personals mitfinanzieren soll, welches später verkündet, Gottlose wie ich kommen in die Hölle.
Theologie - Religionswissenschaft
[quote=HGF]Gewiß, "wissenschaftlich" muß immer "so weltanschaulich neutral wie nur irgend möglich" heißen. Doch wie gesagt – wie nur irgend möglich!
Das wird sicher oft nicht ganz unproblematisch sein. Wenn aber der Lehrstoff den Grundsätzen einer Religionsgemeinschaft entsprechen muss, die gelehrten (nicht beweisbaren) Glaubensvorstellungen nicht wie in der Religionswissenschaft von außen betrachtet werden, sondern der Hochschullehrer sich damit identifizieren muss(die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Religionsgemeinschaft ist Eignungsvoraussetzung), dann MUSS man davon ausgehen, dass definitiv keine weltanschauliche Neutralität vorliegen kann.
- Was nun die Theologie bzw. das Thema "Theologie vs. Religionswissenschaft" betrifft: Auch hier wird ein wissenschaftliches Arbeiten unter der Voraussetzung einer strikten Objektivität sehr, sehr schwierig – wenn nicht gar unmö
Genau.
- Gewiß: die konfessionelle Bindung hat an einer staatlichen Hochschule so wenig zu suchen wie die Kontrolle durch eine Atatürk-Behörde. Da wäre es weit sinnvoller, die jeweilige Religion/Konfession würde Absolventen dieses Hochschulstudiums eine Zusatzausbildung zum Pfarrer, Priester, Imam usw. anbieten
Und diese Zusatzausbildung sollen die Religionen/Konfessionen selber finanzieren. Denn ich als Konfessionsloser sehe nicht ein, warum ich die Ausbildung von religiösen Personals mitfinazieren soll, wenn diese Leute dann z. B. verkünden, Gottlose wie ich kommen in die Hölle.
Ich bleibe dabei: Jede Frau,
Ich bleibe dabei: Jede Frau, die es will, darf ohne beleidigt zu werden aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen. Im Übrigen sehen manche Frauen auch ihre religiöse Erfüllung und ihre Aufgabe darin, ihrem Mann zu gehorchen. Das klingt auch in meinen Ohren merkwürdig, ich muss das aber z.B. einer Muslima selbst überlassen. Der Mensch hat auch das Recht, auf Rechte zu verzichten. Das ist meine Überzeugung als Christ.
Na ja
Das war, wenn ich mir die Posts hier durchlese auch nie der Fall, dass Musliminnen beleidigt wurden, weil sie ein Kopftuch tragen.
Es geht eher darum, dass sie nicht länger zurückgesetzt werden von ihrer community, wenn sie es nicht tun (wollen).
Solange die Frau darüber aufgeklärt ist, dass sie das in Deutschland nicht tun muss -also neben von Moslems selbsterfundenen und staatsbürgerlichen Pflichten, auch ihre Rechte, sowohl als Muslimin, als auch Staatsbürgerin kennt und selbstbestimmt anwenden kann- soll sie tun und lassen, was sie will, wenn es nichts gesetzeswidriges ist.
Wenn die von mir skizzierten Voraussetzungen erfüllt sind, von mir aus.
Natürlich verbittet sie sich eine Einmischung Ihrerseits, aber darum geht es ja: dass sie sich die Einmischung eines jeden verbitten kann, darf und soll.
Wir leben in Deutschland, da gibt es keine Berechtigung (mehr) Familienoberhaupt aus kulturellen und/ oder religösen "Rechten" heraus zu sein, verbunden mit dem Recht alleinig über das persönliche Lebensmodell eines Familienmitglieds zu entscheiden. Berechtigung und Pflicht zur Erziehung hin oder her! Und das muss gleich in der ersten Unterrichtsstunde "Islam" bereits in der Grundschule, und auch hier in Tübingen an der Uni, gelehrt werden.
Darum geht es.
Theologie an Universitäten
Theologie - also die Lehre von Gott - ist im Gegensatz zur Religionswissenschaft keine Wissenschaft und hat deshalb im 21. Jahrhundert generell nichts in einer Universität zu suchen. Würde man sich daran halten, gäbe es auch nicht den absurden Zustand, dass religiöse Vertreter über die Berufung von Professoren bestimmen und diese wegen "nicht gläubig genug" ablehnen können. Und Eißlers stark berechtigte Bedenken, diese Konstruktion könne eine "weithin unkritische islamische Theologie" an deutschen Universitäten etablieren, wären unnötig. Wer sich von theologischen Fakultäten tatsächlich eine bessere Integration erhofft, ist gelinde gesagt naiv.
Es ist ein Skandal ohne gleichen, dass im Bildungs-/Sozialsystem Sparmaßnahmen ohne Ende aufstellt werden, während hier 20 Millionen Euro in islamische Zentren fließen, also in Einrichtungen, deren Hauptaufgabe es ist, private Glaubensansichten zu vermitteln.
Privat?
Ist Theologie etwas Privates oder etwas Öffentliches? Auch aus rein ziviler Sicht kann man es auch so sehen wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dort wird im öffentlichen Rahmen und gleichzeitig fern von staatlichem Zwang das Gespräch über öffentliche und private Angelegenheiten in Gang gehalten - und man darf da auch Meinungen vertreten. Wenn öffentlich-rechtliches Fernsehen keine Rolle spielen würde, dann würde die komplette Privatisierung des Fernsehens nicht zwingend beitragen zu größerer Aufgeklärtheit der Menschen.
Glaube ist immer öffentlich,
Glaube ist immer öffentlich, nie privat, weil jeder Mensch öffentlich ist, so lange er nicht weggesperrt wird.
Dann haben Sie wohl einen
Dann haben Sie wohl einen Hang zur Selbstinszenierung.
Wenn man Zuhause nackt herumläuft interessiert das wohl niemanden, aber in der Fußgängerzone vermutlich schon. Sie sollten also lieber lernen zu trennen, sonst sind Sie noch irgendwann "privat"...
Wird nicht in Münster schon seit sieben Jahren gelehrt?
Wenn ich das richtig verfolgt habe. Welche Integrationserfolge gibt es denn da?
Zum Lehramt reicht doch der B.A. nicht aus, gibt es schon Master-Studiengänge? Und was macht der hohe Prozentsatz Frauen sonst beruflich damit? Gibt es weibliche Imame? Und wenn ja, in welchen islamischen Zusammenschlüssen? Schade, dass hier so wenige Fragen beantwortet werden.
