Zukunftswerkstatt - Die "Galerie guter Praxis" bei der Zukunftswerkstatt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Kassel zeigt Beispiele für gelungene und innovative Gemeindearbeit.
100 Projekte aus ganz Deutschland stellen sich den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Kassel vor und zeigen, wie die Kirche mit innovativen Projekten auf Menschen zu geht. Diese "Galerie guter Praxis" zeigt, mit wieviel Engagement sich Gemeinden einsetzen und dass das Anliegen des Reformprozesses an der Basis angekommen ist.
Ein umfassender Überblick über alle ausgewählten Projekte lässt sich bei einem Rundgang durch die Galerie gewinnen, die am Freitag auch für alle Interessierte geöffnet ist. Beeindruckend ist die Vielfalt der Projekte, die zugleich die Kreativität in den Gemeinden zeigt. Als Übersicht dient ein geografischer Rundgang von Norden nach Westen, über die Mitte Deutschlands – hier sehen wir ein Projekt der gastgebenden Landeskirche von Kurhessen-Waldeck – über den Osten in den Süden Deutschlands.
Taufe mit Kanutour
Das Taufprojekt im Dithmarschen ist eine Initiative zweier fusionierender Kirchenkreise, das die Taufe als gemeinsamen Grund evangelischen Handelns in den Mittelpunkt des persönlichen und gemeindlichen Lebens stellen und dabei neue Taufgelegenheiten und Orte schaffen soll. Für Väter und Söhne, Paten und Patensöhne gibt es eine Abenteuer-Kanutour rund ums Wasser und um die Taufe. Frauen treffen sich an einem Haus am Meer und entdecken dort gemeinsam unter dem Thema "Frauen an der Quelle", was Taufe für sie bedeuten kann. Für einige waren diese Tauferinnerungstage ein Brückenschlag zur Gemeinde, wo sie sich jetzt wieder engagieren wollen.
Von Nordelbien führt der Blick nach Westen ins Rheinland. Der Kirchenkreis An der Agger im Oberbergischen Land richtet sich mit seinem Gemeindeaufbauprojekt „Im Aufbruch“ an die ehrenamtlichen Gemeindeleiter. Für sie wird alle zwei Jahre ein Großseminar zu Leitungsfragen mit Impulsen für die Gemeindeleitung gestaltet. Es ermöglicht so den Austausch zwischen Presbytern und Pfarrern über das eigene Leitungsgremium hinaus - denn es ist hilfreich, über den eigenen Tellerrand zu sehen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Spielerisches Singen
In Kurhessen-Waldeck gibt es ein generationsübergreifendes Singpatenmodell in Kindergärten. Paten aus der Großelterngeneration singen wöchentlich im Kindergarten. So sorgen sie dafür, dass Kinder das Singen für sich als alltägliche Lebensäußerung erfahren und mit spielerischen Methoden ein generationsübergreifendes und lebenslang entfaltbares Grundrepertoire von geistlichen Liedern erlernen.
In Sachsen – anders als in Amerika, wo die die „Greencard“ zur Einwanderung berechtigt - , ist die sächsische Greencard ein Ausweis für Jugendliche, der ihre Qualifizierung zum Kindergruppenleiter dokumentiert. Das Stadtjugendpfarramt Dresden bietet für 13– bis 15-Jährige das Greencard-Seminar an, bei dem sich die zukünftigen Jugendmitarbeiter mit der Denk- und Glaubensentwicklung von Kindern, ihrer Leiterrolle, dem Erzählen und kreativen Umsetzung von Geschichten, aber auch mit Erster Hilfe beschäftigen.
Im Süden Deutschlands, in den bayerischen Bergen, finden von Mai bis Oktober Berggottesdienste statt. So gibt es beispielsweise mit Posaunenchören und Alphornbläsern festlich gestaltete Gottesdienste auf der 1300 hohen Steinlingalm unter dem Gipfel der Kampenwand, zu der Bergwanderer aus ganz Oberbayern und natürlich auch Touristen aus anderen Regionen kommen. Auf der Webseite www.berggottesdienste.de lassen sich auch weitere Berge finden, auf denen auch diese besonderen Gottesdienste angeboten werden.
So verschieden die Landschaften sind – das Meer und die Küste in Nordelbien, und die Berge in Bayern -, so vielfältig sind auch die Beispiele für gelungene Gemeinde- und Kirchenkreisprojekte. Auch wenn sich das Taufseminar mit der Wassererfahrung an der Küste nicht in Bayern und Berggottesdienste nicht an der Küste in Schleswig-Holstein durchführen lassen, so sind doch viele Erfahrungen übertragbar. Die Galerie guter Praxis ist dafür ein guter Austauschpunkt, denn auch die Kirche muss das Rad nicht mehrfach erfinden.
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