Bank-Revolte gescheitert: Kaum jemand folgte Cantona

Eric Cantona

Der ehemalige französische Nationalstürmer Eric Cantona hat es mit Traumtoren und brutalen Wutausbrüchen in seiner Sportlerkarriere zu Weltruhm gebracht. Nun verkauft er sich als Systemkritiker und bläst zur Revolte gegen die Finanzwelt. Foto: dpa/EPA/Christophe Karaba

Geldwirtschaft - Eric Cantona (44), Ex-Fußballstar und selbst ernannter Systemkritiker, ist mit seinem Aufruf zur friedlichen Bank-Revolte offenbar gescheitert. Seinem Appell zum "Bank Run" folgten am Dienstag nach Medienberichten nur einige wenige Anhänger und holten ihr Geld vom Konto ab.

Der französische Nationalstürmer selbst vermied nach Rundfunkberichten ein Auftreten vor laufender Kamera: Während zwei Dutzend Journalisten in der Stadt Albert vor seiner Bank warteten, hob er in einer Nachbarstadt nach Angaben seiner Anwälte "einen symbolischen Betrag" ab. Er dreht zur Zeit auf einem benachbarten Flugplatz mit Isabelle Adjani einen Film.

Heftige Kritik von Politikern und Managern

Cantona hatte zuvor in einem im Internet verbreiteten Video seine Landsleute dazu aufgerufen, in Scharen ihre Konten zu räumen und damit die Macht der Banken zu brechen. Der einstige Superstar von Manchester United (1992-1997) erntete mit seinem Aufruf heftige Kritik von Politikern und Managern.

Er verbreite nur Unsicherheit, schimpfte der Generaldirektor der französischen Großbank BNP, Baudouin Prot. "Man sollte über Sachen reden, von denen man Ahnung hat", kommentierte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde. Cantona sei ein großartiger Fußballer, aus wirtschaftlichen Dingen solle er sich aber besser heraushalten.

Auch Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker betonte: "Ich habe gemischte Gefühle gegenüber dem Finanzsektor, aber ich finde die Initiative völlig unverantwortlich."

dpa

Kommentare

Verfasst von miriam1998 am 9. Dezember 2010 - 9:18.

Das spricht nicht eben für

Das spricht nicht eben für die Menschen, die mit solch einer konzertierten...

Das spricht nicht eben für die Menschen, die mit solch einer konzertierten Aktion, die Möglichkeit hätten, gerade zu rücken, was schief hängt. Das Gleiche müßte mit den Öl-Raffinerieren geschehen, indem gezielt Marken boykottiert werden. Und zwar so lange, bis es richtig weh tut. Wie anders kann der Bürger SEINE RECHTE einfordern. Durch die Politik?! Eher nicht.

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