Tübingen
Ist es denn gut, dass durch die Einrichtung eines solchen Zentrums nicht nur versucht wird, den Islam zu integrieren, sondern auf ihn Einfluss zu nehmen? Will sich denn nicht die Politik so den Einfluss auf das sichern, was die Imame von morgen predigen werden? Besonders die Universität hat dabei natürlich eine hohe Autorität, deshalb ist es umso besser, dass auch "konservative" Muslime ihr Veto geben können, damit der Islam, welcher in diesem Zentrum gelehrt wird, auch eine authentische Form des Islam bleibt - und damit das betreffende Zentrum für islamische Gemeinden überhaupt relevant ist.
Ich finde im Übrigen die abwertenden Kommentare über die Kopftücher der Frauen sehr unangebracht und unreflektiert - sowohl von evangelikal-ultrakonservatier als auch von pseudoliberal-feministischer Seite. Ich glaube kaum, dass eine Frau sich zum Tragen eines Kopftuches von irgendeinem Menschen gezwungen sehen würde, die es wagt an einer deutschen Universität den Islam wissenschaftlich zu studieren.
Einen Gebetsraum gibt es allerdings auch an der evangelisch/katholisch theologischen Fakultät in Tübingen nicht, zu meinem Leidwesen. Studierte Theologie und gelebter Glaube gehören zusammen - man bildet dort immerhin die Pfarrer von Morgen aus! Gelebte Spiritualität gehört mit zu ihrem Arbeitsgebiet, zu ihrem Studienfeld! Wieviel mehr für den Islam, der das fünfmalige Gebet am Tag verordnet. In diesem Punkt ist der wissenschaftliche Islam, der immerhin einen Gebetsraum wünscht, weiter als das wissenschaftliche Christentum.
Ich persönlich glaube, dass Jesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift alten und neuen Testamentes bezeugt wird, dass dieser Mensch der wahrhaftige Gott ist, der um meines Heils Willen vom Himmel herabstieg und am Kreuz starb und aus dem Grab auferstand. Ich bin Christ und kein Moslem. Ich glaube auch nicht, dass Christen und Moslems an den gleichen Gott glauben.
TROTZDEM muss ich doch, aus meinem christlichen Glauben heraus, auch anderen Religionen die Möglichkeit geben, ihren Glauben in einem guten Miteinander von privater Frömmigkeit, Gemeindefrömmigkeit und wissenschaftlicher Theologie zu leben? Warum denn all die abwertenden Kommentare von ultrakonservativer und erzliberaler Seite?
Antwort
Der Unterschied ist das "auch geben können". Das ist unbenommen. Aber über die gesamte Besetzungsliste sollten sie eben nicht alleinig entscheiden dürfen/ können. Dass Sie diesen Unterschied nicht erkennen können/ wollen (?) befremdet etwas.
Ihr Statement ist bestenfalls naiv. Aber eher ist es bzgl. der Beleidigung "pseudoliberal" ein zu kritisierndes Statement. Es ist typisch macho-männliches Denk- und Argumentationsmuster die "Welt retten zu wollen" aber die Frau soll weiter Heimchen am Herd spielen und tut sie es nicht, ist sie "pseudoliberal". Das war schon bei SDS und "68er Bewegung" so.
Aber Ihre Beleidigungen (zu "pseudoliberal" kommt ja noch der Vorwurf an "Lila Bewegte" der intellektuellen Unredlichkeit) verfangen nicht. Es ist Tasache, dass sich viele muslimisch gläubige Frauen bzw. Frauen aus konservativen muslimischen Haushalten in Deutschland eben nicht aussuchen dürfen, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht, geschweige denn wann, wo und mit wem sie ausgehen oder gar Sex haben und vieles mehr. Und da hat "Lila Bewegte" schon sehr Recht: Es wird Zeit diese Frauen zu befreien, als dass sich das Grundgesetz endlich auch in diesen Millieus umsetzen lässt. Das über diese Befreiung auch der Mann positiv emanzipiert nicht zurück bleiben muss, und auch nicht zurück bleibt, sollten Sie wissen, zumindest aber akzeptieren lernen.
Sie sind doch an der Uni Tübingen: Gehen Sie zu den Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaftlern, die erklären es Ihnen gerne. Aber auch die Naturwissenschftler erklären Ihnen gerne, dass sich die Arbeiten einer genialen Marie Curie sehr positiv auf ihren ebenfalls hochbegabten Ehemann Pierre Curie auswirkten und das Fehl eines Gebetsraumes die beiden strenggläubigen Katholiken (Marie war Polin.) nicht von ihrem Wirken abhielt.
Und wenn wir es geschafft haben, dass ein katholischer Oberbayer in das Gefängnis musste, der noch 1981 durch bayerische Gerichte vom "Vorwurf der häuslichen Gewalt und der "Vergewaltigung" freigesprochen wurde mit dem Hinweis auf das "Züchtigungsrecht" und die "Beischlafspflicht", bevor das BVerfG per höchstrichterlichem Entscheid diesen Untrieben ein für alle mal ein Ende setzte und die Politik zu umfangreichen Gestzesnivellierungen zwang, dann werden wir das FÜR die muslimische Frau auch noch erreichen-verlassen Sie sich darauf.
Und dabei geht es nicht um "Feminismus". Ich lebe selbst in einem "konservativem Lebensmodell" und dennoch so frei und selbstbestimmt wie das eben möglich ist, wohl wissend, dass Leben in einer Ehe auch immer Leben mit Kompromissen bedeutet, ja bedeuten muss und mein Partner diese Freiheit und Selbstbestimmtheit ebenfalls leben können muss!
Ein besonderes Bonmot liefern Sie aber in dem Sie die Formulierung
verwenden. Sie wissen es also nicht. Dazu ist kein Kommentar notwendig.
Dann gehen Sie in die Gebetsräume der Hochschulgemeinden, die sich zwar nicht auf dem Campus befinden, aber in jeweils ca. 1000m Entfernung-Sie können "Gemeindeleben" im katholischen Pfarramt Stephanuskirche (926m) bzw. beim Evangelischen Stift (1,3 km) erleben.
Niemand spricht sich dagegen aus, dass die Muslime eine Hochschulgemeinde gründen-aber alles spricht dagegen, dass diese auf dem Campus einen Gebetsraum erhalten.
Komisch-ich studierte an einer Uni ohne Gebetsräume. Weder vom täglichen Morgen- und Abendsegen, noch vom steten Tischgebet hat mich das abhalten können, vom sonntäglichen Besuch des Gottesdienstes auch nicht und meine "Spiritualität" konnte ich auch ausleben.
Zum einen muss das nicht auf dem Campus sein-und dort soll es an einer staatlichen Uni auch nicht sein, weil dies kein konfessioneller Ort zu sein hat-davon ab, dass es unserer Verfassung aus guten Gründen widerspräche, hat das auch praktische und organisatorische Gründe (Stichwort: gleiches Recht für alle).
