Weihnachten ökologisch: Wie man zum Fest das Klima schützt

Weihnachtsgänse

Wenn es schon eine Weihnachtsgans sein muss, sollte sie zumindest vom Landwirt aus der Umgebung stammen. Foto: Judywie/photocase

Klima - An Weihnachten gehen Konsum und Besinnung Hand in Hand. Viele Menschen überdenken an den Feiertagen ihren Lebensstil. Da könnte auch die Umwelt eine Rolle spielen. Tipps für ein klimafreundliches Weihnachtsfest.

Von Nastasja Becker

Jährlich setzt jeder Deutsche rund elf Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase frei, warnt das Umweltbundesamt, darunter CO2 und Äquivalente wie Methan und Lachgas. Dabei lässt sich schon mit einfachen Dingen etwa das Weihnachtsfest klimafreundlicher gestalten und die persönliche CO2-Bilanz verbessern.

"Keine Angst", sagt Julia Balz von der Kampagne "Verbraucher fürs Klima" der Verbraucherzentralen und -verbände, "man muss dafür nicht gleich seine ganzen Konsumgewohnheiten an Weihnachten umstellen." Maßnahmen, die entscheidend für einen langfristigen Klimaschutz sind - wie die Sanierung der Heizung und die Umstellung der Mobilität - werden ohnehin meist zu einem anderen Zeitpunkt angegangen.

Bei Bäumen auf Gütesiegel achten

Aber auch beim Tannenbaumkauf kann man auf das Klima achten: Weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) wird ausgestoßen, wenn lange Transportwege der Weihnachtsbäume vermieden werden. Deshalb raten Verbraucherinitiativen, selbst zur Axt zu greifen und heimische Fichten und Kiefern zu schlagen. Ein im Handel gekaufter Baum sollte das Kürzel FSC (Forest Stewardship Council) tragen, das Gütesiegel für Holzprodukte aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

Beim Schmücken des Baumes sind Lichterketten mit Leuchtdioden (LED) besonders energieeffizient. Wird die Festtagsbeleuchtung dann noch mit einer Zeitschaltuhr gesteuert, kann der Stromverbrauch gering gehalten werden. - Dies gelingt übrigens auch, wenn man Wachskerzen an den Baum steckt und Weihnachtslieder selber singt, statt sie aus der Anlage zu hören.

Den Ofen später an und früher aus

Beim Kochen des Weihnachtsmenüs gilt: Bis zu 70 Prozent Energie lässt sich einsparen, wenn Töpfe und Pfannen auf das Kochfeld passen und mit passendem Deckel verschlossen sind. Beim Plätzchenbacken sollte auf das Vorheizen des Ofens verzichtet werden. Um die Nachwärme zu nutzen, zehn Minuten eher ausschalten.

Rund ein Sechstel der Erderwärmung wird durch Lebensmittelproduktion verursacht. "Es gibt eine ganze Reihe von Siegel und Logos, an denen man klima - und umweltfreundliche Produkte erkennt", sagt Julia Balz. Mit dem sechseckigen, grün-weißen Bio-Siegel etwa sind in Deutschland mehr als 60.000 Produkte aus ökologischem Landbau gekennzeichnet. "Generell sollte das Festtags-Essen regional und saisonal sein", sagt Melanie Sy von der Kampagne "für mich. für dich. fürs klima". Saisonkalender wie beispielsweise unter www.aid.de geben Auskunft, was wann wächst.

Wendet man sich beim Kauf der Weihnachtsgans an einen Landwirt aus der Umgebung, wird dem Tier nicht nur ein langer Transport erspart, sondern man kann sich direkt vor Ort ein Bild von der artgerechten Tierhaltung machen. Nach Angaben von Tierschutzverbänden stammen rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Gänse aus Intensivhaltung im Ausland.

Soziales und ökologisches Spielzeug

Auch emissionsarmes Schenken ist möglich: Über rund 10.000 Waren und Dienstleistungen, die umweltverträglicher, gebrauchstauglicher und gesundheitsschonender sind als vergleichbare Angebote schwebt das Blaue-Engel-Logo. Darunter sind solarbetriebene Milchaufschäumer und Armbanduhren, aber auch Polster-, Küchen- oder Büromöbel sowie energiesparende Computer und Monitore zu finden.

