Geldanlage - Die Deutschen sparen in der Krise: Während die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent einbrach, legten die deutschen Haushalte genau so viel Geld auf die hohe Kante wie im Vorjahr.
Die Sparquote, die den Anteil des Ersparten am verfügbaren Einkommen angibt, lag im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 11,2 Prozent und damit so hoch wie seit 1994 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Je Einwohner wurden erneut durchschnittlich 180 Euro monatlich zur Seite gelegt. Für die privaten Haushalte zusammen ergibt sich in der ersten Jahreshälfte eine Summe von 89 Milliarden Euro.
Die privaten Haushalte verwendeten ihr Gespartes für den Kauf von Sachvermögen, vor allem für Immobilien, sowie für unterschiedliche Finanzanlagen. Nach einer Umfrage der Sparkassen haben Sparbuch, Bausparvertrag und Festgeld in der Anlegergunst deutlich zugelegt. Schon 2008 wurden nach Angaben der Deutschen Bundesbank vor allem Bankeinlagen und Versicherungen vermehrt nachgefragt. Hingegen waren nach den kräftigen Kursrutschen an den Börsen Wertpapieranlagen wie Aktien und Rentenpapiere weniger gefragt als zuvor.
Nicht alle können sparen
Wenn sie sparen, setzen die Anleger auf Sicherheit. Das ergab eine Umfrage der Sparkassen. Demnach haben Sparbuch, Bausparvertrag und Festgeld in der Anlegergunst deutlich zugelegt. Elf Prozent der Befragten meinen aber, dass sie keine Rücklagen für das Alter bilden können - fünf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Insgesamt seien die Deutschen optimistischer, was das Geld angeht. 48 Prozent (plus zwei Punkte) bewerten ihre Lage als gut oder sehr gut, zwöl Prozent (minus zwei Punkte) bezeichneten sie als eher schlecht oder schlecht. "Erstaunlich, dass die Verbraucherstimmung nicht eingeknickt ist", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis. Er sieht die Ursache in den Konjunkturprogrammen und der Ausdehnung der Kurzarbeit. Viele Mittelständler lebten jedoch von der Substanz, fügte Haasis hinzu. "Wir brauchen spätestens im Frühjahr einen deutlichen Aufschwung."
62 Prozent der Deutschen haben nach der Umfrage Geld auf Sparbüchern und in anderen Spareinlagen angelegt, 60 Prozent in Lebens- und Rentenversicherungen. "Sicherheit ist mit ganz großem Abstand das wichtigste Anlageziel überhaupt", sagte Haasis. 75 Prozent der Befragten hätten dies angegeben - elf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Der Verband ließ für sein sogenanntes Vermögensbarometer im Juni und Juli dieses Jahres gut 2000 repräsentativ ausgewählte Bürger telefonisch befragen.
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