Dazu wird der Islam nicht müde zu betonen, dass man überall beten könne, also dann doch auch 1000m vom Campus entfernt. Oder? Jetzt auf einmal muss das in einem Gebetsraum auf dem Campus stattfinden? Natürlich wird dieser "Logikbruch" hier kritisiert, noch dazu er ja von Wissenschaftlern vorgetragen wird. Und eines dazu: Es geht nicht darum der sich bildenden muslimischen Hochschulgemeinde organisatorisch und finanziell bei der Einrichtung von Räumlichkeiten unter die Arme zu greifen.
Und, das ist noch entscheidender, es geht darum, dass die Besetzung der Lehrstühle vom Veto derjenigen abhängig ist, die allein schon die Bildung von christlichen Hochschulgemeinden in ihrem Land verhindern und parallel dazu durchsetzten, dass Muslimas nun Kopftuch tragen "dürfen" an türkischen Unis, dass Gebetsräume an vormals streng von Islam/ Staat (Kemalismus) getrennten Orten entstanden und so der türkische Staats-Islam an Einfluss gewann an einem Ort der von ihm vormals unabhängigen Wissenschaft. Und Überraschung: Imame wurden trotz der Trennung in der Türkei ausgebildet, muslimische Theologie dennoch gelehrt und gelernt, da ging das hier soll das alles nicht (mehr) funktionieren. Und Sie wundert, dass dies in Deutschland Irritationen auslöst?
Es ist doch normal, dass die Menschen fragen: Sag mal, warum fordern eigentlich die japanischen Studierenden in Deutschland keinen Shintō-Schrein in der Uni, die Muslime fordern aber laufend einen Gebetsraum?
Diese Frage muss man nicht als intellektuell gestochen empfinden, doch sie mit den Ihrigen Worten zu beantworten, ist`s dann auch nicht. Nochmal: neben den verfassungsrechtlichen Bedenken, gibt es rein organisatorisch zwei Möglichkeiten der Beantwortung: entweder alle an der Uni vertretenden Religionen/ Glaubensgemeinschaften haben einen "Raum" oder eben keiner.
Ihre Umdeutung vom Post "Lila Bewegte" lässt mich, in der Annahme Sie seien Student oder Lehrbeauftragter an der Uni Tübingen, ziemlich erschüttert zurück. Denn es ging in ihrem Post um alles, aber nicht um eine Negierung des Miteinanders oder gar des Islams als solchen in Deutschland. Insofern Ihre Kritik, man würde mit Muslimen in Deutschland nicht zusammenleben wollen auch bei ihr ins leere läuft.
Es ging ihr wohl eher darum, dass man die Muslimas und Muslime endlich in einer freien-pluralistischen-demokratischen Gesellschaft ankommen lassen kann -was sich wissenschaftlich festgestellt der überwiegende Teil dieser community auch selbst wünscht- und um die Beseitigung dessen, was dies verhindert. Wenn Sie das nicht antizipieren können/ konnten, dann ist das sehr schade.
Gästin schrieb:Es ist doch
Gläubige Muslime müssen mehrmals am Tag beten und es für sie sicher nicht besonders prickelnd, wenn sie das irgenwo in der Öffentlichkeit tun müssen.
Bei den Japanern ist dies nicht der Fall.
Ich nehme an, die meisten Nichtmuslime in D beten nicht einmal mehr zuhause, wieso sollten sie dann ausgerechnet an der Uni einen Gebetsraum brauchen?
Diese Frage muss man nicht als intellektuell gestochen empfinden, doch sie mit den Ihrigen Worten zu beantworten, ist`s dann auch nicht. Nochmal: neben den verfassungsrechtlichen Bedenken, gibt es rein organisatorisch zwei Möglichkeiten der Beantwortung: entweder alle an der Uni vertretenden Religionen/ Glaubensgemeinschaften haben einen "Raum" oder eben keiner.
Verfassungsrechtlich spielt sicherlich auch der Bedarf eine Rolle, ausserdem die Notwendigkeit des Betens für eine Religionn während der Unizeiten.
Wir haben die in D grundgesetzlich gesicherte Freiheit der Berufswahl und die Religionsfreiheit. Da viele Berufe aber nur durch ein erfolgreich absolviertes Studium offenstehen, müssen also mehrere Aspekte abgewogen werden.
Es bestünde sonst die Gefahr, dass Bevölkerungsteile, die eine bestimmte Religion praktizieren, letztlich der Zugang zu einer Reihe von Berufen faktisch verwehrt bliebe.
Es kann also durchaus im Sinne des Grundgesetzes sein (und Gesetz wird in deutscher Rechtstradition als Friedensordnung gesehen), wenn muslimische Studenten einen Gebetsraum erhalten und jüdische oder christliche nicht, die zugrundeliegende Entscheidung muss jedoch natürlich objektiv begründbar sein.
Auch das kann staatliche Neutralität bedeuten.
Ernst Lehmann
Wieso Öffentlichkeit? Da stand extra etwas über die Einrichtung von "Räumlichkeiten"! Scheinen Sie übersehen zu haben.
Sie sind mir ja ein Fachmann...
Ihre "Annahmen" sind irrelevant.
Na ein Glück haben wir Hobbyverfassungsrechtler wie Sie in der gültigen Rechtsauslegung durch das BVerfG (Stichwort: "Gleichbehandlungsgrundsatz") überwunden und Sie keinerlei Relevanz.
Mit Verlaub, aber das ist nun wirklich Ihre Privatmeinung und hat -Gott sei Dank!- keinerlei Relevanz auf die heutige Rechtssprechung.
Natürlich müssen und werden verschiedene Rechtsgüter miteinander abgewogen und das muss auch so sein, denn auch die Rechtswissenschaft/ Rechtssprechung darf nicht stehen bleiben.
Aber Ihr Beispiel einmal illustriert: Ein männlicher Arzt, der sich in Deutschland weigert eine Frau zu behandeln aus religiösen Gründen verliert im Gegensatz zu Saudi-Arabien z.B. seine Approbation...bzw. ein männlicher Medizinstudent, der dies äußert bekommt sie erst gar nicht...nix mehr mit freier Berufswahl! Und das ist gut so!
Und wenn Muslime nicht studieren wollen, weil sie keinen Gebetsraum an der Uni/ der Schule bekommen, dann ist das auch in Ordnung.
Nein, dieser Fall ist alleinig Ihnen privat vorbehalten bzw. nach dem "wo kein Kläger, da kein Richter"-Prinzip möglich. Auch das ist sehr gut, dass es so ist.