Bei Spielzeug informiert die Seite www.fair-spielt.de zudem über Firmen, die auf soziale und ökologische Produktionsbedingungen achten. Das Naturtextil-Label zeichnet Kleidung aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion aus. Selbst die Weihnachtspost kann man auf Briefpapier und in Umschlägen mit Blauem Engel verschicken. Dazu gibt es die umweltschonende, emissionsarme Zustellung der Weihnachtspakete mit "Gogreen" von der Deutschen Post. Die CO2-Emissionen des Versandes sollen neutralisiert werden, indem in international anerkannte Klimaschutzprojekte investiert wird.

Klimaschutzlösungen

Nach ähnlichem Prinzip verfährt die Stiftung myclimate. Wenn man den Kirchgang nicht wörtlich nimmt und an Heiligabend doch das Auto benutzt, kann man auf der Seite www.myclimate.org den CO2-Verbrauch ausrechnen. Und gleich die Emissionen des gesamten Weihnachtsfests kompensieren, indem die entsprechende Summe Geld an Projekte gegeben wird, die zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen.

Bevor man sich einen Mistelzweig über die Tür hängt, sollte man genauer hinschauen. Weil einige Bundesländer die Pflanze unter Naturschutz gestellt oder das gewerbliche Sammeln der Zweige eingeschränkt haben, haben sie oft einen langen Transportweg hinter sich - was schädlich fürs Klima ist. Küssen hingegen ist an Weihnachten auch ohne Mistelzweig erlaubt.

epd

Kommentare

Verfasst von Ulrich am 10. Dezember 2010 - 23:36.

Klimareligion

Sehr geehrte Frau Becker, auch ich als Mitglied eines Presbyteriums muß mich...

Sehr geehrte Frau Becker,

auch ich als Mitglied eines Presbyteriums muß mich ernsthaft fragen: Ist Ihr Artikel ernst gemeint oder ist er Satire?
Wenn letzteres der Fall sein sollte, hätten Sie dies vielleicht deutlicher herausstellen sollen.
Wenn Sie es tatsächlich ernst meinen mit dem, was Sie auf einer offiziellen Seite unserer Kirche veröffentlichen, dann frage ich mich ernsthaft -und fernab jeglicher Satire- ob es nicht höchste Zeit ist, aus meiner Kirche auszutreten.
Warum?
Weil ich dann davon ausgehen muß, daß auch meine Kirche Anhänger der neuen "Klima- Religion" ist. Diese ist von Leuten ins Leben gerufen worden, die mit der Christlichen Idee herzlich wenig zu tun haben. Dafür um so mehr mit der Idee des Großen Geldes und den Zielen der "Neuen Weltordnung".
Welche Kreise hinter diesem Konzept stehen, möge jeder für sich recherchieren.

Diese Tatsache ist jedem bekannt, der sich wirklich ernsthaft mit der Materie beschäftigt. Demjenigen ist auch lange klar geworden, daß es sich nicht um "Verschwörungstheorien", sondern um Verschwörungspraxis handelt.
Die Lüge von der anthropogenen Erderwärmung durch den steigenden CO2- Gehalt der Athmosphäre ist längst widerlegt. Spätestens seit der Veröffentlichung des Email- Verkehrs des (mit gutem Gewissen als kriminell zu bezeichnenden) IPCC im November letzten Jahres (ja, so lange ist das schon her) müßte doch wirklich dem Letzten klar geworden sein, was für ein gigantischer Betrug hier läuft!

Entsetzt bin ich darüber, daß meine Kirche diesen Schwindel nicht nur unterstützt. Vielmehr läuft sie darüber hinaus dieser neuen Ersatzreligion hinterher und trägt damit zu ihrer eigenen Abschaffung bei.
Es ist für einen wachen, bewußten Verstand unvorstellbar und nicht nachzuvollziehen.

Noch einmal meine Frage: Ist dieser Artikell tatsächlich ernst gemeint und entspricht er dem offiziellen Standpunkt der EKD (meiner Kirche)?

Mit un- gläubigen Grüßen,
Ulrich

Verfasst von Werner May am 10. Dezember 2010 - 12:51.

CO2

Sehr geehrte Frau Becker, Der Anteil von CO2 an der Luft beträgt 0,038% oder...