Sie meinen, dass der Staat sich heraushalten kann, wo es seitens von ihm keinen Regelungsbedarf gibt? Ja.
Ansonsten: nein, objektiv ist ansonsten-alle Menschen sind in Deutschland vor dem Gesetz gleich und damit auch ihre persönlichen Rechte.
Kopftücher mußten lange
auch Frauen im Christentum tragen mit allen anderen Folgen(Frauen als nicht vollwertige Menschen,Trennung nach Geschlecht, Jungfrau in die Ehe, Besitz des Mannes,unzüchtiges Verhalten usw,die Parallen sind nicht zu übersehen)DAVON haben sich Frauen in mühevoller jahrhunderte dauernder Kleinarbeit hier befreit!Was bitte ist am Frauenhaar dran, daß es nur dem Ehemann gezeigt werden soll?Warum sollten wir begeistert sein,wenn jetzt wieder Frauen eingeredet wird,es wäre gottesfürchtig,sittsamer oder was auch immer das Haar zu bedecken?
Wenn Christen und Moslems nicht an den gleichen Gott glauben,dann muß es doch mindestens zwei Götter geben? Wer hat dann die eine Welt geschaffen?
Aber das nur nebenbei,vielmehr möchte ich darauf hinweisen, daß natürlich es jedem Menschen frei steht an den Gott seiner-freiwilligen-Wahl zu glauben,aber warum muß dieses Studium von allgemeinen Steuergeldern bezahlt werden?Und nicht von den jeweiligen Religionsgemeinschaften?Nur damit keine radikalen Prediger hier wirken können?
Wissenschaft ?
" Man betrachte z.B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus."
Arthur Schopenhauer
....das andere Buch ist auch nicht viel besser ...
und es hat auch ausgereicht, eine Weltreligion zu begründen (wobei die neuen Glaubensbrüder nicht immer nett gefragt worden sind, ob sie das denn auch möchten)
Wie ähnlich sich Bibel und Koran sind :Simon Akstinat hat´s in mühevoller Kleinarbeit rausgesucht; "Bibel versus Koran,Sie werden nicht glauben,was in den heiligen Büchern steht"
Und wieso bitte muß der Staat solche Religionsstudien finanzieren?Wieso nicht jede Glaubensgemeinschaft selbst?Somit bezahlen auch 1/3 der Bürger, die keiner Konfession angehören, die Auslegungen und Weitergabe der heiligen Bücher.....
Klarer Unterschied !
Angesichts zahlreicher weiblicher Künstlerinnen, Unternehmerinnen etc. wurde Schopenhauers Polemik gegen die "Weiber" - sofern sie denn überhaupt wörtlich zu verstehen gewesen sein sollte - bereits zu deren Entstehungszeit von der Wirklichkeit Lügen gestraft. Dahingegen unterstreicht die akutelle Realität im In- und Ausland nur allzusehr seine Aussage über den Islam.
Wenn ich das obige Bild sehe, frage ich mich, was Schopenhauer wohl dazu gesagt hätte, dass fast zweihundert Jahre später an deutschen Universitäten wieder religiöse Kleidervorschriften existieren.
Thema verfehlt !
Sie reden wortreich am Thema vorbei: Solange der Anteil von Moslems in Deutschland an Hartz-4-Empfängern und an Gewaltkriminellen auch nach 50 Jahren noch um ein Vielfaches höher ist als bei autochthonen Deutschen, gibt es für mich keinen Anlass, das Anwachsen des Islam in Deutschland gutzufinden.
Faekalniveau
Wenn Sie sich in der Faekalsprache wohler fuehlen, so ist das Ihre Sache. Auf das von Ihnen angesprochene Sprachniveau werde ich mich jedenfalls nicht begeben !
Eleko
Das verlangt doch auch niemand. Es würde schon völlig reichen, wenn Sie sich auf mein Sachniveau begeben würden.
Nach Ihren Verbalausfällen hier im Thread und intellektuellen Unzulänglichkeiten in diesem und anderen Threads ist dieser Post vom 17. Januar 2012 - 7:13 eine Groteske untersten Niveaus, die tief in Ihren Geist blicken lässt.
schöner Schein, ernüchterndes Sein
Das Bild stimmt mich traurig. Junge Akademikerinnen, die mit Kopftuch-dem Symbol für Unterdrückung der muslimisch gläubigen Frau- in den Seminarbänken sitzen. Haben wir etwa dafür in den 1970er Jahren als Feministinnen gekämpft?
So etwas hat an einer deutschen staatlichen (!) Universität auch nichts zu suchen. Und zwar gilt das für alle Konfessionen.
Das ist natürlich abzustellen. Insbesondere hoffe ich aber, dass genügend Grundgesetze und Grundgesetzkommentare den Studierenden verfügbar gemacht werden.
Das sieht nicht nur Friedmann Eißler zu Recht kritisch. Das ist eine unzulässige Einmischung. Wohl gemerkt: Es geht nicht um einen Lehrstuhl mit dem Namen: die Auslegung des Korans aus staatlich türkischer Sicht -da wäre das korrekt und angemessen- sondern um ALLE Lehrstühle!
Dazu haben wir in Deutschland renommierte Islamwissenschaftlerinnen. Keine von denen erreichte eine Berufung. Das spricht Bände.
Dafür kann das Bachelorstudium aber nur die Grundvoraussetzung geben. Diese Positionen sind erst mit einem Diplomäquivalent (also zur Zeit: Masterabschluss) zu erreichen, bzw. so sollte es sein.
Außerdem ist spätestens bei der Unterrichtung an einer deutschen staatlichen Schule das Kopftuch dann abzulegen. Zum Glück!
Lila Bewegte schrieb:Das Bild
So etwas hat an einer deutschen staatlichen (!) Universität auch nichts zu suchen. Und zwar gilt das für alle Konfessionen.
In der Bonner Uni gibt es die Schlosskirche, evangelische Gottesdienste und einen Universitätsprediger. Und das ist gut so. Sollen wir das abschaffen?
http://www.evangelisch.de/themen/religion/zwischen-kopftuch-und-kritik-i...
Hallo lila bewegte, es kann
Hallo lila bewegte,
es kann ja sein, dass Sie in den 70er Jahren für Ihre Art zu leben, gekämpft haben. Aber bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Ihr Verständnis, das Kopftuch sei ein Symbol für die Unterdrückung der Frau, nicht einmal von allen sogenannten aufgeklärten deutschen Frauen geteilt wird.
Ja, es gibt sie: hochintelligente und selbstwusste junge Frauen, die sich emanzipieren und in der Öffentlichkeit das Kopftuch tragen, ohne Rücksicht auf Ablehnung durch wohlmeinende Feministinnen.
Wahre Selbstbestimmung fängt eben dann an, wo frau nicht schief angeschaut wird, wenn sie Kopftuch trägt oder "Nur-Hausfrau" ist.
Entscheidend ist doch die selbstbestimmte Lebensweise, egal ob mit Kopftuch oder nicht.
Viele Menschen werfen zwar gläubigen Moslems, die hier leben, vor, dass sie unsere Werte ablehnen (Stichwort dekadenter Westen), wir sollten uns aber davor hüten, selbst abschätzig auf unsere angeblich unaufgeklärten Muslime und Musliminnen zu blicken, die dringend einer gesetzlichen Zwangsbeglückung bedürfen.
Klar gibt es sie, die echte Unterdrückung (Stichwort Zwangsheirat, Zwangsverschleierung etc), aber nur weil manche Frauen zum Kopftuchtragen gezwungen werden, ist das Kopftuch noch kein Symbol für Unterdrückung.
Nach dieser Logik wäre ja auch der Ehering ein Symbol der Unterdrückung, nur weil es auch Zwangsheiraten gibt.
Ebenso das Kreuz, weil in dessen Namen die Kreuzzüge erfolgten.
Herr Lehmann bleiben Sie bitte bei Ihren Leisten!
Das kann nicht nur sein, das ist so. Und das war auch sehr notwendig.
Was ist denn eine "sogenannte aufgeklärte" Frau? Meinen Sie Frauen, die eine andere Meinung als Sie vertreten, können nur aufgeklärt "genannt" werden, keinesfalls aber sein? Mit Verlaub, aber zu einer solchen persönlichen Selbstüberhöhung mag Ihr Ego reichen, Ihr hier vorgetragenes Argumentationsmuster -sofern man sich entblöst, es als solches zu bezeichnen- ganz gewiss nicht.
Es gibt Frauen, die das Kopftuch als Ausdruck religöser Überzeugung definieren: ja.
Doch darum geht es nur bei Ihnen. In meinem Post ging es um das Kopftuch als Symbol für die Unterdrückung von Frauen.
Das eine ist eine religiöse, das andere ist eine kulturelle Debatte.
Wen denn? Vor allem wenn man noch "freiwillig" einfügt.
Müssen mich Ihre persönlichen Angriffe und Beleidigungen interessieren? Nein.
Verschonen Sie bitte die Anderen und mich mit der Bezugnahme auf Erklärungsmodelle des Steinzeit-Feminismus` bzw. kommunistischen Feminismus`! Davon ab, dass Sie damit wohl schnell überfordert wären:
Selbstverständlich ist zu akzeptieren, wenn Frauen sich für unterschiedliche Lebensmodelle entscheiden. Aber genau darum geht es: Viele Frauen -und auch Männer- können sich eben nicht frei entscheiden.
Und dass dies anzustreben sei, schreiben Sie ja selbst:
Außerdem hätte Freud seine helle Freude an Ihnen, wenn er "frau" kleingeschrieben entdeckt hätte. Das hätte ihn überzeugt, tief blicken zu können auf Ihre Einstellung zur Frau. Da ich keine "Freudianerin" bin, ist`s mir egal und amusiere mich blos ein wenig.
Haben Sie da wissenschaftliche Forschung betrieben, die Sie das Wissen lässt oder glauben Sie das?
Ich verbitte mir Ihre Bemerkung, dass ich auf Muslime beiderlei Geschlechts abschätzig blicken würde, denn genau das suggerieren Sie.
Und wenn Sie die Umsetzung des Grundgesetzes als "Zwangsbeglückung" empfinden und folglich so bezeichnen, dann erlaube ich mir sehr wohl, dass hier als dumm und kurzsichtig zu bezeichnen.
So so, es gibt also die echte Unterdrückung und die nicht so echte...und definieren was, was ist, das tun Sie? Natürlich, wo kämen wir da hin, wenn es Frauen selbst definieren würden, wo kämen wir hin, wenn Frauen auf die Umsetzung ihrer verfassungsgarantierten Grundrechte pochen würden-noch dazu ungefragt!?
Ein einfachges Beispiel zur Überprüfung: Nun, ich lasse Sie mal ab Morgen ein Kopftuch tragen und jedesmal, wenn Sie dagegen aufbegehren, z.B. mit dem Wunsch auf Diskussion, dass ja nicht einmal der Koran selbst die Verbindlichkeit so eindeutig determiniert, von Ihrer Gattin körperliche Züchtigung durchführen. Anschließend lasse ich dann Ihren Nachbarn so wohlfeil daher reden, wie Sie das hier tun. Denn genau das geschieht tausendfach in Deutschland-ganz gleich, was Sie "glauben", man kann das nämlich "wissen", sogar lesen, sogar bei Männern: nennt sich Forschungsberichte! Mal sehen, wie Sie das fänden und wie Sie danach Ihre nicht ganz so "echte Unterdrückung" bezeichnen würden.
Im übrigen lässt Ihre Formulierung "echte Unterdrückung" tief blicken, dass Sie dieser Diskussion nicht einmal im Ansatz gewachsen sind. Zum Glück im Gegensatz dazu, sind das viele Männer, und nicht wenige muslimische Männer darunter, aber sehr wohl.
Was bieten Sie denn als nächstes an? Dass junge Frauen, die mit Minirock bekleidet vergewaltigt werden, selbst Schuld sind, weil sie ja proviert hätten? Dass junge Frauen als Schlampen bezeichnet werden dürfen, weil sie ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, auf freie Berufswahl, auf freie Wahl ihres Lebensmodells, usw. gegen die ach so religiöse Meinung ihres selbsterklärten Familienoberhauptes vollkommen berechtigter Weise (Ein Blick in das GG lohnt offensichtlich auch für Sie.) durchsetzen?
Und nein, die "Deutschen der vergangenen Jahrzehnte" waren da nicht besser, und einige sind es ja heute noch nicht, doch überwanden wir diese-wenngleich noch nicht vollends gesellschaftlich, so doch vollumfassend juristisch. Was bitte soll mich dazu bewegen, dies Erreichte nun wieder wegzuschenken, weil jemand von sich behauptet, es wäre "religiöse Freiheit" so zu denken und grundgesetzwidrige Handlungen damit legitimiert?
Ebenso das Kreuz, weil in dessen Namen die Kreuzzüge erfolgten.
Das ist Ihre "Logik"-eher: Ihre Denkstruktur, mitnichten die meine. Also unterlassen Sie bitte diese Unterstellungen.
Davon abgesehen beide Symbole als solche empfunden werden könnten von Opfern: bei Zwangsverheirateten, bei Zwangschristianisierten z.B.