Sehr geehrte Frau Becker,

Der Anteil von CO2 an der Luft beträgt 0,038% oder einfacher ausgedrückt 380 Parts per Million (ppm). Das heißt von einer Million Teilchen Luft sind 380 Teilchen Kohlendioxid.

Lt. dem Bundesumweltamt betragen die menschlichen Anteile beim Kohlendioxid ca. 1,2%. (http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/skeptiker...)

Lt. dem Spiegel betragen die menschlichen Anteile beim Kohlendioxid ca. 6,25%.
( http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,472828,00.html )

Nehmen wir den höheren Wert von 6,25% CO2, so ergibt sich folgendes:
6,25% von 380 CO2-Teilchen sind 23,75 CO2 Teilchen. Um es zu verdeutlichen:
Auf eine Million Teilchen Luft kommen ca.24 Teilchen CO2 und diese 24 Teilchen CO2 sind vom Menschen beeinflussbar.
Legt man die Zahlen des Bundesumweltamts zu Grunde, verringert sich der Wert sogar auf 4,56 (ca.5) CO2 Teilchen.

Auf wie viel sollten ihrer Meinung diese 24 oder 5 Teilchen CO2 gesenkt werden, damit eine Klimaerwärmung verhindert wird? Welchen Anteil an einer solchen Minderung hätten ihre Vorschläge?

Angenommen der Mensch würde kein CO2 mehr produzieren (keine Atmung/kein Abgase), dann würde der Anteil des CO2 von zurzeit 380ppm auf 356, bzw. 375ppm sinken. Je nach dem, ob man die Zahlen des Bundesumweltamts oder die des Spiegels zu Grunde legt.

Ist ein CO2 Anteil von 356- 375ppm für sie eine Garantie, dass es zu keiner Klimaerwärmung kommt?

Im Ordovizium lag der CO2 Anteil bei ca. 6000ppm und es zeichnete sich durch eine ausgeprägte Eiszeit aus. ( http://idw-online.de/pages/de/news385891 )

Der Klimawandel (früher Klimaerwärmung) ist nicht menschlichen Ursprungs. Dies ist eine Lüge, um an Geld zu kommen.( Umweltzonen/ Kaminsteuer/ Ökosteuern/ Emissionsabgaben/ Mauterhöhungen, etc.)

Werner

Verfasst von fx_Borch am 10. Dezember 2010 - 9:48.

Na denn lustige Weihnachten!

Ist der Text satirisch gemeint? GvBorch

Ist der Text satirisch gemeint?

GvBorch

Verfasst von Gast am 10. Dezember 2010 - 2:04.

Liebe Nastasja, das ist ja

gelöscht

gelöscht

Verfasst von Gruß_aus_Hanau am 7. Dezember 2010 - 18:17.

Andere Gedanken zum Fest

Die Kirche ist schlecht beraten, die immer schlechter werdenden...

Die Kirche ist schlecht beraten, die immer schlechter werdenden naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse der Deutschen für eine "religiöse Predigt kontra Naturwissenschaft und Technik" zu nutzen und dabei das Angstmachen in den Vordergrund zu stellen. Statt Angst vor Sünde, Tod und Verdammnis zu schüren, wird Angst gemacht vor Nutzung der "Einstein-Energie" in Kernspaltung und Kernfusion, Strahlungsprozessen, Biochemie der Gene, Ressourcennutzung von Kohle, Öl, Gas, Wasser bis zur fragwürdigen Verteufelung von CO2 als Klimakiller.
Dabei hätte die Kirche Wichtigeres zu tun: Im 2. Jahrtausend ist die Besteuerung von Arbeit unmoralisch. Alleine Waren, Energie, Finanzen wären zu besteuern. Statt Schwarzarbeit brandmarken zu lassen, sollte die Kirche von schwarzen Steuer- und Sozialgesetzen sprechen.
Sogenannte erneuerbare Energieerzeuger (in Wirklichkeit sind es nur Umwandler!) ohne Sozialausgleich alle finanzieren zu lassen mit Traumrenditen für Finanzstarke ist ein Skandal.
Was in den Medien heute gesendet wird, hat mit Sitte und Anstand absolut nichts mehr zu tun und die Kirche schweigt und weicht aus in religiöse Pseudo - Ökologie.

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