Auch hier ein einfaches Beispiel für Sie: Ich ließe Sie jeden Tag das Trikot vom HSV tragen, obwohl Sie das von der Frankfurter Eintracht bevorzögen und jedes mal, wenn Sie dagegen aufbegehrten, bekämen Sie eine ordentliche Schelle und weil Sie damit dennoch nicht aufhörten, sperrte man Sie ein, usw. ... Mal sehen als was, als welches Symbol, Sie das HSV-Trikot empfänden... -jeweils Konjunktiv, weil ich es ja nicht wissen kann an dieser Stelle, wessen Triktot Sie bevorzugen, also: keine Unterstellung und Konjunktiv, weil ich Sie dessen niemals aussetzen würde bzw. würde ausgesetzt sehen wollen-
Ach ja: und weil es niemanden gäbe, den dies interessierte, es vielleicht sogar keine Verfassung gäbe, die Sie schützte oder es gäbe eine, aber man würde sie mit religiösen Ansichten übertrumpfen, man würde es als "Ptitesse" empfinden, gäbe es auch keine Aussicht auf Besserung...Würde Ihnen das gefallen?
Nun, mir und anderen gefiel das nicht in den 1970ern. Darum änderten wir einiges und im Rückblick muss, darf und zum Glück: kann ich sagen: gemeinsam MIT den Männern. Ob Sie das nun gering schätzen oder nicht, ob Sie das nun begreifen können oder nicht, ist mir dabei egal. Und die Muslima der Zukunft, die dann wirklich in jeglicher Hinsicht "Wahlfreiheit" haben wird, wird Ihnen die gleichen Antworten geben-und das ist ganz sicher kein Konjunktiv. .
Lila Bewegte schrieb: Was ist
Was ist denn eine "sogenannte aufgeklärte" Frau? Meinen Sie Frauen, die eine andere Meinung als Sie vertreten, können nur aufgeklärt "genannt" werden, keinesfalls aber sein?
Ich meine Frauen, die sich selbst als aufgeklärt betrachten und andere Frauen (z.B. religiöse Musliminnen) nur dehalb als rückständig betrachten, weil Sie nicht den gleichen Standpunkt teilen.
Genau diese Intention haben Sie in ihrem Beitrag vermittelt.
Es gibt Frauen, die das Kopftuch als Ausdruck religöser Überzeugung definieren: ja.
Doch darum geht es nur bei Ihnen. In meinem Post ging es um das Kopftuch als Symbol für die Unterdrückung von Frauen.
Aber Sie haben doch genau diesen Zusammenhang hergestellt, in dem Sie ein Bild mit jungen Islam-Studentinnen kommentiert haben, von denen man ausegehen kann, dass sie dieses Tuch aus religöser Überzeugungen tragen.
Wen denn? Vor allem wenn man noch "freiwillig" einfügt.
zum Beispiel die islamische Feministin NADIRE MUSTAFI: "Emanzipation ist für mich, das zu tun, worauf ich Lust hab. Aber ich verstehe unter Emanzipation sicher nicht, mein Kopftuch wegzulegen oder mich zu assimilieren."
Wo lag der persönliche Angriff? Im Wort Feministinnen oder im Wort wohlmeinend? Wenn Sie sich beleidigt fühlen, nehme ich diese Worte selbstverständlich zurück
Verschonen Sie bitte die Anderen und mich mit der Bezugnahme auf Erklärungsmodelle des Steinzeit-Feminismus` bzw. kommunistischen Feminismus`! Davon ab, dass Sie damit wohl schnell überfordert wären:
Das war jetzt aber ein persönlicher Angriff :-)
Ausserdem ist diese Art von Feminismus leider gerade wieder auf dem Vormarsch ein keinesfalls überwunden.
Selbstverständlich ist zu akzeptieren, wenn Frauen sich für unterschiedliche Lebensmodelle entscheiden. Aber genau darum geht es: Viele Frauen -und auch Männer- können sich eben nicht frei entscheiden.
Stimmt.
Und dass dies anzustreben sei, schreiben Sie ja selbst:
Und genau dafür sollten Sie in den 70er-Jahren gekämpft haben,
nicht gegen das Kopftuch...
Außerdem hätte Freud seine helle Freude an Ihnen, wenn er "frau" kleingeschrieben entdeckt hätte. Das hätte ihn überzeugt, tief blicken zu können auf Ihre Einstellung zur Frau. Da ich keine "Freudianerin" bin, ist`s mir egal und amusiere mich blos ein wenig.
'man' schreibt man übrigens auch klein, und nimmt uns Männern sogar noch das zweite 'n' weg... Trotzdem fühlt sich die feministische Frau meist nicht angesprochen, wenn frau das Wort 'man' verwendet...
Ich verbitte mir Ihre Bemerkung, dass ich auf Muslime beiderlei Geschlechts abschätzig blicken würde, denn genau das suggerieren Sie.
Und wenn Sie die Umsetzung des Grundgesetzes als "Zwangsbeglückung" empfinden und folglich so bezeichnen, dann erlaube ich mir sehr wohl, dass hier als dumm und kurzsichtig zu bezeichnen.
Tut mir leid, aber Ihre Frage, ob Sie in den 70er-Jahren dafür gekämpft haben, dass ihre muslimischen Geschlechtsgenossinnen jetzt mit Kopftuch rumlaufen, zeugt genau von dieser Einstellung.
Aber schön, dass Sie das richtigstellen.
Wenn Sie das Grundgesetz ansprechen, so bitte ich Sie, dort den Artikel über die Religionsfreiheit nachzulesen. Dieses beinhaltet, dass Schülerinnen oder Studentinnen Kopftuch tragen dürfen. (Etwas anderes mag es bei Beamtinnen sein, aber darum ging es auf dem Bild nicht)
Diese Frage könnte von mir stammen :-) Überlassen Sie doch den islamischen Frauen mit Kopftuch selbst, wann Sie sich diskriminiert fühlen und wann Sie ihr verfassungsgemässe Recht auf Religionsfreiheit ausüben.
Ein einfachges Beispiel zur Überprüfung: Nun, ich lasse Sie mal ab Morgen ein Kopftuch tragen und jedesmal, wenn Sie dagegen aufbegehren, z.B. mit dem Wunsch auf Diskussion, dass ja nicht einmal der Koran selbst die Verbindlichkeit so eindeutig determiniert, von Ihrer Gattin körperliche Züchtigung durchführen. Anschließend lasse ich dann Ihren Nachbarn so wohlfeil daher reden, wie Sie das hier tun. Denn genau das geschieht tausendfach in Deutschland-ganz gleich, was Sie "glauben", man kann das nämlich "wissen", sogar lesen, sogar bei Männern: nennt sich Forschungsberichte! Mal sehen, wie Sie das fänden und wie Sie danach Ihre nicht ganz so "echte Unterdrückung" bezeichnen würden.
Sie nennen ein Beispiel von "echter Unterdrückung" und implizieren, ich würde darunter nur eine angebliche Unterdrückung verstehen.
Die angebliche Unterdrückung besteht aber lediglich bei Musliminnen, die ihr Kopftuch nicht als Zwang tragen.
Der Vorwurf geht also ins Leere.
Im übrigen lässt Ihre Formulierung "echte Unterdrückung" tief blicken, dass Sie dieser Diskussion nicht einmal im Ansatz gewachsen sind. Zum Glück im Gegensatz dazu, sind das viele Männer, und nicht wenige muslimische Männer darunter, aber sehr wohl.
Was bieten Sie denn als nächstes an? Dass junge Frauen, die mit Minirock bekleidet vergewaltigt werden, selbst Schuld sind, weil sie ja proviert hätten? Dass junge Frauen als Schlampen bezeichnet werden dürfen, weil sie ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, auf freie Berufswahl, auf freie Wahl ihres Lebensmodells, usw. gegen die ach so religiöse Meinung ihres selbsterklärten Familienoberhauptes vollkommen berechtigter Weise (Ein Blick in das GG lohnt offensichtlich auch für Sie.) durchsetzen?
Ist das nicht etwas schablonenhaft gedacht? Da stellt einer die pauschale
Verurteilung des Kopftuchs in Frage, also muss er "Islamist" sein, der
minirocktragende Frauen als Schlampen bezeichnet und nicht auf dem Boden des Grundgesetztes steht.
Aber der Minirock ist doch ein gutes Beispiel: Für viele Feministinnen ist er heute ein Symbol für die sexuelle Ausbeutung der Frau.
Verbieten Sie ihn doch gleich mit, weil viele Frauen in Minirock diskriminiert, vergewaltigt oder ausgebeutet werden...
Und nein, die "Deutschen der vergangenen Jahrzehnte" waren da nicht besser, und einige sind es ja heute noch nicht, doch überwanden wir diese-wenngleich noch nicht vollends gesellschaftlich, so doch vollumfassend juristisch. Was bitte soll mich dazu bewegen, dies Erreichte nun wieder wegzuschenken, weil jemand von sich behauptet, es wäre "religiöse Freiheit" so zu denken und grundgesetzwidrige Handlungen damit legitimiert?
Wie gesagt, Frauen, die ein Kopftuch tragen, nehmen ihre grundgesetzliche Freiheit in Anspruch anstatt grundgesetzwidrig zu handeln, selbst wenn Sie sich im öffentlichen Raum bzw einer staatlichen Universität zeigen.
Ebenso das Kreuz, weil in dessen Namen die Kreuzzüge erfolgten.
Das ist Ihre "Logik"-eher: Ihre Denkstruktur, mitnichten die meine. Also unterlassen Sie bitte diese Unterstellungen.
Davon abgesehen beide Symbole als solche empfunden werden könnten von Opfern: bei Zwangsverheirateten, bei Zwangschristianisierten z.B.
Genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen: Opfer lassen sich für alle möglichen Gegenstände finden, das rechtfertigt aber nicht ihr Verbot.
Auch hier ein einfaches Beispiel für Sie: Ich ließe Sie jeden Tag das Trikot vom HSV tragen, obwohl Sie das von der Frankfurter Eintracht bevorzögen und jedes mal, wenn Sie dagegen aufbegehrten, bekämen Sie eine ordentliche Schelle und weil Sie damit dennoch nicht aufhörten, sperrte man Sie ein, usw. ... Mal sehen als was, als welches Symbol, Sie das HSV-Trikot empfänden... -jeweils Konjunktiv, weil ich es ja nicht wissen kann an dieser Stelle, wessen Triktot Sie bevorzugen, also: keine Unterstellung und Konjunktiv, weil ich Sie dessen niemals aussetzen würde bzw. würde ausgesetzt sehen wollen-
Ok, nehmen wir dieses Beispiel. Sie drangsalieren mich also mit dem HSV-Trikot. Soll ich mich als Reaktion darauf nun engeagieren, dass HSV-Fans ihr Trikot nicht mehr in der Öffentlichkeit tragen dürfen? Weil es ein Symbol der Unterdrückung ist? Rechtfertigt dieses ein Verbot von HSV-Trikots?
Ich denke, nicht nur die HSV-Fans, sondern auch die Eintracht-Fans wären dagegen, wissen letztere doch, dass als nächstes auch ihre Symbole dranglauben müssen...
Berufung ?
Ich vermute einmal, dass kein renommierter deutscher Islamwissenschaftler sich jemals dazu hergeben wird, seine Berufung von der Zustimmung des DITIB und ähnlicher Organisationen abhängig zu machen.
Wer hätte gedacht, dass an einer deutschen Universität jemals Forderungen nach Gebetsräumen und religiösen Kopfbedeckungen eine Rolle spielen könnten. Offenbar entwickelt sich diese Gesellschaft nicht vorwärts sondern zurück.
DITIB Islamstudium in Tübingen
Damit ich nicht missverstanden werde: Ich finde die Ausbildung von islamischen Theologen in Deutschland in deutscher Sprache eminent gut und wichtig. Der Islam ist Realität in Deutschland und wird von Artikel 4 Grundgesetz geschützt. Die Behauptung, er habe die deutsche Geschichte geprägt, darf allerdings getrost bezweifelt werden.
Das die türkische Religionsbehörde in Deutschland mitreden kann, ist zwar nicht verwunderlich, aber verheerend. Herr Mazyek und Herr Alboga werden mir jetzt "Islamophobie" vorwerfen. Aber bei aller Toleranz: Der konservative Islam darf in Deutschland nicht die Oberhand gewinnen, wie dies im "arabischen Frühling" der Fall ist. Zum Beispiel in Ägypten, wo die Frauen nach wie vor unterdrückt werden.
Als die schlimmen Taten der Nazi-Zelle in Erfurt bekannt wurden, waren der türkische Religionsminister, der türkische Außenminister und, wen wunderts, auch der türkische Ministerpräsident in Deutschland um ihre "Landsleute" zu "unterstützen". Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat das stillschweigend hingenommen. Wenn sich das nicht ändert und Herr Erdogan auch in Zukunft ungehindert in Deutschland agitieren darf, werden die sogenannten "Kümmerer" an Einfluss gewinnen. Und das ist genau so verheerend.
Via Dolorosa schrieb: Ach und
Ach und "Religionsbeauftragter der Türkisch Islamischen Union", na, das ist doch Prima, das der türkische Staat kontroliert, wer hier die Stundenten ausbildet!!!
Die Türken verstehen was vom Islam und die Deutschen von Autos.
Daher kontrollieren die Türken, wer hier Islam lehren darf und
der deutsche TÜV die türkischen Autos...
Anders
Ich vermute einmal, dass kein renommierter deutscher Islamwissenschaftler sich jemals dazu hergeben wird, seine Berufung von der Zustimmung des DITIB und ähnlicher Organisationen abhängig zu machen.
Och, wer weiß? An unseren christlich-theologischen Fakultäten wird doch längst vorgemacht, wie kirchliche Mitsprache bei Besetzung von Stellen und ggf. Absetzung von Hochschullehrern aussieht. Man mag sich mit diesem Prinzip als solchem ein wenig unwohl fühlen (so geht es mir), aber aufs Ganze gesehen - das muß ich dann doch zugeben - funktioniert das System doch eigentlich recht ordentlich.
Beschäftigen Sie sich lieber mit den Besetzungsregularien und mit den Zusammensetzungen des Lehrpersonals bei den jüdischen und christlichen Fakultäten bevor Sie hier herumschwadronieren wie ein Großer. Und natürlich hat die Katholische, hat die Evangelische, hat die Alt-Katholische Kirche genauso wie die jüdische Glaubenbsgemeinschaft ein Mitspracherecht, wenn Lehrstühle besetzt werden, die Wissenschaft aus ihrer Sicht lehren sollen. Wie soll das auch anders funktionieren wenn die "offizielle Sicht" gelehrt werden soll? Dem zur Seite ist aber überall auch unabhängiges Lehrpersonal zur Seite gestellt, selbst an der KU Eichstätt ist das der Fall (Stichwort: bayerisches Hochschulgesetz).
Aber darum geht es: Mitspracherecht. Hier ist nichts von Mitsprache zu erkennen, hier wird unter Federführung (Vetorecht) des DITIB besetzt und, das ist hier das Entscheidende: bei allen Lehrstühlen. Wie Lila Bewegte schon schrieb: Eine Mitsprache, bzw. Entscheidungsrecht bzgl. des Lehrstuhls "Koranumsetzung aus staatlich türkischer Sicht" wäre das vollkommen unkritisch.
Darüber hinaus ist die Besetzung der Lehrstühle seitens der Kirchen und der Juden über Verträge mit dem jeweiligen Bundesland geregelt, teils mit völkerrechtlicher Bindung (bzgl. der RKK). D.h. es ist transparent, jeder kann das nachlesen, jeder kann es nachvollziehen. Hier ist bzgl. der Besetzung nichts transparent, was sich, wie Friedmann Eißler zu Recht benennt, nicht zuletzt auch auf die Unabhängigkeit, Qualität und wissenschaftliche Reputation des Lehrpersonals auswirken kann.
P.S.: Eißler studierte bis 1986 im Magisterstudiengang Vgl. Sprachwissenschaft / Evang. Theologie / Islamkunde; Wechsel zu Evang. Theologie Hauptfach (Kirchliche Dienstprüfung) und war nach seiner Promotion von 2002 bis 2007 Wissenschaftlicher Assistent am Institutum Judaicum – Seminar für Religionswissenschaft und Judaistik in Tübingen
Er dürfte also wissen, wovon er spricht.
Islamstudium in Tübingen DITIB
Zitat von AZAD: "Schon allein deshalb nicht, weil er ganz offensichtlich DITIB und Diyanet nicht auseinanderhalten kann. Es ist ja nicht so, daß jede alte Dame in der Moschee eine Agentin der türkischen Religionsbehörde ist."
Ob es Ihnen nun passt oder nicht, die DITIB ist der verlängerte Arm der Diyanet in Deutschland. Und das Diyanet ist direkt dem türkischen Ministerpräsidenten unterstellt. Die Verharmlosung, dass nicht jeder Besucher ein Agent der DITIB sei, ist unangebracht. Tatsache ist, dass die DITIB tonangebend ist. Die Vorgänge in der Merkez-Moschee in Duisburg sagen einiges darüber aus.
Das Diyanet und damit die DITIB in Deutschland unterstützen und lehren nur den orthodox-sunnitischen Islam. Schiiten und Alevetin sind da also außen vor. Und der Konflikt (um es einmal harmlos auszudrücken) mit den Schiiten bestimmt ja auch die türkische Außenpolitik.
Der Einfluss der DITIB muss rigoros zurückgedrängt werden. Zumal sie sich nur gezwungenermaßen den Fakten beugt. Herr Alboga ist ja der Meinung, dass eine Ausbildung in Deutschland überflüssig ist, da ja die Diyanet die Imame nach Deutschland entsendet.
Man kann also nur hoffen, dass die Lehrstühle an den Universitäten selbstbewusst genug sind, ihr Curriculum selbst zu gestalten.
Islamstudium in Tübingen DITIB
Zitat:"Das ist ein weit verbreitetes Mißverständnis." Und die Erde ist eine Scheibe.
Im Vorstand der DITIB sitzt der Religions-Attaché (oder welche Amtsbezeichnung der auch immer haben mag) der türkischen Botschaft. Nur ein Zufall?
Übrigens: So langsam würde mich interessieren, wer "AZAD" ist.
Islamstudium in Tübingen DITIB
Wenn ein Gesprächspartner nur so redet, wie sie oder er es gerade braucht, ist eine weitere Diskussion zwecklos. Dies wird also mein letzter Beitrag sein.
Tatsache ist, das die DITIB der verlängerte Arm des Diyanet in der Türkei ist und somit über den Geschäftsträger in Deutschland weisungsbefugt.
Tatsache ist weiter, das die DITIB behauptet, für einen großen Teil der Muslime in Deutschland zu sprechen (was unrichtig ist).
Tatsache ist auch, das die DITIB für einen konservativ sunnitischen Islam steht, der andere islamische Richtungen (für die Türkei insbesondere die Aleviten) nicht duldet und das somit der Einfluss der DITIB rigoros zurückgedrängt werden muss.
Und die DITIB lehnt eine Ausbildung von Imamem und Predigten in deutscher Sprache in den Moscheen explizit ab (was nicht bedeutet, dass sie es verhindern kann).
Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung sich auf ihre Souveränität besinnt und weitere Agitationen der türkischen Regierung nicht mehr zulässt. Über die Schulaufsicht müssen die Lehrstühle an den Universitäten soweit gestärkt werden, das sie ihr Curriculum eigenverantwortlich gestalten können. Wenn sie das nicht tut, werden sich Kräfte lautstark in die Diskussion einmischen, die nun wirklich niemand haben will. Und das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite.
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